{"id":4303,"date":"2014-01-20T16:40:21","date_gmt":"2014-01-20T15:40:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.freidenker.org\/?p=4303"},"modified":"2019-06-27T21:24:43","modified_gmt":"2019-06-27T19:24:43","slug":"4303","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=4303","title":{"rendered":"Max Sievers &#8211; K\u00e4mpfer f\u00fcr die Freiheit des Geistes"},"content":{"rendered":"<p><em>Rede des Vorsitzenden des Brandenburgischen Freidenker-Verbandes, <strong>Ralf Lux<\/strong>, am 18.01.2014 an der Gedenkst\u00e4tte f\u00fcr die antifaschistischen Widerstandsk\u00e4mpfer am Marienberg, Brandenburg an der Havel, anl\u00e4sslich des 70. Jahrestages der Ermordung von Max Sievers durch die deutschen Faschisten am 17. Januar 1944\u00a0<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Genossinnen und Genossen,<br \/>\nliebe Freundinnen und Freunde,<br \/>\nverehrte Anwesende!<\/p>\n<p>Wir haben uns heute hier versammelt, um Max Sievers zu ehren, der vor nunmehr 70 Jahren, hier in dieser Stadt \u2013 Brandenburg an der Havel \u2013 von den Faschisten ermordet wurde.<\/p>\n<p>Max Sievers war ein unerschrockener K\u00e4mpfer f\u00fcr die Emanzipation der Massen von den Dogmen der Kirche und von einer Kulturreaktion, die bestrebt war, den Fortschritt im gesellschaftlichen und freiheitlichen Wollen zu hemmen. Sein Wirken galt der sozialen Gerechtigkeit und der Anteilnahme aller schaffenden Menschen an den kulturellen und geistigen G\u00fctern der Gesellschaft<\/p>\n<p>Er war der langj\u00e4hrige Vorsitzende des Deutschen Freidenker-Verbandes (bis 1930 Verein der Freidenker f\u00fcr Feuerbestattung) und hat sich in dieser Funktion bleibende Verdienste erworben, bei der Einigung und St\u00e4rkung der deutschen Freidenkerbewegung.<\/p>\n<p>Sein Hauptaugenmerk galt nicht der strikten Einhaltung irgendeiner Parteilinie, sondern der Bildung und Aufkl\u00e4rung breiter Massen im Rahmen einer sozialistischen Kulturorganisation, zu der sich die Freidenkerbewegung in den 20er Jahren d.v.J. entwickelt hatte \u2013 nicht zuletzt durch sein eigenes, engagiertes Wirken.<\/p>\n<p>Er war ein entschiedener Gegner der Volksverdummung und der Unterjochung der werkt\u00e4tigen Massen unter die Interessen des Kapitals und er war deshalb \u2013 nat\u00fcrlich \u2013 ein \u00fcberzeugter Friedensk\u00e4mpfer und Antifaschist, der all seine Kraft daf\u00fcr einsetzte, das finsterste Kapitel deutscher Geschichte zu \u00fcberwinden mit dem Ausblick auf eine antifaschistische, demokratische, ja sozialistische Perspektive.<\/p>\n<p>Deshalb musste er vor 70 Jahren \u2013 hier in Brandenburg \u2013 unter dem Fallbeil sterben, so wie viele andere Widerstandsk\u00e4mpfer auch: Kommunisten, Sozialdemokraten, Christen, Anarchisten. Insofern war Max Sievers einer von vielen, aber f\u00fcr uns als die Vertreter der Freidenkerbewegung des 21. Jahrhunderts, ist das Wirken und der Kampf des Max Sievers nat\u00fcrlich von besonderem Interesse.<\/p>\n<p>Deshalb haben wir uns heute hier eingefunden: Um seiner zu gedenken und um zu manifestieren, dass sein Wirken f\u00fcr Emanzipation und Frieden nicht vergessen ist. Im Gegenteil: Max Sievers ist auch f\u00fcr uns heute noch immer ein Vorbild, dessen Verm\u00e4chtnis wir auch heute noch zu erf\u00fcllen haben.<\/p>\n<p><strong>[Aus dem Leben von Max Sievers]<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Max Wilhelm Georg Sievers wurde am 11. Juli 1887 in Tempelhof &#8211; damals Landkreis Teltow &#8211; als uneheliches Kind geboren. Seine Mutter war einfache Handarbeiterin. Sie heiratete ein Jahr sp\u00e4ter den Tischler Max Schmidt und zog mit ihm und dem Jungen in das benachbarte Rixdorf, das sp\u00e4tere Neuk\u00f6lln. Dies war ein Proletarierbezirk am Rande Berlins, und hier im &#8222;Roten Rixdorf\u201c erlebte der junge Max Sievers seine ersten Eindr\u00fccke von der sozialen Wirklichkeit des Kaiserreiches. Bis zum Jahre 1899 besuchte er die Gemeindeschule und musste danach sofort f\u00fcr seinen Lebensunterhalt selbst aufkommen. Als Ungelernter besuchte er nebenher eine Abendschule, und so konnte er ab 1907 als kaufm\u00e4nnischer Angestellter bei den Verlagen Scherl und Ullstein arbeiten.