Gaza

AktuellesDemokratie – Medien – Aufklärung

Braucht Deutschland eine Erinnerungsstätte Yad Vashem?

Beitrag von Arn Strohmeyer
Vor einiger Zeit ging die Nachricht rum, dass die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem Ableger in München und Leipzig errichten will. Deutsche Politiker bezeichneten den israelischen Vorschlag als „große Ehre“. Kritik gab es so gut wie nicht – außer von Meron Mendel, dem Leiter der Anne Frank Gedenkstätte. Er wies darauf hin, dass die israelische Regierung für Yad Vashem verantwortlich ist und dass deshalb die Gefahr bestehe, dass Israel diese Vertretungen in Deutschland für seine Propaganda benutze. Die Gefahr besteht in der Tat, denn Israel rechtfertigt mit dem Holocaust auch seine Politik gegenüber den Palästinensern – sogar den Genozid in Gaza. Man sollte die Errichtung von Holocaust-Depandancen hierzulande also sehr ernst nehmen.

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Demokratie – Medien – Aufklärung

Ben-Gvirs Mordaufruf

Scheinheilige Empörung
Beitrag von Arn Strohmeyer
Das Entsetzen ist groß. Der israelische Minister für nationale Sicherheit hat gezielte Tötungen im Gazastreifen gefordert. „Ich denke, dass man gezielte Tötungen in Gaza ausführen sollte, jede Nacht 30, 40 entfernen“, sagte Itamar Ben-Gvir in einem Podcast. Er beziehe sich dabei nicht nur auf militante Palästinenser, die eine unmittelbare Gefahr darstellten, sagte er. Es gebe im Gazastreifen Menschen, die es nicht verdient hätten, zu leben. Das war selbst der deutschen politischen Elite zu viel, die sonst so nibelungentreu zu Israel steht. Sogar der Bundeskanzler unterbrach sein Urlaubsschweigen und bekundete seine Abscheu. Und auch dem Zentralratsvorsitzenden Josef Schuster, ein berufsmäßiger Verteidiger des Zionismus, platzte der Kragen angesichts der öffentlich bekundeten Mordlust des israelischen Ministers, der auch noch für die „Sicherheit“ der Nation zuständig ist.

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Demokratie – Medien – Aufklärung

„Amerika muss den Nahen Osten verlassen“

Ein Kommentar von Rainer Rupp.
Dass man einen Artikel mit dieser Überschrift in der aktuellen Ausgabe der einflussreichen politischen Zeitschrift „Foreign Affairs“ findet, ist eine kleine Sensation. Sie wird nämlich vom „US-Council for Foreign Relations“ herausgegeben, und der hat die imperialistische Diskussion im außenpolitischen Establishment der USA seit Jahrzehnten maßgeblich beeinflusst und nicht selten richtungsweisend dominiert. Und jetzt lautet ein Titel in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift „Amerika muss den Nahen Osten verlassen“. Bedeutet das, dass der kläglich gescheiterte, unprovozierte US-Angriffskrieg gegen Iran in Washington der Erkenntnis den Weg gebahnt hat, dass aufgrund fehlender Ressourcen (z.B. „rare earth“) und industrieller Kapazitäten und kriegsentscheidender, neuer und billiger Waffentechnologien zugunsten kleinerer Länder die imperiale Überausdehnung des US-Militärs nicht länger aufrechtzuerhalten ist?

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Demokratie – Medien – AufklärungPublikationen für Freidenker

Israel: Was ist schiefgelaufen?

Ein Buch, das wegen seiner Brisanz in Israel und Deutschland nicht erscheinen soll
Rezension von Arn Strohmeyer
Der Israeli Omer Bartov ist nicht irgendwer. Er ist einer der renommiertesten Holocaust-Historiker, in Israel geboren, in einem Kibbuz aufgewachsen, er hat in der Armee gedient, den 1973 Jom Kippur-Krieg als Soldat mitgemacht und dann seine akademische Karriere an der Universität von Tel Aviv begonnen. Zurzeit hat er einen Lehrstuhl an der Brown-University in Providence (Rhode Island, USA) inne. Wenn dieser Wissenschaftler sich kritisch über Israel äußert, dann hat das Gewicht. Er hat das jetzt gründlich und bestens in seinem neuen Buch getan, dessen Titel Israel: What Went Wrong schon Brisanz verspricht. Was schief gelaufen ist in diesem Staat, schildert Bartov mit so tabuloser Offenheit und Detailkenntnis, dass sich bisher kein Verlag in Israel und Deutschland gefunden hat, der den Mut hat, dieses Buch zu verlegen, …

