Mit Ernst Thälmann verteidigen wir den Antifaschismus

Rede von Klaus Hartmann in Ziegenhals bei Berlin am 19. April 2009
Wir sind zusammengekommen, um des 123. Geburtstages von Ernst Thälmann am 16. April zu gedenken. Wir ehren das Andenken, das Leben und das Lebenswerk dieses großen deutschen Arbeiterführers und Antifaschisten. Gegen den Zeitgeist, also den Geist der Herrschenden, also gegen den herrschenden Ungeist. In „Zeiten wie diesen“, wo ihr gepriesener Kapitalismus – für alle erkennbar – wieder das Krankenbett hüten muss, können sie kein Erinnern an Alternativen gebrauchen. Genau dies ist auch der tiefere Grund für den Skandal dieser geschlossenen, geschändeten Gedenkstätte. Es soll möglichst dauerhaft ein geistiges Klima geschaffen werden, in dem „kein Gedanke an Sozialismus“, an progressive Gesellschaftsveränderung mehr denkbar sein soll.

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Bugliosi: „Mordanklage gegen Bush“

Kurzrezension von RLT zu Vincent Bugliosi: Anklage wegen Mordes gegen George W. Bush
Er sei recht zufrieden mit seinem Leben, sagte Bush und grinste breit in die Kameras. Das verschlägt einem die Sprache. Auf seinen Befehl wurde der Irak zerstört. 4.000 US-Amerikaner und schätzungsweise 100.000 Iraker wurden getötet. Selbst wenn der Krieg durch einen tragischen Irrtum begonnen hätte – aber er wurde mit einer infamen Lüge begonnen, die Bush und seine Mannschaft, Cheney, Condolezza Rice, ständig wiederholten. Wenn eine Anklage gegen einen Präsidenten erhoben wird, der wie Clinton einvernehmlichen Sex praktiziert hat, wie soll dann der Mord an vielen tausend Menschen gerecht behandelt werden?

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Wissenschaft und Glaube – der Neoatheismus und seine Grenzen

Beitrag von Horst Pickert und Horst Schild aus FREIDENKER 1-09
In den letzten Jahren hat sich nun ein „neuer“ Atheismus mit viel Kämpfertum und teilweise auch aggressiver Wortwahl zurück gemeldet. Seine Vertreter sind vorwiegend Neurowissenschaftler und Evolutionsbiologen … aber auch Philosophen. Dieser Neoatheismus beansprucht und verficht, gestützt auf den Erkenntnisfortschritt der letzten Jahrzehnte, die Deutungshoheit über das (moderne) Menschenbild ebenso wie über die Welt generell. Dabei geht er in der Auseinandersetzung mit dem religiösen Glauben meist nicht zimperlich um. Religionen seien nicht nur irrational und destruktiv, als Erklärungsmodell antiquiert, gar untauglich und stünden dem Fortschritt der Menschheit diametral entgegen.

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Der halbe oder der ganze Darwin?

Beitrag von Sebastian Bahlo aus: FREIDENKER 1-09
Der 200. Geburtstag Charles Robert Darwins am 12. Februar fand auffallend breite Beachtung. Nach wie vor wird der Begründer der wissenschaftlichen Evolutionstheorie von den Vertretern des wissenschaftlichen und intellektuellen Establishments als überragender Denker, ja, als der bedeutendste Biologe aller Zeiten gefeiert. Das ist in unserer Zeit nicht selbstverständlich, in der sich seit dem einstweiligen Triumph des Imperialismus über den Sozialismus eine Welle des ideologischen Revisionismus, die ihren Ursprung auf dem Gebiet der Geschichts- und Gesellschaftsphilosophie nahm, mit wachsender Schnelligkeit auf alle Gebiete der Erkenntnis ausbreitet und selbst sicher geglaubte Stellungen der Aufklärung wieder bedroht.

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Sozial-‚Darwinismus‘

Beitrag von Annette Schlemm aus: FREIDENKER 1-09
Nach dem Ende des „realen Sozialismus“ ging das Gerücht um, jetzt könne wirklich nur noch die Marktwirtschaft die Welt retten und die Menschheit voranbringen. Nur der Druck der Konkurrenz erzwinge Neues und erhalte die Stabilität. Austausch geschieht nur zwischen konkurrierenden Akteuren und deshalb tragen konkurrierende Verhältnisse die Gesellschaft. Seine ‚natürliche‘ Erklärung erhält dieses Prinzip anscheinend durch die Biologie. Für Darwins Erkenntnisweg war das Malthus-Argument wichtig. Nach Malthus gibt es immer mehr Nachkommen, als überleben und sich fortpflanzen können. Deshalb wird ausgewählt, wer sich fortpflanzt und in einer sich gegenseitig fressenden Welt überleben halt die am besten Angepassten, pflanzen sich und ihre Gene fort, während schlechter Angepasste aussterben.