<\/p>\n<p>Da er sich als geschickter und gut ausgebildeter Kaufmann erwiesen hatte, konnte er ab 1911 in der Karosseriefabrik Schebera als Prokurist wirken. In den beiden Verlagen war er mit progressiven Arbeitern in Kontakt gekommen, er schloss sich den freien Gewerkschaften an, der Sozialdemokratischen Partei und der Zentralgemeinschaft der proletarischen Freidenker. Dort beteiligte er sich aktiv an der Kirchenaustrittsbewegung, die damals ihren H\u00f6hepunkt am 28. Oktober 1912 fand im &#8222;Massenstreik gegen die Staatskirche&#8220;. Grundlage f\u00fcr diese Bewegung war das Erfurter Parteiprogramm, das 1891&#8242; die &#8222;Abschaffung aller Aufwendungen aus \u00f6ffentlichen Mitteln zu kirchlichen und religi\u00f6sen Zwecken&#8220; gefordert hatte.<\/p>\n<p>1913 hatte Max Sievers geheiratet, doch seine Ehefrau Marie starb bereits 3 Jahre sp\u00e4ter, vermutlich an Schwindsucht und Unterern\u00e4hrung.<\/p>\n<p>1915 wurde Max Sievers als Soldat einberufen, diente an verschiedenen Fronten und wurde schwer verletzt. So machte er also schon fr\u00fch \u2013 er war ja noch keine drei\u00dfig \u2013 neben den Erfahrungen mit Elend und Armut der Arbeiterklasse in sogenannten Friedenszeiten auch die Erfahrung mit dem \u00dcbelsten, was kapitalistisches Profitstreben und imperialistischer Expansionsdrang hervorzubringen im Stande waren: Der Schrecken des Krieges, der Millionen von Menschen auf den Schlachtfeldern f\u00fcr Kaiser, Gott und Vaterland opferte. Diese Erfahrungen haben ihn ein f\u00fcr alle Mal gepr\u00e4gt und lie\u00dfen ihn zu einem entschiedenen Kriegsgegner werden.<\/p>\n<p>Nach mehreren Operationen wurde er zuerst in Belgien dann in Berlin zum Sanit\u00e4tsdienst eingesetzt. Dabei hatte er die Belgierin Denise Wauquieur kennengelernt, die 1921 seine zweite Ehefrau wurde. Seine Kriegserfahrungen hatten ihn radikalisiert. Neben dem Sozialdemokraten Adolph Hoffmann von den Freireligi\u00f6sen, war er dann ma\u00dfgeblich daran beteiligt, dass sich viele Sozialdemokraten 1917 der USPD anschlossen. W\u00e4hrend der Novemberrevolution unterst\u00fctzte er die vom Spartakusbund, ausgegebene Losung &#8222;Alle Macht den R\u00e4ten&#8220;. Die Idee einer \u201edeutschen R\u00e4terepublik\u201c verfolgte Max Sievers auch \u00fcber die Wirren der politischen Auseinandersetzungen in der Weimarer Republik hinweg bis in die drei\u00dfiger Jahre hinein.<\/p>\n<p>Gew\u00e4hlt wurde er in den Neuk\u00f6llner Soldatenrat und war 1919 Mitglied des aus KPD- und USPD-Mitgliedern bestehenden kommunalen Arbeiterrates, also Stadtverordneter. Seine journalistische T\u00e4tigkeit begann im &#8222;Arbeiter-Rat&#8220;, wo er bald hauptamtlicher Redakteur wurde. In die tagespolitischen K\u00e4mpfe und die ideologischen Auseinandersetzungen der Linken griff Max Sievers aktiv ein, er riet dazu, auf die wirkliche Situation nach der gescheiterten Revolution und den M\u00e4rzk\u00e4mpfen zu reagieren.<\/p>\n<p>Nachdem die KPD und der linke Fl\u00fcgel der USPD im Jahre 1920 jeweils die Beschl\u00fcsse des II. Weltkongresses auswerteten und jeweils ihren Beitritt zur 3. Internationale, der Komintern, beschlossen, kam es zur Vereinigung der beiden Parteien zur VKPD, deren Mitglied somit auch Max Sievers wurde. Er arbeitete in ihrem zentralen Parteiapparat, war f\u00fcr mehrere Wochen auch in der Redaktion der \u201eRoten Fahne\u201c t\u00e4tig und redigierte zeitweilig die seit dem 1. Januar 1921 erschienene Abendausgabe.<\/p>\n<p>Doch auch nach der Vergr\u00f6\u00dferung der KPD zur VKPD blieb die Partei durch interne Fl\u00fcgelk\u00e4mpfe konfiktbelastet.<\/p>\n<p>Aus heutiger Sicht erscheint es manchmal unbegreiflich, weshalb sich die Arbeiterbewegung in dieser Phase, wo sie die Chance hatte, sich zu einer Massenbewegung mit einer echten Massenpartei an der Spitze zu etablieren, in unz\u00e4hligen Fl\u00fcgelk\u00e4mpfen immer wieder selbst l\u00e4hmte. Doch angesichts der Tatsache, dass linke Gruppierungen noch heute \u00fcber den wahren Weg zum Sozialismus streiten, steht es uns wohl nicht zu, \u00fcber die Protagonisten der noch jungen revolution\u00e4ren Bewegung von damals zu urteilen.