{"id":6545,"date":"2019-06-27T00:01:06","date_gmt":"2019-06-26T22:01:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=6545"},"modified":"2019-08-10T03:39:18","modified_gmt":"2019-08-10T01:39:18","slug":"anfang-und-ende-eines-bayrischen-wunders","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=6545","title":{"rendered":"Anfang und Ende eines bayrischen Wunders"},"content":{"rendered":"<p>Aus: <a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=6497\">FREIDENKER Nr. 2-19<\/a>, Juni 2019, 78. Jahrgang, S. 13-25<\/p>\n<h4>Anfang und Ende eines bayrischen Wunders: Von der Novemberrevolution 1918 zur R\u00e4terepublik 1919<\/h4>\n<p><em>von <\/em><strong><em>Tilo Gr\u00e4ser<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eDie Revolution in Bayern verlief anders als im \u00fcbrigen Deutschland\u201c, betonte der Historiker Sebastian Haffner in seinem 1969 ver\u00f6ffentlichten Buch \u201eDie verratene Revolution\u201c \u00fcber die Ereignisse 1918\/19. \u201eAnders als in Berlin fiel die Revolution in M\u00fcnchen nicht von Anfang an in die H\u00e4nde ihrer Feinde; anders als im \u00fcbrigen Reich war sie nicht das Werk f\u00fchrerloser Massen.\u201c<\/p>\n<p>Es sei \u201ekein Zufall, dass die bayrische Monarchie bereits in der Nacht vom 7. auf den 8. November gest\u00fcrzt wurde, w\u00e4hrend es in der Reichshauptstadt erst am 9. November zur Ausrufung der Republik kam\u201c. Das schrieb Bernhard Grau in einem Beitrag \u00fcber Kurt Eisner in der Ausgabe des Geschichtsmagazins \u201eDamals\u201c vom November 2018. Grau ist Historiker, leitet das Bayrische Hauptstaatsarchiv und ver\u00f6ffentlichte 2001 eine Eisner-Biographie.<\/p>\n<p>In seinem Beitrag beschreibt er den Weg des Berliner Journalisten zum aktiven Sozialdemokraten in Bayern, der erst den Eintritt in den Krieg bef\u00fcrwortete und sich sp\u00e4ter zum aktiven Kriegsgegner wandelte. Er habe in M\u00fcnchen den Streik der R\u00fcstungsarbeiter im Januar 1918 mitorganisiert und sei daf\u00fcr verhaftet worden.<\/p>\n<p>Nur weil er Nachfolgekandidat der USPD f\u00fcr den ausscheidenden Reichstags- und Landtagskandidaten Georg von Vollmar war, kam Eisner wieder frei und agitierte sofort wieder gegen den Krieg und die daf\u00fcr Verantwortlichen. Grau schreibt dazu: \u201eZu einem Zeitpunkt, als von der Meuterei der Nordseeflotte noch nichts zu sp\u00fcren war, erfuhren seine Kundgebungen einen st\u00e4ndig wachsenden Zulauf.\u201c<\/p>\n<p>Was am 7. November 1918 in der bayrischen Hauptstadt geschah, beschreibt der Historiker Markus Schmalzl in der aktuellen \u201eDamals\u201c-Ausgabe.<\/p>\n<h5>Klare F\u00fchrung<\/h5>\n<p>Zuvor seien in Bayern Stimmen laut geworden, die angesichts der Leiden in Folge des absehbar verlorenen Krieges einen separaten Friedensschluss des K\u00f6nigreiches forderten. Da sei sogar so weit gegangen, dass eine Losl\u00f6sung vom deutschen Reich gefordert wurde, schreibt in dem Magazin der Historiker Gerhard Hirschfeld. Doch K\u00f6nig Ludwig III. habe sich f\u00fcr das Reich und gegen einen Sonderfrieden entscheiden.<\/p>\n<p>Eisner habe es geschafft, als Ministerpr\u00e4sident drei Monate lang die Situation in Bayern souver\u00e4n zu beherrschen, so Haffner, \u201edank einer einzigartigen Mischung von Einfallsreichtum und Tatkraft, Idealismus und listenreicher Wendigkeit, witterndem Feingef\u00fchl und H\u00e4rte im Nehmen\u201c. Er habe \u201eeine eigenartige Mittelstellung zwischen dem rechten und dem linken Fl\u00fcgel der Partei\u201c, der USPD, gehabt, schrieb der Historiker Arthur Rosenberg 1928 in seinem Buch \u00fcber die Entstehung der Weimarer Republik.<\/p>\n<h5>Klare Forderungen<\/h5>\n<p>Die M\u00fcnchner Revolution begann den Berichten zufolge mit einer von der SPD organisierten Massenversammlung auf der Theresienwiese am Nachmittag des 7. November. Bayerns SPD-Chef Erhard Auer habe der k\u00f6niglichen Landesregierung zuvor zugesichert, die Massen unter Kontrolle zu haben \u2013 sowie seine Partei bereits im Januar zuvor gegen die Streiks gearbeitet hatte.<\/p>\n<p>Auf der Kundgebung wurde eine Resolution verabschiedet, mit der ein sofortiger Frieden und der R\u00fccktritt des Kaisers ebenso gefordert wurde wie der Achtstundentag und eine Arbeitslosenversicherung. Das ist in dem Buch \u201eDer kurze Fr\u00fchling der R\u00e4terepublik\u201c von Simon Schaupp, einem \u201eTagebuch der bayrischen Revolution\u201c auf Grundlage von Zeitzeugen-Erinnerungen, nachzulesen.<\/p>\n<p>Auer hat laut Haffner einen Teil der Teilnehmenden nach der Kundgebung \u00fcberredet, nach Hause zu gehen. Eisner sei dagegen mit vielen anderen zu den Kasernen im M\u00fcnchner Norden gezogen. In der bayrischen Hauptstadt waren den Berichten nach immerhin 52.000 Soldaten stationiert. \u201eDort spielte sich am fr\u00fchen Abend der entscheidende Akt jedes Staatstreichs ab, das \u201aUmdrehen\u2018 der bewaffneten Macht\u201c, so der Historiker.\u00a0 Die Soldaten h\u00e4tten sich den Demonstrierenden angeschlossen, ist bei Schaupp zu lesen. In einer Kaserne h\u00e4tten Offiziere versucht, das zu verhindern, was nicht gelang.<\/p>\n<h5>Alleingelassener K\u00f6nig<\/h5>\n<p>W\u00e4hrend es insgesamt nicht zu Gewaltausbr\u00fcchen gekommen sei, seien in einer anderen Kaserne Sch\u00fcsse gefallen, die einen 16-J\u00e4hrigen verletzt h\u00e4tten. Einen Sturm auf diese Kaserne durch revolution\u00e4re Soldaten und damit gro\u00dfes Blutvergie\u00dfen habe der anarchistische Schriftsteller Erich M\u00fchsam verhindern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Unterdessen hat laut dem \u201eTagebuch\u201c von Schaupp Bayerns K\u00f6nig Ludwig II. in seiner Residenz feststellen m\u00fcssen, dass das gesamte Personal und die Wachen nicht mehr da waren \u2013 \u201eMan hat ihn offensichtlich sitzen lassen.