Fundamentalismus – oder: Warum suchen so viele Menschen einfache Antworten auf komplexe Fragen?

Beitrag von Martin Mittwede aus FREIDENKER 2-06
Fundamentalismus ist heutzutage zu einem allseitig verwendeten Begriff geworden, der unterschiedlichste Phänomene beschreibt und häufig auch mit negativen Konnotationen versehen ist. Nicht selten wird der Vorwurf des Fundamentalismus benutzt, um Diskurse mit Andersdenkenden abzubrechen und diese zu diskreditieren. Im Fundamentalismusvorwurf ist also selbst ein Fundamentalismus verborgen. Fundamentalismus im weiteren Sinne kann man als eine Gegenbewegung gegen die Moderne bezeichnen, die religiös oder ideologisch gefärbt ist. Hierbei werden traditionell überlieferte oder diesen Anschein erweckende Werte und Normen mit vehementer Überzeugung als Rettung präsentiert, die dem aktuellen Niedergang der Kultur entgegenwirken sollen.

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„Dies ist der Wille Gottes: eure Heiligung!“- Das Opus Dei in Selbstzeugnissen

Beitrag von Wencke Strauß aus FREIDENKER 2-06
Mit Dan Browns Roman „Sakrileg“ (orig. „Da Vinci Code“) und dessen Hollywood-Verfilmung „The Da Vinci Code“, die zurzeit in den europäischen Kinos zu sehen ist, wird das Opus Dei erneut ins Licht der Öffentlichkeit gerückt und gleichzeitig, so die unbedarfte Rezeption, „als finstere Macht beschuldigt[…]“. Diese naive Kommentierung der Romanintention durch die Presse geht einher mit einer scharfen Polemik seitens der sich angegriffen Wähnenden: Für das Opus Dei bzw. seinen Vertreter John Wauck ist Browns Roman nicht einmal richtige Literatur, geschweige denn eine stimmige Darstellung des ‚Werkes’ oder der katholischen Kirche überhaupt.

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Jan Bretschneider: Der Kreationismus – eine Form des christlichen Fundamentalismus

Beitrag von Jan Bretschneider aus FREIDENKER 2-06
Eine Form des christlichen Fundamentalismus ist der Kreationismus (lat. creatio – Schöpfung, Erschaffung, engl. creation science – „Schöpfungswissenschaft“). Dabei handelt es sich um eine weltanschauliche Auffassung, welche die Entstehung der Welt, insbesondere die der Lebewesen, mit wissenschaftlichen Argumenten auf einen Schöpfungsakt zurückführen möchte und dabei zum großen Teil die naturgesetzliche Evolution negiert. Seit Jahrzehnten besteht hierzu besonders in den USA eine bedeutende weltanschauliche Kontroverse zwischen den „Evolutionisten“ und den „Kreationisten“.

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Christlicher Zionismus

Beitrag von Klaus von Raussendorff aus FREIDENKER 2-06
Christliche Zionisten gibt es viele Millionen in den USA. Aber auch in Deutschland und anderen Ländern trifft man sie. Und natürlich als Unterstützer im Einsatz in Israel. Mit Zitaten aus dem Alten Testament wollen sie beweisen, dass allein Juden über das Land zwischen Mittelmeer und Jordan herrschen sollen. Gottes Willen zuwider ist ihnen die Idee der Binationalität, jeder binationale Ansatz zur Lösung der Probleme des israelisch-arabischen Konflikts. Demokratische Gleichberechtigung zwischen Juden und Arabern ist mit ihrem fundamentalistischen Christentum nicht vereinbar.

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Klaus Hartmann: Aufstehen statt niederknien

Beitrag von Klaus Hartmann aus FREIDENKER 3-05
„Weltjugendtag“ heißt die fromme Heerschau dieser Tage in Köln, der Name jedoch ist Anmaßung: Obwohl Hunderttausende erwartet werden, die „Weltjugend“ ist das nicht – es ist ebenso wenig das Treffen von Atheisten wie von Buddhisten, Muslimen oder Hindus, Juden oder orthodoxen Chris­ten.
Zumindest der Form nach geht die Katholische Kirche mit der Zeit: Event ist angesagt, eine Pop-, Polit- und Glaubensshow wird inszeniert, und wie in der üblichen kommerziellen Event-„Kultur“ droht Seichtigkeit die Inhalte zu verdrängen, ernsthafte Anliegen und Fragen unterzubuttern. Wer der Kirche nichts Gutes wünscht, kann das Spektakel mit einer gewissen Schadenfreude sehen.

