De-Emanzipation – Domenico Losurdos ‚Gegengeschichte‘ des Liberalismus

Beitrag von Arnold Schölzel aus FREIDENKER 2-10
Die Geschichte des Liberalismus in der westlichen Welt ist von Heiligenlegenden durchwoben. Die Gründungsmythen Hollands, Großbritanniens, der USA und Frankreichs besagen, dass in ihnen eine Gemeinschaft von freien Bürgern historisch erstmalig den Individualismus zur Norm von Gesellschaft und Wirtschaft machte. Von Eroberung oder Unterdrückung ist selten die Rede. Wo heute von westlicher Demokratie gesprochen wird, wird vom Krieg geschwiegen.

Weiterlesen

Aristoteles zur Staatsform

Beitrag von Wolf-Dieter Gudopp-von Behm aus FREIDENKER 2-10
Wer über die Ursprünge der Demokratie spricht, kommt auf Griechenland zu sprechen. Dort habe die „Wiege der Demokratie“ gestanden, und nicht zuletzt komme der Begriff dorther: vom „demos“, dem Volk, und von „kratos“, der Herrschaft. Doch über diese zwei kurzen Sätze gehen die Kenntnisse selten hinaus, insbesondere ist in der Regel unbekannt, dass und wie die Demokratie Gegenstand zeitgenössischer philosophischer Erörterung, Definition und Reflexion der „alten“ Griechen war. Diesem Mangel kann abgeholfen werden. Dr. Wolf-Dieter Gudopp-von Behm hat uns dazu auf einige Zitate aus dem 3. und 4. Buch der „Politik“ des Aristoteles hingewiesen.

Weiterlesen

„Rechtsstaat“ – Eine Bilanz nach 20 Jahren

Beitrag von Erich Buchholz aus FREIDENKER 2-10
Die Freidenker und ihre verschiedenen Vorläufer, so die Aufklärer, gehörten stets zu den aufgeschlossenen progressiven Kräften der Gesellschaft. Das war in der DDR nicht anders, unabhängig von einer Einbindung in politische Parteien oder Organisationen. Viele von ihnen erkannten – oder erahnten – im Laufe des Jahres 1990 immer deutlicher, was mit der von Bonn angezielten Annexion der DDR auf die DDR-Bürger zukommen würde.
Zwei Jahrzehnte nach dem maßgeblichen Datum des „Beitritts“ der DDR „zum Geltungsbereich des Grundgesetzes für die Bundsrepublik Deutschland“, dem 3. Oktober 1990, darf Bilanz gezogen, was dieser Anschluss an die BRD, für die Bürger der DDR, auch die dortigen Freidenker, brachte.

Weiterlesen

Demokratie, völkerrechtliches Gewaltverbot und nationaler Befreiungskampf

Beitrag von Klaus von Raussendorff aus FREIDENKER 2-10
Unterschiedlichste Theoretiker und Propagandisten der Demokratie stimmen darin überein, dass diese Staatsform sich in besonderem Maße durch ihre Bindung an das Recht auszeichnet. Dies schließt das jeweilige nationale wie das internationale Recht ein. Dementgegen häufen sich in den letzten Jahren die Fälle, dass sich Staaten – ausgerechnet im Namen der „Demokratie“ – das Recht anmaßen, die Normen des Völkerrechts zu missachten.

Weiterlesen

120 Jahre Jugendweihe / Jugendfeier in Deutschland

Beitrag von Eberhard Schinck aus FREIDENKER 1-10
Proletarische Freidenker und Arbeiterbewegung lehnten den Begriff Jugendweihe zunächst ab, weil er Vorstellungen von „Segnen“ und „Weihen“ zulässt. Die Unterscheidung zwischen „Schulentlassungsfeier“ und „Jugendweihe“ hatte also einen politischen Grund. Ab 1890 etwa hatten sich die meisten Freireligiösen Gemeinden in einem komplizierten Entwicklungsprozess der Verweltlichung zu freidenkerischen Positionen durchgerungen. Hinsichtlich der Jugendweihe setzte sich um diese Zeit der Name „Jugendweihe“ als die Bezeichnung für das Fest für ihre vierzehnjährigen Kinder durch. Die Freireligiöse Gemeinde zu Berlin kündigte bereits 1889 das Fest mit der Bezeichnung und dem Inhalt „proletarische Jugendweihe“ an.

Weiterlesen

Das Scheitern von Kopenhagen: Die Welt in der Wachstumsfalle

Beitrag von Michael Müller aus FREIDENKER 1-10
Von Kyoto nach Kopenhagen – In der dänischen Hauptstadt konnte niemand mehr sagen, er wisse nicht, worum es auf der 15. Klimakonferenz der Vereinten Nationen ging, die im Dezember 2009 stattfand. Spätestens seit der Veröffentlichung des 4. Sachstandsberichts des Weltklimarates (IPCC) im Jahr 2007 war klar, dass nicht weniger als das Schicksal von Hunderten von Millionen Menschen, die von der Erd-erwärmung schon in den nächsten Jahrzehnten unmittelbar bedroht sein werden, auf dem Spiel steht. Heute entscheidet sich, ob wir in der Zukunft sagen können: Wir haben die Zeichen der Zeit erkannt. Oder sagen müssen: Es war eine Zeit der Verantwortungslosigkeit und des Versagens.

