{"id":5577,"date":"2018-12-02T23:04:33","date_gmt":"2018-12-02T22:04:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=5577"},"modified":"2019-06-01T19:21:06","modified_gmt":"2019-06-01T17:21:06","slug":"un-migrationspakt-auf-bestellung-der-banken-und-konzerne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=5577","title":{"rendered":"UN-Migrationspakt \u2013 auf Bestellung der Banken und Konzerne"},"content":{"rendered":"<p>In der Rubrik <strong>Tagesdosis<\/strong> wurde am 30.11.2018 bei <a href=\"https:\/\/kenfm.de\/tagesdosis-30-11-2018-un-migrationspakt-auf-bestellung-der-banken-und-konzerne\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">KenFM<\/a> der Kommentar<strong>\u201eUN-Migrationspakt \u2013 auf Bestellung der Banken und Konzerne\u201c<\/strong> von <em><strong>Klaus Hartmann<\/strong><\/em>, Vorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes, ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Dieser Beitrag ist auch als <a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?cat=341\">Freidenker-Brief<\/a> 4-2018 am 01.12.2018 erschienen.<\/p>\n<p>Den Beitrag als Audio-Datei anh\u00f6ren:<\/p>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-5577-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/kenfm.v38432.goserver.host\/kenfm-media-de\/mp3\/tagesdosis-20181130.mp3?_=1\" \/><a href=\"http:\/\/kenfm.v38432.goserver.host\/kenfm-media-de\/mp3\/tagesdosis-20181130.mp3\">http:\/\/kenfm.v38432.goserver.host\/kenfm-media-de\/mp3\/tagesdosis-20181130.mp3<\/a><\/audio>\n<h4><\/h4>\n<h4>Tagesdosis 30.11.2018 \u2013 UN-Migrationspakt \u2013 auf Bestellung der Banken und Konzerne<\/h4>\n<p><em><strong>Ein Kommentar von\u00a0 Klaus Hartmann.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Am UN-\u201ePakt f\u00fcr eine sichere, geordnete und regul\u00e4re Migration\u201c scheiden sich die Geister. Die Unterzeichnung soll am 10. und 11.12.2018 in Marrakesch (Marokko) stattfinden. \u201eDie rechten, nationalistischen Kr\u00e4fte mobilisieren gegen die Unterzeichnung\u201c, so hei\u00dft es Land auf, Land ab in Unternehmer-Postillen, regierungsnahen wie linksliberalen Bl\u00e4ttern sowie auch in sich explizit links verstehenden Medien. Kritik nur von \u201erechts\u201c? Auch dies ist Ausdruck und Ergebnis von Gehirnw\u00e4sche. Nur, wenn (echte oder vermeintliche) \u201eRechte\u201c gegen etwas sind, dann schlussfolgern wohl manche \u201eLinke\u201c, dass man daf\u00fcr sein muss. Da kann man sich sogar das Lesen des betreffenden Werks sparen.<\/p>\n<p>Die Gesellschaft ist tief gespalten, und davon profitieren immer die Herrschenden, die Angst davor haben m\u00fcssen, dass eine gemeinsame Widerstandsfront gegen die Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung entsteht. Deshalb sind sie auch an der Unvers\u00f6hnlichkeit der Auseinandersetzung um die Migration interessiert und daran, dass sie wie ein spontanes Resultat pl\u00f6tzlicher Aufwallungen von Humanit\u00e4t versus Fremdenfeindlichkeit erscheint. Im aktuellen Glaubenskrieg scheint es nur m\u00f6glich, sich den Gegnern oder Bef\u00fcrwortern anzuschlie\u00dfen: \u201ealle raus\u201c oder \u201ealle rein\u201c? Aber geht es wirklich darum, um \u201enaive Gutmenschen\u201c einerseits und \u201eegoistische Rassisten\u201c andererseits? Die Wahrheit liegt wie fast nie \u201eirgendwo dazwischen\u201c, sondern wie meist auf einer anderen Ebene.