Geschichte

GeschichteKultur & Kunst

Indianer in der DDR

Beitrag von Ralf Lux aus FREIDENKER Nr. 4-25
Stellen Sie sich vor, wir befinden uns im Jahr 1973 und Sie machen einen Spaziergang durch den Thüringer Wald. Plötzlich hören Sie in der Ferne Trommeln und fremdartig klingende Gesänge. Neugierig folgen Sie den Geräuschen und erreichen eine Lichtung. Was Sie dort sehen, können Sie kaum fassen. Die ganze Lichtung ist mit Indianertipis vollgestellt und mehrere hundert Menschen, gekleidet wie echte Indianer, führen singend einen Tanz auf. Sollten Sie ein Besucher aus der BRD sein, werden Sie wahrscheinlich unweigerlich an Karl May denken. Als DDR-Bürger eher an Gojko Mitić, dessen letzten Film Sie gerade kürzlich zu den Sommerfilmtagen gesehen haben. Tatsächlich hat das, was sich da abspielt, indirekt auch mit Karl May zu tun; sogar in zweifacher Hinsicht. …

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Verbandsorgan FREIDENKER

FREIDENKER 4-25 – Indianerland in Indianerhand

Die Ausgabe 4-25 des Verbandsorgans FREIDENKER hat das Schwerpunkt-Thema „Indianerland in Indianerhand“ und enthält u.a. folgende Beiträge:
– Klaus Hartmann: „Amerika gegen Europa“
– Leonard Peltier geht nach Hause! Er ist frei nach einem halben Jahrhundert ungerechtfertigter Inhaftierung
– Andreas Wehr: Das Erbe der Herrenvolkdemokratien
– Indianer – darf man das noch sagen?
– Jenny Farrell: Frantz Fanon (1925–1961) – Arzt, Revolutionär, Vordenker der Dekolonisierung
– Ralf Lux: Indianer in der DDR
– Wolfgang Bittner: Die Entdeckung Europas durch die Amerikaner

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Demokratie – Medien – Aufklärung

Wissen und Waffe

Ein Kommentar von Stefan Siegert
Nach Heinrich Heine braucht der deutsche Donner, wenn es revolutionär geblitzt hat in der Weltgeschichte, immer etwas länger. Wer hätte aber gedacht, dass sich der Untergang des Abendlands in Deutschland in solch einem Höllentempo vollziehen würde? Er treibt immer neue, immer irrere und eigentlich schon kulturklinische Blüten. Die Frage, was ein neues Gewehr eines bestimmten Rüstungskonzerns alles kann, gehört – wenn überhaupt irgendwohin – in die herkömmliche Staatsmord-Werbung oder in ein entsprechendes Fachmagazin. Ins Ressort „Wissen“ gehörte sie offiziell erst ab 1933, dann verschwand sie ab 1949 für eine Weile. Bis sich in den 2020er Jahren riesige Medienkonzerne wie RTL mit dem Nachrichtenkanal ntv wieder daran erinnerten …

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Demokratie – Medien – AufklärungGeschichte

Der Abend, an dem der Wolf die Zähne niederlegte

Ein Essay von Sabiene Jahn
Es beginnt mit einer Stille, die keine ist. Hundert, vielleicht weit über hundert Menschen sitzen an diesem Abend in der „Zweiten Heimat“ in Höhr-Grenzhausen. […] Draußen herrscht die gewohnte Lautstärke unserer Gegenwart: Schlagzeilen, Eilmeldungen, geopolitische Prognosen, politische Erschöpfung, ein Land in dauerndem Alarmmodus. Drinnen wirkt es, als hätten die Menschen die Tür geschlossen, um für einen Moment dem Dröhnen zu entkommen. Und dann tritt Eugen Drewermann nach vorne – langsam, ohne Pathos, ohne Anspruch auf Wichtigkeit, und doch mit einer inneren Selbstverständlichkeit, die den Raum sofort ausrichtet. Er steht dort wie jemand, der weiß, dass Worte heilen können, wenn man sie nicht wie Waffen gebraucht.

