Literatur

AktuellesGeschichteKultur & KunstVeranstaltungen in den DFV-Landesverbänden

Der österreichische Februaraufstand 1934 und seine literarische Widerspiegelung

Kulturmatinee am  Sonntag, 25. Februar, in München,  EineWeltHaus
Veranstaltet von der Marx-Engels-Stiftung e.V. in Zusammenarbeit mit den Münchner Freidenkern
Mitte Februar 1934 kam es, nach immer schärferen Repressalien durch das Dollfußregime und Angriffen der faschistischen Heimwehren, in Wien und anderen Teilen Österreichs zu einem bewaffneten Aufstand des sozialdemokratischen Republikanischen Schutzbunds. Er wurde nach wenigen Tagen niedergeschlagen, […] – aber dieses erste antifaschistische Aufbäumen, gut zwei Jahre vor dem Beginn des Spanischen Bürgerkriegs, weckte Hoffnung bei demokratischen Kräften in ganz Europa. Nicht zuletzt in Deutschland, wo ein Jahr zuvor der Nazipartei die Macht übertragen worden war. Der 90. Jahrestag der Februarkämpfe im benachbarten Österreich ist uns Anlass, an das tragische Geschehen zu erinnern – und zu zeigen, wie sich der Aufstand, seine Vorgeschichte und seine Folgen literarisch widergespiegelt haben.

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GeschichteKultur & Kunst

Als wir am Heiligen Abend Besuch bekamen

Eine Nachkriegsgeschichte von Wolfgang Bittner
Draußen lag eine dünne Schneedecke auf den Wegen zwischen den Baracken, es grieselte und die Dunkelheit war schon nachmittags um vier Uhr hereingebrochen. Es war der Hungerwinter 1946, im ersten Jahr nach dem Ende des Krieges. Wir froren, obwohl wir unsere Stühle nah an den Ofen gerückt hatten, einen länglichen Blechkasten, Brennhexe genannt, in dem ein Torffeuer brannte. Meine Mutter holte Decken, in die wir uns einhüllten. Auf der Herdplatte lagen vier Brotscheiben, die meine Schwester und ich mit hungrigen Augen bewachten. Als sie endlich von beiden Seiten gebräunt waren, erhielt jeder so ein Röstbrot, das wir mit einer Knoblauchzehe einrieben. „Den Geruch mochte ich noch nie“, sagte mein Vater. Bedächtig kauend, schien er dem Geschmack nachzuspüren und setzte hinzu: „Aber ist es nicht ein Genuss?“ Er nickte uns zu und legte sein linkes Bein mit der Kriegsverletzung auf einen Schemel.

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Veranstaltungen in den DFV-Landesverbänden

Themenabend: Der Schatten im Schatten

Lesung mit Beatrice Altmann-Schevitz aus ihrem Buch Der Schatten im Schatten – Mein Leben als US-Amerikanerin und MfS-Spionin im Kalten Krieg
15. September 2023 um 19.30 Uhr / Villa Leon, Nürnberg
»Ein junges amerikanisches Ehepaar mit Baby spioniert in der BRD für die CIA« – so lautet die Legende, die Bea und ihr Mann Jeffrey nutzen, um ihre Aktivitäten für die Hauptverwaltung Aufklärung (HV A) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) zu decken. Auch nach ihrer Enttarnung, 1994, nachdem die »Rosenholz«-Akte geöffnet worden war, halten sie die Legende aufrecht – bis heute. Mit ihrer Autobiografie erzählt Beatrice Altman-Schevitz erstmals, wie es wirklich war.

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Demokratie – Medien – Aufklärung

Meinungsfreiheit, Demokratie – in Deutschland oder in Ungarn?

Auf Empfehlung der Freidenkergruppe Ungarn veröffentlichen wir Auszüge aus dem Magazin der Budapester Zeitung (Nr. 9-2023).
Anna Berg, eine lebenslustige Thüringerin, lebt wegen der als immer unerträglicher empfundenen Zustände in Deutschland seit anderthalb Jahren in einem kleinen Ort am Balaton unweit von Keszthely. Mit ihrem ungarischen Mann zog sie Ende der 1980er Jahre von Ungarn nach Thüringen, und nun wieder zurück. Mit Rita Solymár spricht sie über ihre Motive.
Tagein, tagaus rauscht es im Blätterwald, über die „gefährdete Demokratie“ in Ungarn, eine autoritäre Regierung und Sanktionen der EU, die nötig seien, das Land wieder auf „rechtsstaatlichen Kurs“ zu bringen. In einem Interview nimmt die ungarische Justizministerin Judit Varga dazu Stellung.

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Veranstaltungen in den DFV-Landesverbänden

Veranstaltungswochenende des DFV Sachsen-Anhalt vom 28.04. bis 01.05. in Quedlinburg.

Für das letzte Wochenende im April sind in Quedlinburg Veranstaltungen geplant. Diese werden zum Teil in Kooperation und im Rahmen des diesjährigen Quedlinburger Bücherfrühlings realisiert. … So wird es nicht nur am Freitag, 28.04.2023 um 20:00 Uhr den musikalisch-lyrischen Abend mit Greta Stecher, zum 125 Geburtstag von Bertolt Brecht, unter der Überschrift, „wie man sich bettet so liegt man“, und am Samstag, 29.04.2023, 19:00 Uhr eine Autorenlesung mit Wolfram Adolphi aus seiner Romantrilogie Hartenstein geben, sondern auch den Auftakt zu einer Vortrags- und Seminarreihe mit Werner Rügemer. Thema ist der gegenwärtige Systemkonflikt und seine Lösung, beginnend mit dem ersten Themenblock, „die herrschende Klasse im US-geführten Kapitalismus“.

