{"id":7905,"date":"2020-04-12T13:13:15","date_gmt":"2020-04-12T11:13:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=7905"},"modified":"2020-05-13T23:43:42","modified_gmt":"2020-05-13T21:43:42","slug":"lucien-seve-ein-grosser-marxistischer-philosoph","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=7905","title":{"rendered":"Lucien S\u00e8ve \u2013 ein gro\u00dfer marxistischer Philosoph"},"content":{"rendered":"<p><em>Lucien S\u00e8ve verstarb am 23. M\u00e4rz 2020 im Alter von 93 Jahren an den Folgen einer CoViD-19 Erkrankung.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Freidenker in Deutschland werden den marxistischen Philosophen in dankbarer Erinnerung behalten. Sein Denken gab uns wesentliche Impulse zu unserer Wissenschaftlichen Konferenz am 28. April 2018 zum 200. Geburtstag von Karl Marx: \u201eIndividuum und Gesellschaft \u2013 Menschenbild und Pers\u00f6nlichkeitstheorie im Marxismus\u201c (siehe Freidenker 03-2018). <\/em><\/p>\n<p><em>Wir ehren Lucien S\u00e8ve mit der nachstehenden der W\u00fcrdigung seines Werkes durch <\/em><strong><em>Georges Gastaud* <\/em><\/strong><em>(23. M\u00e4rz 2020).<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Lucien S\u00e8ve war, was seine philosophischen und theoretischen Positionen betrifft, ein gro\u00dfer Denker der Pers\u00f6nlichkeit, der Subjektivit\u00e4t und der Bildung.<\/p>\n<p>Als Erbe der materialistischen Psychologie von Leontjew, Wygotski, Politzer, Wallon und anderen marxistischen Psychologen entwarf S\u00e8ve begriffliche Konzepte, die f\u00fcr eine vollst\u00e4ndig wissenschaftliche Psychologie unverzichtbar sind (\u201e<em>Marxisme et th\u00e9orie de la personnalit\u00e9<\/em>\u201c, 1968 \u2013 dt. <em>\u201eMarxismus und Theorie der Pers\u00f6nlichkeit\u201c<\/em>, 1972)**. Zugleich lehnte er spiritistische Vorstellungen und flachen Biologismus rundheraus ab (man denke nur an den schockierenden Artikel, der in der KPF-Zeitschrift \u201eL&#8217;\u00e9cole et la nation\u201c unter dem provozierenden Titel \u201e<em>Les dons n&#8217;existent pas<\/em>\u201c (\u201e<em>Die Begabungen existieren nicht<\/em>\u201c) ver\u00f6ffentlicht wurde). Dennoch sch\u00f6pfte sein nicht-reduktionistischer Materialismus den eigentlichen Raum der Subjektivit\u00e4t und eines diesbez\u00fcglichen Arbeitsvorhabens voll aus, indem er mit Hilfe von Yves Clot den Beitrag von Sigmund Freud integrierte, wenn nicht sogar den Existenzialismus in einer rationalisierten Form (siehe \u201e<em>Je, trajectoires marxistes sur l\u2019individualit\u00e9<\/em>\u201c \u2013 \u201e<em>Ich, marxistische Gedankenfl\u00fcge zur Individualit\u00e4t<\/em>\u201c).<\/p>\n<p>So entstand ein objektiver marxistischer Zugang zur Subjektivit\u00e4t. \u00dcbrigens hat der Marxismus nichts von einem \u201eKasernen-Kollektivismus\u201c und man ist \u00fcberrascht, wie oft das Wort Individuum in der \u201eDeutschen Ideologie\u201c, dem Fr\u00fchwerk von Marx und Engels (1846) vorkommt, das die Rolle eines \u201eMethoden-Diskurses\u201c des historischen Materialismus spielt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Die menschliche Entfremdung auf eine v\u00f6llig wissenschaftliche Weise zu denken (und folglich auch die Aufhebung der Entfremdung und den Kommunismus)<\/h5>\n<p>Bei dieser philosophischen Arbeit von unmittelbarer wissenschaftlicher Tragweite (ich denke an S\u00e8ves \u00dcberlegungen zur psychologisch strukturierenden Dimension der Zeitnutzung und ihrer gesellschaftlichen Verankerung) entwickelte S\u00e8ve kraftvoll die allgemeine Reflexion \u00fcber den logisch-kategorialen Beitrag von Marx und Lenin, insbesondere zur Dialektik antagonistischer und nicht-antagonistischer Widerspr\u00fcche. Ob in dem kollektiven Werk \u201e<em>L\u00e9nine et la pratique scientifique<\/em>\u201d (\u201eLenin und die wissenschaftliche