Revolution

GeschichteReligions- & Kirchenkritik, Säkulare Szene

Das Erbe der Herrenvolkdemokratien

Beitrag von Andreas Wehr aus: „FREIDENKER“ Nr. 4-25
Herrenvolkdemokratien – die Herrschaft Weißer in kolonisierten Ländern – zeichnen sich durch besonders brutale Formen der Unterdrückung der Indigenen aus. Domenico Losurdo hat sich mit diesem Phänomen im Rahmen seiner Liberalismus-Studien intensiv auseinandergesetzt. Sowohl die Niederländische und die Englische als auch die Amerikanische Revolution haben der Entwicklung der Freiheit, der politischen Gleichheit und der Demokratie entscheidende Impulse gegeben. Doch das alles galt nur für die Weißen, für die Bevölkerungen der westlichen, kolonisie­renden Länder und auch lange Zeit nur für die wenigen Besitzenden dort. In den Kolonien erkämpften sich europäische Einwanderer Freiheitsrechte und verlangten nach staat­licher Unabhängigkeit. Nach Losurdo kann man ohne die Sklaverei (und die darauffolgende Rassentrennung) „die ‚amerikanische Freiheit‘ nicht verstehen: sie wachsen, sich gegenseitig stützend, gemeinsam heran. …“

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AktuellesVerbandsorgan FREIDENKER

FREIDENKER 4-25 – Indianerland in Indianerhand

Die Ausgabe 4-25 des Verbandsorgans FREIDENKER hat das Schwerpunkt-Thema „Indianerland in Indianerhand“ und enthält u.a. folgende Beiträge:
– Klaus Hartmann: „Amerika gegen Europa“
– Leonard Peltier geht nach Hause! Er ist frei nach einem halben Jahrhundert ungerechtfertigter Inhaftierung
– Andreas Wehr: Das Erbe der Herrenvolkdemokratien
– Indianer – darf man das noch sagen?
– Jenny Farrell: Frantz Fanon (1925–1961) – Arzt, Revolutionär, Vordenker der Dekolonisierung
– Ralf Lux: Indianer in der DDR
– Wolfgang Bittner: Die Entdeckung Europas durch die Amerikaner

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Geschichte

Das Leben musste neu gestaltet werden

Zum 80. Jahrestag der gemeinsamen Konferenz des ZK der KPD und des Zentralausschusses der SPD (60er-Konferenz) am 20./21. Dezember 1945
Beitrag von Anton Latzo
So froh die Menschen in Deutschland im Sommer 1945 waren, den Krieg überlebt zu haben, so unklar waren den meisten von ihnen die Zukunft und der Weg dorthin. Depression und Unsicherheit herrschten bei großen Teilen der Bevölkerung, tagtäglicher Überlebenskampf im zerstörten Land standen im Mittelpunkt. Aus diesem lähmenden Zustand auszubrechen und bewusst die Grundlagen für einen friedlichen Neubeginn zu gestalten – das war die Aufgabe im Winterhalbjahr 1945/46. Die Befreiung des deutschen Volkes vom Hitlerfaschismus und die Zerschlagung der faschistischen Truppen durch die sowjetische Rote Armee und ihre Verbündeten in der Antihitlerkoalition schufen Voraussetzungen für eine Wende in der deutschen Geschichte.

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Demokratie – Medien – AufklärungGeschichte

Vorwärts, und nicht vergessen!

Gedanken zur Leninschen Imperialismus-Theorie und zur Gegenwart
Vortrag von Anton Latzo
In den Kreisen der Antikommunisten und des Reformismus nimmt die Gegenüberstellung von Leninismus und Marxismus breiten Raum ein. In Wirklichkeit war Lenin nicht nur ein Kenner der Arbeiten von Marx und Engels. Die Erkenntnisse von Marx und Engels waren stets der Ausgangspunkt und der theoretische Richtpunkt für Lenins wissenschaftliche und praktische Arbeit im Dienste der Revolution. Das Werk „Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“ ist ein Beispiel dafür. Im „Kommunistischen Manifest“ wird z. B. festgestellt: „Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen.“ Dann fragt Marx: „Wodurch überwindet die Bourgeoisie die Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte.“