<\/p>\n<p>Die VKPD rief seinerzeit zum\u00a0 Generalstreik und gar zu dessen \u00dcberf\u00fchrung in den bewaffneten Aufstand auf, entwickelte die sogenannte \u201eOffensivtheorie\u201c, in der sie ohne Ber\u00fccksichtigung des tats\u00e4chlichen Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisses die Forderung nach der Offensive um jeden Preis aufstellte. Das\u00a0 f\u00fchrte letztlich &#8211; trotz des heroischen\u00a0 Kampfes der Arbeiter, von Mitgliedern\u00a0 der KPD, KAPD und \u00a0SPD &#8211; zur\u00a0 Niederlage gegen die Kr\u00e4fte der Konterrevolution. Zugleich wurde damit die\u00a0 im Januar 1921 eingeleitete Politik der VKPD einer Orientierung auf die Massen j\u00e4h unterbrochen. Viele Arbeiter\u00a0 wurden im Ergebnis der K\u00e4mpfe und\u00a0 des damals einsetzenden Terrors ermordet, Unz\u00e4hlige verletzt, Hunderte inhaftiert. Auch Max Sievers war einige Wochen in Haft.<\/p>\n<p>Der Parteivorsitzende Paul Levi war \u2013 ebenso wie Clara Zetkin und Max Sievers \u2013 ein Gegner der Offensivtheorie. Levi legte deshalb Anfang 1921 seinen Parteivorsitz nieder und wurde wenig sp\u00e4ter aus der KPD ausgeschlossen. Max Sievers trat wenige Monate sp\u00e4ter (im September) aus der KPD aus, um seinem Ausschluss zuvorzukommen, da er sich nicht von Levi distanzieren wollte, wie die Komintern es verlangte.<\/p>\n<p>Er schloss sich der von Paul Levi gegr\u00fcndeten Kommunistischen Arbeitsgemeinschaft (KAG) an, einem Zusammenschluss aus der Reichstagsfraktion ausgetretener und ausgeschlossener\u00a0 KPD-Mitglieder, er wurde deren hauptamtlicher Sekret\u00e4r sowie Redakteur der\u00a0 von ihnen geleiteten Zeitschrift \u201eUnser\u00a0 Weg\u201c. Bald kam es jedoch auch zum Bruch\u00a0 mit der KAG, denn Sievers lehnte im\u00a0 Gegensatz zu deren Mehrheit den Anschluss an die USPD (Rechte) ab. Er legte seine Funktionen nieder und schied\u00a0 aus der KAG aus, danach blieb er zun\u00e4chst parteilos.<\/p>\n<p>Die Erfahrungen aus dieser Zeit haben Max Sievers ganz offensichtlich den Glauben an die Parteien verg\u00e4llt. Zwar trat er sp\u00e4ter (1927) wieder in die SPD ein, aber seine Mitgliedschaft dort war nicht die eines Mitg\u00e4ngers: Max Sievers war ein viel zu eigenst\u00e4ndiger Geist, und deshalb rechnete er in seinen journalistischen Arbeiten nach der Machtergreifung der Faschisten mit dem reformistischen Kurs der SPD ab. gab ihr die Hauptschuld und lehnte den Kurs des Emigrationsvorstandes unter Otto Wels strikt ab. Auch die KPD, schrieb er 1935, habe versagt, und die KPdSU konnte f\u00fcr ihn wegen der &#8211; wie er sich ausdr\u00fcckte -milit\u00e4rischen Struktur kein Vorbild sein.<\/p>\n<p>Einen v\u00f6llig neuen und f\u00fcr ihn &#8211; und uns &#8211; so erfolgreichen Lebensweg beschritt er im Oktober 1922. Er hatte sich um eine ausgeschriebene Stelle beim Verein der Freidenker f\u00fcr Feuerbestattung beworben, und man entschied sich spontan f\u00fcr den Mann, der als geschickter Organisator, gl\u00e4nzender Redner, als ein Mann von Durchsetzungsverm\u00f6gen bekannt war. Als Sekret\u00e4r und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer f\u00fchrte er den 1905 gegr\u00fcndeten Berliner Verein zu deutschlandweitem Einfluss. Und er steuerte mit gro\u00dfem politischen Geschick den Verein durch die andauernden Fraktionsk\u00e4mpfe, Spaltungen und Vereinigungen der Linken im nationalem und internationalem Rahmen.<\/p>\n<p>Auch hier in der Friedrichshainer Friedenstra\u00dfe bewies Max Sievers erneut und erst recht sein Durchsetzungsverm\u00f6gen und sein Organisationstalent. Eigensinnig und eigenwillig setzte er sich f\u00fcr einmal Erkanntes ein. Der Kaufmann Max Sievers gr\u00fcndete Tochterunternehmen des Vereins, die zu erschwinglichen Preisen S\u00e4rge, Sterbew\u00e4sche und weitere Begr\u00e4bnis-Utensilien herstellten, in den Zentren des Vereins. wie in Berlin oder Gotha wurde ein eigener Fuhrpark eingerichtet, und in der\u00a0 Weltwirtschaftskrise wurde der Freidenker-Verlag mit der Urania zum Urania-Freidenker-Verlag Jena vereinigt. Freidenker &#8211; denn der Verein hatte den Namen Deutscher Freidenker- Verband &#8211; angenommen.<\/p>\n<p>Als bleibendes Verdienst zur Propagierung freigeistiger Ideen gilt Max Sievers` Schrift &#8222;Warum Feuerbestattung?&#8220; ansehen. Die Brosch\u00fcre erschien 1923 und wurde des nachhaltigen Echos wegen zwei Jahre sp\u00e4ter &#8211; etwas erweitert &#8211; neu verlegt. \u00a0Gleich zu Beginn der Publikation machte Sievers darauf aufmerksam, dass die verschiedenen Feuerbestattungsvereine &#8211; auch der seine &#8211; ankn\u00fcpften an die demokratischen Traditionen, zum Beispiel der Freireligi\u00f6sen, aus der b\u00fcrgerlichen Revolution von 1848. Durch die Schrift zieht sich der Grundgedanke, dass Feuerbestattung und Freidenkerbewegung zusammengeh\u00f6ren, dass sich der Verein nicht in erster Linie als Versicherungsgesellschaft f\u00fcr die \u00e4rmeren Bev\u00f6lkerungs- schichten versteht, sondern Kampfgruppen gegen Kirche und Reaktion erziehen soll.