Praxis\u201c) oder in seinem umfassenden Werk \u201e<em>Une introduction \u00e0 la philosophie marxiste<\/em>\u201c (\u201eEine Einf\u00fchrung in die marxistische Philosophie\u201c), S\u00e8ve erhellte auf subtile Weise die objektiven Beziehungen der materialistischen Dialektik mit der hegelschen Logik; sowohl gegen Garaudy als auch gegen Althusser, einst seine Parteigenossen, hat S\u00e8ve meisterhaft gezeigt, dass es m\u00f6glich ist, die menschliche Entfremdung (also auch die Aufhebung der Entfremdung und den Kommunismus) auf eine v\u00f6llig wissenschaftliche Weise zu denken; wogegen der \u201etheoretische Antihumanismus\u201c von Althusser den von ihm als idealistisches \u00dcberbleibsel behandelten Begriff der Entfremdung und den nicht weniger entscheidenden Begriff der Negation der Negation kurzerhand ablehnte, w\u00e4hrend Garaudy im Gegenteil glaubte, er k\u00f6nne den gesamten Marxismus auf der Grundlage einer idealistischen und mit Glaubensvorstellungen kompatiblen Konzeption der Entfremdung rekonstruieren. Dabei ging es um die Grundlegung eines wissenschaftlich fundierten kommunistischen Humanismus, der den roten Faden von S\u00e8ves Werk bildet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Die Dialektik des Universellen und des Partikularen macht es m\u00f6glich, das empirische Aufscheinen des Universellen in den historisch gegebenen Bedingungen zu konzipieren<\/h5>\n<p>Grundlegender noch, S\u00e8ve zeigte auf der Grundlage einer genauen Lekt\u00fcre von Marx, insbesondere des \u201eKapitals\u201c und der Texte zur \u00f6konomischen Methodologie (insbesondere \u201eDie Methode der politischen \u00d6konomie\u201c \u2013 MEW 13\/631-633), dass die Dialektik des Universellen und Partikularen bei Marx eine solche Subtilit\u00e4t annimmt, dass sie es erm\u00f6glicht, das empirische Aufscheinen des Universellen in den historisch gegebenen Bedingungen zu konzipieren. Das ist die Aufl\u00f6sung der alten skeptischen Aporie, die es dem universellen Begriff verwehrt, die Bewegung und Vielfalt der empirischen Realit\u00e4t angemessen widerzuspiegeln. Die beidseitig produzierte Konvergenz, auf der Seite des Begriffs durch das, was Marx die Produktion eines \u201eGedankenkonkretums\u201c nennt, und auf Seiten der Realit\u00e4t durch das empirisch erfahrbare Entstehen des Universellen (so verk\u00f6rpert u.a. beispielsweise die Ware, die das Geld eigentlich ist, empirisch das abstrakte Universelle des Tauschwerts) erm\u00f6glicht eine subtile Form des dialektischen Realismus (der marxistische Begriff der Widerspiegelung hat nichts \u201eGrobschl\u00e4chtiges\u201c an sich) und erm\u00f6glicht es, die platten und entmutigenden Aporien der heute vorherrschenden neopositivistischen Ontologie und Gnoseologie endg\u00fcltig abzuweisen.<\/p>\n<p>Bei diesem Thema werde ich allerdings auf eine in \u201eLa Pens\u00e9e\u201c widergegebene Kontroverse \u00fcber die ontologische Reichweite der marxistischen Philosophie eingehen, da S\u00e8ve dazu neigt, die Philosophie von Marx auf eine gnoseologische, rein auf die Erkenntnis bezogene Funktion zu beschr\u00e4nken und so das philosophische Denken auf das Studium der Widerspiegelung der materiellen Gegebenheiten durch den Geist zu beschr\u00e4nken: Ist aber nicht diese mentale Reflexion selbst eine Funktion oder sogar ein Stadium der sich bewegenden Materie? Denn wenn die Beziehung zwischen Geist und Materie notwendigerweise der Materie eingeschrieben ist, diesem Absoluten (zumindest vom Standpunkt des Materialismus aus gesehen), dann ist die Materie in keiner Weise auf das geistige, kognitive Verh\u00e4ltnis, in dem sie zum Geist steht, beschr\u00e4nkt (die Materie kann existieren, ohne von einer geistigen Reflexion getragen zu werden, w\u00e4hrend das Gegenteil unhaltbar ist, ohne in Idealismus zu verfallen).