Weiterlesen

Der Streit um das Klima

Beitrag von Klaus Hartmann aus FREIDENKER 1-10
„Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.“ Ob der schöne Satz von Karl Valentin, Mark Twain oder Winston Churchill stammt, ist umstritten. Nicht umstritten ist, dass Prognosen die öffentliche Meinung beeinflussen sollen und deshalb oft auf Skepsis treffen.
Auch beim Klima toben die Glaubenskämpfe – im Internet, in Magazinsendungen von Funk und Fernsehen, auf den Wissenschaftsseiten der Zeitungen und dem Sachbuchmarkt. Während die Einen eine Klimakatastrophe vorhersagen, sprechen Andere von Klimaschwindel und von Hysterie.

Weiterlesen

Noch einmal zu „Der halbe oder der ganze Darwin?“

Beitrag von Sebastian Bahlo aus FREIDENKER 1-10
Zunächst möchte ich daran erinnern, dass es mir im Kern darum ging, aufzuzeigen, dass die heutige Genetik sich zu Unrecht auf Darwins Evolutionslehre bezieht, weil sie nur die Rolle der natürlichen Selektion herausgegriffen hat, die erst nach einer erfolgten Änderung der Erbanlagen stattfindet, wobei es sich bei diesen Änderungen ausschließlich um „zufällige“, d. h. in keinem gesetzmäßigen Zusammenhang mit der Umwelt stehende, Veränderungen des „genetischen Codes“ handeln soll. Der ganze Reichtum des Werkes Darwins liegt dagegen in seiner Erforschung der Bedingungen, unter denen Umwelteinflüsse direkt auf die erbliche Veränderung der Organismen wirken.

Weiterlesen

Wie groß ist unser „Ökologischer Fußabdruck“?

Beitrag von Jan Bretschneider aus FREIDENKER 1-10
Am 11. Januar 2010 begann das „Jahr der Biodiversität“. Zu Sachthemen ausgerufene Jahre orientieren immer unter anderem programmatisch auf Ziele und Aufgaben. In diesem Sinne geht es 2010 hauptsächlich um verstärktes Erfassen, Erhalten und um den weiteren Schutz der Biodiversität. Was verstehen wir unter Biodiversität? (lat. diversus – verschieden).
Die Biodiversitätskonvention definiert im Artikel 2 Biodiversität als „die Variabilität unter lebenden Organismen jeglicher Herkunft, darunter unter anderem Land-, Meeres- und sonstige aquatische Ökosysteme, und die ökologischen Komplexe, zu denen sie gehören; dies umfasst die Vielfalt innerhalb der Arten und die Vielfalt der Ökosysteme.“ Daher geht Biodiversität wesentlich über das landläufige Verständnis als Artenvielfalt hinaus.

Weiterlesen

Die Energieversorgung der Zukunft – nachhaltig oder nuklear?

Beitrag von Gert Blumenthal aus FREIDENKER 1-10
Für die an der Atomenergie materiell Interessierten sowie für atomtechnisch ausgebildete Naturwissenschaftler und Energetiker ist eine komplexe Betrachtung ihres Geschäftes … unerwünscht, weil dabei auch die gefährlichen Seiten der Atomenergie offengelegt werden, was die Bevölkerung gegen diese Technik mobilisieren kann. Verantwortungsbewusste Wissenschaftler müssen aufklären und den von Interessenverbänden und bestimmten Politikern erzeugten Nebelvorhang für die Öffentlichkeit durchsichtig machen. Hieraus erhellt sich der eminent politische Charakter des Widerstands gegen die Atomenergie.

Weiterlesen

FREIDENKER 1-10 – Klima – Energie – Ressourcen

Die Ausgabe 1-10 des Verbandsorgans FREIDENKER hat das Schwerpunkt-Thema „Klima – Energie – Ressourcen“ und enthält u.a folgende Beiträge:
– Rainer Müller: Das Scheitern von Kopenhagen: Die Welt in der Wachstumsfalle
– Eva Bulling-Schröter: Neue Klimabewegung jetzt überlebenswichtig
– Klaus Hartmann: Der Streit um das Klima
– Jan Bretschneider: Wie groß ist unser „Ökologischer Fußabdruck“?
– Gert Blumenthal: Die Energieversorgung der Zukunft – nachhaltig oder nuklear?
– Sebastian Bahlo: Nochmal zu „Der halbe oder der ganze Darwin?“

Weiterlesen