<\/p>\n<p>Durch die ganze Schrift zieht sich der Gedanke, dass das Eintreten f\u00fcr die Feuerbestattung ein politischer Kampf ist. Dazu lesen wir bei Max Sievers: &#8222;&#8230; wir bek\u00e4mpfen weiter die grausame Ungerechtigkeit, &#8230;dass noch Kapital geschlagen wird aus dem Tod eines Menschen&#8230;&#8220; und &#8222;Wir fordern, dass der Staat als Repr\u00e4sentant der menschlichen Gemeinschaft die ihm obliegende P\ufb02icht \u00fcbernimmt, die Bestattung seiner Toten v\u00f6llig kostenlos und in w\u00fcrdiger Form zu vollziehen&#8220;.<\/p>\n<p>Mit den Jahren der relativen Stabilisierung nach 1924 partizipierte auch\u00a0 der Verein vom wirtschaftlichen Aufschwung, neue Mitglieder kamen hinzu.\u00a0 Das gesamte Leben des VdFfF wurde\u00a0 von Max Sievers reorganisiert. Einerseits\u00a0 wurden dem Verein Betriebe angeschlossen, die alles Notwendige produzierten bzw. anschafften, was zur Erf\u00fcllung der Bestattungsverpflichtungen\u00a0 notwendig war: Sargtischlerei, N\u00e4herei\u00a0 f\u00fcr Sterbew\u00e4sche, S\u00e4gewerk, Leichenautos (in verschiedenen Orten), Darlehen f\u00fcr den Bau und Erhalt von Krematorien wurden an Kommunen gegeben.\u00a0 Hinzu kam eine Statuten\u00e4nderung, dass\u00a0 \u201enicht ein Rechtsanspruch auf kostenlose Bestattungen den Mitgliedern zusteht, sondern die kostenlose Bestattung in freiem Ermessen des Vorstandes\u00a0 steht\u201c. So wurde die Selbstst\u00e4ndigkeit\u00a0 des Vereins garantiert und die Unterstellung als Versicherungsgesellschaft\u00a0 unter Reichsaufsicht abgewehrt. Zugleich verstand es Max Sievers, den\u00a0 Verein entsprechend seinen Vorstellungen in den Jahren 1924 bis 1927 zu einer politisch-weltanschaulichen Organisation umzugestalten, sie enger an die anderen freigeistigen Verb\u00e4nde heranzuf\u00fchren, also weg von einer vorwiegenden Bestattungs-, hin zur freidenkerischen Kulturorganisation. Damit wurde die Vereinigung mit der Gemeinschaft der proletarischen Freidenker vorbereitet.<\/p>\n<p>Gef\u00f6rdert wurde diese Wandlung\u00a0 vor allem durch die 1922 entstandene\u00a0 Reichs-Arbeitsgemeinschaft freigeistiger Verb\u00e4nde der deutschen Republik\u00a0 (Rag), einem Zusammenschluss aus\u00a0 Deutschem Monistenbund, Zentralverband proletarischer Freidenker und dem\u00a0 Bund freireligi\u00f6ser Gemeinden. Der\u00a0 VdFfF trat ihr 1924 bei. Von 1926 bis 1928 geh\u00f6rte Max Sievers dessen gesch\u00e4ftsf\u00fchrendem Ausschuss an.<\/p>\n<p>Gef\u00f6rdert wurde die inhaltliche und organisatorische Entwicklung des VdFfF und der gesamten freigeistigen Bewegung durch das seit 1925 erscheinende Zentralorgan \u201eDer Freidenker\u201c, dessen Herausgeber namens des Vorstands Carl R\u00fcckert war. Von Anbeginn war das Blatt auf \u201erein kulturelle Aufkl\u00e4rung im Sinne des wissenschaftlichen Sozialismus eingestellt.<\/p>\n<p>Gleich in der ersten Nummer des \u201eFreidenker\u201c ist der Leitartikel von Max Sievers\u00a0\u00a0 \u00a0\u201eUm des Geistes Freiheit\u201c h\u00f6chst bemerkenswert. Er schrieb, unter anderem:<\/p>\n<blockquote><p>Vor den Freidenkern stehe \u201e<em>die Notwendigkeit, sich zusammenzuschlie\u00dfen zum gemeinsamen Handeln auf der Basis der sozialistischen Weltanschauung. Nicht unber\u00fchrt vom Kampfe der politischen Parteien, aber abseits von ihnen haben wir unsere Arbeit zu verrichten. Die Freidenker-Bewegung darf nicht dienstbar sein einer einzigen Partei, sie kann nur dienstbar sein der gesamten\u00a0\u00a0\u00a0 Klasse. Wir beklagen die Zerrissenheit der Parteien unserer Klasse \u00a0Und weiter: \u201eSind wir auch ein Teil der gesamten sozialistischen Arbeiterbewegung und wollen es auch sein, so sind doch die Methoden, die Waffen, die wir anzuwenden haben, grunds\u00e4tzlich verschieden von denen, die die Parteien anwenden m\u00fcssen, um im Gew\u00fchl des politischen Kampfes bestehen zu k\u00f6nnen. Rekrutierungsfeld k\u00f6nnen wir sein f\u00fcr die politischen Parteien, St\u00e4tte, an der der k\u00e4mpfende klassenbewusste Arbeiter sich weiterbildet und sein Wissen vertieft, sein K\u00f6nnen erweitert.