Zusammenspiel von Börse und Krieg
von Stefan Siegert
Im Blick den gegenwärtigen US-Präsidenten, reibt man sich die Augen: es verschwimmen in diesem Menschen zusehends die Grenzen zwischen Politik und Pathologie.

Cartoon: Bill Bramhall, verbreitet über soziale Medien
Der US-Cartoonist Bill Bramhall zeichnete eine bemerkenswerte Trump-Karikatur und warf in der Zeichnung die Frage auf: glaubt Trump an seine eigenen Lügen?
Der britische Ex-Diplomat und Analyst Alastaire Crook weist diesbezüglich am 18. April auf seiner Website Conflictsforum auf den jüngsten Fall natürlich überhaupt nicht pathologischen Zusammenspiels von Börse und Politik hin (in Englisch). Insiderwissen ist im Weißen Haus – dank auch ihres Prachtschwiegersohns zum sprudelnden Segen der Trump-Familienkasse – integraler Bestandteil von Regierungspolitik. Voll pathologisch ist dagegen, was Trump der Welt alles an Blödsinn erzählen kann, ohne dass etwa die deutsche Einheitspresse dazu auf nennenswerte Weise Stellung bezieht.
Peter Hänseler lieferte am Beispiel vergangener Trump-Fantasien zum Thema Verhandlungen zwischen Iran und USA schon Anfang April Fakten. Ein Paar Minuten vor Veröffentlichung der Trump-Lügengeschichten geschah an den Börsen Zauberhaftes:
Rund 6200 Futures-Kontakte der Sorte Brand und West Texas Intermedia wechselten am Montag zwischen 6.49 Uhr und 6.50 Uhr New Yorker Zeit den Besitzer, nur eine Viertelstunde vor besagten Tweet Trumps of Truth Social, dass es in den letzten Tagen produktive Gespräche mit Teheran zur Beendigung des Krieges mit Iran angegeben habe. Nach Berechnungen der FT auf der Grundlage von Bloomberg Daten belief sich der Nominalwert dieser Geschäfte auf 580 Millionen.
Der Autor resümiert:
„Verglichen mit diesen Leuten ist die Mafia so ungefährlich wie Mutter Theresa!“
Stefan Siegert ist Autor mit Schwerpunkt Musik und politisches Feuilleton
Bild oben: KI-generiert
