{"id":40,"date":"2015-12-04T16:45:09","date_gmt":"2015-12-04T15:45:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.freidenker.org\/fw17\/?p=40"},"modified":"2018-02-18T15:04:39","modified_gmt":"2018-02-18T14:04:39","slug":"der-takfiristische-terrorismus-in-der-debatte-der-islamgelehrten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=40","title":{"rendered":"Der takfiristische Terrorismus in der Debatte der Islamgelehrten"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>von Klaus von Raussendorff:<br \/>\n<\/em><\/strong><\/p>\n<p><sup><em>\u00dcberarbeitete Fassung eines Referats bei der <a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=581\">Konferenz des Deutschen Freidenker-Verbands in Frankfurt\/Main\u00a0 am 12. September 2015<\/a> zum Thema \u201e<a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=840\">N\u00fctzlicher Feind: Der \u201aFaktor Islam\u2018 in den Weltmachtstrategien des Westens<\/a>\u201c<\/em><\/sup><\/p>\n<p>Als n\u00fctzlicher Feind des Westens tritt der so genannte Islamische Staat nicht nur milit\u00e4risch vor Ort in Erscheinung. Seine Gr\u00e4ueltaten halten auch die so genannte \u201eIslam-Debatte\u201c im Westen im Gange. Deren soziale Funktion besteht im Wesentlichen weniger darin, Kenntnis und Verst\u00e4ndnis zu f\u00f6rdern, als vielmehr immer wieder die kulturelle \u00dcberlegenheit des Westens gegen\u00fcber der islamischen Welt zu demonstrieren und die Einmischung westlicher Gro\u00dfm\u00e4chte in der Region als gerechtfertigt erscheinen zu lassen. Diese Funktion wird erf\u00fcllt, gerade weil diese Debatte aus Sicht von Kennern auf einem sehr niedrigen Niveau gef\u00fchrt wird. So meint beispielsweise die Journalistin Charlotte Wiedemann, die in Reiseb\u00fcchern aus islamischen L\u00e4ndern berichtet: \u201eAus der sogenannten Islam-Debatte halten sich fast alle heraus, die Ahnung vom Thema haben. Das gilt f\u00fcr die meisten deutschen Islamwissenschaftler genauso wie f\u00fcr die einschl\u00e4gig qualifizierten Journalisten (etwa vom \u201eNetzwerk Fachjournalisten islamische Welt\u201c) oder eine neue Generation publizistisch t\u00e4tiger junger Muslime. Sie alle tragen zu einer besseren, einer aufkl\u00e4renden \u00d6ffentlichkeit bei.\u201c Soweit die Einsch\u00e4tzung von Charlotte Wiedemann, die resignierend fortf\u00e4hrt: \u201eDie Stimmung aber machen die anderen.\u201c (1)<\/p>\n<p>Bemerkenswert an dieser Einsch\u00e4tzung ist allerdings auch, dass selbst von einer Kennerin islamischer L\u00e4nder die islamischen Geistlichen, insbesondere aus der Region, als Debatten-Teilnehmer gar nicht erst in Betracht gezogen werden. Tats\u00e4chlich aber laufen selbstverst\u00e4ndlich zwei Debatten zur Rolle des Islam in der modernen Welt, nicht nur die eine im Westen sondern eine andere in der islamischen Welt, die vor allem von den Islamgelehrten selbst gef\u00fchrt wird, die aber f\u00fcr den Westen gar nicht zu existieren scheint. Und doch kann schon eine einfache Internet-Recherche die qualitativen Unterschiede zwischen beiden Debatten bewusst machen.<\/p>\n<p><strong>Daisch<\/strong><\/p>\n<p>Hinsichtlich der Miliz, die ihre barbarischen Gr\u00e4ueltaten in Irak und Syrien im Namen Allahs begeht, besteht ein Unterschied zwischen Islam-Debatte und immanentem Diskurs im Islam schon in der Benennung. Araber nennen sie \u201eDaisch\u201c. Das Wort ergibt sich wenn die arabischen Anfangsbuchstaben von &#8222;Islamischer Staat im Irak und in Gro\u00dfsyrien&#8220; als ein Wort ausgesprochen werden etwa so, wie wir &#8222;NATO&#8220; sagen. &#8222;Daisch&#8220; ist f\u00fcr die Terroristen eine Verballhornung ihrer Selbstbezeichnung. Sie drohen, jeden zu bestrafen, der sie benutzt. Die USA beharren auf &#8222;ISIL&#8220;. Das Ausw\u00e4rtige Amt bleibt bei ISIS. Medien wie Die Zeit New York Times, die Washington Post Medien \u00fcbernehmen die Selbstbezeichnung der Terroristen\u00a0 &#8222;Islamischer Staat&#8220; und &#8222;IS&#8220;. Nur in Frankreich hat man entschieden, &#8222;Daesh&#8220; zu