<\/p>\n<p>Weil die Reflexion letztlich ein \u201eMoment\u201c der Materie im Entstehen ist, weil das Verh\u00e4ltnis zwischen Materie und Geist wirklich materiell ist, kann die Reflexion wiederum mit den objektiven Daten, die sie reflektiert, \u2013 wenn auch nur tendenziell \u2013 \u00fcbereinstimmen, d.h. zu ihrer wissenschaftlichen Reflexion werden: Ein bisschen Kritizismus f\u00fchrt weg von der materialistischen Ontologie, viel Kritizismus umfasst eine historisch-dialektische Ontologie und sogar eine \u201eDialektik der Natur\u201c, die heute auf zehntausend Arten in den Naturwissenschaften keimt. Kurz gesagt, die materialistische Ontologie und die Dialektik der Natur sind die Grundlage f\u00fcr eine kritische Ann\u00e4herung an die Theorie der Erkenntnis (und ich w\u00fcrde hinzuf\u00fcgen : der revolution\u00e4ren Praxis); in die entgegengesetzte Richtung zu gehen, die zentrale Dimension der materialistischen Ontologie zu verleugnen und Marx zu einer kritischen Gnoseologie oder einer Philosophie der Praxis zusammenzufassen, bedeutet also notwendigerweise ein Abdriften in Richtung eines \u201emarxianischen\u201c Wiederauflebens des kantischen Idealismus oder in Richtung einer Form von existentialistischer und subjektivistischer Romantik.<\/p>\n<p>Die wichtigsten Divergenzen zwischen S\u00e8ve und dem Marxismus-Leninismus ergaben sich jedoch vor allem im rein politischen Bereich. In den 1960er und 1970er Jahren hatte S\u00e8ve tapfer gegen die sukzessiven rechten Abweichungen gek\u00e4mpft, die die organischen Philosophen der PCF verwirrt hatten; sie verwechselten \u201eDe-Stalinisierung\u201c und \u201eDe-Salinisierung\u201c\u00a0 (Entsalzung = Verw\u00e4sserung), denn sie stammten fast alle aus der Rechten der sogenannten stalinistischen Periode.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Die eiserne Verachtung seitens der Universit\u00e4t und der von mir so genannten philosophisch herrschenden Lehre (\u201eDoxa\u201c), au\u00dferhalb derer niemand Karriere macht oder Zugang zu den Medien hat<\/h5>\n<p>So hatte S\u00e8ve gegen die Exzesse von Henri Lef\u00e8bvre, dann die von Roger Garaudy und schlie\u00dflich die seines alten Kameraden von der \u00c8cole Normale Sup\u00e9rieure (E.N.S.), Louis Althusser, gek\u00e4mpft. Obwohl seine Argumentation gegen die drei genannten Pers\u00f6nlichkeiten von hoher Qualit\u00e4t war, brachte diese philosophische Verteidigung des dialektischen Materialismus und des Marxismus-Leninismus f\u00fcr S\u00e8ve \u2013 von den Wohlanst\u00e4ndigen f\u00fcr zu KPF- und SU-nahe befunden \u2013 nur die eiserne Verachtung von Seiten der Universit\u00e4t und dem, was ich die philosophisch herrschende Lehre (\u201eDoxa\u201c) nennen m\u00f6chte, au\u00dferhalb derer niemand Karriere macht oder Zugang zu den Medien hat. An der Universit\u00e4t wurde S\u00e8ve in den 1970er Jahren entweder ignoriert oder bespottet, wenn er nicht geradezu als \u201etheoretischer Polizist\u201c behandelt wurde, w\u00e4hrend Althusser auf der strukturalistischen Welle ritt und, weiter in der KPF verbleibend, seinen der damaligen \u201eTendenz\u201c geschuldeten halbherzigen Flirt mit maoistischen Studenten auskostete. Was Garaudy betrifft, so war sein Ansehen an der Universit\u00e4t gering, ebenso wie sein verschwommener und ausufernder Humanismus, aber er genoss dennoch eine breite Unterst\u00fctzung in den Medien, da er auf der Grundlage einer antisowjetischen und anti-leninistischen Haltung Zwietracht in der PCF s\u00e4te.