Vier Verschwindungen
Beitrag von Ulrich Gausmann
Roberto J. De Lapuente hat einen Text veröffentlicht, der sich mit sichtlichem Behagen an einer verbreiteten Mode, besser noch: Marotte des linken Milieus abarbeitet, nämlich an der Gewohnheit, jedes Übel dieser Welt, ob Krieg, Pandemie, Migration oder Klima mit dem pauschalen Verweis auf „Der Kapitalismus ist schuld“ zu erledigen und die Sache damit für erklärt zu halten. Der Vorwurf De Lapuentes an dieses Milieu ist nicht neu und auch beileibe nicht aus der Luft gegriffen, und ich stoße mich auch an denjenigen Linken, die den Begriff gebrauchen, wie Gläubige in der Kirche „Amen“ sagen. Insofern trifft der Verfasser einen wunden Punkt, und man könnte seinen Beitrag mit Gewinn lesen, wäre er das, als was er auftritt: eine nüchterne Abrechnung mit der Denkfaulheit. Er ist meines Erachtens nicht derjenige, der endlich einmal ausspricht, was viele zwar ahnen, aber nicht offen sagen, und ihm unterlaufen dabei folgenreiche Verwechslungen.