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Demokratie – Medien – Aufklärung

Der Demagoge im Schloss Bellevue

Ein Kommentar von Tilo Gräser.
„Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!“ An diese Erkenntnis von Bertolt Brecht, die er im Stück „Das Leben des Galilei“ niederschrieb, musste ich angesichts der jüngsten Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 9. November denken. Nun will ich den derzeitigen Bundespräsidenten nicht einen Lügner nennen, noch will ich ihn als Verbrecher bezeichnen. Ich denke, dass der Jurist mit Doktortitel im Schloss Bellevue durchaus kein unwissender Dummkopf ist. Aber wenn er das, was er am Sonntag sagte, wider besseres Wissen von sich gab, muss ich es zumindest als gefährlich ansehen. Weil er mit dieser Rede etwas tat, was er darin anderen vorwarf: Ausgrenzen, spalten, diffamieren sowie Tatsachen verdrehen und verschweigen.

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Demokratie – Medien – AufklärungPublikationen für Freidenker

Chefdiplomat als unaufgeregter Aufreger. MdEP Schulenburg zu 80 Jahren UN-Charta

Beitrag von Diether Dehm
Michael Graf von der Schulenburg tritt der Kriegshyäne, welche bei uns zu Hause über Regierung und Medien thront, ohne Gekeife entgegen. Man spürt: Er ist gelernter Verhandler, war aktiv unter anderem in Afghanistan, Sierra Leone, New York, Somalia und im Iran. Und zwar als einer der führenden Diplomaten der westlichen Welt: für die OSZE und die UN. Familiäre Vorfahren von ihm starben unter Hitlers Fallbeil, er selbst lernte in der DDR Tischler, floh aber mit 21 Jahren über die Ostsee nach Westdeutschland. Heute sitzt von der Schulenburg für das BSW im Europaparlament. Vielleicht haben solcherlei Widersprüche ihn so mitgeformt, dass er qualifizierte Widerworte gegen den NATO-Mainstream nicht bereits als neue, „absolute Wahrheiten“ ausposaunt. Seine jetzt elektronisch vorgelegte Broschüre über die Vereinten Nationen und ihre Charta, welche gerade 80 Jahre alt geworden ist, ist also mehr unaufgeregtes Angebot als Postulat.

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Frieden - Antifaschismus - Solidarität

China erinnert eindrucksvoll an die ehemaligen Feinde USA und Japan

Beitrag von Wolfgang Effenberger
Zu Beginn meiner China-Rundreise fand sich auf der Titelseite der Ausgabe von CHINA DAILY vom 13./14. September 2025 folgenden Bericht: Die Nation ehrt die zurückgekehrten gefallenen Soldaten aus Südkorea „Die Überreste von 30 chinesischen Soldaten, die während des Krieges zur Abwehr der US-Aggression und Hilfe für Korea (1950–1953) gefallen sind, wurden am Freitag nach China zurückgeführt. Ein strategisches Transportflugzeug des Typs Y20 der Volksbefreiungsarmee transportierte die Überreste und persönlichen Gegenstände der Soldaten von Incheon, Südkorea, nach Shenyang, der Hauptstadt der nordostchinesischen Provinz Liaoning,“ […] Seit dem Jahr 2000 werden in Südkorea Überreste gefallener chinesischer Soldaten geborgen, seit 2014 erfolgt ihre Rückführung nach China. Bislang fanden zwölf Übergaben statt, bei denen insgesamt die sterblichen Überreste und persönlichen Gegenstände von mehr als 1.000 Märtyrern heimgebracht wurden.

