{"id":370,"date":"2008-12-17T15:40:51","date_gmt":"2008-12-17T14:40:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.freidenker.org\/fw17\/?p=370"},"modified":"2019-06-27T21:37:29","modified_gmt":"2019-06-27T19:37:29","slug":"90-jahre-novemberrevolution","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=370","title":{"rendered":"90 Jahre Novemberrevolution"},"content":{"rendered":"<p>Aus: <a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=520\">&#8222;Freidenker&#8220; Nr. 4-08<\/a>\u00a0\u00a0 67. Jahrgang &#8211; Thema<br \/>\n<em>Von Klaus Hartmann<\/em><\/p>\n<p><em>Zur Vorbereitung k\u00e4mpferischer Feierlichkeiten zum 90. Jahrestag der Novemberrevolution in Deutschland hatten sich im Sommer 2008 linke Organisationen, Vereine und Parteien in Berlin zu einem B\u00fcndnis zusammengeschlossen, in dem auch Berliner Freidenker mitarbeiten. Das B\u00fcndnis hatte an den Deutschen Freidenker-Verbandes den Wunsch herangetragen, dass Klaus Hartmann in der Veranstaltung am 15. November 2008 eine der Hauptreden (neben Prof. Dr. Gerhard Fischer, Bundessprecher der VVN) halten und darin die weltanschaulich-freidenkerische W\u00fcrdigung dieses Ereignisses vornehmen soll. Dieser Bitte hat der gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Verbandsvorstand in seiner September-Sitzung gerne entsprochen. Ebenso kommen wir dem vielfachen Wunsch nach Ver\u00f6ffentlichung dieser wichtigen Rede im vollen Wortlaut nach. <\/em><\/p>\n<p>Wenn sich Freidenker zum Thema Revolution zu Wort melden, mag das manchen verwundern oder etwas seltsam erscheinen. Im Gegensatz dazu reklamiert der Deutsche Freidenker-Verband geradezu eine besondere Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr Revolutionen. Revolutionen als Freidenker-Thema \u2013 das erkl\u00e4rt sich aus unserem Selbstverst\u00e4ndnis als Weltanschauungsgemeinschaft und Kultur-organisation. Deshalb veranstalteten wir 1989 in N\u00fcrnberg ein Symposium zum 200. Jahrestag der Franz\u00f6sischen Revolution, deshalb luden wir 2007 in Berlin zu einer Wissenschaftlichen Konferenz zum 90. Jahrestag der Oktoberrevolution ein.<br \/>\nIm Gefolge der Novemberrevolution nahm die Freidenkerbewegung in Deutschland einen starken Aufschwung, sie organisierte rund eine dreiviertel Million Mitglieder. Die Lektion des 1. imperialistischen Weltkrieg, dass es bei diesem V\u00f6lkermord ausschlie\u00dflich um Profitinteressen ging, hat auch die Freidenkerverb\u00e4nde politisiert, die nun nicht mehr in der Religion, sondern in der Klassengesellschaft das entscheidende \u00dcbel sahen. Sie k\u00e4mpften f\u00fcr die v\u00f6llige geistige Befreiung der Arbeiterklasse, sahen aber als deren Voraussetzung ihre \u00f6konomische Befreiung.<br \/>\nDeshalb formulierten sie: \u201eDie proletarische Freidenkerbewegung ist ein Teil der gro\u00dfen sozialistischen Gesamtbewegung. Ihre Sonderaufgabe besteht darin, auf dem Boden des revolution\u00e4ren Klassenkampfes und des wissenschaftlichen Sozialismus durch Zerst\u00f6rung der religi\u00f6sen und b\u00fcrgerlichen Ideologien in den K\u00f6pfen des Proletariats an der Verwirklichung einer alle V\u00f6lker und Rassen umfassenden klassenlosen Gemeinschaftskultur mitzuarbeiten.\u201c1<br \/>\nHeute betrachten wir als Ziel freien Denkens die freie Selbstbestimmung des Individuums, und dies schlie\u00dft ausdr\u00fccklich die gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse ein. Freie Selbstbestimmung verlangt die Aufhebung aller Formen der Entfremdung, das Erlernen und die Beherrschung der Entwicklungsgesetze der Gesellschaft zum Zweck der gesellschaftlichen Selbstbeherrschung. 