AktuellesFrieden - Antifaschismus - SolidaritätVeranstaltungen in den DFV-Landesverbänden

Gedenken an die Selbstbefreiung des Konzentrationslagers Buchenwald

Bericht des Deutschen Freidenker-Verbandes, Landesverband Thüringen

Am 12. April 2026 gedachten Mitglieder verschiedener Parteien und Organisationen und interessierte Bürger, auf Einladung des Landesvorstandes Thüringens des Deutschen Freidenker-Verbandes der Selbstbefreiung des Konzentrationslagers Buchenwald vor 81 Jahren. Die Landesvorsitzende hatte eine Einladung an die Botschaft der Russischen Föderation in Berlin gesandt, die seit 2022 nicht mehr zu staatlichen Gedenkfeiern eingeladen wird. An dem feierlichem Gedenken nahm der Kulturattaché der Botschaft der Russischen Föderation in Berlin, Herr Nikita Rajewski , die Vertreterin des Büros für Kriegsgräberfürsorge und Gedenkarbeit , Frau Julia Gordeewa und weitere Vertreter der Botschaft der Russischen Föderation in Berlin teil.

Um 12 Uhr wollten die Vertreter der Russischen Botschaft in Berlin gemeinsam mit Mitgliedern des Landesverbandes Thüringens des Deutschen Freidenker-Verbandes Kränze und Gebinde an dem Gedenkstein in Erinnerung an die sowjetischen Häftlinge im Konzentrationslager Buchenwald niederlegen. Der Zugang zu der Gedenkstätte wurde ihnen zunächst untersagt mit der Begründung, die Kränze müssten erst durchleuchtet werden. Nach energischem Protest seitens der russischen Diplomaten und der Landesvorsitzenden des DFV, Heike Cienskowski, wurde der Zugang zu der Gedenkstätte genehmigt. Es ist hervorzuheben, dass für das Betreten von Gedenkstätten durch russische Diplomaten keine offiziellen Einschränkungen bestehen, und man hatte nie die Absicht, an der am gleichen Tag stattfindenden offiziellen Gedenkveranstaltung teilzunehmen, weshalb die Ehrung bewusst um 12 Uhr durchgeführt werden sollte – die staatliche Veranstaltung war für 13.30 Uhr geplant, so dass mit keiner zeitlichen Überschneidung zu rechnen war. Das Verweigern des Betretens der Gedenkstätte ist daher skandalös.

Die Landesvorsitzende wurde von den russischen Diplomaten gebeten, einige Worte am Ehrenmal für die sowjetischen Häftlinge zu sagen. Nach der Kranzniederlegung begaben sich die Teilnehmer zum Glockenturm an der Straße der Nationen, um die Gedenkfeier, die ab 12.30 Uhr angemeldet war, zu eröffnen. Nach Begrüßung aller Teilnehmer und der russischen Gäste durch  Heike Cienskowski sprach der Kulturattaché der russischen Botschaft. In seiner Rede erinnerte er an den Überfall Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion vor 85 Jahren, an die Gräueltaten der Hitlerfaschisten und deren Helfershelfer und mahnte, diese niemals zu vergessen.

Brigitte Dornheim, Mitglied des Freidenker-Verbandes aus Sonneberg, schilderte das Leiden der Häftlinge und ins Besondere das der sowjetischen Häftlinge und die Erschießung von insgesamt 8483 russischen Offiziere im Pferdestall, der zu einer Genickschussanlage umfunktioniert worden war. In der Diskussion wurde auch auf die Lage in Gaza und die Situation der palästinensischen  Bevölkerung eingegangen. Heike Cienskowski rief in ihrer Abschlussrede zur internationalen Solidarität und zu Völkerfreundschaft auf und rief den Teilnehmern der Gedenkfeier zu: „Russland ist nicht unser Feind!“ Ernesto Schwarz umrahmte die Gedenkfeier musikalisch.

Auf Bitten der Vertreter der Botschaft der Russischen Föderation reiste die Landesvorsitzende Thüringens des DFV, Heike Cienskowski, im Anschluss in das gut 100 Kilometer entfernte Nordhausen, um auch am Gedenken im Außenlager Mittelbau – Dora teilzunehmen. Auch hier wurden ein Kranz und Blumen im Gedenken an die sowjetischen Häftlinge am Krematorium niedergelegt.

Kranzniederlegung an der Figurengruppe vor dem Krematorium Mittelbau-Dora (Foto: Freidenker-Landesverband Thüringen)

Das Gedenken an alle Menschen, die unter dem Hitlerregime litten, gefoltert und ermordet wurden ist unser Anliegen! Wir lassen uns dies nicht nehmen — keiner ist vergessen  und nichts ist vergessen!

 


Bild oben: Figurengruppe von Fritz Cremer in der Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald
Foto: Rudolf Klein, Schoden, CC BY-SA 3.0 de
Quelle: https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=23642308