{"id":5437,"date":"2018-09-17T23:05:01","date_gmt":"2018-09-17T21:05:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.freidenker.org\/?p=5437"},"modified":"2018-12-15T14:50:34","modified_gmt":"2018-12-15T13:50:34","slug":"der-mensch-als-auslaufmodell-ueber-die-ideologie-des-it-kapitals","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=5437","title":{"rendered":"Der Mensch als Auslaufmodell \u2013 \u00fcber die Ideologie des IT-Kapitals"},"content":{"rendered":"<p>Aus: <a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=5422\">\u201eFREIDENKER\u201c Nr. 3-18<\/a>, September 2018, S. 52-61, 77. Jahrgang<\/p>\n<p><em>von <strong>Werner Seppmann<\/strong><\/em><strong><em><br \/>\n<\/em><\/strong><\/p>\n<pre>Rede auf der Wissenschaftlichen Konferenz des Deutschen Freidenker-Verbandes am 28.04.2018 in Hannover<\/pre>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p><strong>\u201eIn der Entwicklung der Produktivkr\u00e4fte tritt eine Stufe ein, auf welcher Produktionskr\u00e4fte und Verkehrsmittel hervorgerufen werden, welche unter den bestehenden Verh\u00e4ltnissen nur Unheil anrichten, welche keine Produktionskr\u00e4fte mehr sind, sondern Destruktionskr\u00e4fte.\u201c<br \/>\n<\/strong>(Karl Marx)<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vor einem Jahrzehnt h\u00e4tte ich es kaum f\u00fcr m\u00f6glich gehalten, dass\u00a0 Marxens Wort, \u00fcber die Kritik der Religion als Voraussetzung aller Kritik einen neuen Aktualit\u00e4tsschub erhalten w\u00fcrde. Denn es spricht ja nicht nur der Mitgliederschwund der etablierten Kirchen f\u00fcr einen Trend des Bedeutungsverlustes des Religi\u00f6sen, sondern auch der deutlich verminderte Zulauf zu den diversen Sekten. Als gl\u00e4ubig bezeichnet sich in der BRD nur noch eine Minderheit der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Aber zur Entwarnung besteht dennoch kein Anlass. Und nicht nur, weil die kirchlichen Institutionen immer noch einen gro\u00dfen gesellschaftlichen Einfluss haben, sondern vor allem auch, weil diverse Formen eines quasi-religi\u00f6sen Aber- und Wunderglaubens weit verbreitet sind. Seinen sichtbaren Ausdruck findet diese Tatsache in einem <em>prosperierenden Esoterik-Markt<\/em>. Es wird angeboten und findet betr\u00e4chtlichen Zuspruch, was emotionalen Halt in einer als krisenhaft und verunsichernd erlebten Welt verspricht. Das Irrationale fungiert als \u201eGeist geistloser Zust\u00e4nde\u201c (Marx). Regelm\u00e4\u00dfig finden in gro\u00dfen St\u00e4dten Esoterik-Messen statt und in sogenannten \u201egutsortierten Buchhandlungen\u201c sind die \u00fcberquellende Regale mit Literatur un\u00fcbersehbar geworden, die eine esoterische \u201eSinn\u201c-Suche, aber auch die Bed\u00fcrfnisse nach Wunderglauben und mythischen Ursprungskulten befriedigen.<\/p>\n<p>Die Spiritualismus-Branche bildet ein millionenschweres Bet\u00e4tigungsfeld weil f\u00fcnfzig Prozent der Deutschen von der Existenz au\u00dferirdischen Wesen \u00fcberzeugt sind, zwanzig Prozent Kontakte mit dem Jenseits f\u00fcr m\u00f6glich halten und jeder siebte (West-) Bundesb\u00fcrger an Magie und Hexerei glaubt.<\/p>\n<p>Noch deutlicher zeigen sich solche Regressionstendenzen in den Vereinigten Staaten: Wir wissen (noch) nicht, wie der Pr\u00e4sident Trump es mit den Engeln und Teufeln h\u00e4lt, jedoch Pr\u00e4sident Bush jr. berief sich auf g\u00f6ttliche \u201einnere Stimmen\u201c, um seine imperialen Feldz\u00fcge zu legitimieren. Aber in den USA ist ja nicht nur der Pr\u00e4sident ein intellektueller Irrl\u00e4ufer: Jeder sechste Biologielehrer ist gl\u00fchender Anh\u00e4nger des Kreationismus und lehrt die biblische Sch\u00f6pfungsgeschichte zumindest gleichberechtigt mit der Evolutionslehre. Die US-Pr\u00e4sidenten sind ebenso wie die Biologie-Lehrer somit repr\u00e4sentativer Ausdruck des verbreiteten Irrationalismus innerhalb der Gesellschaft der imperialistischen F\u00fchrungsmacht, in der, einer Meinungsumfrage des Magazins Time zufolge, fast 70 Prozent an die Existenz von Engeln glauben. Eine andere Erhebung dokumentierte, dass 50 Prozent von der Realit\u00e4t von UFOs und der Anwesenheit von extraterrestrischen Wesen auf der Erde \u00fcberzeugt sind.<\/p>\n<h5>Computerreligion<\/h5>\n<p>Aber auch die Silicon-Valley-Ideologie, also der Glauben an die Wunderwirkungen der informationstechnologischen Revolution ist eine Facette dieses quasireligi\u00f6sen Restaurationsprozesses.<\/p>\n<p>Auf der untersten Ebene der Computerreligion geht es um die Hoffnung, dass sich auf rein technologischer Grundlage alle sozialen und zivilisatorischen Probleme l\u00f6sen lie\u00dfen. Lasst uns nur machen, lautet die Parole der IT-Kapitalisten, legt uns keine regulatorischen Steine in den Weg \u2013 und alle werden davon profitieren! Aber wie gesagt ist das nur die unterste Ebene digitaler Erl\u00f6sungsideologien, denn dar\u00fcber erhebt sich das riesige Geb\u00e4ude der Hoffnungen auf eine sogenannte <em>K\u00fcnstliche Intelligenz (KI)<\/em>.<\/p>\n<p>Ihren Kern bilden technologisch determinierte Allmachtsphantasien, die letztlich im Plan zur Schaffung eines neuen Menschen kulminieren, der sich auch der Unsterblichkeit erfreuen soll: Es geht um die Gottwerdung des Menschen, wie nicht nur Kritiker des Digitalisierungsimperialismus bemerkt haben, denn dieser Anspruch wird auch von einflussreichen Computer-Ideologen aus den Zentren des IT-Kapitals formuliert. Es gehe nach den Worten von Ray Kurzweil, von dem wir noch einiges h\u00f6ren werden, darum durch K\u00fcnstliche Intelligenz das Weltall \u201eaufzuwecken\u201c. Das komme, so Kurzweil, der nicht zuf\u00e4llig Chefentwickler bei der Datenkrake Google ist, \u201eGott schon ziemlich nahe.