Frieden durch „Kriegstüchtigkeit“? Aufrüstung, Militarisierung und die neue Wehrpflicht
Pressemitteilung vom 30.03.2026
Veranstaltung mit Bundeswehrmajor a. D. Florian D. Pfaff am 28.03.2026 in Schweinfurt
Auf Einladung von NachDenkSeiten-Gesprächskreis Schweinfurt/Würzburg und Deutschem Freidenker-Ortsverband Schweinfurt/Würzburg kam am Samstag, dem 28. März 2026 der Bundeswehrmajor a. D. Florian D. Pfaff von der Friedensinitiative Rosenheim nach Schweinfurt.
Vor 35 interessierten Zuhörern sprach der pensionierte Offizier ab 19:00 Uhr in der Gaststätte „TV Oberndorf“ Schweinfurt über das Thema „Frieden durch ‚Kriegstüchtigkeit‘? Aufrüstung, Militarisierung und die neue Wehrpflicht“. Moderiert wurde die Veranstaltung von Michael Kraus, Sprecher des NachDenkSeiten-Gesprächskreises Schweinfurt und des Deutschen Freidenker-Ortsverbands Schweinfurt/Würzburg.
Anlass der Veranstaltung war die aktuelle Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland, die mit dem Ukrainekrieg und der angeblichen Bedrohung durch Russland begründet wird. Doch Pfaff, 1957 in München geboren und 1976 der Bundeswehr beigetreten, zeichnete in seiner Präsentation historisch anhand zahlreicher Dokumente das Gegenteil nach: Es war tatsächlich der Westen mit der NATO-Osterweiterung, der Russland unter Druck setzte und so den – aus seiner Sicht illegalen – Ukrainekrieg ab 2022 provozierte, einem Stellvertreterkrieg zwischen Russland und den BRICS-Staaten einerseits sowie dem NATO-Westen andererseits. Seit 1999 ist die NATO mit dem Krieg gegen Jugoslawien ein Kriegsbündnis, und beim illegalen Angriffskrieg der USA gegen den Irak 2003 zog Pfaff für sich persönlich die „Notbremse“.
Als Angehöriger des Streitkräfteamtes sah Florian D. Pfaff durch seine Mitarbeit an einem Bundeswehr-Softwareprojekt eine Mithilfe am völkerrechtswidrigen Irakkrieg und verweigerte daher den Befehl. Daraufhin wurde er von der Bundeswehr eine Woche lang in die Psychiatrie gesteckt. Der Versuch der Bundeswehr, Pfaff fristlos zu degradieren und zu entlassen, blieb jedoch erfolglos. Im Juni 2005 wurde er durch das Bundesverwaltungsgericht rehabilitiert und im Mai 2013 in den Ruhestand versetzt. An seinem eigenen Beispiel wies er nach, wie wenig sich die Bundeswehr noch an Grundgesetz und Völkerrecht gebunden fühlt. Er betonte dabei, dass Frieden in Europa nur mit, nicht gegen Russland möglich sei – und dass Russland nicht der „Feind“ sei, als das man es heute hinstellen würde. Würde man Russlands legitime Sicherheitsinteressen genauso respektieren wie diejenigen der Mittel- und Osteuropäer, wäre dies ein Garant für Frieden.

In der abschließenden Diskussion mit dem Publikum wurde klar, dass Pfaff weiterhin zum Konzept des mündigen Staatsbürgers in Uniform und zur Bundeswehr als Landes- und Bündnisverteidigungsorganisation steht. Deshalb ist er seit 2019 auch überzeugter Sprecher des Arbeitskreises „Darmstädter Signal“ kritischer Bundeswehrangehöriger. Doch mit der Umformung von Bundeswehr und NATO zu Angriffsarmeen seit 1999 betrachtet er diese als „bewaffnete Haufen“, nicht als Verteidiger von Frieden und Freiheit. Insofern warnt er davor, sich unter diesen Voraussetzungen zum Wehrdienst zu verpflichten. Junge Menschen sollten sich nicht für die Machtpläne der NATO-Eliten verheizen lassen. Ein Konzept wie in der Schweiz, also eine reine Landesverteidigungsarmee mit Wehrdienst und Milizstruktur, sieht er hingegen als positiv an.
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Bild oben: Florian D. Pfaff am 28.03.2026 in der Sportgaststätte „TV Oberndorf“ Schweinfurt; Foto: Michael Kraus
