{"id":46,"date":"2016-01-29T16:45:01","date_gmt":"2016-01-29T15:45:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.freidenker.org\/fw17\/?p=46"},"modified":"2018-03-05T23:28:53","modified_gmt":"2018-03-05T22:28:53","slug":"wer-ist-hier-eigentlich-der-zauberlehrling","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=46","title":{"rendered":"Wer ist hier eigentlich der \u201eZauberlehrling\u201c?"},"content":{"rendered":"<p><strong>VVN-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer verbreitet \u201eantideutsche\u201c Ideologie<br \/>\n<\/strong><em>Von Klaus Hartmann, Bundesvorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes<\/em><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>In der Verbandszeitung \u201eantifa\u201c (Jan.\/Feb.2016) nimmt sich der Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Thomas Willms den Deutschen Freidenker-Verband und den Bundesverband Arbeiterfotografie zur Brust. Seine Behauptung: bei ihnen handele es sich um \u201ewichtige Knotenpunkte\u201c der \u201eRechts-Links-Ann\u00e4herungsversuche\u201c. \u201eZauberlehrlinge\u201c hat Willms sein Pamphlet betitelt, was insofern passt, als er selbst ganz besessen vom \u201eantideutschen\u201c Zauber ist.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst beginnt der Beitrag hoffnungsvoll, da er eine Begriffskl\u00e4rung verspricht, die Totalitarismusdoktrin mit dem \u201eQuerfront\u201c-Begriff in Verbindung bringt, und schlie\u00dflich mit einem historischen Abriss beginnt. Leider werden die Hoffnungen in allen drei Punkten entt\u00e4uscht. Der geschichtliche Vorspann ist zwar ca. eine Seite lang, aber Willms bringt das Kunstst\u00fcck fertig, dem Publikum mit keiner Silbe zu verraten, was die \u201eQuerfront\u201c historisch war bzw. sein sollte.<\/p>\n<p><strong>Keine \u201eQuerfront\u201c!<\/strong><\/p>\n<p>Stattdessen werden zwei Personen pr\u00e4sentiert, Karl Radek und Arthur Moeller van den Bruck. Letzterer war ein Ideologe und Publizist aus der Kaiserlichen Obersten Heeresleitung, Vertreter der \u201eKonservativen Revolution\u201c und der au\u00dfenpolitischen Orientierung auf Moskau, er starb 1925. Radek war polnischer Sozialdemokrat, z\u00e4hlte 1915 bei der Zimmerwalder Konferenz zur \u201eZimmerwalder Linken\u201c, reiste 1917 mit Lenin nach Russland, unterst\u00fctzte den Hamburger Aufstand 1923, war Funktion\u00e4r der Komintern, im ZK der KPdSU Anh\u00e4nger Trotzkis, deswegen 1929 aus der Partei ausgeschlossen, 1937 zu zehn Jahren Lagerhaft verurteilt, 1939 von einem Mith\u00e4ftling umgebracht, 1988 rehabilitiert.<\/p>\n<p>Was hatten beide miteinander zu tun? Sie waren zwei von mehreren Autoren eines Schlagabtauschs vom Juli bis Dezember 1923 in der Zeitschrift \u201eGewissen\u201c, herausgegeben von einem Nachfolgeverein der \u201eVereinigung zur Bek\u00e4mpfung des Bolschewismus\u201c, eine n\u00e4here Bekanntschaft zwischen beiden gilt als unwahrscheinlich.<a href=\"#ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> In der Debatte ging es um die Bewertung Leo Schlageters, eines w\u00e4hrend der franz\u00f6sischen Ruhrbesatzung 1923 hingerichteten Freikorps-Aktivisten. Der KPD wird seitdem ein \u201eSchlageter-Linie\u201c genannter Kurs vorgeworfen, der \u00fcber die Arbeiterklasse hinaus auch die Mittelschicht und national Gesinnte f\u00fcr die Revolution gewinnen und der nationalistischen Rechten zu entfremden versuchte.<\/p>\n<p>Was pr\u00e4destiniert diese beiden Personen, um als repr\u00e4sentativ f\u00fcr eine \u201eQuerfront\u201c vorgef\u00fchrt zu werden, was verbindet sie, die sich offenbar nicht mal kannten? Dass \u201eimmer schon Russland im Zentrum des Interesses beider Str\u00f6mungen gestanden hat,\u201c antwortet Willms. Aha: Radek hat Lenin nach Russland begleitet, van den Bruck wollte eine \u201aostorientierte\u2018 Au\u00dfenpolitik des imperialistischen Deutschland \u2013 eine enorme \u201aGemeinsamkeit\u2018! Van den Bruck als Exponent der nationalistischen Rechten wollte einen \u201edeutschen Sozialismus\u201c, schrieb als Hauptwerk \u201eDas dritte Reich\u201c. Radek war Bolschewist, hing Trotzkis \u201eWeltrevolution\u201c an, und wollte die Massen von der nationalistischen Rechten auf die Seite der Kommunisten her\u00fcberziehen. So viel \u201aGemeinsamkeit\u2018 ist selten.<\/p>\n<p>Nach Willms wird die \u201eQuerfront\u201c real, wenn die Rechte \u201cBegriffe der politischen Linken\u201c integriert und umgekehrt, wenn Linke Anh\u00e4nger der Rechten zu sich \u201eher\u00fcber zu ziehen\u201c versuchen. \u00dcberraschung! Dass Nazis soziale Demagogie betreiben, sich als \u201eAnw\u00e4lte des kleinen Mannes\u201c aufspielen, um die von ihnen vertretenen Klasseninteressen der Monopolbourgeoisie zu verschleiern, ist wahrlich ein alter Hut. Und wenn Linke nicht versuchten, die den Nazis auf den Leim gegangenen zur\u00fcckzugewinnen, h\u00e4tten sie das ultimative Stadium der Unf\u00e4higkeit erreicht. Zwar gesteht er selbst ein, dass beide Ph\u00e4nomene \u201eletztlich gegeneinander gerichtet sind\u201c, f\u00fcr seine Behauptung einer \u201eQuerfront\u201c bleibt dies aber v\u00f6llig folgenlos.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2080\" aria-describedby=\"caption-attachment-2080\" style=\"width: 282px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"2080\" data-permalink=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?attachment_id=2080\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/aiz190434_klein-e1511631293644.jpg?fit=282%2C400&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"282,400\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"aiz190434_klein\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/aiz190434_klein-e1511631293644.jpg?fit=282%2C400&amp;ssl=1\" class=\"wp-image-2080 size-full\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/aiz190434_klein-e1511631293644.jpg?resize=282%2C400&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"282\" height=\"400\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2080\" class=\"wp-caption-text\">Goebbels h\u00e4ngt Hitler f\u00fcr eine Rede vor Arbeitern einen Karl-Marx-Bart um &#8211; Die \u201eArbeiter-Illustrierte Zeitung\u201c vom 19.04.1934 ver\u00f6ffentlichte diese Montage von John Heartfield als Kommentar zur Maiplakette der \u201eDeutschen Arbeitsfront\u201c, die u.a. Hammer und Sichel zeigte.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"center\"><strong>Definitiver \u201eQuerfront\u201c-Beweis: Zusammenarbeit vom Marxisten und Faschisten<\/strong><\/p>\n<p>Und als w\u00e4re all dies noch nicht genug, wird auch noch der Seitenwechsel einzelner Akteure angesprochen, mit Mussolini als Beispiel (vom Chefredakteur des Zentralorgans der Sozialistischen Partei zum Faschistenf\u00fchrer). Wir wollen den Reichswehr-Offizier Richard Scheringer hinzuf\u00fcgen, der von der NSDAP zur KPD wechselte, und aus aktueller Zeit kann hier J\u00fcrgen Els\u00e4sser genannt werden (von den Antideutschen \u00fcber \u201ejunge Welt\u201c und \u201eND\u201c zu seinem rassistisch-islamophoben \u201eCompakt\u201c. Dadurch w\u00fcrde \u201edas Wechselspiel verkompliziert\u201c, meint Willms.<\/p>\n<p>Wer die Seite wechselt, verkompliziert das Wechselspiel? Wie meint er das? Komplizierter wird doch nur das Verwechselspiel von Willms: denn wenn einer zur gegnerischen Mannschaft wechselt, wird er damit ja nicht zum Verb\u00fcndeten, sondern dezidiert zum Gegner, beide Mannschaften werden nicht \u201aquerfrontig\u2018 zu einer, sondern spielen noch entschiedener gegeneinander. Oder?