\u201c Der gegenw\u00e4rtige Mensch mit seinen angeblich begrenzten intellektuellen Kapazit\u00e4ten und vor allem seinem defizit\u00e4ren K\u00f6rper in Kombination mit seiner Sterblichkeit sei deshalb als Auslaufmodell anzusehen und die Vorstellungswelt des traditionellen Humanismus hinf\u00e4llig geworden.<\/p>\n<p>Dieses <em>\u201eEnde des Humanismus\u201c<\/em> wird nicht zuf\u00e4llig zu einem Zeitpunkt postuliert, in der un\u00fcbersehbar geworden ist, dass die kapitalistischen Expansionsgesellschaften auf allen \u00f6konomischen, sozialen und kulturellen Feldern immer gr\u00f6\u00dfere Widerspr\u00fcche produzieren und gleichzeitig ihre Probleml\u00f6sungskompetenz immer fragw\u00fcrdiger wird. Menschengem\u00e4\u00dfe Existenzbedingungen scheinen sie nicht mehr garantieren zu k\u00f6nnen. Da kommt die Aufk\u00fcndigung eines humanistischen Selbstanspruchs mehr als gelegen, denn es ist ein willkommener Nebeneffekt dieser Orientierungen f\u00fcr den herrschenden Block, dass mit der Diskriminierung normativer Perspektiven die Grundlagen f\u00fcr eine radikale Gesellschaftskritik zerst\u00f6rt werden.<\/p>\n<p>Die Zukunft geh\u00f6re jedenfalls \u2013 so das Postulat \u2013 der k\u00fcnstlichen, also einer <em>biologisch unvermittelten<\/em> Intelligenz, die aller bisherigen Leistungsf\u00e4higkeit des Menschen unendlich \u00fcberlegen sei. Kurzweil, einer der einflussreichsten Propagandisten dieses sogenannten <em>Transhumanismus, <\/em>ist \u00fcberzeugt, dass Ende der 2020er Jahre das menschliche Gehirn komplett erforscht sein wird, und es dadurch m\u00f6glich w\u00fcrde, nichtbiologische Systeme zu erschaffen, welche dem Menschen am Komplexit\u00e4t in nichts nachst\u00fcnden. Die Voraussetzung aber w\u00e4re, dass \u201ewir unsere Biologie immer mehr ablegen und computer\u00e4hnlich werden und uns mit den Computern verbinden.\u201c (Kurzweil)<\/p>\n<p>Wir wollen festhalten, dass nach Meinung dieses Transhumanismus-Ideologen nicht der Computer nach Menschenma\u00df zu gestalten sei, sondern <em>der Mensch immer computer\u00e4hnlicher werden m\u00fcsste<\/em>. Faktisch soll also der \u00fcbliche Weg kapitalistischer Maschinentechnologie mit ihrer Grundtendenz einer Unterordnung und Reglementierung\u00a0 der Arbeitenden konsequent fortgef\u00fchrt und perfektioniert werden, Herrschaft l\u00fcckenlos durch die technologische Anordnung gesichert werden.<\/p>\n<p>Dieses Begehren korrespondiert mit dem gesellschaftlichen Umgang mit dem Computer und einer Bereitschaft, das Verhalten auch bei existenziellen Konstellationen dem Rechner unterzuordnen, ihn als Akteur anzuerkennen, seine Ergebnisse zu akzeptieren, auch ohne Wissen \u00fcber die Grundlagen und Regeln seiner \u201eUrteils\u201c-Findung. Diese verbreitete Unterwerfungsbereitschaft l\u00e4sst Schlimmes bef\u00fcrchten: Dass in der Zukunft der Computer \u201eden Menschen ersetzen\u201c kann, wird umso wahrscheinlicher, je schneller solche Anpassung des Menschen an die Maschinenlogik voranschreitet. Es sind bisher mehr als nur zaghafte Schritte in diese Richtung gemacht worden. Auch korrespondiert das Begehren, den Menschen den Maschinen anzugleichen mit der verbreiteten Bereitschaft, sich mit Hilfe digitaler Apparaturen selbst zu \u201eoptimieren\u201c, um seine Position im universellen Konkurrenzkampf verbessern zu k\u00f6nnen. Bereitwillig wird der Marketingparole geglaubt, dass jeder zum \u201eSupermenschen\u201c mit entgrenztem Leistungsverm\u00f6gen werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Bei dem Bem\u00fchen, die Entwicklung eines vollst\u00e4ndig <em>maschinenkompatiblen Menschen<\/em> voran zu treiben, spielt wieder einmal der milit\u00e4risch-industrielle Komplex eine Vorreiterrolle: Seine Entscheidungstr\u00e4ger investieren viel Geld und Energie zur Verbesserung von \u201eMensch-Maschine-Interaktionen\u201c, damit sichergestellt wird, dass die Menschen jeglichen Skrupel, ebenso wie ihre \u00c4ngste verlieren und bedenkenlos den maschinenvermittelten Imperativen folgen. Es soll gelingen, wogegen sich Delfine erfolgreich \u201everweigert\u201c haben: Solange ihnen Minenattrappen auf den R\u00fccken gebunden wurden, konnten sie durch Dressur dazu gebracht werden, in die \u201efeindlichen Linien\u201c hinein zu schwimmen. Beim Einsatz funktionsf\u00e4higer Sprengs\u00e4tze \u201everweigerten\u201c sie sich diesem Ansinnen! So falsch d\u00fcrfte das Kalk\u00fcl von Milit\u00e4rs nicht sein, dass es einfacher ist, Menschen f\u00fcr solche Selbstmordaktionen zu programmieren.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens standen solche Anpassungsaufgaben schon am Beginn der Computerentwicklung. Der erste kommerzielle Gro\u00dfrechner von IBM war f\u00fcr das US-Milit\u00e4r bestimmt. Sein Programm sollte das Bedienungspersonal an den Abschussrampen der Atomraketen auch im Falle eines Angriffs soweit \u201estabilisieren\u201c, dass sie den \u201eGegenschlag\u201c noch ausf\u00fchren konnten.<\/p>\n<h5>Unsterblichkeitsmythologie<\/h5>\n<p>Auf diesem Weg der vollst\u00e4ndigen maschinenkompatiblen Formatierung menschlicher Verhaltens- und Reaktionsmuster sei es nach Ansicht von Kurzweil unverzichtbar, \u201eunsere Biologie immer mehr abzulegen und computer\u00e4hnlicher zu werden\u201c. Noch einmal wird die Trennung von Leib und \u201eSeele\u201c im Sinne der christlichen Dogmatik durchdekliniert. Verbunden ist diese ideologische Positionierung mit dem Versprechen, dass als Effekt dieser Entwicklung dann auch die Unsterblichkeit des Menschen, in dem Sinne w\u00e4re, dass zun\u00e4chst sein \u201eGeist\u201c im Kosmos der Computersysteme weiter leben w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Solche ebenso spektakul\u00e4ren wie spekulativen Prophezeiungen werden zwar gerne von den Medien aufgegriffen und m\u00f6gen auch nicht wenige Menschen \u00fcberzeugen, haben jedoch den nicht geringen Nachteil, dass sie mit realistischen Einsch\u00e4tzungen der Entwicklungsperspektiven der K\u00fcnstlichen Intelligenz nicht \u00fcbereinstimmen. Aber gerade weil dieser neue Sch\u00f6pfungsmythos ein reines Glaubenskonstrukt ist, das sich an keiner Realit\u00e4t bew\u00e4hren muss, besitzen die transhumanistischen Prophezeiungen eine gro\u00dfe Ausstrahlungskraft, auch wenn sie wenig oder fast nichts mit der Realit\u00e4t der Forschungen \u00fcber die k\u00fcnstliche Intelligenz zu tun haben \u2013 und noch weniger mit der Gehirnforschung auf die sich die KI-Mythologie begr\u00fcndend beruft.