Sozial-‚Darwinismus‘

Beitrag von Annette Schlemm aus: FREIDENKER 1-09
Nach dem Ende des „realen Sozialismus“ ging das Gerücht um, jetzt könne wirklich nur noch die Marktwirtschaft die Welt retten und die Menschheit voranbringen. Nur der Druck der Konkurrenz erzwinge Neues und erhalte die Stabilität. Austausch geschieht nur zwischen konkurrierenden Akteuren und deshalb tragen konkurrierende Verhältnisse die Gesellschaft. Seine ‚natürliche‘ Erklärung erhält dieses Prinzip anscheinend durch die Biologie. Für Darwins Erkenntnisweg war das Malthus-Argument wichtig. Nach Malthus gibt es immer mehr Nachkommen, als überleben und sich fortpflanzen können. Deshalb wird ausgewählt, wer sich fortpflanzt und in einer sich gegenseitig fressenden Welt überleben halt die am besten Angepassten, pflanzen sich und ihre Gene fort, während schlechter Angepasste aussterben.

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Aristoteles und der ‚intelligente Designer‘

Beitrag von Robert Steigerwald aus FREIDENKER 1-09
Vor Jahren setzte der österreichische Kardinal Schönborn den Begriff vom ‚intelligenten Designer’ in die (deutschsprachige) Welt und löste damit ein Rauschen im Blätterwald aus. Manche schüttelten nur den Kopf. Als Thüringens Ministerpräsident Althaus gar meinte, ein Buch zu diesem Thema müsse in den Biologie-Unterricht eingeführt werden, gab es Protest. Eine ganze Schar von Wissenschaftlern machte sich daran, die zur Stützung der These vorgebrachten Argumente zu zerpflücken. So geschehen etwa in einer Wissenschaftsbeilage der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom 4. Januar 2009.

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Fundsachen und ihre Zeit

Beitrag aus FREIDENKER 1-09
Seit Darwins bahnbrechendem Werk über die Entstehung der Arten belegen Funde bis in unsere Tage immer wieder, dass die Evolutionstheorie den Rahmen absteckt, in dem der Mensch sich entwickelt hat. Als sein wegweisendes Werk entstand, waren nicht einmal der Urvogel Archaeopteryx oder einer der gigantischen Dinosaurier entdeckt. … Die Altersbestimmung solcher Funde und älterer Fossilien war zu Lebzeiten Darwins noch nicht möglich. Erst 1895, dreizehn Jahre nach Darwins Tod, entdeckte Henri Becquerel die Radioaktivität. Mit ihrer Hilfe ist die Altersmessung von Fossilien möglich, …

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Charles Darwin und die Evolutionswissenschaft

Beitrag aus: FREIDENKER 1-09
Bereits der Großvater von Charles, Erasmus Darwin, war Arzt und – freethinker, Freidenker! Und auch er betrieb schon Forschungen über die Entstehung der Arten. … Da Darwins Evolutionstheorie Teil der Naturforschung ist, kann sie nur innerhalb ihrer eigenen Grenzen beurteilt werden, eben als wissenschaftliche Theorie. Anders ausgedrückt: Religion und Wissenschaft sind zwei getrennte Welten. Solange sich Kirchen auf die biblische Schöpfungserzählung berufen, müssen sie sich auch daran messen lassen, wie sich dies mit naturwissenschaftlich feststellbaren Fakten und Theorien vereinbaren lässt.

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Das Internationale Darwin-Jahr

Beitrag von Klaus Hartmann aus: FREIDENKER 1-09
Darwin gilt als Begründer der modernen Evolutionswissenschaft, die erklärt, warum sich Leben ständig verändert, wie die Artenvielfalt auf unserer Erde entstand, warum neue Arten entstehen und andere aussterben. Mit der naturwissenschaftlichen Erklärung für die Vielfalt des Lebens hat er nicht nur ein Basiswerk der biologischen Forschung, sondern Wissenschaftsgeschichte geschrieben. Charles Darwin hat eine wissenschaftliche Revolution ausgelöst, die fortan Weltverständnis und Geistesleben prägte.