verwenden. Auch Hillary Clinton, die fr\u00fchere US-Au\u00dfenministerin der USA, r\u00fcckt semantisch von dem Monstrum ab, das nur durch die Politik ihres Landes entstehen konnte. Sie will dieses Ungeheuer nicht &#8222;Islamischer Staat&#8220; nennen; das w\u00e4re ein Affront islamischer Staaten. Politisch korrekt sagte sie \u00fcber die terroristischen Milizen: &#8222;Sie sind weder islamisch noch ein Staat&#8220;. (2) Auch Tony Blair hat sich dahingehend vernehmen lassen, dass der \u201eIslamische Staat\u201c unislamisch sei. Derartige diplomatische R\u00fccksichtnahmen auf pro-westliche Regierungen der Region k\u00fcmmern notorische \u201eIslamkritiker\u201c nicht im Geringsten. Begierig suchen sie nach allem, was irgendwie geeignet erscheint, den Islam insgesamt herabzusetzen und insbesondere den Mythos des islamistischen Terrors als Bedrohung der westlichen Zivilisation glaubw\u00fcrdig erscheinen zu lassen.<\/p>\n<p><strong>Takfirismus<\/strong><\/p>\n<p>Der fanatische Terror, der von Daisch und anderen Milizen im Namen des Islam praktiziert wird, hat im religi\u00f6s-politischen Diskurs in der Region einen Begriff, der diese menschenverachtende Praxis und ihre ideologische Motivation mit aller w\u00fcnschenswerten Klarheit kennzeichnet. Der einschl\u00e4gige Begriff ist Takfirismus. In deutschen Medien taucht er gelegentlich in \u00c4u\u00dferungen regionaler Akteure auf, denen aber implizit die Voreingenommenheit von Gegnern der Takfiri unterstellt wird. Es wird erkl\u00e4rt, dass es sich bei Takfiri um muslimische Fanatiker handelt, die andersdenkende Muslime zu Ungl\u00e4ubigen erkl\u00e4ren, verfolgen und t\u00f6ten. Auch wird angedeutet, dass die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der Muslime Takfiri als unislamisch empfindet. Doch man weigert sich, diesen eindeutig kennzeichnenden Fachbegriff aus dem Arabischen zu \u00fcbernehmen. Und das hat Methode. Da die w\u00f6rtliche Bedeutung des Begriffs erkennen l\u00e4sst, dass es sich um fanatische Muslime handelt, die andere Muslime als Ungl\u00e4ubige verfolgen, ist Takfirismus schon dem Begriffe nach erkennbar unislamisch. Spr\u00e4che man begrifflich korrekt von takfiristischem Terrorismus, m\u00fcsste man auf die stereotype Assoziation von islamistisch und terroristisch verzichten. Doch anscheinend gebietet der gegen den Islam erhobene Generalverdacht der Gewaltt\u00e4tigkeit die generalisierende Redeweise vom \u201eislamistischen Terrorismus\u201c. Die angebliche Gewaltbereitschaft des Islam geh\u00f6rt zu den Axiomen der westlichen Islam-Debatte.<\/p>\n<p>Der anti-islamische Spin der Redewendung vom \u201eislamistischen Terrorismus\u201c wird nicht durchschaut, weil heute zwei Erscheinungsformen existieren, die sich zu best\u00e4tigen scheinen. Zum einen existiert ein angeblicher \u201eislamistische Terrorismus\u201c als propagandistischer Mythos einer \u00e4u\u00dferen Bedrohung der westlichen Zivilisation (Stichworte sind: \u201eMasseninvasion in Europa\u201c, \u201eGhettobildung\u201c, \u201eRadikalisierung\u201c, \u201eTerroranschl\u00e4ge\u201c) Zum anderen existiert er aber tats\u00e4chlich in Gestalt von Terrorgruppen wie Daisch, Al Nusrah, Al Kaida etc. als die brutale Realit\u00e4t einer im Zuge westlicher Aggressionen freigesetzten und oft direkt unterst\u00fctzten milit\u00e4rischen Gewalt, die daran mitgewirkt hat, ganze L\u00e4nder wie Afghanistan, Irak, Libyen und Syrien zu verw\u00fcsten und um Jahrzehnte zur\u00fcckzuwerfen.