Die Russen verfügen über eine Wunderwaffe
von Stefan Siegert
Ein Donnerwort geht durch die Qualitätspresse. Eine russische Mittelstreckenrakete des Typs „Oreshnik“ (Haselnuss“) hat in der Nacht vom 8. auf den 9. Januar 2026 im Rahmen eines Großangriffs der Russen einen Angriff auch auf ein für die Energieversorgung des ukrainischen Militärindustriekomplexes kritisches und riesiges, tief unterirdisches Gaslager südlich von Lwiw (russ. Lwow) ausgeführt. Mit diesem einen Angriff, sagen Experten, wurden 50 Prozent der ukrainischen Energieversorgung ausgeschaltet. Die Rakete dieses Angriffs, heißt es, habe – eine letzte Warnung an den Westen – keinen Sprengkopf gehabt. Es lässt sich nicht länger verheimlichen: die Russen verfügen über eine Wunderwaffe, die, im Unterschied zu den „Wunderwaffen“ der Begriffserfinder, den Namen in der Tat verdient. Der Westen fällt aus allen Wolken oder tut wenigstens so. Dabei hat Wladimir Putin die Welt bereits im November 2024 über diese Waffe und ihre Eigenschaften detailliert aufgeklärt. Ich habe darüber damals in der gewesenen jungen Welt geschrieben.
Hier der Text von November 2024:
»Oreshnik ist ein echter Gamechanger. Der Westen hat für eine Weile den Rüstungswettlauf verloren. Wurden allerdings die Angriffe „ukrainischer“ ATACMS-Mittelstreckenraketen auf russisches Staatsgebiet noch vor einer Woche in den Westmedien geradezu gefeiert, war die Nachrichtenlage zum Gegenschlag der Russen am 21. November mager. Schauen wir, wie lange die Staats- und Konzernmedien des Westens brauchen, um auf Stand zu kommen. In den Worten des brasilianischen, vom NATO-Narrativ unabhängigen Aktivisten Pepe Escobar:
Es ist ziemlich vorhersehbar, dass die woken, arroganten/unwissenden MICIMATT (die Figuren des amerikanischen Military-Industrial-Congressional-Intelligence-Media-Academia-Think-Tank, d. A.) sowie die NATO und der gesamte gehirngewaschene kollektive Westen einfach keine Ahnung haben, was sie da gerade aus heiterem Himmel getroffen hat.
Putins Rede vom 24. November 2024 war die Moderation des Vergeltungsschlags der Russischen Föderation auf den völkerrechtswidrigen Angriff der als Ukraine verkleideten NATO auf russisches Staatsgebiet. So gut wie alle im ntv-Video auftauchenden Tatsachen, Hintergründe und Zusammenhänge des Ukraine-Kriegs stimmen, sie sind belegt, dürften allerdings weiten Teilen des deutschen Publikums im Herbst 2024 zum ersten Mal auf den Schirm kommen. Nur eben, die Informationen und Meinungen zum NATO-Überfall und dem russischen Gegenschlag kommen aus den Mündern von „Kreml-Propagandisten“ des „staatlichen russischen Fernsehens“. Man verschiebe spielerisch die Perspektivbrille und landet mit „Kanzleramts-Propagandisten der staatlichen Tagesschau“ einen Heiterkeitstreffer. Aber mag das Westpublikum auch vor sich hindämmern – das Ereignis vom 21. November 2024 war der Knaller in der großen weiten Welt des Nichtwestens.«
Stefan Siegert ist Autor mit Schwerpunkt Musik und politisches Feuilleton
Bild oben: Schaubild Oreshnik-Rakete
Grafik von Carramba66, CC BY 4.0
Quelle: https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=181778716