<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz 2018, von einem Migrationspakt war \u00f6ffentlich noch keine Rede, schrieben wir im \u201eFreidenker\u201c, dass die in Davos zum \u201eWeltwirtschaftsforum\u201c Versammelten den \u201egr\u00f6\u00dferen Wettbewerbsdruck am Arbeitsmarkt\u201c voll auskosten wollen. Wir wiesen auf den Journalisten Norbert Haering hin, der ein Papier des Forums (aus 2013) entdeckt hat: <em>\u201eWarum Migration gut f\u00fcrs Gesch\u00e4ft ist\u201c,<\/em> so der offenherzige Titel. Worum geht es? <em>\u201eIm Interesse der Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Unternehmen und des Wirtschaftswachstums\u201c soll ein international vagabundierendes Lumpenproletariats in jeden Winkel der Erde \u201emigrieren\u201c und seine Haut dort zu Markte tragen, wo es dem Gro\u00dfkapital die maximalen Profite bringt!<\/em> Und wir kommentierten: <em>Spaltung der Bev\u00f6lkerung durch eine \u201eWillkommenskultur\u201c im Profitinteresse \u2013 das ist die Perversion von Humanit\u00e4t.<\/em><\/p>\n<p>Im Juni 2018 konnte man erleben, warum sich Volkswirt Hans-Werner Sinn \u00fcber einen Zustrom von Migranten freut. Er gab seinen Einfall zum Besten: \u201e<em>Den Mindestlohn abschaffen, aufweichen, reduzieren, um \u201eFl\u00fcchtlinge zu integrieren\u201c.<\/em> Davon w\u00fcrden die \u201eoberen Schichten\u201c profitieren, die dann keine 10 Euro Tariflohn mehr f\u00fcr die Putzhilfe zahlen m\u00fcssten, weil die Differenz von 3,50 Euro bis zum Hartz IV-Satz der Steuerzahler drauflegen muss.<\/p>\n<p>Anfang November 2018 legte Arbeitgeberpr\u00e4sident Ingo Kramer nach, und forderte die Anwerbung ungelernter Arbeiter aus dem Ausland, um das Lohnniveau zu dr\u00fccken. Aus dem Niedriglohn direkt in die Altersarmut, scheint das Motto. Es geht also immer noch eine Drehung zynischer in diesem <em>\u201eLand, in dem wir gut und gerne leben\u201c<\/em>: Dumping-Konkurrenz f\u00fcr die Schw\u00e4chsten, man k\u00f6nnte meinen, solche Experten arbeiten an einem Stimmenvermehrungsprogramm der AfD.<\/p>\n<p>Ganz in diesem Sinne will der UN-Migrationspakt die <em>\u201eregionale und regionen\u00fcbergreifende Arbeitskr\u00e4ftemobilit\u00e4t erleichtern im Einklang mit den nationalen Priorit\u00e4ten, den Bed\u00fcrfnissen des \u00f6rtlichen Marktes und dem Qualifikationsangebot\u201c.<\/em> Zum Trost und als Vorzug wird angepriesen, dass der Pakt <em>\u201eweltweit internationale Standards f\u00fcr die Migration\u201c<\/em> setzen wird. Merkw\u00fcrdig blo\u00df, dass Kanzlerin Merkel darauf beharrt: <em>\u201eDieser Migrationspakt ist rechtlich nicht bindend, und deshalb steht Deutschland dazu.\u201c<\/em> Bindet er blo\u00df Deutschland nicht, alle anderen L\u00e4nder aber doch? Mir f\u00e4llt da nur Inspektor Columbo ein: \u201eEine Frage h\u00e4tte ich da noch \u2013 ist der UN-Migrationspakt verpflichtend, wenn in ihm 84-mal \u201aWir verpflichten uns\u2018 steht?\u201c Ein Recht, nicht migrieren zu m\u00fcssen, wurde ebenso wenig in den Pakt aufgenommen wie die konkrete Bek\u00e4mpfung der Ursachen von Flucht und Migration.