<\/p>\n<p><strong>Votum der Islam-Gelehrten<\/strong><\/p>\n<p>Beide Erscheinungsformen sind auf religi\u00f6s-kultureller Ebene eine ungeheure Herausforderung der Religion des Islam als Form des gesellschaftlichen Bewusstseins. Sie bewirken eine Ersch\u00fctterung der kulturellen Grundlagen von Nationen, die von 700 Jahren islamischer Zivilisation gepr\u00e4gt sind. Wie ernst diese Sorge in der islamischen Welt genommen wird, zeigen zwei internationale Kongresse. Der erste Kongress fand Ende November 2014 in der iranischen Stadt Qum, einer Hochburg schiitischer Gelehrsamkeit, statt; der zweite Kongress eine Woche sp\u00e4ter, am 1. Dezember 2015, in Kairo an der Al Azra Universit\u00e4t, dem Zentrum des sunnitischen Islam. In Qum diskutierten 300 Gelehrte aus 83 L\u00e4ndern der islamischen Welt \u00fcber das Thema: \u201eDie takfiristischen Gruppen aus der Sicht der Islamischen Gelehrten\u201c. In Kairo waren es 700 islamische Denker und Pers\u00f6nlichkeiten aus 120 L\u00e4ndern. Ihr Thema war \u201eKampf gegen den Terrorismus und Extremismus\u00a0 und die Betonung der Rolle der Religionsgelehrten und -Institute gegen\u00fcber destruktiven Denkweisen.\u201c In Qum wie in Kairo nahmen Vertreter der verschiedenen islamischen Glaubensrichtungen teil. Einm\u00fctig verurteilten beide Konferenzen den takfiristischen Terrorismus als eine schwere unislamische Verfehlung. W\u00e4re \u00fcber die Kongresse in westlichen Medien geb\u00fchrend berichtet worden, w\u00e4re zu erkennen gewesen, wie arrogant und l\u00e4cherlich es ist, dass hierzulande stereotyp immer wieder an islamische Kleriker und Muslime appelliert wird, sich gef\u00e4lligst von islamistischem Terrorismus zu distanzieren.<\/p>\n<p>Ajatollah Khamenei, der geistige F\u00fchrer der Islamischen Republik Iran, mit dem die Kongressteilnehmer in Qum am 25. November 2014 zusammentrafen, erkl\u00e4rte: \u201eDiese Takfiri-Bewegung ist zwar nicht neu und es hat sie in der Vergangenheit bereits gegeben, aber sie wurde vor eigenen Jahren wiederbelebt und gest\u00e4rkt und zwar aufgrund der Pl\u00e4ne der\u00a0 Front arroganter M\u00e4chte und mit dem Geld einiger regionaler Staaten sowie mit Hilfe der Pl\u00e4ne\u00a0 der Spionagedienste der imperialistischen M\u00e4chte, wie die USA, England, und das zionistische Regime.\u201c (3)<\/p>\n<p>In Kairo erkl\u00e4rte Scheich Ahmad Al Tayyeb, der Leiter der Al Azhar Universit\u00e4t, in seiner Er\u00f6ffnungsrede: \u201eDie Extremisten haben durch \u00c4nderung der islamischen Gebote und der religi\u00f6sen Lehren das Dschihad-Verst\u00e4ndnis verf\u00e4lscht und halten es f\u00fcr \u201emubah\u201c (erlaubt und freigestellt), die anderen zu t\u00f6ten.\u201c In der Schlusserkl\u00e4rung der Al Azhar-Konferenz hei\u00dft es: \u201eDer Dschihad dient im Islam nur zur Selbstverteidigung und zur Abwehr von Aggressionen.\u201c An die Religionsgelehrten wird appelliert: \u201eAlle sind f\u00fcr den Kampf gegen den Extremismus und den Terrorismus verantwortlich.\u201c Gegen den zionistische Staat gerichtet hei\u00dft es: \u201eWir fordern die Beendigung der Vergehen der Besatzer gegen\u00fcber den Heiligt\u00fcmern in Pal\u00e4stina und die Verurteilung der Urheber dieser\u00a0 Vergehen vor dem Internationalen Strafgerichtshof.\u201c (4)<\/p>\n<p>F\u00fchrende britische Muslime erkl\u00e4rten in einer Fatwa: &#8222;IS ist eine h\u00e4retische, extremistische Organisation, und es ist religi\u00f6s verboten (haram), sie zu unterst\u00fctzen oder sich ihr anzuschlie\u00dfen. Weiterhin ist es f\u00fcr britische Muslime eine Pflicht, sich dieser giftigen Ideologie aktiv entgegenzustellen, vor allem dann, wenn sie in Gro\u00dfbritannien verbreitet wird.&#8220; Der Verfasser der Fatwa, Usama Hasan, die von den namhaftesten Leitern islamischer Einrichtungen in Gro\u00dfbritannien unterschrieben wurde, kl\u00e4rte: &#8222;Es handelt sich um eine von der Religion inspirierte Ideologie. Man k\u00f6nnte sie als einen ins Extreme gef\u00fchrten politischen Islam bezeichnen. Dieser rechtfertigt Gewalt, um einen islamischen Staat zu errichten.