Frieden - Antifaschismus - Solidarität

Not to forget! 25 Jahre seit der Nato-Aggression gegen Jugoslawien

Vor einem Vierteljahrhundert haben die 19 reichsten Nationen das Schwellenland Jugoslawien während 78 Tagen ungerechtfertigt einem Bombenterror ausgesetzt. Etwa 3000 Zivilisten sowie 1139 Soldaten und Polizisten verloren im Krieg ihr Leben, 10 000 Menschen wurden verletzt. Die Nato-Aggressoren zerstörten systematisch zivile Infrastruktur und setzten Geschosse mit abgereichertem Uran ein – mit schwerwiegenden Folgen für die serbische Bevölkerung. Unter dem Slogan «Not to forget!» organisierte das Belgrad-Forum für eine Welt der Gleichheit am 22. und 23. März eine Konferenz zum Jahrestag des Nato-Angriffs. Gäste aus aller Welt konnten vom Präsidenten des Forums, Živadin Jovanović, begrüßt werden. Sie legten im Rahmen des Kongressthemas «Von der Aggression zur neuen gerechten Weltordnung» ihre Stellungnahmen und Solidaritätsbekundungen dar, meist auch mit Bezug zu ihrem Herkunftsland. Die Arbeit der beiden Kongresstage wurde in einer Resolution ↓ zusammengefasst. Im Anschluss an den Kongress erfolgten Kranzniederlegungen für die Opfer der Nato-Aggression an mehreren Orten der serbischen Metropole.

Mehr als 200 Teilnehmer zählte die Konferenz des Belgrad-Forums.

Im politischen Bewusstsein der serbischen Bevölkerung ist der ungerechte Krieg, den die Nato-Staaten vor 25 Jahren gegen Jugoslawien geführt hatten, allgegenwärtig. Kein Taxi-Chauffeur, von dem man sich an eines der Mahn-Monumente an den Krieg fahren lässt, verzichtet darauf, mit Kommentaren seine persönliche Betroffenheit ob des Kriegsverbrechens der Nato zu zeigen. Ein Kriegsverbrechen, das bislang weder gesühnt noch von den Verursachern wieder gutgemacht wurde.

Serbien leidet noch heute an den Folgen des Nato-Angriffs

Freidenker-Gruppe am Belgrad-Kongress (von links): Monika Krotter-Hartmann, Fabienne Cartreaux, Vorstandsmitglied der Weltunion, Sebastian Bahlo, Vorsitzender des DFV, Veronika Herzig.

Die Nato bombardierte nicht nur systematisch zivile Infrastruktur wie Eisenbahnen, Straßen, Brücken, Flughäfen, Energiesysteme, Wohnhäuser, Industrieanlagen, Schulen, Spitäler und Kindergärten, die wenn nicht zerstört gravierend beschädigt wurden. Dafür allein wurde ein Schaden von etwa 100 Milliarden US-Dollar festgestellt. Noch gravierender sind jedoch die Folgen des Einsatzes von Munition mit abgereichertem Uran durch die Nato. Nach Angaben der serbischen Gesundheitsministerin Danica Grujičić ist aufgrund der im Krieg durch die Nato verwendete toxische Nato-Munition die Zahl der Krebspatienten in Serbien von 19 000 im Jahr 1999 auf 40 000 angestiegen. Wie die Ministerin weiter gegenüber RT erklärte, hat die Erkrankung in den ersten 10 Nachkriegsjahren den Tod von 10 000 bis 18 000 Menschen gefordert. Weitere Indikatoren wie Zunahme der männlichen Unfruchtbarkeit, Autoimmunkrankheiten und Anomalien bei Neugeborenen werden auf die Folgen der Nato-Kriegsverbrechen zurückgeführt.

Die verschleierten Kriegsziele der Nato

Vladimir Kršljanin, Vorstandsmitglied der Weltunion der Freidenker, und Klaus Hartmann, Vorsitzender.

