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Kein Einfallstor für Zensur durch Social-Media Kontrolle

IMV Institut für Medienverantwortung gUG (haftungsbeschränkt)

Pressemitteilung, 18.02.2026

Social-Media Regulierung (für Kinder) als Signal (für Eltern, IT-Branche & Gesellschaft) – nicht als Einfallstor für Zensur

Wir begrüßen die Debatte um Social Media und deren Einfluss auf die Gesundheit und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Reichlich spät wird erkannt, dass man die Dinge nicht einfach so laufen lassen kann in einer Welt, die den Kommerz über das Wohlbefinden der Menschen stellt. Besonders die unreifen Hirne kleiner Kinder müssen geschützt, Erfahrungen im Räumlichen mit allen Sinnen ermöglicht werden. Das geht weit über eine Verbotsdebatte zur Social-Media Nutzung hinaus, die zudem missbraucht werden kann, um Alters- und damit Kommunikationskontrolle im Internet zu forcieren. Außerdem kann die zwar richtige Erkenntnis, dass Medienbildung in der Familie beginnt, weiterhin dazu verleiten, die enormen Gewinne bei der IT-Branche zu belassen, während Individuen und Krankenkassen die Schäden begrenzen und die Folgen finanzieren sollen. Hier ist eine komplexere Herangehensweise vonnöten, als es die Politik und ihre Kommissionen derzeit planen.

Zu erweitern wäre die Debatte um Medienschutz auf die Bildschirmisierung von Kindheit, weil auch das frühe Fernsehen verheerende Auswirkungen auf die Hirnentwicklung der Kinder hat. Immerhin wurde erkannt, dass Algorithmen keine Naturgewalt sind und das Internet anders strukturiert werden könnte. Ob sich die Politik hier strukturell heranwagt, darf bezweifelt werden angesichts der verbreiteten Neigung zur Anpassung an US-Tech und -Politik. Ein anderes Internet gab es und ist möglich. Ein Studium und Schulfach Medienbildung gehört ebenso in die Handlungspalette wie eine Info-Kampagne für Eltern und Pädagogen, die sich vom Digitalisierungsmantra des gefährlichen „so früh wie möglich“ verabschiedet und hinführt zu iner Orientierung der frühkindlichen wie schulischen Bildung an der Sinnes- und Wahrnehmungsentwicklung der Kinder, wie sie Jean Piaget beschrieb und von der neurologischen Forschung bestätigt wurde. Eltern bereits süchtiger Kinder sind oft überfordert mit dem Druck durch diese. Die die gesamte Wohn-/Arbeits-/Verkehrssituation ist darum in die Maßnahmen einzubeziehen.

Wir vom IMV stehen weiterhin mit unserer Expertise zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Sabine Schiffer

 

IMV: Das Institut für Medienverantwortung richtet sich an Medienschaffende und Mediennutzende gleichermaßen und klärt über Darstellungsmechanismen, Medieninhalte und Medienbildung in Seminaren, Publikationen und Konzepten auf.

Quelle: https://medienverantwortung.de/2026/02/18/social-media-regulierung-als-wichtiges-signal-nicht-als-einfallstor-fuer-zensur/
Weitere Informationen: https://www.generationmedien.de/


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Sabine Schiffer ist Gründerin und Leiterin des Instituts für Medienverant­wortung und Mitglied des Beirats des Deutschen Freidenker-Verbandes


Bild oben: ccnull.de / Tim Reckmann / CC-BY 2.0