<\/p>\n<p>Nach dem Stand der Dinge ist Grundlage dieser Phantasien einzig und allein der gewaltige Anstieg der Rechen- und Speicherkapazit\u00e4ten des Computers &#8211; und alle Hoffnungen werden auf die weitere Potenzierung der Rechnerkapazit\u00e4ten gesetzt. Jedoch ist keine der KI-Phantasten in der Lage zu benennen welche neuen Erkenntnisse und Entwicklungsfortschritte jenseits einer weiteren Potenzierung der Rechnerleistungen erforderlich w\u00e4ren, um zumindest eine Gleichwertigkeit der Computer-Intelligenz mit humaner Intelligenz zu erreichen.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich ist es so, dass menschliches Bewusstsein und Intelligenz f\u00fcr die seri\u00f6se Forschung immer noch ein Buch mit sieben Siegeln ist. Jedenfalls reicht eine Beschreibung der Aktivit\u00e4ten, die sich in den bunten Bildern des Gehirnscreenings erkennen lassen nicht aus, um die entscheidenden Frage zu beantworten. Computerbilder erm\u00f6glichen es zwar, die formalen Abl\u00e4ufe von Gehirnt\u00e4tigkeit zu beschreiben, ohne jedoch dass evident ist, was sie essenziell bedeuten.<\/p>\n<p>Zwar wird bei den elektronischen Abbildungsverfahren der Eindruck erweckt, dass man die Gehirn-\u201cT\u00e4tigkeit\u201c direkt verfolgen k\u00f6nne und so wie bei einer R\u00f6ntgen-Aufnahme die Knochen, nun reale Gehirnstr\u00f6me sichtbar w\u00fcrden. Aber dem ist nicht so, denn was sichtbar wird, ist ein Konstrukt, das Ergebnis digital verarbeiteter Einzelinformationen.<\/p>\n<p>Im Endeffekt sind Neuroimaging-Bilder keine Abbildungen des\u00a0 t\u00e4tigen Gehirns, sondern das Ergebnis einer Vielzahl von digitalen Prozess-Schritten, angefangen mit der Verarbeitung der Scanner-Rohdaten bis hin zu den abschlie\u00dfenden statistischen Berechnungen. Sachlich angemessener m\u00fcsste deshalb von einer Illustration neuronaler Vorg\u00e4nge gesprochen werden. Dieses\u00a0 Verfahren gibt keine Antwort darauf, was Bewusstsein ist und noch weniger, wie Intelligenz entsteht oder was ihre unverzichtbaren Voraussetzungen sind.<\/p>\n<p>Hinzu kommt, dass eine ganze Reihe der Programme, die bei deren bildhaften Konstruktion zum Einsatz kommen, als sehr fehlerhaft gelten. Dennoch werden mit ihrer Hilfe eine ganze Reihe Analyseschritte vollzogen, bei der die Computerregeln die sp\u00e4ter sichtbaren Konstrukte stark beeinflussen. Das unscharfe Maschinenbild tritt an die Stelle realer Differenzierungsprozesse: Unber\u00fccksichtigt bleiben Wirklichkeitsfacetten, die durch den Raster der \u201eComputerlogik\u201c fallen.<\/p>\n<h5>Physikalismus<\/h5>\n<p>Hoffnungen, dass eine potenzierte Leistungsf\u00e4higkeit der elektronischen Maschinen ausreicht, um \u201eIntelligenz\u201c zu entwickeln, kann jedenfalls nur haben, wer ein reduktionistisches Menschenbild besitzt wie es von der Kybernetik und dem Behaviorismus vertreten wird, von denen Subjekte auf blo\u00dfe Funktionsautomaten reduziert und der \u201elernende Organismus\u201c mit den Reaktionsmustern von Laborratten gleichsetzt wird. Voraussetzung daf\u00fcr ist es, das Menschsein auf rein physikalische Funktionsweisen und die formalen Aufbauprinzipien seines Gehirns zu reduzieren.<\/p>\n<p>Mit welcher Leichtfertigkeit das geschieht, demonstriert gegenw\u00e4rtig der in den USA t\u00e4tige Physiker Max Tenmark, dessen PR-Parolen f\u00fcr sein neues Buch medial bereitwillig aufgegriffen werden. Zwar konzediert er, dass es momentan keine k\u00fcnstliche Intelligenz g\u00e4be (in der Regel h\u00f6rt man ja etwas Anderes!), aber das wolle nicht viel hei\u00dfen, denn deren Schaffung sei doch letztlich eine einfache \u00dcbung, denn \u2013 so Tenmark (2017 in einem Gespr\u00e4ch mit der <em>Frankfurter Allgemeinen Zeitung<\/em>) \u2013 haben wir \u201euns Intelligenz traditionell als etwas Mysteri\u00f6ses vorgestellt, das nur in biologischen Organismen existiert, besonders im Menschen. Aus meiner Perspektive als Physiker ist Intelligenz jedoch eine bestimmte Art der Informationsverarbeitung, die bewerkstelligt wird, von sich bewegenden Elementarteilchen. Es gibt kein Gesetz der Physik, das besagt, dass man nicht Maschinen konstruieren kann, die in jeder Hinsicht intelligenter sind als wir.\u201c<\/p>\n<p>Mit einer solchen Reduktion der Intelligenz auf \u201esich bewegenden Elementarteilchen\u201c, ist die Diskussion auf das Niveau des mechanischen Materialismus des 18. Jahrhundert zur\u00fcckgefallen, der Menschen als nach den Gesetzen der Mechanik funktionierende Maschine begriffen hat.