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Die euro-kommunistische Wende<\/h5>\n<p>Leider hat S\u00e8ve aus unserer Sicht die eurokommunistische und \u201erenovatorische\u201c Wende der KPF sehr schlecht verkraftet, als seinerzeit die F\u00fchrung dieser Partei, die von der Sozialistischen Partei unter Mitterand rechts \u00fcberrollt wurde und intern vom rechten und pseudo-intellektuellen Fl\u00fcgel der KPF (nacheinander von Leuten wie Fizsbins, Elleinstein, Juquin, Fiterman, Martelli\u2026) zerrissen wurde, es f\u00fcr sinnvoll hielt, theoretischen Ballast abzuwerfen, um sich, wie sie meinte, vor den unaufh\u00f6rlichen antisowjetischen und antikommunistischen Kampagnen der 1970er und 1980er Jahre zu sch\u00fctzen. Die F\u00fchrung der KPF hielt es also f\u00fcr klug, ihren Bezug zum Marxismus-Leninismus fallen zu lassen, anscheinend ihre historische Solidarit\u00e4t mit der KPdSU zu verleugnen und ihren grundlegenden Bezug auf die Diktatur des Proletariats aufzugeben (22. Partei-Kongress, 1976). Die F\u00fchrung der KPF hat nie aufgeh\u00f6rt, ihr Abwerfen von theoretischem Ballast als \u201einnovativen\u201c Ansatz darzustellen, indem sie diejenigen korrumpierte und zensierte, die gegen den Strom in der KPF daran erinnerten, dass der Marxismus-Leninismus kein gl\u00e4nzender Basar ist, auf dem man sein Gesch\u00e4ft auf gut Gl\u00fcck macht. In Wirklichkeit hat die Marchais-F\u00fchrung der KPF, getrieben von der Sozialdemokratie und deren \u201ekommunistischen\u201c Relaisstationen in den eigenen Reihen, nacheinander die ideologischen Schutzw\u00e4lle, die seit 1920 die Kommunistische Partei von der Sozialistischen Partei trennten, (aufgrund einer ideologischen Mischung aus romantischem Utopismus und europ\u00e4ischem Pragmatismus) gesprengt: denn leider schon lange vor dem Auftreten des schw\u00e4chlichen Robert Hue wurden die revisionistischen Grundlagen der \u201eWende\u201c (\u201eMutation\u201c ) gelegt, und das \u201emutierende\u201c Ballast-Abwerfen marxistischer Konzepte wirkte sich, wie der Autor dieser Zeilen seinerzeit vergeblich warnte, schlie\u00dflich insofern zu Gunsten von Mitterrand aus, als die Menschen immer noch dem Original (einer klassischen sozialdemokratischen Partei) den Vorzug geben vor der Kopie (einer orientierungslosen und&#8230; desorientierenden KP).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Aufgeben der \u201ePartei-Form\u201c des Kommunismus<\/h5>\n<p>Wie oft bei Philosophen, die von Berufs wegen in der Systematisierung von Positionen erfahren sind, wandte sich S\u00e8ve dann zum ersten Mal in seinem Leben gegen die F\u00fchrung der KPF, indem er die immer mehr anti-leninistische und antisowjetische Vision der \u201eErneuerer\u201c unter F\u00fchrung von Roger Martelli, Guy Hermier und anderen noch radikalisierte. Wenn man an dem rosa Faden der theoretischen Pseudo-Erneuerungen zieht und man logisch und konsequent sein will, landet man pl\u00f6tzlich bei den letzten Konsequenzen: Im Gegensatz zu einem Marchais, der dachte, er w\u00fcrde \u201enur\u201c die Diktatur des Proletariats aufgeben, aber den Marxismus-Leninismus \u201ebehalten\u201c, und der dann den Marxismus-Leninismus aufgab, aber meinte, er wolle den Sozialismus und den demokratischen Zentralismus behalten, und der sich dann auf sp\u00e4teren Partei-Kongressen im Nachhinein davon verabschiedete, verstand S\u00e8ve sehr schnell, dass die Demontage des Marxismus-Leninismus nicht vollst\u00e4ndig sein w\u00fcrde, ohne einen Bruch mit dem Kern des Leninismus, der Theorie der Partei der Avantgarde.<\/p>\n<p>Nachdem er zuerst die sehr entt\u00e4uschende Entscheidung getroffen hatte, die von Marchais vorgeschlagene Aufgabe der Diktatur des Proletariats gegen Althusser zu verteidigen, \u00fcberholte S\u00e8ve von da an die KPF von rechts: Darin bestand eben seine theoretische Radikalit\u00e4t, die jedem Philosophen in guten wie in schlechten Zeiten eigen ist. Im Geiste der Konsequenz, der so bezeichnend f\u00fcr wahre Philosophen und andere Logiker ist, erkannte S\u00e8ve sehr schnell, dass die notwendige Aufgabe der \u201ePartei-Form\u201c des Kommunismus in der Praxis darauf hinauslief, eine Form von amorphem Bewegungsstreben (\u201emouvementisme\u201c) zu