\u201c Daraufhin habe Ludwig III. nach entsprechenden Ratschl\u00e4gen begonnen, seine Flucht vorzubereiten. Alles sei aber daf\u00fcr vorbereitet gewesen, Monarchie und Regierung zu verteidigen, so der Autor. \u201eAllerdings ist nun niemand mehr bereit, den Befehlen Folge zu leisten.\u201c<\/p>\n<p>Als der Zug der Demonstranten am Schloss angekommen sei, h\u00e4tten sie sich von einigen Polizisten am Eingang aufhalten lassen, so Schaupp. \u201eVor dem Polizeimajor, der die Menge zur vern\u00fcnftigen Ruhe und Ordnung\u2018 mahnt, salutieren sogar einige der aufst\u00e4ndischen Soldaten. Am Ende lassen sich die Demonstrierenden von den Worten des Majors bes\u00e4nftigen und ziehen wieder ab, ohne in die Residenz einzudringen.\u201c<\/p>\n<h5>Erste deutsche Republik<\/h5>\n<p>Eisner habe dann zusammen mit anderen die ersten Arbeiter- und Soldatenr\u00e4te gegr\u00fcndet, so die Historiker. Danach habe sich der Revolutionsf\u00fchrer mit Mitstreitern zum Landtag begeben, so Schaupp. Dort rief Eisner die Republik aus und wurde von Vertretern der Arbeiter- und Soldatenr\u00e4te zum Ministerpr\u00e4sidenten des ersten Freistaates Bayern ernannt, wie Haffner berichtet.<\/p>\n<p>Laut Haffner stellte Eisner am Vormittag des 8. November 1918 entscheidende politische Weichen. Er entlie\u00df den k\u00f6niglichen Ministerpr\u00e4sidenten, machte SPD-Chef Auer zum Innenminister und pr\u00e4sentierte auf der ersten Sitzung des \u201eProvisorischen Nationalrates\u201c sein Kabinett. \u201eDie M\u00fcnchner Revolution war komplett\u201c, so der Historiker, \u201edurchgef\u00fchrt in einem rasanten Alleingang und innerhalb von vierundzwanzig Stunden\u201c.<\/p>\n<p>\u201eDie SPD ist v\u00f6llig \u00fcberrumpelt von der ungeplanten sozialistischen Macht\u00fcbernahme\u201c, stellt Schaupp fest. SPD-Chef Auer habe noch versucht, \u201ebei milit\u00e4rischen Stellen Truppen zur Niederschlagung der Revolution anzufordern. Aber sogar die preu\u00dfischen Soldaten haben sich mit den revolution\u00e4ren verb\u00fcndet. Langsam d\u00e4mmert es Auer, dass er vorerst keine andere Wahl hat, als eine gemeinsame Regierung mit der USPD unter Eisner zu bilden.\u201c<\/p>\n<h5>Klare Ziele<\/h5>\n<p>Eisner habe nicht nur Bayern im Blick gehabt, so Haffner, sondern, \u201eim Gegensatz zu Ebert, vom ersten Tage an einen klaren Blick f\u00fcr die internationale Lage des besiegten Deutschland und eine klare au\u00dfenpolitische Konzeption\u201c. Sein Ziel sei es gewesen, einen Diktatfrieden zu verhindern, indem er vor allen mit den USA Kontakt aufgenommen habe und den Bruch mit dem alten System deutlich zu machen versuchte. \u201eMit Russland hatte er nichts im Sinn\u201c, schrieb Haffner \u00fcber den bayrischen Revolution\u00e4r.<\/p>\n<p>Dieser war laut Haffner vor 100 Jahren \u201eder einzige Mann in Deutschland, der mit scharfem Sp\u00fcrsinn erfasste, worauf die deutsche Revolution hinzielte, und ihr geschickte Geburtshilfe gab\u201c. Friedrich Ebert habe dagegen die Revolution abw\u00fcrgen wollen und Karl Liebknecht etwas verlangt, was die deutschen Revolution\u00e4re nicht wollten. \u201eDer wahre Gegenspieler Eberts war nicht Liebknecht, es war Eisner.\u201c<\/p>\n<p>Laut dem Historiker Rosenberg hielt Eisner die revolution\u00e4re Einf\u00fchrung des Sozialismus f\u00fcr undenkbar. \u201eAber er sah die Aufgabe der deutschen Arbeiter und Sozialisten darin, eine radikale b\u00fcrgerliche Revolution durchzuf\u00fchren. Die Revolution sollte die Milit\u00e4rgewalt und die Dynastien st\u00fcrzen, den sofortigen Frieden sichern und in Bayern eine t\u00e4tige Demokratie unter F\u00fchrung der Arbeiter und Bauern sichern.\u201c<\/p>\n<h5>Revolution\u00e4rer Realpolitiker<\/h5>\n<p>Das traf sich mit den Erwartungen der revolution\u00e4ren Massen in Bayern wie im \u00fcbrigen Deutschland vor 100 Jahren, auf die Haffner aufmerksam machte. \u201eDer neue Staat sollte ein Arbeiterstaat sein; Eisner f\u00fcgte hinzu: auch ein Bauernstaat. Bayern unter Eisner war das einzige deutsche Land, in dem auch Bauernr\u00e4te von Anfang an eine wichtige Rolle spielten.\u201c Doch auch hier sei es nicht um eine R\u00e4tediktatur nach sowjet-russischem Vorbild gegangen, sondern um \u201eeine konstitutionelle R\u00e4tedemokratie\u201c, so Haffner. Eisner sei der \u201eeinzige revolution\u00e4re Realpolitiker in Deutschland\u201c gewesen.<\/p>\n<p>Zwar blieb die USPD unter Eisner bei den Landtagswahlen im Januar 1919 in Bayern in der Minderheit \u2013 Sieger wurde die Bayrische Volkspartei, die Vorg\u00e4ngerin der heutigen CSU. Aber die von Eisner angef\u00fchrte M\u00fcnchner Revolution vom 7. November war aus Sicht von Rosenberg \u201edadurch m\u00f6glich, dass die Soldaten, die vorwiegend vom Lande stammten, die Parolen Eisners und seiner Gruppe annahmen\u201c. Der Historiker weiter: \u201eDie Soldaten sagten sich, dass die Taktik Eisners zumindest das sofortige Ende des Krieges f\u00fcr Bayern bringe.\u201c<\/p>\n<p>Rosenberg stellte zehn Jahre nach den Ereignissen fest, dass in Bayern die Mehrheitssozialisten unter Auer sofort f\u00fchrenden Einfluss auf den weiteren Gang der Revolution bekamen. \u201eDenn sobald den Massen die Beendigung des Krieges gesichert erschien, setzte hier, wie \u00fcberall in Deutschland und an der Front, die r\u00fcckl\u00e4ufige Bewegung ein. Die M\u00fcnchner Ereignisse am 7. und 8. November boten das direkte Vorbild f\u00fcr die republikanische Entwicklung im \u00fcbrigen Deutschland, vor allem in Berlin.\u201c<\/p>\n<h5>Blutige Konterrevolution<\/h5>\n<p>Haffner fragte in seinem Buch von 1969, \u201eob eine erfolgreiche Revolution in Bayern sich gegen\u00fcber einer siegreichen Gegenrevolution im \u00fcbrigen Deutschland auf die Dauer h\u00e4tte halten k\u00f6nnen\u201c. Im \u201eTagebuch\u201c von Schaupp ist zu lesen, wie bereits am 8. November 1918 der ehemalige bayrische Kriegsminister Philipp Freiherr von Hellingrath versuchte, Truppen f\u00fcr die Gegenrevolution zu organisieren.