Geschichte

AktuellesDemokratie – Medien – Aufklärung

Merz und der 8. Mai: Zwischen Nichts und Krieg

Beitrag von Dagmar Henn
Nein, es liegt nicht an einer Begrenzung der Zeichen, dass der Tweet von Friedrich Merz zum 8. Mai so viel weniger sagt, als er verschweigt, denn inzwischen geht es vor allem darum, zu be- und verschweigen, wofür dieser 8. Mai steht. Man könnte sagen, dass Bundeskanzler Friedrich Merz nur das erforderliche andere Ende der Geschichte liefert: Der 8. Mai 1945 brachte Befreiung – für Millionen von Menschen, für Deutschland, für Europa. Er mahnt, niemals zu vergessen, wozu Hass führen kann. Er verpflichtet für ein freies, demokratisches und solidarisches Deutschland in einem starken Europa einzustehen. Das ist gewissermaßen das andere Ende einer Sicht, nach der 1933 irgendwelche Aliens in Berlin landeten und Deutschland übernahmen. Am Ende hat sie das Datum verscheucht, warum auch immer. „Der 8. Mai brachte Befreiung“. Nur die Älteren werden sich daran erinnern, wie lang das Ringen darum war, dass überhaupt von Befreiung gesprochen wurde. Zumindest in der westlichen Republik.

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AktuellesZentrale Veranstaltungen

Leben mit Katastrophen – Von der Vergangenheit bis zur Gegenwart

Einladung zu einer Veranstaltung am 6. und 7. Juni 2026 im Conference Center der Toskana Therme Bad Sulza
Wie gehen Gesellschaften mit Katastrophen, Kriegserfahrungen und historischen Umbrüchen um und welche Spuren reichen bis in die Gegenwart? Diesen Fragen widmet sich die Veranstaltung des Instituts für mediale und kulturelle Vielfalt. Im Mittelpunkt stehen die Krisen- und Umbruchzeiten des 20. Jahrhunderts in ihren historischen, kulturellen und gesellschaftlichen Dimensionen. Wissenschaftliche Beiträge, Zeitzeugenberichte und kulturelle Elemente greifen ineinander und schaffen einen Raum für Austausch, Begegnung und gemeinsames Erinnern. […] Die Veranstaltung versteht sich als Beitrag zur historischen Bildung und zum kulturellen Dialog. Sie lädt dazu ein, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen und sich reflektiert mit Vergangenheit und Gegenwart auseinanderzusetzen.

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AktuellesDemokratie – Medien – Aufklärung

Auslöschen auf Abruf

Wie ein löchriger Waffenstillstand die Weltwirtschaft in der Schwebe hält
Beitrag von Wolfgang Effenberger
Am 7. April 2026 drohte US-Präsident Donald Trump laut Berichten mit der Auslöschung „einer ganzen Zivilisation“, falls der Iran sein Ultimatum zur Straße von Hormus nicht erfüllt. Kurz vor Ablauf des Ultimatums einigten sich am 7. April 2026 die USA und der Iran auf eine zweiwöchige Waffenruhe. Die Initiative kam von Pakistan, vor allem von dem pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif, unterstützt vom pakistanischen Militär bzw. Generalstabschef Asim Munir. Ziel ist eine Pause der Kämpfe, um eine weitere Eskalation im Persischen Golf zu verhindern und Verhandlungsgespräche vorzubereiten. Teil des Plans ist es, die Lage an der Straße von Hormus zu stabilisieren, damit der Schiffsverkehr und der Öltransport wieder verlässlicher funktioniert. Die Feuerpause ist zunächst zeitlich befristet und gilt als Test, ob beide Seiten zu einem längeren politischen Prozess bereit sind.