<\/p>\n<p><strong>Historische Querfront<\/strong><\/p>\n<p>L\u00e4sst sich aus diesem Durcheinander ein Begriff von \u201eQuerfront\u201c gewinnen? Nat\u00fcrlich kein brauchbarer. Als \u201eQuerfront\u201c gilt Willms \u201eder Versuch, \u2026 Links und Rechts zusammenzubringen\u201c. Ohne sich dessen bewusst zu sein, kennzeichnet er damit seine eigene Vorgehensweise ganz gut. Nur bedeutet die Diagnose tats\u00e4chlicher oder vermeintlicher ideologischer \u00dcbereinstimmungen nicht \u201eQuerfront\u201c, derartige parallele Erscheinungen haben mit der historischen \u201eQuerfront\u201c nichts zu tun. Das wird klar, wenn man sich vergegenw\u00e4rtigt, welche Rolle das Konzept \u201eQuerfront\u201c in der deutschen Geschichte \u2013 anders als Willms halluziniert \u2013 tats\u00e4chlich gespielt hat. Da die Freidenker \u201edie Richtigstellung der Begriffe\u201c als zentral f\u00fcr ihre Aufkl\u00e4rungsarbeit heute ansehen<a href=\"#ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>, hier in der gebotenen K\u00fcrze eine Erl\u00e4uterung des sagenumwobenen Begriffs.<\/p>\n<p>In der Weimarer Republik kam der Begriff erst Anfang der 1930er Jahre auf. Er kennzeichnete eine von Reichskanzler Kurt von Schleicher vorgeschlagene B\u00fcndnisstrategie. Nach der Weltwirtschaftskrise 1929 sahen sich die drei Reichskanzler Br\u00fcning, von Papen und von Schleicher nacheinander in der unkomfortablen Lage, dass sich ihre Kabinette nicht auf eine parlamentarische Mehrheit st\u00fctzen konnten.<\/p>\n<p>Von Schleicher erinnerte sich an bessere Zeiten (f\u00fcr das Kapital) 1914, als zum Beginn des Ersten Weltkriegs der Kaiser \u201ekeine Parteien, sondern nur noch Deutsche\u201c kannte. Die Sozialdemokratie hatte sich widerstandslos ergeben und den Kriegskrediten zugestimmt, die Gewerkschaften entsagten der Interessenvertretung und traten f\u00fcr den \u201eBurgfrieden\u201c ein. Eine Neuauflage erschien von Schleicher w\u00fcnschenswert, weshalb er, um dem autorit\u00e4ren Pr\u00e4sidialregime mehr politischen R\u00fcckhalt zu verschaffen, eine Querfront propagierte: bestehend aus Reichswehr, Gewerkschaften und dem \u201alinken\u2019 Fl\u00fcgel der NSDAP.<a href=\"#ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Damit scheiterte er umgehend, und nach knapp zwei Monaten im Amt wurde am 31.01.1933 Hitler von Reichspr\u00e4sident von Hindenburg zum Reichskanzler berufen.<\/p>\n<p>Dass dieses dann \u201eQuerfront\u201c genannte Konzept\u201c durch \u201ekonservative Revolution\u00e4re\u201c der Linie Moeller van den Brucks, \u201eNationalrevolution\u00e4re\u201c wie Ernst Niekisch, den \u201eTat\u201c-Kreis um Hans Zehrer, der die gleichnamige Monatsschrift herausgab, oder den \u201elinken Fl\u00fcgel\u201c der NSDAP um Gregor und Otto Strasser in Teilen vorgedacht, unterst\u00fctzt oder propagiert wurde, \u00e4ndert nichts am Ergebnis: es wurde nicht Realit\u00e4t.<\/p>\n<p>Dass wir vom VVN-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer trotz seiner vorgeschalteten Geschichtsbetrachtung rein gar nichts \u00fcber diese historische \u201eQuerfront\u201c erfahren, hat einen Grund. So kann er n\u00e4mlich auf einen korrekten Begriff des Beschriebenen verzichten, und nach Belieben selbst einen komponieren. Diese seine \u201eQuerfront\u201c gibt er als \u201eZwillingsschwester\u201c der Totalitarismus-Doktrin aus. Das macht auf den ersten Blick den Eindruck, er lehne diese antikommunistische Doktrin ab, in Wirklichkeit strickt er an ihr mit, indem er Kommunisten und NSDAP-Nahe in seine \u201eQuerfront\u201c zusammensperrt.<\/p>\n<p>Im Sinne der historischen Begriffstreue hingegen zielt \u201eQuerfront\u201c als Strategie auf die Einbindung der Sozialdemokratie bzw. einer rechtssozialdemokratischen Gewerkschaftsf\u00fchrung in die Politik der Herrschenden. Dies begann mit der Zustimmung zu den Kriegskrediten und der \u201eBurgfriedenspolitik\u201c w\u00e4hrend des 1. Weltkriegs. In der Weimarer Republik folgte \u00fcber lange Phasen eine \u201ePolitik der Arbeitsgemeinschaft mit der Bourgeoisie, die von den F\u00fchrern der Sozialdemokratie betrieben wurde\u201c, die Georgi Dimitroff als eine der Ursachen f\u00fcr den Sieg des Faschismus nannte.<a href=\"#ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> In der alten BRD war eine gewerkschaftliche Politik der Sozialpartnerschaft (unter Kanzler Ludwig Erhard) und der Einbindung in die \u201eKonzertierte Aktion\u201c (w\u00e4hrend der ersten Gro\u00dfen Koalition mit SPD-Wirtschaftsminister Karl Schiller) charakteristisch, ebenso wie heute des Co-Managements und des DGB-Schulterschlusses mit der Bundeswehr \u2013 hier liegt immer ein Fall von \u201eQuerfront\u201c vor.<\/p>\n<p>Die Totalitarismus-Doktrin\u00e4re, die den Menschen \u201erot = braun\u201c eintrichtern m\u00f6chten, wollten die \u201eQuerfront\u201c schon immer als \u201eGemeinsamkeit\u201c oder \u201eZusammenarbeit von Linken und Faschisten\u201c definiert sehen. In dieser Reihe stehen auch die \u201eantideutschen\u201c, tats\u00e4chlich \u201eneokonservativen\u201c Ideologen, die sich mit dieser Manipulation als Gesinnungspolizei aufspielen. Wer \u201eQuerfront\u201c nicht exakt im historischen Sinn gebraucht, macht daraus ein Werkzeug der Totalitarismus-Doktrin. \u201eWer die Begriffe manipuliert, okkupiert die Gedanken der Menschen\u201c, meinte der Philosoph Hans-Heinz Holz.<a href=\"#ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n<p><strong>Geschichtsklitterung<\/strong><\/p>\n<p>So wenig die Querfront wirklichkeitsm\u00e4chtig wurde, so gute Dienste leistete und leistet sie den antikommunistischen Legenden: \u201eDie Extreme von beiden Seiten\u201c h\u00e4tten die \u201eWeimarer Demokratie zerst\u00f6rt\u201c, oder \u201eKPD und NSDAP\u201c h\u00e4tten \u201ebeim Berliner Verkehrsarbeiterstreik zusammengearbeitet\u201c, oder der deutsch- sowjetische Nichtangriffsvertrag sei ein \u201eHitler-Stalin-Pakt\u201c gewesen, mit dem \u201eder 2. Weltkrieg vorbereitet wurde\u201c. Die Kommunisten seien \u201erotlackierte Faschisten\u201c, meinte der SPD (West)-Vorsitzende Kurt Schumacher. Das waren unhinterfragbare Glaubenss\u00e4tze in der Kalten-Kriegs-Wirklichkeit der BRD, so stand es selbst in den Schul-Lehrpl\u00e4nen. Heute werden sie durch \u201eantideutsche\u201c Bl\u00e4tter wie die \u201ejungle world\u201c am Leben gehalten.<a href=\"#ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p>Als \u201eQuerfront-Beleg\u201c nennt Willms die Aufnahme \u201erechter\u201c Begriffe wie \u201enationale Befreiung\u201c durch Linke. In dieser Absicht zieht auch ein Autor der \u201eantideutschen\u201c\u201ejungle world\u201c das KPD-Programm \u201ezur nationalen und sozialen Befreiung des deutschen Volkes\u201c als Querfront-Beweis heran. Wer sich davon erschrecken und vom Selberlesen dieses Dokuments abhalten l\u00e4sst, erf\u00e4hrt \u00fcber den Inhalt nichts. In der Proklamation des ZK der KPD v. 24.08.1930 hei\u00dft es: \u201eDie Faschisten (Nationalsozialisten) behaupten, sie seien eine \u201anationale\u2018, eine \u201asozialistische\u2018 und eine \u201aArbeiter\u2018partei. Wir erwidern darauf, dass sie eine volks- und arbeiterfeindliche, eine antisozialistische, eine Partei der \u00e4u\u00dfersten Reaktion, der Ausbeutung und Versklavung der Werkt\u00e4tigen sind. Eine Partei, die bestrebt ist, den Werkt\u00e4tigen alles das zu nehmen, was ihnen selbst die b\u00fcrgerlichen und sozialdemokratischen Regierungen noch nicht nehmen konnten. Eine Partei der m\u00f6rderischen, faschistischen Diktatur, eine Partei der Wiederaufrichtung des Regimes der Junker und Offiziere, eine Partei der Wiedereinsetzung der zahlreichen deutschen F\u00fcrsten in ihre \u201aangestammten\u2018 Rechte, der Offiziere und hohen Beamten in ihre Titel und Posten.