Corona: Das große Verwirrspiel

In der Rubrik Tagesdosis wurde am 22.05.2020 bei KenFM der Beitrag „Corona: Das große Verwirrspiel“ von Rainer Rupp, Mitglied des Beirats des Deutschen Freidenker-Verbandes, veröffentlicht.

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Tagesdosis 22.5.2020 – Corona: Das große Verwirrspiel

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Nach fast fünf Monaten Corona-Erfahrung in Deutschland, mit sehr widersprüchlichen Empfehlungen und stark unterschiedlichen Forschungsberichten, Einschätzungen und Stellungnahmen deutscher und internationaler Corona-Experten der Fachrichtungen Virologie und Epidemiologie, von Lungenfachärzten, Beatmungsspezialisten, Pathologen, Soziologen, Ökonomen, Politikern und Journalisten, nach diese Überschwemmung mit angeblichen unumstößlichen Wahrheiten und Halbwahrheiten, nach all dem bin ich als aufmerksamer Beobachter der Szene heute genauso verwirrt wie zu Beginn des Jahres, allerdings jetzt auf viel höheren Niveau.

Tatsächlich ist der zu Beginn der Krise verbreitete Witz zur traurigen Wahrheit geworden. Der lautete: „Es gibt nur eins, was sich noch schneller verbreitet als Corona, die Corona-Experten“. Die aber sind womöglich für die Menschheit noch gefährlicher als das Virus selbst, zumindest wenn man sich die soziale Katastrophe und den wirtschaftlichen Kahlschlag anschaut, welche die unermüdlichen Corona-Bekämpfer in den politischen Befehlsständen angerichtet haben. In der Bibel heißt es zwar: „Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht was sie tun.“ Tatsächlich hatte man immer wieder das überwältigende Gefühl, dass Sie, nämlich unsere Politiker, samt ihrer Experten, wirklich nicht wussten, was sie tun. Wenn sich aber die Bevölkerung erst einmal von dem Schock durch die Corona-Bedrohung erholt hat, und die angerichtete soziale und wirtschaftliche Misere offenkundig wird, wage ich zu bezweifeln, dass die Bevölkerung den Politikern und ihren Parteien so einfach gut christlich verzeihen wird.

„Die wissen sehr gut was sie tun!“, lautet dagegen eine starke Minderheitsmeinung, die den Parteipolitikern und dem „vom tiefen Staat kontrollierten System“ schon vor der Corona-Krise nicht über den Weg getraut hat. Jetzt vermuten sie dunkle, böse Pläne hinter der angeblichen „fake“ Corona-Krise. Da sich bereits Ende letzten Jahres eine neue Finanz- und Wirtschaftskrise für 2020/2021 angekündigt hatte, was übrigens in der entsprechenden Fachliteratur bestätigt wird, vermutet diese Minderheit, dass die Mächte des Tiefen Staats das Auftreten des Corona Virus als willkommene Gelegenheit genutzt haben, ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen.

Das angeblich harmlose Corona Virus, – so das Narrativ – das nicht gefährlicher als eine Grippe sei, sei dann mit Hilfe der willigen Mainstreammedien zu einer tödlichen Pandemie umgedeutet worden, um die Gesellschaft in eine Schockstarre zu versetzen, welche die Durchsetzung von Maßnahmen erlaubte, die selbst bei normalem Krisen niemals hätten durchgesetzt werden können. Da wäre z.B. die gigantische Finanzoperation, für die Gesetze durch das Notparlament gepeitscht wurden, mit deren Hilfe der Bundesregierung plötzlich Billionen Eurobeträge zur freien Verteilung zur Verfügung standen, angeblich zur Rettung der Wirtschaft und der Arbeitsplätze.