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Demokratie – Medien – Aufklärung

„Diese Denkmäler sind für uns heilig“

Gespräch von Wladislaw Sankin mit DDR-Jurist Hans Bauer über Umwidmung der Sowjetehrenmale
Im Namen vieler ehemaligen DDR-Bürger erteilt Rechtsanwalt Hans Bauer Überlegungen über die Umwidmung der Sowjetehrenmale eine klare Absage. Diese Versuche grenzten an Sakrileg. Man würde damit auch an der historischen Wahrheit über enorme Opfer der Sowjetunion vergreifen. […] Bauer: Es ist unglaublich, was dort beraten wurde. Noch dazu auch ohne russische Vertreter, auch keine weißrussischen Vertreter dort. Also, wie man mit der Vergangenheit umgeht, vor allen Dingen mit dem Sieg der Alliierten und vor allen Dingen auch der Roten Armee. Diese Denkmäler, die sind für uns, und ich spreche jetzt auch nicht nur, aber vor allen Dingen auch für die ehemaligen DDR-Bürger, die sind so, ja, ich möchte sagen, fast heilig. Ich bin kein Heiliger, ich bin kein Christ, aber das ist so wichtig für uns, …

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Kultur & Kunst

Lisa Fitz – Homo Dilettantis – eine kleine Evolutionsgeschichte

Video von Lisa Fitz
Am Anfang war der Mensch. Behaart, begrenzt, bewaffnet mit Neugier. Der Homo sapiens noch nicht … erst mal erectus – stolz auf seinen aufrechten Gang, völlig ohne Bandscheibenvorfall. Er jagte. Er sammelte. Und er hatte: frische Luft, null Bürokratie. Ein Beerenbuffet am Waldrand, 20-Stunden-Woche, Work-Life-Balance Deluxe. Das Gehirn war noch zuständig für Dinge wie „Hunger“ oder „Tiger“. Heute: „PowerPoint“ und „Pendlerpauschale“.

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Demokratie – Medien – AufklärungGeschichte

Video: Seit mehr als 100 Jahren – Krieg um Palästina

Friedensverhandlungen – aber die Palästinenser sind nicht dabei.
Video eines Vortrages von Karin Leukefeld, gehalten am 04.11.2025 in Bremen
Die renommierte Journalistin und Korrespondentin Karin Leukefeld, diesmal zu Gast in Bremen, analysiert das Interessengeflecht um einen Waffenstillstand / Frieden in Gaza. […] Ihr Schwerpunkt ist es, über „Das Leben hinter den Schlagzeilen“ im geopolitischen Zusammenhang internationaler Konflikte zu berichten. Die Missachtung des internationalen Rechts zeigt den auf Expansion zielenden Charakter des Staates Israel: Groß Israel ist das immer unverblümter genannte Ziel der Kriege, die Israel in Gaza, dem Westjordanland, in Libanon, Syrien, Irak, Jemen und Iran führt. Was bedeutet der Völkermord an den Palästinensern? Welche Zukunft gibt es für die Region? Welche Rolle haben die Vereinten Nationen? Welche Interessen verfolgen deutsche Regierungen im Schulterschluss mit Israel? Was tun?