<\/p>\n<p>In der Debatte werden beliebig Asyl, Flucht und Migration durcheinandergebracht und vermischt, obwohl sie klar unterschieden sind. Und unterschieden werden m\u00fcssen, besonders im Interesse der unterschiedlichen Personengruppen. \u201ePolitisch Verfolgte genie\u00dfen Asylrecht\u201c, steht im Grundgesetz, Art. 16a (zumindest seit 1993, wenn sie nicht \u00fcber ein \u201esicheres Drittland\u201c einreisen). Gerade dar\u00fcber wird die \u201eFl\u00fcchtlingswelle\u201c hinweggerollt, weil man von dem Grundrecht im Grunde nichts mehr wissen will. Entweder, wie Friedrich Merz, der es im Zuge der \u201eEU-Harmonisierung\u201c zur Disposition stellen will, oder indem es als \u201eLehre aus dem Faschismus\u201c zwar stehen bleibt, aber durch die Rechtsstaatspraxis zunehmend ausgeh\u00f6hlt wird, zwischen 1 und 2% liegt die Anerkennungsquote. Ein drastisches Beispiel sind die \u201eMassenr\u00fcckschiebungen\u201c von Sinti und Roma, f\u00fcr die wir nach deren Behandlung zwischen 1933 und 1945 eine besondere moralische Verpflichtung empfinden m\u00fcssten. So erweist sich auch das \u201efreundliche Gesicht\u201c, von dem Merkel schwadroniert und das \u201eDeutschland 2015 in einer Ausnahmesituation\u201c gezeigt habe, als falsche Maskerade, hinter der sich Inhumanit\u00e4t verbirgt.<\/p>\n<p>Die zweite Gruppe sind die sogenannten \u201eB\u00fcrgerkriegsfl\u00fcchtlinge\u201c, der nach der Genfer Fl\u00fcchtlingskonvention von 1951 \u201etempor\u00e4rer Schutz\u201c zusteht, in Deutschland \u201ekleines Asyl\u201c genannt. Auch hier erweisen sich die Schw\u00fcre \u00fcber die \u201eBek\u00e4mpfung der Fluchtursachen\u201c als Sonntagsreden.<\/p>\n<p>Kein Krieg der \u201ewestlichen Wertegemeinschaft\u201c, der in den letzten Jahrzehnten nicht gutgehei\u00dfen, logistisch oder mit eigenem Mordwerkzeug unterst\u00fctzt worden w\u00e4re. Eine besondere Infamie sind die Wirtschaftssanktionen gegen Syrien, mit denen die Bev\u00f6lkerung ausgehungert wird, um sie gegen das \u201eRegime aufzubringen\u201c. Die n\u00e4chste Infamie ist die K\u00fcrzung von Finanzzuwendungen f\u00fcr die UN-Fl\u00fcchtlingslager in den Nachbarl\u00e4ndern, damit auch hier der Hunger zur Flucht zwingt. Zum Dritten sind die Waffenexporte nach Saudi-Arabien zu erw\u00e4hnen, das damit die Bev\u00f6lkerung im Jemen abschlachtet.<\/p>\n<p>Im Pakt wird Migration grunds\u00e4tzlich als normal und positiv gesehen: <em>\u201eMigration war schon immer Teil der Menschheitsgeschichte, und wir erkennen an, dass sie in unserer globalisierten Welt eine Quelle des Wohlstands, der Innovation und der nachhaltigen Entwicklung darstellt.\u201c<\/em> Das ist aus mindestens zwei Gr\u00fcnden falsch. \u201eNormal\u201c ist nicht die Migration, sondern die Sesshaftigkeit, n\u00e4mlich f\u00fcr \u00fcber 99% der Weltbev\u00f6lkerung. Und die verhei\u00dfenen Segnungen treffen h\u00f6chstens auf die Minderheit der wirtschaftlich M\u00e4chtigen in den Aufnahmel\u00e4ndern zu, f\u00fcr die anderen sind soziale Versch\u00e4rfungen die Folge. Es wird auch negiert, dass Migration nicht freiwillig stattfindet, sondern aus schierer Not. Bei dem Pakt und seinen Sch\u00f6nrednern gewinnt man den Eindruck, es ginge um die Buchung einer Kreuzfahrt mit dem Traumschiff. Ignoriert werden die Verwerfungen und dramatischen Folgen f\u00fcr die Herkunftsl\u00e4nder.