Schaut man jedoch genauer hin, dann hat die Bundesregierung das Corona Virus nach der alten Politikerdevise instrumentalisiert, wonach man „keine Krise ungenutzt vergeuden darf“, um alte Pläne durchzusetzen, wozu man unter normalen Umständen keine Chance gehabt hätte. Tatsächlich hat die Regierung unter dem Deckmantel der Corona-Krise der für die Jahre 2020/2021 erwarteten neuen Finanz- und Wirtschaftskrise nur vorgegriffen. Unter normalen Bedingungen hätte die Bundesregierung mit Plänen für eine erneute Rettung des Finanzkasinos auf Kosten der Steuerzahler einen Volksaufstand ausgelöst. Aber genau das ist jetzt geschehen. Als Corona-Hilfen deklariert sind die Billionen Euro-Zuwendungen vornehmlich an Banken und Großunternehmen gegangen, unter Vernachlässigung der kleinen- und mittelständigen Betriebe, wo doch gerade dort die große Mehrheit der Beschäftigten ihr Brot verdient. Der Filz zwischen Politik und großem Geld hat mal wieder gesiegt. Das Volk geht nicht nur leer aus, sondern muss noch über Generationen die Zeche zahlen.

Zum anderen hat die teils panische Angst der Bevölkerung vor dem Virus der herrschenden Elite auch noch einen weiteren alten Wunsch erfüllt, nämlich zu testen, wie weit sie bei entsprechender Angstmache gehen können, elementare Grundrechte zu beschneiden oder temporär sogar ganz abzuschaffen, ohne dass es zu einem Volksaufstand kommt. Angesichts der allseits erwarteten, fortschreitenden politischen und sozialen Polarisierung, wo die kleine Zahl der extrem Reichen immer reicher wird und die Masse der Armen größer und ärmer wird, und sich zugleich die sozialen Umgangsformen zunehmen in Gewalt ausdrücken, sorgen sich die Eliten und Stadthalter der Reichen in den Regierungsämtern und Behörden nicht nur in Deutschland seit Jahren immer stärker um ihre gesicherte Zukunft. Und dazu gehört an vorderster Stelle die Kontrolle des Plebs, damit der nicht eines Tages mit Fackeln und Mistgabeln ihre Paläste stürmt.

Vor diesem Hintergrund bekommen die einschneidenden Beschränkungen der persönlichen Freiheitsrechte, des Versammlungs- und des Demonstrationsrechts einen ganz anderen Stellenwert. Zu diesen Zwangsmaßnahmen gehört auch die Aushebelung der Arbeitsgesetze durch das neue Gesetz zur Arbeitszwangsverpflichtung, mit bis zu 12 Stunden erzwungener Tagesarbeitszeit. Nicht zu vergessen sind die Versuche der Regierung, die Meinungsfreiheit und auch das Recht auf ihr freie und unbehinderte Verbreitung einzuengen, weil angebliche „fake news“ über Corona die Gesundheit der Bevölkerung gefährdet.

Im Unterschied zu den Einschränkungen anderer persönlicher Freiheitsrechte bietet das Seuchengesetz nicht einmal angesichts der Corona-Krise eine Handhabe, um das Grundrecht der freien Meinungsäußerung und deren ungehinderten Verbreitung einzuschränken. Daher haben die Politiker unter Strafandrohung die Aufgabe der Zensur an private „Sub-Unternehmer“ ausgelagert, nämlich an die Betreiber der sogenannten „sozialen Medien“ wie Face Book, utube, google, etc., die nun auf groteske Weise Zensur üben, über Dinge, von denen sie nichts verstehen.

Nun sollte man nicht in Panik verfallen und glauben, dass diese Gesetze, die in der jetzigen Form einem Polizeistaat in Lateinamerika „alle Ehre“ machen würden, auch unser Leben in der Zeit nach Corona bestimmen werden. Aber jeder, der die Geschichte der bürgerlichen Demokratien studiert hat, oder schon alt genug ist, um eigene Erfahrungen gesammelt zu haben, weiß, dass einmal erlassene Gesetze nie ganz zurückgenommen werden, selbst wenn der Notfall längst vorbei ist.

Viele der neuen Gesetze werden in irgendeiner Form weiter existieren und erst einmal in der Schublade verschwinden, um bei passender Gelegenheit wieder hervorgeholt zu werden. Dazu wird dann nicht unbedingt eine Pandemie-Krise nötig sein. Um die Einschränkung des Versammlungs- und Demonstrationsrechts wieder hervorzuholen kann die Krise auch den Namen „soziale Unruhen“ haben. In einer solchen Situation könnten auch die Reaktivierung der Gesetze über Kontakt- und Ausgangsverbote sehr hilfreiche sein. Darin liegt die eigentliche Gefahr der neuen Gesetze für die Post-Corona Ära.