<\/p>\n<p>Am Ende wurde Ministerpr\u00e4sident Eisner am 21. Februar 1919 von dem rechtsradikalen Offizier Anton Graf von Arco-Valley ermordet. Die folgende bayrische R\u00e4terepublik und ihre \u201eRote Armee\u201c im Mai 1919 Reichswehr und Freikorps auf Befehl von SPD-\u201eBluthund\u201c Gustav Noske blutig nieder. Die mit einem friedlichen Marsch am 7. November 1918 in M\u00fcnchen begonnene bayrische Revolution wurde etwa sieben Monate sp\u00e4ter in einem konterrevolution\u00e4ren Blutbad ertr\u00e4nkt.<\/p>\n<h5>Uns\u00e4gliche Verdr\u00e4ngungsgeschichte<\/h5>\n<p>Doch das Bundesland, das so stolz auf seinen Sonderstatus ist, hat nicht nur ein Problem mit den Gr\u00fcnden daf\u00fcr, sondern auch mit der Erinnerung an seinen ersten Regierungschef nach Sturz des K\u00f6nigs am 7. November 1918.<\/p>\n<p>Den heutigen etablierten Politikern in Bayern \u2013 egal welcher Partei \u2013 scheint unangenehm, dass der linke Sozialdemokrat Eisner im November 1918 die Revolution in M\u00fcnchen anf\u00fchrte und so das bisherige K\u00f6nigreich zum Freistaat machte. Er hat den \u201eFreien Volksstaat Bayern\u201c ausgerufen \u2013 die erste Republik auf deutschem Boden \u2013, und gezeigt, wie Revolution m\u00f6glich ist. Am Ende hat er das fast vier Monate sp\u00e4ter mit seinem Leben bezahlt, w\u00e4hrend sp\u00e4ter die bayrische Revolution blutig niedergeschlagen wurde.<\/p>\n<p>Der erste Ministerpr\u00e4sident des revolution\u00e4ren Bayerns habe nicht im Alleingang gehandelt, betonte Wolfram Kastner im Sputnik-Gespr\u00e4ch in M\u00fcnchen. \u201eEs war Hunger. Es war Not. Die Menschen waren mehr als kriegsm\u00fcde und hatten von diesem Krieg die Nase voll.\u201c<\/p>\n<h5>Hohe Anspr\u00fcche<\/h5>\n<p>Kastner hat 1989 gemeinsam mit anderen K\u00fcnstlern und Kulturschaffenden die Kurt-Eisner-Kulturstiftung gegr\u00fcndet, um gesellschaftspolitisch engagierte Kunst zu f\u00f6rdern. Die Stiftung beruft sich auf ein Anliegen Eisners: \u201eDie Kunst kann nur gedeihen in vollkommener Freiheit. [\u2026] Der K\u00fcnstler muss als K\u00fcnstler Anarchist sein \u2026\u201c<\/p>\n<p>Als Journalist und Schriftsteller habe der sp\u00e4tere Ministerpr\u00e4sident bereits eine Position bezogen, \u201edie sehr nahe an den N\u00f6ten der Menschen war\u201c, erkl\u00e4rte Kastner. Eisner sei ein Mensch gewesen, \u201eder einen hohen ethischen, politischen und sozialen Anspruch hatte\u201c. Zugleich habe er sich \u201enie als ein politischer F\u00fchrer\u201c verstanden, \u201esondern als einer, der den Menschen zuh\u00f6rt, der auf ihre N\u00f6te eingeht und der mit ihnen gemeinsam Perspektiven entwickelt\u201c. So habe Eisner auch die erfolgreichen Streiks im Januar 1918 in den bayrischen R\u00fcstungsbetrieben mitorganisiert, wof\u00fcr er sp\u00e4ter verhaftet und verurteilt worden sei, berichtete Kastner.<\/p>\n<p>\u201eEr hat wohl auch den richtigen Ton gefunden\u201c, nannte der K\u00fcnstler einen der Gr\u00fcnde, warum der linke Sozialdemokrat sp\u00e4ter eher ungewollt zum Anf\u00fchrer der November-Revolution 1918 in Bayern wurde. Eisner habe einen \u201ehohen Begriff von der Demokratie gehabt\u201c. Die Gesellschaft solle von den Menschen, nicht von F\u00fchrungsstrukturen bestimmt werden \u2013 \u201eauch nicht durch eine Diktatur des Proletariats\u201c \u2013, sei sein Anspruch gewesen.<\/p>\n<h5>Demokratische Schule<\/h5>\n<p>Der ermordete Ministerpr\u00e4sident habe sich daf\u00fcr eingesetzt, die in der Revolution entstandenen Arbeiter- und Soldaten-R\u00e4te als \u201eSchule der Demokratie\u201c weiter zu entwickeln. Die Menschen sollten lernen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, gab Kastner Eisners Anspruch wieder. \u201eKein Obrigkeitsstaat, welcher Couleur auch immer\u201c \u2013 das sei das Ziel des linken Sozialdemokraten gewesen. Deshalb habe er gegen\u00fcber dem Modell Lenins und der russischen Bolschewiki \u201egr\u00f6\u00dfte Vorbehalte\u201c gehabt.<\/p>\n<p>Aus Sicht des M\u00fcnchner K\u00fcnstlers hat Eisner im Unterschied zu den Revolution\u00e4ren in der Reichshauptstadt von vornherein die verschiedenen gesellschaftlichen Kr\u00e4fte und Gruppen eingebunden, selbst seinen Gegner Auer von der MSPD. Er habe auch die Organisation der Bauern einbezogen, was in dem Agrarstaat Bayern sehr wichtig gewesen sei. Die politisch aktiven K\u00fcnstler seien ebenso einbezogen worden.<\/p>\n<p>Kastner betonte, dass der Revolution\u00e4r einen demokratischen Prozess einleiten wollte \u2013 \u201enicht mit einer Hauruck-Aktion sagen: Aus der Monarchie machen wir jetzt eine Demokratie. Das funktioniert ja nicht. Das hat auch nach `45 nicht funktioniert.\u201c Die Idee des ersten bayrischen Ministerpr\u00e4sidenten sei es gewesen, die R\u00e4te als Kontrollinstanz des parlamentarischen Systems beizubehalten.<\/p>\n<h5>Systematische Hetze<\/h5>\n<p>\u201eDas br\u00e4uchten wir heute auch sehr\u201c, meinte Kastner mit Blick darauf, \u201ewie heute Hinterzimmer- und Geheim-Demokratie gemacht wird\u201c. Es werde \u201evon der B\u00fcrgerbeteiligung gefaselt, aber da facto passiert sie nicht\u201c.<\/p>\n<p>Bei der bayrischen Landtagswahl am 12. Januar 1919 bekam Eisners USPD gar nur \u201eganze drei der hundertachtzig Landtagssitze\u201c. Die Mehrheit war dagegen b\u00fcrgerlich-katholisch \u2013 \u201ewie im katholischen Bayern nicht anders zu erwarten\u201c, wie der Historiker Haffner feststellte. Die Bayrische Volkspartei (BVP), Vorl\u00e4uferin der heutigen CSU, wurde st\u00e4rkste Kraft im Parlament in M\u00fcnchen.