<\/p>\n<p>Der Wiener Verleger und Autor Hannes Hofbauer hat das Buch \u201eKritik der Migration\u201c geschrieben, und daraus bei verschiedenen Veranstaltungen auch in Deutschland gelesen. Er argumentiert: <em>\u201eBulgarien hat in den vergangenen 25 Jahren 41% seiner aktiven Bev\u00f6lkerung zwischen 25 und 40 Jahren verloren. Rechte Medien sehen nun im Migranten den Hauptfeind, obwohl er das gr\u00f6\u00dfte Opfer dieser ungleichen Entwicklung auf der Welt ist. Und die Linke verharrt in einer Art Schockstarre.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Neben einer vergleichsweise geringen Zahl der vor Verfolgung Fl\u00fcchtenden und einer gestiegenen Zahl jener, die vor Kriegen fl\u00fcchten flieht die weit \u00fcberwiegende Zahl aber aus wirtschaftlicher, oft existenzieller Not. Auch hier sind die westlichen L\u00e4nder systematisch dabei, die zur Flucht f\u00fchrenden Gr\u00fcnde massiv und systematisch zu versch\u00e4rfen. Migration ist also keine \u201efreie Wahl\u201c, sondern Ausdruck von Ungleichheit \u2013 der Einkommen, Verm\u00f6gen und der Lebenschancen.<\/p>\n<p>Nach der Finanzkrise 2008 entdeckte das globale Gro\u00dfkapital ein neues begehrtes Spekulations- und Anlageobjekt: Ackerland. Sch\u00e4tzungsweise 300 Mio. Hektar Ackerland wurden seither von ausl\u00e4ndischen Gro\u00dfinvestoren aufgekauft oder langfristig gepachtet, die zuvor ortsans\u00e4ssigen Kleinbauern werden gr\u00f6\u00dftenteils unter Milit\u00e4rgewalt vertrieben. Unter dem verlogenen Titel \u201ePartnerschaftsabkommen\u201c hat die Europ\u00e4ische Union diese mit \u00fcber 30 L\u00e4ndern Afrikas und der Karibik abgeschlossen \u2013 tats\u00e4chlich Freihandelsabkommen, um die M\u00e4rkte f\u00fcr Produkte gro\u00dfer Konzerne der EU und \u00fcberproduzierte europ\u00e4ische Landwirtschaftsprodukte \u00f6ffnen. Die lokalen M\u00e4rkte k\u00f6nnen dieser Konkurrenz nicht standhalten. Hunderttausende Bauern k\u00f6nnen ihre eigenen Produkte, z.B. aus der H\u00fchnerzucht, nicht mehr verkaufen, da sie gegen\u00fcber den subventionierten, importierten Tiefk\u00fchlh\u00fchnern aus der EU zu teuer sind. Die Bauern verlieren ihre Lebensgrundlage, ihre S\u00f6hne und T\u00f6chter k\u00f6nnen auf dem heimischen Agrarsektor nicht \u00fcberleben, sie versuchen, sich als Migranten nach Europa durchzuschlagen.<\/p>\n<p>Auf Kosten ihrer Herkunftsl\u00e4nder gut ausgebildete junge Menschen sollen zu \u201euns\u201c kommen, womit \u201ewir\u201c uns die Ausbildungskosten sparen k\u00f6nnen, w\u00e4hrend die Herkunftsl\u00e4nder ausgeblutet und ihrer bescheidenen Entwicklungsm\u00f6glichkeiten zus\u00e4tzlich beraubt werden. Die US-Gro\u00dfbank Citi schw\u00e4rmt: <em>\u201eMigranten kommen mit Ausbildung und Erziehung, f\u00fcr die das Ursprungsland bezahlt hat. Sie nehmen weniger Sozialleistungen in Anspruch und bekommen weniger staatliches Geld als B\u00fcrger des Landes und sie sind in aller Regel im arbeitsf\u00e4higen Alter\u201c.<\/em><\/p>\n<p>Reaktion\u00e4ren wie Friedrich Merz oder den vorgeblichen Gegnern des Migrationspakts geht es um dasselbe: sie wollen, dass die Fl\u00fcchtlinge \u201euns\u201c n\u00fctzen. Chauvinistische Parolen, dass eine \u201eUmvolkung\u201c, gar ein \u201eV\u00f6lkermord\u201c drohten, sind nur Fassade \u2013 daher sollten insbesondere AfD-W\u00e4hler aufpassen: Diese Partei ist nur zum Schein gegen Migration, aber nicht wirklich. Auf die Karnevalisten-Frage: \u201eWolle mer se reilasse?