bef\u00fcrworten. Die F\u00fchrer der KPF werden sich mit einem sanften Tod ihrer Partei, die durch die Vor-Mutation der Jahre 1976\/1993 und die auflodernde Mutation der Jahre 1990\/2000 v\u00f6llig fade gemacht und ihrer revolution\u00e4ren Schlagkraft beraubt worden ist, zufrieden geben, ohne allerdings formell so weit zu gehen \u2013 schon um nicht den Bef\u00fcrwortern einer leninistischen Renaissance der KPF das Feld zu \u00fcberlassen. Und obendrein gab es dann noch einen massiven Exodus der radikalsten \u201eErneuerer\u201c, die sich nie mit den Zugest\u00e4ndnissen der nationalen Parteif\u00fchrung zufrieden gaben, und die f\u00fcr sie immer zu sp\u00e4t kamen.<\/p>\n<p>Insbesondere S\u00e8ve \u2013 der sich von Gorbatschow faszinieren lie\u00df \u2013 wird nie den wirklich konterrevolution\u00e4ren Charakter der geopolitischen Umw\u00e4lzungen der 1990er Jahre verstanden haben. Auch angesichts der Anzeichen einer weltweiten Umw\u00e4lzung, die in emp\u00f6render Weise den Kapitalismus-Imperialismus zum Nachteil des Lagers der Arbeit und der V\u00f6lker beg\u00fcnstigte, h\u00f6rte er nie auf, die Sowjetunion anzuschw\u00e4rzen, die stalinsche Periode vollst\u00e4ndig zu kriminalisieren und schlie\u00dflich den Leninismus selbst radikal zu relativieren. Man kann sogar traurig feststellen, dass er in der Interpretation der revolution\u00e4ren Geschichte des 20. Jahrhunderts am Ende zu seinem urspr\u00fcnglichen Gegner, zu der Garaudy-Rechten,\u00a0 \u00fcbergelaufen ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Immer den Kommunismus in den Mittelpunkt seines Denkens stellen<\/h5>\n<p>Doch im Gegensatz zu Garaudy \u2013 der in der theoretischen Bedeutungslosigkeit und in der historiographischen Verirrung landete \u2013 hat der intelligente Revisionist, der S\u00e8ve auf dem gesellschaftspolitischen Terrain geworden war, nie eine Form des flachen Revisionismus hervorgebracht: S\u00e8ve hatte das Verdienst, den Kommunismus (d.h. die Entwicklung der Solidarit\u00e4t unter den Individuen) stets in den Mittelpunkt seines Denkens zu stellen. Diesen Kommunismus, den die KPF von Marchais kaum noch erw\u00e4hnt hat, die bestenfalls von \u201eSozialismus\u201c spricht; f\u00fcr Marx, Engels und Lenin hingegen muss der Sozialismus (und alle historischen Erfahrungen haben direkt oder im Umkehrschluss die Richtigkeit dieser Perspektive gezeigt), notwendigerweise jederzeit \u00fcber sich selbst hinausgehen, um nicht Gefahr zu laufen, zu stagnieren und sich zur\u00fcckzubilden, indem er auf die Perspektive der Aufhebung der Entfremdung in einer kommunistischen Gesellschaft ohne Klassen und ohne politischen Staat abzielt: Denken wir an Kuba, das auf dem H\u00f6hepunkt der dunklen \u201eSonderperiode\u201c nach dem Sturz der UdSSR nie aufgeh\u00f6rt hat, die wirklich kommunistischen Prinzipien des Primats der Forschung, der v\u00f6llig freien medizinischen Versorgung, der internationalen Solidarit\u00e4t und der Bildung f\u00fcr alle zu vertreten.<\/p>\n<p>Der antidialektische Irrtum von S\u00e8ve bestand also darin, unter dem verlockenden und scheinbar linken Angebot des \u201ekommunistischen Ziels hier und jetzt\u201c die eiserne Notwendigkeit der sozialistischen Revolution zu leugnen \u2013 notwendig gerade, um den Aufbau des Kommunismus mit dem Ziel des \u201eAbsterbens des Klassenstaates\u201c wirklich in Angriff zu nehmen \u2013: d.h. die Eroberung der Macht durch die Arbeiterklasse, die Enteignung der Kapitalisten, gefolgt von der Vergesellschaftung der Produktionsmittel, die Diktatur des Proletariats, das die neue Gesellschaftsordnung verteidigt, und die demokratische und wissenschaftliche Planung der Produktion und des Austauschs entsprechend den sozialen Bed\u00fcrfnissen. Kurz gesagt, dieser angebliche Vorsto\u00df zum Kommunismus hier und jetzt, begleitet von sch\u00f6nen