Christlicher Zionismus

Beitrag von Klaus von Raussendorff aus FREIDENKER 2-06
Christliche Zionisten gibt es viele Millionen in den USA. Aber auch in Deutschland und anderen Ländern trifft man sie. Und natürlich als Unterstützer im Einsatz in Israel. Mit Zitaten aus dem Alten Testament wollen sie beweisen, dass allein Juden über das Land zwischen Mittelmeer und Jordan herrschen sollen. Gottes Willen zuwider ist ihnen die Idee der Binationalität, jeder binationale Ansatz zur Lösung der Probleme des israelisch-arabischen Konflikts. Demokratische Gleichberechtigung zwischen Juden und Arabern ist mit ihrem fundamentalistischen Christentum nicht vereinbar.

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Klaus Hartmann: Aufstehen statt niederknien

Beitrag von Klaus Hartmann aus FREIDENKER 3-05
„Weltjugendtag“ heißt die fromme Heerschau dieser Tage in Köln, der Name jedoch ist Anmaßung: Obwohl Hunderttausende erwartet werden, die „Weltjugend“ ist das nicht – es ist ebenso wenig das Treffen von Atheisten wie von Buddhisten, Muslimen oder Hindus, Juden oder orthodoxen Chris­ten.
Zumindest der Form nach geht die Katholische Kirche mit der Zeit: Event ist angesagt, eine Pop-, Polit- und Glaubensshow wird inszeniert, und wie in der üblichen kommerziellen Event-„Kultur“ droht Seichtigkeit die Inhalte zu verdrängen, ernsthafte Anliegen und Fragen unterzubuttern. Wer der Kirche nichts Gutes wünscht, kann das Spektakel mit einer gewissen Schadenfreude sehen.

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Eine Aufklärung für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des XX. katholischen Weltjugendtag in Köln und andere Interessierte

Beitrag von Karl C. Fischer
Die Großkirchen in Deutschland, die nicht mal Steuern zahlen, besitzen Milliarden von Euro, eine Menge von Immobilien, lassen die Behörden gegen hohe Kosten Kirchensteuer, ihre Beschäftigten überwiegend vom Steuerzahler finanzieren, erhalten Milliarden Euros aus Steuermittel, nehmen Einfluss auf Wirtschaft, Medien, Politik und Schule, genießen staatlichen Schutz und, und, und …
Doch seit 200 Jahren enthalten alle demokratischen Forderungen, den Ausschluss der Geistlichkeit von den nicht kirchlichen Angelegenheiten, d.h. den „Laizismus“. Grund war die von ca. 2000 Jahren einsetzende Vernüpfung des Römischen Reiches mit dem Christentum. Sie machte das Verhältnis von weltlicher Macht und geistliche Gewalt aus – die Beziehungen zwischen Kirche und Staat, die die Geschichte Europas bestimmten.

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Zum Spektakel in Köln

Beitrag von Hellmut G. Haasis
Der derzeitige Bischof von Rom, Joseph Ratzinger, mir persönlich unrühmlich bekannt als ängstlicher Theologieprofessor in Tübingen, gibt sich Mühe, in Köln arglose Jugendliche mit seinem Gelaber vom schönen und freudigen Glauben einzulullen. Geschäftige Medienleute sind dabei, ihn als Superstar zu etablieren. Eine Chance für Freidenker, Konfessionslose und Atheisten, ihre Freiheit gegen den unerwünschten Herrn öffentlich zu bezeugen.

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»Spontan würde ich ›Kölle Alaaf‹ sagen«

Interview der „jungen Welt“ mit Klaus Hartmann, Bundesvorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes
F: Wie stehen die Freidenker zu der katholischen Massenveranstaltung, die vom 15. bis 21. August in Köln stattfindet?
A: Angesichts der prächtigen Kostüme könnte man spontan »Kölle Alaaf« sagen. Aber bei näherer Betrachtung stellt man doch fest, daß dort zwischen Harmlosigkeit und Lächerlichkeit Propaganda für knallharte reaktionäre Politik gemacht werden soll. Beide Hauptpersonen – der Papst und sein Kölner Kardinal Meisner – sind Hardliner, die gegen Abtreibung und gegen Verhütung sind. Beide fördern die reaktionäre Geheimorganisation Opus dei, beide sind Gegner der Befreiungstheologie und Befürworter des Sozialabbaus.

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Vertrag zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Land Brandenburg

Entwurf des Vertrages zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Land Brandenburg
Der HEILIGE STUHL, vertreten durch den Apostolischen Nuntius in Deutschland, Dr. Giovanni Lajolo, Titularerzbischof von Cesariana, und DAS LAND BRANDENBURG, vertreten durch den Ministerpräsidenten, Herrn Matthias Platzeck, einig in dem Wunsch, die Beziehungen zwischen dem Land Brandenburg und der Katholischen Kirche in freundschaftlichem Geist zu festigen, fortzubilden und zu fördern, in Achtung der vom Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und von der Verfassung des Landes Brandenburg gewährleisteten Stellung der Katholischen Kirche im freiheitlichen und demokratischen Rechtsstaat, in Respekt vor der Glaubensfreiheit des einzelnen und vor der Religionsfreiheit, …. schließen folgenden Vertrag, durch den die Rechtslage der Katholischen Kirche in Brandenburg dauerhaft geregelt wird:

