25 Jahre nach 9/11: Der Tag, der die Welt veränderte – und die Fragen, die man nicht stellen sollte (1)
Teil 1 – Als der Himmel brannte: Meine Erinnerung an den 11. September und den Beginn einer neuen Epoche
von Wolfgang Effenberger
Der persönliche Rückblick eines Zeitzeugen: Betroffenheit, Fassungslosigkeit und die Ahnung, dass auf diesen Tag eine folgenschwere politische Zeitenwende folgen würde.
Das Bild von Bernard Kerik und Rudolph Giuliani, den prägenden Gestalten von New York in jenen Stunden, ist mir bis heute unmittelbar gegenwärtig. Es steht für einen Augenblick, in dem sich persönliches Erschrecken, öffentliche Ratlosigkeit und die Ahnung einer bevorstehenden politischen Zäsur überlagerten. Bereits einen Tag nach der Amtseinführung George W. Bushs, am 21. Januar 2001, hatte ich mit der Arbeit an einem US-kritischen Buch mit dem Arbeitstitel „Imperium USAnum“ (im Original „Pax americana“ 2004) begonnen. Auslöser war die für ihn rätselhafte, in ihren Andeutungen ungewöhnlich weitreichende Vereidigungsrede des neuen Präsidenten. Er wollte ihre Aussagen und den darin erkennbaren politischen Horizont kritisch untersuchen.
