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„Närrische Tage“: Regierungsnarren sind nicht lustig

Von Klaus Hartmann

Ob Karneval, Fastnacht oder Fasching – man muss nicht unbedingt von dieser „Jahreszeit“ begeistert sein, aber das Gebotene bietet zumindest Einblicke in das politische Bewusstsein der Akteure und des Publikums, die geistige Verfassung der Nation. Wie zu befürchten, ist es mit der nicht zum Besten bestellt. Historisch ein Protest gegen die Obrigkeit, deren Verspottung, sind die Narren oder Jecken unserer Zeit davon überwiegend weit entfernt, sondern gefallen sich meist darin, mit den Herrschenden und Regierenden ins gleiche Horn zu stoßen und die aufs Korn zu nehmen, die bereits die Mainstream-Medien zum Abschuss freigegeben haben. „Gegen Hass und Hetze“? – Aber doch nicht, wenn es „den Richtigen, den Russen“ trifft!

Das zeigt sich prominent an den Zugnummern des „Karnevalswagenbauers“ Jacques Tilly, dessen Hervorbringungen vorrangig beim Düsseldorfer Rosenmontagszug rollen, der sich aber hütet, Merz, Rutte oder von der Leyen oder gar die Düsseldorferin Strack-Zimmermann, das Rheinmetall-Maskottchen, aufzuspießen. Die Wagen, von den Medien gefeiert, haben bundesweit Kultstatus erreicht, weil Tilly Humor und Satire mit Volksverhetzung verwechselt. Für seine Wagen „gegen Putin“ fliegen ihm die Herzen der Kriegstreiber und ihrer Gehirnwäsche-Opfer zu: Putin nimmt ein Blutbad, die Badewanne in ukrainischen Farben, Putin soll sich an der Ukraine verschlucken, Putin schüttelt Trump die Hände, dabei zerquetschen sie Selenskij unter dem Motto „Hitler-Stalin-Pakt 2.0“, er zeigt Putin beim Steuern einer blauen Drohne, Aufschrift AfD, mit den Gesichtszügen Weidels, dann mit Trump beim Verspeisen Europas sowie Putin mit blutverschmierten Händen in Handschellen mit der Aufforderung „Put in Jail“ (Werft ihn in den Knast).

Da gibt’s sogar von den traditionell verfeindeten Kölnern überschwängliche Solidarität: „Das Festkomitee Kölner Karneval unterstreicht mit der Einladung des ukrainischen Hilfsvereins Blau-Gelbes Kreuz die karnevalistische Meinungsfreiheit und die Verbundenheit mit den Menschen in der Ukraine und Jacques Tilly …“ Die Narren vom blau-gelben Verein haben mit Karneval rein gar nichts zu tun, viel weniger als ihr Clown an der Staatsspitze. Vor dem „Zoch“ dürfen sie mitlaufen um ihre Pappschilder zu zeigen, auf denen die antirussischen Wagenmotive Tillys zu sehen sind. .

Kölns scheidender Karnevals-Präsident Kuckelkorn gab im Deutschlandfunk (16.02.26) zu Protokoll, „es gelte, Kritik zuzulassen und auszuhalten, generell bedeute Karneval, Haltung zu zeigen.“ Damit meinte er nicht Kritik an der eigenen Obrigkeit, sondern deren Gegnern, und Haltung? „Dazu gehöre ein deutliches Bekenntnis zur Demokratie und zum entsprechenden Wertesystem.“ Solche „Karnevalisten“ mit Arschkriecher-Haltung sind die Zerstörer der Geschichte und der Idee des Karnevals.

Derlei „Spaß“ versteht man in der Russischen Föderation offenbar weniger, und hat Tilly wegen Verleumdung der Staatsorgane angeklagt, für die taz (03.02.26) ein „Unrechtsprozess in Moskau“. Der dürfte für den Narren folgenlos bleiben, bleibt die Frage, warum man in Russland diesen Pinscher zur Kenntnis nimmt. Noch interessanter ist aber die Frage, warum die sonst bei angeblich „volksverhetzenden“ Meinungsdelikten nach § 130 StGB oder „Politikerbeleidigungen“ nach § 188 StGB scharenweise ausschwärmenden deutschen Staatsanwaltschaften keinen Finger rühren. Es dürfte kein Zweifel bestehen, dass Tillys Aktivitäten zum Hass aufstacheln.