<\/p>\n<p>Zwar sind die elektrischen und chemischen Prozesse des Gehirns, die im Mittelpunkt des Interesses der \u201eIntelligenz\u201c-(Re-)-Konstruk\u00adteure stehen, die Grundlage menschlicher Intellektualit\u00e4t, machen aber nicht deren Spezifik aus. Doch dar\u00fcber schweigen die KI-Ideologen! Auch was sie als angeblich erfolgreiche Rekonstruktion des neuronalen Apparates angeben, bleibt hinter der tats\u00e4chlichen Komplexit\u00e4t des menschlichen Gehirns meilenweit zur\u00fcck. Der Einfachheit halber zitiere ich eine Passage aus dem verl\u00e4sslichen Buch \u201eNeuromythologie\u201c von F. Hasler, um alleine schon die biologische Vieldimensionalit\u00e4t menschlicher Geistest\u00e4tigkeit zu illustrieren:<\/p>\n<p>\u201eDas Gehirn besteht \u2013 neben anderen Zellenarten &#8211; aus gesch\u00e4tzten 100 Milliarden Neuronen, die \u00fcber eine gesch\u00e4tzte Billiarde Synapsen miteinander in Verbindung stehen. Dazu kommt eine schier un\u00fcberschaubare Zahl von Botenstoffen (Amine, Neuropeptide, Aminos\u00e4uren und Gase), welche die Nerven\u00fcbertragung durch Wechselwirkung mit einer Hundertschaft verschiedener Rezeptoren orchestriert und reguliert. Und nicht zu vergessen: Ebenso viele Hormone, zust\u00e4ndig f\u00fcr mittel- und langfristige Modulation biologischer Vorg\u00e4nge, sowie tausende von Regulationsgenen. Ganz zu schweigen von spezifischen Transportmechanismen, molekularen Speicherorganen und einer ganzen Armada von Enzymen. Zudem mehren sich die Hinweise, dass nicht nur Neuronen, sondern auch ganz andere Zelltypen des Gehirns f\u00fcr Bewu\u00dftseinsprozesse, insbesondere f\u00fcr Ged\u00e4chtnisfunktionen fundamental wichtig sein k\u00f6nnten\u201c.<\/p>\n<p>Selbst wenn es gel\u00e4nge, dieses biologische <em>Ger\u00fcst<\/em> des Gehirns und die zu ihm vermittelten <em>biochemischen Funktionsabl\u00e4ufe<\/em> zu rekonstruieren, d\u00fcrfte das spezifische \u201eArbeitsniveau\u201c der Bewusstseinst\u00e4tigkeiten noch lange nicht erreicht sein. Es gibt in der Hirnforschung begr\u00fcndete Ahnungen \u00fcber Wirkungskorrelationen, aber kein Wissen \u00fcber konkrete Funktionszusammenh\u00e4nge. Im Verh\u00e4ltnis des tats\u00e4chlichen Erkenntnisstandes zu den realen Gehirnfunktionen verh\u00e4lt es sich nicht anders, als wenn ein Familienvater die Skizze eines Autos aufs Papier bringt und dann seinen Kindern sagt: \u201eFreut euch darauf, morgen k\u00f6nnen wir damit in den Urlaub fahren.\u201c<\/p>\n<p>Systematisch gehen die KI-Ideologen der Tatsache aus dem Weg, dass die Intelligenz lebendiger Menschen durch Bedeutungsebenen und Sinnperspektiven charakterisiert ist, die an die erfahrungsgeleitete Interaktion mit der objektiven und der sozialen Welt ebenso gebunden sind. Ebenso evident ist es, dass es kein Denken ohne ein dazu vermitteltes Selbstbewusstsein gibt. Negiert wird die Tatsache, dass der Mensch in seinen sozialen Beziehungsverh\u00e4ltnissen die einzige Quelle allen Sinns findet. Die Abwertung menschlicher Normativit\u00e4t er\u00f6ffnet jeglicher Barbarei T\u00fcr und Tor, denn wird den Maschinen freier Lauf gelassen, geht es nicht mehr um reflektierte Entscheidungen und die Abw\u00e4gung von Wertpr\u00e4ferenzen, sondern um die Durchsetzung formalisierter Reaktionsmuster \u2013 die im Auftrag der Herren der Maschinen programmiert werden.<\/p>\n<p>Faktisch bedeuten die der KI-Mythologie inh\u00e4renten Vorstellungen, dass sich nur die Technik, jedoch nicht der Mensch entwickeln soll. Der Mensch soll auf seiner jetzigen Entwicklungsstufe festgeschrieben werden. Diese Fixierung hat eine machtkonforme Bedeutung: die Scheu vor der Frage, wie der Mensch jenseits seiner klassengesellschaftlichen Bedingungen und Einschr\u00e4nkungen sich entwickeln k\u00f6nnte, ist f\u00fcr ein herrschaftskonformes Denken unvermeidlich, denn jegliche humanistische Perspektive w\u00fcrde das gegenw\u00e4rtige Zivilisations- und Vergesellschaftungsmodell radikal in Frage stellen.<\/p>\n<h5>Sinnhorizonte<\/h5>\n<p>Reine Rechenleistungen auf der Basis von Daten, deren Erhebungskontexte meist unbekannt sind, haben isoliert jedenfalls nichts mit <em>menschlichen Wissen und darauf aufbauender Intelligenz<\/em> zu tun, denn menschliche Intellektualit\u00e4t besteht nicht nur in Faktenverarbeitung. Aber genau darin \u2013 und nur darin \u2013 besteht die Leistung der Geistesmaschinen: Die Computerarbeit ist abgeschieden von lebendiger Erfahrung, Sinnperspektiven und sozialen Kooperationszusammenh\u00e4ngen, also zu den Dingen, die f\u00fcr menschliche Lern- und Denkprozesse konstitutiv sind. Menschliche Intelligenz ist \u2013 um das wenigsten stichwortartig zu erw\u00e4hnen \u2013 durch ihre sozialen und emphatischen Faktoren, durch Spontanit\u00e4t und Kreativit\u00e4t und nicht zuletzt auch durch Phantasie und antizipatorische F\u00e4higkeiten charakterisiert.<\/p>\n<p>In ihrer Grundtendenz ist die Computerlogik dagegen durch die <em>Reproduktion eines immer schon Vorgegeben<\/em> nach rein formalen und \u201esinnfreien\u201c Mustern gepr\u00e4gt. Die sogenannte Computer-Intelligenz ist <em>nicht kreativ sondern reproduktiv<\/em>; die \u201eLernf\u00e4higkeit\u201c der Geistesmaschinen ist <em>reaktiv, nicht sch\u00f6pferisch-produktiv<\/em>. Und dieser Arbeitsmodus verbirgt sich auch hinter der Formel von lernf\u00e4higen Geistesmaschinen, die in ihren entwickelten Formen auf Grundlage der ihnen zur Verf\u00fcgung stehenden Informationen Analogieschl\u00fcsse ziehen, aber keine g\u00e4nzlich neuartigen, also kreative Wege finden k\u00f6nnen. Die bisher nicht begangenen Wege bleiben ihnen verschlossen.<\/p>\n<p>Die Entwicklungsprognosen \u00fcber eine zu erwartende \u00dcberlegenheit des Computers besitzen nur dann einen Schein von Plausibilit\u00e4t, wenn ein reduktionistisches Menschenbild zum Ma\u00dfstab genommen wird, wenn menschliche Geistest\u00e4tigkeit ebenfalls auf formale Abl\u00e4ufe und blo\u00dfe Reproduktionsf\u00e4higkeiten reduziert wird. Es ist jedenfalls vulg\u00e4rmaterialistischer Reduktionismus, wenn der Neurophysiologe Wolf Singer postuliert, dass alles, was dem Geistigen zugeschrieben wird, \u201erein biologisch bedingt\u201c sei.