Corona und der neue wahre Glauben

Beitrag von Joachim Guilliard
In Krisen und Katastrophenzeiten wandten sich Menschen seit jeher verstärkt Religionen zu, suchten im Glauben Trost, Sinn und Hoffnung. Im Zuge der Corona-Krise entstand eine neue große Glaubensgemeinschaft, die sich breit über nahezu alle politische Lager erstreckt. Sie gründet auf der großen Zahl derer, die mit Beginn der Pandemie zu glauben begannen, die bürgerlich-kapitalistische Regierung hätte sich vom Saulus zum Paulus gewandelt: obwohl sie bis dato eine Politik betrieb, die die Armen ärmer und die Reichen reicher machte, orientiere sich ihr ganzes Streben nun nur noch am Schutz der Gesundheit ihres Volkes.

Weiterlesen

Die Pandemie-Priester

Beitrag von Anke Behrend
Der Corona-Kult ist mittlerweile unübersehbar und bestens beschrieben. Unter dem Firnis der Phänomene erscheint das Pandemiegeschehen in Gänze mit all seinen Protagonisten, Erzählungen, sozialen und kulturellen Referenzen als eine inszenierte Religion mit etlichen, seit Jahrhunderten eingeübten und in die DNA der Gesellschaft eingeschriebenen Stilmitteln der Macht und Manipulation. So nimmt es nicht wunder, dass von Beginn an quasireligiöse Formulierungen auf traditionelle Erzählungen der Kirche verwiesen. Sprache, die uralte Assoziationen weckt, bestimmte die Kommunikation der Politik.

Weiterlesen

Gemeinsam statt getrennt! KORSO fordert Reform des Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen

Wortmeldung des Koordinierungsrates säkularer Organisationen KORSO e.V. vom 27.07.2021:
Auf Einladung des KORSO kamen am vergangenen Freitag, 23. Juli 2021, 30 Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Organisationen aus dem säkularen Spektrum per Videokonferenz zu einer Themenwerkstatt zusammen, um sich über die Zukunft des Religionsunterrichts auszutauschen – aus säkularer Perspektive. Nach ausführlicher Debatte einigten sich die Anwesenden auf drei Konsenspunkte, die eine Grundlage bilden für künftige Forderungen des KORSO

Weiterlesen

Säkulare Weihnacht: Aufklärung bringt Hoffnung und Licht in dunkler Zeit

Stellungnahme des Koordinierungsrats säkularer Organisationen KORSO e.V.
Das bevorstehende Weihnachtsfest soll in besonderer Weise eine Zeit der Ruhe und Besinnung, der Familie und der Mitmenschlichkeit werden. Weihnachten wird jedoch von Politik und Medien noch immer fast ausschließlich als christliches Fest dargestellt. Die dahinterstehende verengte Sichtweise ist historisch angreifbar, kulturell einseitig und gesellschaftspolitisch verfehlt. … Ein Großteil der heutigen Menschen wartet nicht auf das Jesuskind, sondern auf Problemlösungen. Sonderregelungen für Gottesdienste in Pandemiezeiten sind daher abzulehnen.

Weiterlesen

Der Mensch als Auslaufmodell – über die Ideologie des IT-Kapitals

Beitrag von Werner Seppmann aus FREIDENKER 3-18
Auf der untersten Ebene der Computerreligion geht es um die Hoffnung, dass sich auf rein technologischer Grundlage alle sozialen und zivilisatorischen Probleme lösen ließen. Lasst uns nur machen, lautet die Parole der IT-Kapitalisten, legt uns keine regulatorischen Steine in den Weg – und alle werden davon profitieren! … Ihren Kern bilden technologisch determinierte Allmachtsphantasien, die letztlich im Plan zur Schaffung eines neuen Menschen kulminieren, der sich auch der Unsterblichkeit erfreuen soll: Es geht um die Gottwerdung des Menschen …

Weiterlesen

Religion: Thesen

Aus: „FREIDENKER“ Nr. 4-16
Diese Thesen standen zwei Jahre im Freidenkerverband zur Diskussion, das zum Verbandstag im Juni 2016 in Potsdam vorgelegte Ergebnis wurde in dessen Auftrag nochmals vom Verbandsvorstand bearbeitet.
Auszug: Weltweit erleben Religiosität und Religionen in ihren unterschiedlichen Ausprägungen wieder einen Aufschwung. Um diese Entwicklung zu verstehen, muss man sich klarmachen: die Menschen haben nicht einfach Ideen, sondern sie reflektieren in ihnen ihr soziales und politisches Dasein. …
Als Kulturorganisation treten die Freidenker für eine menschenwürdige, humane Gesellschaft ein. Sie ist keine Gottesgabe, sie muss erkämpft werden. Deshalb müssen die Menschen aus der passiven Rolle als Objekt der Herrschenden heraustreten, und zum Subjekt ihrer Geschicke werden.