Die sozialen und ökonomischen Krisen, die sich seit dem Finanzkrach 2008 nicht nur in Deutschland, sondern noch viel stärker in der EU und darüber hinaus in der gesamten, so genannten „liberale westliche Welt“ verschärft haben, werden ganz sicher nach dem Ende der Corona-Pandemie nicht vorbei sein.

Vielmehr ist in der Post-Corona Ära mit einer gegenteiligen Entwicklung zu rechnen. Denn der Lockdown, die zeitweise oder dauerhafte Unterbrechung von Lieferketten, die starken Produktionseinbrüche, Massenarbeitslosigkeit, Massenpleiten von Kleinunternehmen, Nachfragerückgang bei Konsum- und Investitionsgütern, neu Blasenbildung an den Finanzmärkten durch Billionen Euro und Dollar Geldspritzen der Zentralbanken, etc, p.p., all das wird nicht ohne schwerwiegende, derzeit noch nicht abschätzbare Folgen für die politische und gesellschaftliche Stabilität in den westlichen Ländern bleiben, Deutschland mit eingeschlossen.

An der Oberfläche sieht es so aus, als ob viele dieser tatsächlichen und erwarteten Entwicklungen die These derjenigen unterstützen, wonach das Corona Virus nicht gefährlicher ist als eine Grippe, die Eliten des Tiefen Staates jedoch die Panik geschürt und die Angst der Bevölkerung genutzt haben, um sich und ihresgleichen auf Kosten der Masse der Bevölkerung über die nächste Krise hinweg zu retten und zugleich mit dem globalen anti-Corona Impfgeschäft noch den großen Reibach zu machen. Obwohl viele Elemente in diesem Puzzle stimmen, ist für mich die Schlussfolgerung, dass Corona ein Fake ist, nicht akzeptabel. Das hat einen einfachen Grund:

Kann sich jemand eine Konstellation vorstellen, wo sich in solch unterschiedlicher Staaten wie China und die USA, Kuba und Großbritannien, Russland und Deutschland, Saudi Arabien und Iran, Israel und Syrien, und so weiter und so fort, also in all diesen Staaten die politischen und wirtschaftlichen Eliten sich darin einig sind, mit einem fake Corona Virus die eigene Bevölkerung in Panik zu versetzen, um auf diese Weise ihre jeweilige politische Agenda besser durchsetzen zu können. Selbst mit noch so wilden Phantasmen kann ich mir keine Konstellation vorstellen, die ein solches Szenario hergeben würde.  Das heißt: Corona ist kein Fake und das Virus stellt eine echte, nicht mit der Grippe vergleichbare Gefahr dar, die jedoch Menschen je nach Vorerkrankung und Stärke ihres Immunsystems mit unterschiedlicher Härte trifft oder sogar ganz verschont.

Das Fatale ist, dass diejenigen, die eine große Corona-Verschwörung der Eliten propagieren, damit ihre berechtigte Kritik an den sozialen, gesellschaftlichen und politischen Missständen im Staat entwerten. Sie machen es ihren Gegner, vor allem den Verfechtern des Status Quo, leicht, sie als Verschwörungstheoretiker vor der Öffentlichkeit zu desavouieren und lächerlich zu machen.

Das soll jedoch nicht heißen, dass die Wissenschaft inzwischen alles über CoVid-19 weiß. Weit gefehlt.  Man weiß zwar mehr, aber das Genaues weiß man immer noch nicht. Und diejenigen, die bisher glaubten, sie seien im Besitz der Wahrheit und die sich bei der Vertretung ihrer Meinung lautstark auf „die Wissenschaft“ beriefen, konnten ihre Thesen über CoVid-19 ebenso wenig allgemeingültig belegen, wie deren Gegner, die genau das Gegenteil behaupteten und sich dabei ebenfalls auf eminente und honorige Wissenschaftler berufen konnten. Die immer noch andauernde Kontroverse über den gesundheitlichen Sinn oder Unsinn des Tragens von Gesichtsmasken ist ein banales Beispiel dafür.