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Gemeinsame Stellungnahme zum Brandenburg-Konkordat

Gemeinsame Stellungnahme vom 28. Oktober 2003 von sechs Verbänden zum beabsichtigten Konkordat (Vertrag) zwischen dem Land Brandenburg und dem Heiligen Stuhl
Vorangestellte Thesen: Das Konkordat ist nicht erforderlich. Das Konkordat ist faktisch unkündbar. Das Verfahren zur Vertragserstellung ist undurchsichtig und unparlamentarisch. Den Sonderrechten und Privilegien für die katholische Kirche stehen keine angemessenen Leistungen gegenüber. Die effektiven Kosten des Konkordates übersteigen bei weitem die auf den ersten Blick ersichtlichen 1.15 Millionen Euro pro Jahr.
Vorangestelltes Fazit: Der Ministerpräsident wird dringend aufgefordert, das Konkordat nicht zu unterzeichen. An die brandenburgischen Landtagsabgeordneten wird appelliert, ihrer demokratischen Verantwortung gerecht zu werden und das Konkordat im Landtag abzulehnen.“

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Senat verschenkt Millionen Euro an die Hamburger Kirchen

Beitrag von Uwe Scheer
Nach einer Meldung des Norddeutschen Rundfunks … soll nach dem zukünftigen Kirchenstaatsvertrag, über den noch verhandelt wird, sowohl der evangelischen Kirche als der katholischen Kirche der Eigenanteil an den Kindergartengebühren vollständig erlassen werden. Dieser Betrag beträgt gegenwärtig 10 Prozent der Eigenkosten, 90 Prozent brachte schon der Hamburger Staat bisher auf. Nach der Meldung des NDR soll diese Regelung ab das Jahre 2007 gelten. Die Evangelische Kirche unterhält 130 Kindertagesstätten und die katholische Kirche 30 Kitas in der Hansestadt. Man will so schloss, die Meldung, u.a. mit dem eingesparten Geld „mehr Religion“ in die Kindergärten tragen. Über die Hälfte der Hamburger gehört keiner der sogenannten Volkskirchen an. In der Bundesrepublik gibt es nur noch 55 Prozenten Kirchensteuerzahler.

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Gegen Tischgebete in den kommunalen Kindergärten

Offener Brief von Reinhard John
Mit Sorge verfolgen wir Freidenker die Entwicklung, die die Auseinandersetzung um das obligatorische Tischgebet in den kommunalen Kindergärten ihrer Gemeinde nimmt. Leider entsteht hier allmählich eine Polarisierung, die der sachlichen Auseinandersetzung gewiss nicht dienlich ist. Die Freidenker sind die älteste deutsche Vereinigung von Konfessionsfreien, und ein wichtiges Motiv für die Gründung des Deutschen Freidenkerbunds im Jahr 1881 war die Notwendigkeit, eine starke Interessenvertretung zu schaffen, um dem Einzelnen bei der Durchsetzung seiner Rechte zu helfen. Die Verfassung der Religionsfreiheit wurde seither entscheidend verbessert, in der Praxis ist es aber bedauerlicherweise für Konfessionsfreie immer noch notwendig, sich ihre Rechte vor Gericht erkämpfen zu müssen.

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Was ist Fundamentalismus?

Beitrag von Dr. Berthold Häßlin
Die Anschläge vom 11. September werden im allgemeinen fundamentalistischen islamischen Kreisen zugeschrieben. Bin Laden und die Taliban sollen hierfür verantwortlich sein. Ich möchte hier nur eines eingangs feststellen: die Taliban haben in Afghanistan nicht gerade ein typisches fundamentalistisches Regime geschaffen. Dass nämlich Mädchen keine Schulausbildung erhalten können, ist alles andere als eine übliche fundamentalistische islamische Praxis. Auch die Fundamentalisten vertreten dies für gewöhnlich nicht. Damit will ich sagen: Die Taliban sind keine typischen islamischen Fundamentalisten. Und wenn sie für die Anschläge des 11. September verantwortlich sein sollen, so sollte man sich davor hüten gleichzeitig den gesamten islamischen Fundamentalismus mit in die Haftung für diese Anschläge zu nehmen. Wie scharf bzw. unscharf die Grenze zwischen diesen beiden Bewegungen ist, darum soll es hier u.a. gehen.

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Mea Culpa? Gegen die Missverständnisse päpstlicher „Schuldbekenntnisse“

Rede von Klaus Hartmann auf einer Mitgliederversammlung
Am 12. März 2000 wurden die Augen der Weltfernsehgemeinde auf einen Gottesdienst in Rom gerichtet. Nach wochenlangen Ankündigungen, Spekulationen und häppchenweisen Vorveröffentlichungen wurden die Papst-Worte mit Spannung erwartet, mit denen er sich zur Schuld der Kirche äußern und um Vergebung bitten wollte. Das Medienspektakel war perfekt inszeniert, bloß zum dürftigen Inhalt des „Schuldbekenntnisses“ stand es im umgekehrt proportionalen Verhältnis. Insofern geht die Kirche offenbar mit der Zeit – im Zeitalter der Event-„Kultur“ bedeutet die Show alles, der Inhalt nichts.

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