Die in der Regel von westlichen Mainstream-Medien verwendete Bezeichnung «Kosovo-Krieg» wird dem Nato-Krieg in keiner Weise gerecht. Der Begriff referenziert auf das fingierte «Massaker von Račak» sowie die westliche Propaganda-Kreation „Hufeisenplan“, die der Nato als Vorwand für den Angriff die Bundesrepublik Jugoslawien dienten. Es ging den Nato-Mächten nicht um den Schutz der kosovarischen Bevölkerung vor angeblichen ethnischen Säuberungen. In der an der Belgrader Konferenz verabschiedeten Resolution werden die wahren geopolitischen Ziele der Nato benannt:

  • Heraus­lösung der autonomen Provinz Kosovo und Metochien aus Serbien und vollständige Kontrolle über den Balkan;
  • Stationierung der US-Truppen auf dem Balkan im Sinne der Strategie der Osterwei­terung;
  • Schaffung eines Präzedenzfalls für spätere Interventionen unter Verletzung des Völker­rechts und der Unverletzlichkeit des UN-Sicherheitsrates;
  • Rechtfertigung der Existenz der NATO und ihres Handelns über das in ihrer Gründungsakte von 1949 definierte Gebiet hinaus.

«Die NATO-Aggression verkörperte die Aufhebung der Rechtsordnung von Frieden und Sicherheit in Europa und der Welt, die auf dem Ergebnis des Zweiten Weltkriegs beruht,» wird in der Resolution weiter festgestellt. Der Balkan ist heute «insta­biler, Europa, sich mit gefährlicher Perspektive militarisierend, ohne Autonomie, Identität und Vision». Es wird denn auch betont, dass «die NATO und ihre Mitgliedstaaten, die an dem illegalen Angriffsakt beteiligt sind, verpflichtet sind, Serbien für die von ihnen verursachten Kriegsschäden zu entschädigen». Die Verbrechen aufgrund Nichteinhaltung kriegsbezogener Konventionen sollen verfolgt und sanktioniert werden.

Der zukünftige Status der serbischen Provinz Kosovo und Metochien darf – so sieht es die einstimmig verabschiedete Resolution der Belgrader Konferenz – «nur in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht und insbesondere mit der Resolution 1244 des UN-Sicher­heitsrates vom 10. Juni 1999, die ein dauerhaftes, rechtsverbindliches Dokument ist, gelöst werden kann». Alle Bestimmungen der Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrates müssen «uneinge­schränkt eingehalten und umgesetzt» werden. Einseitige Schritte, die darauf abzielen, die Beschlagnahme von Staatsgebiet zu legali­sieren und die ethnische Säuberung der verbleibenden serbischen Bevölkerung werden denn auch verurteilt.

Kranzniederlegung der Freidenker am Memorial aller Opfer der Nato-Aggression: (von links) Toni Brinkmann, Willi Schulze-Barantin und Klaus Hartmann.

Die Welt am Abgrund

89 Kinder wurden 1999 Opfer der Nato-Bomben. Ihnen ist im Tašmajdan-Park ein besonderes Mahnmal gewidmet.

Die Konferenz sprach sich gegen die unipolare Weltordnung, die auf der Strategie des Hegemonismus und der Welt­herr­schaft mit der NATO als militärischem Fundament beruht, aus. Besorgt wurde denn auch festgestellt, dass Europa gegenwärtig eine weitaus größere Anzahl ausländischer Militärstützpunkte und Lagerbestände an Atomwaffen beherbergt als es zur Zeit der bipolaren Welt und der Ära des Kalten Krieges der Fall war. Beschleunigte Eskalation von Feindseligkeiten und Kon­flikten in den globalen Beziehungen sowie anhaltenden Provo­ka­tionen mehren die drohende Gefahr eines globalen Konflikts: «Die Welt sitzt am Rande des Abgrunds». Die Menschheit werde entweder die zügellose Aggressivität der entfremdeten Macht­zentren zurückhalten oder in diesen Abgrund fallen. Daher müssten ausländische Militärlager zu geschlossen und taktische Atom­waffen der USA aus Europa abgezogen werden. Die Politik der Konfrontation, des Interventionismus und der Einmischung in innere Angelegenheiten muss dem Dialog, der Partnerschaft, der Achtung der grundlegenden Normen des Völkerrechts und der multipo­laren Weltordnung weichen. Daher unterstützt die Konferenz den Prozess der Multipolarisierung der globalen Beziehungen und ihrer Demokra­tisierung auf der Grundlage der souveränen Gleichheit aller Staaten und Völker.