Geht’s auch alternativ?

Ein wenig rheinaufwärts in Köln: Die „Stunksitzung“ gilt und preist sich selbst als „alternative kabarettistische Sitzung im Kölner Karneval“. Wie sieht es mit diesem Anspruch 2026 aus?

Sitzungspräsidentin Biggi Wanninger wartete mit der Nachricht auf, die Union habe die JSAAO gegründet, die Jens Spahn Akademie für angewandten Opportunismus. Zum Rentenpaket trockene Forderungen: Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer, und alle müssen in die Rentenkasse einzahlen – klang wie SPD-Parteitag, da bliew sogar de kölsche Jecke et Lache emem Halse stecke. Immerhin kam noch die Frage: „Kann mir mal jemand erklären warum der Woelki, der würdevolle Hodenträger, aus Steuergeldern bezahlt wird, und nicht von der Kirchensteuer?“

Um die Menschen in der Kirche zu halten, habe die sich professionellen Rat aus dem Marketingbereich geholt. Doch das göttliche Personal ist nicht überzeugt: „Was brauchen wir Marketing, wir haben die Inquisition!“ Die Berater empfahlen die Besinnung auf die Kernkompetenz: Sex sells, das endete dann mit Kalauern wie „Kirche zum Anfassen“ und „Stoßgebet“.

Dann eine leidlich lustig nachgestellte Markus Lanz-Quasselrunde mit dem erschöpfenden Thema Bahn-Verspätung. Ein paar filmentliehene Bösewichte nahmen Elon Musk und „Trump-Arschkriecher“ seicht aufs Korn, dann den Peter Thiel, der wolle „unproduktive Mitglieder der Gesellschaft zu Bio-Diesel verarbeiten“. Beim Casting für einen Film über Alice Weidel lehnt eine Bewerberin ab, weil die zwar lesbisch, aber transphobisch sei. Zur unvermeidlich woken Krönung ein Bashing der Autorin der Harry-Potter-Romane: „J. K. Rowling ist zu einer transphoben Schnepfe geschrumpft“. Das hat sie davon, dass sie selbsternannte Trans-„Frauen“ nicht für Frauen hält und durch sie Schutzräume für Frauen bedroht sieht.

Köbes Underground, die 1998 mit „Dä Kommunismus, dä hät ene Rhythmus“ brillierten, klagen inzwischen „Die Kasse vun Kölle sin leer“, doch statt die Wahnsinns-Hochrüstung anzuklagen, endet man mit dem Stoßgebet „O liewe Jott, geb uns Zaster!“. Mit einer Gröhlemeyer-Nachdichtung lasse sie uns an der Offenbarung teilhaben: „Ich trinke Kölsch nur wenn es kalt ist, wenn sich der Schaum über dem Glas erhebt.“ Na, denn Prost.

Dann stehen zwei Jecken vor einem riesigen „Tax the Rich“-Plakat, übersetzen zunächst „Taxi für Richard“, kommen dann aber drauf, dass die BMW-Chefin pro Stunde 1 Million Euro erhält, und bei einer Steuer auf große Vermögen 100 Milliarden zusammenkämen. Geht doch. Als Politiker verkleidete Jecken hopsen auf die Bühne, einer soll Trump sein, er bietet „Selenskij“ einen „20-Punkte-Kapitulationsplan“ an, und ein „Putin“ sagt zum Waffenstillstand „Njet“. Alles in allem – reichlich harmlos, und mehr Gleichschritt mit den „Leitmedien“ geht kaum. Nicht gegen die Obrigkeit, sondern gegen deren Feinde, das gilt auch beim vermeintlichen „Anti-Karneval“. Aber wie „alternativ“ ist der in viel Klamauk verpackte NATO-Sprech?