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Aristoteles und der ‚intelligente Designer‘

Beitrag von Robert Steigerwald aus FREIDENKER 1-09
Vor Jahren setzte der österreichische Kardinal Schönborn den Begriff vom ‚intelligenten Designer’ in die (deutschsprachige) Welt und löste damit ein Rauschen im Blätterwald aus. Manche schüttelten nur den Kopf. Als Thüringens Ministerpräsident Althaus gar meinte, ein Buch zu diesem Thema müsse in den Biologie-Unterricht eingeführt werden, gab es Protest. Eine ganze Schar von Wissenschaftlern machte sich daran, die zur Stützung der These vorgebrachten Argumente zu zerpflücken. So geschehen etwa in einer Wissenschaftsbeilage der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom 4. Januar 2009.

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Fundsachen und ihre Zeit

Beitrag aus FREIDENKER 1-09
Seit Darwins bahnbrechendem Werk über die Entstehung der Arten belegen Funde bis in unsere Tage immer wieder, dass die Evolutionstheorie den Rahmen absteckt, in dem der Mensch sich entwickelt hat. Als sein wegweisendes Werk entstand, waren nicht einmal der Urvogel Archaeopteryx oder einer der gigantischen Dinosaurier entdeckt. … Die Altersbestimmung solcher Funde und älterer Fossilien war zu Lebzeiten Darwins noch nicht möglich. Erst 1895, dreizehn Jahre nach Darwins Tod, entdeckte Henri Becquerel die Radioaktivität. Mit ihrer Hilfe ist die Altersmessung von Fossilien möglich, …

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Charles Darwin und die Evolutionswissenschaft

Beitrag aus: FREIDENKER 1-09
Bereits der Großvater von Charles, Erasmus Darwin, war Arzt und – freethinker, Freidenker! Und auch er betrieb schon Forschungen über die Entstehung der Arten. … Da Darwins Evolutionstheorie Teil der Naturforschung ist, kann sie nur innerhalb ihrer eigenen Grenzen beurteilt werden, eben als wissenschaftliche Theorie. Anders ausgedrückt: Religion und Wissenschaft sind zwei getrennte Welten. Solange sich Kirchen auf die biblische Schöpfungserzählung berufen, müssen sie sich auch daran messen lassen, wie sich dies mit naturwissenschaftlich feststellbaren Fakten und Theorien vereinbaren lässt.

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Das Internationale Darwin-Jahr

Beitrag von Klaus Hartmann aus: FREIDENKER 1-09
Darwin gilt als Begründer der modernen Evolutionswissenschaft, die erklärt, warum sich Leben ständig verändert, wie die Artenvielfalt auf unserer Erde entstand, warum neue Arten entstehen und andere aussterben. Mit der naturwissenschaftlichen Erklärung für die Vielfalt des Lebens hat er nicht nur ein Basiswerk der biologischen Forschung, sondern Wissenschaftsgeschichte geschrieben. Charles Darwin hat eine wissenschaftliche Revolution ausgelöst, die fortan Weltverständnis und Geistesleben prägte.

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Faschisten, Reaktionäre und der Vatikan

Beitrag aus FREIDENKER 1-09
Dass die katholische Kirche zu Jahresbeginn in aller Munde war, hat sie sich unter ihrem Oberhirten Ratzinger alias Papst Benedict XVI. redlich verdient. Das meiste Aufsehen erregte er damit, den Holocaustleugnern und Erzreaktionären der „Bruderschaft St. Pius X.“ (FSSPX) das Tor zur Kirche wieder zu öffnen. Nachdem der Vatikan vom Ausmaß der öffentlichen Erregung und Proteste offenbar überrascht war, begann ein halbherziges Zurückrudern und der Versuch von Erklärungen für den offenkundigen Fehltritt.

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Denis Diderot – „Weiß man je, wohin man geht?“

Rezension von Walter H. Nilson zu: Werner Raupp (Hg.): Denis Diderot – „Weiß man je, wohin man geht?“
Was weiß man als „normal“ gebildeter Mensch über Diderot? Höchstens, dass er zu den Enzyklopädisten gehörte. Es ist das Verdienst dieses neuen allgemeinverständlichen Lesebuchs, unser Diderot-Bild auszumalen und dynamisch zu gestalten sowie sein Werk einer breiteren Leserschaft zugänglich zu machen. Als erster Band in der vorgesehenen neu begründeten Reihe Humanismus – neu entdeckt gibt uns der Tübinger Philosophiehistoriker Werner Raupp in diesem unterhaltsamen Werk eine vertiefte Übersicht über das vielfältige Wirken Diderots.

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