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Eine Aufklärung für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des XX. katholischen Weltjugendtag in Köln und andere Interessierte

Beitrag von Karl C. Fischer
Die Großkirchen in Deutschland, die nicht mal Steuern zahlen, besitzen Milliarden von Euro, eine Menge von Immobilien, lassen die Behörden gegen hohe Kosten Kirchensteuer, ihre Beschäftigten überwiegend vom Steuerzahler finanzieren, erhalten Milliarden Euros aus Steuermittel, nehmen Einfluss auf Wirtschaft, Medien, Politik und Schule, genießen staatlichen Schutz und, und, und …
Doch seit 200 Jahren enthalten alle demokratischen Forderungen, den Ausschluss der Geistlichkeit von den nicht kirchlichen Angelegenheiten, d.h. den „Laizismus“. Grund war die von ca. 2000 Jahren einsetzende Vernüpfung des Römischen Reiches mit dem Christentum. Sie machte das Verhältnis von weltlicher Macht und geistliche Gewalt aus – die Beziehungen zwischen Kirche und Staat, die die Geschichte Europas bestimmten.

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Zum Spektakel in Köln

Beitrag von Hellmut G. Haasis
Der derzeitige Bischof von Rom, Joseph Ratzinger, mir persönlich unrühmlich bekannt als ängstlicher Theologieprofessor in Tübingen, gibt sich Mühe, in Köln arglose Jugendliche mit seinem Gelaber vom schönen und freudigen Glauben einzulullen. Geschäftige Medienleute sind dabei, ihn als Superstar zu etablieren. Eine Chance für Freidenker, Konfessionslose und Atheisten, ihre Freiheit gegen den unerwünschten Herrn öffentlich zu bezeugen.

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»Spontan würde ich ›Kölle Alaaf‹ sagen«

Interview der „jungen Welt“ mit Klaus Hartmann, Bundesvorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes
F: Wie stehen die Freidenker zu der katholischen Massenveranstaltung, die vom 15. bis 21. August in Köln stattfindet?
A: Angesichts der prächtigen Kostüme könnte man spontan »Kölle Alaaf« sagen. Aber bei näherer Betrachtung stellt man doch fest, daß dort zwischen Harmlosigkeit und Lächerlichkeit Propaganda für knallharte reaktionäre Politik gemacht werden soll. Beide Hauptpersonen – der Papst und sein Kölner Kardinal Meisner – sind Hardliner, die gegen Abtreibung und gegen Verhütung sind. Beide fördern die reaktionäre Geheimorganisation Opus dei, beide sind Gegner der Befreiungstheologie und Befürworter des Sozialabbaus.

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Jugendfeier 2005 in Braunschweig

Bericht der Braunschweiger Zeitung, nachgedruckt in: FREIDENKER 2-05
„Sie werden heute hochoffiziell vom Kind zum Jugendlichen befördert“, sagte Klaus Hartmann, Vorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes, am Sonntag zu 34 Mädchen und Jungen in der Stadthalle. Die 13- bis 15 Jährigen feierten mit ihren Eltern und Verwandten die Jugendweihe.
„Dieses Fest hat eine weitaus längere Tradition als allgemein bekannt“, erklärte Bernd Fricke, Landesverbandsvorsitzender der Freidenker in Niedersachsen. „Viele bringen den Begriff mit der DDR in Verbindung. Doch die Jugendweihe gab es schon vor dem Krieg.“

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Jugendweihen 2005 in Bremerhaven, Hamburg und Kiel

Beiträge von Helmuth Sturmhoebel und Norbert Diener aus: FREIDENKER 2-05
Die 81. Jugendweihe des Freidenkerverbandes Bremen/Unterweser fand am 22. Mai 2005 in Bremerhaven statt. 13 Jugendliche hatten sich seit Anfang März unter der bewährten Leitung von Helmut Brauner wöchentlich getroffen. Sie diskutierten über die Themen Arbeitslosigkeit, Gewalt, Drogen und Faschismus und konnten dabei auf den Sachverstand von Referentinnen und Referenten aus Gewerkschaften, der Arbeiterwohlfahrt und anderen Verbänden zurückgreifen. … Die Arbeitsgemeinschaft Jugendweihe Groß-Hamburg e.V. veranstaltete am 18. Juni zwei Feiern

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Jugendfeier 2005 in München

Beitrag von Christiane Kröll aus FREIDENKER 2-05
Unter dem Motto „Ändere die Welt, sie braucht es.“ begingen in München 12 Jugendliche mit rund 100 Gästen am Vorabend des „Tages der Befreiung“ ihre Jugendfeier in der Gaststätte Weyprechthof. In der Festrede hob Eva Bulling-Schröter, Landesvorsitzende der PDS Bayern und Freidenker-Mitglied, u.a. die Bedeutung des 8. Mai und der Friedensfrage, die Verpflichtung jeder/s Einzelnen zum aufrechten Gang, zur Eigenverantwortung und zum Einsatz für eine menschlichere Gesellschaft hervor.

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