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Demokratie – Medien – Aufklärung

Wer im Glashaus sitzt…

Anmerkungen zu Eva Ilouz‘ Buch Der 8. Oktober: Schwelgen in Selbstmitleid
von Arn Strohmeyer
Die israelische Soziologin Eva Illouz demonstriert in ihrem Buch Der 8. Oktober, warum sie eine Wende vom gemäßigten, „linken“ zum radikalen Zionismus vollzogen hat. In der Einleitung zu ihrem Buch erklärt sie, dass sie bisher glaubte, einer moralischen Gemeinschaft des Mitgefühls anzugehören, deren Abscheu vor Verbrechen gegen die Menschlichkeit selbstverständlich sei. Sie habe sich geirrt, schreibt sie und fährt dann fort: „Ein beträchtlicher Teil der globalen Linken – unter wechselnden Namen wie identitäre, wache bzw. aufgeweckte, dekoloniale oder progressive Linke – hat die Existenz dieser Gräueltaten geleugnet [des 7.Oktober 2023] oder sie als Akt des ‚antikolonialen Widerstandes‘ gefeiert. […] Eine andere israelische Jüdin – die Journalistin Amira Hass von der Tageszeitung Haaretz, eine Tochter von Holocaust-Überlebenden – schreibt über denselben Tag ganz anders: „In wenigen Tagen erlebten die Israelis das, was die Palästinenser seit Jahrzehnten routinemäßig erlebten und immer noch erleben …

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Frieden - Antifaschismus - Solidarität

Ratten in Gaza – Folter in israelischen Gefängnissen

Beitrag von Annette Groth
Die Bevölkerung Gazas, rund zwei Millionen Menschen, ist unter schlimmsten prekären hygienischen Bedingungen auf engstem Raum in Lager eingepfercht, ohne ausreichend sauberes Wasser, fast ohne medizinische Versorgung, aber mit großen Müllbergen, die nicht abtransportiert werden. 40 Millionen Tonnen Müll in ganz Gaza sind ein idealer Nährboden für Epidemien und Krankheiten. In mindestens 80 Prozent der Lager wimmelt es von Nagetieren. Ärztinnen und Ärzte, die in Gaza arbeiten, berichten, dass sie viele Patienten – darunter auch Kinder – haben, deren Zehen und Finger von Nagetieren angenagt und zerbissen wurden. Auch Krätze und Flöhe sind weit verbreitet. Es gibt keine ordentliche Abfallentsorgung, und Reinigungsmittel wie beispielsweise Seife dürfen nicht nach Gaza eingeführt werden.

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Demokratie – Medien – Aufklärung

Trump, Netanjahu und Weltuntergangssekten

Beitrag Von Dagmar Henn
Das Urteil des Verwaltungsgerichts Berlin, das den Verfassungsschutz zwingt, die Bewertung der „Jüdischen Stimme für einen gerechten Frieden“ als „gesichert extremistisch“ zurückzuziehen, ist ein kleines Licht am Ende des Tunnels. Und es ist wichtiger, als dem Gericht vermutlich bewusst ist. Das wird noch lange nicht für ein Ende der irrwitzigen Verfolgung antizionistischer Proteste in Deutschland sorgen. Am selben Tag begann schließlich der Prozess gegen die Ulm5 in Stuttgart-Stammheim, ein Verfahren, das wirkt, als hätte jemand ein Reenactment der RAF-Prozesse bestellt, aber getreu des Marx’schen Diktums: Wenn sich die Geschichte wiederhole, dann nur, indem das, was zuerst Tragödie war, zur Farce würde.

