Autor: Webredaktion

GeschichteReligions- & Kirchenkritik, Säkulare Szene

Das Erbe der Herrenvolkdemokratien

Beitrag von Andreas Wehr aus: „FREIDENKER“ Nr. 4-25
Herrenvolkdemokratien – die Herrschaft Weißer in kolonisierten Ländern – zeichnen sich durch besonders brutale Formen der Unterdrückung der Indigenen aus. Domenico Losurdo hat sich mit diesem Phänomen im Rahmen seiner Liberalismus-Studien intensiv auseinandergesetzt. Sowohl die Niederländische und die Englische als auch die Amerikanische Revolution haben der Entwicklung der Freiheit, der politischen Gleichheit und der Demokratie entscheidende Impulse gegeben. Doch das alles galt nur für die Weißen, für die Bevölkerungen der westlichen, kolonisie­renden Länder und auch lange Zeit nur für die wenigen Besitzenden dort. In den Kolonien erkämpften sich europäische Einwanderer Freiheitsrechte und verlangten nach staat­licher Unabhängigkeit. Nach Losurdo kann man ohne die Sklaverei (und die darauffolgende Rassentrennung) „die ‚amerikanische Freiheit‘ nicht verstehen: sie wachsen, sich gegenseitig stützend, gemeinsam heran. …“

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GeschichteKultur & Kunst

Indianer in der DDR

Beitrag von Ralf Lux aus FREIDENKER Nr. 4-25
Stellen Sie sich vor, wir befinden uns im Jahr 1973 und Sie machen einen Spaziergang durch den Thüringer Wald. Plötzlich hören Sie in der Ferne Trommeln und fremdartig klingende Gesänge. Neugierig folgen Sie den Geräuschen und erreichen eine Lichtung. Was Sie dort sehen, können Sie kaum fassen. Die ganze Lichtung ist mit Indianertipis vollgestellt und mehrere hundert Menschen, gekleidet wie echte Indianer, führen singend einen Tanz auf. Sollten Sie ein Besucher aus der BRD sein, werden Sie wahrscheinlich unweigerlich an Karl May denken. Als DDR-Bürger eher an Gojko Mitić, dessen letzten Film Sie gerade kürzlich zu den Sommerfilmtagen gesehen haben. Tatsächlich hat das, was sich da abspielt, indirekt auch mit Karl May zu tun; sogar in zweifacher Hinsicht. …

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AktuellesVerbandsorgan FREIDENKER

FREIDENKER 4-25 – Indianerland in Indianerhand

Die Ausgabe 4-25 des Verbandsorgans FREIDENKER hat das Schwerpunkt-Thema „Indianerland in Indianerhand“ und enthält u.a. folgende Beiträge:
– Klaus Hartmann: „Amerika gegen Europa“
– Leonard Peltier geht nach Hause! Er ist frei nach einem halben Jahrhundert ungerechtfertigter Inhaftierung
– Andreas Wehr: Das Erbe der Herrenvolkdemokratien
– Indianer – darf man das noch sagen?
– Jenny Farrell: Frantz Fanon (1925–1961) – Arzt, Revolutionär, Vordenker der Dekolonisierung
– Ralf Lux: Indianer in der DDR
– Wolfgang Bittner: Die Entdeckung Europas durch die Amerikaner

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Demokratie – Medien – Aufklärung

Kanzler Merz und seine Bielefeld-Verschwörung

Das Schicksal der Ukraine ist untrennbar mit der Beutegier der transatlantischen Eliten verbunden
Beitrag von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam
Bundeskanzler Merz, Regierungsklärung: „Die Sicherheit Europas ist untrennbar mit dem Schicksal und der Sicherheit der Ukraine verbunden. Untrennbar.“ Donnerknack, der Fritze! Hat es mal wieder drauf. Die Tagesschau fragte gleich gar nicht mehr, wie er denn seine schaumige „These“ begründe. Sie gab bloß etwas Speichel bei: „Es ist eine Rede mit historischer Schwere“. Mamma mia! Als ob es dem Fritz ums Überleben der europäischen Menschheit ginge und nicht bloß ums Schachern mit ukrainischem und russischem Eigentum. Und als ob Russland nicht zu Europa gehörte. Wenn Merz plötzlich behauptete, „Bielefeld gibt es nicht“, dann würden diese Tagesschau-Genies es ihrem TV-Publikum garantiert genauso fromm verklickern.