In diese Kategorie andauernder Differenzen zwischen renommierten Virologen, Epidemiologen und Ärzten fällt auch die scheinbar unlösbare Debatte über die Zahl der Gesamtheit der Infizierten und der Toten, die an oder mit Corona gestorben sind.

Vorläufig unlösbar ist auch die Frage nach der Sterblichkeitsrate,

  • weil nach dem Zufallsprinzip durchgeführte Tests ergeben haben, dass sehr viele mehr Menschen als offizielle registriert mit Corona infiziert sind, ohne dass sie selbst Symptome zeigen aber trotzdem Leute in ihrem Umfeld anstecken.
  • weil fünf Monate in die Krise hinein bei weitem noch keine ausreichende Zahl von Testpäckchen vorhanden ist, weil das Gesundheitsministerium die Entwicklung verschlafen hat.
  • weil zudem die vorhandenen Testpäckchen unzuverlässig sind, so dass man den Worten eines Experten zufolge genauso gut eine Münze werfen könnte, um festzustellen ob jemand infiziert ist oder nicht.

Um die Tödlichkeit des Virus zu berechnen, braucht man die Zahl der Infektionsfälle und der Todesfälle. Im Fall der Bundesrepublik gab es mit Datum vom 21. Mai 178.531 nachgewiesenen Infektionen und 8.270 Todesfällen, also 4,6 Prozent. Allerdings behaupten viele Experten, dass die Zahl der unerkannten Corona-Infektionen, die ohne Krankheitssymptome verlaufen, ein Vielfaches der nachgewiesenen Infektionen beträgt. Wenn z.B. die unerkannt geblieben Infektionen genau so groß sind, wie die Nachgewiesenen, dann sinkt die Tödlichkeit der Infektion bereits auf die Hälfte, 2,3 Prozent.

Auch die Zahl der angeblich an Corona Verstorbenen ist widersprüchlich. Niemand weiß genau, ob ein Toter wegen Corona oder an einer anderen Ursache, verbunden mit einer harmlosen Corona-Infektion, verstorben ist. Der Präsident des deutschen Robert-Koch-Instituts bestätigte am 20. März 2020 z.B., dass testpositive Verstorbene unabhängig von der wirklichen Todesursache als „Corona-Todesfälle“ gezählt werden: „Bei uns gilt als Corona-Todesfall jemand, bei dem eine Coronavirus-Infektion nachgewiesen wurde“, so der RKI-Präsident auf die Frage einer Journalistin. Auch in Altenheimen wird Berichten zufolge oft nach der Methode „Pi mal Daumen“ entschieden, ob Tote als Corona-Opfer registriert werden oder nicht.

Folglich stimmen die Zahlen vorne und hinten nicht, weil von Regierungsbezirk zu Regierungsbezirk, von Bundesland zu Bundesland, von Staat zu Staat, praktisch überall anders gerechnet wird. Verlässliche nationale Aussagen oder internationale Vergleich werden dabei zum Glücksspiel. Und niemand kann wirklich sagen, wie ansteckend Corona nun wirklich ist. Nur systematische Obduktionen können darüber Auskunft geben, wie viele Menschen nun tatsächlich an Corona gestorben sind. Alles andere sind Spekulationen.

In diesem Zusammenhang gab es nach dem Auftritt der ersten CoVid-19 Fälle in Deutschland eine besondere Kuriosität, nämlich die Empfehlung des alt-ehrwürdigen Robert Koch Instituts (RKI) an alle Pathologen, keine Obduktionen an Corona-Toten vorzunehmen! Das, obwohl das Lehrbuch beim Auftauchen neue Krankheiten, speziell bei Pandemien, genau das fordert. Die noch seltsamere Begründung der Robert Koch Instituts zur Unterlassung von Obduktionen lautete, dass das Corona Virus zu ansteckend sei. Dabei verfügen Pathologen auf Grund ihres Berufs zu jeder Tages- und Jahreszeit über die bestmögliche Schutzkleidung.

