Bundeswehr

AktuellesDemokratie – Medien – Aufklärung

Diskussion: Unfreiwillige in Uniform

Im Manova-Gespräch diskutiert Walter van Rossum mit der Soziologin Mona Aranea, dem Oberstleutnant a. D. Jürgen Rose sowie dem Ex-Soldaten und YouTuber Richard Vox Vendetta über die Gefahr der Wehrpflicht und die Abgründe der Bundeswehr.
„Unser Leben gehört uns. Ob wir feige sind oder nicht, ob wir es hingeben wollen oder nicht: das ist unsere Sache und nur unsre. Kein Staat, keine nationale Telegrafenagentur hat das Recht, über das Leben derer zu verfügen, die sich nicht freiwillig darbieten“, schrieb Kurt Tucholsky in den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Wehrpflicht ist tatsächlich ein schwerwiegender Eingriff in die Grundrechte. Und ist allenfalls gerechtfertigt aufgrund einer schweren Bedrohungslage. Eine akute Bedrohungslage durch Russland wird zwar ständig lautstark beschworen. In Wahrheit hat aber Russlands Einmarsch in die Ukraine mit den russischen Sicherheitsbedürfnissen zu tun. Imperiale Absichten sind in keiner Weise zu entdecken. Insofern hat die permanente Ausrufung einer Bedrohungslage eher einen aggressiven Charakter.

Weiterlesen
AktuellesDemokratie – Medien – Aufklärung

General Breuer und der Krieg gegen Russland

Von Dagmar Henn
Der Generalinspekteur, das ist der oberste Militär in Deutschland. Über ihm steht nur noch der Verteidigungsminister. Derzeit heißt dieser oberste Soldat Carsten Breuer, ein Heeresgeneral. Der nun auch mal wieder seinen Senf dazugegeben hat zur „Kriegstüchtigkeit“ gegen Russland. 2029 müsse man „fertig“ sein, meinte der Generalinspekteur der Bundeswehr auf dem Katholikentag in Würzburg. „2029, das heißt nicht für mich, dass dort ein Angriff stattfinden wird, aber wir können sehr klar durch unsere Analysten, sowohl national als auch international, können wir ablesen, dass Russland sich darauf vorbereitet, einen groß angelegten, einen großmaßstäblichen Krieg gegen den Westen führen zu können. Ich sage nicht, dass sie es tun werden, aber sie können es.“ Gegen diesen Teil der Aussage kann man noch nicht einmal etwas einwenden. …

Weiterlesen
AktuellesDemokratie – Medien – Aufklärung

Deutschland als NATO-Kriegs-Drehscheibe fremdbestimmt

Tauroggen und Rapallo – die Alpträume Washingtons
von Wolfgang Effenberger
Während sich die politischen Beziehungen zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und US-Präsident Donald Trump merklich verschlechtern, wird ab Oktober 2026 erstmals ein Oberst der US Army als stellvertretender Leiter der Operationsabteilung im Kommando Heer der Bundeswehr eingesetzt. Der neu geschaffene Dienstposten gilt als außergewöhnlich tief in die Führungsstrukturen der deutschen Landstreitkräfte eingebettet. Diese in einem paradoxen geopolitischen Kontext erfolgte Maßnahme verdient eine nähere Betrachtung. […] Die Operationsabteilung ist die zentrale Schaltstelle der Entscheidungsvorbereitung im Heer. Hier werden künftige Einsätze konzipiert, operative Abläufe koordiniert und militärische Entscheidungen für die Heeresführung vorbereitet. Sie entspricht funktional einer J3-Abteilung nach NATO-Systematik und ist damit das operative Herzstück des Hauptquartiers.

Weiterlesen
AktuellesDemokratie – Medien – Aufklärung

Unheilvolle Rückkehr

Der deutsche Militarismus kehrt zurück – samt seinem alten Feindbild
Im Juli 1945 trafen sich die Sieger über den deutschen Faschismus zur Konferenz im Schloß Cecilienhof von Potsdam. Die führenden Vertreter der Sowjetunion, der USA und Großbritanniens wollten sicherstellen, dass „Deutschland niemals mehr seine Nachbarn oder die Erhaltung des Friedens in der ganzen Welt bedrohen kann“. Sie sahen ihr vorrangiges Ziel darin, den „deutschen Militarismus und Nazismus“ auszurotten. Das betraf das Verhältnis von Politik und Militär sowie den Geist des Militarismus in der Gesellschaft und insbesondere im Militärapparat wie auch die starke Position der deutschen Rüstungsindustrie seit dem Kaiserreich. Während in der sowjetischen Besatzungszone und später in der DDR dieser Bruch vollzogen wurde, wurde das Ziel schon in der alten Bundesrepublik nicht erreicht.