<\/p>\n<p>\u201eEs gab eine systematische Hetze gegen ihn\u201c, schilderte Kastner die damalige gesellschaftliche Stimmung. \u201eVon allen Kanzeln Bayerns wurden bisch\u00f6fliche Hetzpredigten verk\u00fcndet, bis dahin, dass er das j\u00fcdische Kapital vertrete, und sonstiger Irrsinn. Die Macht \u00fcber die K\u00f6pfe in einem katholischen Agrarstaat, wie Bayern einer war fatal. Die gesamte Presse hat gegen ihn gehetzt.\u201c<\/p>\n<h5>Hinterh\u00e4ltiger Mord<\/h5>\n<p>Das geh\u00f6re zu den Ursachen f\u00fcr das Wahlergebnis. Es habe aber auch Gebiete in Bayern gegeben, in denen es eindeutige Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Politik des Ministerpr\u00e4sidenten gegeben habe, so in Hof und in Aschaffenburg. In der Kommunalwahl in M\u00fcnchen im Juni 1919 sei die USPD st\u00e4rkste Partei im Stadtrat geworden \u2013 mit 16 von 50 Sitzen (BVP: 15; MSPD: 10).<\/p>\n<p>Als der Ministerpr\u00e4sident am 21. Februar 1919 ermordet wurde, war er auf dem Weg zum Landtag. Dort wollte er, auch aufgrund des Wahlergebnisses, seinen R\u00fccktritt verk\u00fcnden. Der Attent\u00e4ter Anton Graf von Arco auf Valley schoss den Berichten zufolge in der Promenadengasse von hinten auf Eisner.<\/p>\n<p>Die Stra\u00dfe mit dem Tatort wurde sp\u00e4ter umbenannt und hei\u00dft heute Kardinal-Faulhaber-Stra\u00dfe \u2013 der Namensgeber Kardinal Michael von Faulhaber, seit 1917 Erzbischof in M\u00fcnchen, lobte bezeichnenderweise Adolf Hitler und galt als Gegner Eisners. Auf dem Portal stadtgeschichte-muenchen.de hei\u00dft es zum 10. Juli 1934, dass er sogar den Eisner-M\u00f6rder traute: \u201eAnton Graf von Arco auf Valley war durch seine Tat in monarchistischen und konservativen Kreisen hoch angesehen. Deshalb ist es dem M\u00fcnchner Erzbischof und Kardinal ein pers\u00f6nliches Anliegen, die Trauung durchzuf\u00fchren.\u201c<\/p>\n<h5>Hilflose Revolution\u00e4re<\/h5>\n<p>Bei dem M\u00f6rder von Eisner, Arco Valley, habe es sich zwar allen Informationen nach um einen Attent\u00e4ter gehandelt. Aber die Stimmung f\u00fcr die Tat sei \u201esystematisch vorbereitet\u201c worden, so der K\u00fcnstler. \u201eEs gab ja mehrere Attentate. Es gab eine systematische Hetze.\u201c Die sei von der MSPD, anderen politischen Kr\u00e4ften sowie von der Kirche gekommen.<\/p>\n<p>\u201eDieser Mord wurde atmosph\u00e4risch und propagandistisch von den Rechtsextremisten, von den Militaristen, von den Katholiken und Antisemiten systematisch vorbereitet. Einer f\u00fchrt\u2019s halt aus.\u201c Kastner best\u00e4tigte die Parallelen zum Mord an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht am 15. Januar 1919 in Berlin. \u201eDas ist auf der gleichen Ebene.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie Sch\u00fcsse vom 21. Februar machten der Revolution in Bayern kein Ende, sondern setzten eine neue in Gang\u201c, schrieb der Historiker Wolfgang Malanowski in seinem 1969 ver\u00f6ffentlichten Buch \u201eNovember-Revolution 1918 \u2013 Die Rolle der SPD\u201c. In der h\u00e4tten aber \u201edie von Sozialdemokraten und B\u00fcrgerlichen gef\u00fcrchteten Linksradikalen erneut bewiesen, wie schwach und hilflos sie in Wirklichkeit waren\u201c.<\/p>\n<h5>Furchtbare Geschichte<\/h5>\n<p>Eine der Folgen war die Anfang April 1919 erstmals ausgerufene M\u00fcnchner R\u00e4terepublik. Daraufhin marschierten Anfang Mai auf Berliner Befehl der von der SPD-gef\u00fchrten Regierung Freikorps in Bayern ein. \u201eUnd nun folgte ein \u201awei\u00dfer Schrecken\u2018, wie ihn noch keine deutsche Stadt, auch Berlin im M\u00e4rz nicht, erlebt hatte\u201c, beschrieb der Historiker Haffner das weitere Geschehen. \u201eIn diesem wei\u00dfen Terror in M\u00fcnchen f\u00e4llt ein unverkennbarer Zug von Sadismus auf.\u201c<\/p>\n<p>Es k\u00f6nne nur spekuliert, ob das so gekommen w\u00e4re, wenn Eisner am Leben geblieben w\u00e4re, meinte K\u00fcnstler Kastner auf eine entsprechende Frage. Der Ministerpr\u00e4sident sei zumindest eine popul\u00e4re Integrationsfigur gewesen und habe eine gr\u00f6\u00dfere Akzeptanz gehabt als jene, die sp\u00e4ter die R\u00e4terepublik ausriefen. \u201eIch gehe davon aus, dass es anders gelaufen w\u00e4re\u201c, sagte Kastner. \u201eAber es h\u00e4tte Zeit f\u00fcr die weitere Entwicklung gebraucht.\u201c<\/p>\n<p>Den Umgang des Freistaates Bayern mit seinem ersten Ministerpr\u00e4sidenten bezeichnete der K\u00fcnstler als \u201elange, furchtbare Geschichte.\u201c Er engagiert sich seit Jahrzehnten f\u00fcr die Erinnerung an den vor 100 Jahren ermordeten Eisner. Es handele sich um eine \u201euns\u00e4gliche Verdr\u00e4ngungsgeschichte der Demokratie\u201c.<\/p>\n<h5>Fehlendes Denkmal<\/h5>\n<p>\u201eWenn man in diesem Land in der Demokratie angekommen w\u00e4re, dann w\u00e4re man stolz darauf und h\u00e4tte wie in anderen L\u00e4ndern den Begr\u00fcnder der Demokratie verehrt. Hier hat man ihn verschwiegen, hat ihn denunziert. Man hat uns\u00e4gliche L\u00fcgen \u00fcber ihn verbreitet.\u201c<\/p>\n<p>Die Faschisten h\u00e4tten die Gedenktafel f\u00fcr Eisner im M\u00fcnchner Gewerkschaftshaus ebenso zerst\u00f6rt wie sein Grab und einen Sohn Eisners, Hans Kurt, im KZ Buchenwald ermordet sowie seine Familie verfolgt. Die MSPD habe zuvor gezeigt, was sie von der Tat hielt: Ihr bayrischer Landeschef Auer, der am 21. Februar 1919 Opfer eines Rache-Attentats wurde, habe dem Eisner-M\u00f6rder Arcor Blumen ins Gef\u00e4ngnis geschickt, so Kastner. Nach 1945 habe es keinerlei Wiedergutmachung oder Entsch\u00e4digung gegeben.<\/p>\n<p>Der K\u00fcnstler schilderte verschiedene erfolglose Versuche, ein w\u00fcrdiges Denkmal f\u00fcr den vor 100 Jahren Ermordeten in M\u00fcnchen zu errichten. Die nach Eisner benannte Stra\u00dfe liege weitab vom Zentrum, im Stadtteil Neuperlach. Die CSU habe sogar jahrelang erkl\u00e4rt, es m\u00fcsse auf die Witwe des M\u00f6rders R\u00fccksicht genommen werden. Deshalb k\u00f6nne f\u00fcr den Kommunisten Eisner kein Denkmal errichtet werden.