44. Kongress der Freidenker-Weltunion

Bericht vom 44. Kongress der Weltunion der Freidenker vom 24. bis 26. Mai 2013 in Mannheim
Im Mittelpunkt der Tagung stand das Verhältnis des Freien Denkens zur Politik: Der Vorstellung, die Freidenker sollten sich auf Themen der Religions- und Kirchenkritik beschränken, hielt Klaus Hartmann in seinem Referat entgegen: „Freidenker kämpften immer gegen die Privilegien der Kirche, und wenn der Papst als verschworener Gegner der Befreiungstheologie scheinheilig gegen „Gier und Gewalt“ predigt, werden wir ihm nicht das Feld überlassen, und selbst nur noch über die jungfräuliche Empfängnis, den Weihnachtsmann oder über pädophile Priester reden.“

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Wa(h)re Filmkunst, Falsche Fälschung

Beitrag von Hans-Günther Dicks aus: FREIDENKER 2-13
„Der Film ist für uns die wichtigste der Künste.“ So stand es in den 1970er und frühen 1980er Jahren auf großen Bannern neben der Leinwand bei den internationalen Filmfestivals in Moskau oder Taschkent, … Die darunter genannte Quelle: Wladimir Iljitsch Lenin. Heute, beim Nachdenken über die Rolle der Filmkunst in 21. Jahrhundert, scheint mir klar: Der Satz auf den Bannern stimmt längst nicht mehr, er war schon in den 1980er Jahren nicht mehr aktuell. Das Filmschaffen der sozialistischen Länder, das zwischen den Bannern präsentiert wurde, schien nur wenig noch mit Lenins Ausspruch zu tun zu haben, dafür umso mehr mit dem Versuch, mit Hollywood-Imitationen den Weltmarkt zu erobern.

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Was ist gute / fortschrittliche Kunst?

Beitrag von Jürgen Meier aus: FREIDENKER 2-13
Kunst ist die in Form gesetzte Ideologie einer Zeit. Da die herrschende Ideologie stets die Ideologie der Herrschenden ist, kann es nicht verwundern, dass die Kunst, wie die ästhetischen Theorien, von jenen Formsetzungen dominiert werden, die verhindern wollen, dass die Kunst zu dem wird, was sie sein kann: Selbstbewusstsein der Menschheit. Viele der heutigen Künstler, die durchaus mit der Absicht antreten, die Fähigkeit ihres Talents in den Dienst menschlicher Harmonie zu stellen, bleiben im Banne der herrschenden Ideologie stecken.

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FREIDENKER 2-13 – Kunst – Anpassung – Widerstand

Die Ausgabe 2-13 des Verbandsorgans FREIDENKER hat das Schwerpunkt-Thema „Kunst – Anpassung – Widerstand“ und enthält u.a folgende Beiträge:
– Jürgen Meier: Was ist gute / fortschrittliche Kunst?
– Thomas Metscher: Ästhetik und Imperialismus
– Werner Seppmann: Ästhetik ohne Widerstand: Das Beispiel Documenta
– Hans-Günther Dicks: Wa(h)re Filmkunst, falsche Fälschung Eine Polemik gegen den „wichtigen“ Film
– Anneliese Fikentscher: Das Lichtbild dient der Aufklärung und Desorientierung
– Hartmut Barth-Engelbart: Widerstandskunst

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44. Kongress der Weltunion der Freidenker, 24. bis 26. Mai 2013

Veranstaltungshinweis
Der 44. Kongress der Weltunion der Freidenker findet vom 24. bis 26. Mai 2013 in Mannheim, Bürgerhaus Neckarstadt, Lutherstraße 15-17 statt. Das Motto lautet „Freies Denken und die Bereiche von Wirtschaft, Gesellschaft, Politik“. Zur Teilnahme am Samstag, 25.05.2013 seid ihr herzlich eingeladen. Am Sonntag, 26. Mai 2013 findet um 11:45 eine „Freidenkerische Stadtführung durch die Heidelberger Altstadt“ statt.