Solidarität mit dem palästinensischen Volk und Kuba

Die Konferenz nahm auch Stellung zu aktuellen Brennpunkten. Die massenhafte Tötung am unschuldigen palästinensischen Volkes, insbesondere von Kindern, und «fordern einen sofortigen Waffenstillstand im Gazastreifen und in anderen vom palästi­nen­sischen Volk bewohnten Gebieten». Eine Zweistaatenlösung, die freie und sichere Rückkehr aller Vertriebenen, die Ab­schaf­fung der Besatzung und die Errichtung eines palästinensischen Staates innerhalb der Grenzen vor dem 4. Juni 1967 mit Ostjerusalem als Hauptstadt, also alles in Übereinstimmung mit den Resolu­tionen der Vereinten Nationen, wird von der Konferenz unterstützt. Sie drückte ausserdem ihre Solidarität mit dem kubanischen Volk aus, das seit vielen Jahren unter den ver­hee­renden Folgen des einseitigen US-Embargos leidet. Das kubanische Volk habe ein unveräußerliches Recht, die Wege der inneren Entwicklung ohne Einmischung von außen selbst zu wählen. Die Ukraine-Krise betrachtet die Konferenz als logische Folge der NATO-Strategie der Osterwei­te­rung ist. Eine friedliche Lösung ist möglich, wenn die Ursachen erkannt und besei­tigt werden und allen Ländern gleiche Sicherheit garantiert wird. Die gemeinsame Zukunft der Mensch­heit ist nicht mit dem Egoismus der goldenen Mil­liarde vereinbar.

Friedensbewegung weltweit war vertreten

Das Grabmal der Befreier ist Partisanen und Soldaten der Roten Armee, die im Kampf gegen den Faschismus gefallen sind, gewidmet. Sie wurden mit einem Blumengesteck der Weltunion geehrt.

Die Teilnehmer der Konferenz des Belgrader Forums kamen aus allen Kontinenten angereist. Zumeist handelte es sich um Aktivistinnen und Aktivisten der nationalen Friedensräte und anderer Organisationen der Friedensarbeit. Eine ansehnliche Delegation wurde von der Chinesischen Volksvereinigung für Frieden und Abrüstung entsandt, deren Sprecher Tao Tao über «Die Geschichte als Lektion für den gemeinsamen Aufbau einer Gemeinschaft für eine sichere Zukunft der Menschheit» sprach. Aus aktuellem Hintergrund mit starkem Beifall versehen wurden die Beiträge von Aqel Taqz, Koordinator des Palästinensischen Friedens- und Solidaritätsrates sowie Fernando Gonzáles Lort vom Kubanischen Institut für Völkerfreundschaft (ICAP). Insgesamt wandten sich über 60 Teilnehmer an die Anwesenden. Ausgehend von der Nato-Aggression gegen Jugoslawien entwickelten sie ihre Gedanken über die aktuelle Bedrohung des Friedens durch den Imperialismus bis hin zu den Vorstellungen einer Weltordnung der souveränen Gleichheit aller Staaten und Völker. Interessant waren dabei auch die jeweiligen Bezüge zu den Herkunftsländern der Sprechenden. Auch Vertreter der Weltunion der Freidenker warteten mit Redebeiträgen auf: Klaus Hartmann (Deutschland) sprach über «Von der Aggression gegen Jugoslawien zum Natokrieg gegen Russland», Vladimir Kršljanin (Serbien) über «Kriege in Europa», Christopher Black (Kanada) über vollständigen Abrüstung als alternativloses Ziel,Peter Berger (Schweiz) über Multipolare Weltordnung – Prämisse für die Souveränität von Kleinstaaten?. Diese Texte werden hier nach und nach publiziert.