Mainz wie es …

„stinkt und kracht“, sagen die Spötter, aber freilich heißt es „singt und lacht“. Die „politische Eröffnung“ im Kurfürstlichen Schloß ist Sache des „Protokollers“, in diesem Jahr der Protokollerin Christina Grom aus einer Mainz-Gonsenheimer Fastnachts-Dynastie. Man erfuhr: der Papst brauchte 4 Wahlgänge, Merz nur zwei. Zu Inhalten wurde vermeldet: „Die Wehrpflicht sorgt für Hysterie. Werden zu wenig requiriert, dann wird per Los bald rekrutiert“. Na dann, kein Problem. Wegen seines „Wurstgefresses“ (Habeck-Zitat) kriegt Söder den Titel Armes Würstchen ab. Der ukrainische Machthaber Selenskij sei „Staatsmann“, der US-Präsident hingegen nur „Anzugträger“, und „der Herr“ solle Trump doch die Guttenberg-Bibel auf den Schädel werfen. Zuletzt kam noch die „als rechtsextrem geltende“ AfD, „weswegen ich nichts weiter dichte, und eine Brandmauer errichte: In unserm Meenz habt Ihr kein Platz“.

Ein Thomas Becker mimte den „Zeitgeist“, und der wusste: Wenn es mit Merz nicht funktioniert, kann es nur rechter, also schlechter werden. Staatschefs dürften nicht mehr über 70 sein, er verwies auf Trump, Putin und Xi, sowie auf Ali Chamenei – angeblich das „Staatsoberhaupt des Iran“!! Den Merz vergaß er leider, immerhin wünschte er sich Habeck nicht namentlich zurück. Zur AfD-Jugend-Gründung: um bei der AfD erfolgreich zu sein, musst Du das gleiche Nazi-Latinum wie die anderen haben, und Rechtspopulisten seien Idioten, überall. Doch Männer seien ohnehin Auslaufmodelle, und den Frauen gehöre die Zukunft. Dachte er an Baerbock, von der Leyen und Kallas? Jedenfalls nicht an „die Sahra vom Ex-Bündnis Sahra Wagenknecht, die ist ja so links, die kommt rechts wieder raus“. Originell, noch nie gehört, diese „Weisheit“. Die Lüge, Deutschland sei „drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt“ wird auch wieder aufgewärmt, „uns geht es doch im Vergleich zu anderen Ländern gar nicht mal so schlecht“. Doch befänden wir uns in der größten Krise seit dem 2. Weltkrieg – „die Angst vor Russland wächst, das Vertrauen in den westlichen Zusammenhalt sinkt“. Blieb noch die Empfehlung zur Landtagswahl: „Wählt demokratisch!“ Das ist ein Zeitgeist, der Goethe alle Ehre machte: „Was ihr den Geist der Zeiten heißt, das ist im Grund der Herren eigner Geist, in dem die Zeiten sich bespiegeln.“

MCC-Präsident Dr. Florian Sitte als „Till“ stellte seinem Vortrag das Zitat von Eugen Roth voran: „Ein Mensch sieht ein – und das ist wichtig: Nichts ist ganz falsch und nichts ganz richtig“ – um bei der Banalität zu landen, dass die Wahrheit in der Mitte liege, und nicht an rechten oder linken Rändern. Positiv die Verteidigung der Meinungsfreiheit – was heiße, andere Meinungen, eine Vielfalt zu ertragen, auch wenn man sie nicht teilt. Dann wieder seicht: zur Wehrpflicht der Hinweis auf die Generation Z, nicht kriegstauglich, weil sie ja schon wegen Laktose und Gluten die Hosen voll hätte, und deshalb zur Verteidigung gegen „fiese Despoten“ wie Putin und Xi nicht tauge. Seine berechtigte Abscheu vor Judenhass formuliert er voll herrschaftskonform, der komme von „rechten Spinner“, sei zum Teil „von Immigranten hierher importiert“ sowie „von jungen Linken“ – wobei er eine Demonstrantin mit dem Schild „Freiheit für Palästina!“ zeigt, um zu dem „logischen“ Schluss zu kommen: „das hat mit Israel überhaupt nichts zu tun“.

