Rechenschaftsbericht von Klaus Hartmann auf dem DFV Verbandstag 2009

Videoaufzeichnung des Rechenschaftsberichtes von Klaus Hartmann an den Verbandstag am 22. und 23. Mai 2009 in Berlin

Auszug aus dem Rechenschaftbericht

Unserem Verband wird von manchem vorgehalten, dass wir uns nicht ausschließlich mit Kirche und Religion befassen, nein, dass wir den Irrationalismus im gesellschaftpolitischen Bereich sogar zum Hauptschwerpunkt unserer weltanschaulichen Auseinandersetzung machen. Diese Auseinanndersetzung ist so alt wie das organisierte Freidenkertum.

Obwohl diese Feststellungen in der Diskussion des Verbandstages 2006 nicht bestritten, sondern im Gegenteil vielfältig unterstützt wurden, taten sich im Laufe des letzten Jahres merkwürdige Widersprüche auf. Sie drehten sich um die Frage: Was sind die ‚eigentlichen‘ Freidenker-Aufgaben? Gemeint ist: die würden nicht wahrgenommen oder vernachlässigt. Da heißt es dann: ‚anstatt sich überwiegend mit allgemeinpolitischen Themen zu beschäftigen, sollten wir uns schwerpunktmäßig mit unseren ureigenen weltanschaulichen, religions- und kirchenkritischen Themen befassen‘. Man hört Aussagen wie: ‚Der DFV hat kein allgemeinpolitisches Mandat‘ oder ‚Der Freidenker-Verband ist keine antiimperialistische Liga.

Der Verbandsvorstand steht dagegen auf dem Standpunkt, dass wir den Irrationalismus insgesamt, in religiöser wie weltlicher Gestalt ins Visier nehmen müssen. Das heißt: Der Kapitalismus, der Imperialismus ist in unübertrefflichem Maße unvernünftig, ja er ist mehr als das: lebensgefährlich. Dieser Gefahr, von den Kriegen über Armut, Elend und Ausgrenzung bis zur Umweltzerstörung, sie ist real, und ihre Bekämpfung hat Priorität. Und diesen Fragen stellen wir uns tatsächlich – vom Standpunkt unserer Weltanschauung!


Foto: Videoscreenshot von Freidenker123