&#8220; (5)<\/p>\n<p><strong>Wahhabismus<\/strong><\/p>\n<p>Die zitierte Bemerkung von Khamenei, Takfirismus habe es schon in der Vergangenheit gegeben, er sei nur \u201eaufgrund der Pl\u00e4ne der Front arroganter M\u00e4chte\u201c wiederbelebt worden, wird in der Region unmittelbar als Warnung an Saudi Arabien verstanden; denn der Wahhabismus, die in Saudi Arabien vorherrschende Glaubensrichtung, ist gerade durch den im Wahhabismus zum Ausdruck kommenden Takfirismus als extrem reaktion\u00e4re, fundamentalistische Tendenz gekennzeichnet. Abu Bakr Al Baghdadi, der Anf\u00fchrer der Daisch-Milizen, st\u00fctzt sich ideologisch auf den Wahhabismus zur Rechtfertigung der Verfolgung und Ermordung von Schiiten, Alawiten ebenso wie Ungl\u00e4ubigen. Um Wahhabismus zu verstehen, muss man seine Urspr\u00fcnge kennen. Dazu folgender historischer Exkurs: \u201eIm Jahre 1744 trat in Arabien ein Prophet auf, der die R\u00fcckkehr zum \u201eurspr\u00fcnglichen\u201c Islam predigte. Er hie\u00df Muhammed ibn Abdul Wahhab und hatte seine Studien unter dem Einfluss der \u201apuritanischen\u2018 Religionsrichtung im Islam, der Hanbalistischen Doktrin in Damaskus absolviert. Er ging, nicht viel anders als Muhammed selbst mehr als 1000 Jahre vor ihm, nach anf\u00e4nglichen Mi\u00dferfolgen in seiner Heimat eine Art \u00dcbereinkunft mit einem F\u00fcrsten von Arabien ein, mit Sa\u2019ud, der in Dar\u2019iya regierte. Es gelang dem Zusammenwirken von F\u00fcrst und Prophet, ihren Glaubens- und Herrschaftsbereich auszudehnen, bis er die ganze arabische Halbinsel umfa\u00dfte. Die Wahhabiten erschienen den \u201aMuslimen\u2018 ihrer Zeit als Fanatiker und Halsabschneider. Muhammed Ali (der als Gouverneur \u00c4gyptens westliche Methoden \u00fcbernahm\/Anm. KvR) und sein Sohn Ibrahim haben 1818 ihre religi\u00f6se Bewegung nach zwei harten Feldz\u00fcgen im Blut erstickt; ihr Reich und ihr Glauben sind aber im 20. Jahrhundert durch den gro\u00dfen Abdul Aziz ibn Sa\u2019ud neu erstanden, und ihre fundamentalistischen Glaubenss\u00e4tze haben eine starke Wirkung auf den modernen Islam ausge\u00fcbt. (6)<\/p>\n<p>W\u00e4hrend nun seit den 70er Jahren Saudi Arabien dank seines \u00d6lreichtums und der Protektion durch die USA zu einer regionalen Vormacht aufstieg, organisierte es zugleich eine gigantische, weltweite missionarische Kampagne, um den Wahhabismus als dominante Richtung im sunnitischen Islam durchzusetzen. Die meisten terroristischen Gruppen, die sich auf den Islam berufen, sind mehr oder minder stark von der Ideologie des Wahhabismus beeinflusst. In einer Sendung des Staatlichen Iranischen Rundfunks wird darauf hingewiesen, dass \u201ekeine der abwegigen Str\u00f6mungen, die unter den Islamischen Rechtsschulen in den letzten Jahrzehnten entstanden und vom Wahhabismus angef\u00fchrt werden, das zionistische Regime als eine Bedrohung f\u00fcr die Islamischen Gesellschaften bezeichnet und behandelt. Keine dieser Gruppen haben irgendetwas gegen das zionistische Regime in den besetzten Gebieten der Pal\u00e4stinenser und au\u00dferhalb von Pal\u00e4stina unternommen.\u201c Alleine dies deute, so der Sender, darauf hin, \u201edass die Islamfeinde wie Israel bei der St\u00e4rkung von takfiristischen Gruppen, ihrer Steuerung und Ausr\u00fcstung bei gewaltsamen Aktivit\u00e4ten, mitwirken.\u201c (7)<\/p>\n<p><strong>Umma<\/strong><\/p>\n<p>Die erw\u00e4hnten Konferenzen sind Ausdruck daf\u00fcr, welche zentrale Bedeutung im Islam die Weltgemeinschaft der Muslime hat. Besorgnis der Geistlichen erregt vor allem der durch den takfiristischen Terrorismus hervorgerufene Ansehensverlust der islamischen Religion, die dadurch bewirkte Zwietracht und Spaltung in der Umma sowie die Verwicklung islamischer Staaten in Bruderkriege. In diesen die islamische Welt ersch\u00fctternden Erscheinungen sieht die iranische F\u00fchrung den Versuch der \u201eFront der arroganten M\u00e4chte\u201c das \u201eIslamische Erwachen\u201c von innen heraus zum Scheitern zu bringen.<\/p>\n<p>Islamische Einheit bedeutet Anerkennung der Vielfalt der Denkschulen und Glaubensrichtungen, die im Islam existieren. So erkl\u00e4rte Scheich Ahmad Al Tayyeb, der Vorsitzende der Al Azhar-Universit\u00e4t, vor einiger Zeit in einem Interview mit dem\u00a0 \u00e4gyptischen Sender Nile-TV auf die Frage, ob nach seiner Meinung die schiitische Denkweise Fehler aufweise: \u201eNein! Welche Fehler denn? Vor f\u00fcnfzig Jahren hat doch der damalige Direktor der Al Azhar Scheich Schaltut\u00a0 eine Fatwa herausgegeben, dass der Schiismus die f\u00fcnfte Rechtsschule des Islams ist.