\u201c \u201eDie Nationalsozialisten behaupten, Wirtschaftskrise und Auspl\u00fcnderung der Massen seien lediglich Folgen des Youngplans; die \u00dcberwindung der Krise sei bereits gesichert, wenn Deutschland die Fesseln des Versailler Vertrages abstreift. Das ist ein grober Betrug. Um das deutsche Volk zu befreien, gen\u00fcgt es nicht, die Macht des Auslandskapitals zu brechen, sondern die Herrschaft der eigenen Bourgeoisie im eigenen Lande muss gleichzeitig gest\u00fcrzt werden.\u201c<a href=\"#ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p>\n<p>Wo, bitte, ist hier die \u201eQuerfront\u201c? Wer hat die Gegnerschaft zum Faschismus pr\u00e4gnanter formuliert? Was, au\u00dfer diffamieren, soll das \u201eQuerfront\u201c-Gerede? Die gleiche Absicht verfolgt Willms offenbar mit der Bemerkung, dass \u201edie sowjetische und erst recht die russische Au\u00dfenpolitik\u201c sich f\u00fcr \u201ebeide Str\u00f6mungen\u201c interessiert habe, und \u201esie seit einigen Jahren auch aktiv f\u00f6rdert und nutzt\u201c.<\/p>\n<p>Wir wollen mit Lenin antworten: \u201eEinen m\u00e4chtigeren Gegner kann man nur unter gr\u00f6\u00dfter Anspannung der Kr\u00e4fte und nur dann besiegen, wenn man unbedingt aufs sorgf\u00e4ltigste, sorgsamste, vorsichtigste, geschickteste sowohl jeden, selbst den kleinsten ,Riss\u2019 zwischen den Feinden, jeden Interessengegensatz zwischen der Bourgeoisie der verschiedenen L\u00e4nder, zwischen den verschiedenen Gruppen oder Schichten der Bourgeoisie innerhalb der einzelnen L\u00e4nder als auch jede, selbst die kleinste M\u00f6glichkeit ausnutzt, um einen Massenverb\u00fcndeten zu gewinnen, mag das auch ein zeitweiliger, schwankender, unsicherer, unzuverl\u00e4ssiger, bedingter Verb\u00fcndeter sein. Wer das nicht begriffen hat, der hat auch nicht einen Deut vom Marxismus und vom wissenschaftlichen, modernen, Sozialismus \u00fcberhaupt begriffen.\u201c <a href=\"#ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/p>\n<p><strong>Im Fokus: die Friedensbewegung<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem Ausflug in die Geschichte kommt der VVN-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer in der Gegenwart an, aber ebenso wie das Fundament seiner Vorw\u00fcrfe, die \u201eQuerfront\u201c, bei genauem Hinsehen zerbr\u00f6selt, sind die aktuellen Vorw\u00fcrfe nicht minder auf Sand gebaut. Dabei werden zun\u00e4chst der Deutsche Freidenker- Verband (und in Folge der Bundesverband Arbeiterfotografie) ins Visier genommen, und die unterschiedlichen Positionen zu den \u201eMahnwachen f\u00fcr den Frieden\u201c gegen\u00fcbergestellt:<\/p>\n<p>\u201eUm diese (\u2026) tobte bekanntlich ein harter Kampf. In diesem hat sich die VVN-BdA von Anfang an eindeutig gegen jede Einflussnahme nationalistisch-rechtsgestrickter Akteure gewehrt. Der Verband der \u201aFreidenker\u2018, insbesondere dessen Bundesverband, ist einer der vehementesten Vertreter einer Zusammenarbeit mit Mahnwachen und \u00e4hnlichen Akteuren.\u201c<\/p>\n<p>An dieser Darstellung stimmt fast nichts. Dass sich \u201adie VVN-BdA in einem harten Kampf gegen rechtsgestrickte Akteure gewehrt\u2018 h\u00e4tte, ist allen Beteiligten unbekannt. Au\u00dfer, eine Distanzierung von den Mahnwachen zu Papier zu bringen, hat sie nichts geleistet. Das hat nur im praktischen Leben, auf der Stra\u00dfe, niemand zur Kenntnis genommen, in den Mahnwachen nichts bewirkt, und die \u201erechtsgestrickten Akteure\u201c hat es auch nicht in die Flucht geschlagen.<\/p>\n<p>Der Freidenkerverband verhielt und verh\u00e4lt sich tats\u00e4chlich anders. Allerdings nicht, wie Willms behauptet, indem wir \u201avehement f\u00fcr die Zusammenarbeit mit rechtsgestrickten Akteuren eintreten\u2018, ganz im Gegenteil. Freidenkerinnen und Freidenker haben sich von Anbeginn an den Mahnwachen f\u00fcr den Frieden beteiligt, wir haben es begr\u00fc\u00dft, dass sich viele Menschen erstmals und unaufgefordert engagiert haben. Wir taten dies gemeinsam mit vielen Friedensfreunden, die nicht von einem \u201aAlleinvertretungsanspruch\u2018 geblendet und mit Verachtung auf \u201aunreife Protestierer\u2018 herabgeblickt haben.<\/p>\n<p>Uns war bewusst, dass Nazis und Rassisten versuchten, beim Friedensthema anzudocken, Einfluss zu gewinnen, im Tr\u00fcben zu fischen. Unsere Konsequenz war: Hingehen, auftreten, klare inhaltliche Positionen vertreten, und immer wieder die Unteilbarkeit der Losung \u201eNie wieder Krieg, nie wieder Faschismus\u201c zu bekr\u00e4ftigen. Es kam uns darauf an, bei den neu in Bewegung gekommenen Menschen selbst Lernprozesse anzusto\u00dfen und zu unterst\u00fctzen. Innerhalb weniger Monate wurde erreicht, dass in \u00fcber 95% der F\u00e4lle Nazis isoliert, vom Platz gestellt und vertrieben wurden \u2013 von den Aktivisten der Mahnwachen selbst!<\/p>\n<p><em>J\u00fcrgen Els\u00e4sser z. B., den Willms in seinem Beitrag wiederholt hochleben l\u00e4sst, hat seit Sommer 2014 auf keiner Mahnwache mehr gesprochen. Auf seinem Blog appellierte er im Juli 2014 \u201eVerhindern wir, dass die Montagsdemos von Links kaputtgemacht werden!\u201c<a href=\"#ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Die Ursache sieht er darin, dass linke Redner (\u2026) sofort begannen, andere Str\u00f6mungen wegzubei\u00dfen.\u201c K\u00fcnftige Veranstaltungen d\u00fcrften \u201enicht wieder von den linken Gebetsrednern dominiert\u201c werden. Jedenfalls d\u00fcrfte unbestritten sein, dass die VVN f\u00fcr Els\u00e4sser keinen Grund zum Klagen geliefert hat, sie hat sich ja lieber \u201afein rausgehalten\u2018.<\/em><\/p>\n<p>Ignoriert Willms diese Entwicklung mit Absicht, weil er sich Els\u00e4sser als \u201aLieblingsfeind\u2018 nicht nehmen lassen will, mit dem man so gut die ganze Bewegung diskreditieren kann, oder ist es schlicht Unkenntnis, weil er um die Veranstaltungen lieber einen gro\u00dfen Bogen gemacht hat? Unger\u00fchrt davon werden weiterhin Linke wie Pedram Shayar und Internationalisten wie Ken Jebsen mit Els\u00e4sser in einen Sack gesteckt, man nimmt weder ihre Entwicklung noch aktuellen Aussagen zur Kenntnis, schon gar nicht ihre Erkl\u00e4rung vom Mai 2014: \u201eOrganisierte Neonazis, braune Kameradschaften und faschistoide Praktiken haben auf unseren Mahnwachen nichts verloren.\u201c<\/p>\n<p>Jede Organisation soll \u00fcber ihre Politik selbst entscheiden. Freidenker f\u00fcr ihren Teil lehnen einen \u201eSalon-Antifaschismus\u201c ab. Wir haben keine Angst, mit dem \u201eVolk\u201c in Ber\u00fchrung zu kommen, das andere lieber f\u00fcr \u201aunber\u00fchrbar\u2018 erkl\u00e4ren. Wir haben auch keine Angst vor dem Urteil \u201eSchuldig durch Kontakt\u201c, das bevorzugt durch Spezialisten gesprochen wird, die sonst nichts zustande kriegen. Wir arbeiten auf der Grundlage von \u201eNie wieder Krieg, nie wieder Faschismus\u201c mit allen zusammen, die dazu bereit sind. Deshalb sind wir auch stolz darauf, mit dem \u201eFriedenswinter 2014\/15\u201cdie Zusammenarbeit von \u201ealter\u201c und \u201eneuer Friedensbewegung\u201c gef\u00f6rdert zu haben. Mit den neuen Kampagnen \u201eRaus aus der NATO!