Weiterlesen
Frieden - Antifaschismus - Solidarität

Frieden durch „Kriegstüchtigkeit“? Aufrüstung, Militarisierung und die neue Wehrpflicht

Pressemitteilung vom 30.03.2026
Veranstaltung mit Bundeswehrmajor a. D. Florian D. Pfaff am 28.03.2026 in Schweinfurt
Auf Einladung von NachDenkSeiten-Gesprächskreis Schweinfurt/Würzburg und Deutschem Freidenker-Ortsverband Schweinfurt/Würzburg kam am Samstag, dem 28. März 2026 der Bundeswehrmajor a. D. Florian D. Pfaff von der Friedensinitiative Rosenheim nach Schweinfurt. Vor 35 interessierten Zuhörern sprach der pensionierte Offizier ab 19:00 Uhr in der Gaststätte „TV Oberndorf“ Schweinfurt über das Thema „Frieden durch ‚Kriegstüchtigkeit‘? Aufrüstung, Militarisierung und die neue Wehrpflicht“. […] Anlass der Veranstaltung war die aktuelle Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland, die mit dem Ukrainekrieg und der angeblichen Bedrohung durch Russland begründet wird. Doch Pfaff, 1957 in München geboren und 1976 der Bundeswehr beigetreten, zeichnete in seiner Präsentation historisch anhand zahlreicher Dokumente das Gegenteil nach: …

Weiterlesen
Veranstaltungen in den DFV-Landesverbänden

Diskussion mit Florian D. Pfaff: Kriegsdienst-Pflicht?

Vortrag und Diskussion mit Florian D. Pfaff, Major a.D. am 04.04.2026 in Frankfurt a.M.
Er diente bis 2013 in der Bundes­wehr und wurde 2003 durch seine Weigerung bekannt, rechtswidrigen Befehlen seiner Vorgesetzten zu ge­horchen. Sie forderten, die Gesetzes­lage und sein Gewissen zu ignorieren und indirekt am Irakkrieg mitzuwir­ken. Florian ist Sprecher des Arbeits­kreises „Darmstädter Signal“, einem Zusammenschluss kritischer aktiver und ehemaliger Angehöriger der Bundeswehr sowie Mitbegründer der Friedensinitiative Rosenheim, er engagiert sich in der Partei dieBasis im Bereich „Friede und Sicherheit“. Debatten und Beschlüsse zu einer neuen „Wehrpflicht“ finden statt, nachdem eine „Zeitenwende“ verkündet wurde und Deutschland wieder „kriegstüchtig“ werden soll. Während immer mehr Kriege vom Zaun gebrochen werden, soll dafür offenbar mehr Kanonenfutter zur Verfügung stehen. Was kann man dagegen tun … ?

Weiterlesen
Demokratie – Medien – Aufklärung

Und sie träumen von der Bombe …

Beitrag von Dagmar Henn
Das wirkt fast wie eine Zwangshandlung. Da gibt es eine Kiste, in der all die Dinge drin sind, die deutsche Politiker eigentlich nicht tun sollten, aber seit einigen Jahren wird sie systematisch ausgeräumt und der Inhalt Stück für Stück hervorgezogen. Inzwischen hat man, nach Gleichschaltung und Kriegstüchtigkeit, schon ziemlich tief gegraben, aber da ist auch sie wieder: die deutsche Atombombe. Oder vielmehr, die Begierde danach. Noch ist das Thema nicht unmittelbar in der Politik angekommen, sondern wird eher von der Seite hineingeschoben. Man kann ja mal darüber reden. Das macht jetzt ein Brigadegeneral namens Frank Pieper, der an der Führungsakademie der Bundeswehr tätig ist, also künftige Generalstabsoffiziere ausbildet. Sein Argument? „Konventionell, das zeigt uns Putin jeden Tag in der Ukraine, werden wir ihn nicht abschrecken können – da lacht er drüber.“

Weiterlesen
Demokratie – Medien – AufklärungGeschichte

Deutschland 2026 – Ein Wiederholungstäter?