2<br \/>\nDer aktiv handelnde Mensch wird als Gestalter menschenw\u00fcrdiger Verh\u00e4ltnisse zum aktiven Subjekt der Geschichte,\u00a0 indem er die in Geschichte und Gesellschaft wirksamen Gesetze anerkennt und entsprechend handelt. Freidenker betrachten Revolutionen als Mittel und Ausdruck des Selbstbestimmungsrechts des Menschen \u00fcber ihm gem\u00e4\u00dfe gesellschaftliche Verh\u00e4ltnisse, als Wahrnehmung seines Menschenrechts und seiner Rolle als Subjekt der Geschichte.<br \/>\nAls Kulturorganisation treten wir f\u00fcr \u201eeine neue Qualit\u00e4t der Kultur\u201c des menschlichen Zusammenlebens ein, \u201ehistorisch schlie\u00dft unser Kulturverst\u00e4ndnis die fortschrittlichen \u00dcberlieferungen und Traditionen der Menschheit, des Freiheitskampfes der Unterdr\u00fcckten und Ausgebeuteten, insbesondere die K\u00e4mpfe der Arbeiterbewegung f\u00fcr die Verbesserung ihrer Lage und f\u00fcr eine sozialistische Gesellschaftsordnung ein.\u201c3<\/p>\n<p><strong>Offiziell ein \u201eNichtereignis\u201c<\/strong><br \/>\nDie Novemberrevolution in Deutschland 1918\/1919 ist an ihrem 90. Jahrestag kein Thema in der \u00d6ffentlichkeit. Diese Revolution stand historisch auf den Schultern der Russischen Oktoberrevolution von 1917. Der offizielle staatliche und mediale Gedenkbetrieb versucht, die eine wie die andere Revolution aus dem geschichtlichen Ged\u00e4chtnis auszul\u00f6schen, hilfsweise sie zu diffamieren und als Irrweg abzutun.<br \/>\nWirtschafts- und Finanzkrisen, Arbeitslosigkeit und Armut, die Zerschlagung sozialer und demokratischer Rechte, wachsendes Elend und Hunger in der Welt, die Bedrohung der Biosph\u00e4re, v\u00f6lkerrechtswidrige Kriege \u2013 dies alles zeugt von der\u00a0 zunehmenden Krisenhaftigkeit des Imperialismus. Daher ist es f\u00fcr die Herrschenden eine vorrangige Aufgabe, die Alternativlosigkeit dieser \u201aOrdnung\u2018 zu propagieren. Die Negierung, Diffamierung und Kriminalisierung sozialistischer Revolutionen soll jeden Gedanken an eine gesellschaftspolitische Alternative aus den K\u00f6pfen schlagen.<br \/>\nDer Deutsche Freidenker-Verband formuliert in seinem 1994 beschlossenen programmatischen Dokument, der \u201eBerliner Erkl\u00e4rung\u201c: \u201eFreidenkern ist der Glaube an den Ewigkeitswert bestehender Ordnungen fremd, ihnen ist bewusst, dass es kein Ende der Geschichte gibt. Wir betrachten den Zusammenbruch des 1917 begonnenen Versuches, als Alternative zum Kapitalismus eine sozialistische Gesellschaft zu errichten, als keineswegs gleichbedeutend mit dem \u201aEnde\u2018 sozialistischer, emanzipatorischer und humanistischer Ideen und Ideale\u201c.4<br \/>\nWenn in Deutschland einer Revolution offiziell gedacht wird, dann ist es eher die \u201eBefreiung von Napoleon\u201c oder das Ende der DDR 1989\/90. Dieser Sicht der Herrschenden entspricht, auch die gescheiterte b\u00fcrgerliche Revolution 1848\/49 als \u201eWiege der deutschen Demokratie\u201c zu feiern. Ihre Demokratie sieht danach aus. Selbst die als \u201eMachtergreifung Hitlers\u201c verharmloste Macht\u00fcbergabe an die Faschisten 1933 wird nach dieser Lesart bei manchen zur \u201eRevolution\u201c, w\u00e4hrend die Novemberrevolution von 1918 inzwischen vorzugsweise zu den sogenannten \u201eNovemberereignissen\u201c kleingeschrieben wird.