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Am 9. Januar 1927 wurde mit dem Einigungskongress die formelle Vereinigung von VdFfF und GpF vollzogen. Dies war wesentlich das Verdienst von Max Sievers und Hermann Duncker, dem Verantwortlichen f\u00fcr Bildung in der KPD. Die neue Organisation gab sich den Namen Verband f\u00fcr Freidenkertum und Feuerbestattung e.V., firmierte als deutsche Sektion der 1925 in Teplice (Tschechoslowakei) gegr\u00fcndeten Internationale Proletarischer Freidenker.<\/p>\n<p>Die Mitgliederzahl wuchs an. Doch bald kam es auch im neuen Verband zu ersten gr\u00f6\u00dferen Streitigkeiten, die eben doch in Differenzen von kommunistischen und sozialdemokratischen Politikvorstellungen wurzelten.<\/p>\n<p>Es war und ist das bleibende Verdienst von Max Sievers, die deutsche Freidenkerbewegung trotz aller Zwistigkeiten weitestgehend vereint und zu einer echten Massenbewegung entwickelt zu haben.<\/p>\n<p>Besondere Bedeutung f\u00fcr die weitere Entwicklung der Freidenker in Deutschland hatte die anl\u00e4sslich des 25. Jahrestages des VdFfF in Berlin-Neuk\u00f6lln stattgefundene Generalversammlung (26. bis 28. April 1930). Das rund zwei-st\u00fcndige Hauptreferat zum Thema \u201eWas will der Deutsche Freidenker-Verband\u201c hielt Max Sievers. Er fixierte die n\u00e4chsten kulturpolitischen Aufgaben der Organisation. Besonders wichtig war die beschlossene Statuten\u00e4nderung, mit der der Verein den Namen Deutscher Freidenker-Verband (DFV) annimmt. Man konnte nunmehr auch Mitglied des Verbandes werden, wenn man keine Bestattungsleistungen in An-spruch nehmen wollte.<\/p>\n<p>Nach dem 30. Januar 1933 versuchte Max Sievers die Arbeit des Deutschen Freidenkerverbandes als Feuerbestattungsverein weiterzuf\u00fchren. Das misslang, und der Verein wurde unter Zwangsverwaltung gestellt. Nach dem Reichstagsbrand wurde Max Sievers in &#8222;Schutzhaft&#8220; genommen und schwer misshandelt. Als er wider Erwarten freikam, gelangte er \u00fcber Holland und Belgien nach Basel. Die Faschisten brachten das schnell in Erfahrung, und im &#8222;Reichsanzeiger&#8220; vom 25. August 1933 erschien die Mitteilung, dass Sievers gemeinsam mit vielen Emigranten wie Heinrich Mann, Wilhelm Pieck, Ruth Fischer oder Lion Feuchtwanger die deutsche Staatsb\u00fcrgerschaft aberkannt worden ist.<\/p>\n<p>Im Juni verf\u00fcgte die Gestapo die Beschlagnahme des Verbandsverm\u00f6gens. Max Sievers setzte sofort mit vorsichtshalber im Ausland deponierten Geldern die T\u00e4tigkeit des DFV fort. Im noch nicht angeschlossenen Saarland erschien die Freidenkerzeitschrift wieder, danach ab 1935 in Br\u00fcssel. Als Pr\u00e4sident der Internationalen-Freidenker-Union gab er einen Informationsbrief, unter dem K\u00fcrzel SIKO heraus, der auf d\u00fcnnem Papier gedruckt, bis 1938 nach Deutschland geschmuggelt wurde. Im Februar 1935 erschien in der Ausgabe des &#8222;Freidenker&#8220; der Artikel &#8222;Die Zukunft der Freidenkerbewegung&#8220;, in dem er betonte, dass in Anbetracht der durch Deutschland verursachten neuen Weltlage die altbekannten Forderungen nach Trennung von Kirche und Staat nicht mehr ausreichten. Max Sievers reiste zu Vortr\u00e4gen durch Europa und die USA, und am 1. Januar 1937 kam die erste Nummer der Zeitung &#8222;Freies Deutschland\u201c Organ der deutschen Opposition&#8220; heraus. Als Schrifteitung war ausgewiesen: Max Sievers und Denise Wauquier &#8211; das war der M\u00e4dchenname von Sievers` Frau. In einer Auflage von 2000 Exemplaren erschien 1939 in Stockhohn Max Sievers Buch &#8222;Unser Kampf gegen das Dritte Reich&#8220;. Man kann dieses Buch als Sievers politisches Testament ansehen.<\/p>\n<p>Max Sievers\u2018 Buch \u201eUnser Kampf gegen das Dritte Reich\u201c enth\u00e4lt eine Reihe von Anregungen<em>, &#8222;\u00fcber die politisch, aber erst recht aus freidenkerischer Sicht nachzudenken sich noch immer lohnen w\u00fcrde. Durch die Emigration aus seinem angestammten Wirkungsfeld heraus- gerissen und auch wegen seiner eigenst\u00e4ndigen Sichtweise, die im antifaschistischen Lager keine breite Zustimmung fand, isoliert, begr\u00fcndete Max Sievers insgesamt ein k\u00e4mpferisch faszinierendes Konzept zum Sturz des Naziregimes, das in sich schon schl\u00fcssig erscheint, das sich aber als undurchf\u00fchrbar herausstellte. Wie gesagt, isoliert und nicht frei von subjektiven Vorstellungen, war sein Blick auf die sozialen Prozesse doch eingeschr\u00e4nkt, die Urteile nicht frei von Irrt\u00fcmern, und die Hoffnung auf die kraftvoll aufbrechende soziale Revolution, die mit dem Sturz des Faschismus zugleich den Kapitalismus mit hinwegfegen w\u00fcrde, eine Vision, die sich so nicht erf\u00fcllte. Was dieses Buch aber von Anfang bis zum Ende auszeichnet, ist der unbedingte Wille, sich der zeitbedingten Situation zu stellen, und ist der ehrliche Versuch, in der Analyse ein realistisches Bild zu entwerfen.