Forderung zur Freilassung eines unschuldigen Gefangenen

Aufruf zu Wahrheit und Gerechtigkeit für Mounir el Motassadeq von Freidenkern, Arbeiterfotografie, Euregioprojekt Frieden und VIS
Am 11. September 2001 wurde in den USA ein Verbrechen begangen, dessen Täterschaft bis heute ungeklärt ist. Mounir el Motassadeq soll denjenigen geholfen haben, denen ohne jeden Beweis die Täterschaft zugeschoben wird. Am 8. Januar 2007 wurde er trotz dieser Sachlage vom Oberlandesgericht Hamburg wegen Beihilfe zum Mord zu 15 Jahren Haft verurteilt. Er ist die einzige Person weltweit, die in direkter Beziehung zu den Anschlägen vom 11. September 2001 verurteilt wurde.

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Verschwörungstheorien – Antilinke Herrschaftssprache mit Aussicht auf Erfolg

Beitrag von Sabine Schiffer aus: FREIDENKER 2-14
Ganz offensichtlich hat der Begriff „Verschwörungstheorie“ einen Bedeutungswandel erfahren, vermutlich durch seine inflationäre Verwendung. Bezog er sich einst – etwa zu Zeiten eines George W. Bush – auf eine tatsächlich vermutete Verschwörung, nämlich die von Osama bin Laden und weiteren Arabern, die sich gegen die USA verschworen hatten, so wurde der Begriff auch damals schon vor allem zur Abwehr von Kritik oder Zweifeln an dieser offiziellen Verschwörungstheorie benutzt. Es war also ein denunziatorischer Begriff, der tatsächlich nichts mehr mit einer möglicherweise zugrunde liegenden und noch nicht bewiesenen Verschwörung zu tun hatte, sondern schlicht die Bedeutung der Ablehnung von Nachfragen annahm.

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Der europäische Traum und die Wirklichkeit

Beitrag von Andreas Wehr aus: FREIDENKER 1-14
Der EU geht die Legitimation verloren. Und dies nicht nur in Griechenland, Portugal, Italien oder Spanien. Auch in kerneuropäischen Ländern. Das statistische Amt der EU meldet: „Im Mittel ist der Anteil derjenigen, die günstig über die EU denken, gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent gesunken.“ … War noch im Jahr 2000 versprochen worden, innerhalb von zehn Jahren einen »größeren sozialen Zusammenhalt« innerhalb der EU zu erreichen, so führen heute hohe Arbeitslosigkeit, steigende Verschuldung und daraus folgende Wachstumsschwäche zu immer größeren sozialen Spannungen innerhalb der Mitgliedstaaten.

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Der Aggressor heißt NATO

Erklärung des Deutschen Freidenker-Verbandes zur Krise um die Ukraine:
Seit dem Staatsstreich in der Ukraine vom 22. Februar 2014 und insbesondere im Zuge der Entwicklungen auf der Schwarzmeerhalbinsel Krim hat in den USA, den NATO- und EU-Ländern eine politisch-mediale Kampagne Fahrt aufgenommen, die Russland und insbesondere den russischen Präsidenten Wladimir Putin hysterisch der rücksichtslosen Großmachtpolitik und des völkerrechtswidrigen „Landraubs“ bezichtigt. Seitens der führenden NATO-Regierungen wird die Eingliederung der Krim in die Russische Föderation als „völkerrechtswidrige Annexion“ gebrandmarkt.

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Ändert sich das Völkerrecht?

Beitrag von Klaus von Raussendorff aus: FREIDENKER 4-13
Mit dem Ende des „Katastrophenzeitalters“ (Eric Hobsbawm), das 1914 mit der Entfesselung des Ersten Weltkrieges begann und mit dem Sieg der Alliierten über Deutschland und Japan im Zweiten Weltkrieg 1945 endete, wurde auch der Wandel zum so genannten „modernen“ Völkerrecht vollzogen. Die im Ergebnis des Sieges über den Faschismus fortentwickelte Völkerrechtsordnung beinhaltet ein umfassendes Gewaltverbot und verfügt in der Nachfolge des wirkungslos gewordenen Völkerbunds über ein mit stärkeren Befugnissen ausgestattetes höchstes Organ der Staatengemeinschaft, die Organisation der Vereinten Nationen. … Heute begegnet man der These, der Verlust des Bipolarismus im Völkerrecht habe einen fundamentalen Wandel in der Substanz dessen geschaffen, was (Nachkriegs-) Völkerrecht gewesen sei.

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Religionskritik unter Islamophobie-Verdacht?

Beitrag von Klaus Hartmann aus: FREIDENKER 3-13
Die Frage soll lauten, ob es erlaubt ist, den Islam zu kritisieren. Oder ob Freidenker sich aus ‚antiimperialistischen Gründen’ scheuen, dies zu tun. Von mancher Seite wird dem Freidenkerverband vorgehalten, seine Aufgabe der Religionskritik zu vernachlässigen und einem Kulturrelativismus zu huldigen. Das ist freilich ein unzutreffendes Zweckargument, schon die Themen unserer Heftschwerpunkte dementieren den Vorwurf: Im Dezember 1994 war dies „Fundamentalismus. Beispiel Islam“ und im Dezember 2004 „Philosophie und freies Denken im islamischen Kulturkreis“. Die Titel-Formulierung macht allerdings auch klar, dass wir nicht … in das übliche Islam-Bashing … einstimmen. Wir warnen vielmehr vor einer rassistischen Stimmungsmache.