Worten \u00fcber eine inhaltlose \u201eSelbstverwaltung\u201c (weil ohne die vorherige Enteignung des Kapitals) kam \u2013\u00a0 ganz gegen den Willen von S\u00e8ve (der nie mit dem kommunistischen Ideal seiner Jugend brach)\u00a0 \u2013 gerade zur rechten Zeit, um dem flachen Reformismus der \u201eneuen\u201c KPF einen tr\u00fcgerischen konzeptuellen Anschein zu geben und ihre Beteiligung an Regierungen vor und nach Maastricht unter Mitterrand und Jospin unter dem\u00a0 superroten Anstrich \u201edes schrittweisen Vormarsches zum Selbstverwaltungssozialismus\u201c zu verschleiern. Das erinnert uns an S\u00e8ves logisch-dialektische Polemik gegen die Engels\u2018sche Idee eines revolution\u00e4ren Qualit\u00e4tssprungs, der notwendigerweise die aufeinanderfolgenden Phasen nat\u00fcrlicher und historischer Prozesse trennt: als ob sogar die Natur sich, um etwas zu gelten, zum \u201estarken Reformismus\u201c bekehren m\u00fcsste, der von dem gro\u00dfen italienischen \u201eErneuerer\u201c Enrico Berlinguer eingef\u00fchrt wurde. Deshalb haben wir als offen marxistische Aktivisten, diesen inhaltsleeren Gegensatz von Sozialismus und Kommunismus schon vor langer Zeit verk\u00fcrzt: Wir sprechen jetzt von Sozialismus-Kommunismus und in derselben Weise wie Marx und Lenin (immer wieder \u201eStaat und die Revolution\u201c lesen!) betonen wir klar und deutlich den Zusammenhang von sozialistischer Revolution, Diktatur des Proletariats und kommunistischem Absterben des Staates, einschlie\u00dflich des sozialistischen Staates. Im Grunde halten wir es mit dem Hinweis Lenins, dass alle bewussten Arbeiter ihren <em>sozialistischen<\/em> Staat verteidigen und gleichzeitig den sozialistischen <em>Staat<\/em> \u00fcberwachen m\u00fcssen. Wenn also ein wenig \u201eKommunismus\u201c von der \u201eklassischen\u201c sozialistischen Revolution wegf\u00fchrt, bringt viel marxistischer und proletarischer Kommunismus dahin zur\u00fcck. Alle diejenigen \u00fcbrigens, die z.B. in Lateinamerika einige Zeit lang einen \u201eSozialismus des 21. Jahrhunderts\u201c aufbauen wollten, der die Diktatur des Proletariats und die Entwaffnung der bewaffneten Konterrevolution umgeht, sind jetzt leider dabei, ihren Fehler zu ermessen und hoffentlich zu korrigieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Einer der gr\u00f6\u00dften konzeptionellen Denker dessen, was Jacquard*** \u201eMenschhaftigkeit\u201c (\u201ehumanitude\u201c) nannte<\/h5>\n<p>Dieses philosophische und vor allem politische Abdriften hat jedoch das Riesenwerk von S\u00e8ve nicht dahin gebracht, jegliches Interesse am marxistischen Denken \u00fcber die Zukunft zu verlieren: Lucien S\u00e8ve, wenig verankert in den K\u00e4mpfen der Gegenwart und nun losgel\u00f6st von der KPF und von jeder organisierten Rekonstruktion einer echten kommunistischen Partei, bleibt der gro\u00dfe Denker, der er war, der sich f\u00fcr die Bioethik begeisterte und in allen Wissenschaften bewandert war, bleibt einer der gr\u00f6\u00dften konzeptionellen Denker dessen, was Jacquard \u201eMenschhaftigkeit\u201c nannte; Ist doch Ausbildung der Menschlichkeit des Menschen in dynamischer Weise kaum noch zu denken, ohne sich auf ein kommunistisches Projekt zu beziehen, \u201eworin\u201c, wie es das Manifest der Kommunistischen Partei vorsieht, \u201edie freie Entwicklung eines jeden der Schl\u00fcssel f\u00fcr die freie Entwicklung aller ist\u201c (MEW 4\/482).