Damit nicht genug, noch am 3. April hat das deutsche Robert-Koch-Institut (RKI) erneut von Autopsien testpositiver Verstorbener abgeraten, da das Risiko einer Tröpfcheninfektion durch Aerosole angeblich zu hoch sei. Natürlich hat dieses fragwürdige Verhalten ausgerechnet des staatlichen Instituts, das mit der Bekämpfung von Corona beauftragt ist, nicht nur zu Kopfschütteln unter Experten geführt, sondern es hat auch Wasser auf die Mühlen all jener getragen, die eine Verschwörung hinter der Corona-Krise sehen.

Ein Facharzt für Pathologie kommentiert diesen Verhalten des RKI wie folgt: “Ein Schelm, wer Böses dabei denkt! Bisher war es für Pathologen selbstverständlich, mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen auch bei infektiösen Erkrankungen wie HIV/AIDS, Hepatitis, Tuberkulose, PRION-Erkrankungen usw. zu obduzieren. Es ist schon bemerkenswert, dass bei einer Seuche, die über den ganzen Globus hinweg Tausende von Patienten dahinrafft und die Wirtschaft ganzer Länder nahezu zum Stillstand bringt, nur äußerst spärliche Obduktionsbefunde (sechs Patienten aus China) vorliegen. Sowohl aus seuchenpolizeilicher als auch aus wissenschaftlicher Sicht sollte hier doch ein besonders großes öffentliches Interesse an Obduktionsbefunden bestehen. Das Gegenteil ist aber der Fall. Hat man Angst, davor, die wahren Todesursachen der positiv getesteten Verstorbenen zu erfahren? Könnte es sein, dass die Zahlen der Corona-Toten dann dahin schmelzen würden wie Schnee in der Frühlingssonne.”

Erstaunlicher Weise wird auch auf einer Webseite der NDR „Tagesschau“ vom 21. April 2020 die kritische Frage gestellt: „Will das RKI Obduktionen verhindern?“ Weiter heißt es: „In einer Empfehlung des RKI sehen einige den Versuch, das wahre Ausmaß der Corona-Epidemie zu verschleiern.“ In dem NDR-Bericht der Tageschau ging es damals jedoch hauptsächlich über die ersten Ergebnisse einer ganzen Reihe von systematischen Obduktionen, die Prof. Klaus Püschel, Direktor am Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf in Eigenregie entgegen der RKI-Empfehlung schon längst begonnen hatte.

Zu diesem Zeitpunkt war übrigens die erneute RKI-Empfehlung vom 3. April, keine Obduktionen zu unternehmen, endlich von der RKI-Webseite verschwunden. Stattdessen erklärte RKI-Vizechef Lars Schaade während einer Pressekonferenz am 21. April: „Gerade wenn die Erkrankung neu ist, ist es wichtig, möglichst viel zu obduzieren.“ Denn daraus könne man neue Erkenntnisse erhoffen.“

Wenige Wochen später, am 9 Mai konnten wir dann in einem, allerdings sehr kurz gehaltenen Artikel in „Die Welt“ eine Corona- Sensation lesen. Unter dem Titel „Studie: Corona-Patienten sterben überraschend oft an Embolien“, berichtete die Tageszeitung über die Ergebnisse einer Studie des Rechtsmediziners Prof. Püschel und seines Teams, das bereits 192 Covid-19-Tote obduziert und analysiert hatten. Demnach sei ungewöhnlich häufig, also mehr als die Hälfte der Patienten an Corona verursachten Thrombosen (Blutgerinnseln) und tödlichen Lungenembolien gestorben.

Laut Prof. Püschel erübrige sich damit die Diskussion darüber, ob jemand an oder mit Corona verstorben ist. Auch eine ganze Reihe von Obduktionen an Corona-Toten, die in der Schweiz durchgeführt worden sind, haben den Befund des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf bestätigt. Demnach ist CoVid-19 eine System-Krankheit, die das ganze Endothel befällt und entzündet. Das Endothel ist eine Zellschicht, die eine Art Schutzschild um die Organe und den Darmtrakt bildet. Durch die Entzündung dieser Schutzschicht entstehen Mini-Blutgerinnseln, die die lebensnotwendigen Prozesse in den Mikrogefäßen blockieren. Ist dieser Regelungsprozess gestört, kann dies Durchblutungsstörungen in den Organen oder im Körpergewebe auslösen, die zum Zelltod und damit zum Absterben dieser Organe oder des Gewebes führen.