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Zeit der Verleumder - Freidenker für Klartext

Kufiya im Hörsaal – Polizei mit Hunden ante portas

Der „bedrohliche Antisemitismus Skandal“ in der Bielefelder Uni zieht noch immer Kreise / Eine Dokumentation zum Geschehen
Kurz der Hergang des „Skandals“: Der Antisemitismus-Verfolger Andreas Stahl von der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus e.V. (RIAS) hielt am 8.12.2025 im Hörsaal 16 der Bielefelder Universität einen Vortrag über „Akademischen Antisemitismus“. Einige der etwa 30 Besucher der Veranstaltung (ein paar mit Kufiya) hatten wenig Gefallen an den Ausführungen des Referenten und äußerten ihren Unmut mit Zwischenfragen und Protestrufen. Daraufhin erschienen zehn Sicherheitsleute, die die Zwischenrufer zwangen, den Saal zu verlassen. Zusätzlich erschienen noch etwa 20 Polizisten mit Hunden, die aber nicht eingriffen, aber immerhin eine bedrohliche Kulisse schufen. Die Veranstaltung wurde aber nicht abgebrochen, sie konnte zu Ende geführt werden.

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Demokratie – Medien – Aufklärung

USA: Gefährlicher Abstieg – die Gegenbewegung hat begonnen

Felicitas Rabe interviewt Dr. Werner Rügemer
F: Die Trump-Regierung hat im Dezember 2025 die Nationale Sicherheits-Strategie der USA veröffentlicht: Was besagt sie und was folgt bisher daraus?
A: In der nationalen Sicherheitsstrategie unter Trump heißt es wortwörtlich: „Amerika bleibt, mit seinen gottgegebenen natürlichen Rechten die größte und erfolgreichste Nation der Menschheitsgeschichte. (…) Um unser nationales Interesse zu schützen, wollen wir das mächtigste, tödlichste und technologisch am höchsten entwickelte Militär der Welt. (…) Wir wollen Kriege verhindern oder sie notfalls schnell und endgültig gewinnen, mit möglichst geringen Verlusten für unsere eigenen Kräfte.“ Weiter steht darin: „Wir wollen die stärkste, höchstentwickelte Wirtschaft der Welt sein, mit der robustesten industriellen Basis, auch für die Militärproduktion.“

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Demokratie – Medien – Aufklärung

Widersprüchliche Kriegsziele der Schurkenregimes in Jerusalem und Washington

Beitrag von Rainer Rupp
Kriege, die wie Netanjahus Krieg gegen Iran aus innenpolitischem Kalkül geführt werden, enden selten gut. Statt politische und diplomatische Stärke zu demonstrieren, wirkt Washington unter Trump zunehmend als unberechenbarer Akteur, der alte Regeln bricht. Der brutale, unprovozierte, völkerrechtswidrige Angriffskrieg der niedergehenden Weltmacht USA im Verbund mit dem völkermörderischen, zionistischen Regime in Israel gegen Iran war nicht, wie großspurig vorausgesagt, nach ein paar Tagen wieder vorbei, sondern befindet sich bereits im zweiten Monat. Und je länger er dauert, desto kritischer wird er für die Trump-Regierung und für das Überleben Israels. Dazu sagte der letzte Chef des britischen Auslandsnachrichtendienstes MI6 jüngst in einem Interview, dass aus seiner Sicht bereits nach einer Woche Krieg klar war, dass Israel diesen Waffengang mit Iran, trotz US-Hilfe, nicht gewinnen kann.

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Frieden - Antifaschismus - SolidaritätVeranstaltungen in den DFV-Landesverbänden

Sebastian Bahlo zum Ostermarsch 2026 in Chemnitz: „Eine gefährliche geopolitische Weichenstellung“

Rede von Sebastian Bahlo anlässlich des Ostermarsches am 03.04.2026 in Chemnitz
Die US-israelische Aggression gegen die Iran begann am 27. Februar unter anderem mit einem versuchten Enthauptungsschlag in Teheran, bei dem das Staatsoberhaupt und der geistliche Führer Ali Khamenei gezielt ermordet wurde, sowie mit einem Massenmord an über hundert Grundschülern in der Stadt Minab. Ihr Schulgebäude wurde gezielt mit Präzisionsmarschflugkörpern angegriffen. Ist Euch allen der Name der Stadt Minab geläufig? Das sollte er. Die Opfer dieses Kriegsverbrechens dürfen nicht vergessen werden, die Täter müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Die herrschende Propaganda ist gut darin, Namen in die Köpfe zu pflanzen, wenn es ihre Feindbilder bedient.

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