Weiterlesen

Gedanken über Religiosität

Beitrag von Jan Bretschneider aus: „FREIDENKER“ Nr. 4-16
Das Jahr 2017 ist zum Lutherjahr deklariert worden. Es gilt u. a., das Wirken Martin Luthers und 500 Jahre Reformation christlicher Religion spontan und in sorgfältig gesetzte Rahmen zu würdigen. Themen wie z. B. religiöser Pluralismus, religionsbezogene Deutungsmacht und Deutungshoheit, Glaube und Unglaube, Religionswissenschaften und Religionspraktiken wurden und werden in den Mittelpunkt vieler Diskussionen gerückt.
Diese und weitere Aktivitäten können nur von statten gehen, wenn ein menschliches Persönlichkeitsmerkmal vorhanden ist, welches wir als Religiosität bezeichnen.

Weiterlesen

FREIDENKER 4-16 – Religion

Die Ausgabe 4-16 des Verbandsorgans FREIDENKER hat das Schwerpunkt-Thema „Religion“ und enthält u.a folgende Beiträge:
– Verbandsvorstand: Religion – Thesen
– Jan Bretschneider: Gedanken über Religiosität
– Thomas Loch: „Mythos Luther“? Sektiererischer Atheismus oder marxistische Religionskritik
– Gerhard Feldbauer: Welchen Weg geht Franziskus?
– Sebastian Bahlo: Erntedank – weltlich feiern

Weiterlesen

FREIDENKER 4-15 EXTRA – Nützlicher Freind: Der „Faktor Islam“

Die Extra-Ausgabe 4-15 des Verbandsorgans FREIDENKER enthält die Beiträge der Konferenz „Nützlicher Freind: Der „Faktor Islam“ in den Weltmachtstrategien des Westens“, die am 12.09.2015 in Frankfurt am Main stattfand. Darin u.a.:
– Klaus Hartmann: Freidenker – Religionskritik – Islam
– Klaus von Raussendorff: Der takfiristische Terrorismus in der Debatte der Islamgelehrten
– R. W. Rupp: Unterwegs im US-Auftrag
– Elias Davidsson: Mythos „Islamistischer Terrorismus“:
– Sabine Schiffer: Islamophobie – Medienkampagnen zur rassistischen Kriegsmobilmachung
– Nico Jühe: Die Bedeutung der Nation im Freiheitskampf der arabisch-islamischen Welt
– Hossein Pur Khassalian: Demokratie in der Islamischen Republik?

Weiterlesen

Freidenker und Religion

Thesen von Horst Schild aus: FREIDENKER 4-13
Zwischen Religiosität und präsenter Religion einerseits und sozialökonomischer und politisch-ideologischer Situation andererseits besteht ein Zusammenhang. Ihn weiterhin transparent zu machen, sollte Teil unserer Aufklärungsstrategie bleiben. Denn die krisenhafte, durch den Imperialismus verursachte globale Entwicklung, die daraus resultierende Zunahme von Massenverelendung und auch von medienunterstützter geistiger Verunsicherung und Verdummung ist nicht zu übersehen.

Weiterlesen

Religionskritik unter Islamophobie-Verdacht?

Beitrag von Klaus Hartmann aus: FREIDENKER 3-13
Die Frage soll lauten, ob es erlaubt ist, den Islam zu kritisieren. Oder ob Freidenker sich aus ‚antiimperialistischen Gründen’ scheuen, dies zu tun. Von mancher Seite wird dem Freidenkerverband vorgehalten, seine Aufgabe der Religionskritik zu vernachlässigen und einem Kulturrelativismus zu huldigen. Das ist freilich ein unzutreffendes Zweckargument, schon die Themen unserer Heftschwerpunkte dementieren den Vorwurf: Im Dezember 1994 war dies „Fundamentalismus. Beispiel Islam“ und im Dezember 2004 „Philosophie und freies Denken im islamischen Kulturkreis“. Die Titel-Formulierung macht allerdings auch klar, dass wir nicht … in das übliche Islam-Bashing … einstimmen. Wir warnen vielmehr vor einer rassistischen Stimmungsmache.

Weiterlesen