Auftritt Johannes Bersch mit wallender blonder Perücke, 3-Tage-Bart und im Damenkleid als Mainzer „Schutzpatronin Moguntia“: „Mädcher darf man vielleicht nicht mehr sagen, vielleicht besser junge Frauen, Frauen darf man noch sagen, die gibt’s ja noch, oder?“ „Friedrich-vergess-die-Viertagewoche-Merz wollte ja einst die Steuererklärung, die auf einen Bierdeckel passt, momentan hat man den Eindruck, seine Ideen für die Regierung passen auf die Rückseite.“ „Er ist ja nicht nur Aktionär, er ist teilweise auch reaktionär.“ „Friedrich-Black-Rock-Merz … GroKo steht bei dieser Regierung für Große Kosten … aber wir jammern immer noch auf dem ganz hohen Ross, es gibt immer noch viele Länder auf dieser Erde, die könnten sich Politiker wie Jens Spahn gar nicht leisten.“ „Kommen wir zur SPD, einer früheren Arbeiterpartei, die Älteren werden sich noch erinnern“, es folgen aber nur harmlose Witzeleien über die Wehrpflicht: „auf Los geht’s los“.

Obermessdiener Andreas Schmidt findet „ned nur Fußballer, die hawwe en Schuss: ob Orban, ob Putin, des is klar, un der Vollidiot aus de USA“. Die Kardinäle Müller und Woelki nennt er „Kardinalsfehler“, „doch wenn es was zu loben gilt, erweist man gerne Referenz, heute Morgen, bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Drum sag ich es hier, bei ‚Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht‘: Chapeau, Friedrich Merz, grandiose Rede, gut gemacht!“ Und kurz darauf: „Drum sag ich es heute, ganz unverhohlen, 1933 darf sich niemals wiederholen!“ Dafür gibt’s vom Publikum stehende Ovationen – die haben wohl nicht vernommen, dass der Merz in seiner hochgelobten Rede meinte „Russland muss wirtschaftlich und militärisch am Ende sein“?

Weiter geht’s: „Drum sag ich es hier, bei ‚Mainz bleibt Mainz‘, wie es der Messdiener weiß: Die AfD, ich sags nicht minder, sind deren bitterbösen braunen Kinder. Was Weidel auf dem Bundesreichsparteitag hat gesacht, das hat es schließlich auf den Punkt gebracht.“ Was sie sagte oder er meinte, erfährt man nicht. „Vergesst das bitte für uns in Mainz nie: Völkervielfalt und unsere Demokratie, Sancta Sede, Heiliger Stuhl der Christenheit, SchUMstadt der Juden seit uralter Zeit. … Für Nazi-Fratzen ist hier kein Platz. Steht für Freiheit, für Demokratie, heut und immerdar, standhaft wie der Dom. Helau! Luja!“ Ein Hochamt für die Regierung, und ein offenbar überwiegend ungebildetes bzw. hirngewaschenes Publikum jubelt dazu.

Veitshöchheim: Franken-Fastnacht

Nach dem Grauen solch rheinischen „Frohsinns“ kann nur die Flucht nach Bayern, pardon, nach Franken retten. Auch hier gibt’s freilich Lustig-Seichtes, auch Reaktionäres, aber nicht nur: Zu Söders Plan der Reduzierung der Zahl der Bundesländer singt Matthias Waltz als Alleinunterhalter Walter „Bist du nicht Bayern, dann kannst du weg.“ Volker Heißmann & Martin Rassau kommen als Waltraud und Mariechen mit unbestreitbar witzigem Klamauk, noch lustiger die „Neuerscheinung“ Janina Fuchs mit Themen wie Essen, Diät und Klamotten, Viva Voce besingen den Traum vom Fliegen, pünktlichen S-Bahnen sowie den „CO2-Abdruck“ – ohne allerdings Grundlegendes zu thematisieren.

Peter Kuhn gibt den Märchenonkel, meint jedoch, „die größten Märchenerzähler sitzen im Kreml und im Weißen Haus“. Die „Schneekönigin Alice“ erfährt von ihrem Spieglein, „Ihr seid die Rechteste hier, aber Björn Höcke in den Thüringer Bergen ist noch tausendjährig rechter als Ihr.“ Dieser Onkel weiß selbst genau, was wirklich „rechts“ ist, wenn ihm zum Bürgergeld einfällt: „für solcherlei Betrügerpack braucht’s einen Knüppel aus dem Sack.“ Doch auch für solch bekannte Regierungs- und Medienmärchen gibt es noch Applaus.