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Selbstbestimmungsrecht und Bundesarbeitsgericht

Heilige Kinderschänder sind’s zufrieden
Nicht aus Zweifel an Gottes Gnade oder der Jungfrauengeburt trat ein 60jähriger Sonderpädagoge in Mannheim aus der Kirche aus. Es war nur seine Enttäuschung über die ‚Missbrauchsfälle‘, also die Sexualstraftaten der Gottesdiener, die ihn 2011 bewogen, die Katholische Kirche zu verlassen. Die war bisher sein Arbeitgeber, und folgte ungnädig dem bekannten Motto „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Der Mann wurde entlassen, und das Bundesarbeitsgericht in Erfurt gab ihm am Donnerstag Recht – ihm, dem Klerus natürlich und seinen Rachegelüsten.

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„Nein“ zur Kriegsbeteiligung gegen Syrien!

Die Friedensgesellschaft der Türkei, unter Schirmherrschaft des Weltfriedensrates, organisiert eine Internationale Friedenskonferenz in Istanbul und Antiochia in der Zeit vom 25. bis 29. April 2013. Wir wollen eine Botschaft der Solidarität an die Friedenskonferenz in Istanbul und Antiochia senden und den Kampf gegen die schändlichen Interventionen von außen und gegen die Beteiligung von NATO und Deutschland an der Zerstörung von Syrien fortsetzen. Wir rufen Euch auf, am Freitag, den 26. April, 17 Uhr an einer Mahnwache am Brandenburger Tor/Pariser Platz in Berlin teilzunehmen.

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Gründung des Bündnisses gegen Folter in der Psychiatrie

Der Deutsche Freidenker-Verband unterstützt und begrüßt die Gründung des Bündnisses gegen Folter in der Psychiatrie.
Aus dem Gründungsaufruf des Bündnisses: „… Deshalb fordern wir alle Landes- und den Bundesgesetzgeber auf, alle Sondergesetze, die psychiatrische Zwangsbehandlung legalisieren, sofort für ungültig zu erklären. Nur so kann kurzfristig die Forderung nach einem absoluten Folterverbot in Deutschland verwirklicht werden. Das Verbot der Folter ist eines der wenigen absoluten und unveräußerlichen Menschenrechte, ein ius cogens, eine zwingende Norm des internationalen Rechts.“

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Vor dreihundert Jahren – „Discourse of Free-thinking“

Beitrag von Horst Schild aus FREIDENKER 1-13
Im Jahr 1713 erschien in London ein Buch mit dem Titel „Discourse of Free-thinking“ (dt. „Abhandlung über das freie Denken“). In ihm rückten erstmals die Begriffe „Freidenker“ und „freies Denken“ ins öffentliche Bewusstsein. Sein Verfasser war Anthony Collins (1676 bis 1729). Collins stammte aus einigermaßen begüterten Verhältnissen, er war Vertreter einer Gruppe englischer deistischer (Früh-)Aufklärer, die sich selbst Freethinkers, also Freidenker, nannten.
Wie Francis Bacon und René Descartes die Naturerkenntnis und Thomas Hobbes die Staatstheorie von kirchlicher Autorität befreit und auf sich selbst, also auf Natur, Gesellschaft und Vernunft gestellt hatten, so will der Deismus die Religion von kirchlicher Dogmatik und dem blinden Bibel- und Geschichtsglauben loslösen und ausschließlich aus der natürlichen Erkenntnis ableiten.

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Karl-Marx-Jahr 2013

Beitrag von Daniel Bratanović aus FREIDENKER 1-13
Daran zu erinnern, was Marx und Engels wussten, was ihnen tiefste Überzeugung war, nämlich dass eine Theorie auf der Höhe der Zeit immer praxisvermittelt und eine schlagfertige Praxis immer theorievermittelt ist und was sich bei Marx schon früh in der elften Feuerbachthese verdichtet, wonach es nicht darauf ankommt, die Welt bloß verschiedenartig, gar beliebig zu interpretieren, sondern sie zu verändern, erscheint banal und abgedroschen. Es dennoch zu tun, ist der notwendige Versuch, sich einer verbreiteten und üblichen Sichtweise auf Werk und Wirken von Marx entgegenzustemmen.

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