<br \/>\nMan merke: Was vom Offiziellen Staatsgedenken eine Revolution gehei\u00dfen wird, gilt vern\u00fcnftig denkenden Menschen als das Gegenteil, als Konterrevolution. Dass die deutsche Novemberrevolution so fast fl\u00e4chendeckend ignoriert wird, ist angesichts eines Befundes des Publizisten Sebastian Haffner besonders beunruhigend: \u201eEs sind nicht die siegreichen, es sind die erstickten und unterdr\u00fcckten, die verratenen und verleugneten Revolutionen, die ein Volk krank machen. Deutschland krankt an der verratenen Revolution von 1918 noch heute.\u201c5<\/p>\n<p><strong>Freidenker in der Novemberrevolution<\/strong><br \/>\nEin wichtiger Bezugspunkt ist die Novemberrevolution f\u00fcr den Deutschen Freidenker-Verband auch deshalb, weil die proletarischen Freidenker ihre Ziele unterst\u00fctzten und f\u00fchrende Freidenker eine aktive Rolle in der Revolution gespielt haben. Zu nennen w\u00e4ren hier insbesondere Adolph Hoffmann und der sp\u00e4tere Verbandsvorsitzende Max Sievers.<br \/>\nAdolph Hoffmann ist als der \u201e10-Gebote-Hoffmann\u201c bekannt, seine\u00a0 Brosch\u00fcre \u201eDie Zehn Gebote und die besitzende Klasse\u201c erschienen seit 1903 mit einem Vorwort von Clara Zetkin. Er distanzierte sich 1914 von der Zustimmung der SPD zu den Kriegskrediten, war 1917 Mitbegr\u00fcnder der USPD und Mitglied ihres Zentralkomitees. Hoffmann solidarisierte sich mit der russischen Februar- und der Oktoberrevolution, und rief die deutschen Arbeiter zur Nachahmung auf.\u00a0 Am 9. November 1918 war er f\u00fchrend an der Besetzung des Roten Rathauses und am 10. November des preu\u00dfischen Landtages beteiligt. Am 12. November 1918 trat er in die\u00a0 Leitung des Preu\u00dfischen Kultusministeriums ein und veranlasste erste Ma\u00dfnahmen zur Trennung von Staat und Kirche sowie von Schule und Kirche.<br \/>\nAls entschiedener Gegner von Imperialismus, Militarismus und Krieg sah er in der Weimarer Republik nach wie vor eine kapitalistische Gesellschaft, in der nach 1918 nur der Name ge\u00e4ndert wurde, nicht aber die innere Einrichtung.6 Gegen die erstarkende NSDAP und ihren antij\u00fcdischen Rassismus k\u00e4mpfte er publizistisch mit der Brosch\u00fcre \u201eDer Jude wird verbrannt!\u201c, au\u00dferdem wirkte er aktiv in der Bewegung \u201eH\u00e4nde weg von Sowjetrussland!\u201c und der Internationalen Arbeiterhilfe (IAH).<br \/>\nWie Hoffmann war auch Max Sievers ein entschiedener Gegner der imperialistischen Milit\u00e4r-, Kolonial- und Kriegspolitik sowie der Burgfriedenspolitik der sozialdemokratischen F\u00fchrung nach dem 4. August 1914, und solidarisierte sich mit dem konsequenten Antikriegskampf von Karl Liebknecht. Auch Max Sievers wurde\u00a0 Mitglied der USPD, und im November 1918 Mitglied des Neuk\u00f6llner Arbeiter- und Soldatenrates, 1919-1920 wurde er hauptamtlicher Redakteur der Zeitung \u201eArbeiterrat\u201c. Er trat entschieden daf\u00fcr ein, die b\u00fcrgerlich-demokratische zur sozialistischen Revolution weiterzuf\u00fchren.<br \/>\nHoffmann und Sievers unterst\u00fctzten wie die Anh\u00e4nger der linken USPD unter Ernst D\u00e4umig die Losungen des Spartakusbundes \u201eAlle Macht den R\u00e4ten! Gegen die Nationalversammlung!\u201c, und widersetzten sich der Selbstentmachtung der R\u00e4te, die von der rechten F\u00fchrung der Mehrheits-SPD forciert wurde. Die Entmachtung der R\u00e4te wurde jedoch am 16. Dezember 1918 von einer SPD-Mehrheit im Ersten R\u00e4tekongress mit 344 zu 98 Stimmen beschlossen, stattdessen f\u00fcr Wahlen zu einer verfassungsgebenden Nationalversammlung votiert.