<\/p>\n<p>Richtig ist zwar, dass Intellektualit\u00e4t zum Biologischen vermittelt ist, jedoch anders als Singer unterstellt, aus dem biologischen Vorg\u00e4ngen nicht \u201eableitbar\u201c ist. Was das \u201eGeistige\u201c ausmacht, ist eben mehr als Biologie. W\u00e4re es anders, w\u00e4re eine Unterscheidung zwischen beiden Seinsformen weder notwendig noch m\u00f6glich! Es ist Ausdruck der weitverbreiteten Akzeptanz von Scheinevidenzen, wenn Gerhard Roth, ein nicht weniger renommierter Neurophysiologe als Singer, das Bewusstsein auf biochemische Prozesse reduziert wissen will: \u201eBewusstsein im Sinne individuell erfahrbarer Erlebniszust\u00e4nde ist unabdingbar an Hirnaktivit\u00e4ten gebunden\u201c. Es g\u00e4be nach Roth \u201ekeinerlei Hinweise darauf, das Bewusstsein auch ohne neuronale Aktivit\u00e4t existiert [was auch niemand, aber auch wirklich niemand behauptet hat!]. Alle Erkenntnisse der Neurowissenschaften gehen dahin, dass jedem Bewusstseinszustand ein ganz bestimmter Hirnzustand bzw. -prozess zugrunde liegt.\u201c Zweifellos ist das alles richtig, jedoch gemessen an dem dieser Aussage zugrunde liegenden Erkl\u00e4rungsanspruch bewegt sie sich unterhalb eines wissenschaftlichen Anf\u00e4nger-Niveaus; denn mit gleicher Berechtigung lie\u00dfe sich auch sagen, dass es keine Kriege in der Menschheitsgeschichte gegeben habe, in deren Verlauf die K\u00e4mpfenden nicht geatmet h\u00e4tten. Auch das ist zweifellos richtig, sagt aber nat\u00fcrlich nichts \u00fcber die Tatsache des Krieges und noch weniger \u00fcber seine Ursachen aus!<\/p>\n<p>Der Mensch als \u201egesellschaftliches Naturwesen\u201c (Marx) ist ohne seine biologischen Voraussetzungen nicht zu begreifen: Sie sind eine unabdingbare Seite seiner Existenz \u2013 und zwar in gleicher Weise, wie f\u00fcr Ameisen, Elefanten oder die Waschb\u00e4ren. Aber die Vermitteltheit zur Natur macht nicht alleine die Spezifik des Menschen aus. Genetisch unterscheidet ihn kaum etwas vom Affen, aber fundamental sind die Differenzen in den \u201eweichen\u201c Aspekten seiner Existenz (Empathie, ethische Reflexionsf\u00e4higkeit, das Bed\u00fcrfnis nach \u00e4sthetischer Lebensgestaltung, die abw\u00e4gende Voraussicht, das reflektierte Handeln sowie die aktive Umgestaltung der Naturbasis und die Gestaltung seiner Lebensverh\u00e4ltnisse, zu der beispielsweise auch die entwicklungsgeschichtlich entstandene F\u00e4higkeit zum Kochen geh\u00f6rt usw.).<\/p>\n<h5>Reduktionismus<\/h5>\n<p>Die <em>qualitativen Merkmale menschlicher Existenz <\/em>sind zwar zu biologischen Voraussetzungen vermittelt, jedoch nicht aus ihnen zu <em>erkl\u00e4ren <\/em>\u2013 und deshalb k\u00f6nnen sie auch von algorithmengesteuerten Systemen nicht erfasst und \u201erekonstruiert\u201c werden! Menschliches Bewusstsein ist deshalb meilenweit von einer digitalen \u201eRekonstruktion\u201c entfernt: Selbst die Vorstufen humaner Spezifika sind f\u00fcr die entsprechenden Wissenschaftsdisziplinen noch ein Buch mit sieben Siegeln. Sie k\u00f6nnen den \u00dcbergang von der unbewussten zur bewussten Materie nicht erkl\u00e4ren, auch wenn es naturwissenschaftlich m\u00f6glich ist, den einen oder anderen Entwicklungsvorgang zu <em>beschreiben<\/em>. Aber <em>warum <\/em>die Menschen f\u00fchlen k\u00f6nnen, <em>warum <\/em>sie Farben erkennen und Ger\u00fcche zu unterscheiden in der Lage sind, bleibt nach wie vor naturwissenschaftlich unerschlossen.<\/p>\n<p>Diese Ausgangslage wird jedoch von den Ideologen der \u201eK\u00fcnstlichen Intelligenz\u201c und den Prognostikern einer den Menschen bald <em>abl\u00f6senden <\/em>(oder zumindest vollst\u00e4ndig ersetzenden) Maschine \u00fcberhaupt nicht zu Kenntnis genommen. Ihre inhaltlichen Implikationen k\u00f6nnen sich ihnen auch nicht erschlie\u00dfen, weil sie der Selbstt\u00e4uschung unterliegen, dass bei einem weiteren Anwachsen der Datens\u00e4tze und einer zunehmenden Geschwindigkeit ihrer Verarbeitung, sich <em>automatisch <\/em>eine Form \u201eh\u00f6herer Intelligenz\u201c entwickeln w\u00fcrde und die noch bestehenden Gr\u00e4ben auf der Basis technologischer \u201eMutationen&#8220; einfach \u00fcbersprungen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Bei den Prognosen \u00fcber \u201edenkende Roboter\u201c sollte immer in Erinnerung bleiben, dass ein Durchbruch bei ihrer Entwicklung schon lange prognostiziert wird. Bei einer von Joseph Weizenbaum als abschreckendes Beispiel zitierte (aus dem Jahre 1958 stammende) Ank\u00fcndigung handelt es sich um keinen Einzelfall. Sie ist repr\u00e4sentativ f\u00fcr eine wirklichkeitsferne Prognostik \u2013 bis heute: \u201eEs gibt nunmehr in der Welt Maschinen, die denken, lernen und sch\u00f6pferisch t\u00e4tig sind. Dar\u00fcber hinaus w\u00e4chst ihre F\u00e4higkeit auf diesen Gebieten zunehmend, bis \u2013 in absehbarer Zukunft \u2013 der Bereich von Pro\u00adblemen, die sie bearbeiten k\u00f6nnen, sich mit dem Bereich deckt, der bis jetzt dem menschlichen Denken alleine vorbehalten war.\u201c<\/p>\n<p>Technologische Rationalit\u00e4t und ein ihr zugrunde liegender Funktionalismus k\u00f6nnen bis heute dominieren, weil auch die Reste kritischer Reaktionsm\u00f6glichkeiten zunehmend still gestellt worden sind: Kritik- und Gedankenlosigkeit sind weit verbreitet, soziales und kulturelles Leben reproduziert sich dadurch immer st\u00e4rker vermittelst entfremdeter Denk- und Handlungsmuster, von denen der technologische Determinismus eine Facette ist, bei dem es sich faktisch um die Verpflichtung des Denkens auf einen intellektuellen Reduktionismus handelt. Deshalb spiegelt sich in den \u00fcbersteigerten Vorstellungen \u00fcber die Maschinen-\u201eIntelligenz\u201c letztlich auch nichts anderes, als der entfremdete und instrumentalisierte, auf \u00f6konomische Funktionalit\u00e4t reduzierte Mensch, wie er von der krisengepr\u00e4gten kapitalistischen Lebenspraxis produziert wird.