Tag des Sieges

Frieden - Antifaschismus - Solidarität

Der 9. Mai als Eskalationsfalle

Ein Meinungsbeitrag von Sabiene Jahn
Der 9. Mai besitzt in Russland eine historische und emotionale Bedeutung, die in Westeuropa oft unterschätzt wird. Ausgerechnet um diesen Tag herum erreicht der Krieg eine neue Eskalationsstufe. Während Kiew mit Angriffen auf russisches Territorium und symbolischen Drohungen operiert, kündigt Moskau erstmals offen massive Vergeltungsschläge gegen das Zentrum Kiews an. Gleichzeitig kursiert ein brisanter Bericht des in Russland lebenden deutschen Publizisten Thomas Röper über eine mögliche False-Flag-Provokation nahe der kasachischen Botschaft in Kiew. Verifizieren lässt sich das bislang nicht unabhängig. Bereits die Struktur der gegenseitigen Drohungen zeigt jedoch, wie gefährlich die Lage geworden ist.

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Frieden - Antifaschismus - Solidarität

Belarus: Unbekanntes Land mit interessanter Gegenwart

Ein Reisebericht von Tilo Gräser, Teil 4
Eine der Folgen des deutschen Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion zeigt sich in der demographischen Situation von Belarus. Die hat etwas mit dem Krieg vor mehr als 80 Jahren zu tun, wie uns Vize-Außenminister Igor Sekreta erklärte: Ohne das Opfer von drei Millionen getöteten Menschen, einem Drittel der damaligen Bevölkerung der Belorussischen SSR, könnte diese in Belarus heute doppelt so groß sein, bis zu 20 Millionen Menschen. Angesichts dessen, was wir in Belarus über das erfuhren, was vor mehr als 80 Jahren Deutsche im «Herrenrassen»-Wahn dort anrichteten, ist der Umgang mit dieser Geschichte in Deutschland beschämend. Das gilt auch für die Versuche, die sowjetischen Denk- und Ehrenmale in Deutschland «umzuwidmen». Befeuert wird das vor allem von ukrainischen Exilanten und ihren deutschen Unterstützern.

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Frieden - Antifaschismus - Solidarität

Belarus: Ein unbekanntes Land voller Gedenken

Reisebericht von Tilo Gräser, Teil 3
Wer mit dem Zug durch Belarus fährt, hört immer wieder Durchsagen, die mit der Melodie des Liedes «Журавли» (Schurawli; deutsch: Kraniche) beginnen. Es ist ein russisches Lied, das an die gefallenen Soldaten erinnert. Es erklingt, wenn der Zug an Orten vorbeirollt oder dort hält, die eng mit Verbrechen der Faschisten von 1941 bis 1944 und dem Kampf gegen sie verbunden sind. Mit ihm werden Informationen über die jeweiligen Ereignisse begleitet. Wir hörten das mehrmals, als wir mit dem Zug von Brest nach Minsk fuhren und dann wenige Tage später auch wieder auf der Rückfahrt. Das geschah zum Beispiel, als wir an der Station Bronnaja Gora vorbeikamen.

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Frieden - Antifaschismus - Solidarität

Belarus: Ein unbekanntes Land voller Geschichte

Ein Reisebericht von Tilo Gräser, Teil 2
Belarus mitten im Herzen Europas ist ein mittelgroßes Land, mit seinen 207.600 Quadratkilometern und seinen knapp 9,5 Millionen Einwohnern. Fast 81 Prozent von ihnen leben in den Städten wie Minsk, Brest, Grodno, Witebsk, Gomel und anderen. Statistisch gesehen ist es mit 46 Einwohnern je Quadratkilometer relativ dünn besiedelt. Aber es ist ein Land mit vielen geschichtsträchtigen Orten – wobei der faschistische Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion von 1941 bis 1944 die tiefsten Spuren hinterließ. Die Orte der verschiedenen deutschen Todeslager für Kriegsgefangene, sowjetische Funktionäre und Bürger, jüdische Menschen aus der Sowjetunion und Europa, mit den vollständig oder teilweise zerstörten Dörfern, Siedlungen und Städten füllen die Karte des Landes aus.