<br \/>\nTrotz der Gegnerschaft zu dieser Entwicklung kritisierte Sievers den Boykott der Wahlen durch die KPD und verwies auf die Aussagen Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts auf dem Gr\u00fcndungsparteitag der KPD, alle legalen M\u00f6glichkeiten des b\u00fcrgerlichen Staates zu nutzen, und ebenso auf die Haltung von Lenin und Radek zum Parlamentarismus. Grunds\u00e4tzlich hielt er daran fest, \u201edass nur die proletarische Diktatur, deren Ausdruck das R\u00e4tesystem sein soll, die Befreiung der Arbeiterklasse bringen kann\u201c. Als Teilnehmer des II. Kongresses der Arbei-ter-, Bauern und Soldatenr\u00e4te Deutschlands im April 1919 trat Sievers nochmals der rechten Sozialdemokratie und Gewerkschaftsf\u00fchrung entgegen, die das R\u00e4tesystem ablehnten und f\u00fcr die Unterst\u00fctzung der Regierung warben, die den konterrevolution\u00e4ren Umtrieben der \u201eFreikorps\u201c den Weg bereiteten.<\/p>\n<p><strong>Die unvollendete Revolution<\/strong><br \/>\nDie handstreichartige \u00dcbertragung der politischen F\u00fchrung an die SPD sollte den alten staatstragenden Kr\u00e4ften des Kaiserreiches ein politisches \u00dcberleben und eine Chance zur alsbaldigen Restauration er\u00f6ffnen. Diese Rechnung ging auf, garantiert durch das B\u00fcndnis Eberts mit der Obersten Heeresleitung vom 10.11.1918.<br \/>\nGeneral Gr\u00f6ner von der Obersten Heeresleitung erkl\u00e4rte:<br \/>\n\u201eWir haben uns verb\u00fcndet zum Kampfe gegen den Bolschewismus. An eine Wiedereinf\u00fchrung der Monarchie war nicht zu denken. Unser Ziel am 10. November war die Einf\u00fchrung der geordneten Regierungsgewalt, die St\u00fctzung dieser Gewalt durch Truppenmacht&#8230; Zun\u00e4chst handelte es sich darum, in Berlin den Arbeiter- und Soldatenr\u00e4ten die Gewalt zu entrei\u00dfen.\u201c 7<br \/>\nFast wortgleich Friedrich Ebert: \u201eIch schlug Hindenburg ein B\u00fcndnis zwischen der Obersten Heeresleitung und der Sozialdemokratischen Partei vor, um mit Hilfe der Obersten Heeresleitung eine Regierung zu bilden, die die Ordnung wiederherstellen konnte.\u201c8<br \/>\nDie zur Niederschlagung revolution\u00e4rer Erhebungen aufgestellten sogenannten \u201eFreikorps\u201c kooperierten mit dem SPD-Reichswehrminister und \u201eBluthund\u201c Gustav Noske. Bei der blutigen Niederschlagung des Spartakusaufstandes 1919 und der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht am 15. Januar 1919 handelten sie mit seinem Einverst\u00e4ndnis.<br \/>\nGeneralstabsoffizier Waldemar Pabst gab den Befehl zu den Morden, und sp\u00e4ter zu Protokoll, dass er vor den Morden mit Noske telefoniert habe und Ebert dabei anwesend gewesen sei.<br \/>\nPabst handelte im Auftrag der antibolschewistischen Liga und ihres Leiters Stadtler, die von Gro\u00dfindustriellen f\u00fcr die Liquidierung revolution\u00e4rer Sozialisten finanziert wurden. Die von Pabst gef\u00fchrte Garde-Sch\u00fctzen-Kavallerie-Division vollf\u00fchrte von Januar bis M\u00e4rz 1919 eine wahre Mordorgie in Berlin.<br \/>\nEs wird heute zwar weitgehend totgeschwiegen, aber kaum noch ernsthaft in Zweifel gezogen, dass dieses B\u00fcndnis der rechtssozialdemokratischen F\u00fchrung mit den alten monarchistischen und antidemokratischen Kr\u00e4ften ein entscheidender Faktor f\u00fcr das Scheitern der Weimarer Republik und den schlie\u00dflichen Machtantritt des Faschismus in Deutschland war. Diese Politik setzte sich fort, als im Kapp-Putsch die k\u00e4mpfenden Arbeiter die Republik retteten, dann aber die Reichswehr gegen sie in Marsch gesetzt wurde. Politische Morde und Gesinnungsjustiz pr\u00e4gten diese angebliche \u201eerste deutsche Demokratie\u201c. Eugen Levin\u00e9, ein F\u00fchrer der bayerischen R\u00e4terepublik, der im Juni 1919 nach Todesurteil in M\u00fcnchen-Stadelheim ermordet wurde, pr\u00e4gte in seiner Verteidigungsrede den charakteristischen Satz von den Kommunisten als \u201eTote auf Urlaub\u201c.