Und dann gibt’s freilich noch, wie ein Kommentar auf YouTube lautet, „die Einzigen mit Eier und keine Arschkriecher“, und das ist die Altneihauser Feierwehrkapell’n aus der Oberpfalz. Deren Auftritt in den Mainfrankensälen mit ihrem „Kommandanten“ Norbert Neugirg stand in diesem Jahr unter einem besonderen Stern, denn es war ihr angekündigter letzter Auftritt nach zwanzig Jahren bei Fastnacht in Franken aus Veitshöchheim. Damit wehte ein wenig Wehmut durch den Saal, und sie traten etwas versöhnlicher und weniger konfrontativ als gewohnt auf. Gleichwohl, andernorts hört man solches eher nicht:

Foto: Christian Höllerer

Wir ham‘ für Gauner einen Blick.
Wir trauen keiner Politik,
Wir glauben nicht an jeden Scheiß,
denn mir san nämlich alt und weiß.

Auch der Bundeskanzler wird gewürdigt:

Wer nicht so dumm ist, dass er staubt,
und wer dem Kanzler Merz nichts glaubt,
der kommt überall im Lande
mit Gesindel gut zu Rande.
Ich sag mal so, beim Friederich
ging sein Fehlen sicherlich
keinem groß zu Herzen
und wär problemlos zu verschmerzen.

Auf Wiedersehen, auf Wiedersehen
und gehst du einmal fort,
dann bleib auch dort.
Fritz, bitteschön,
Halt einmal nur dein Wort.

Mit Blick in den Saal, in die erste Reihe, mit dem meist säuerlich lächelnden Ministerpräsidenten Markus Söder:

Die Kapelle ist, das sei betont,
schlechtes Publikum gewohnt.
Prominente und Gestalten,
die sich dafür halten,
weit entfernt von Schweiß und Tat,
Typen aus dem Rundfunkrat.
Es kamen sich anbiedernde
Kabinettsmitgliedernde,
alle scheinen so kompetent
wie die Kapell‘n, wenn‘s wo brennt.

Mein Eindruck, den ich nicht verhehle:
Viele nicht vollstreckte Haftbefehle.
Minister mit und ohne Schimmer,
jedes Jahr wird‘s schlimmer.
Und man glaubt es nie und nimmer:
der Söder ist‘s noch immer.
Stabil für Bayerns Geschicke,
wie eine Dresdner Elbebrücke.

Und als Abschiedsgruß:

Es war partout nicht hinzukriegen,
aus dieser Sendung rauszufliegen.
Und bevor wir den Verstand verlieren,
wie die, die unser Land regieren,
wird‘s Zeit, die Sendung von den Stößen
unserer Hörner zu erlösen.

Am Ende dieser Abschiedsvorstellung hatten viele Narren im Saal feuchte Augen, und erinnerten sich wohl an vergangene Auftritte, wie den 2025:

Ihr Narren stimmt mit ein: Wir müssen wieder kriegstüchtig sein!

Der Herr bewahre unser Land
vor Kriegsgeschrei und Unverstand,
vor Gefreiten und Schnaps-Kümmelmann
und zieh ihnen den Stahlhelm an,
und zwing sie, sich dem auszusetzen,
wohin sie sonst bloß and’re hetzen.

Kriegstüchtig ist uns ein Graus! Wir haben die Schnauze voll – und wir wollen nach Haus!

Mit solchen Versen war die Altneihauser Feierwehrkapell’n eine Ausnahmeerscheinung in der „närrischen Jahreszeit“, weil sie sich nicht darum scherte, welcher Spott „erlaubt“ und der Obrigkeit genehm ist. Wir teilen die Hoffnung und den dringenden Wunsch, dass wir der Truppe aus der Oberpfalz bei anderen Gelegenheiten wiederbegegnen.

Dieser Wagen fuhr beim Karneval in Deutschland nicht auf:
Screenshot Video, RT DE

sondern im italienischen Viareggio am 21. Februar 2026: von der Leyen als Huhn, das uns ein Ei ins Nest legt, Aufschrift REARM, also „Aufrüsten“ bzw. „wieder bewaffnen“.

Klaus Hartmann ist Präsident der Weltunion der Freidenker und stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes


Bild oben: Auftritt der Altneihauser Feierwehrkapell’n im Schlosspark Oberschwappach, 2024
Foto: Grenzlandstern, CC BY-SA 4.0
Quelle: https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=176668364