<\/p>\n<h5>Finsteres Denken<\/h5>\n<p>\u201eSo finster \u2013 ich w\u00fcrde sagen: schwarzbraun \u2013 war das Denken, und ist es zum Teil heute noch\u201c, sch\u00e4tzte Kastner es ein. Die seit Jahrzehnten regierende M\u00fcnchner SPD habe \u201eihre eigene fatale Geschichte dabei nicht richtig reflektiert. Heute versuchen sie ein bisschen, Eisner f\u00fcr sich zu vereinnahmen. Aber f\u00fcr ihr Bek\u00e4mpfen seiner demokratischen Ziele haben sie sich noch nicht einmal entschuldigt. Sie m\u00fcssten sich mal daf\u00fcr entschuldigen.\u201c<\/p>\n<p>Einzelne Sozialdemokraten, die den Ministerpr\u00e4sidenten ehren wollten, seien immer gescheitert \u2013 \u201esowohl an der SPD als auch an der CSU\u201c. So habe er mit anderen gemeinsam Horst Seehofer in dessen Zeit als bayrischer Ministerpr\u00e4sident ein Portr\u00e4t von dessen ersten Amtsvorg\u00e4nger Eisner \u00fcbergeben. Das Bild sei aber nie in der Staatskanzlei aufgeh\u00e4ngt worden \u2013 weil nur Ministerpr\u00e4sidenten nach 1945 in der Ahnenreihe gezeigt w\u00fcrden, sei offiziell erkl\u00e4rt worden.<\/p>\n<p>Der SPD in M\u00fcnchen sei mehrmals vorgeschlagen worden, einen zentralen Ort hinter dem Rathaus der bayrischen Landeshauptstadt nach dem Begr\u00fcnder des Freistaates zu benennen. Das sei bis heute mit formalen Argumenten abgelehnt worden. Auch die lebenden Enkel Eisners seien bis heute nicht zum Gedenken eingeladen worden.<\/p>\n<h5>Unerm\u00fcdliche Versuche<\/h5>\n<p>Weder die Regierung Bayerns noch die der Stadt M\u00fcnchen h\u00e4tten jemals an einem Jahrestag des Mordes an dem ersten Ministerpr\u00e4sidenten einen Kranz zum Gedenken am Tatort niedergelegt \u2013 \u201ebis heute nicht\u201c. \u201eEs ist einfach eine fatale Geschichte\u201c, sagte der K\u00fcnstler dazu, der versprach, nicht aufzugeben und an Eisner weiter zu erinnern.<\/p>\n<p>Kastner berichtete von einer Ausstellung zum Ermordeten in der Rathausgalerie im November 2018. Es gebe eine Postkartenaktion, mit der M\u00fcnchens Oberb\u00fcrgermeister Dieter Reiter (SPD) aufgefordert wird, einem Kurt-Eisner-Platz zuzustimmen. Zum 100. Jahrestag der Ermordung lud die Kurt-Eisner-Kulturstiftung zu einer Veranstaltung ein, um an den Namensgeber zu erinnern und nach vorn zu schauen. Der Kabarettist Max Uthoff, bekannt unter anderem aus der ZDF-Sendung \u201eDie Anstalt\u201c geh\u00f6rte zu jenen, die an Eisner erinnerten.<\/p>\n<p>Eisner habe als Ministerpr\u00e4sident versucht, \u201eStaat und Gesellschaft von unten nach oben zu revolutionieren\u201c. So beschrieb es der Historiker Ralf H\u00f6ller am Samstag in der Tageszeitung \u201ejunge Welt\u201c. Zu den bayrischen Besonderheiten vor 100 Jahren geh\u00f6rte, dass es hier die einzigen Bauernr\u00e4te neben denen der Arbeiter und Soldaten gab.<\/p>\n<h5>Zweimal R\u00e4terepublik<\/h5>\n<p>Doch Eisners Versuch, andere Wege zu gehen, endeten mit dem Mord an ihm am 21. Februar 1919. In der Folge kam es dazu, dass im April vor 100 Jahren in M\u00fcnchen gleich zweimal die R\u00e4terepublik ausgerufen wurde.<\/p>\n<p>Die \u201eR\u00e4terepublik Baiern\u201c (Originalschreibweise von damals) wurde am 5. April 1919 von einer Versammlung aus Vertretern verschiedener R\u00e4te im Freistaat sowie Funktion\u00e4ren der Arbeiterparteien und der Gewerkschaften beschlossen. Dem waren politische Wirren nach dem Tod Eisners vorausgegangen, samt einer Regierung unter Johannes Hoffmann von den Mehrheitssozialdemokraten (MSPD), die nach Bamberg fl\u00fcchtete, und einer \u201eR\u00e4terepublik-Bewegung\u201c. Der Historiker Sebastian Zehetmair hat die Entwicklung in der Ausgabe 117 (M\u00e4rz 2019) der Zeitschrift \u201eZ.\u201c nachgezeichnet.<\/p>\n<h5>Sozialdemokratischer Wunsch<\/h5>\n<p>Laut ihm hat es vor allem in S\u00fcdbayern gro\u00dfe Sympathien f\u00fcr eine R\u00e4terepublik gegeben, so in der Region um Augsburg, ebenso im s\u00fcdlichen Umland M\u00fcnchens und in Teilen des Allg\u00e4us. Er macht klar, dass es sich keineswegs um eine kommunistische Bewegung, angef\u00fchrt von der jungen KPD, handelte. Diese Legende haben ihre Gegner in die Welt gesetzt \u2013 sie wirkt bis heute. Dagegen haben dem Historiker zufolge sich vor allem die Mitglieder der beiden sozialdemokratischen Parteien USPD und MSPD seit Februar 1919 zunehmend radikalisiert.<\/p>\n<p>Zehetmair \u00fcber die Ziele der R\u00e4tebewegung nach dem Mord an Eisner: \u201eFaktisch \u00fcbernahmen Arbeiter- und Soldatenr\u00e4te in M\u00fcnchen und etlichen kleineren Ortschaften schon Ende Februar vor\u00fcbergehend die Macht. Die zweite Revolution war trotzdem kein offener Aufstand gegen den Landtag: Das Hauptziel der rebellierenden Arbeiter bestand in der Sicherung der R\u00e4te und der Unterdr\u00fcckung der Konterrevolution, nicht im Sturz des Parlaments.\u201c<\/p>\n<p>In Nordbayern h\u00e4tten sich aber die Arbeiterr\u00e4te gegen die R\u00e4terepublik ausgesprochen, so vor allem in N\u00fcrnberg und den fr\u00e4nkischen Gebieten um Bamberg und Bayreuth sowie in Niederbayern und Nordschwaben. Hier habe die Regierung unter Hoffmann weiterhin gro\u00dfen Einfluss gehabt. Besonders die Bauern, die den Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung des Freistaates ausmachten, haben laut dem Historiker der Idee der R\u00e4terepublik mehrheitlich ablehnend und zum Teil feindlich gegen\u00fcber gestanden.<\/p>\n<h5>Unwillige Kommunisten<\/h5>\n<p>Zehetmair betont: \u201eDie R\u00e4terepublik von 1919 war viel mehr als eine rein \u201aM\u00fcnchener R\u00e4terepublik\u2018, aber doch deutlich weniger als eine gesamt-\u201abayerische\u2018 R\u00e4terepublik. Genau genommen war sie ein Zusammenschluss mehrerer Dutzend lokaler R\u00e4terepubliken, die \u00fcber das Land verstreut waren und in ihrem \u00dcberleben von der Entwicklung in der Landeshauptstadt abhingen.\u201c Das trug mit zu ihrem Schicksal bei.