<br \/>\nDer Freidenker-Vorsitzende Max Sievers wurde nach langj\u00e4hrigem Widerstandskampf, Hochverratsprozess und Todesurteil des Freislerschen \u201eVolksgerichtshofs\u201c 1944 in Brandenburg-G\u00f6rden mit dem Fallbeil ermordet. Er war zun\u00e4chst Mitglied der USPD, dann der VKPD, der KAG und nach einer Zeit als Parteiloser wieder der SPD. Er kritisierte 1933 auch das Versagen der KPD bei der Abwehr des Faschismus, sah aber die Hauptverantwortung des Scheiterns im reformistischen Kurs der SPD, ihren Fehleinsch\u00e4tzungen und Fehlentscheidungen 1914 und 1933. Ursache sei die \u201eAufgabe der revolution\u00e4ren Perspektive\u201c und die \u201eOrientierung auf ausschlie\u00dflich reformistische Mittel zur Umwandlung der kapitalistischen Gesellschaft gewesen\u201c.9<br \/>\nIn seiner umfangreichen publizistischen T\u00e4tigkeit w\u00e4hrend des\u00a0 antifaschistischen Widerstandes hat Max Sievers besonders in seinem Werk \u201eUnser Kampf gegen das Dritte Reich \u2013 Von der nazistischen Diktatur zur sozialistischen Demokratie\u201c mit den Schwerpunkten: \u201eSturz der nazistischen Diktatur \u2013 \u00dcberwindung des kapitalistischen Systems \u2013 Aufbau der sozialistischen deutschen Republik\u201c f\u00fcr das Modell einer R\u00e4tedemokratie pl\u00e4diert.10<\/p>\n<p><strong>Fragen und Kontroversen heute<\/strong><br \/>\nMit der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht war die junge Revolution enthauptet, mit der Selbstentmachtung der R\u00e4te die sozialistische Zielsetzung entsorgt, die Revolution auf halbem Wege stecken geblieben. In der r\u00fcckblickenden Diskussion wird daher heute auch die Frage aufgeworfen, ob denn die sozialistische Zielstellung nicht illusion\u00e4r, die Ausrufung der \u201efreien sozialistischen Republik Deutschland\u201c nicht voreilig und ein Fehler gewesen sei.<br \/>\nSolche Fragen haben nicht nur den Nachteil, dass sie notgedrungen spekulativ bleiben m\u00fcssen, sie ziehen auch die Frage nach sich, wann denn jemals ein \u201erichtiger\u201c Zeitpunkt gegeben sei, der nicht erst post festum ermittelt werden kann. Die Antwort haben eigentlich schon Zeitgenossen der Revolution in aller Deutlichkeit gegeben, beginnend mit Rosa Luxemburg 1906:<br \/>\n\u201eGerade weil die b\u00fcrgerliche Rechtsordnung in Deutschland l\u00e4ngst besteht, weil sie also Zeit hatte, sich g\u00e4nzlich zu ersch\u00f6pfen und auf die Neige zu gehen, weil die b\u00fcrgerliche Demokratie und der Liberalismus Zeit hatten, auszusterben, kann von einer b\u00fcrgerlichen Revolution in Deutschland nicht mehr die Rede sein. Und deshalb kann es sich bei einer Periode offener politischer Volksk\u00e4mpfe in Deutschland als letztes geschichtlich notwendiges Ziel nur noch um die Diktatur des Proletariats handeln.