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Geschichte

Thomas Müntzer, Theologe und Revolutionär

Der Große Bauernkrieg – Höhepunkt einer Epoche im Umbruch und historische Parallelen
von Thomas Loch
Vortrag, gehalten auf der Thomas-Müntzer-Tagung des DFV in Bad Frankenhausen am 30.05.2025. – Die Epoche, in welcher Thomas Müntzer lebte, war eine Epoche des Umbruchs, des Übergangs vom Feudalismus zum Kapitalismus. Damit ähnelt sie in gewissem Sinne unserer Epoche, die die Epoche des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus im Weltmaßstab genannt wird. Daher können wir versuchen, diese Epochen zu vergleichen oder zumindest historische Parallelen zu ziehen. Zu diesem Zweck ist eine nähere Klärung des Begriffes Epoche angebracht. Eine Epoche ist ein bestimmter Zeit­abschnitt in der Geschichte der menschlichen Gesellschaft. Der Begriff steht in engem Zusammenhang mit dem Begriff der Gesellschaftsformation.

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Verbandsorgan FREIDENKER

FREIDENKER 3-25 – Thomas Müntzer: 500 Jahre Frühbürgerliche Revolution

Die Ausgabe 3-25 des Verbandsorgans FREIDENKER hat das Schwerpunkt-Thema „Thomas Müntzer: 500 Jahre Frühbürgerliche Revolution“ und enthält u.a. folgende Beiträge:
– Max Sievers: Um des Geistes Freiheit
– Thomas Loch: Thomas Müntzer, Theologe und Revolutionär 
– Klaus Hartmann: Die frühbürgerliche Revolution als Vorläufer des neueren Sozialismus
– Wolfgang Beck: Vom Bauernkrieg zur Bedarfswirtschaft – eine historische Einordnung 
– Witold Fischer: Die Macht soll gegeben werden dem gemeinen Volk! 
– Tobias Baumann: Sowjetisch-französische Annäherung torpediert
– Christel Buchinger: Der Kaiser ist nackt… Marx für den modischen Zeitgeist (Rezension)

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GeschichteZentrale Veranstaltungen

Tagung „Thomas Müntzer und 500 Jahre Frühbürgerliche Revolution“

Der Deutsche Freidenker-Verband lädt ein zur Tagung: Thomas Müntzer – 1489 – 27. Mai 1525 – und 500 Jahre Frühbürgerliche Revolution
* Treffpunkt zum gemeinsamen Spaziergang zum Panorama-Museum: Freitag, 30. Mai 2025, 10 Uhr, Hotel Thüringer Hof, Anger 15, 06567 Bad Frankenhausen
* Führung durch das Panoramamuseum mit dem Rundgemälde von Werner Tübke: „500 Jahre Frühbürgerliche Revolution“, Beginn 10:30 Uhr, anschl. Film: Schlacht im Bild
* Konferenz „Thomas Müntzer – 1489 – 27. Mai 1525 – und 500 Jahre Frühbürgerliche Revolution“. Beginn 14:30 Uhr, Hotel Thüringer Hof, Anger 15, 06567 Bad Frankenhausen
Konferenzprogramm: Thomas Loch: „Der Große Bauernkrieg – Höhepunkt einer Epoche im Umbruch“; Dr. Wolfgang Beck: „Vom Bauernkrieg zur Bedarfswirt­schaft – eine historische Einordnung.“

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Demokratie – Medien – Aufklärung

Wann und wie begann der Krieg in der Ukraine?

Beitrag von Patrik Baab aus: „FREIDENKER“ Nr. 1-25
Wer nichts weiß, muss viel glauben. Von der Ukraine wissen die Menschen in Deutschland meist wenig. Genau hier setzt die Propaganda an. Lassen Sie dabei zunächst einmal das hinter sich, was ihnen die Leitmedien tagtäg­lich vorsetzen. Folgen Sie mir einen Augen­blick im Versuch, die Propaganda der Presse von den Tatsachen zu trennen. Denn es gibt, wie sich Franz Josef Strauß einmal aus­gedrückt hat, „eine normative Kraft des Faktischen, aber keine faktenersetzende Kraft des Phraseologischen“. Westliche Beobachter sehen die Ereignisse auf dem Maidan in Kiew im Winter 2013/2014 als ein Scheideweg zwischen einer Diktatur nach dem Vorbild von Belarus oder dem Sturz des Präsidenten Janukowitsch.

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