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Faschisten, Reaktionäre und der Vatikan

Beitrag aus FREIDENKER 1-09
Dass die katholische Kirche zu Jahresbeginn in aller Munde war, hat sie sich unter ihrem Oberhirten Ratzinger alias Papst Benedict XVI. redlich verdient. Das meiste Aufsehen erregte er damit, den Holocaustleugnern und Erzreaktionären der „Bruderschaft St. Pius X.“ (FSSPX) das Tor zur Kirche wieder zu öffnen. Nachdem der Vatikan vom Ausmaß der öffentlichen Erregung und Proteste offenbar überrascht war, begann ein halbherziges Zurückrudern und der Versuch von Erklärungen für den offenkundigen Fehltritt.

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Freidenker trauern um Hans Lutter

Nachruf auf Hans Lutter
Mit Hans Lutter verliert der Deutsche Freidenker-Verband einen Genossen, der sich große Verdienste um unseren Verband, die marxistische Religionswissenschaft und den christlich-marxistischen Dialog erworben hat. Hans Lutter war Gründungsmitglied des Verbandes der Freidenker der DDR und maßgeblich an der Zusammenführung der Freidenker aus den alten und neuen Bundesländer zum einheitlichen Deutschen Freidenker-Verband beteiligt. Nach der Zusammenführung übernahm er Funktionen als stellvertretender Verbandsvorsitzender und Referent für Weltanschauungsfragen.

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Die bösen Befreier von Zarismus, Faschismus und Kolonialismus

Buchveröffentlichung im Eigenverlag des Deutschen Freidenker-Verbandes e.V.
Materialien der Wissenschaftlichen Konferenz aus Anlass des 90. Jahrestages der Oktoberrevolution 1917 in Russland am 20. Oktober 2007 in Berlin

Mit Beiträgen von Eberhard Schinck, Klaus Hartmann, Dr. Arnold Schölzel, Prof. Dr. Wolfgang Richter, RA Hans Bauer, Prof. Dr. Erich Hahn, Dr. Wolf-Dieter Gudopp v. Behm, Generaloberst a.D. Werner Großmann, Rainer Rupp, Prof. Dr. Dr. Blancanieve Portocarrero (Botschafterin Venezuela), Petra Lehmann und Prof. Dr. Detlef Joseph.

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Warum es keinen „Wissenschaftlichen Atheismus“ geben kann

Beitrag von Hans Lutter aus: FREIDENKER 1-08
Jahrzehntelang gebrauchten wir in allen sozialistischen Ländern den aus der Sowjetunion stammenden Begriff „Wissenschaftlicher Atheismus“ in dem Sinne, dass es sich um eine Wissenschaftsdisziplin handelt. Im Prozess wachsender Erkenntnis jedoch begriffen wir, dass man auf einem negativen Begriff wie „Atheismus“ keine Wissenschaft aufbauen kann. Wir entschlossen uns in unserem Güstrower Forschungskollektiv deshalb, diesen Begriff zu verwerfen und statt dessen künftig von „Marxistisch-leninistischer Religionswissenschaft“ zu sprechen, – und ich verkündete dies dann auf unserem IV. Internationalen Güstrower Symposium 1988.

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Kirchenkritik aus der Sicht eines Christen und Sozialisten

Interview mit Peter Franz aus: FREIDENKER 1-08
Ich halte es für einen der gefährlichsten und folgenreichsten Irrtümer der Religionswissenschaft des 19. und 20. Jahrhunderts, wenn sie von einer angeblichen „Höherentwicklung“ der Religion spricht: einer Entwicklung weg von einer Vielzahl niederer Erdgeister und Dämonen über verschiedene Zwischenstufen, etwa das griechische Pantheon oder den römischen Götterhimmel bis hin zu dem Einen Gott, der angeblich alles beherrscht und umfasst. Gott der Allmächtige, Allwissende und Alleslenkende, wie er leider auch heute weithin im Judentum, Christentum und im Islam geglaubt wird, halte ich für eine Projektion des Irrglaubens.

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Einfluss der Religionen auf die Führung imperialistischer Kriege

Beitrag von Ernst Woit aus: FREIDENKER 1-08
Im Zusammenhang mit dem offenkundigen Scheitern der USA-Strategie zur neokolonialistischen Beherrschung des Nahen und Mittleren Ostens wird von Strategen des USA-Imperialismus stärker die Bedeutung der Religionen als ideologischer Faktor des politischen und insbesondere auch militärischen Kräfteverhältnisses hervorgehoben. Sie wird dabei zunehmend auch als Reflex epochaler gesellschaftlicher Veränderungen beurteilt.

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