Das Fazit: Das Corona Virus löst also nicht nur eine Lungenentzündung aus, sondern direkt eine Entzündung des gesamten Endothels im Körper, in dem Herz-, Hirn-, Lungen- und Nierengefäße sowie Gefäße im Darmtrakt eingebettet sind. „Mit fatalen Folgen: Es entstehen schwere Mikrozirkulationsstörungen, die das Herz schädigen, Lungenembolien und Gefäßverschlüsse im Hirn und im Darmtrakt auslösen und zum Multiorganversagen bis zum Tod führen können“ heißt es in einer Erklärung auf dem Universitätsportal Zürich“ , siehe dazu auch einen Bericht von Russia Today.

Dieser Befund erklärt u.a. auch warum jüngst ein CoVid-19 Patient in Hamburg sogar wegen Corona erblindet ist, denn Mini-Blutgerinnsel hatten sich um den Sehnerv festgesetzt, infolgedessen der Sehnerv abgestorben ist, so ein Bericht des Medizinprogramms „Visite“ auf NDR vom 12.Mai 2020.

Auf Grund der Obduktionsbefunde wollen behandelnde Ärzte nun versuchen, mit Blutverdünnungsmittel die Tromben zu verhindern, die sich im akutem Stadium von CoVid-19 bilden und zum Organversagen führen. Wenn sich diese Therapie bewährt, dann hätten viele Leben gerettet werden können, wenn man schon früher auf entsprechende Obduktionsergebnisse gehabt hätte.

Die Obduktionsbefunde erlauben noch eine weitere wichtige Schlussfolgerung, die nun hoffentlich weiteren Spekulationen über die Wesensart des Corona Virus ein Ende macht, nämlich dass Behauptung, COVID-19 sei eine harmlose Grippe, nicht stimmt! Zwar muss – ähnlich wie bei einer Grippe – nicht jeder Infizierte krank werden, aber der Krankheitsverlauf von CoVid-19 ist weitaus heimtückischer und schwerer als beim Grippe Virus und sollte daher nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Wobei wir wieder bei der Frage angekommen wären, ob die sozialen Lockerungen zu früh und daher gefährlich sind oder nicht.

Vor diesem Hintergrund hat kürzlich der Bericht eines Whistleblowers aus dem Bundesinnenministerium, an dem namhafte Ärzte und Wissenschaftler mitgearbeitet haben, die Bundesregierung in die Bredouille gebracht; nicht nur, weil er den sozialen Lock Down und die Stilllegung ganzer Wirtschaftszweige als eine katastrophale Fehlentscheidung der bundesdeutschen, politischen Elite geißelt, sondern er bringt auch eine ganz neue Perspektive ins Spiel, nämlich die Opportunitätskosten der Regierungsmaßnahmen. In dem Bericht wird nämlich behauptet, dass auf Grund der Tatsache, dass die meisten Betten auf den Intensivstationen in den Krankenhäusern für potentielle Corona-Patienten reserviert waren, zig Tausende von notwendigen Operationen an Nicht-CoVid-19-Patienten nicht durchgeführt werden konnten, was dazu geführt habe, dass unterm Strich mehr Nicht-CoVid-19 Patienten gestorben sind als es an Corona-Toten gibt.

Es ist zu erwarten, dass der Stoff für weitere Verwirrungen in der Corona Frage so schnell nicht ausgeht.

Rainer Rupp ist Mitglied des Beirats des Deutschen Freidenker-Verbandes

 

Link zur Erstveröffentlichung auf KenFM: https://kenfm.de/tagesdosis-22-5-2020-corona-das-grosse-verwirrspiel/


Bild: Screenshot aus dem Video von KenFM