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Veranstaltungen in den DFV-Landesverbänden

Internationaler Frauentag 2023 – Matinée in der Villa Leon

Vortrag mit Lesung von Nadja Bennewitz M.A., Historikerin
Sonntag, 19. März 2023 um 11:00 Uhr, in der Villa Leon, Großer Saal, Philipp-Koerber-Weg 1, Nürnberg
Schriftstellerinnen, Lyrikerinnen, Essayistinnen – in dem frauenfeindlichen Weltbild der Nationalsozialisten kamen solche Frauen nicht vor. Gleichwohl wurden viele ihrer Bücher verbrannt, vor allem die ihrer Gegnerinnen, so die politischen Schriften der Sozialdemokratin Juchacz oder der Kommunistin Luxemburg. Die belletristischen Werke vieler Autorinnen, die vom Typus der „Neuen Frau“ schrieben und auf dem Buchmarkt der 1920/30er Jahre Erfolge feierten, wurden von den Nazis abfällig als „Asphaltliteratur“ diffamiert und fielen unter das „Buchverbot“, davon betroffen u.a. Irmgard Keun.
Anschließend: Rote Nelken (Quartett)

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Kultur & Kunst

Der indiskrete Charme des Faschismus

Beitrag von Klaus Hartmann
„Von 10. Februar bis 19. Februar findet das Brechtfestival 2023 zu Ehren Bert Brechts statt“, heißt es auf der Website der Stadt Augsburg: „Die Stadt würdigt den gebürtigen Augsburger, der zu den bedeutendsten, deutschen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts zählt, auch in diesem Jahr mit einem zehntägigen Festival.“ … die Besucher [erwartet] ein abwechslungsreiches Programm, das mehr oder weniger mit Bertolt Brecht zu tun haben könnte. Der absolute Knaller des Brechtfestivals ist allerdings der Auftritt der Dakh Daughters aus der Ukraine mit ihrem „Szenischen Konzert: Ukraine Fire“ am 12.02.2023. Sie waren schon 2021 bei der „Coronamaßnahmen“-bedingten Digitalausgabe des Festivals zu sehen, „wie Geishas geschminkt“, merkte die Süddeutsche Zeitung (01.03.2021) an.

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Religions- & Kirchenkritik, Säkulare SzeneWeltanschauung & Philosophie

Freidenker-Zitate zum Nachdenken

Information zur Webseite „Freidenker-Galerie“ von Rainer Ostendorf
Die Freidenker Galerie zeigt in verschiedenen Themen-Galerien berühmte Zitate und Sprüche von berühmten Dichtern und Denkern zum Thema Leben – Zitate, Weisheiten, Aphorismen und Sprüche, die zum Nachdenken und Schmunzeln anregen. Sie finden in der Online-Galerie Zitate, lustige Sprüche und weise Sprüche von Arthur Schopenauer, Friedrich Nietzsche, Sigmund Freud, Hermann Hesse, Albert Einstein, Wilhelm Busch, Joachim Ringelnatz und anderen berühmten Dichtern und Denkern. In der Freidenker Galerie geben sie kurze Antworten auf die großen Fragen des Lebens.

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Kultur & KunstVeranstaltungen in den DFV-Landesverbänden

Sonntagsmatinée: Leben für ein neues Deutschland – der Antifaschist und Schriftsteller KuBa

Einladung zur Sonntagsmatinée „Leben für ein neues Deutschland – der Antifaschist und Schriftsteller KuBa“ (Kurt Barthel, 08.06.1914 – 12.11.1967)
Referent: Raimund Ernst, Rezitation: Sabiene Jahn
13. November 2022, 11:00 bis 14:00 Uhr, Saalbau Bornheim, Frankfurt a. M.
REBELL [Auzszug aus Gedicht] – Dies rebellierende Jahrhundert / entbietet dem rebellischen / Jahrtausend – / Gruß. / Es kommt dein Tag, Genosse Spartakus! / Sah tausendmal / die Frühlingsknospen schwellen / seit deinem Tode, / doch / noch nie war solche Pracht. / Zwar seufzt Europa – / aber Asien lacht! / Das heiße Afrika ist voller / frischer Quellen. – / Sah Zähne blitzen, weiß und stark, / ich sah / Wollköpfe, die sich über / Bücher beugen. / Die weißen Götter aber schwitzen / und bezeugen in ihrer Angst: / Genosse Spartakus: die Zeit ist nah.

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Demokratie – Medien – AufklärungKultur & Kunst

Winnetous zweiter Tod

Beitrag von Tom J. Wellbrock
Als Winnetou gemeinsam mit Old Shatterhand und Sam Hawkens gegen Banditen kämpfte, schlich sich unbemerkt der Bösewicht Rollins von hinten heran. Der Schuss von Rollins galt Old Shatterhand, aber Winnetou warf sich mutig in die Schusslinie. Und so traf die Kugel ihn selbst anstatt seinen Blutsbruder. Bei dieser Filmszene hoffte damals die an den Nägeln knabbernde Fan-Gemeinde, dass der netteste Kerl mit Stirnband, den die Welt bis dahin gesehen hatte, vielleicht überleben würde. Doch Winnetou starb. Die Gefahr, die Winnetou heute bedroht, ist keine einzelne Patrone, sondern ein regelrechter Kugelhagel, dem auszuweichen schier unmöglich ist. Und während der Filmtod der freundlichen Rothaut diese Figur zumindest in den Gedanken der Fans weiterleben ließ, läuft es jetzt auf die vollständige Auslöschung des Häuptlings hinaus.

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