→ Die Kongressresolution

Gedenkzeremonie am Memorial aller Opfer der Nato-Aggression: Eine chinesische Gruppe scheute trotz strömendem Regen keinen Aufwand für eine musikalische Würdigung der Nato-Opfer.

Beitrag wurde übernommen von der Seite der Weltunion der Freidenker.


Die Erklärung von Belgrad

WIR, Teilnehmer der Internationalen Konferenz, die am 22. und 24. März 2024 in Belgrad anlässlich des 25. Jahrestages der bewaffneten Aggression der NATO gegen die Bundesrepublik Jugoslawien (Serbien und Montenegro) zum Thema »Von der Aggression zu einer neuen gerechten Ordnung« stattfand und aus der ganzen Welt versammelt war, erklären hiermit:

Wir gehören verschiedenen Ländern, Nationen, Ideologien, Religionen und Zivilisationen an, stehen aber fest vereint in unserem Engagement für Frieden, Gleichheit und Wohlstand für alle Völker sowie in unserer Verurteilung von Interventionismus, Expansion, Herrschaft und Hegemonismus.

Wir verurteilen nachdrücklich die unprovozierte bewaffnete Aggression der NATO gegen die Bundesrepublik Jugoslawien (Serbien und Montenegro) im Jahr 1999 als rechtswidrigen, eindringenden und kriminellen Krieg gegen ein souveränes, friedliebendes europäisches Land, der ohne Mandat des UN-Sicherheitsrates geführt wurde und in eklatanter Verletzung der Charta der Vereinten Nationen, der Schlussakte von Helsinki (1975) der OSZE und der Grundprinzipien des Völkerrechts.

Wir unterstreichen:

Dass die Aggression unter falschen Vorwänden durchgeführt wurde und dass daher die Verantwortung der NATO nicht verringert werden kann. Es waren nicht die staatlichen Behörden, sondern der Expansionismus der NATO, der tatsächlich eine ‚humanitäre Katastrophe‘ drohte. Was in Rachak geschah, war kein Massaker an Zivilisten, sondern eine legitime Reaktion des Staates auf den Terrorismus. Der ‚Hufeisenplan‘ existierte nicht. Humanitäre Kriege oder Interventionen gibt es nicht. Die Verhinderung von menschlichem Leid kann durch abgereichertes Uran, Streubomben und durch Vergiftung von Luft, Boden und Wasser kaum verhindert werden.

1999 führte die NATO den Krieg auf europäischem Boden wieder ein, ironischerweise einen Krieg, den Europa gegen sich selbst führte.

Es war kein »kleiner Kosovo-Krieg«, sondern ein Krieg mit diesen geopolitischen Zielen: a) Herauslösung der autonomen Provinz Kosovo und Metochien aus Serbien und vollständige Kontrolle über den Balkan; b) Stationierung der US-Truppen auf dem Balkan im Sinne der Strategie der Osterweiterung; c) Schaffung eines Präzedenzfalls für spätere Interventionen unter Verletzung des Völkerrechts und der Unverletzlichkeit des UN-Sicherheitsrates; d) Rechtfertigung der Existenz der NATO und ihres Handelns über das in ihrer Gründungsakte von 1949 definierte Gebiet hinaus. »Wo immer das Gesetz ein Hindernis für die Expansionspolitik darstellt, muss es beseitigt werden« – war eine weitere neue NATO-Regel.

Die NATO-Aggression verkörperte die Aufhebung der Rechtsordnung von Frieden und Sicherheit in Europa und der Welt, die auf dem Ergebnis des Zweiten Weltkriegs beruht. Heute ist der Balkan instabiler, Europa militarisiert auf gefährlichen Spuren, ohne Autonomie, Identität und Vision.

Die Aggression forderte das Leben von 1139 Soldaten und Polizisten, etwa 3000 Zivilisten, darunter auch 89 Kinder, während etwa 10 000 Menschen verletzt wurden. Die Folgen einer längeren Wirkung von Waffen, die mit abgereichertem Uran und toxischen Verbindungen gefüllt sind, sind jedoch weitaus größer.

