Für Rosa Luxemburg

Beitrag von Clara Zetkin, nachgedruckt in FREIDENKER 4-08
Es ist inzwischen weit verbreitet, ja, üblich geworden, Rosa Luxemburg als Kronzeugin gegen Lenin, die russischen Kommunisten und die Oktoberrevolution aufzurufen oder sie wahlweise der zu starken Anlehnung an die russischen Revolutionäre zu bezichtigen. Dass diese Bemühungen keineswegs neu sind, sondern bereits wenige Tage nach Rosas Ermordung ihren Anfang nahmen, bezeugt dieser Text von Clara Zetkin. Wegen seiner ungebrochenen Aktualität bringen wir diesen historischen Text, auch als Antwort auf zeitgenössische Bemühungen, die Erinnerung an Rosa Luxemburg gleichsam zum Vorwand zu nehmen, um die alten Legenden wieder aufzuwärmen.

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90 Jahre Novemberrevolution

Beitrag aus FREIDENKER 4-08: Rede von Klaus Hartmann anlässlich einer Veranstaltung zum 90. Jahrestag der Novemberrevolution am 15.11.2008 in Berlin
Im Gefolge der Novemberrevolution nahm die Freidenkerbewegung in Deutschland einen starken Aufschwung, sie organisierte rund eine dreiviertel Million Mitglieder. Die Lektion des 1. imperialistischen Weltkrieg, dass es bei diesem Völkermord ausschließlich um Profitinteressen ging, hat auch die Freidenkerverbände politisiert, die nun nicht mehr in der Religion, sondern in der Klassengesellschaft das entscheidende Übel sahen. Sie kämpften für die völlige geistige Befreiung der Arbeiterklasse, sahen aber als deren Voraussetzung ihre ökonomische Befreiung.

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Karl Liebknecht – Märtyrer, Held, Vorbild?

Beitrag von Horst Schneider aus FREIDENKER 4-08
Jährlich pilgern Zehntausende zur Erinnerung an die Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts zur Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde. Die Toten mahnen. Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg waren die Verkörperung des Kampfes der besten Deutschen gegen die Rüstungshaie, die Kriegstreiber und Volksverhetzer. Sie setzten sich in der Novemberrevolution 1918 für eine sozialistische Perspektive Deutschlands ein, nachdem sie leidenschaftlich die Oktoberrevolution in Russland begrüßt hatten. Damit zogen sie den tödlichen Hass der Bourgeoisie auf sich.

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Kiel gab das Signal

Beitrag von Günter Stamer aus FREIDENKER 4-08
Vor 90 Jahren hatten Matrosen, Soldaten und Arbeiter in Kiel den Mut, gegen Krieg und Militarismus und für die „Beseitigung der herrschenden Klasse“ auf die Barrikaden zu gehen.
Ende 1918 ist klar, dass der 1914 vom kaiserlichen Deutschland und dessen Konzernherren, Landjunkern und Militaristen vom Zaun gebrochene Erste Weltkrieg verloren ist. Angetreten, Deutschland zur führenden Macht in Europa zu machen und dem Reich neue Kolonien in Übersee zu erobern, steht die herrschende Klasse vor den Trümmern ihrer Kriegspolitik. Militärisch in auswegloser Lage bietet sich im Reich ein Bild des sozialen Elends und des Hungers.

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Freidenker gegen alle Widerstände

Beitrag von Eberhard Schinck aus FREIDENKER 4-08
Der Erste Weltkrieg dezimierte die Freidenkerbewegung und zerstörte ihre Organisationsformen stark. Das kulturpolitische Leben der Freidenker wurde während des Krieges allerorts fast vollständig zerstört oder gänzlich unmöglich. Im Ergebnis führte der Krieg mit seinen ungeheuerlichen und schrecklichen Folgen allerdings zu einer erbarmungslosen Entlarvung und Diskreditierung der kirchlichen Institutionen und ihrer religiös-propagandistischen Mitwirkung am Krieg. Die Macht der Kirchen war aber damit längst nicht zerbrochen.
Die Novemberrevolution 1918 war eine direkte Reaktion der Unterschichten auf den im Wesentlichen vom deutschen Imperialismus verschuldeten Ersten Weltkrieg.