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Geschichte

Deutschland und der Atomwaffensperrvertrag

Ein historischer Überblick von Wolfgang Schürer
Die atomare Aufrüstung der drei Siegermächte des Zweiten Weltkrieges: Sie zündeten ihre erste Plutonium-Fission-Bombe: Juli 1945, Alamogordo, New Mexico: Vereinigte Staaten / August 1949, Semipalatinsk, Kasachstan: Sowjetunion / Oktober 1952, Insel Montebello, Australien: Vereinigtes Königreich. Sie warfen ihre jeweils erste Fusionsbombe ab: November 1955, Semipalatinsk: Sowjetunion / Mai 1956, Marshall-Insel-Atoll: Vereinigte Staaten / Mai 1957, Kiribati-Atoll: Vereinigtes Königreich. Die Vereinigten Staaten stationierten, ab 1953, nuklearfähige M-65-Kanonen, und, ab April 1955, taktische Nuklearsprengköpfe in der BRD. Am 25. März 1958 beschloss der Bundestag, die Bundeswehr mit Trägermitteln für taktische Kernsprengköpfe auszurüsten. …

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Kultur & Kunst

Lisa Fitz – Geschichte ist die Politik von gestern

Video von Lisa Fitz
Geschichte war gestern. Und es lohnt sich, bissl Rückschau zu halten … Weil Geschichte ist ja die Politik von gestern, die zum Heute geführt hat. Heute gibt’s überall Alarm! Ganz Europa ist müde. Müde vom Denken, vom Erinnern, vom eigenen Dasein. 

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Demokratie – Medien – AufklärungKultur & Kunst

Gabriele Gysi: „Die aktuelle Rechts-links-Diskussion schafft ein Verkehrschaos der Begriffe“

Interview von Felicitas Rabe mit Gabriele Gysi
Im Interview mit RT DE spricht die Schauspielerin und Regisseurin Gabriele Gysi über ihre Sicht auf die Links-rechts-Debatte in Deutschland. Sie erläutert Hintergründe der heutigen Verwirrung politisch linker und rechter Positionen. Unterschiedliche Bildung trage ebenso zur Verwirrung bei wie fehlende klare Definitionen von für den Diskurs entscheidenden Begriffen. Gysi wirft auch einen Blick auf das andere Bewusstsein der Ostdeutschen im Verhältnis zu Menschen in Westdeutschland – das in den politischen Kämpfen der letzten Jahre zutage tritt. Ihr Fazit zu dieser Frage: Der Russe war’s. Warum das so ist, erklärte Frau Gysi am 14. Januar in Berlin im Gespräch mit Felicitas Rabe. Im Interview bezog sie sich auch auf ihr neues Buch „Die Nacht, als Soldaten Verkehrspolizisten wurden“. 

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GeschichteKultur & Kunst

Die Fälschung der Geschichte und die Bedeutung der Kultur

Beitrag von Wolfgang Bittner
Wenn wir in die Geschichtsbücher schauen, erfahren wir zumeist nur das, was wir erfahren dürfen und wissen sollen. Ein jüngeres Beispiel dafür ist die Darstellung des Ukraine-Konflikts. Angeblich hat er im Februar 2022 begonnen, als die russische Armee in das Nachbarland einmarschierte. Die Vorgeschichte wird verschwiegen, nach vorherrschender Meinung handelt es sich um einen unprovozierten „brutalen Angriffskrieg“, einen Überfall auf ein souveränes, demokratisch regiertes Land. Nur beiläufig wird ein „Regierungswechsel“ erwähnt, der 2014 stattfand. In Wikipedia heißt es dazu: „Im Februar 2014 brach infolge der Annexion der Krim durch Russland und des Krieges im Donbas ein bis heute andauernder Konflikt zwischen beiden Ländern aus. Die Krim und Teile des Donbas befinden sich seither unter russischer Kontrolle. (…) Am 24. Februar 2022 begann der Überfall auf die Ukraine…“

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Demokratie – Medien – AufklärungKultur & Kunst

