Geld, Finanzkrise, Zukunft des Euro

Aus Freidenker Nr. 1-12

[Rubrik: „Bücher für Freidenker“]

Lucas Zeise ist nicht ‚nur‘ marxistischer Publizist und Vorsitzender der Marx-Engels- Stiftung, seine Analysen wurden und werden auch von der ‚anderen Seite‘ geschätzt: Er war Autor des Börsenblatts und dann Mitbegründer der Financial Times Deutschland, für die er bis heute regelmäßig Kolumnen schreibt – wie künftig auch für die junge Welt. Vom Autor des „Geld“-Beitrags unseres Heft-Schwerpunkts sind in letzter Zeit drei Taschenbücher erschienen, die verschiedene Aspekte der Krise und der ökonomischen Politik behandeln. Im „Ende der Party“ untersucht er Ursachen der Finanzkrise und belegt, dass die politisch durchgesetzte weltweite Deregulierung eine wesentliche Krisenursache ist: Banken und Finanzpolitiker versuchen, einen möglichst großen Teil der Verluste zu ‚sozialisieren‘. Er erörtert, was eine scharfe Regulierung des Banken- und Finanzsektors, verbunden mit effektiver öffentlicher Aufsicht und Kontrolle bewirken könnte. Der seinem Beitrag in diesem Heft zugrundeliegende Band über das „Geld“ behandelt die Bedeutung des Finanzsektors im Kapitalismus. Verschiedenen Theorien über das Geld, das nicht nur im Volksmund die zentrale Institution und Kategorie im Treiben des Kapitalismus ist, werden diskutiert, ebenso, wie es den Akteuren am Kapitalmarkt gelingt, immer größere Anteile des Gesamtprofits für sich abzuzweigen. Lucas Zeise analysiert die kleinen und großen Krisen des Kapitalismus, Inflation, Währungskrisen und Staatspleiten sowie die Chancen zur Bändigung des Finanzsektors. Der jüngste, im März 2012 erschienene Band „Euroland“ gibt dem Überleben des Euro keine Chance. Nach einem knappen Wegweiser durch die Etappen der Finanz-, Wirtschafts- und Staatsschuldenkrise Eurolands begründet der Autor, weshalb die Rettung aus der Misere weder aus einem neuen Spardiktat der deutschen Regierung noch der Regierungsübernahme durch die Europäische Zentralbank bestehen kann. Auswege aus der Krise sieht er in einem einheitlichen Schuldenschnitt sowie im Beginn einer Umverteilung des Reichtums.

  • Lucas Zeise, Ende der Party, Köln 2009, PapyRossa Verlag, 205 Seiten, 14,90 Euro
  • Lucas Zeise, Geld – der vertrackte Kern des Kapitalismus, Köln 2010, PapyRossa Verlag, 205 Seiten, 12,90 Euro
  • Lucas Zeise, Euroland ist abgebrannt, Köln 2012, PapyRossa Verlag, 140 Seiten, 11,90 Euro

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