Die NATO bombardierte auch die Botschaft der VR China in Belgrad, tötete drei chinesische Journalisten und zerstörte das Gebäude der chinesischen Botschaft.

Wir zollen allen gefallenen unschuldigen Menschen unseren höchsten Respekt und sprechen ihren Familien unser tiefstes, aufrichtiges Beileid aus.

Der Aggressor hatte systematisch zivile Infrastruktur wie Eisenbahnen, Straßen, Brücken, Flughäfen, Energiesysteme sowie Wohnhäuser, Industrieanlagen, Schulen, Krankenhäuser, Kindergärten und viele weitere Objekte zerstört oder schwer beschädigt. Über dreißig Radio- und Fernsehsender und Sender waren bombardiert worden, darunter das nationale öffentlich-rechtliche Fernsehen RTS, bei dem 16 diensthabende professionelle Angestellte getötet wurden. Der direkte Schaden beläuft sich auf rund 100 Milliarden US-Dollar.

Wir betonen, dass die NATO und ihre Mitgliedstaaten, die an dem illegalen Angriffsakt beteiligt sind, verpflichtet sind, Serbien für die von ihnen verursachten Kriegsschäden zu entschädigen.

Wir appellieren, dass spezielle staatliche und Expertengremien, die mit der Ermittlung der Folgen von Aggressionen auf die Gesundheit von Menschen und die Umwelt beauftragt sind, ihre Arbeit wieder aufnehmen und dass die Kriegsverbrechen gegen Zivilisten und Verbrechen der Nichteinhaltung der kriegsbezogenen Konventionen verfolgt und sanktioniert werden.

Wir bekunden unsere starke Unterstützung und Solidarität mit den Bemühungen Serbiens, die Folgen der Aggression zu mildern und die Fortsetzung der bewaffneten Aggression der NATO mit anderen Mitteln zu verhindern.

Wir bekunden unsere volle Unterstützung für die Souveränität und territoriale Integrität Serbiens in seinen international anerkannten Grenzen, innerhalb derer es seine Mitgliedschaft in der UNO, der OSZE und anderen universellen internationalen Organisationen fortsetzte.

Wir sind zutiefst besorgt über die massenhafte Verletzung der grundlegenden Menschenrechte der serbischen Gemeinschaft im Kosovo und in Metochien, die sich in der Fortsetzung ihrer systematischen Vertreibung aus ihren Häusern und ihrem Eigentum und in der Verhinderung der freien und sicheren Rückkehr von über 250 000 vertriebenen Serben und anderen Nichtalbanern niederschlägt.

Wir sind fest davon überzeugt, dass der zukünftige Status der Provinz Kosovo und Metochien nur in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht und insbesondere mit der Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrates vom 10. Juni 1999, die ein dauerhaftes, rechtsverbindliches Dokument ist, gelöst werden kann. Wir fordern, dass alle Bestimmungen der Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrates uneingeschränkt eingehalten und umgesetzt werden.

Wir verurteilen jeden Verstoß gegen diese Resolution und die Politik der Erpressung und des Drucks sowie alle einseitigen Schritte, die darauf abzielen, die Beschlagnahme von Staatsgebiet zu legalisieren und die ethnische Säuberung der verbleibenden serbischen Bevölkerung in Vorbereitung auf die Schaffung des sogenannten Großalbanien zu vollenden.

Wir sind gegen die unipolare Weltordnung, die auf der Strategie des Hegemonismus und der Weltherrschaft mit der NATO als militärischem Fundament beruht. Die Aggression gegen die BRJ im Jahr 1999 beschleunigte die Strategie der Osterweiterung und war eine Quelle der Gefahr für den Frieden in Europa und der Welt. Zur Zeit der Aggression hatte die NATO 19 Mitglieder und zählt heute 32. Nach der Errichtung des US-Militärstützpunkts Camp Bondsteel im Kosovo und in Metochien folgten Dutzende neuer NATO-Stützpunkte. Gegenwärtig beherbergt Europa eine weitaus größere Anzahl ausländischer Militärstützpunkte und Lagerbestände an Atomwaffen als es zur Zeit der bipolaren Welt und der Ära des Kalten Krieges der Fall war.