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Das Werk von S\u00e8ve bleibt eine wichtige St\u00fctze f\u00fcr die Wiederbelebung einer dialektisch-materialistischen Herangehensweise an den Kommunismus in unserer Epoche<\/h5>\n<p>Ohne die politischen Abweichungen des sp\u00e4ten S\u00e8ve zu beweihr\u00e4uchern, noch mit den wenigen schwachen Aspekten seiner allgemeinen Ann\u00e4herung an die Dialektik und die Erkenntnistheorie zu hart umzugehen: Das Werk von S\u00e8ve bleibt eine wichtige St\u00fctze f\u00fcr die Wiederbelebung einer dialektisch-materialistischen Herangehensweise an den Kommunismus in unserer Epoche. Die Marxisten-Leninisten unserer Zeit m\u00fcssen mit ihm umgehen wie Lenin mit Georgi Plechanow, dem bedeutenden russischen marxistischen Theoretiker, der dennoch in einem Schl\u00fcsselmoment der modernen Geschichte die falsche Entscheidung f\u00fcr den Menschewismus und die Ablehnung des Oktober 1917 traf: Mit einem Wort, wir m\u00fcssen uns daran erinnern, dass Lenin schalkhaft gesagt hat: \u201eEin kluger Idealismus steht dem klugen Materialismus n\u00e4her als ein dummer Materialismus\u201c (wobei f\u00fcr Lenin ein \u201ekluger\u201c Idealismus ein \u201edialektischer\u201c Idealismus war und ein \u201edummer\u201c Materialismus ein \u201emetaphysischer, unentwickelter, toter, grober, unbegreiflicher\u201c\u00a0 Materialismus \u2013 LW <em>38\/263 \/Anm.d.\u00dc.) <\/em>Abgesehen davon, dass das philosophische, logische, wissenschaftliche und anthropologische Werk von S\u00e8ve insgesamt fest und kreativ auf der Seite des Materialismus und der Dialektik steht. Je nach dem Verh\u00e4ltnis zu dieser Front des Kampfes muss das Werk eines Philosophen in erster Linie beurteilt werden, auch aus einer klugen politischen Sicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>S\u00e8ve wurde von der ersten globalen Pandemie im Kontext der todbringenden \u00a0kapitalistischen Globalisierung fortgerissen.<\/h5>\n<p>Wenn es stimmt, dass der gewiss hochbetagte S\u00e8ve von der ersten weltweiten Pandemie im Kontext der todbringenden kapitalistischen Globalisierung fortgerissen wurde, zeigt dieser tragische Umstand umso mehr, wie sehr unsere Zeit gen\u00f6tigt ist, entweder theoretisch und praktisch f\u00fcr den Kommunismus Partei zu ergreifen oder sich einem Kapitalismus zu \u00fcberlassen, dessen im Wesentlichen vernichtender Charakter von S\u00e8ve in unseren angeregten Diskussionen mir gegen\u00fcber ohne weiteres einger\u00e4umt wurde. Mehr denn je, Genosse Lucien, \u201e(Sozialismus&#8230; und) Kommunismus oder Tod!\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Ein Verteidiger der franz\u00f6sischen Sprache<\/h5>\n<p>Ich schlie\u00dfe mit dem Hinweis, dass S\u00e8ve f\u00fcr mich auch ein Schriftsteller ist, sogar ein Stilist der philosophischen Sprache. Es war f\u00fcr mich eine gro\u00dfe Ehre, als S\u00e8ve, ver\u00e4rgert dar\u00fcber, dass Frankreich von oben herab dem Alles-englisch ausgeliefert worden ist, der Vereinigung CO.U.R.R.I.E.L. (Collectif Unitaire R\u00e9publicain pour la R\u00e9sistance, l&#8217;Initiative et \u00a0l&#8217;\u00c9mancipation Linguistique), der ich vorstehe, die Ehre erwies, mit uns den anhaltenden Mord an unserer Sprache zu verurteilen, weil, wenn wir nicht aufpassen, damit die programmierte Ausrottung des gesamten philosophischen Erbes des Landes von Descartes, Diderot und Politzer droht.<\/p>\n<p>Auf jeden Fall ermutige ich die jungen, offen kommunistischen und leninistischen Intellektuellen des PRCF ausdr\u00fccklich, mit kritischem Geist, aber auch mit Respekt und gro\u00dfer Aufmerksamkeit eines der gr\u00f6\u00dften marxistischen Werke unserer Zeit zu lesen, und ich verneige mich zum Schluss sehr traurig vor dem bewegenden Andenken an einen aufgeschlossenen und wohlwollenden Menschen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>\u00dcbersetzung aus dem Franz\u00f6sischen:<strong> Klaus von Raussendorff<\/strong><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Anmerkungen<\/strong><\/p>\n<p>* George Gastaud (Jhg. 1951) ist Philosoph und Nationaler Sekret\u00e4r des P\u00f4le de Renaissance Communiste en France (kurz: PRCF, dt: Pol der kommunistischen Wiedergeburt in Frankreich) sowie Chefredakteur der Monatszeitschrift \u201eInitiative communiste\u201c. Er hat zahlreiche B\u00fccher ver\u00f6ffentlicht, darunter die umfangreiche Einf\u00fchrung in die Philosophie im Lichte der materialistischen Dialektik \u201eLumi\u00e8res communes, cours la\u00efque de philosophie \u00e0 la lumi\u00e8re du mat\u00e9rialisme dialectique \u201e, Delga, 2016 (<a href=\"https:\/\/fr.wikipedia.org\/wiki\/International_Standard_Book_Number\">ISBN<\/a>\u00a0<a href=\"https:\/\/fr.wikipedia.org\/wiki\/Sp%C3%A9cial:Ouvrages_de_r%C3%A9f%C3%A9rence\/978-2-37607-104-4\">978-2-37607-104-4<\/a>).