<\/p>\n<p>Treibende Kraft der R\u00e4terepublik ist die USPD in M\u00fcnchen gewesen, unterst\u00fctzt von Teilen der MSPD und der freien Gewerkschaften, wie der Historiker schreibt. Dagegen habe sich die KPD anfangs davon sogar distanziert, \u201eweil sie eine isolierte R\u00e4terepublik nicht f\u00fcr \u00fcberlebensf\u00e4hig hielt und das Risiko einer milit\u00e4rischen Intervention der Reichsregierung realistischer einsch\u00e4tzte als die F\u00fchrung der USPD, teilweise auch, weil sie den Motiven der beteiligten Funktion\u00e4re der MSPD misstraute.\u201c Die im Januar 1919 gegr\u00fcndete Partei habe gar versucht, die erste R\u00e4teregierung zum R\u00fcckzug zu zwingen.<\/p>\n<p>Auf das Leben in M\u00fcnchen und den Alltag haben die Ereignisse Zehetmair zufolge kaum direkten Einfluss gehabt, so Zehetmair. Die Versorgungslage habe sich sogar noch verschlechtert, weil die Bauern des Umlandes in einen Lieferstreik getreten seien. Zudem habe die in Bamberg sitzende Regierung Hoffmann eine Verkehrsblockade \u00fcber die Landeshauptstadt verh\u00e4ngt.<\/p>\n<h5>Erfolgloser Putschversuch<\/h5>\n<p>Am 13. April 1919 gab es einen von der Hoffmann-Regierung und MSPD-Funktio\u00adn\u00e4ren unterst\u00fctzten Putschversuch gegen die R\u00e4teregierung: \u201eDieser so genannte Palmsonntagsputsch endete in M\u00fcnchen in einem politischen Desaster f\u00fcr die Bamberger Regierung\u201c, so der Historiker. \u201eDie Putschisten stie\u00dfen auf unerwarteten starken Widerstand bewaffneter R\u00e4teanh\u00e4nger. Aus kleinen Scharm\u00fctzeln entwickelten sich binnen weniger Stunden erbitterte Gefechte zwischen Anh\u00e4ngern und Gegnern der R\u00e4terepublik, die insgesamt 21 Tote forderten.\u201c<\/p>\n<p>Der Putschversuch habe viele Arbeiter auf die Seite der zuvor eher abgelehnten R\u00e4terepublik gebracht. An deren Spitze standen vor allem Intellektuelle und Anarchisten, wie Erich M\u00fchsam, Gustav Landauer und Ret Marut, der sp\u00e4ter als Schriftsteller \u201eB. Traven\u201c Weltruhm erlangte. Der Historiker H\u00f6ller dazu in der \u201ejungen Welt\u201c: \u201eJetzt traten die Kommunisten auf den Plan. Bislang hatten sie sich aus der Regierung ferngehalten, die in ihren Augen allenfalls eine \u201aScheinr\u00e4terepublik\u2018 war.\u201c<\/p>\n<p>Nach den Angaben von Zehetmair unterst\u00fctzten vor allem die Betriebsr\u00e4te die KPD. Sie h\u00e4tten die Kommunisten unter Max Levien und Eugen Levin\u00e9 in den neuen Revolution\u00e4ren Zentralrat und das oberste Gremium, den Vollzugsausschuss, gew\u00e4hlt. Nach dem Putschversuch der Revolutionsgegner sei die zweite R\u00e4terepublik ausgerufen worden.<\/p>\n<h5>Kommunistische Minderheit<\/h5>\n<p>Diese sei aber \u201ekeine kommunistische Parteidiktatur\u201c gewesen, wie ihre Gegner h\u00e4ufig unterstellten. \u201eDie KPD stellte zwar drei von f\u00fcnf Mitgliedern im Vollzugsausschuss \u2013 aber der Vollzugsausschuss selbst war in all seinen Beschl\u00fcssen vollst\u00e4ndig auf die aktive Unterst\u00fctzung der Betriebsr\u00e4te angewiesen\u201c, betont der Historiker in \u201eZ.\u201c. \u201eUnter den M\u00fcnchener Betriebsr\u00e4ten hatten auch unter der zweiten R\u00e4terepublik die MSPD und die USPD nach wie vor wesentlich mehr Vertreter als die KPD.\u201c<\/p>\n<p>Zehetmair stellt ebenso fest, dass in Folge des \u201ePalmsonntagsputsches\u201c die Isolation M\u00fcnchens gegen\u00fcber dem restlichen Land zunahm. In zahlreichen bayrischen St\u00e4dten h\u00e4tten sich die Gegner der R\u00e4te durchgesetzt. \u201eDas Einflussgebiet der zweiten R\u00e4terepublik beschr\u00e4nkte sich danach nur mehr auf M\u00fcnchen und sein engeres Umland sowie Teile S\u00fcd- und S\u00fcdostbayerns. N\u00f6rdlich der Donau hatte die R\u00e4terepublik allen Einfluss verloren.\u201c Selbst in Augsburg h\u00e4tten sich die R\u00e4te inzwischen auf die Seite der Regierung Hoffmann gestellt, die immer noch in Bamberg sa\u00df.<\/p>\n<p>Letztere h\u00e4tte Mitte April \u201ejede Zur\u00fcckhaltung bei der milit\u00e4rischen Mobilisierung gegen M\u00fcnchen\u201c abgelegt. \u201eDie Lage der R\u00e4terepublik war trotz des Sieges in M\u00fcnchen aussichtslos\u201c, schreibt der Historiker. \u201eAm Ende r\u00fcckten rund 35.000 Wei\u00dfe Truppen, darunter ein gro\u00dfer Anteil professionell ausgebildeter Milit\u00e4rs, auf M\u00fcnchen vor. Gegen diese Truppenmassen waren auch die etwa 10 bis 12.000 Freiwilligen, die die R\u00e4teregierung eilig f\u00fcr die neu gebildete \u201aRote Armee\u2018 rekrutierte, milit\u00e4risch chancenlos.\u201c<\/p>\n<h5>Unaufhaltsamer Vormarsch<\/h5>\n<p>Die R\u00e4teregierung habe angesichts der wirtschaftlichen Isolation M\u00fcnchens durch die Bauernstreiks und die blockierten Verkehrswege versucht, \u00fcber einen kampflosen R\u00fcckzug zu verhandeln. Doch der selbsternannte \u201eBluthund\u201c der MSPD und nunmehrige Reichswehrminister, Gustav Noske, untersagte laut Zehetmair den aus Berlin befohlenen anr\u00fcckenden Truppen jegliche politische Verhandlungen. Daraufhin h\u00e4tten die Anh\u00e4nger der R\u00e4teregierung lieber den aussichtslosen Kampf gef\u00fchrt als sich den Wei\u00dfen Truppen zu ergeben.<\/p>\n<p>Zwar konnte die Rote Armee gemeinsam mit Arbeitermilizen die Reichswehr- und Freikorpstruppen am 16. April bei Dachau noch zur\u00fcckschlagen, wie der Historiker berichtet. Doch das sei der einzige milit\u00e4rische Erfolg geblieben. Dem sei ab dem 23. April die Einnahme Augsburgs und weitere St\u00e4dte durch die Noske-Truppen gefolgt. Kurz vor der endg\u00fcltigen Niederlage h\u00e4tten die Betriebsr\u00e4te in M\u00fcnchen den revolution\u00e4ren Vollzugsausschuss zum R\u00fccktritt gezwungen. \u201eDer gr\u00f6\u00dfte Teil der Roten Armee l\u00f6ste sich unter dem Eindruck dieser Stimmung einfach auf ohne zu k\u00e4mpfen.