Collagen über Jahrhunderte deutsch-russischen Verstehen-Lernens

Beitrag in zwei Teilen von Rainer Rupp
Wer im „besten Deutschland aller Zeiten“ Russland und seine Einwohner nicht verurteilt, läuft Gefahr, zur Zielscheibe von gehässigen Medien- und Politiker-Attacken zu werden. Dabei haben sich Deutsche und Russen seit Jahrhunderten freudig bemüht, sich besser zu verstehen und zu achten.
Während Thomas Mann Alexander Sergejewitsch Puschkin für einen der vier größten Dichter des Abendlandes hält, werden aktuell in der Musterdemokratie Ukraine, der Beschützerin unserer westlichen Werte, die Denkmäler, die an Puschkin erinnern, auf offizielle Anordnung zerstört.

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Demokratie – Medien – Aufklärung

Werner Rügemer über Adenauers „Weichenstellung“: Deutschlands Unterwerfung unter die USA

Felicitas Rabe interviewt Dr. Werner Rügemer
Konrad Adenauer war 1949 der erste Regierungschef der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland. Am 5. Januar 2026 hatte er seinen 150. Geburtstag: Der angeblich bekannteste und beliebteste Deutsche wurde von allen Leitmedien gefeiert, auch von seinem gegenwärtigen Nachfolger, Bundeskanzler Friedrich Merz. In seinem Buch „Verhängnisvolle Freundschaft“ (veröffentlicht 2023) stellt der Kölner Publizist Dr. Werner Rügemer die Beziehungen der USA mit Europa seit dem Ersten Weltkrieg dar. Insbesondere befasste er sich dabei auch mit der Karriere von Konrad Adenauer, dem ersten deutschen Bundeskanzler nach dem Zweiten Weltkrieg. Rügemer recherchierte, welche Rolle Adenauer bei der Weichenstellung des transatlantischen Verhältnisses mit den USA spielte.

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Kultur & Kunst

Gedanken zur Madonna mit Kind

Beitrag von Stefan Siegert
Der Metzgersohn Filippo Lippi (um 1406 – 1469) ist neben den anderen Riesen der Renaissance, neben Leonardo, Rafaelo, Tiziano, Michelangelo leicht in den Hintergrund geraten. Unverdient. Er gehört, wenn auch als einer der älteren, zu den ganz Großen der Renaissancemalerei. Wie irdisch, ja wie erotisch das freigelassene rechte Ohr der Madonna. Die Doppelfigur der Madonna mit Kind ist fast grell aus dem Dunkel des Muscheldekors hervorgehoben. Innerhalb beider Figuren überwiegt – zulasten der Plastizität – das Licht die Schatten, der Kontur kommt zum Zug. Aber die deutliche Linie, die beider Köpfe auseinanderhalten soll, trennt nicht. Sie ist Chiffre für ein Zusammengehören.

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GeschichteReligions- & Kirchenkritik, Säkulare Szene

Das Erbe der Herrenvolkdemokratien

Beitrag von Andreas Wehr aus: „FREIDENKER“ Nr. 4-25
Herrenvolkdemokratien – die Herrschaft Weißer in kolonisierten Ländern – zeichnen sich durch besonders brutale Formen der Unterdrückung der Indigenen aus. Domenico Losurdo hat sich mit diesem Phänomen im Rahmen seiner Liberalismus-Studien intensiv auseinandergesetzt. Sowohl die Niederländische und die Englische als auch die Amerikanische Revolution haben der Entwicklung der Freiheit, der politischen Gleichheit und der Demokratie entscheidende Impulse gegeben. Doch das alles galt nur für die Weißen, für die Bevölkerungen der westlichen, kolonisie­renden Länder und auch lange Zeit nur für die wenigen Besitzenden dort. In den Kolonien erkämpften sich europäische Einwanderer Freiheitsrechte und verlangten nach staat­licher Unabhängigkeit. Nach Losurdo kann man ohne die Sklaverei (und die darauffolgende Rassentrennung) „die ‚amerikanische Freiheit‘ nicht verstehen: sie wachsen, sich gegenseitig stützend, gemeinsam heran. …“

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