Mythen um die Mutter

Beitrag von Klaus Hartmann aus FREIDENKER 3-10
Talkshows, Reportagen und verschiedene Publikationen beschäftigen sich mit der Problematik, warum speziell in Deutschland Familie und Berufstätigkeit (auch ‚Karriere‘ genannt) so schlecht zu vereinbaren seien.
Das Problem wird meist übereinstimmend so wahrgenommen: Die Geburtenrate sinkt, die Deutschen drohen auszusterben. Unterschlagen wird dabei meist, dass dies bis 1989 nicht so war, zumindest nicht in der DDR. Inzwischen ist das Problem „vereinigungsbedingt gesamtdeutsch“.

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Interpretationen und Erfindungen

Interview von Peter Wolter mit dem evangelischen Theologen Gerd Lüdemann in: jW vom 24.12.2009
Wolter: Viele Menschen sind genervt vom Weihnachtsrummel – aus zahllosen Lautsprechern in Supermärkten wimmerte in den vergangenen Tagen »Stille Nacht, heilige Nacht«, und selbst auf dem Ostbahnhof im heidnischen Berlin wurden Krippenfiguren ausgestellt. Als protestantischer Theologe haben Sie sich seit Jahrzehnten mit der christlichen Mythologie befaßt – gibt es wirklich Leute, die an das Jesuskindchen und die Krippe glauben?
Lüdemann: Beides hat es mit Sicherheit nicht gegeben. Provokativ würde ich sagen: Die Krippe war leer und das Grab Jesu war voll. Alles, was mit diesen Erzählungen zusammenhängt, beruht auf Interpretationen oder Erfindungen.

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