\u201c11<br \/>\nUnd Rosa Luxemburg warnte davor, sich den Weg zum Sozialismus als Spaziergang vorzustellen:<br \/>\n\u201eDie Abschaffung der Kapitalsherrschaft, die Verwirklichung der sozialistischen Gesellschaftsordnung \u2013 dies und nichts Geringeres ist das geschichtliche Thema der gegenw\u00e4rtigen Revolution. Ein gewaltiges Werk, das nicht im Handumdrehen durch ein paar Dekrete von oben herab vollbracht, das nur durch die eigene bewu\u00dfte Aktion der Masse der Arbeitenden in Stadt und Land ins Leben gerufen, das nur durch h\u00f6chste geistige Reife und unersch\u00f6pflichen Idealismus der Volksmassen durch alle St\u00fcrme gl\u00fccklich in den Hafen gebracht werden kann.\u201c12<br \/>\nIn diesem Sinne auch Karl Liebknecht: \u201eVorl\u00e4ufig haben wir in Deutschland keine sozialistische, sondern eine kapitalistische Republik. Die sozialistische Republik mu\u00df erst durch das Proletariat herbeigef\u00fchrt werden, durch den Kampf gegen die jetzige Regierung, die zur Tr\u00e4gerin des Kapitalismus geworden ist. Wir verlangen von dem Kongre\u00df, da\u00df er die volle politische Macht zwecks Durchf\u00fchrung des Sozialismus in die Hand nimmt und die Macht nicht einer Nationalversammlung \u00fcbertr\u00e4gt, die nicht ein Organ der Revolution sein w\u00fcrde. Wir fordern von dem R\u00e4tekongre\u00df, da\u00df er die Hand nach unseren russischen Br\u00fcdern ausstreckt und die Delegierten der Russen her\u00fcberruft. Wir wollen die Weltrevolution und die Vereinigung der Proletarier aller L\u00e4nder unter Arbeiter- und Soldatenr\u00e4ten.\u201c13<br \/>\nEine weitere angebliche Lehre aus jener Zeit, die uns heute aufgetischt wird, ist die Legende des Zwists zwischen Rosa Luxemburg und Lenin bzw. der Versuch, beide gegeneinander auszuspielen. Schon 1919 musste sich Clara Zetkin mit einem solchen als \u201eGedenken\u201c apostrophierten Versuch Luise Kautskis auseinandersetzen: \u201eRosa Luxemburgs Verh\u00e4ltnis zur russischen Novemberrevolution und zur sozialistischen R\u00e4terepublik war einheitlich und klar (\u2026) Rosa Luxemburg wertete den \u201aBolschewismus\u2018 \u2013 um der K\u00fcrze wegen den Namen des deutschen \u201aB\u00fcrgerschrecks\u2018 zu gebrauchen \u2013 als Ganzes nach seiner \u00fcberragenden geschichtlichen Bedeutung, und sie kritisierte Einzelheiten der bolschewistischen Aktion, die ihr kritikbed\u00fcrftig erschienen.\u201c14<\/p>\n<p><strong>Lehren f\u00fcr aktuelle K\u00e4mpfe<\/strong><br \/>\nUnd auch zu Rolle und Aufgabe einer sozialistischen Partei gibt es aus jener Zeit Aussagen wie jene von Max Sievers in der USPD-Debatte, die sich heute sehr aktuell ausnehmen:<br \/>\n\u201eF\u00fcr die Partei, die sich das Ziel gesteckt hat, eine Gesellschaftsordnung zu st\u00fcrzen, um eine neue aufzurichten, gibt es eine Stufe der Entwicklung, wo ihrem weiteren Aufstieg als Partei eine nicht zu \u00fcberschreitende Grenze gesetzt ist. Das ist der Augenblick, wo sie stark genug ist an Zahl und Kr\u00e4ften, um einen Teil der Staatsmacht zu \u00fcbernehmen, aber es ihrem Klassenstandpunkt nach vermeiden muss, durch eine solche Verbindung mit dem Staat demselben R\u00fcckhalt und St\u00e4rkung zu geben, statt ihn niederzuringen. Hier ist der Augenblick, wo der Partei der Zerfall droht. Die Geister scheiden sich in zwei Gruppen. Die einen verlangen die Beteiligung an der Staatsgewalt in der Hoffnung, bald alles zu haben, wenn sie vorl\u00e4ufig die H\u00e4lfte nehmen, die anderen k\u00e4mpfen gegen eine solche Beteiligung aus der Erkenntnis heraus, dass sie damit einen erlahmenden Gegner mit den eigenen Kr\u00e4ften wieder aufrichten w\u00fcrden, um ihn dauernd lebensf\u00e4hig zu machen. Gelingt es ihr aber, diese innere Krisis mit dem Resultat zu \u00fcberwinden, dass sie programmtreu bleibt, das hei\u00dft keine Liaison mit den herrschenden Gewalten eingeht, so erlahmt dennoch auf der H\u00f6he der Macht ihre Kraft, weil sie trotz ihres gewaltigen Apparates nichts die Massen Packendes unternehmen kann, weil sie trotz ihrer St\u00e4rke keinen tats\u00e4chlichen Einfluss auf die tats\u00e4chlichen Gewalten aus\u00fcbt, sie verliert an Werbekraft, weil sie trotz ihrer Gr\u00f6\u00dfe den Massen f\u00fcr den Moment nichts zu bieten vermag.