Beitrag von Hans Bauer
„Deutschland ist wieder zurück auf der internationalen Bühne“ ist die frohe Botschaft von Bundeskanzler Friedrich Merz in seiner jüngsten Regierungserklärung. Wer auf der Bühne mitspielt, muss bühnenreif sein. Ist Deutschland „bühnenreif“? Im Allgemeinen ist „bühnenreif“, wer hohe Qualität mit positiver Ausstrahlung liefert. Global gesehen hieße das, Deutschland müsste das Beispiel eines friedlichen, demokratischen und sozialen Landes geben. Trifft das auf das Deutschland des Jahres 2025/26 zu? Und was heißt „wieder zurück“? In der jüngeren Geschichte kann man von einem bühnenreifen Land Deutschland, das Gutes in die Welt ausstrahlt, nicht sprechen. Solange zwei deutsche Staaten bestanden, hat die Bundesrepublik als Fortsetzung des Deutschen Reiches mit reaktionären und faschistischen Staaten und als NATO-Mitglied paktiert.

Weiterlesen
Demokratie – Medien – Aufklärung

Wissen und Waffe

Ein Kommentar von Stefan Siegert
Nach Heinrich Heine braucht der deutsche Donner, wenn es revolutionär geblitzt hat in der Weltgeschichte, immer etwas länger. Wer hätte aber gedacht, dass sich der Untergang des Abendlands in Deutschland in solch einem Höllentempo vollziehen würde? Er treibt immer neue, immer irrere und eigentlich schon kulturklinische Blüten. Die Frage, was ein neues Gewehr eines bestimmten Rüstungskonzerns alles kann, gehört – wenn überhaupt irgendwohin – in die herkömmliche Staatsmord-Werbung oder in ein entsprechendes Fachmagazin. Ins Ressort „Wissen“ gehörte sie offiziell erst ab 1933, dann verschwand sie ab 1949 für eine Weile. Bis sich in den 2020er Jahren riesige Medienkonzerne wie RTL mit dem Nachrichtenkanal ntv wieder daran erinnerten …

Weiterlesen
Demokratie – Medien – Aufklärung

„Make Russia Small Again“

„BundeswehrGrün“ präsentiert sich russophob auf Grünen-Parteitag
Beitrag von Bernhard Loyen
Auf der Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen in Hannover präsentierte sich ein 23-jähriges Parteimitglied mit einem provokativen T-Shirt. Die Aufschrift lautete: „Make russia small AGAIN“. Auf X kursieren Ausschnitte seiner Rede. Die Recherche zur Person belegt: Die Grünen bleiben eine konsequent russophobe Partei. […] Seit Mitte der 1990er-Jahre gehören zum Profil der als „Friedenspartei“ gestarteten Ansammlung von Lebensindividualisten auch die Gier nach Macht, gelebte Skrupellosigkeit und der Beginn des politischen Weges über Leichen. Per Beschluss besiegelt auf der Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen in Bielefeld im Jahr 1999 mit den folgenden abgesegneten Bombenangriffen auf das vormalige Jugoslawien.

Weiterlesen
Geschichte

Die Remilitarisierung Westdeutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg

Ein historischer Überblick von Wolfgang Schürer
[…] Der Aufbau der Bundeswehr (Offizieller Name seit dem 22. Februar 1956): Am 07. Juni 1955 wurde Theodor Blank auch offiziell Verteidigungsminister. Am 01. Januar 1956 wurde der Dienst, in zunächst 3 Standorten, aufgenommen. Am 24. Juli 1956 wurde die Wehrpflicht, für Männer, im Alter von 18 bis 45 Jahren, eingeführt. Der Grundwehrdienst dauerte zunächst 12 Monate. 1962 wurde er auf 15, dann auf 18 Monate festgesetzt. 1973-1990 betrug er wieder 15 Monate. Die ersten Wehrpflichtigen wurden am 01. April 1957 eingezogen. […] Im Jahre 1959 waren 12.360 der 14.900 Bundeswehroffiziere (83 %) bereits in der Wehrmacht oder der Reichswehr zu Offizieren ernannt worden. 300 hatten zur Waffen-SS gehört.

Weiterlesen