Eine Notiz in der Zeitung – Pandemische Zeiten, – Erinnerung – es bietet sich an zu vergleichen.
von Thomas Loch
Erstveröffentlichung am 13.03.2026 auf der Landesseite Sachsen-Anhalt
Es ist eine interessante Sache, welche Parallelen sich aufdrängen, wenn zum Beispiel ein Bericht in der Zeitung (MZ-11.03.2026, Seite7) gelesen und Bezüge zum pandemischen Zeitalter hergestellt werden können.

Die Menschen sollen eine Wahl haben und wählen zu können, wird ihnen als große Freiheit gepriesen, doch haben Menschen eine Wahl? Und sind sie frei, wenn sie wählen können? Oder Freiheit, die Einsicht in die Notwendigkeit, welche sich als objektive Gesetzmäßigkeit entpuppt und die Fähigkeit entsprechend der Einsicht, also Erkenntnis, zu handeln? Von letzterem sind wir in diesem Land in der Gegenwart weit entfernt und wie es mit den Wahlmöglichkeiten aussieht, war sehr gut während der Politik der Pandemie zu erkennen.
Gelegentlich wird von der Wahl zwischen Pest oder Cholera gesprochen, wenn es um etwas schlimmes geht und gebotene Alternative, welche nicht weniger schlimm. Pest und Cholera, lange galten sie als Geißel der Menschheit und zwischen zwei gleichgroßen Übeln entscheiden zu müssen bedeutet eigentlich, keine wirklich positive Wahlmöglichkeit zu haben. Und so haben sich die Menschen einst mit beiden Krankheiten auseinandersetzen müssen, haben nach Mittel und Wege gesucht diesen zu begegnen, die Folgen für die betroffenen Menschen zu lindern, in der Hoffnung diese zu heilen. Das dabei Fehler gemacht, oft der Unwissenheit geschuldet und auch alles Mögliche ausprobiert wurde, im Glauben irgendwie wird es schon helfen und wenn nicht, so wurde es wenigstens versucht, zeigt die Geschichte. So kam es vor das, im übertragenen Sinne, oft die Pest mit der Cholera bekämpft wurde und Goethe hat auch solches in seinem Faust als Gegenstand genommen.
Das war einst, jüngst war ein anderes Virus aktiv, welches in seiner Bedeutung und Wirkung den oben genannten gleichgesetzt, ohne auch nur annähernd gleicht zu sein. So wurde es zu einem Mittel der Politik, das Motto, was hat schlimmere Folgen die Menschen, das Virus oder die mit diesem begründete Politik? Wenige wurden Opfer des Virus, so das die Zahlen manipuliert werden mussten, um so mehr wurden dafür Opfer der Politik, diese Zahlen hingegen werden gern verschwiegen, eine Aufarbeitung* ist im Gange, sie ist mühevoll und wird es auch bleiben, solange sich nicht grundsätzlich etwas an den gesellschaftlichen Verhältnissen ändert, welche aktuell dazu neigen zu kollabieren.
Es könnte gesagt werden, dachten sich die Herrschenden, die Gefahr ist ein gleiches unter gleichen gefährlich und es wurde gesagt von der herrschenden Politik. Wissenschaftler hatten es zu begründen, egal ob sie Gründe finden, es ging darum Argumente für die Politik zu liefern. So im Glaube gefangen, entwickelten Sie das Verlangen ihre Wissenschaft in Religion zu verbannen, um zu begründen, was man so konnte nicht finden. Galilei widerrief und wandelte von da an sehend unter den Blinden!
Es war da, ein Virus gefunden und Gefahr zelebriert, damit Maßnahmen ersonnen, welche zwar dem Virus nichts anhaben konnten, aber den Druck auf die Bevölkerung erheblich erhöhten.