<\/p>\n<p>Trotzdem sind zumindest die reflektierten Theorien \u00fcber \u201eK\u00fcnstliche Intelligenz\u201c nicht ohne Reiz. Nicht zuletzt auch f\u00fcr Materialisten, die das menschliche <em>Gehirn als Produkt einer hochkomplexen Materialit\u00e4t <\/em>begreifen. Aber dennoch sind diese Vorstellungen (zumindest in der historisch-dialektischen Variante materialistischen Denkens) weit von den reduktionistischen Phantasien der tonangebenden KI-Propheten entfernt. Denn im Kontext eines historisch-materialistischen Verst\u00e4ndnisses von Mensch und Natur gilt Bewusstsein als eine zu \u201emateriellen\u201c Abl\u00e4ufen und \u201eSubstanzen\u201c vermittelte Gr\u00f6\u00dfe, ohne dass davon ausgegangen wird, dass es aus dieser \u201eBasis\u201c vollst\u00e4ndig erkl\u00e4rt werden kann.<\/p>\n<p>Mit dem \u201eGeist\u201c und dem menschlichen Bewusstsein ist es prinzipiell nicht anders, als mit den anderen Entwicklungsstufen des Seins: Sie haben objektive Voraussetzungen in dem Sinne, dass die entwickelteren Stufen in den ihnen genetisch vorausgehenden ihre irreversible Basis haben. So ist die Existenz des biologischen nicht ohne das anorganische Sein zu begreifen. Aber das organische Sein ist dennoch nicht aus den Entwicklungsprinzipien lebloser Materie zu erkl\u00e4ren \u2013 jedenfalls nicht nach dem aktuellen Erkenntnisstand. Das muss nicht so bleiben! Denkbar ist es, dass die fehlenden Entwicklungsschritte noch entdeckt und Verbindungslinien rekonstruiert werden k\u00f6nnen. Die theoretischen Rekonstruktionsm\u00f6glichkeiten dieser Prozesse h\u00e4ngen jedoch davon ab, ob sie vollst\u00e4ndig Regeln oder nicht doch Zuf\u00e4llen und Entwicklungsspr\u00fcngen (Mutationen) unterworfen sind. W\u00e4re letzteres der Fall, blieben die entscheidenden Entwicklungssch\u00fcbe f\u00fcr immer unerkl\u00e4rlich.<\/p>\n<p>Aber die theoretischen Unw\u00e4gbarkeiten \u00e4ndern nichts an der Tatsache, dass im Rahmen dieser Entwicklung etwas <em>qualitativ Neues <\/em>entstanden ist, das in seiner Substanz und Wirkungsweise nicht auf das Urspr\u00fcngliche reduziert werden kann. Das gilt allemal f\u00fcr die Entstehung des Bewusstseins, das, wie gesagt, trotz seiner biologischen Vermitteltheit mit biologischen Kategorien (und noch weniger physikalischen) alleine nicht zu <em>erkl\u00e4ren ist<\/em>.<\/p>\n<h5>Totalitarismus<\/h5>\n<p>Aber die bittere Pointe dieser ganzen Geschichte ist, dass es aus der Interessenperspektive der IT-Multis letztlich unerheblich ist, ob K\u00fcnstliche Intelligenz im Sinne des Transhumanismus jemals erreicht wird und Maschinen \u201edas Denken\u201c lernen &#8211; denn diese faktenresistente Diskussion erf\u00fcllt auch so ihren Zweck, weil sie dazu geeignet, das gegenw\u00e4rtige <em>Streben nach totaler Erfassung und Kontrolle<\/em> \u2013 also dem Kerngesch\u00e4ft des IT-Komplexes \u2013 in einem besseren Licht erscheinen zu lassen. Denn gelingt auch nicht der Ersatz menschlicher Intellektualit\u00e4t, so sind die Versuche umso vielversprechender, unmittelbar in das menschliche Gehirn einzudringen, wie es zum Zielhorizont der IT-Multis geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Bisher war man gezwungen Umwege zu gehen. So sind Programme im betrieblichen Einsatz, die in der Lage sind, auf Grundlage erfasster psychischer Befindlichkeiten der Arbeitenden leistungsf\u00f6rdernde Impulse zu geben. Aber auch der manische Umgang mit dem Smartphone ist ein Musterbeispiel der Au\u00dfensteuerung: Es werden bio-chemische Prozesse stimuliert, die sucht\u00e4hnliche Verhaltensweisen f\u00f6rdern. Es ist jedenfalls kein Zufall, dass in Silicon Valley mehr Psychologen als Informatiker besch\u00e4ftigt sind, die sich mit der systematischen Manipulation der Nutzer-Psyche besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p>Von der indirekten Steuerung will das IT-Kapital jedoch zur direkten \u00fcbergehen. Deshalb geh\u00f6rt die Implantation von Software direkt in den menschlichen K\u00f6rper \u2013 und perspektivisch ins Gehirn \u2013 zu den aktuellen Gesch\u00e4ftszielen von Google und vielen anderen. Eine erfolgreiche Zwischenetappe auf dem Weg ins Gehirn ist die Implantation von Chips unter die Haut von Nutzern, auf denen pers\u00f6nliche Codes gespeichert werden, die den Zugang zu Sicherheitszonen, aber auch die Kontrolle der Wege im Betrieb erm\u00f6glicht. Doch dabei will das IT-Kapital nicht stehen bleiben.<\/p>\n<p>Versteckt im Schafspelz des Transhumanismus soll das Gesch\u00e4ft der l\u00fcckenlosen Erfassung durch totalit\u00e4re Einflussnahmen erg\u00e4nzt werden. Und das w\u00e4re am besten zu erreichen, wenn z. B. die Google-Dienst\u00adleistungen direkt mit dem Gehirn verbunden werden k\u00f6nnten. Um die heutigen Einflussstrategien \u00fcberfl\u00fcssig zu machen, m\u00fcsste es nach Meinung des Google-Gr\u00fcnders Page \u201eImplantate geben, die bereits Antworten liefern, wenn man nur an etwas denkt.\u201c Google, so geht diese programmatische \u00c4u\u00dferung weiter, solle \u201ezu unserer dritten Gehirnh\u00e4lfte\u201c werden. \u00dcberraschen d\u00fcrfte es nicht, dass die Milit\u00e4rs diese Entwicklung mit gesteigertem Interesse verfolgen, verspricht die Entwicklung ihnen doch, bald \u00fcber lebende und doch willenlose Kampfroboter zu verf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Das diese ins Gehirn implantierte Technik noch nicht marktf\u00e4hig ist, bedeutet keineswegs, dass es sich \u2013 so wie bei den Geschichten \u00fcber eine den Menschen \u00fcberlegene K\u00fcnstliche Intelligenz \u2013 um Science-Fiction handelt, denn die Entwicklung ist bereits weit vorangeschritten. Wohin die Reise geht wird durch die Patente deutlich, die Google sich gesichert hat. Dr. Marbuses \u201eKabinett des Grauen\u201c wird dadurch spielend in den Schatten gestellt.