Denken und Handeln

AktuellesDemokratie – Medien – Aufklärung

Zwischen den Zeilen liegt ein anderes Land

Der Fall Uwe Steimle zeigt, wie unterschiedlich Deutschland bis heute Sprache, Satire und Erinnerung versteht
Ein Essay von Sabiene Jahn
Ein Strafverfahren beginnt gewöhnlich mit einem Anfangsverdacht. Ein öffentlicher Skandal beginnt anders. Er beginnt mit Bildern, Symbolen, Überschriften und der Reihenfolge, in der ein Ereignis erzählt wird. Wer verstehen will, weshalb aus einem Kulturabend in Dessau-Roßlau binnen weniger Stunden ein bundespolitischer Fall wurde, darf deshalb nicht allein auf zwei Sätze des Kabarettisten Uwe Steimle schauen. Er muss den ganzen Abend sehen, die Bühne, die Rollen, das Thema Frieden, die politische Umgebung, die Reaktionen des Publikums, das gemeinsame Singen zweier deutscher Hymnen und schließlich die mediale Dramaturgie, die aus diesen Elementen eine einzige, hoch aufgeladene Erzählung formte.

Weiterlesen
AktuellesDemokratie – Medien – AufklärungWeltanschauung & Philosophie

Vier Verschwindungen

Beitrag von Ulrich Gausmann
Roberto J. De Lapuente hat einen Text veröffentlicht, der sich mit sichtlichem Behagen an einer verbreiteten Mode, besser noch: Marotte des linken Milieus abarbeitet, nämlich an der Gewohnheit, jedes Übel dieser Welt, ob Krieg, Pandemie, Migration oder Klima mit dem pauschalen Verweis auf „Der Kapitalismus ist schuld“ zu erledigen und die Sache damit für erklärt zu halten. Der Vorwurf De Lapuentes an dieses Milieu ist nicht neu und auch beileibe nicht aus der Luft gegriffen, und ich stoße mich auch an denjenigen Linken, die den Begriff gebrauchen, wie Gläubige in der Kirche „Amen“ sagen. Insofern trifft der Verfasser einen wunden Punkt, und man könnte seinen Beitrag mit Gewinn lesen, wäre er das, als was er auftritt: eine nüchterne Abrechnung mit der Denkfaulheit. Er ist meines Erachtens nicht derjenige, der endlich einmal ausspricht, was viele zwar ahnen, aber nicht offen sagen, und ihm unterlaufen dabei folgenreiche Verwechslungen.

Weiterlesen
AktuellesVerbandsorgan FREIDENKER

FREIDENKER 2-26 – Künstliche Intelligenz – Selbstbestimmtes Denken?

Die Ausgabe 2-26 des Verbandsorgans FREIDENKER hat das Schwerpunkt-Thema „Künstliche Intelligenz – Selbstbestimmtes Denken?“ und enthält u.a. folgende Beiträge:
– Dagmar Henn: Musk, Morlocks und die magischen Müller
– Sebastian Bahlo: Gedanken zu Entstehung und Wesen der KI
– Andrea Komlosy: Die kybernetische Zukunft
– Michael Meyen: Zukunft ohne Wirklichkeit
– Maria Sacharowa: Digitaler Neokolonialismus

Weiterlesen
Kultur & Kunst

Lisa Fitz – Geschichte ist die Politik von gestern

Video von Lisa Fitz
Geschichte war gestern. Und es lohnt sich, bissl Rückschau zu halten … Weil Geschichte ist ja die Politik von gestern, die zum Heute geführt hat. Heute gibt’s überall Alarm! Ganz Europa ist müde. Müde vom Denken, vom Erinnern, vom eigenen Dasein. 

Weiterlesen
GeschichteVerbandsorgan FREIDENKER

Vor 100 Jahren erschien: Der Freidenker, Nummer 1

Beitrag aus: „FREIDENKER“ Nr. 3-25
1925 erschien unser Verbandsorgan zum ersten Mal. Damals hieß es „Zentralorgan“ und der herausgebende Verband hieß noch Verein der Freidenker für Feuerbestattung. Er wurde 1905 gegründet, 1922 wurde Max Sievers sein Sekretär und Geschäftsführer. Er profilierte den Verband als eine politisch-weltanschauliche Kulturorganisation und bereitete damit den Zusammenschluss mit der Gemeinschaft proletarischer Freidenker 1927 vor. […] Diese Entwicklung zu einem vereinigten Verband mit politisch-weltanschaulicher Aus­richtung wurde maßgeblich durch die seit 1925 erscheinende Zeitung „Der Freidenker“ vorbereitet und gefördert, die sich die „rein kulturelle Aufklärung im Sinne des wissenschaftlichen Sozialismus“ auf die Fahnen geschrieben hatte. Wir dokumentieren Auszüge aus dem Editorial von Carl Rückert, dem vom Vorstand bestimmten Herausgeber, und anschließend den Leitartikel von Max Sievers „Um des Geistes Freiheit“.

Weiterlesen
Demokratie – Medien – Aufklärung

„Fiffi-Politik“: Aus dem Bauch heraus und ohne Sinn und Verstand

Beitrag von Tom J. Wellbrock
Ricarda Lang (Bündnis 90/Die Grünen) bringt es auf den Punkt: „Im letzten Jahr haben wir gesehen, wie verwundbar uns die Abhängigkeit von fossilem Gas macht. Jede eingebaute Wärmepumpe, jede Sanierung, jedes neue Windrad macht uns unabhängiger von Putin und anderen autoritären Regimen. Die Energiewende schafft Sicherheit.“ Dieser Tweet lässt tiefer blicken, als es auf den ersten Blick scheint. Denn er belegt, dass Lang eine ganz besondere Fähigkeit fehlt: analytisches Denken. Schauen wir uns einmal die von Lang genannten Punkte etwas genauer an. „Im letzten Jahr haben wir gesehen, wie verwundbar uns die Abhängigkeit von fossilem Gas macht.“ Dieser Satz ist blanker Unsinn. Die sogenannte „Abhängigkeit“ von fossilem Gas war der Motor des wirtschaftlichen Erfolges Deutschlands. …

Weiterlesen