\u201c<\/p>\n<p>Nach dem Sieg der Islamischen Revolution erkl\u00e4rte Imam Khomeini die Tage vom 12. bis 17. des islamischen Monats Rabi ul Awwal zur Woche der Einheit,\u00a0 da an beiden Daten der Geburtstag des Propheten von Sunniten und Schiiten jeweils unterschiedlich gefeiert wird. Die Islamische Republik Iran hat die Unterst\u00fctzung f\u00fcr alle islamischen Bewegungen, ungeachtet ihrer religi\u00f6sen Rechtsschule, zu ihrem au\u00dfenpolitischen Prinzip gemacht. Iran unterst\u00fctzt sowohl den nationalen Widerstand der schiitischen Hezbollah im Libanon als auch den pal\u00e4stinensischen Widerstand der sunnitischen Hamas. Mit dem religi\u00f6s pluralistischen Syrien verbindet den Iran seit Jahrzehnten eine strategische Allianz. \u00dcberhaupt spielt die Islamische Republik Iran bei den Bem\u00fchungen um islamische Einheit eine herausragende Rolle. Allj\u00e4hrlich organisiert sie eine internationale Konferenz f\u00fcr Islamische Einheit. An der 28. Konferenz f\u00fcr islamische Einheit vom 7. bis 9. Januar 2015 nahmen G\u00e4ste aus 60 L\u00e4ndern teil. Die Konferenz stand unter dem Motto: Die vereinte Ummah \u2013 Herausforderungen und Strategien. Der iranische Pr\u00e4sident Rohani betonte bei der Er\u00f6ffnungsfeier, dass die Muslime mehr denn ja auf das leuchtende Vorbild des Propheten angewiesen seien, welcher die Muslime eine hohe Moral und die Verbesserung ihres materiellen und immateriellen Lebens gelehrt habe. Der Prophet, so Rohani, \u201ebegr\u00fcndete im Rahmen der himmlischen Offenbarung die vereinte islamische Ummah und wollte, dass wir diesen Weg wahren und fortsetzen.\u201c Aber Einheit solle nicht bedeuten, dass die Anh\u00e4nger einer islamischen Rechtsschule sich von ihr abwenden und nicht mehr nach ihr handeln. Er betonte: \u201eWenn wir bedenken, dass die verschiedenen Rechtsschulen das gleiche Ziel verfolgen und nur verschiedene Wege gew\u00e4hlt haben, um an dieses Ziel zu gelangen und dass sie alle den Koran und die Gottergebenheit und die Befolgung der Sunna des Propheten ins Auge gefasst haben, dann\u00a0 wird die Einheit m\u00f6glich sein.\u201c (8)<\/p>\n<p>Diese rein theologischen Reflexionen k\u00f6nnen auf der Ebene praktischer Au\u00dfenpolitik dahingehend verstanden werden, dass der Wahhabismus, obgleich geistiger N\u00e4hrboden des islamischen Fundamentalismus, von Teheran nicht sozusagen in toto \u201eexkommuniziert\u201c werden soll. Denn die Au\u00dfenpolitik des Iran d\u00fcrfte davon ausgehen, dass der Widerstand gegen die feindliche Einmischung fremder M\u00e4chte in der Region einen Modus Vivendi\u00a0 zwischen Iran und Saudi Arabien erforderlich macht.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Chancen einer Ann\u00e4herung der beiden regionalen Vorm\u00e4chte ist von ideologischer Bedeutung, dass der Wahhabismus f\u00fcr die national-staatlichen Interessen Saudi Arabiens auch zum Problem werden kann. \u201eEs scheint, als sei die saudische F\u00fchrungselite gespalten, schreibt Alastair Crooke, ein ehemaliger MI-6-Agent und Autor des Buches &#8222;Resistance: The Essence of Islamic Revolution&#8220;. \u201eManche begr\u00fc\u00dfen, dass die ISIS-Milizen das Feuer der iranischen Schiiten mit sunnitischem Feuer bek\u00e4mpfen; dass ein neuer sunnitischer Staat langsam Form annimmt, und zwar genau in der Region, die sie als das Erbe der historischen Sunniten betrachten. Und sie f\u00fchlen sich angezogen von der strikten salafistischen Ideologie der ISIS-K\u00e4mpfer. Andere Saudis haben mehr Angst und erinnern sich an den Aufstand der wahhabitischen Ichwan gegen K\u00f6nig Abd-al Aziz, der in den sp\u00e4ten 1920er-Jahren beinahe f\u00fcr den Zusammenbruch des Wahhabismus und der Dynastie der Saud gesorgt h\u00e4tte.