Damit die Folgen der Pandemie für die Menschen spürbar wurden, musste der Druck auf diese erhöht werden und da Propaganda allein nicht reichte, waren immer mehr Menschen, welche nicht wie angestrebt* funktionierten, von Sanktionen betroffen und wer sich nicht fügte, in seiner Existenz bedroht, ausgesperrt vom gesellschaftlichen Leben, Arbeits- und Berufsverbote wurden verhängt, Einkommen entzogen, Auskommen verwehrt. So kam es dazu, dass viele Menschen mehr Angst vor den Maßnahmen und mit diesen verbundenen Repressionen hatten, als vor einem Virus, welches gefährlicher als ein Grippevirus sein sollte, allein schon weil dieses selbst Opfer.
Und so wurde im Kampf gegen den ausgemachten Feind, und das war der praktischen herrschaftlichen Politik folgend, nicht ein Virus, sondern der Mensch, alles aufgeboten, was als notwendig erachtet dem Feinde zu begegnen, ihn zu bezwingen, ihn auf Linie zu bringen, selbst wenn dazu experimentelle Mittelchen genutzt, welche zwar tauglich den Profit der Pharmaindustrie zu maximieren, aber nicht eine Krankheit zu kurieren.
Das die Kämpfer an der herrschaftlichen Front für ihre Taten belohnt, steht außer Frage, genauso wie sie weiter gepriesen. Nur dass die Politik der Pandemie der Vorbereitung der Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln diente, ist heute gut zu sehen, es ist aber auch zu sehen, vor welchen Problemen wir stehen. Von den Herrschenden wird gebraucht der funktionierende Mensch,* welcher den Vorgaben folgt, nicht der opponierende, hinterfragende!*
Und so unten ein Zitat aus Goethes Faust, welches sich mit der Pest und den folgenreichen Kampf gegen diese beschäftigt, ein weiteres Zitat, welches zitiert im Kapital, Band eins von Karl Marx, wird im Bild ganz unten wiedergegeben.
Faust:
Nur wenig Schritte noch hinauf zu jenem Stein,
Hier wollen wir von unsrer Wanderung rasten.
Hier saß ich oft gedankenvoll allein
Und quälte mich mit Beten und mit Fasten.
An Hoffnung reich, im Glauben fest,
Mit Tränen, Seufzen, Händeringen
Dacht ich das Ende jener Pest
Vom Herrn des Himmels zu erzwingen.
Der Menge Beifall tönt mir nun wie Hohn.
O könntest du in meinem Inneren lesen,
Wie wenig Vater und Sohn
Solch eines Ruhmes wert gewesen!
Mein Vater war ein dunkler Ehrenmann,
Der über die Natur und ihre heil’gen Kreise,
In Redlichkeit, jedoch auf seine Weise,
Mit grillenhafter Mühe sann;
Der, in Gesellschaft von Adepten,
Sich in die schwarze Küche schloß
Und, nach unendlichen Rezepten,
Das Widrige zusammengoß.
Da ward ein roter Leu, ein kühner Freier,
Im lauen Bad der Lilie vermählt
Und beide dann mit offenen Flammenfeuer
Aus einem Brautgemach ins adere geqält.
Erschien darauf mit bunten Farben
Die junge Königin im Glas,
Hier war die Arznei, die Partienten starben,
Und niemand fragte: wer genas?
So haben wir mit höllischen Latwerdgen
In diesen Tälern, diesen Bergen
Weit schlimmer als die Pest getobt.
Ich habe selbst den Gift an Tausende gegeben,
Sie welkten hin, ich muß erleben,
Daß man die frechen Mörder lobt.
Goethe, Faust Der Tragödie erster Teil,
Verlag Philipp Recklam jun. Leipzig, 1988, Seite: 37.

Thomas Loch ist Landesvorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes Sachsen-Anhalt sowie als Referent für Weltanschauungsfragen Mitglied des Verbandsvorstandes
Bild oben: Foto: Thomas Loch.
Quelle: https://www.sachsen-anhalt.freidenker.org/cms/?p=1910
Textbeschriftung intern: „Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich, aber Vergleiche hinken hinterher“