Wir bringen unsere tiefste Besorgnis über die beschleunigte Eskalation von Feindseligkeiten und Konflikten in den globalen Beziehungen zum Ausdruck, die das Konfliktfpotenzial, die anhaltenden Provokationen und die drohende Gefahr eines globalen Konflikts anheizen. Die Welt sitzt am Rande des Abgrunds. Die Menschheit wird entweder die zügellose Aggressivität der entfremdeten Machtzentren zurückhalten oder in diesen Abgrund fallen.

Dies lässt uns vereint in der Forderung nach einem sofortigen Beginn des Dialogs auf strategischer Ebene unter der Schirmherrschaft der UNO stehen, der darauf abzielt, die Eskalation, die Anhäufung konventioneller und nuklearer Waffen und die Verletzung internationaler Abkommen zu stoppen.

Wir fordern die Schließung ausländischer Militärlager, den vollständigen Abzug der taktischen Atomwaffen der USA aus Europa und die Installation der sogenannten Raketenabwehr, die die Sicherheit volatiler macht.

Wir fordern ein Ende der kriegstreiberischen Rhetorik und laden alle verantwortlichen Staatsmänner ein, auf den Dialog zurückzugreifen und friedliche, gerechte und nachhaltige Lösungen für die anhaltenden Konflikte und Krisen zu finden.

Wir appellieren an alle friedliebenden Kräfte der Welt, sich im Kampf für die Einhaltung des Völkerrechts, der Souveränität und der territorialen Integrität aller Länder zusammenzuschließen, die Autorität und Rolle der Vereinten Nationen und anderer universeller internationaler Organisationen zu stärken, die Einhaltung der Grundsätze der Gleichheit, Souveränität und territorialen Integrität sowie für Zusammenarbeit und Koordinierung im Kampf gegen Terrorismus und Separatismus als globale Bedrohungen.

Wir unterstützen den Prozess der Multipolarisierung der globalen Beziehungen und ihrer Demokratisierung auf der Grundlage der souveränen Gleichheit aller Staaten und Völker.

Wir unterstützen Friedens-, Sicherheits- und Entwicklungsinitiativen, die auf dem Prinzip der gegenseitigen Unteilbarkeit von Frieden, Sicherheit und Entwicklung beruhen und die Ursachen von Problemen zur Kenntnis nehmen. Die Schlüsselrollen in diesem Prozess spielen BRICS, Eurasische Wirtschaftsunion, Globale Initiative »Belt and Road« (Neue Seidenstraße), Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, Bewegung der Blockfreien. Wir unterstützen die Abschaffung aller Monopole, Privilegien, die auf dem »Exzeptionalismus« beruhen. Wir lehnen einseitige Sanktionen, die Errichtung neuer Mauern oder Trennungen ab. Der Versuch, die Welt in »Demokratien« und »Autokratien« zu unterteilen, ist ein Trick der Machtzentren, der das Leben der unipolaren Weltordnung verlängern soll.

Die Politik der Konfrontation, des Interventionismus und der Einmischung in innere Angelegenheiten, die vom militärisch-industriellen Komplex und dem großen Finanzkapital unterstützt wird, muss dem Dialog, der Partnerschaft, der Achtung der grundlegenden Normen des Völkerrechts und der multipolaren Weltordnung weichen.

Frieden, Stabilität, Demokratie und inklusive Entwicklung erfordern radikale Veränderungen in den gegenwärtigen globalen Beziehungen, die Einhaltung der souveränen Gleichheit, die Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder, den Multilateralismus, die Achtung gemeinsamer Interessen und den Ausschluss jeglichen Egoismus, Protektionismus und Privilegien der Vergangenheit.

Das größte Hindernis für die Weltordnung souveräner gleichberechtigter Nationen sind die Relikte des Kalten Krieges. Deshalb sollte die NATO aufgelöst und die Doktrin von Hegemonismus, Expansionismus und Neokolonialismus der Geschichte überantwortet werden.