\u201c (9)<\/p>\n<p><strong>Fundamentalismus<\/strong><\/p>\n<p>Schlie\u00dflich ist ein interessanter Aspekt der immanenten Debatte im Islam, dass religi\u00f6ser Fundamentalismus, der in allen Religionen auftreten kann, nicht wie in der westlichen Islam-Debatte nach s\u00e4kularen Kriterien sondern aufgrund der moralischen Prinzipien der jeweiligen Religion kritisiert wird. In einer deutschsprachigen Sendung des Rundfunks der iranischen Republik Iran unter dem Titel \u201eFanatismus ist Pest f\u00fcr alle Gottesreligionen\u201c\u00a0 hei\u00dft es: \u201eWir begegnen in der Geschichte aller Religionen g\u00f6ttlicher Herkunft fanatischen Str\u00f6mungen. Ihre Mitglieder waren unwissende, starrsinnige die von herrschs\u00fcchtigen und listigen Anf\u00fchrern\u00a0 missbraucht und zu Gewalt und Radikalismus verleitet wurden.\u201c Sodann werden die Besonderheiten des Fundamentalismus in den jeweiligen Religionen herausgearbeitet: \u201eZum Beispiel gibt es seit \u00fcber einem Jahrhundert eine schwere Abweichung vom Judentum namens Zionismus. Diese fanatische Str\u00f6mung baut offen auf\u00a0 Gewalt und Terror auf.\u00a0 Durch Einsatz von unmenschlichen Methoden hat der Zionismus bislang mehrere Millionen Pal\u00e4stinenser vertrieben oder get\u00f6tet.\u00a0 Seit Jahren sind\u00a0 die fanatischen Zionisten, unterst\u00fctzt von ihrem Besatzerregime,\u00a0 bestrebt, die Al-Aqsa-Moschee , die erste Gebetsrichtung der Muslime, zu zerst\u00f6ren um auf ihren Tr\u00fcmmern den Salomo-Tempel aufzubauen.\u00a0 Zur Erreichung dieses Ziels arbeitet Tel Aviv an der Judaisierung von\u00a0 Al-Quds (Jerusalem), indem es in neuen Siedlungen Zionisten ansiedelt und die Muslime aus Al-Quds vertreibt. Dieser j\u00fcdische Fanatismus in Form des Zionismus hat dem pal\u00e4stinensischen Volk also schon seit vielen Jahren viel Leid zugef\u00fcgt und er hat seit vielen Jahren den Nahen Osten nicht zur Ruhe kommen lassen.\u201c Bekanntlich stimmt eine solche Einsch\u00e4tzung mit der Haltung orthodoxer Rabbinern \u00fcberein, die den Zionismus von Anfang an bis heute als Abkehr von der Religion des Judaismus, eben als unj\u00fcdisch kritisieren. Entsprechend geht die Kritik am christlichen Fundamentalismus von der christlichen Botschaft der Barmherzigkeit aus. Dennoch habe der christliche Westen gewaltige Verbrechen gegen die Menschheit begangen. Und weiter: \u201eEine der gr\u00f6\u00dften radikalen Gruppen im Christentum sind die Evangelisten (gemeint sind die Evangelikalen\/Anm.K.v.R.) Sie werden auch zionistische Christen genannt, da sie eine \u00dcberzeugung hegen, der den j\u00fcdischen Fanatikern,\u00a0 n\u00e4mlich den Zionisten nahekommt.\u00a0 Beide, Evangelisten und Zionisten,\u00a0 sind davon \u00fcberzeugt, dass ein j\u00fcdischer Staat von Euphrat bis zum Nil\u00a0 gegr\u00fcndet, die\u00a0 Al-Aqsa-Moschee zerst\u00f6rt und \u00fcber ihren Tr\u00fcmmern der Salomo-Tempel errichtet werden m\u00fcsse.\u201c Schlie\u00dflich hei\u00dft es: \u201e Aber auch die j\u00fcngste Religion Gottes, der Islam blieb nicht von der Pest des Fanatismus und erstarrtem Denken sicher.\u201c Der Islam habe am meisten vor den Gefahren des Fanatismus gewarnt. Der Prophet Mohammad wird mit den Worten zitiert: \u201eWer zu Fanatismus\u00a0 aufruft und f\u00fcr ihn\u00a0 k\u00e4mpft und stirbt, der ist nicht von uns.\u201c Doch, so weiter in der Sendung: \u201eInzwischen haben einige Gruppen, getarnt mit islamischen Bezeichnungen und Losungen und unter dem Deckmantel der Verteidigung dieser himmlischen Religion, den Weg des Fanatismus betreten. Sie begehen Taten, die mit keiner der islamischen Regeln vereinbar sind. Diese Gruppen zwingen die anderen, ihre abwegigen Ansichten zu befolgen. Da sie jedoch keine einleuchtenden Argumente f\u00fcr ihre Behauptungen haben, k\u00f6nnen sie den Mord an Muslimen nur damit begr\u00fcnden, dass sie sie vorher als\u00a0 Ungl\u00e4ubige abstempeln und exkommunizieren. Das nennt sich Takfirismus.\u00a0 Was diese takfiristischen Terrorgruppen in Syrien, Irak, Jemen, Nigerien, Paksitan und Afghanistan anstellen, r\u00fchrt davon her, dass sie\u00a0 niemanden von ihren Ansichten \u00fcberzeugen k\u00f6nnen und ihr blinder\u00a0 Fanatismus nicht zul\u00e4sst,\u00a0 die Ansichten des wahren Islams zu erkennen.