<br \/>\nTome 1\u00a0: Philosophie et mat\u00e9rialisme dialectique, 508 p.<br \/>\nTome 2\u00a0: Une approche dia-mat\u00e9rialiste de la connaissance, 305 p.<br \/>\nTome 3\u00a0: Sciences et mat\u00e9rialisme dialectique, 510 p.<br \/>\nTome 4\u00a0: Pour une approche marxiste de l\u2019homme, 496 p.<\/p>\n<p>** Von Lucien S\u00e8ve sind au\u00dferdem auf Deutsch erschienen u.a.: \u201e\u00dcber die materialistische Dialektik\u201c, 1976 und \u201eMarxistische Analyse der Entfremdung\u201c, 1978.<\/p>\n<p><strong>***<\/strong>Albert Jacquard (1925 bis 2013), franz\u00f6sischer <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Populationsgenetik\">Populationsgenetiker<\/a>, Gesellschaftsphilosoph und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Popul%C3%A4rwissenschaftliche_Literatur\">popul\u00e4rwissenschaftlicher<\/a> Autor, hat \u00fcber f\u00fcnfzig B\u00fccher ver\u00f6ffentlicht, darunter \u201eL\u2019heritage de la liberte\u00a0: de l\u2019animalite a l\u2019humanitude\u201c,1986 (\u201eDas Erbe der Freiheit: Von der Tierhaftigkeit zur Menschhaftigkeit\u201c).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Foto: Francine Bajande <\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.humanite.fr\/documentaire-penser-laujourdhui-avec-lucien-seve-668927\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">L&#8217;Humanit\u00e9<\/a><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Beitrag von Georges Gastaud<\/b>, \u00fcbersetzt von Klaus von Raussendorff<br \/>\nLucien S\u00e8ve war, was seine philosophischen und theoretischen Positionen betrifft, ein gro\u00dfer Denker der Pers\u00f6nlichkeit, der Subjektivit\u00e4t und der Bildung. Als Erbe der materialistischen Psychologie von Leontjew, Wygotski, Politzer, Wallon und anderen marxistischen Psychologen entwarf S\u00e8ve begriffliche Konzepte, die f\u00fcr eine vollst\u00e4ndig wissenschaftliche Psychologie unverzichtbar sind . &#8230; Zugleich lehnte er spiritistische Vorstellungen und flachen Biologismus rundheraus ab. Dennoch sch\u00f6pfte sein nicht-reduktionistischer Materialismus den eigentlichen Raum der Subjektivit\u00e4t und eines diesbez\u00fcglichen Arbeitsvorhabens voll aus, indem er mit Hilfe von Yves Clot den Beitrag von Sigmund Freud integrierte, wenn nicht sogar den Existenzialismus in einer rationalisierten Form.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":7908,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","advanced_seo_description":"","jetpack_seo_html_title":"","jetpack_seo_noindex":false,"jetpack_post_was_ever_published":false,"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[876,565,1034,700,495,38],"class_list":["post-7905","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-weltanschauung-philosophie","tag-dialektik","tag-kommunismus","tag-marxismus","tag-nachruf","tag-philosophie","tag-weltanschauung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/seve_800x450_v2.jpg?fit=800%2C450&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9stpK-23v","jetpack-related-posts":[{"id":5186,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=5186","url_meta":{"origin":7905,"position":0},"title":"Klaus Hartmann: Was ist der Mensch?","author":"Webredaktion","date":"3. 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