Wir verurteilen die massenhafte Tötung des unschuldigen palästinensischen Volkes, insbesondere von Kindern, und fordern einen sofortigen Waffenstillstand im Gazastreifen und in anderen vom palästinensischen Volk bewohnten Gebieten, um dieses in der jüngeren Geschichte beispiellose menschliche Leid endlich zu beenden, und die ungehinderte Lieferung von Nahrungsmitteln, Medikamenten, Wasser und anderen lebensnotwendigen Gütern an die gefährdete Bevölkerung.

Wir unterstützen eine Zweistaatenlösung, die freie und sichere Rückkehr aller Vertriebenen, die Abschaffung der Besatzung und die Errichtung eines palästinensischen Staates innerhalb der Grenzen vor dem 4. Juni 1967 mit Ostjerusalem als Hauptstadt, alles in Übereinstimmung mit den Resolutionen der Vereinten Nationen.

Wir drücken unsere Solidarität mit dem kubanischen Volk aus, das seit vielen Jahren unter den verheerenden Folgen des einseitigen US-Embargos leidet. Das kubanische Volk hat ein unveräußerliches Recht, die Wege der inneren Entwicklung ohne Einmischung von außen selbst zu wählen. Wir fordern Respekt für die Positionen der Vereinten Nationen zur Aufhebung der US-Blockade Kubas und die Streichung Kubas von der Liste der Staaten, die den Terrorismus unterstützen, weil sie ohne Grundlage eingefügt wurde.

Wir sind der Ansicht, dass die Ukraine-Krise eine logische Folge der NATO-Strategie der Osterweiterung ist, unter Verrat an allen Vereinbarungen des Gegenteils.

Wir glauben, dass diese Krise friedlich gelöst werden kann, indem die Ursachen anerkannt und beseitigt werden und allen Ländern gleiche Sicherheit garantiert wird. Die gemeinsame Zukunft der Menschheit schließt Egoismus und egoistische Ansätze wie die Sicherheitsthese der goldenen Milliarde aus.

Wir danken unseren Gastgebern – dem Belgrader Forum für eine Welt der Gleichberechtigten, dem Club der Generäle und Admirale Serbiens, SUBNOR Serbiens, dem Diaspora Fund für Serbien und dem Verband der Veteranen des Militärischen Nachrichtendienstes sowie den Bürgern Serbiens – für ihre Gastfreundschaft und gute Organisation der Konferenz.

Die Organisatoren bedanken sich bei den Teilnehmern der Konferenz, einschließlich des Weltfriedensrates und aller seiner Mitglieder, für ihre jahrzehntelange Solidarität und Unterstützung für Serbien, und beim serbischen Volk – für ihren außerordentlichen Beitrag zu den Ergebnissen dieser Konferenz.

Belgrad, 23. März 2024

Verurteilung des Terroranschlags in Moskau – Erklärung

Die Teilnehmer der Internationalen Konferenz, die am 22. und 23.März 2024 in Belgrad anlässlich des 25. Jahrestages der bewaffneten Aggression der NATO gegen die Bundesrepublik Jugoslawien stattfand. …

… verurteilen auf das Schärfste den abscheulichen, bestialischen und provokativen Terroranschlag in Moskau, bei dem so viele unschuldige Menschen ums Leben kamen, und bringen ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass die Täter schnell gefasst und vor Gericht gestellt werden;

… drücken gleichzeitig den Familien der Getöteten und Verletzten, den Bürgern Moskaus und dem gesamten russischen Volk im Moment ihres Schmerzes und ihrer großen Trauer ihr tiefstes Beileid aus;

… rufen zu einer entschlossenen und koordinierten Bekämpfung des Terrorismus als globale Gefahr, die alle Völker der Welt bedroht, auf .

Belgrad, 23. März 2024

Erklärungen wurden übernommen von der Seite der Weltunion der Freidenker


alle Bilder: Übernommen von der Seite der Weltunion der Freidenker