&#8220; [1]<\/em><\/p>\n<p><em><br \/>\n<\/em>Im Februar 1940 ging das Ehepaar Sievers in die USA, doch sie kamen bald aus famili\u00e4ren Gr\u00fcnden (Sievers\u2018 Schwiegermutter lag im Sterben) nach Belgien zur\u00fcck. Danach gelang es ihnen nicht mehr, in die USA zur\u00fcckzukehren, weil die Wehrmacht Belgien \u00fcberfiel. Das Ehepaar floh nach Nordfrankreich; ein Asylgesuch an die Schweiz wurde abgewiesen. Nach aufregenden Wochen Internierung in Belgien, Flucht aus einem H\u00e4ftlingszug, lebte das Ehepaar seit August 1940 in Cher\u00e9nge bei Lille unter den Namen Denise und Henri Loth. So schlecht und recht hielten sich die beiden mit landwirtschaftlichen Gelegenheitsarbeiten und mit einer kleinen Kaninchenzucht \u00fcber Wasser. Ihre Lage verschlechterte sich zusehends, und so versuchten sie \u00fcber einen Verwandten der Frau Geld aus der Schweiz herbeizuschaffen. Doch der Bote wurde ergriffen, und unter dem Druck der Vernehmungen verriet er Herkunft und Empf\u00e4nger. Bereits am 4. Juni 1943 sa\u00df Max Sievers der Gestapo gegen\u00fcber, und aus dem Vernehmungsprotokoll geht hervor: &#8222;<strong>Meine politische Einstellung ist nach wie vor sozialistisch<\/strong>&#8222;.<\/p>\n<p>Max Sievers wurde nach Berlin \u00fcberstellt in das ber\u00fcchtigte Gestapogef\u00e4ngnis in der Prinz-Albrecht-Stra\u00dfe und am 24. August 1943 nach Abschluss von zehn Verh\u00f6ren und Erlass des Haftbefehls durch das Amtsgericht Berlin-Mitte in das Untersuchungsgef\u00e4ngnis Berlin-Pl\u00f6tzensee verbracht. Vorgeworfen wurde ihm \u201eVorbereitung zum Umsturz des Dritten Reichs\u201c. Am\u00a0\u00a0\u00a0 19. Oktober wurde er dann vom Oberreichsanwalt des Hochverrats angeklagt, \u201eweil er als f\u00fchrender Emigrant durch jahrelange Herausgabe von Schriften, die vielfach in das Reich ein- geschmuggelt worden sind sowie durch die Aufrechterhaltung enger Beziehung zu marxistischen Emigranten agitatorisch und organisatorisch sich vorbereitet und dadurch die Feinde des Reichs beg\u00fcnstigt\u201c habe.<\/p>\n<p>Vier Wochen sp\u00e4ter, am 17. November 1943, fand vor dem 1. Senat des sogenannten Volksgerichtshofs unter Vorsitz Roland Freislers (1893 &#8211; 1945) bereits die \u201eVerhandlung\u201c statt. Er f\u00e4llte das sicher schon vorher feststehende Urteil: \u201eEr wird mit dem Tode bestraft&#8220; wegen \u201eVorbereitung zum Hochverrat und Feindbeg\u00fcnstigung\u201c. Au\u00dferdem hat er die Kosten des Verfahrens zu tragen. Insgesamt umfasste das gefertigte Protokoll nur wenige Zeilen: \u201eDie Anklage wurde verlesen; der Angeklagte leugnete nicht; der Anklagevertreter forderte die Todesstrafe; der Pflichtverteidiger beantragte ein gerechtes Urteil&#8217;\u201c. Es lautete: Max Sievers wird zum Tode verurteilt.<\/p>\n<p>Am 20. November wurde er von Pl\u00f6tzensee in das Zuchthaus Brandenburg-G\u00f6rden \u00fcberf\u00fchrt. Im Dezember 1943 unternahmen zwei Schwestern von Sievers den Versuch, das Leben ihres Bruders mit einem Gnadengesuch zu retten, was selbstverst\u00e4ndlich abgelehnt wurde. Vielmehr teilte der Reichsminister der Justiz schon am 5. Januar 1944 dem Oberreichsanwalt mit, dass er \u201eauf Erm\u00e4chtigung des F\u00fchrers beschlossen\u201c hat, \u201evon dem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch zu machen\u201c, und er wies an, nunmehr \u201emit gr\u00f6\u00dfter Beschleunigung das Weitere zu veranlassen\u201c.<\/p>\n<p>Am 17. Januar 1944 um 13 Uhr wurde Max Sievers mitgeteilt, dass die Hinrichtung zwei Stunden sp\u00e4ter erfolge. Das Protokoll vermeldet: \u201eDer Verurteilte verhielt sich w\u00e4hrend der Verk\u00fcndigung ruhig und gefasst.