\u201c, \u201eBeenden Sie das Aushungern des syrischen Volkes!\u201c, \u201eStopp Ramstein\u201c und &#8222;Nein zur Bundeswehr in Syrien!\u201c ist es gelungen, die spalterische Unterscheidung von \u201ealt\u201c und \u201eneu\u201c in der Friedensbewegung hinter uns zu lassen.<\/p>\n<p><strong>Was \u201ad\u00fcrfen\u2018 Freidenker?<\/strong><\/p>\n<p>Was der Freidenkerverband sein \u201asollte\u2018, dar\u00fcber macht sich Willms auch so seine Gedanken: \u201eEigentlich ein Verband der Konfessionslosen und linken Kirchenkritiker, verh\u00e4lt er sich unter der F\u00fchrung seines Vorsitzenden Klaus Hartmann seit einigen Jahren eher wie eine Art Partei mit allgemeinpolitischem Anspruch.\u201c<\/p>\n<p>Eine Vereinigung von \u201eKonfessionslosen und linken Kirchenkritikern\u201c w\u00fcrde aber kaum den Anforderungen des Art 140 GG i. V. m. Art. 137 Abs. 7 WRV (Vereinigungen zur gemeinschaftlichen Pflege einer Weltanschauung) gerecht. Au\u00dferdem verkennt der Autor, dass sich bereits die 1905 und 1908 gegr\u00fcndeten Vorg\u00e4ngerorganisationen, die sich 1927 zum Deutschen Freidenker-Verband zusammenschlossen, als sozialistische Kulturorganisationen verstanden haben.<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise ist ihm auch unbekannt, dass Max Sievers, der erste Vorsitzende des vereinigten Verbandes, bereits 1919 im Soldatenrat in Berlin wirkte, 1933 auf der ersten Liste der von den Faschisten Ausgeb\u00fcrgerten stand sowie nach Verhaftung und Flucht bis zur erneuten Verhaftung 1943 intensivste Widerstandsarbeit geleistet hat (Herausgabe des \u201eFreidenker\u201c, der \u201eSievers-Korrespondenz\u201c und des \u201eFreien Deutschland\u201c), wegen Hochverrat durch Freislers \u201eVolksgerichtshof\u201c zum Tode verurteilt, und 1944 im Zuchthaus Brandenburg-G\u00f6rden mit dem Fallbeil ermordet wurde. Sein 1939 erschienenes Buch tr\u00e4gt den programmatischen Titel \u201eUnser Kampf gegen das Dritte Reich. Von der nazistischen Diktatur zur sozialistischen Demokratie\u201c. Das allgemeine \u201epolitische Mandat\u201c nehmen die Freidenker also bereits seit Beginn des vorigen Jahrhunderts wahr, und seit der Befreiung vom Faschismus ist \u201eNie wieder Krieg, nie wieder Faschismus\u201c konstitutiv f\u00fcr die Identit\u00e4t des Freidenkerverbandes.<\/p>\n<p>Leider missf\u00e4llt Willms auch das antifaschistische Engagement der Freidenker, denn \u201ezur \u2026 NPD \u2026 wird nur behauptet, dass diese \u201ageheimdienstlich\u2018 gesteuert sei\u201c. \u201eGeheimdienstlich\u201c in Anf\u00fchrungszeichen \u2013 er zitiert. Wir nennen den Inlandsgeheimdienst nicht bei seinem irref\u00fchrenden Marketingnamen \u201eVerfassungsschutz\u201c. \u201eNur behauptet\u201c druckt er fett, hat er nicht mitbekommen, dass der NPD-Verbotsprozess wegen \u201ezu gro\u00dfer Staatsn\u00e4he\u201c platzte? Oder wie wir gerne formulieren: \u201ezu gro\u00dfer NPD-N\u00e4he des Staates\u201c! Er beanstandet \u201ediverse Freidenker-Autoren, die h\u00e4ufig gegen einen deutschen \u201aPolizeistaat\u2018 polemisieren\u201c. Hat er vom Polizeischutz f\u00fcr Nazi-Demos und Polizeigewalt gegen Antifaschisten noch nichts mitbekommen?<\/p>\n<p>Dann beanstandet Willms, \u201edass man sich mit \u201aRechtspopulisten\u2018 \u201apolitisch auseinandersetzen\u2018 solle\u201c. Um der Aussage einen Skandalgehalt anzudichten, unterschl\u00e4gt er einfach den Zusammenhang, denn der n\u00e4chste Satz lautet: \u201eF\u00fcr Faschismus gilt das nicht. Hier gilt das Verbot\u201c.<\/p>\n<p>Doch der entscheidende Aufreger f\u00fcr Willms ist uns schon oft begegnet: \u201eWichtig ist den Autoren die Entschuldung der \u201aMassen\u2018 bez\u00fcglich ihrer Beteiligung am historischen Faschismus.\u201c Wer aber beschuldigt die \u201eMassen\u201c, wer hat sie angeklagt? Es sind die \u201eantideutschen\u201c Neocons, die vergessen machen wollen, dass der Faschismus den Interessen des monopolitischen Finanzkapital dient und von ihm an die Macht geschoben wurde, sie bestreiten, dass Faschismus eine Form b\u00fcrgerlicher Herrschaft ist, sie suggerieren, Faschismus sei ein Projekt der \u201esubalternen Massen\u201c. Damit wollen sie Dimitroff und eine marxistische Faschismusanalyse entsorgen.<\/p>\n<p>Dagegen setzt sich der Deutsche Freidenker-Verband zur Wehr, und damit \u201evertritt der Verband dieselbe dogmatische Verengung, wie sie anhand des Duos Witt-Stahl\/Sommer beschrieben wurde\u201c, schreibt Willms, und verweist auf seinen selbstverfassten Verriss des Buches \u201eAntifa hei\u00dft Luftangriff\u201c (in antifa 5\/15). Dem hat er den geschmackvollen Titel \u201eEin Stahlgewitter\u201c verpasst, nicht nur eine Anspielung auf Ernst J\u00fcngers Heldensaga \u00fcber den 1. Weltkrieg, auch eine Verballhornung des Namens der Herausgeberin Susann Witt-Stahl. Vielleicht findet sich in der VVN jemand, der den Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer dar\u00fcber aufkl\u00e4ren kann, dass seit der Verballhornung j\u00fcdischer Namen im \u201eSt\u00fcrmer\u201c und anderen Nazi-Bl\u00e4ttern jedes Spiel mit Namen zum Denunzieren deren Tr\u00e4ger als zumindest \u201alatent antisemitisch\u2018 gilt. \u201eNo jokes with names\u201c lautet deshalb ein angloamerikanischer Benimm-Kodex.<\/p>\n<p><strong>Immer bei der Wahrheit bleiben!<\/strong><\/p>\n<p>Im Stile seiner \u201eQuerfront\u201c-Geschichtsmanipulation untersucht Willms dann den \u201eFreidenker\u201c 1-2015 mit dem Titel \u201e70 Jahre Befreiung von Faschismus und Krieg\u201c. Aus der Umschlaggestaltung schlie\u00dft er messerscharf, \u201edass es dem Verband wichtig ist, als antifaschistisch zu gelten.\u201c Man darf vermuten, dass dies der VVN\/BdA auch nicht unwichtig ist.<\/p>\n<p>Aber der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der VVN hie\u00dfe nicht Willms, f\u00e4nde er nicht sogleich ein Haar in der Suppe: N\u00e4mlich auf der \u201eR\u00fcckseite das Fritz-Cremer-Denkmal in Buchenwald, erg\u00e4nzt mit den h\u00e4ufig zitierten Ausz\u00fcgen aus dem Schwur von Buchenwald. Der notwendige Hinweis, dass es eben nur Ausz\u00fcge sind, fehlt allerdings, was angesichts des Heftinhaltes keine sprachliche Lappalie ist.\u201c<\/p>\n<p><strong>Die Ausz\u00fcge lauten:<\/strong><\/p>\n<p>\u201eWir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der V\u00f6lker steht!<\/p>\n<p>Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung.<\/p>\n<p>Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.<\/p>\n<p>Das sind wir unseren gemordeten Kameraden, ihren Angeh\u00f6rigen schuldig.\u201c<\/p>\n<p>Mit dem Schwur von Buchenwald kennt sich die VVN offenbar aus. Auf Ihrer Homepage steht unter dem Impressum:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Die Vernichtung des Faschismus mit seinen Wurzeln, der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.