\u201c<\/p>\n<p>Die Wei\u00dfen Truppen seien bei ihrem Einmarsch in M\u00fcnchen am 1. Mai 1919 kaum auf organisierten Widerstand gesto\u00dfen. Zehetmair weiter: \u201eAuf die Eroberung M\u00fcnchens folgte eine zwei Wochen dauernde Kampagne des \u201aWei\u00dfen Terrors\u2018 \u2013 willk\u00fcrliche Verhaftungen von Tausenden von R\u00e4teanh\u00e4ngern, standrechtliche Erschie\u00dfungen von Hunderten von R\u00e4terepublikanern. Auf den wei\u00dfen Terror folgte der juristische Rachefeldzug gegen die R\u00e4terepublik.\u201c<\/p>\n<h5>Blutiges Erbe<\/h5>\n<p>Historikerkollege H\u00f6ller dazu: \u201eIn der ersten Woche nach dem Einmarsch der Wei\u00dfen wurden im gesamten M\u00fcnchner Stadtbezirk 557 Menschen get\u00f6tet. 145 Soldaten fielen im Gefecht (38 Wei\u00dfgardisten, 107 Rotarmisten), 186 an den K\u00e4mpfen Beteiligte wurden nach Standrechtverfahren hingerichtet, 226 Anh\u00e4nger der R\u00e4terepublik in den ersten Tagen nach Einnahme der Landeshauptstadt ohne Gerichtsverfahren erschossen, die meisten von Angeh\u00f6rigen der Freikorps. Das ist die amtliche Statistik. Die tats\u00e4chliche Opferzahl, auch im M\u00fcnchner Umland, d\u00fcrfte weit h\u00f6her liegen.\u201c Zu den Opfern geh\u00f6rten auch f\u00fchrende K\u00f6pfe der R\u00e4tebewegung wie Landauer und Levin\u00e9.<\/p>\n<p>Das z\u00e4hlt wie die Ereignisse zuvor in Bremen, Berlin und sp\u00e4ter im Ruhrgebiet zum blutigen Erbe der Weimarer Republik. Auf den Tr\u00fcmmern der M\u00fcnchner R\u00e4terepublik wurde in den folgenden Monaten des Jahres das Fundament der \u201eOrdnungszelle Bayern\u201c errichtet, so Zehetmair. Dabei habe es sich um einer \u201ePolizeidiktatur mit d\u00fcnner parlamentarischer Fassade\u201c gehandelt, \u201edie nicht zuf\u00e4llig zum Geburtsort des deutschen Faschismus wurde\u201c.<\/p>\n<p>Historiker H\u00f6ller verwies in der \u201ejungen Welt\u201c auf die personellen Linien ab 1919 in die Zeit ab 1933: \u201eAls Ende August die Regierung wieder nach M\u00fcnchen zog, war Oberstleutnant Adolf Herrgott, der dem Eppschen Freikorps angeh\u00f6rte, dort Stadtkommandant. Ihm zur Seite als Stabschef stand Ernst R\u00f6hm, die politische Polizei leitete Wilhelm Frick, beide sp\u00e4ter hochrangige Mitglieder der NSDAP. Neuer Polizeipr\u00e4sident wurde Ernst P\u00f6hner, einer der Anf\u00fchrer des Hitlerputschs.\u201c<\/p>\n<h5><strong>Faschistische Keimzellen<\/strong><\/h5>\n<p>Das sind einige der Beispiele, die zeigen, dass bereits vor 100 Jahren in Deutschland die Keimzellen der faschistischen Diktatur gelegt wurden. Gleichzeitig regt das Schicksal der M\u00fcnchner R\u00e4terepublik zu Zweifeln gegen\u00fcber der heute oft zu h\u00f6renden These an, die Weimarer Republik habe nicht zwangsl\u00e4ufig im \u201eDritten Reich\u201c der deutschen Faschisten enden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6rt auch Folgendes: \u201eVor dem 9. November hat in Deutschland niemand so etwas wie die Weimarer Republik gewollt, jedenfalls keine der ma\u00dfgeblichen politischen Kr\u00e4fte im Reichstag. Die wollten alle die deutsche Monarchie modernisieren und verbessern, aber nicht abschaffen.\u201c Das stellte der Historiker Lothar Machtan in einem Interview mit Sputnik im vergangenen Jahr fest, in dem es um die Novemberrevolution 1918 ging.<\/p>\n<p>Das gilt erst recht f\u00fcr die verschiedenen Versuche, die R\u00e4te als neue Form der Demokratie neben dem Parlamentarismus zu verankern \u2013 das war zu viel Demokratie und Revolution. Auch f\u00fcr die M\u00fcnchner R\u00e4terepublik und ihr Schicksal war entscheidend, was Heiner Karuscheit bei einem Vortrag in Berlin feststellte: Hinter der Fassade der \u201eWeimarer Republik\u201c wurde die alte Ordnung wiederhergestellt. Er verwies dabei auf die konterrevolution\u00e4re Allianz der alten Eliten, vor allem aus dem Milit\u00e4r, mit dem rechten Fl\u00fcgel der deutschen Arbeiterbewegung in Gestalt der MSPD.<\/p>\n<h5>Konterrevolution\u00e4rer Sieg<\/h5>\n<p>Karuscheit sieht die \u201eWeimarer Republik\u201c, die auch gegen alternative Entwicklungen in Bremen, M\u00fcnchen oder Th\u00fcringen mit Gewalt durchgesetzt wurde, nicht als eines der positiven Ergebnisse der Novemberrevolution, wie heute, 100 Jahre sp\u00e4ter, oft zu h\u00f6ren ist. Sie sei dagegen entstanden, weil die Revolution niedergeschlagen worden sei, als \u201eProdukt der siegreichen Konterrevolution\u201c.<\/p>\n<p>Diese habe daf\u00fcr gesorgt, dass die grundlegenden Strukturen der alten Ordnung gesichert worden seien. Damit sei auch 1918 die unvollendete b\u00fcrgerlich-demokratische Revolution von 1848 nicht abgeschlossen worden, widersprach Karuscheit g\u00e4ngigen Historikermeinungen: \u201eDiese Revolution ist nicht nur unvollendet geblieben: Sie ist gescheitert.\u201c<\/p>\n<p>Seine Analyse der Ereignisse vor 100 Jahren verweist auf eine ganz andere Parallele zwischen der Zeit damals und der heutigen, als sie derzeit allgemein gezogen wird. Heute ist oft zu h\u00f6ren, die liberale Demokratie werde \u201ewieder ernsthaft gef\u00e4hrdet\u201c, und zwar durch Populismus sowie \u201eautorit\u00e4re und antipluralistische Parteien\u201c. Dabei wird \u00fcbersehen: Das tats\u00e4chliche Problem der \u201eWeimarer Republik\u201c war: Ihre demokratische Fassade mit allgemeinem Wahlrecht sowie b\u00fcrgerlichen Freiheiten verbarg Macht- und Eigentumsverh\u00e4ltnisse, deren Vertreter nicht an einer tats\u00e4chlichen Demokratie interessiert waren. Das ist bis heute aktuell.<\/p>\n<h5>Unheimliche Kontinuit\u00e4ten<\/h5>\n<p>Darauf verweisen nicht nur die deutschen Kontinuit\u00e4ten, die der Historiker Fischer und andere beschrieben. Diese wurden selbst durch den faschistischen Untergang 1945 nicht unterbrochen. Das zeigt ein n\u00fcchterner Blick in die Geschichte der Bundesrepublik. Die Demokratie wird am st\u00e4rksten von jenen gef\u00e4hrdet, die ihre Fassade nutzen, um ihre Macht zu verbergen.