<\/p>\n<p>Faktisch wird daran gearbeitet, dass der Mensch der zumindest prinzipiell zur Entwicklung alternativer und emanzipatorischer Vorstellungen und Handlungsperspektiven f\u00e4hig ist, tats\u00e4chlich zu einem Auslaufmodell regrediert. Im Idealfall soll den Menschen ein eigenst\u00e4ndiges Denken und selbstbestimmtes Reagieren ganz abgew\u00f6hnt werden. In dieser Hinsicht haben einige Auspr\u00e4gungen der \u201eKalifornischen Ideologie\u201c mehr als nur einen latent faschistoiden Charakter: Nicht nur der<em> gegenw\u00e4rtige<\/em> Gesellschaftszustand gilt ihnen als un\u00fcberschreitbar, sondern auch totalit\u00e4re Positionierungen sind dem IT-Establishment nicht fremd.<\/p>\n<p>Beispielsweise dem Netz-Multimillion\u00e4r Peter Thiel (Mitbegr\u00fcnder des PayPal-Zahlungssystems), der von einem Kampf zwischen Politik und Technologie auf Leben und Tod zum Zweck der Stabilisierung der herrschenden Gesellschaftsordnung spricht: \u201eDas Schicksal unserer Welt liegt vielleicht in den H\u00e4nden eines einzelnen Menschen, der den Mechanismus der Freiheit erschafft oder verbreitet, den wir brauchen, um die Welt zu einem sicheren Ort f\u00fcr den Kapitalismus [!] zu machen.\u201c Anders hat das deutsche Monopolkapital die Rolle des Anstreichers aus \u00d6sterreich auch nicht gesehen!<\/p>\n<p>Dass demokratische Partizipation ausgedient, selbst ihre Modellfunktion verloren hat, wird nicht nur vom Spitzenmanagement der IT-Industrie betont, sondern ist auch immer deutlicher aus den Denkfabriken des Silicon Vallay zu h\u00f6ren: Demokratie sei \u201eeine veraltete Technologie \u2026; sie hat Reichtum, Gesundheit und Gl\u00fcck f\u00fcr Milliarden Menschen auf der ganzen Welt gebracht. Aber jetzt wollen wir etwas Neues ausprobieren.\u201c (Randolph Hencken)<\/p>\n<p>Und mit diesem \u201eNeuen\u201c ist man weit fortgeschritten: Schon heute sind die digitalen Systeme der Erfassung und Beeinflussung so universal und wirkungsvoll, dass die negativen Utopien eines Georges Orwell dagegen phantasielos wirken. Und die IT-Milliard\u00e4re lassen keinen Zweifel daran, dass die Fahnenstange ihres totalit\u00e4ren Begehrens noch lange nicht erreicht ist. Georges Orwell soll noch viel gr\u00fcndlicher besch\u00e4mt werden.<\/p>\n<p>Es sollte sich deshalb auch niemand Illusionen dar\u00fcber machen, dass ohne fundamentale Eingriffe in die Besitz- und Verf\u00fcgungsverh\u00e4ltnisse, alleine durch eine \u201eprogressive Dynamik\u201c der technologischen Entwicklung in Kombination mit Regulierungsma\u00dfnahmen dem totalit\u00e4ren Begehren das IT-Kapitals in die Schranken gewiesen werden k\u00f6nnte. Weil ihnen jedoch die Bedrohung durch politische Eingriffe sehr wohl bewusst ist, haben die IT-Multis Vorsorgestrategien entwickelt. Sie sind bem\u00fcht, ihren Kampf gegen die Gesellschaft durch technische Umgestaltungen zu komplettieren. Sie sind auf den Sprung, ihre Infrastrukturen \u201ein Sicherheit\u201c zu bringen. \u201eWir wollen ein paar Orte haben, wo wir sicher\u201c sein k\u00f6nnen, beschreibt Google-Gr\u00fcnder Larry Page die Planungen. Man ist in der Vorbereitungsphase, um sich den nationalstaatlichen Einfl\u00fcssen entziehen zu k\u00f6nnen. Gearbeitet wird (mit gro\u00dfer Intensit\u00e4t auch bei Microsoft) an schwimmenden Serverstationen in internationalen Gew\u00e4ssern oder an der Gr\u00fcndung autonomer Inselstaaten zur Etablierung totaler Marktsysteme. Aber am liebsten w\u00fcrde man sich ganz von der Erde verabschieden. Dazu sollen projektierte Satellitennetzwerke beitragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Dr. Werner Seppmann, Haltern am See, <\/em><br \/>\n<em>ist Philosoph und Soziologe sowie Mitglied des Beirats des Deutschen Freidenker-Verbandes<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Weiterf\u00fchrende Literatur<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><em>Hans-Dieter Bahr, Die Klassenstruktur der Maschinerie, T\u00fcbingen 1973<\/em><\/li>\n<li><em>Thomas Fricke, Die Akte Google, M\u00fcnchen 2015<\/em><\/li>\n<li><em>Markus Gabriel, Ich ist nicht Gehirn. Philosophie des Geistes f\u00fcr das 21. Jahrhundert, Berlin 2015<\/em><\/li>\n<li><em>Felix Hasler, Neuromythologie. Eine Streitschrift gegen die Deutungsmacht der Hirnforschung, Bielefeld 2012<\/em><\/li>\n<li><em>Markus Jansen, Digitale Herrschaft. \u00dcber das Zeitalter der globalen Kontrolle und wie Transhumanismus und Synthetische Biologie das Leben neu definieren, Stuttgart 2015<\/em><\/li>\n<li><em>Leo Kofler, Technologische Rationalit\u00e4t im Sp\u00e4tkapitalismus, Frankfurt\/M. 1971<\/em><\/li>\n<li><em>Konrad Paul Liesmann, Theorie der Unbildung. Die Irrt\u00fcmer der Wissensgesellschaft, M\u00fcnchen 2008<\/em><\/li>\n<li><em>Werner Seppmann, Herrschaftsmaschine oder Emanzipationsautomat. \u00dcber Gesellschaft und Computer, Bergkamen 2016<\/em><\/li>\n<li><em>Werner Seppmann, Kritik des Computers. Der Kapitalismus und die Digitalisierung des Sozialen, Kassel 2017<\/em><\/li>\n<li><em>Thomas Wagner, Robokratie. Google, das Silicon Valley und der Mensch als Auslaufmodell, K\u00f6ln 2015<\/em><\/li>\n<li><em>Joseph Weizenbaum, Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Intelligenz, Frankfurt\/M. 1977<\/em><\/li>\n<li><em>Joseph Weizenbaum, Computermacht und Gesellschaft, Frankfurt\/M. 2001<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h5>Download<\/h5>\n<p>Der Artikel kann auch als PDF-Dokument angesehen und heruntergeladen werden:<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1076\" data-permalink=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?attachment_id=1076\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"32,32\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"pdf_icon\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" class=\"alignnone size-full wp-image-1076\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?resize=32%2C32&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"32\" height=\"32\" \/> <a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Freidenker_2018-03_Seppmann-MenschAlsAuslaufmodell.