\u201c\u00a0 (10)<\/p>\n<p>Wenden wir uns zum Schluss noch einmal der westlichen Islam-Debatte zu. Da finden wir kaum eine Spur von der dialektischen Auffassung des Islam als einer religi\u00f6sen Form des gesellschaftlichen Bewusstseins, die als widerspr\u00fcchliche Einheit in der partikularen Vielfalt der Erscheinungsweisen existiert und sich weiter entwickelt. Stattdessen finden wir \u201eessentialistische\u201c Auffassungen, die den Islam \u201ewesenhaft\u201c auf eine Ideologie fixieren, die in der Wirklichkeit der Welt des Islam eben nur als extremer Fanatismus anzutreffen ist. Wir finden grobschl\u00e4chtige Erkl\u00e4rungen aller m\u00f6glichen Konflikte aus einem angeblich un\u00fcberwindbaren Gegensatz zwischen Sunniten und Schiiten. Im Grunde geht es aus westlicher Sicht immer nur darum: Wie gef\u00e4hrlich ist der Islam? Und unter dieser Fragestellung darum, ob \u00fcberhaupt und wie weit es m\u00f6glich ist, zwischen einem als gef\u00e4hrlich einzustufenden Fundamentalismus und sonstigen je nach politischer Opportunit\u00e4t\u00a0 akzeptablen Formen des \u201epolitischen Islam\u201c zu unterscheiden? Damit werden die Begriffe \u201eIslamismus\u201c und \u201epolitischer Islam\u201c zu polemischen Kampfparolen gemacht, die beliebig verwendbar sind, anstatt sie wissenschaftlich neutral als Oberbegriffe vielf\u00e4ltiger islamisch motivierter politischer Erscheinungen zu verwenden, die nach Auffassung der gro\u00dfen Mehrheit der Islam-Gelehrten mit der in der koranischen Botschaft enthaltenen Moral und Politik im Einklang stehen und allein von fanatischen Entartungserscheinungen abzugrenzen sind.<\/p>\n<p>Als Fazit ergibt sich eine interessante Fragestellung. Wie verh\u00e4lt sich die materialistische Analyse des politischen Islam zu Auffassungen von Islam-Gelehrten, die von Moral und Politik in der koranischen Botschaft ausgehen? K\u00f6nnen nicht beide Sichtweisen, sofern sie die objektive Dialektik der Realit\u00e4t reflektieren, in der Analyse der konkreten Formen des politischen Islam zu \u00e4hnlichen Ergebnissen in Bezug auf Fortschritt und Reaktion in der Entwicklung der Weltpolitik kommen?<br \/>\n*<em>\u00dcberarbeitete Fassung eines Referats bei der Konferenz des Deutschen Freidenker-Verbands in Frankfurt\/Main\u00a0 am 12. September 2015 zum Thema \u201eN\u00fctzlicher Feind: Der \u201aFaktor Islam\u2018 in den Weltmachtstrategien des Westens\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>Anmerkungen<\/strong><\/p>\n<p>(1) Charlotte Wiedemann, Muslimische Gesellschaften sind komplex in freitag v. 20.09.2012 &#8211; <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/die-unfaehigkeit-zum-plural\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/die-unfaehigkeit-zum-plural<\/a><\/p>\n<p>(2) Die Zeit v. 30. Oktober 2014\u00a0\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2014\/45\/name-islamischer-staat-isis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.zeit.de\/2014\/45\/name-islamischer-staat-isis<\/a><\/p>\n<p>(3) Die takfiristische Verschw\u00f6rung in den Augen des Revolutionsoberhauptes, IRIB v. 03 Dezember 2014 <a href=\"http:\/\/german.irib.ir\/nachrichten\/revolutionsoberhaupt\/item\/272042-die-takfiristische-verschw%C3%B6rung-in-den-augen-des-revolutionsoberhauptes\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/german.irib.ir\/nachrichten\/revolutionsoberhaupt\/item\/272042-die-takfiristische-verschw%C3%B6rung-in-den-augen-des-revolutionsoberhauptes<\/a><\/p>\n<p>(4) IRIB,Konsens \u00fcber die IS in der Al Azhar, 10 Dezember 2014 <a href=\"http:\/\/german.irib.ir\/radioislam\/beitr%C3%A4ge\/beitr%C3%A4ge\/item\/272520-konsens-%C3%BCber-die-is-in-der-al-azhar\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/german.irib.ir\/radioislam\/beitr%C3%A4ge\/beitr%C3%A4ge\/item\/272520-konsens-%C3%BCber-die-is-in-der-al-azhar<\/a><\/p>\n<p>(5) Kersten Knipp, Eine Fatwa gegen den &#8222;Islamischen Staat&#8220;, Tlaxcala am 13\/09\/2014 <a