Gegen die kontinuierliche Einschränkung demokratischer Rechte

Beitrag von Lorenz Knorr aus FREIDENKER 2/3-08
Der 8./9. Mai 1945 brachte eine markante Zäsur in der staatsrechtlichen Entwicklung Deutschlands. In den Köpfen derer, die zuvor an den singulären faschistischen Gewaltverbrechen teilgenommen hatten, hinterließ dieser historische Bruch jedoch nicht allzu viele Spuren; von jener bürgerlichen Minderheit abgesehen, die aus der totalen Kapitulation Deutschlands humane Konsequenzen zog.

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Risiken der elektronischen Gesundheitskarte

Beitrag von Hans-Peter Brenner aus FREIDENKER 2/3-08
Die neuen technischen Möglichkeiten werfen grundsätzliche Fragen auf. Fragen, die zwar besonders die Sicherheit der Gesundheitsdaten betreffen, die aber weit darüber hinaus das noch gravierendere Problem der generellen Durchcomputerisierung fast aller Lebensbereiche berühren. Und damit werden grundsätzliche Fragen des Arzt-Patienten-Verhältnisses, der Selbstbestimmung über das Wissen um den eigenen psycho-physischen Zustand, der Demokratie und letztlich des Menschenbildes berührt.

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FREIDENKER 2/3-08 – Nein zum gläsernen Bürger – Wohin treibt die Demokratie?

Die Ausgabe 2/3-08 des Verbandsorgans FREIDENKER hat das Schwerpunkt-Thema „Nein zum gläsernen Bürger – Wohin treibt die Demokratie?“ und enthält u.a folgende Beiträge:
– Corinna Poll: Für die Versammlungsfreiheit
– Siegfried R. Krebs: Für das Recht auf Generalstreik
– Erich Buchholz: Noch eine Datenspeicherung
– Lorenz Knorr: Gegen die kontinuierliche Einschränkung demokratischer Rechte
– Siegfried R. Krebs: Behördenwillkür hebelt Sozialstaat und Demokratie aus
– Monika Strauß: Verordnete Altersarmut
– Hans-Peter Brenner: Brave Patienten für die „brave new world“

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Warum es keinen „Wissenschaftlichen Atheismus“ geben kann

Beitrag von Hans Lutter aus: FREIDENKER 1-08
Jahrzehntelang gebrauchten wir in allen sozialistischen Ländern den aus der Sowjetunion stammenden Begriff „Wissenschaftlicher Atheismus“ in dem Sinne, dass es sich um eine Wissenschaftsdisziplin handelt. Im Prozess wachsender Erkenntnis jedoch begriffen wir, dass man auf einem negativen Begriff wie „Atheismus“ keine Wissenschaft aufbauen kann. Wir entschlossen uns in unserem Güstrower Forschungskollektiv deshalb, diesen Begriff zu verwerfen und statt dessen künftig von „Marxistisch-leninistischer Religionswissenschaft“ zu sprechen, – und ich verkündete dies dann auf unserem IV. Internationalen Güstrower Symposium 1988.

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Kirchenkritik aus der Sicht eines Christen und Sozialisten

Interview mit Peter Franz aus: FREIDENKER 1-08
Ich halte es für einen der gefährlichsten und folgenreichsten Irrtümer der Religionswissenschaft des 19. und 20. Jahrhunderts, wenn sie von einer angeblichen „Höherentwicklung“ der Religion spricht: einer Entwicklung weg von einer Vielzahl niederer Erdgeister und Dämonen über verschiedene Zwischenstufen, etwa das griechische Pantheon oder den römischen Götterhimmel bis hin zu dem Einen Gott, der angeblich alles beherrscht und umfasst. Gott der Allmächtige, Allwissende und Alleslenkende, wie er leider auch heute weithin im Judentum, Christentum und im Islam geglaubt wird, halte ich für eine Projektion des Irrglaubens.