&#8220;<br \/>\nDieser Schwur der befreiten H\u00e4ftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald ist bis heute aktuell geblieben und unver\u00e4ndert g\u00fcltiges Leitmotiv der VVN-BdA. <a href=\"#ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Aktuell \u201egebleiben\u201c? Sonderlich viel Sorgfalt haben sie auf den Schwur offenbar nicht verwandt. Im Vergleich: Die VVN zitiert zwei S\u00e4tze (die sie zu einem zusammenbastelt), wir zitieren vier S\u00e4tze (die vier abschlie\u00dfenden S\u00e4tze, die den Charakter des Schwures haben), und uns werfen sie vor, auf den \u201enotwendigen Hinweis, dass es eben nur Ausz\u00fcge sind\u201c, verzichtet zu haben, verzichten aber selbst darauf. Und dass sie das Zitat \u201aumgestalten\u2018, aus \u201eNazismus\u201c \u201eFaschismus\u201c machen, die Worte \u201eist unsere Losung\u201c wegfallen lassen \u2013 geschenkt. Aber wenn wir uns das erlaubt h\u00e4tten \u2013 nicht auszudenken.<\/p>\n<p>Was aber Willms so schmerzlich vermisst, dass er auf den \u201eAusz\u00fcgen\u201c herumreitet, erkl\u00e4rt er zum Gl\u00fcck ausf\u00fchrlich: \u201eW\u00fcrde man den ganzen Text heranziehen und nicht nur die S\u00e4tze aus denen man Best\u00e4tigung f\u00fcr das eigene Anliegen zu finden meint, w\u00fcrde man bemerken, dass der Schwur sich ausdr\u00fccklich bei den \u201averb\u00fcndeten Armeen\u2018 bedankt. Als einziger namentlich genannter Politiker wird US-Pr\u00e4sident Roosevelt herausgehoben als \u201ades grossen Freundes der Antifaschisten aller L\u00e4nder, eines Organisatoren und Initiatoren des Kampfes um eine neue demokratische, friedliche Welt.\u2018\u201c<\/p>\n<p>Auch dar\u00fcber ger\u00e4t Willms ins Stolpern: \u201eherausgehoben als \u201ades gro\u00dfen Freundes \u2026\u2018\u201c? Woher der falsche Genitiv? Schlechtes Deutsch? Unachtsamkeit? Nein, es ist Willms\u2018 Manipulationsabsicht, die diesen Fehler verursacht hat. Er biegt diesen Satz zurecht, aus dem er \u201eBest\u00e4tigung f\u00fcr das eigene Anliegen zu finden meint\u201c.<\/p>\n<p>Worin besteht das Zurechtbiegen, die Manipulation durch Wilms? Er scheint seine Leserschaft f\u00fcr recht unbedarft zu halten, offenbar rechnet er mit ihrer Unwissenheit, dass der Schwur der Buchenwald-H\u00e4ftlinge am 19. April 1945 erfolgte, eine Woche nachdem der US-Pr\u00e4sident Franklin D. Roosevelt am 12. April 1945 verstorben war. Denn aufgrund dessen stand der Schwur auch im Zeichen der Trauer, was aber Willms durch Weglassen des Satzteils \u201eWir gedenken an dieser Stelle \u2026\u201c sowie des anschlie\u00dfenden Satzes \u201eEhre seinem Andenken!\u201c negieren m\u00f6chte. Daher auch der \u201afalsche Genitiv\u2018 in seinem Bruchst\u00fcck, dagegen ist die Verwandlung von \u201efriedsame\u201c in \u201efriedliche\u201c Welt eher eine l\u00e4ssliche S\u00fcnde. F\u00fcr alle Interessierten die komplette Passage:<\/p>\n<p>\u201eWir gedenken an dieser Stelle des gro\u00dfen Freundes der Antifaschisten aller L\u00e4nder, eines Organisatoren und Initiators des Kampfes um eine neue demokratische, friedsame Welt F. D. Roosevelt. Ehre seinem Andenken!\u201c<\/p>\n<p>Dass die \u201anamentliche Hervorhebung von Roosevelt\u2018 in dessen unmittelbar vorangegangenem tragischen Tod begr\u00fcndet lag, h\u00e4tte aber nicht zu Willms\u2018 Manipulationsvorwurf an die Freidenker gepasst. Er will eben suggerieren, wir h\u00e4tten wegen einer Aversion gegen die USA oder weil nicht die Sowjetunion, nicht Stalin \u201ehervorgehoben\u201c w\u00fcrden, etwas weggelassen.<\/p>\n<p>Es ist also Willms, der genau das tut, was er den Freidenkern vorwirft: eine Weglassung zwecks Manipulation. Und dann ruft er noch \u201eHaltet den Dieb!\u201c. Legt das nicht die Gegenfrage nahe, ob die reale Manipulation durch den VVN-Autor m\u00f6glicherweise in einer Aversion gegen die Sowjetunion gr\u00fcndet?Und k\u00f6nnte man nicht auch fragen: \u201aSagt er noch die Unwahrheit, oder l\u00fcgt er schon?\u2018<\/p>\n<p><strong>Im Diffamierungsmodus<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem Willms in neokonservativer \u201eRot-gleich-Braun\u201c-Manier sein kontrafaktisches \u201eQuerfront\u201c -Paradigma zusammengeschustert hat, versucht er, diese vermeintliche Wunderwaffe politischer Denunziation gegen Personen und Organisationen zum Einsatz zu bringen, die er von seinem Standpunkt aus als politische Gegner ausgemacht hat.<\/p>\n<p>Neben dem Deutschen Freidenker-Verband und dem Bundesverband Arbeiterfotografie (nebst ihrer Satirezeitung \u201eKrokodil\u201c) hat er besonders die \u201eNeue Rheinische Zeitung\u201c und die \u201eNachdenkseiten\u201c ins Visier genommen. Die Attackierten werden ggf. dazu selbst Stellung nehmen. Zwecks Diffamierung der \u201eNeue Rheinische Zeitung\u201c l\u00e4sst Willms eine Kronzeugin zu Protokoll geben, die w\u00fcrde \u201eseit l\u00e4ngerem\u201cEls\u00e4sser Gelegenheit geben, \u201eseine rechtspopulistischen Gedanken zu \u00e4u\u00dfern\u201c. Dass es damit seit 2012 vorbei ist, erf\u00e4hrt man freilich nicht. Bemerkenswert erscheint besonders die Attacke gegen die \u201eNachdenkseiten\u201c von Albrecht M\u00fcller, ehemaliger Planungschef im Bundeskanzleramt unter Willy Brandt und Helmut Schmidt, abgefertigt unter der \u00dcberschrift \u201eVereinfachungsindustrie\u201c, mit \u201eSchlagseite nach rechts\u201c. Offenbar ist es der Experte selbst, der zwischen \u201erechts und links\u201c nicht mehr unterscheiden kann.<\/p>\n<p>Dem Freidenkerverband attestiert Willms den Verlust der \u201eF\u00e4higkeit, offenkundig irrationale und wahnhafte Personen abzuwehren\u201c. Dann nennt er Namen und Symptome. \u201eDer Freidenker-Aktivist Hartmut Barth-Engelbart\u201c zeige sich \u201eumtriebig\u201c, \u201egleichzeitig kann er nicht \u201aIsrael\u2018 schreiben, ohne drei negative Adjektive hinzuzuf\u00fcgen\u201c. Was \u201eAntideutsche\u201c und \u201eNeocons\u201c f\u00fcr den letzten Beweis f\u00fcr \u201eAntisemitismus\u201c halten. Elias Davidsson sei \u201eauf die Leugnung des Islamismus im Allgemeinen und des Terroranschlags vom 11. September im Besonderen spezialisiert\u201c. Die Spezialit\u00e4t von Willms scheint die schlechte Recherche zu sein, denn Davidsson \u201aleugnet\u2018 beides nicht, aber er streitet gegen das rassistische Propagandakonstrukt, Islamismus mit Terror zu assoziieren sowie die regierungsamtliche Verschw\u00f6rungstheorie zu 9\/11. Bei der Freidenker-Konferenz am 12.09.2015 zu \u201eN\u00fctzlicher Feind: \u201aFaktor Islam\u2018\u201c hat Davidsson den brillanten Vortrag \u201eMythos Islamistischer Terrorismus\u201c gehalten.<a href=\"#ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Hauptsache, Willms konnte hier \u201aunauff\u00e4llig\u2018 das Wort \u201eLeugnung\u201c platzieren, da ist die \u201eHolocaust-Leugnung\u201c nicht mehr weit. Von Davidsson wei\u00df er noch, der sei \u201eaus Island zugewandert\u201c, nicht jedoch, dass er als Sohn j\u00fcdischer Eltern in Pal\u00e4stina geboren und aufgewachsen ist, bevor er nach Island emigrierte.<\/p>\n<p>Wenn schon nicht bei sauberer Recherche, so liegen Willms\u2018 F\u00e4higkeiten offenbar mehr im medizinischen Bereich, Fachgebiet Psychiatrie. Denn mit \u201ewahnhafte Personen\u201c wird ein psychopathologischer Befund vorgelegt, ein Krankheitssymptom im Rahmen psychischer St\u00f6rungen diagnostiziert. Das ist im Umgang mit Andersdenken ein Zeichen f\u00fcr Kulturverfall und Negierung von Menschenw\u00fcrde, und f\u00fcr Antifaschisten ein absolutes Tabu. Vielleicht sollte der Spezialist sich auch auf die Volksweisheit besinnen: \u201eWenn du mit dem Finger auf andere Menschen zeigst, zeigen drei Finger auf dich selbst.