href=\"http:\/\/tlaxcala-int.org\/article.asp?reference=13447\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/tlaxcala-int.org\/article.asp?reference=13447<\/a><\/p>\n<p>(6) Arnold Hottinger, Die Araber \u2013 Werden, Wesen, Wandel und Krise des Arabertums, Z\u00fcrich: Atlantis, 1960, S. 142-143<\/p>\n<p>(7) Radikalismus unter den Anh\u00e4ngern muslimischer Rechtsschulen, IRIB,\u00a0 11 M\u00e4rz 2015, <a href=\"http:\/\/german.irib.ir\/radioislam\/aktuell\/verschiedenes\/item\/279036-radikalismus-unter-den-anh%C3%A4ngern-muslimischer-rechtsschulen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/german.irib.ir\/radioislam\/aktuell\/verschiedenes\/item\/279036-radikalismus-unter-den-anh%C3%A4ngern-muslimischer-rechtsschulen<\/a><\/p>\n<p>(8) Islamische Einheit und die 28. Internationale Konferenz zu diesem Thema, IRIB Deutsches Programm, 13 Januar 2015;\u00a0 <a href=\"http:\/\/german.irib.ir\/radioislam\/beitr%C3%A4ge\/muslime-in-aller-welt\/item\/275088-islamische-einheit-und-die-28-internationale-konferenz-zu-diesem-thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/german.irib.ir\/radioislam\/beitr%C3%A4ge\/muslime-in-aller-welt\/item\/275088-islamische-einheit-und-die-28-internationale-konferenz-zu-diesem-thema<\/a><\/p>\n<p>(9) Alastair Crooke, Eine Sache m\u00fcssen Sie wissen, um den IS-Terror zu verstehen, Huffingtonpost v. 4. Sept. 2014<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.huffingtonpost.de\/alastair-crooke\/sie-werden-isis-nicht-verstehen-wenn-sie-die-geschichte-saudi-arabien-nicht-kennen_b_5765976.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.huffingtonpost.de\/alastair-crooke\/sie-werden-isis-nicht-verstehen-wenn-sie-die-geschichte-saudi-arabien-nicht-kennen_b_5765976.html<\/a><\/p>\n<p>(10) Fanatismus ist Pest f\u00fcr alle Gottesreligionen, IRIB v. 14. Januar 2015 <a href=\"http:\/\/german.irib.ir\/radioislam\/beitr%C3%A4ge\/beitr%C3%A4ge\/item\/275144-fanatismus-ist-pest-f%C3%BCr-alle-gottesreligionen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/german.irib.ir\/radioislam\/beitr%C3%A4ge\/beitr%C3%A4ge\/item\/275144-fanatismus-ist-pest-f%C3%BCr-alle-gottesreligionen<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>Bild: FreeImages.com\/Artist\u2019s Member Name: teoman yuksel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Beitrag von Klaus von Raussendorff:<\/strong><br \/>\nAls n\u00fctzlicher Feind des Westens tritt der so genannte Islamische Staat nicht nur milit\u00e4risch vor Ort in Erscheinung. Seine Gr\u00e4ueltaten halten auch die so genannte \u201eIslam-Debatte\u201c im Westen im Gange. Deren soziale Funktion besteht im Wesentlichen weniger darin, Kenntnis und Verst\u00e4ndnis zu f\u00f6rdern, als vielmehr immer wieder die kulturelle \u00dcberlegenheit des Westens gegen\u00fcber der islamischen Welt zu demonstrieren und die Einmischung westlicher Gro\u00dfm\u00e4chte in der Region als gerechtfertigt erscheinen zu lassen. Diese Funktion wird erf\u00fcllt, gerade weil diese Debatte aus Sicht von Kennern auf einem sehr niedrigen Niveau gef\u00fchrt wird. <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":41,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","advanced_seo_description":"","jetpack_seo_html_title":"","jetpack_seo_noindex":false,"jetpack_post_was_ever_published":false,"footnotes":""},"categories":[13,15],"tags":[335,305,350,352,351],"class_list":["post-40","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-frieden-antifaschismus-solidaritaet","category-religions-kirchenkritik","tag-frieden","tag-fundamentalismus","tag-islam","tag-takfirismus","tag-terrorismus"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Ko_02.jpg?fit=800%2C445&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9stpK-E","jetpack-related-posts":[{"id":840,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=840","url_meta":{"origin":40,"position":0},"title":"FREIDENKER 4-15 EXTRA &#8211; N\u00fctzlicher Freind: Der &#8222;Faktor Islam&#8220;","author":"Webmaster","date":"16. 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