\u201c<\/p>\n<p>Heinz K\u00fchn, ein Mitstreiter Max Sievers\u2018 aus den Tagen des \u201eFreien Deutschland\u201c charakterisierte ihn in seinen Memoiren wie folgt:<\/p>\n<blockquote><p><em>Max Sievers war ein redlicher und uneigenn\u00fctziger Mann, kein wegweisender Stratege in die Zukunft, aber ein mutiger Troupier in den Gegenwartsk\u00e4mpfen. Er war ein k\u00e4mpferischer Freidenker von altem Schrot und Korn, politisch links bei den Unabh\u00e4ngigen. Seine Neigung, seinen Widerspruch aufrechtzuerhalten, auch wenn er allein stand, und seine Neigung zu zornigem Aufbegehren gegen alles, was ihm nicht behagte, machten ihn seiner Partei nie anpassungsbereit und seinen Mitarbeitern stets unbequem, was im Laufe der Emigrationsjahre seine wachsende Isolierung und pers\u00f6nliche Vereinsamung verst\u00e4rkte. Aber bis zuletzt hat er seinen unbeugsamen Mut und seine hingebende Opferbereitschaft bewiesen. <\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><strong>[Lehren und Verpflichtung]<\/strong><u><br \/>\n<\/u><\/p>\n<p>Im Zuchthaus Brandenburg wurden w\u00e4hrend der Zeit der faschistischen Diktatur \u00fcber 1700 Personen, die aus politischen Gr\u00fcnden verurteilt worden waren, hingerichtet. Darunter befanden sich solche aufrichtigen Antifaschisten wie die Kommunisten Bernhard B\u00e4stlein, Franz Jacob, Anton Saefkow, Werner Seelenbinder, Willi S\u00e4nger, Max Maddalena, Theodor Neubauer und Erwin N\u00f6ldner &#8211; die Sozialdemokraten Jakob Schultheis, Otto Springborn, Michael Hirschberg und eben Max Sievers &#8211; sowie die Christen Heinrich Bayer, Joseph M\u00fcller, Franz J\u00e4gerst\u00e4tter und Max Joseph Metzger.<\/p>\n<p>Metzger, ein promovierter Theologe und katholischer Priester, Gr\u00fcnder des Friedensbundes Deutscher Katholiken, teilte 1943 im Berliner Gestapo-Gef\u00e4ngnis eine Zelle ausgerechnet mit Max Sievers, dem erfolgreichen Organisator und F\u00fchrer der Freidenkerbewegung, der in den vorausgegangenen Jahren nicht selten scharfe Kritik gegen\u00fcber der Kirche ge\u00fcbt hatte. Und dieser Max Joseph Metzger schrieb \u00fcber Max Sievers:<\/p>\n<p><em>Trotz der weltanschaulichen Kluft, die uns trennte, standen wir uns doch in gegenseitiger Achtung n\u00e4her als andere; ich fand in ihm einen Charakter, der vornehm und gerecht urteilte und gute Kameradschaft pflegte &#8211; ich m\u00f6chte meinen, in ihm wirkt unbewusst etwas weiter von christlicher Erziehung vieler Jahrhunderte deutscher Geschichte. Ja, ich m\u00f6chte irgendwie einen solchen Menschen mehr zur Gemeinde Christi rechnen als so viele Getaufte, deren Seele unber\u00fchrt geblieben ist vom Pneuma Christi. Ich habe nicht das Recht, \u00fcber das jenseitige Schicksal eines Menschen zu urteilen. Jedenfalls ist es mein Glaube, dass \u201everloren\u201c&#8216; im eigentlichen Sinn, zur \u201eH\u00f6Ile\u201c bestimmt nur ist, wer wider seine Gewissens\u00fcberzeugung stand. Wieviel \u201eChristen\u201c sind da freilich schlechter daran als die Heiden <\/em><\/p>\n<p>Es ist nicht \u00fcberliefert, was Max Sievers wiederum \u00fcber Max Metzger dachte. Es ist aber anzunehmen, dass sein Verh\u00e4ltnis zu Metzger von Kameradschaft und Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Position des anderen gepr\u00e4gt war. Wom\u00f6glich kam er hier, in seinen letzten Lebensmonaten zu der Erkenntnis, dass Solidarit\u00e4t mitunter auch \u00fcber Weltanschauungsgrenzen hinausgehen kann &#8211; und muss, wenn es darum geht, dass der Mensch das Wichtigste bewahrt: Sein Menschsein.<\/p>\n<p><em>\u201eMax Sievers zu ehren, reichen historisierende Betrachtungen nicht aus. Ein Mann wie er blickte in die Zukunft und sah ein freies Volk auf freiem Grunde stehen. Aus den Fesseln religi\u00f6sen Denkens gel\u00f6st und von allen knechtenden Zw\u00e4ngen und damit verbundener geistiger Enge befreit, w\u00fcrden die Menschen zu neuen Ufern vorsto\u00dfen. Eine Gesellschaftsordnung, die Sozialismus hei\u00dft, in der sich die Menschen in einer friedlichen V\u00f6lkergemeinschaft verbr\u00fcdern, gelte es zu errichten. F\u00fcr diese Ziele stritt Max Sievers, solange sein Herz schlug, und unter diesen Zielsetzungen f\u00fchrte er den zu einer Massenbewegung angewachsenen Deutschen Freidenker-Verband. Die Macht des deutschen Faschismus, das Verbrechen des kriegerischen Welteroberungsversuches hatten ihn in seiner \u00dcberzeugung nur best\u00e4tigt. Daf\u00fcr starb er am 17. Januar 1944 im Zuchthaus Brandenburg unter dem Fallbeil. Freies Denken f\u00fcr alle, diesseits bezogen und dem wirklichen Leben