\u201c<\/p>\n<p><strong>Mit der \u201eQuerfront\u201c-Keule gegen Russland<\/strong><\/p>\n<p>Willms greift gerade solche Positionen an, die in scharfem Kontrast zu westlichen Weltmachtstrategien stehen. Die Diffamierung soll nach der superschlauen Machart funktionieren, linke Personen und Organisationen, die diese Positionen vertreten, einfach irgendwie mit rechten Buhm\u00e4nnern in Verbindung zu bringen. Nachdem uns Willms eingangs mitgeteilt hat, dass \u201eRussland im Zentrum des Interesses beider Str\u00f6mungen\u201c steht, fragen wir uns nach den Ursachen f\u00fcr sein eigenes intensives Interesse an Russland.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst gilt ihm \u201e\u2018Frieden\u2018 in Kombination mit \u201aRussland-Solidarit\u00e4t\u2018\u201c als aktueller Ankn\u00fcpfungspunkt von Neonazis, dann folgt der n\u00e4chste Auftritt von \u201eLieblingsfeind\u201c Els\u00e4sser. In den Steuerunterlagen von dessen \u201eCompakt\u201c-Magazin st\u00f6bernd, entdeckt Willms \u201eeine unerkl\u00e4rte Finanzierungsl\u00fccke von j\u00e4hrlich 100.000 Euro\u201c. Da Els\u00e4sser aber bei diversen Kongressen mit dem Institut de la D\u00e9mocratie et de la Coop\u00e9ration, einer \u201eVorfeldorganisation des russischen Staates\u201c zusammengearbeitet hat, schlie\u00dft der Steuerexperte messerscharf, dass dieses Institut wom\u00f6glich f\u00fcr die \u201eStabilit\u00e4t\u201c von \u201eCompact\u201c sorgt. Mit der Vermutung \u201aEls\u00e4sser ist von den Russen gekauft\u201c wird generell nahegelegt: Freunde Russlands sind gekaufte Querfrontanh\u00e4nger.<\/p>\n<p>Stellt sich hier nicht eher die Frage, ob Willms und Els\u00e4sser nicht eigentlich Br\u00fcder im Geiste sind, insofern sie beide die traditionelle Volksfront-Strategie der Arbeiterklasse, die den Herrschenden k\u00fcnftig wieder gef\u00e4hrlich werden k\u00f6nnte, nach Kr\u00e4ften zu ruinieren versuchen: der eine durch eine Volksfront-Karikatur ohne Kommunisten und Arbeiterbewegung, die sich Idolen \u00e0 la Sarrazin an die Brust wirft, der andere mit einem Generalverdacht gegen breite B\u00fcndnisse sozialistischer und antiimperialistischer Kr\u00e4fte als von rechts unterwanderte \u201eQuerfront\u201c-Bildung?<\/p>\n<p>Zuwider ist Willms, wer f\u00fcr gute Beziehungen zu Russland eintritt. Das ist angesichts der fortgesetzten Einkreisungspolitik von USA und NATO gegen Russland, angesichts der NATO-Aggression in der Ukraine und der damit heraufbeschworenen Gefahr eines Hei\u00dfen Krieges in Europa, ja eines neuen Weltkriegs, eine h\u00f6chst merkw\u00fcrdige Einstellung, speziell f\u00fcr den Vertreter einer Organisation, f\u00fcr die \u201eNie wieder Krieg\u201c noch gelten soll. Schlichteste Gem\u00fcter k\u00f6nnten mittlerweile <em>gemerkt haben, <\/em>dass die USA in dem Bem\u00fchen, ihren machtpolitischen Niedergang als \u201eeinzige Weltmacht\u201c aufzuhalten, bestrebt ist, Westeuropa \u2013 mit Hilfe neokonservativer europ\u00e4ischer Atlantiker in eine Konfrontation mit Russland hineinzutreiben. Kein Wunder, dass die NATO nach Meinungsumfragen nur noch von jedem zweiten positiv gesehen wird.<a href=\"#ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a><\/p>\n<p>Im Dezember 2014 haben m<em>ehr als 60 Pers\u00f6nlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien in dem Aufruf <\/em><span class=\"title\">&#8222;Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!&#8220;<\/span> <em>eindringlich gewarnt: \u201e<\/em>Wir d\u00fcrfen Russland nicht aus Europa hinausdr\u00e4ngen. Das w\u00e4re unhistorisch, unvern\u00fcnftig und gef\u00e4hrlich f\u00fcr den Frieden. Seit dem Wiener Kongress 1814 geh\u00f6rt Russland zu den anerkannten Gestaltungsm\u00e4chten Europas. Alle, die versucht haben, das gewaltsam zu \u00e4ndern, sind blutig gescheitert \u2013 zuletzt das gr\u00f6\u00dfenwahnsinnige Hitler-Deutschland, das 1941 mordend auszog, auch Russland zu unterwerfen.\u201c<a href=\"#ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a><\/p>\n<p>Klartext der Freidenker: \u201eDie einzige Chance zur Verteidigung des Friedens besteht in der Ann\u00e4herung an Russland. (\u2026)Nur an der Seite Russlands kann ein dritter Weltkrieg verhindert werden. (\u2026). Nur im B\u00fcndnis mit ihm hat unsere Forderung \u201aDeutschland raus aus der NATO \u2013 NATO raus aus Deutschland\u2018 eine realistische Chance, perspektivisch durchgesetzt zu werden. Eine halbseidene Position der \u201a\u00c4quidistanz\u2018 irgendwo in der Mitte zwischen der NATO und Russland war noch nie so falsch und gef\u00e4hrlich wie jetzt. Sie l\u00e4hmt vor allem den Widerstand gegen den Krieg. Denn wenn nicht entschieden die L\u00fcge, dass von Russland eine Bedrohung ausgehe, zur\u00fcckgewiesen wird, dann bleibt die zentrale und psychologisch wirksamste Begr\u00fcndung f\u00fcr die Kriegseskalation der NATO im Raum stehen.\u201c<a href=\"#ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p>Besonderen Ansto\u00df nimmt Willms ander Feststellung der Freidenker, dass \u201edas Russland Putins\u201c einen \u201eneuen Typ von relativ fortschrittlichem \u201aStaatskapitalismus\u2018\u201c verk\u00f6rpert, dass der Gegensatz zwischen den USA und anderen imperialistischen Zentren einerseits und aufstrebenden Schwellenl\u00e4ndern andererseits als ein \u201eneuer Systemkonflikt\u201c zu analysieren ist. H\u00e4tte sich Willms besser informiert, h\u00e4tte er auch hier \u201eQuerfront\u201c schreien m\u00fcssen; denn nicht deutsche Freidenker sondern der britische \u201eEconomist\u201c, ein Leitorgan des neoliberalen westlichen Kapitalismus, hat die Weltlage im Wesentlichen so beschrieben, Fazit: \u201eDer entscheidende Kampf des 21. Jahrhunderts spielt sich nicht zwischen Kapitalismus und Sozialismus ab, sondern zwischen verschiedenen Versionen von Kapitalismus.\u201c<a href=\"#ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> Die sogenannten BRICS-Staaten bilden eine neue eigenst\u00e4ndige Staatengemeinschaft und streben eine Weltordnung an, die der gegenw\u00e4rtigen entgegengesetzt ist. Sich in der Wahrnehmung der weltpolitischen Wirklichkeit d\u00fcmmer anzustellen als der Klassengegner, kann zumindest von den Freidenkern niemand verlangen. Objektiv verteidigt Willms das von den Neocons proklamierte \u201eNeue amerikanische Jahrhundert\u201c<a href=\"#ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a>.<\/p>\n<p>Der Autor beanstandet weiter die Feststellung: \u201eDie USA w\u00fcrden im Gegensatz zu Russland von einer \u201aparasit\u00e4ren Schicht der Finanzoligarchie\u2018 beherrscht, eine Begrifflichkeit die gleich f\u00fcnfmal auftaucht.\u201c Er verschweigt, dass dieser Begriff zentral in Lenins Imperialismusanalyse ist, der mit wissenschaftlicher Exaktheit genau die Schicht bezeichnet, welche die staatsmonopolistischen Staaten des Westens beherrscht.<a href=\"#ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Dabei wird den Freidenkern, die \u2013 wie der \u201eEconomist\u201c \u2013 mit Respekt zur Kenntnis nehmen, dass Putin die oligarchischen R\u00e4uber der Staatsmacht untergeordnet hat, von Willms wahrheitswidrig unterstellt, dass sie \u201edas russische Oligarchentum ignorieren\u201c.