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Demokratie – Medien – Aufklärung

Lord Skidelsky entlarvt Kriegshetzer

Beitrag von Rainer Rupp in drei Teilen
Teil I: Die Täuschungen hinter der Ukraine-Debatte – In seinem aktuell auf Substack veröffentlichten Beitrag analysiert der britische Wirtschaftshistoriker, Antimilitarist und Lord auf Lebenszeit Robert Skidelsky die aktuelle Debatte um den Ukraine-Konflikt und die damit verbundene wahnsinnige Aufrüstung in Europa.
Teil II: Das Budapester Memorandum – Von NATO-Propagandisten viel zitiert, soll damit Russlands Unfähigkeit belegt werden, internationale Abkommen zu halten. Aber auch das ist nur eine Luftnummer. Warum sollte sich Moskau an ein Abkommen halten, nachdem es von der Gegenseite seit Jahren immer wieder gebrochen wurde?
Teil III: Doppelmoral der „Unverletzlichkeit der Grenzen“ – Der letzte Teil der Artikelreihe schildert die Überlegungen des britischen Ökonomen und Geostrategen Lord Skidelsky zur vom Westen diktierten „Heiligkeit der Grenzen“, zur Ablehnung einer russischen Einflusssphäre trotz Monroe-Doktrin und zum Versuch, der Bevölkerung Angst einzujagen, um mit Rüstung die Industrie zu beleben.

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Demokratie – Medien – Aufklärung

EU: Wie Menschenrechte und Demokratie schwinden

Von Dagmar Henn
Wird das irgendwann von alleine enden, wie ein Ouroboros, der sich vollständig selbst verschlungen hat? Die neueste Sanktionsliste der EU knüpft mit ihrer Sanktionierung des Schweizer Obersts a.D. Jacques Baud dort an, wo bereits die letzte mit der erstmaligen Sanktionierung von Unionsbürgern an Kernpunkten des bürgerlichen Rechts zu graben begonnen hatte. Baud soll übrigens nicht in der Schweiz, sondern in einem EU-Land leben ‒ zumindest war das der Stand vor der Verhängung der Sanktion. Kaum anzunehmen, dass es dabei bleibt. War es die französische Regierung, die ihn auf die Sanktionsliste setzte, oder doch die deutsche, die als erste diese Grenze überschritt? Der französische Außenminister pries sich für zwei weitere Sanktionierte, aber nannte Baud nicht persönlich.

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Demokratie – Medien – Aufklärung

EU-Gipfel: Der Kanzler ist nackt

Beitrag von Gert Ewen Ungar
Die EU ist mit ihrem Vorhaben, das eingefrorene russische Vermögen zu stehlen, am Widerstand einiger ihrer Mitgliedstaaten gescheitert. Auch der Plan B, eine gemeinschaftliche Schuldenaufnahme der EU-Staaten zugunsten der Ukraine, ist aufgrund der Verweigerung dreier Länder gescheitert. Das Risiko teilen sich die verbliebenen 24 Staaten der EU. Ebenfalls gescheitert ist damit Bundeskanzler Merz. Er sagte im Vorfeld, es gebe keine Alternative, als das russische Vermögen als Sicherheit für einen Kredit zugunsten der Ukraine zu verwenden und damit faktisch Diebstahl zu begehen. Jetzt ist Merz darum bemüht, seine klare Niederlage in einen Erfolg umzudeuten. Merz ist ein Blender.

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Geschichte

Das Leben musste neu gestaltet werden

Zum 80. Jahrestag der gemeinsamen Konferenz des ZK der KPD und des Zentralausschusses der SPD (60er-Konferenz) am 20./21. Dezember 1945
Beitrag von Anton Latzo
So froh die Menschen in Deutschland im Sommer 1945 waren, den Krieg überlebt zu haben, so unklar waren den meisten von ihnen die Zukunft und der Weg dorthin. Depression und Unsicherheit herrschten bei großen Teilen der Bevölkerung, tagtäglicher Überlebenskampf im zerstörten Land standen im Mittelpunkt. Aus diesem lähmenden Zustand auszubrechen und bewusst die Grundlagen für einen friedlichen Neubeginn zu gestalten – das war die Aufgabe im Winterhalbjahr 1945/46. Die Befreiung des deutschen Volkes vom Hitlerfaschismus und die Zerschlagung der faschistischen Truppen durch die sowjetische Rote Armee und ihre Verbündeten in der Antihitlerkoalition schufen Voraussetzungen für eine Wende in der deutschen Geschichte.