\u201c antworten sie: Aber immer, vorausgesetzt, uns (\u00fcbersetzt: den Kapitalisten) n\u00fctzt es.<\/p>\n<p>Die neuartige \u201eFl\u00fcchtlingswelle\u201c haben die Herrschenden selber durch Kriege, Regierungsumst\u00fcrze und durch den Entzug der Lebensgrundlage ganzer V\u00f6lker verursacht. Zur Fortsetzung ihrer Politik der weltweiten Ausbeutung, mit der sie systematisch andere L\u00e4nder zerst\u00f6rt und ruiniert haben, sollen jetzt die Arbeiter in Deutschland, in Europa \u201eSolidarit\u00e4t\u201c zeigen. Das w\u00e4re eine Solidarit\u00e4t mit den Profiteuren, die weder etwas zur Schadensbegrenzung beitragen, noch auf ihre Politik der neoliberalen Ausbeutung und Eroberung verzichten wollen, und die nat\u00fcrlich auch kein Geld in die Hand zu nehmen gedenken, um den angerichteten Schaden wiedergutzumachen.<\/p>\n<p>Unter dem Diktat der Finanzoligarchie werden die neuen, letztlich neoliberalen Argumente f\u00fcr offene Grenzen von Liebedienern der Konzerninteressen propagiert, die zu versch\u00e4rfter Ausgrenzung wie Ausbeutung f\u00fchren \u2013 es geht mitnichten um Freiheit, sondern um institutionalisierte Herrschaft.<\/p>\n<p>Als Sahra Wagenknecht einen Beitrag des schon erw\u00e4hnten Norbert Haering empfahl, wurde ihr das als \u201eSkandal\u201c angekreidet. Die \u201eskandal\u00f6se\u201c Schlussfolgerung des inkriminierten Journalisten lautet: <em>\u201eF\u00f6rderung der Arbeitsmigration nach der Fa\u00e7on der im Weltwirtschaftsforum organisierten Gro\u00dfkonzerne, wie sie sich im UN-Migrationsabkommen niederschl\u00e4gt, schadet sowohl den Arbeitnehmern in den Ziell\u00e4ndern als auch den Herkunftsl\u00e4ndern der Migranten. Nutznie\u00dfer sind die Unternehmen und Kapitalbesitzer in den Industriel\u00e4ndern. Linke Parteien, die so etwas mittragen, sind dem Untergang geweiht und haben ihn verdient.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Die vermeintlich \u201elinken\u201c Open-Border-Aktivisten, die der bedingungslosen Einwanderung das Wort reden, tr\u00e4umen von der \u201e\u00dcberwindung\u201c des Nationalstaats, den sie \u201egestrig\u201c nennen. Nach dessen \u00dcberwindung g\u00e4be es aber keine Institutionen mehr, die die Wirtschaft kontrollieren, die soziale Schutzgesetze erlassen k\u00f6nnten. Die Verteidigung des Sozialstaates und sozialer Errungenschaften funktioniert nur im Rahmen des Nationalstaats. Die nationalen Parlamente als Adressaten von Forderungen und K\u00e4mpfen f\u00fcr soziale Verbesserungen w\u00e4ren dann auch \u201e\u00fcberwunden\u201c. F\u00fcr die Globalisierer sind das paradiesische Zust\u00e4nde, sie haben ja die Weltbank und den IWF. Grenzen sind dem Kapital ein Dorn im Auge, es will billige Arbeitskr\u00e4fte f\u00fcr eine gr\u00f6\u00dfere Reservearmee, um den Druck auf die L\u00f6hne weiter zu steigern. So erscheint die \u201eOpen Border-Fraktion\u201c als links drapierte Kampftruppe f\u00fcr die neoliberale Globalisierung.