zugewandt, auf der Suche nach einer realisierbaren Zukunft, in der Humanit\u00e4t, Frieden, Menschenrecht und solidarisches Miteinander f\u00fcr alle Menschen verbindliche Normen werden, ein solches freies Denken ist noch immer eine Aufgabe, ist noch immer ein Ziel. Solange Denken religi\u00f6sen Glaubenss\u00e4tzen und sich darauf st\u00fctzenden Herrschaftsstrukturen unterworfen ist, solange soziales Handeln an die Grenzen engstirniger, dogmatischer und menschenverachtender Parolen st\u00f6\u00dft, die ihre geistige Leere nur schwerlich zu bem\u00e4nteln verm\u00f6gen, solange sich Massenkommunikationsmittel an Phraseologie und fatalster Trivialit\u00e4t zu \u00fcbertreffen versuchen, solange Esoterik bem\u00fcht ist, die Vernunft einzuschl\u00e4fern, solange Politik statt sozialer Zielsetzungen eigens\u00fcchtige Gruppeninteressen verfolgt und Kriege noch immer als ein probates Mittel gehandhabt werden &#8211; solange steht die freigeistige Bewegung in der Pflicht, das aufzunehmen und fortzusetzen, was Max Sievers zu seiner Zeit begonnen hatte.\u201c [2]<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>In diesem Sinne: Ehren wir Max Sievers, als einen hervorragenden K\u00e4mpfer f\u00fcr die Freiheit des Geistes und gegen die Verdummung, f\u00fcr den Frieden und gegen den Krieg, f\u00fcr eine gerechte Gesellschaft und gegen die Unterdr\u00fcckung, f\u00fcr den Sozialismus und gegen Imperialismus und Faschismus. Sein Verm\u00e4chtnis ist uns Verpflichtung!<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Ralf Lux ist Mitglied des Gesch\u00e4ftsf\u00fchrenden Vorstandes des Deutschen Freidenker-Verbandes <\/em><br \/>\n<em>und Vorsitzender des Brandenburgischen Freidenker-Verbandes<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wesentliche Teile der Rede basieren auf dem Artikel &#8222;<strong>Freidenker und Sozialist Max Sievers &#8211; Eine politische Biographie<\/strong>&#8220; von <em><strong>Gernot Bandur<\/strong><\/em>, ver\u00f6ffentlicht in FREIDENKER Spezial\u00a0 3-2004, S. 8 &#8211; 47<\/p>\n<p>Fu\u00dfnoten:<\/p>\n<p>[1] Wolfgang Fleischer: Max Sievers und die Freidenker in der Gegenwart. In: Redebeitr\u00e4ge vom Kolloquium am 17. Januar 2004 zum Gedenken und in W\u00fcrdigung des Antifaschisten Max Sievers. Sonderausgabe des Freidenker Report &#8211; Zeitschrift der Berliner Freidenker. Berlin, 2004, S. 32<\/p>\n<p>[2] ebenda, S. 30 f.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Bildcollage: rlx (unter Verwendung eines Fotos von skeeze (pixabay.com) und des Portraits von Max Sievers (Archiv)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Rede von Ralf Lux anl\u00e4sslich des 70. Jahrestages der Ermordung von Max Sievers<\/strong><br \/>\nMax Sievers war ein unerschrockener K\u00e4mpfer f\u00fcr die Emanzipation der Massen von den Dogmen der Kirche und von einer Kulturreaktion, die bestrebt war, den Fortschritt im gesellschaftlichen und freiheitlichen Wollen zu hemmen. Sein Wirken galt der sozialen Gerechtigkeit und der Anteilnahme aller schaffenden Menschen an den kulturellen und geistigen G\u00fctern der Gesellschaft. Er war der langj\u00e4hrige Vorsitzende des Deutschen Freidenker-Verbandes (bis 1930 Verein der Freidenker f\u00fcr Feuerbestattung) und hat sich in dieser Funktion bleibende Verdienste erworben, bei der Einigung und St\u00e4rkung der deutschen Freidenkerbewegung.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":4304,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","advanced_seo_description":"","jetpack_seo_html_title":"","jetpack_seo_noindex":false,"jetpack_post_was_ever_published":false,"footnotes":""},"categories":[13,1162,20],"tags":[370,924,925,923],"class_list":["post-4303","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-frieden-antifaschismus-solidaritaet","category-geschichte","category-zentrale-veranstaltungen","tag-antifaschismus","tag-gedenken","tag-kundgebung","tag-max-sievers"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Sievers_flamme_800x445.jpg?fit=800%2C445&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/s9stpK-4303","jetpack-related-posts":[{"id":568,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=568","url_meta":{"origin":4303,"position":0},"title":"18.1.2014 &#8211; Ehrung f\u00fcr Max Sievers","author":"Webmaster","date":"9. 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