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Frieden - Antifaschismus - Solidarität

Belarus: Ein unbekanntes Land des Friedens

Ein Reisebericht von Tilo Gräser, Teil 1
Wer anderen in Deutschland sagt, dass er nach Belarus fahren will, erntet mindestens Verwunderung. Dafür sorgt nicht nur die weitverbreitete Unkenntnis über das Land. Dazu trägt ebenfalls die massenmediale Einseitigkeit in den Berichten über das Land zwischen Polen und Russland bei. Die laufen alle unter dem Stichwort «Diktatur». Wer sich in den Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender über Belarus informieren will, findet dort derzeit nichts anderes. Das führt dann dazu, dass diejenigen, die dennoch hinfahren, besorgt gefragt werden, ob das nicht gefährlich sei. […] Am 6. Mai dieses Jahres machte sich dennoch eine Gruppe von rund 20 Menschen aus Deutschland auf den Weg nach Belarus. Die meisten von ihnen glaubten den offiziellen Erklärungen über das unbekannte Land im Herzen Europas nicht. Und wenn ansatzweise doch, so wollten sie aber selber sehen, wie es dort ist.

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Frieden - Antifaschismus - Solidarität

Liederverbot und Redezensur – Verbots-Salamitaktik auch beim Gedenken am Tag der Befreiung

Beitrag von Felicitas Rabe
In feierlichem Rahmen wurde am Freitag (08. Mai 2026) in Berlin-Karlshorst des 81. Jahrestags der Befreiung vom Faschismus und der Kapitulation der deutschen Wehrmacht vor den alliierten Siegermächten gedacht. Dass es maßgeblich die Sowjets waren, die Deutschland zur Kapitulation zwangen, wird heute vom deutschen politischen Establishment in plumper Geschichtsignoranz geleugnet. Damit wurden bei der Gedenkveranstaltung in Karlshorst am Freitag auch die teilnehmenden Friedensaktivisten konfrontiert. Der Ort des Gedenkens, das deutsch-russische Museum Karlshorst, wurde peinlicherweise umbenannt in deutsches Museum Karlshorst! Die reinste Satire war die lange Liste der Auflagen für die Veranstaltung. […] Mit deutscher Gründlichkeit hatte die Obrigkeit aufgelistet und im Detail beschrieben, welche Fahnen, Abzeichen und Symbole nicht mitgeführt und welche Lieder und welche Inhalte und Themen nicht vorgetragen werden durften.

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Demokratie – Medien – Aufklärung

Merz und der 8. Mai: Zwischen Nichts und Krieg

Beitrag von Dagmar Henn
Nein, es liegt nicht an einer Begrenzung der Zeichen, dass der Tweet von Friedrich Merz zum 8. Mai so viel weniger sagt, als er verschweigt, denn inzwischen geht es vor allem darum, zu be- und verschweigen, wofür dieser 8. Mai steht. Man könnte sagen, dass Bundeskanzler Friedrich Merz nur das erforderliche andere Ende der Geschichte liefert: Der 8. Mai 1945 brachte Befreiung – für Millionen von Menschen, für Deutschland, für Europa. Er mahnt, niemals zu vergessen, wozu Hass führen kann. Er verpflichtet für ein freies, demokratisches und solidarisches Deutschland in einem starken Europa einzustehen. Das ist gewissermaßen das andere Ende einer Sicht, nach der 1933 irgendwelche Aliens in Berlin landeten und Deutschland übernahmen. Am Ende hat sie das Datum verscheucht, warum auch immer. „Der 8. Mai brachte Befreiung“. Nur die Älteren werden sich daran erinnern, wie lang das Ringen darum war, dass überhaupt von Befreiung gesprochen wurde. Zumindest in der westlichen Republik.

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Frieden - Antifaschismus - Solidarität

Tag der Befreiung vom Faschismus und Tag des Sieges 2026

Zum Tag des Sieges / Tag der Befreiung fanden auch in diesem Jahr zahlreiche Veranstaltungen statt, an denen vielerorts auch Freidenker beteiligt waren. Wir berichten hier von den Veranstaltungen in Frankfurt am Main am 03. und 09. Mai, Potsdam am 07. Mai, Offenbach am 08. Mai und Berlin am 09. Mai 2026.
Am 3. Mai 2026 nahm der Freidenkerverband wieder am Gedenkmarsch „Unsterbliches Regiment“ in Frankfurt am Main teil. Dabei hielt Sebastian Bahlo, Bundesvorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes, eine Rede, die wir wiedergeben. Am 09.05.2024 – fand eine Gedenkstunde zum Tag des Sieges am Mahnmal für die sowjetischen Kriegsopfer auf dem Hauptfriedhof Frankfurt am Main statt. Hier hielt Klaus Hartmann, stellvertretender Bundesvorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes, eine Rede, die wir ebenfalls im Wortlaut wiedergeben. Desweiteren enthält dieser Artikel mehrere Videos und Bildergalerien zu den Feierlichkeiten.

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