<\/p>\n<p>Deshalb ist aus meiner Sicht ein entschiedenes NEIN zu diesem Migrationspakt der Banken und Konzerne sowohl im Interesse der Lohnabh\u00e4ngigen in Deutschland wie auch im Interesse der internationalistischen Solidarit\u00e4t mit allen Ausgebeuteten und Unterdr\u00fcckten.<\/p>\n<p><em>Quelle der Erstver\u00f6ffentlichung:<\/em> <a href=\"https:\/\/kenfm.de\/tagesdosis-30-11-2018-un-migrationspakt-auf-bestellung-der-banken-und-konzerne\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/kenfm.de\/tagesdosis-30-11-2018-un-migrationspakt-auf-bestellung-der-banken-und-konzerne\/<\/a><\/p>\n<p>Der Beitrag ist auch auf YouTube verf\u00fcgbar: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0ZnYKPamHzM\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0ZnYKPamHzM<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>Bildquelle: Screenshot der Videover\u00f6ffentlichung bei <a href=\"https:\/\/kenfm.de\/tagesdosis-30-11-2018-un-migrationspakt-auf-bestellung-der-banken-und-konzerne\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">KenFM<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Rubrik Tagesdosis wurde am 30.11.2018 bei KenFM der Kommentar\u201eUN-Migrationspakt \u2013 auf Bestellung der Banken und Konzerne\u201c von Klaus Hartmann, Vorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes, ver\u00f6ffentlicht.  Dieser Beitrag ist auch als Freidenker-Brief 4-2018 am 01.12.2018 erschienen.<br \/>\nAm UN-\u201ePakt f\u00fcr eine sichere, geordnete und regul\u00e4re Migration\u201c scheiden sich die Geister. Die Unterzeichnung soll am 10. und 11.12.2018 in Marrakesch (Marokko) stattfinden. \u201eDie rechten, nationalistischen Kr\u00e4fte mobilisieren gegen die Unterzeichnung\u201c, so hei\u00dft es Land auf, Land ab in Unternehmer-Postillen, regierungsnahen wie linksliberalen Bl\u00e4ttern sowie auch in sich explizit links verstehenden Medien.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":5581,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","advanced_seo_description":"","jetpack_seo_html_title":"","jetpack_seo_noindex":false,"jetpack_post_was_ever_published":false,"footnotes":""},"categories":[341,13],"tags":[1084,338,64,61,1090,403,1089],"class_list":["post-5577","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-freidenker-brief","category-frieden-antifaschismus-solidaritaet","tag-fluechtlinge","tag-freidenker-brief","tag-kenfm","tag-klaus-hartmann","tag-menschrechte","tag-migration","tag-un"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/kenfm_30112018_tagesdosis_hartmann.jpg?fit=800%2C445&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9stpK-1rX","jetpack-related-posts":[{"id":1146,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=1146","url_meta":{"origin":5577,"position":0},"title":"Freidenker-Brief 3-2016: Freidenker-Verbandstag und KenFM-Interview mit Klaus Hartmann","author":"Webredaktion","date":"7. 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Juni 2018","format":false,"excerpt":"In der Rubrik Tagesdosis wurde am 15.06.2018 bei KenFM der Beitrag \u201eGipfelst\u00fcrme(r): Trump als russischer Agent entlarvt\u201c von Klaus Hartmann, Vorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes, ver\u00f6ffentlicht. Auch Genie\u00dfen will gelernt sein. Ohne M\u00fche und ohne exakte Information kommt man nicht ans Ziel. 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