<\/p>\n<p>Das Verschweigen der Leninschen Urheberschaft f\u00fcr die Analyse des Parasit\u00e4ren des imperialistischen Kapitalismus hat aber einen besonders infamen Grund, denn Willms findet \u201ehier das Bemerkenswerte die Unterscheidung zwischen \u201agutem\u2018 und \u201aschlechtem\u2018 Kapital\u201c. Nicht Lenin, sondern die Nazis, die mit der Unterscheidung zwischen \u201eraffendem\u201c und \u201eschaffendem\u201c Kapital auf Bauernfang gingen, sollen also Pate f\u00fcr die Freidenker-Einsch\u00e4tzung gestanden haben! Das ist der aus der \u201eantideutschen\u201c Giftk\u00fcche bekannte Versuch, Linken eine \u201eregressive\u201c oder \u201everk\u00fcrzte\u201c, jedenfalls \u201eantisemitische\u201c Kapitalismuskritik zu unterstellen. Und wo die Beweisf\u00fchrung nicht funktioniert, muss man eben nachhelfen. Indem Willms das \u201egute\u201c und das \u201eschlechte\u201c Kapital in Anf\u00fchrungszeichen schreibt, suggeriert er, dass es sich um Zitate handele. Dabei f\u00fchrt er diese Begriffe erst ein. Das ist dann nicht mehr, wie bisher wiederholt, eine Unwahrheit, das ist glatt gelogen.<\/p>\n<p><strong>Antiimperialistische Solidarit\u00e4t und Frieden<\/strong><\/p>\n<p>Was Willms gar nicht passt, ist die internationalistische Solidarit\u00e4t der Freidenker mit den von v\u00f6lkerrechtswidrigen Aggressionen bedrohten L\u00e4ndern Syrien und Iran. Der Deutsche Freidenkerverband hatte bereits im Dezember 2012 in einem Offenen Brief an die Bundeskanzlerin und die Bundestagsabgeordneten gegen die Stationierung von Patriot-Raketen in der T\u00fcrkei protestiert. Dieser Milit\u00e4reinsatz, die Entsendung eines Spionageschiffs, aber auch die strategische Partnerschaft mit den Aggressor-Staaten T\u00fcrkei, Katar und Saudi Arabien, der Abbruch der diplomatischen Beziehungen und Planungen f\u00fcr die Zeit \u201enach Assad\u201c stellten in ihrer Gesamtheit eine \u201ewesentliche Mitwirkung\u201c bei der Einschleusung und Unterst\u00fctzung bewaffneter Banden in Syrien dar. Dies ist nach UN-Definition ein Akt der Aggression, d.h. ein schwerer Versto\u00df gegen das V\u00f6lkerrecht und auf der Ebene pers\u00f6nlicher Verantwortung ein v\u00f6lkerrechtliches Delikt.<a href=\"#ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a><\/p>\n<p>Im Dezember 2015 gingen mehrere Strafanzeigen beim Generalbundesanwalt gegen die Eskalation der Einmischung in Syrien durch Einsatz von Tornado-Flugzeugen der Bundeswehr ein, darunter eine unter Mitwirkung von Freidenkern. Die von den Freidenkern vertretene v\u00f6lkerrechtliche Position zum Syrien-Konflikt ist inzwischen weitgehend Konsens der Friedenskr\u00e4fte. Im Geiste der Verteidigung des V\u00f6lkerrechts solidarisierten sich Freidenker mit in Deutschland lebenden patriotischen Syrern, die vor allem gegen die Diffamierung ihres Landes in den deutschen Medien protestieren.<\/p>\n<p>F\u00fcr Willms beweist das alles nur eine \u201ebemerkenswerte Affinit\u00e4t \u2026 insbesondere und ausgerechnet gegen\u00fcber dem Assad-Regime\u201c, in der \u00dcberschrift des Aufsatzes \u201eSyrien \u2013 Der gef\u00e4hrliche Mythos einer \u201afriedlichen Revolution\u201c sieht er eine \u201eVerdrehung der Tatsachen\u201c, mit der \u201edas jahrzehntealte Diktatoren-Regime \u201eentschuldet\u201c werde. Damit \u00fcbernimmt er schlankweg die neokonservative \u201eAssad muss weg\u201c- Propaganda gegen die legitime Regierung des Landes, die er sich durch eine Reise des NPD-EU-Abgeordneten Voigt nach Damaskus beglaubigen l\u00e4sst. Womit auch die \u201eQuerfront\u201c-Keule wieder geschwungen werden kann, weil Voigt die syrische Regierung \u201emit ganz \u00e4hnlichen Argumenten unterst\u00fctzt, wie die linken Assad-Freunde.\u201c<\/p>\n<p>Auch die etwas l\u00e4nger zur\u00fcckliegende Reise einiger Freidenker in den Iran diffamiert Willms, die dem Angebot des Muslim-Marktes nach unmittelbarer Information in dem Land folgten, das von neokonservativen, prozionistischen Kr\u00e4ften mit Krieg bedroht wurde. Sich nicht mit den von Herrschaftsmedien dargebotenen Verzerrungen zufrieden zu geben, gilt ihm als \u201eOffenbarungseid\u201c. Als Vehikel der Diffamierung dienen wieder andere Mitreisende, auf die unsere Teilnehmer keinen Einfluss hatten (zwei \u201aGeeignete\u2018 werden selektiv genannt, die anderen nicht), und nicht zuletzt der \u201eEmpfang bei Ahmadinedschad\u201c, Gottseibeiuns!<\/p>\n<p>Warum wird das Bed\u00fcrfnis nach Information \u00fcber ein von imperialistischen M\u00e4chten bedrohtes Land diffamiert? Warum geschieht dies in der Pose des \u201eAntifaschismus\u201c? Ist das nicht ein hinterh\u00e4ltig getarnter Versuch, f\u00fcr neokonservative Kriegsziele in der eigenen antifaschistischen Klientel um Verst\u00e4ndnis zu werben?<\/p>\n<p>Gegen das Spalten und Auseinanderdividieren der Friedenskr\u00e4fte lancierte der Deutsche Freidenker-Verband und die Arbeiterfotografie Ende Juni 2015 den Aufruf \u201eSagt NEIN, \u00e4chtet Aggressionen, bannt die Weltkriegsgefahr!\u201c In dieser programmatischen Erkl\u00e4rung werden f\u00fcnf konkrete Ziele formuliert: \u201eNATO-Vertrag k\u00fcndigen!\u201c, \u201e<strong>Vertrag \u00fcber den Aufenthalt ausl\u00e4ndischer Streitkr\u00e4fte k\u00fcndigen!\u201c, \u201eMit Russland kooperieren!\u201c, \u201eEine grunds\u00e4tzlich andere, friedliche Au\u00dfenpolitik gestalten!\u201c, \u201eDie Unterwerfung unter \u201asupranationale\u2018 Instanzen des Finanzkapitals beenden!\u201c Das Forderungsprogramm ist in der zentralen Losung zusammengefasst: \u201eDeutschland raus aus der NATO \u2013 NATO raus aus Deutschland\u201c.<\/strong><a href=\"#ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a><strong> Der Aufruf wurde bisher von 60 Gruppen und Organisationen aus der Friedensbewegung unterst\u00fctzt und von \u00fcber 800 Personen unterzeichnet.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Dar\u00fcber verr\u00e4t Willms seinem Publikum nichts, andernfalls k\u00f6nnte er nicht so umstandslos \u201eFrieden\u201c, \u201eRussland-Solidarit\u00e4t\u201c etc. zu \u201arechten Themen\u2018 erkl\u00e4ren, die Friedensbewegung <\/strong>zynisch nur als \u201edie ausgezehrten Reste der traditionellen Friedensbewegung\u201c wahrnehmen, und den Freidenkern \u201eeine starke Einengung ihres B\u00fcndnisspektrums\u201c nachsagen.<\/p>\n<p>Die Methode, mit der Willms versucht, den Deutschen Freidenker-Verband und die Arbeiterfotografie zu diffamieren, besteht ganz simpel darin, Sozialisten mit irgendetwas Rechtsextremem und Faschistischem in Verbindung zu bringen: \u00dcber ihre Forderungen wird wahrheitswidrig behauptet, es seien rechte, sie setzten auf die gleichen Themen und b\u00f6ten so Ankn\u00fcpfungspunkte f\u00fcr Ann\u00e4herungen. Die marxistische Imperialismuskritik wird umgef\u00e4lscht und als eine der Nazis ausgegeben, die Solidarit\u00e4t mit den Opfern imperialistischer Aggressionskriege als \u201arechts\u2018 denunziert. Seit der Weimarer Republik betreiben Faschisten eine ausgepr\u00e4gte soziale Demagogie, stellen sich als Anw\u00e4lte des \u201ekleinen Mannes\u201c dar und bem\u00e4chtigen sich linker Positionen, dies reicht bis zu scheinbar antikapitalistischen Forderungen wie heute \u201eWeg mit Hartz IV!\u201c. Aufgabe der Linken bleibt es, diese Demagogie zu entlarven und Faschisten als politische Interessenvertreter des Monopolkapitals zu enttarnen. Wer stattdessen Sozialisten aufgrund der Nazi-Demagogie \u201eGemeinsamkeiten\u201c unterstellt, spielt im Betrugssystem mit.