<\/p>\n<p>Sie sorgen daf\u00fcr, dass sie nur Schauspiel mit Wahlen, die nichts grundlegend ver\u00e4ndern, bleibt und immer wieder zu einer Farce verkommt. Das belegen Analysen und Studien \u00fcber politische Entscheidungsprozesse, \u00fcber Einflussm\u00f6glichkeiten der B\u00fcrger und W\u00e4hler sowie dar\u00fcber, wessen Interessen von der etablierten Politik durchgesetzt werden. Deren Umgang mit dem Verh\u00e4ltnis zu Russland ist eines der Beispiele daf\u00fcr, einschlie\u00dflich der damit verbundenen Gefahr f\u00fcr den Frieden.<\/p>\n<p>Der Protest dagegen, der heute unter anderem als Populismus diffamiert wird, ist berechtigt. Notwendig bleibt der genaue Blick, wer sich tats\u00e4chlich gegen die Ursachen wendet und wer nur gegen Symptome angeht, dabei \u201eS\u00fcndenb\u00f6cke\u201c missbraucht und so selbst von den wahren Verh\u00e4ltnissen ablenkt. Das d\u00fcrften die tats\u00e4chlichen Parallelen der \u201eWeimarer Republik\u201c mit den heutigen Zust\u00e4nden sein.<\/p>\n<p><em>Eine umfangreiche Sammlung von Beitr\u00e4gen zur deutschen Revolution 1918\/19 und den Folgen ist im Onlinemagazin \u201eSputniknews\u201c hier zu finden: <\/em><a href=\"https:\/\/de.sputniknews.com\/trend\/jahrestag-novemberrevolution\/\"><em>https:\/\/de.sputniknews.com\/trend\/jahrestag-novemberrevolution\/<\/em><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Tilo Gr\u00e4ser, Berlin,<br \/>\nist Diplom-Journalist,<br \/>\nals Redakteur und Korrespondent bei Sputniknews t\u00e4tig und<br \/>\nMitglied des Deutschen Freidenker-Verbandes<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Lesetipps:<\/strong><\/p>\n<p>Simon Schaupp: \u201eDer kurze Fr\u00fchling der R\u00e4terepublik \u2013 Ein Tagebuch der bayerischen\u00a0Revolution\u201c<br \/>\nUnrast Verlag 2018. 304 Seiten. ISBN 978-3-89771-248-5. 19,80 Euro<\/p>\n<p>Heiner Karuscheit: \u201eDie verlorene Demokratie \u2013 Der Krieg und die Republik von\u00a0Weimar\u201c<br \/>\nVerlag VSA 2017. 256 Seiten. ISBN 978-3-89965-765-4. 17,80 Euro<\/p>\n<p>Arthur Rosenberg: \u201eEntstehung und Geschichte der Weimarer Republik\u201c<br \/>\nEurop\u00e4ische Verlagsanstalt. E-Book (ohne Jahresangabe). ISBN 978-3-86393-506-1. 14,99 Euro<\/p>\n<p>Sebastian Haffner: \u201eDie deutsche Revolution\u00a01918\/19\u201c<br \/>\nRowohlt Verlag 2018. 256 Seiten. ISBN 978-3-498-03042-1. 15 Euro<\/p>\n<p>Stefan Bollinger: \u201eNovember \u201818 \u2013 Als die Revolution nach Deutschland kam\u201c<br \/>\nVerlag edition ost 2018. ISBN 978-3-360-01884-7; 256 Seiten; 14,99 Euro<\/p>\n<hr \/>\n<h5>Download<\/h5>\n<p>Der Artikel kann auch als PDF-Dokument angesehen und heruntergeladen werden:<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1076\" data-permalink=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?attachment_id=1076\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"32,32\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"pdf_icon\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" class=\"alignnone size-full wp-image-1076\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?resize=32%2C32&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"32\" height=\"32\" \/> <a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Freidenker_2019-02_Gr\u00e4ser-AnfangUndEnde.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Tilo Gr\u00e4ser: Anfang und Ende eines bayrischen Wunders: Von der Novemberrevolution 1918 zur R\u00e4terepublik 1919<\/a> (Auszug aus FREIDENKER 2-19, ca. 876 KB)<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Bild: <span class=\"mw-mmv-title\">Titelseite der <i>M\u00fcnchner Neuesten Nachrichten<\/i> vom 7.\u00a0April 1919 mit der Deklaration der bayerischen R\u00e4terepublik<br \/>\nQuelle: <\/span>Von WajKoenitz &#8211; Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=51607883\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=51607883<\/a><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Beitrag von Tilo Gr\u00e4ser aus FREIDENKER 2-19<\/b><br \/>\n\u201eDie Revolution in Bayern verlief anders als im \u00fcbrigen Deutschland\u201c, betonte der Historiker Sebastian Haffner in seinem 1969 ver\u00f6ffentlichten Buch \u201eDie verratene Revolution\u201c \u00fcber die Ereignisse 1918\/19. \u201eAnders als in Berlin fiel die Revolution in M\u00fcnchen nicht von Anfang an in die H\u00e4nde ihrer Feinde; anders als im \u00fcbrigen Reich war sie nicht das Werk f\u00fchrerloser Massen.\u201c<br \/>\nEs sei \u201ekein Zufall, dass die bayrische Monarchie bereits in der Nacht vom 7. auf den 8. November gest\u00fcrzt wurde, w\u00e4hrend es in der Reichshauptstadt erst am 9. November zur Ausrufung der Republik kam\u201c. Das schrieb Bernhard Grau in einem Beitrag \u00fcber Kurt Eisner &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":6547,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","advanced_seo_description":"","jetpack_seo_html_title":"","jetpack_seo_noindex":false,"jetpack_post_was_ever_published":false,"footnotes":""},"categories":[1162],"tags":[452,491,580,959,1161,138],"class_list":["post-6545","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geschichte","tag-deutschland","tag-geschichte","tag-konterrevolution","tag-novemberrevolution-1918","tag-raeterepublik","tag-revolution"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Declaration_of_the_MunichCouncilsRepublic_800x445.jpg?fit=800%2C445&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9stpK-1Hz","jetpack-related-posts":[{"id":6497,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=6497","url_meta":{"origin":6545,"position":0},"title":"FREIDENKER 2-19  \u2013 1919: R\u00e4terepublik in M\u00fcnchen","author":"Webredaktion","date":"16. 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