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Für die Versammlungsfreiheit

Beitrag von Corinna Poll aus FREIDENKER 2/3-08
Durch die Föderalismusreform ist die Regelung des Versammlungsrechts vom Bund an die Länder übertragen worden. Das bedeutet, dass die Bundesländer eigene Regelungen erlassen können, aber nicht müssen – wenn sie darauf verzichten, gilt wie bisher weiter das Bundesversammlungsgesetz. Mögliche Folge ist, dass in Zukunft an verschiedenen Orten in der BRD völlig unterschiedliche Bedingungen für Demonstrationen und Veranstaltungen gelten – was z.B. in Hamburg erlaubt ist, kann in München mit hohen Geldbußen belegt sein (der umgekehrte Fall ist allerdings vergleichsweise unwahrscheinlich).

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Noch eine Datenspeicherung

Beitrag von Erich Buchholz aus FREIDENKER 2/3-08
Telekommunikationsdaten geben bekanntlich Aufschluss darüber, wer wann mit wem und von welchem Ort aus kommuniziert hat, sei es per Telefon, Handy, E-Mail oder Internet. Die Verwendungsmöglichkeiten dieser Kommunikationsdaten sind enorm. Mit ihrer Hilfe können durchaus grobe Bewegungsprofile erstellt, gesellschaftliche Kontakte rekonstruiert und Freundschaftsbeziehungen identifiziert werden. Zusammen mit Informationen zu den Kommunikationspartnern können zudem Rückschlüsse auf den Inhalt der Kommunikation, aber auch persönliche Interessen und die Lebenssituation der Kommunizierenden gezogen werden.

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Gegen die kontinuierliche Einschränkung demokratischer Rechte

Beitrag von Lorenz Knorr aus FREIDENKER 2/3-08
Der 8./9. Mai 1945 brachte eine markante Zäsur in der staatsrechtlichen Entwicklung Deutschlands. In den Köpfen derer, die zuvor an den singulären faschistischen Gewaltverbrechen teilgenommen hatten, hinterließ dieser historische Bruch jedoch nicht allzu viele Spuren; von jener bürgerlichen Minderheit abgesehen, die aus der totalen Kapitulation Deutschlands humane Konsequenzen zog.

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Risiken der elektronischen Gesundheitskarte

Beitrag von Hans-Peter Brenner aus FREIDENKER 2/3-08
Die neuen technischen Möglichkeiten werfen grundsätzliche Fragen auf. Fragen, die zwar besonders die Sicherheit der Gesundheitsdaten betreffen, die aber weit darüber hinaus das noch gravierendere Problem der generellen Durchcomputerisierung fast aller Lebensbereiche berühren. Und damit werden grundsätzliche Fragen des Arzt-Patienten-Verhältnisses, der Selbstbestimmung über das Wissen um den eigenen psycho-physischen Zustand, der Demokratie und letztlich des Menschenbildes berührt.

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Bank des Südens – Alternative zu Weltbank und IWF

Beitrag von André Scheer aus: FREIDENKER 4-07
Wem gehört die Welt? Sicherlich nicht internationalen Finanzinstitutionen wie Internationalem Währungsfonds und Weltbank. Aber diese gehören zu den wichtigsten und bekanntesten Machtinstrumenten des internationalen Finanzsystems – auch globalisierter Kapitalismus genannt – , deren offizielle Aufgabe es ist, für Wirtschaftsstabilität und Entwicklung zu sorgen, die aber gleichzeitig durch Auflagen und ihre Position als Gläubiger Druck ausüben können, damit vor allem die Entwicklungsländer nicht vom neoliberalen Weg abweichen.

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Die Macht der Medien

Beitrag von Bernd Fricke aus: FREIDENKER 4-07
Wer kennt ihn nicht, den Begriff der Mediengesellschaft. Aber leben wir wirklich in einer solchen, so wie wir früher beispielsweise in der Steinzeit oder im Atomzeitalter gelebt haben? Fakt ist, Medien beeinflussen unser tägliches Leben in zunehmendem Maße. Es gibt kaum einen Ort, an dem wir vor ihnen sicher sind. An fast jeder Ecke blinkt, piept oder klingelt etwas. Wir werden von optischen und akustischen Reizen im wahrsten Sinne des Wortes regelrecht überschwemmt. Die riesigen Reklametafeln, die unser Stadtbild maßgeblich mitbestimmen, sind hier ebenso zu nennen wie die Informationsflut aus Funk, Fernsehen oder Internet.

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