<\/p>\n<p>Das Hantieren mit solchen kontrafaktischen und ahistorischen \u201eQuerfront\u201c-Anw\u00fcrfen kennzeichnet Willms als einen Zauberlehrling des \u201eantideutschen\u201c Ungeists. Das Bezeichnende dabei ist, dass er politische Positionen zu diskreditieren versucht, die in k\u00e4mpferischer Opposition zu den neokonservativen Weltmachtstrategien stehen. Inhaltlich wendet sich Willms auf verleumderische Weise gegen freundschaftliche Beziehungen zu Russland, gegen das Eintreten f\u00fcr ein multipolares Staatensystem, gegen Verteidigung des V\u00f6lkerrechts, gegen anti-imperialistische Solidarit\u00e4t, gegen Einigkeit und St\u00e4rke der Friedensbewegung. Bleiben zwei Fragen: Ist das \u201eantideutsche\u201c Gewese mit dem \u201eQuerfront\u201c-Vorwurf nicht im Wesentlichen der Versuch, das Immunsystem linker Milieus gegen neokonservative Herrschaftsideologien zu schw\u00e4chen? Und ist Willms nur ein \u201eantideutscher\u201c Zauberlehrling oder aber ein verkappter Neocon, der es an die Spitze der VVN-BdA geschafft hat?<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"ftn1\">[1]<\/a> <span class=\"addmd\">Volker Wei\u00df, <\/span>Moderne Antimoderne, S. 426, Anm. 232<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"ftn2\">[2]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/dfvvt12-die-richtigstellung-der-begriffe.pdf\" rel=\"noopener\">Aufgaben der Aufkl\u00e4rung: \u201eDie Richtigstellung der Begriffe\u201c<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"ftn3\">[3]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.antifainfoblatt.de\/artikel\/der-begriff-querfront-eine-historische-betrachtung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.antifainfoblatt.de\/artikel\/der-begriff-querfront-eine-historische-betrachtung<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"ftn4\">[4]<\/a> Georgi Dimitroff, Bericht auf dem VII. Weltkongre\u00df der Kommunistischen Internationale, Ausgew\u00e4hlte Schriften, Bd.2, Berlin 1958, S.523ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"ftn5\">[5]<\/a> Hans Heinz Holz, Aufhebung und Verwirklichung der Philosophie Bd. II, S. 11, Aurora Verlag, Berlin, 2011<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"ftn6\">[6]<\/a> Olaf Kistenmacher: Heil Moskau!, 22.05.2014, <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2014\/21\/49896.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2014\/21\/49896.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"ftn7\">[7]<\/a> <strong>Die Rote Fahne<\/strong>, 24. August 1930, s. Ernst Th\u00e4lmann, <strong>Reden und Aufs\u00e4tze zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung<\/strong>, Bd.2, Berlin 1956, S.530ff<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"ftn8\">[8]<\/a> Der \u201elinke Radikalismus\u201c, die Kinderkrankheit im Kommunismus, 1920, Lenin Werke, 4. Ausgabe, Bd. 31, S.52<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"ftn9\">[9]<\/a> <a href=\"https:\/\/juergenelsaesser.wordpress.com\/2014\/07\/02\/verhindern-wir-dass-die-montagsdemos-von-links-kaputtgemacht-werden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/juergenelsaesser.wordpress.com\/2014\/07\/02\/verhindern-wir-dass-die-montagsdemos-von-links-kaputtgemacht-werden\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"ftn10\">[10]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.vvn-bda.de\/impressum\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.vvn-bda.de\/impressum\/<\/a>, Screenshot der Website vom 23.01.2016<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"ftn11\">[11]<\/a> \u201eFreidenker\u201c 4-2015, S. 26 ff<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"ftn12\">[12]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.pewglobal.org\/2015\/06\/10\/nato-publics-blame-russia-for-ukrainian-crisis-but-reluctant-to-provide-military-aid\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.pewglobal.org\/2015\/06\/10\/nato-publics-blame-russia-for-ukrainian-crisis-but-reluctant-to-provide-military-aid\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"ftn13\">[13]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/2014-12\/aufruf-russland-dialog\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.zeit.de\/politik\/2014-12\/aufruf-russland-dialog<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"ftn14\">[14]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2014\/04-07\/020.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.jungewelt.de\/2014\/04-07\/020.php<\/a>, \u201eFreidenker\u201c 4-2014, S. 71 ff<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"ftn15\">[15]<\/a> Adrian Woolridge, The rise of state capitalism, \u201eEconomist\u201c 21.01.2012, <a href=\"http:\/\/www.economist.com\/node\/21543160\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.economist.com\/node\/21543160<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"ftn16\">[16]<\/a> Project for the New American Century (PNAC), neokonservative Denkfabrik in Washington, Nachfolgeorganisation: Foreign Policy Initiative<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"ftn17\">[17]<\/a> Lenin, Der Imperialismus als h\u00f6chstes Stadium des Kapitalismus, Werke Bd. 22, S. 189-309, 1960, Berlin\/DDR<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"ftn18\">[18]<\/a> <span class=\"reference-text\">Artikel 1 der Resolution A\/RES\/3314 (XXIX) der Generalversammlung <\/span>vom 14. Dezember 1974<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"ftn19\">[19]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.neinzurnato.de\/?page_id=173\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.neinzurnato.de\/?page_id=173<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Beitrag von Klaus Hartmann<\/strong><br \/>\nIn der Verbandszeitung \u201eantifa\u201c (Jan.\/Feb.2016) nimmt sich der Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Thomas Willms den Deutschen Freidenker-Verband und den Bundesverband Arbeiterfotografie zur Brust. Seine Behauptung: bei ihnen handele es sich um \u201ewichtige Knotenpunkt\u201c der \u201eRechts-Links-Ann\u00e4herungsversuche\u201c. &#8230;<br \/>\nDie Methode, mit der Willms versucht, den Deutschen Freidenker-Verband und die Arbeiterfotografie zu diffamieren, besteht ganz simpel darin, Sozialisten mit irgendetwas Rechtsextremem und Faschistischem in Verbindung zu bringen: \u00dcber ihre Forderungen wird wahrheitswidrig behauptet, es seien rechte, sie setzten auf die gleichen Themen und b\u00f6ten so Ankn\u00fcpfungspunkte f\u00fcr Ann\u00e4herungen. <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4691,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","advanced_seo_description":"","jetpack_seo_html_title":"","jetpack_seo_noindex":false,"jetpack_post_was_ever_published":false,"footnotes":""},"categories":[13,937],"tags":[348,27,335,61,342,349,347],"class_list":["post-46","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-frieden-antifaschismus-solidaritaet","category-zeit-der-verleumder-freidenker-fuer-klartext","tag-antifa","tag-deutscher-freidenker-verband","tag-frieden","tag-klaus-hartmann","tag-querfront","tag-thomas-willms","tag-vvn"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/klartext_zauberlehrling.jpg?fit=800%2C445&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9stpK-K","jetpack-related-posts":[{"id":43,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=43","url_meta":{"origin":46,"position":0},"title":"Freidenker-Brief 1-2016: Fauler \u201eQuerfront\u201c-Zauber","author":"Webmaster","date":"2. 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