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Frieden - Antifaschismus - SolidaritätZentrale Veranstaltungen

Friedenstaub – IV. Nationales Denkfest der Aktiven

Einladung zu Friedenstaub – IV. Nationales Denkfest der Aktiven vom 28. – 30. November 2025 im Ferienpark Retgendorf
Liebe Friedensfreundinnen und Freunde, mit unseren Denkfesten der Aktiven haben wir uns vorgenommen uns zu bestärken, zu motivieren, zusammzuführen und Mut zu geben. An den Gründen unseres Treffens, nämlich Waffenhandel, Geschichtsfälschung, Krieg, politische Verdummung, Ausgrenzung zu bekämpfen und damit die Notwendigkeit unseren Einsatz für Diplomatie, Völkerfreundschaft, Solidarität und Frieden zu verstärken hat sich nichts geändert. Der Weg, auf den wir uns begeben haben, hin zu Humanismus, Solidarität und Frieden ist lang. Wie wohltuend kraftspendend es ist, Menschen zu treffen, die ähnlich denken oder einfach in offenen Gesprächen nach der Wahrheit und Friedenslösungen suchen, haben wir alle schon erfahren.

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Arbeit & Soziales

China mit anderen Augen (2)

Teil 2: Faszination und Beklommenheit angesichts atemberaubender Entwicklungen
Reisebericht von Wolfgang Effenberger
Ein zentraler Höhepunkt auf der Reise durch das moderne China war der Besuch des Drei-Schluchten-Staudamms in Sandouping an Chinas größtem Fluss, dem Jangtse. Dieses technische Monument ist nicht nur eine der größten Staumauern der Welt, sondern auch das leistungsstärkste Wasserkraftwerk auf dem Planeten. Mit einer Länge von etwa 2.309 Metern und einer Höhe von 181 Metern erhebt sich die Betonmauer majestätisch über den Fluss – ihre Breite variiert von 126 Metern am Fuß bis zu 40 Metern an der Krone. Der Bau des Staudamms erfolgte in drei Etappen: Nach Infrastrukturmaßnahmen und dem eigentlichen Bau 1993 bis 1997, folgten zwischen 1998 und 2003 der Bau der Kraftwerksanlagen am Nordufer sowie erste Flutungen, und zuletzt von 2004 bis 2009 die fertigstellenden Arbeiten am Südufer inklusive Schiffshebewerk.

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Arbeit & Soziales

China mit anderen Augen (1)

Teil 1: Erstaunen und Demut angesichts der überwältigenden Vergangenheit
Reisebericht von Wolfgang Effenberger
Als der englisch-amerikanische Botaniker Ernest Henry Wilson 1913 nach seinen Expeditionen durch das revolutionäre China bilanzierte, das Land werde wie der Phönix neu erstehen und eines Tages gemeinsam mit dem Westen das Schicksal der Welt bestimmen, konnte er nicht ahnen, mit welch überwältigender Kraft sich seine Prophezeiung erfüllen würde. Mehr als ein Jahrhundert später hat sich das Antlitz Chinas tiefgreifend gewandelt – und jede Reise durch das Land macht dies eindrucksvoll erfahrbar. Im September 2025 begab ich mich auf eine 14-tägige Rundreise durch das gegenwärtige China, nicht zuletzt als Bauingenieur war ich gespannt darauf, Wilsons Vision mit eigenen Augen zu überprüfen.

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Geschichte

Die Gründung der DDR 1949

Ein historischer Überblick von Wolfgang Schürer
Die SMAD wurde am 09. Juni 1945 gebildet, nachdem die Sowjetunion, die Vereinigten Staaten, das Vereinigte Königreich und Frankreich 4 Tage vorher die volle Souveränität über Deutschland übernommen hatten. […]
Am 26. November 1947 rief die SED alle Deutschen auf, einen Volkskongress zwecks Erhalts der Einheit Deutschlands zu bilden. […] Am 07. Oktober 1949 erklärte sich der Deutsche Volksrat zur provisorischen Volkskammer und setzte die Verfassung in Kraft. Damit war aus der Sowjetischen Besatzungszone ein Staat, die DDR, gebildet worden. 3 Tage später wurde die SMAD aufgelöst. Die Volkskammer beauftragte Otto Grotewohl (1894-1964) mit der Regierungsbildung. […] Am 11. Oktober 1949 wurde Wilhelm Pieck (1876-1960) von der Volkskammer zum Präsidenten der DDR gewählt.

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