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Werner Seppmann:\u00a0Der Mensch als Auslaufmodell \u2013 \u00fcber die Ideologie des IT-Kapitals<\/a> (Auszug aus FREIDENKER 3-18, ca. 503 KB)<\/p>\n<hr \/>\n<h5>Video<\/h5>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"5427\" data-permalink=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?attachment_id=5427\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/video_icon_32x32.jpg?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"32,32\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"video_icon_32x32\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/video_icon_32x32.jpg?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" class=\"alignnone size-full wp-image-5427\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/video_icon_32x32.jpg?resize=32%2C32\" alt=\"\" width=\"32\" height=\"32\" data-attachment-id=\"5427\" data-permalink=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?attachment_id=5427\" data-orig-file=\"https:\/\/i1.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/video_icon_32x32.jpg?fit=32%2C32\" data-orig-size=\"32,32\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"video_icon_32x32\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i1.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/video_icon_32x32.jpg?fit=32%2C32\" data-large-file=\"https:\/\/i1.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/video_icon_32x32.jpg?fit=32%2C32\" \/>\u00a0\u00a0 Der Vortrag ist hier als Video verf\u00fcgbar: <a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=5354\">https:\/\/www.freidenker.org\/?p=5354<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Beitragsbild oben: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/k%C3%BCnstliche-intelligenz-roboter-ai-2167835\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">pixabay.com<\/a> \/ User: geralt \/ CC0<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Beitrag von Werner Seppmann aus FREIDENKER 3-18<\/strong><br \/>\nAuf der untersten Ebene der Computerreligion geht es um die Hoffnung, dass sich auf rein technologischer Grundlage alle sozialen und zivilisatorischen Probleme l\u00f6sen lie\u00dfen. Lasst uns nur machen, lautet die Parole der IT-Kapitalisten, legt uns keine regulatorischen Steine in den Weg \u2013 und alle werden davon profitieren! &#8230; Ihren Kern bilden technologisch determinierte Allmachtsphantasien, die letztlich im Plan zur Schaffung eines neuen Menschen kulminieren, der sich auch der Unsterblichkeit erfreuen soll: Es geht um die Gottwerdung des Menschen &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":5444,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","advanced_seo_description":"","jetpack_seo_html_title":"","jetpack_seo_noindex":false,"jetpack_post_was_ever_published":false,"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[1080,1079,1081,371,1082],"class_list":["post-5437","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-weltanschauung-philosophie","tag-informationstechnologie","tag-kuenstliche-intelligenz","tag-reduktionismus","tag-religion","tag-totalitarismus"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/artificial-intelligence-800x445.jpg?fit=800%2C445&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9stpK-1pH","jetpack-related-posts":[{"id":618,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=618","url_meta":{"origin":5437,"position":0},"title":"Schwerpunktthema Religionskritik","author":"Webmaster","date":"1. 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Dezember 2016","format":false,"excerpt":"Aus: \u201eFREIDENKER\u201c Nr. 4-16 Diese Thesen standen zwei Jahre im Freidenkerverband zur Diskussion, das zum Verbandstag im Juni 2016 in Potsdam vorgelegte Ergebnis wurde in dessen Auftrag nochmals vom Verbandsvorstand bearbeitet. Auszug: Weltweit erleben Religiosit\u00e4t und Religionen in ihren unterschiedlichen Auspr\u00e4gungen wieder einen Aufschwung. 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Dezember 2006","format":false,"excerpt":"Buchver\u00f6ffentlichung im Eigenverlag des Deutschen Freidenker-Verbandes e.V. Materialien des Symposiums aus Anlass des 200. Geburtstages am 24. Juli 2004 in N\u00fcrnberg Im einleitenden Beitrag unterstreicht der Bundesvorsitzende des DFV, Klaus Hartmann (Offenbach), die Verpflichtung des Deutschen Freidenker-Verbandes, als Weltanschauungsgemeinschaft das vern\u00fcnftige, humanistische und materialistische Denken als sein ureigenstes Erbe zu\u2026","rel":"","context":"In &quot;B\u00fccher des Verbandes&quot;","block_context":{"text":"B\u00fccher des Verbandes","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?cat=5"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2006\/12\/FD_Buch_2006_Feuerbach.jpg?fit=800%2C445&ssl=1&resize=350%2C200","width":350,"height":200,"srcset":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2006\/12\/FD_Buch_2006_Feuerbach.jpg?fit=800%2C445&ssl=1&resize=350%2C200 1x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2006\/12\/FD_Buch_2006_Feuerbach.jpg?fit=800%2C445&ssl=1&resize=525%2C300 1.5x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2006\/12\/FD_Buch_2006_Feuerbach.jpg?fit=800%2C445&ssl=1&resize=700%2C400 2x"},"classes":[]},{"id":2937,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=2937","url_meta":{"origin":5437,"position":4},"title":"Religionskritik unter Islamophobie-Verdacht?","author":"Webredaktion","date":"17. 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