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[SB] Eine Burg und linke Lieder – Nicht weichen, sondern Analyse, Klaus Hartmann im Gespräch

Klaus Hartmann, Vorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes, beantwortete dem Online-Magazin „Schattenblick“ am Randes des Linken Liedersommers 2013 auf Burg Waldeck einige Fragen zur kulturellen und politischen Ausrichtung der Freidenker-Bewegung.
Zitat: „Ich will darauf hinweisen, daß Atheismus für Freidenker zwar ein auch zutreffendes Attribut ist, aber keineswegs das wichtigste oder das ausschließliche und auch nicht das bestimmende Attribut, sondern freies Denken heißt Selbstbestimmung, Emanzipation. Und Selbstbestimmung meint insbesondere die gesellschaftliche Selbstbestimmung über die Verhältnisse, in denen wir leben wollen, die ja doch nur sehr eingeschränkt in unserer sogenannten Demokratie gegeben sind.“

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Der Linke Liedersommer als Stellvertreterkriegsschauplatz

Zu den Versuchen, den Auftritt der Band DIE BANDBREITE beim Liedersommer 2013 zu verhindern
Der Linke Liedersommer 2013 auf Burg Waldeck im Hunsrück war wie erwartet und erhofft ein Höhepunkt der Kulturarbeit des Deutschen Freidenker-Verbandes. Die Zahl von gut 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer war ein schöner Erfolg, und diese lobten die Veranstaltung für die freundliche Atmosphäre, die gegenseitige Hilfsbereitschaft, die Offenheit für unterschiedliche Ideen, das solidarische Diskutieren, die Chancen zum Mitmachen und Selbstgestalten – kurzum: Erfahrungen, ,,die man woanders lange suchen muss,“ wie eine Besucherin formulierte. Bei so viel Licht ist auch ein kleiner Schatten zu vermelden, der aber nur kurzzeitig die Sonne über der Waldeck verdunkelte.

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Gründung des Bündnisses gegen Folter in der Psychiatrie

Der Deutsche Freidenker-Verband unterstützt und begrüßt die Gründung des Bündnisses gegen Folter in der Psychiatrie.
Aus dem Gründungsaufruf des Bündnisses: „… Deshalb fordern wir alle Landes- und den Bundesgesetzgeber auf, alle Sondergesetze, die psychiatrische Zwangsbehandlung legalisieren, sofort für ungültig zu erklären. Nur so kann kurzfristig die Forderung nach einem absoluten Folterverbot in Deutschland verwirklicht werden. Das Verbot der Folter ist eines der wenigen absoluten und unveräußerlichen Menschenrechte, ein ius cogens, eine zwingende Norm des internationalen Rechts.“

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Vor 45 Jahren: Das Massaker von My Lai

Rezension von Gerhard Feldbauer zu dem Buch „Abels Gesichter. Vietnam. Bilder eines Krieges“ von Gian Luigi Nespoli und Giuseppe Zambon. Aus: FREIDENKER 1-13
Noch heute sträubt sich die Feder, die Verbrechen niederzuschreiben, die von sadistischen US-Soldaten am 16. März 1968 mit der Ermordung fast aller Einwohner des Dorfes My Lai (in Vietnamesisch Son My) begangen wurden. In ihrem aufrüttelnden Buch „Abels Gesichter. Vietnam. Bilder eines Krieges“ haben Gian Luigi Nespoli und Giuseppe Zambon geschildert, was sich zutrug: Die Kompanie unter dem Kommando von Leutnant William Calley gehörte zum 1. Bataillon der 11. US-Infanteriebrigade. Der Kompaniechef befahl, „den Feind aufzustöbern und unverzüglich zu erledigen, aber auch die Hütten des Dorfes zu verbrennen, alles, was sich bewegte, zu töten und jede Form von Leben, auch die Lebensmittel, zu vernichten.“

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Eurokrise, Krieg und die Europastratgien des Deutschen Kapitals

Beitrag von Stefan Eggerdinger aus FREIDENKER 3-12
Allzuoft schlägt dem, der die Dinge beim Namen nennt, entgegen: „Das ist aber ein erschreckendes Bild“, Oder „Aber sei bitte nicht wieder so düster!“ …
Was um alles in derWelt ist daran düster, wenn die Tatsache vor aller Augen liegt, dass das historisch letzte Ausbeutersystem durch seine eigenen Widersprüche an sein Ende gekommen ist? Was ist daran düster, wenn wir feststellen müssen: Dass es fällt und ob es fällt, liegt nur an uns. Vor allem an den Arbeitern, die allein die längst vorbereitete gesellschaftlich planmäßige Produktion der Zukunft organisieren können. Aber auch an den Angestellten, der werktätigen Intelligenz, den Bauern, den kleinen Gewerbetreibenden – kurz an allen, die nicht zu der immer kleiner werdenden Minderheit der Ausbeuter gehören.

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