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Demokratie – Medien – Aufklärung

Trumps neue Nationale Sicherheitsstrategie auf dem Prüfstand

Meinungsbeitrag von Wolfgang Effenberger
Donald Trumps neue Sicherheitsstrategie stellt eine stark national orientierte „America First“-Linie ins Zentrum und kündigt eine militärische und politische Schwerpunktverlagerung in die westliche Hemisphäre – beide amerikanischen Kontinente – und in den Indo-Pazifik an samt Wiederbelebung der Monroe-Doktrin von 1823 („Amerika den Amerikanern“). Daher stammt auch der Begriff „Korollar zur Monroe-Doktrin“. Ein Korollar bezeichnet eine Ergänzung, die Entwicklung eines bestimmten geopolitischen Projekts, und genau dieses Korollar Trumps ist im Wesentlichen die Schwerpunktverlagerung der Großmacht USA in die westliche Hemisphäre. Mit Russland soll nun eine „strategische Stabilität“ angestrebt werden. So finden sich im Strategiepapier keine scharfen öffentlichen Schuldzuweisungen im Ukraine‑Kontext.

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Zeit der Verleumder - Freidenker für Klartext

Darf man überhaupt noch Indianer sagen?

Interview von Klaus Hartmann mit Gawan Maringer
Der Arbeitskreis Indianer Nordamerikas (AKIN) mit Sitz in Wien wurde 2024 durch die einladende „entwicklungspolitische NGO“ von einer großen Kultur-Veranstaltung zu Gunsten von Menschenrechten und Entwicklungspolitik ausgeschlossen. Begründung: Die Indianer im Namen des Arbeitskreises. In Vorbereitung des nächsten FREIDENKER mit dem Titel „Indianerland in Indianerhand“ sprach Klaus Hartmann mit Gawan Maringer, stellvertretender Obmann des Arbeitskreis Indianer Nordamerikas und seit 1999 in diesem tätig. Seit 2001 ist er für und mit RepräsentantInnen Indigener Völker, insbesondere aus Nordamerika, in diversen UN-Gremien in New York und Genf tätig. Maringer hat zwei Universitätsabschlüsse als Magister in Kultur- und Sozialanthropologie sowie Publizistik und Internationale Entwicklung, beide mit Schwerpunkt Rechte Indigener Völker, unter der Betreuung des Univ.- Prof. Dr. Kuppe.

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Demokratie – Medien – Aufklärung

Naht NATO Nahtod?

Beitrag von Stefan Siegert
Im gewohnt NATO-blauen Wikipedia ist … zu lesen: Operation Allied Force (OAF; ungefähre Übersetzung: „Unternehmen Bündnisstreitmacht“) war der Deckname einer militärischen Operation der NATO gegen die Bundesrepublik Jugoslawien, die sie im Rahmen des Kosovokrieges vom 24. März bis 10. Juni 1999 durchführte. Die im Wesentlichen von den Vereinigten Staaten geführte Militäroperation war der erste Krieg, den die NATO sowohl außerhalb eines Bündnisfalls, dessen Ausrufung bis dahin als Grundlage eines NATO-weiten Vorgehens galt, als auch ohne ausdrückliches UN-Mandat führte. Die Völkerrechtsmäßigkeit des Einsatzes ist bis heute umstritten.Dass „die Völkerrechtmäßigkeit des Einsatzes (…) bis heute umstritten“ ist, mag ja sein. Die Völkerrechtswidrigkeit ist unbestritten. Der somit völkerrechtswidrige Angriffskrieg der NATO auf die Bundesrepublik Jugoslawien, anschließend die sogenannten „Jugoslawienkriege“, waren erst der Anfang.

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