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Einfluss der Religionen auf die Führung imperialistischer Kriege

Beitrag von Ernst Woit aus: FREIDENKER 1-08
Im Zusammenhang mit dem offenkundigen Scheitern der USA-Strategie zur neokolonialistischen Beherrschung des Nahen und Mittleren Ostens wird von Strategen des USA-Imperialismus stärker die Bedeutung der Religionen als ideologischer Faktor des politischen und insbesondere auch militärischen Kräfteverhältnisses hervorgehoben. Sie wird dabei zunehmend auch als Reflex epochaler gesellschaftlicher Veränderungen beurteilt.

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Menschenwürde

Beitrag von Hans-Günter Eschke aus: FREIDENKER 1-08
MENSCHENWÜRDE drückt … ein subjektiv-objektives Doppelverhältnis aus: Den in der tätigen Ausprägung und Lebensäußerung als Persönlichkeit gründenden potentiellen Wert des einzelnen für die Gesellschaft und – durch diese vermittelt – für die ganze Menschheit sowie für sich selbst; und zugleich den in der Subjektivität gründenden Anspruch, in der Gesellschaft als achtungswertes Mitglied behandelt zu werden. Das setzt voraus, alle Menschen moralisch als Gleiche zu betrachten und zu behandeln.

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FREIDENKER 1-08 – Religion und Weltanschauung – Positionen der Freidenker

Die Ausgabe 1-08 des Verbandsorgans FREIDENKER hat das Schwerpunkt-Thema „Religion und Weltanschauung“ und enthält u.a folgende Beiträge:
– Hans-Günter Eschke: Menschenwürde
– Ernst Woit: USA-Strategen über die wachsende ideologische Bedeutung der Religionen
– Interview mit Peter Franz: Kirchenkritik aus der Sicht eines Christen und Sozialisten
– Hans Lutter: Warum es keinen „Wissenschaftlichen Atheismus“ geben kann
– Gernot Bandur: Der „Zehn-Gebote-Hoffmann“

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Christentum und Sozialismus

Eine religiöse Polemik zwischen Herrn Kaplan Hohoff in Hüffe und August Bebel (1873/74).
[August Bebel:] Was ist denn das Christentum? … Wie jede andere Religion Menschenwerk. Der Mensch, der auf seiner niedrigen Bildungsstufe keine klare Vorstellung von der Natur und den Naturereignissen, die ihm bald nützten, bald ihn schädigten, besitzen konnte, der keinen Begriff von seiner eignen Stellung als Mensch besaß, schrieb alles Unverstandene, das um ihn vorging, übersinnlichen Wesen zu, welche die für ihn unbegreiflichen Erscheinungen nach Laune und Willkür hervorriefen und deren Gunst er folglich, um sie sich geneigt und freundlich gesinnt zu erhalten, durch Bitten, Gebete, Zeremonien und Opfer zu erlangen suchte.

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Juan Cole: Papst zum Islam sachlich falsch

Beitrag von Juan Cole
Die Rede Papst Benedikts in der Universität Regensburg, in der er von Islam und Djihad spricht, hat einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Die Ansprache ist komplexer und feinsinniger, als in der Presse dargestellt. Aber am meisten irritiert, dass der Papst einiges am Islam sachlich falsch auffasst. Er stellt fest, dass in dem von ihm angeführten Text, der Polemik eines byzantinischen Kaisers gegen den Islam, der Koran [2:256] mit der Aussage zitiert wird: „Es gibt keinen Zwang in Glaubenssachen“. Benedikt behauptet, dass dies ein früher Vers aus der Zeit sei, als Mohammed noch machtlos war. Seine Behauptung ist nicht korrekt.

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Bank des Südens – Alternative zu Weltbank und IWF

Beitrag von André Scheer aus: FREIDENKER 4-07
Wem gehört die Welt? Sicherlich nicht internationalen Finanzinstitutionen wie Internationalem Währungsfonds und Weltbank. Aber diese gehören zu den wichtigsten und bekanntesten Machtinstrumenten des internationalen Finanzsystems – auch globalisierter Kapitalismus genannt – , deren offizielle Aufgabe es ist, für Wirtschaftsstabilität und Entwicklung zu sorgen, die aber gleichzeitig durch Auflagen und ihre Position als Gläubiger Druck ausüben können, damit vor allem die Entwicklungsländer nicht vom neoliberalen Weg abweichen.

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