\u201c<br \/>\nAllein k\u00f6nne die Partei nie so stark werden, um \u201eden Staat st\u00fcrzen zu k\u00f6nnen\u201c. Es ist also \u201edie Aufgabe einer politischen Partei,\u00a0 \u2026 dass sie ihre Ideen propagiert, aufkl\u00e4rend wirkt und eine Arena von K\u00e4mpfern heranzieht\u201c, und \u201edem Proletariat die Organisationsformen anweist und erk\u00e4mpft, durch die es sich den Sieg erstreiten kann\u201c.15 Als diese Organisationsform sieht er die R\u00e4te, Arbeiterr\u00e4te als gew\u00e4hlte Organe auf Betriebsebene, mit der Hauptaufgabe, \u201edie \u00dcbersicht und die Kontrolle \u00fcber den gesamten b\u00fcrokratischen Apparat\u201c zu bekommen, \u201edie Kontrolle \u00fcber die Verwaltung, \u2026 um am Tage der \u00dcbernahme dieser Verwaltung in die eigene Regie als Sachkenner dazustehen.\u201c16<br \/>\nSolche \u00dcberlegungen f\u00fchren uns zur heutigen Diskussion \u00fcber das Verh\u00e4ltnis zwischen Parlamentarismus und au\u00dferparlamentarischem Kampf, sie bleiben nicht in Bekenntnissen stecken, sondern enthalten praktische Vorschl\u00e4ge zur Formierung einer organisierten au\u00dferparlamentarischen Opposition. Sie weisen einen Weg, wie die verbreitete diffuse antikapitalistische Grundstimmung in der Bev\u00f6lkerung zu mehr Klarheit gef\u00fchrt werden kann.<br \/>\nHier k\u00f6nnten antikapitalistische Reformvorschl\u00e4ge wieder aufgegriffen werden, wie sie in den 1970er Jahren in der BRD mit Forderungen nach Wirtschafts- und Sozialr\u00e4ten in gewerkschaftlichen Kreisen diskutiert wurden. Diese sollten ihre Basis zwar in den Betrieben haben, aber auch \u00fcberbetrieblich wirken und Elemente einer gesamtgesellschaftlichen Planung im \u00f6konomischen und sozialen Bereich verwirklichen.<\/p>\n<p><strong>H\u00f6chste Zeit f\u00fcr Sozialismus<\/strong><br \/>\nDie wenigen Beispiele zeigen: Die Novemberrevolution bietet nicht nur Gelegenheit zum Erinnern und Gedenken, sondern reichlich Stoff f\u00fcr das Ringen um weltanschaulich-ideologische Klarheit, wie auch um unmittelbar praktische Schlussfolgerungen. Wenn man dies \u00fcber ein historisches Ereignis sagen kann, dann ist es abgeschlossen, \u201enicht einmal vergangen\u201c, sondern wert, im Bewusstsein wachgehalten, auf den Pr\u00fcfstand der Aufgaben unserer Zeit gestellt zu werden, von uns zur eigenen geistigen St\u00e4rkung und zur Erziehung neuer K\u00e4mpferinnen und K\u00e4mpfer genutzt zu werden. Es gibt aber noch einen weiteren Grund, die Erinnerung an die Novemberrevolution wachzuhalten. Dies ist die weltpolitische Lage, wie sie sich nach der Konterrevolution in der DDR und der Niederlage des Sozialismus in Europa 1989\/90 entwickelt hat. Sie tr\u00e4gt viele, der Situation vor 1914 \u00e4hnliche Z\u00fcge, wir erleben einen R\u00fcckfall in l\u00e4ngst vergangen geglaubte Zeiten.<br \/>\nDer Kolonialismus ist in Form des Neokolonialismus zur\u00fcckgekehrt, er wirkt weniger offensichtlich, aber viel effektiver. Ein erneuter Kampf um die Neuaufteilung der Welt hat begonnen, insbesondere um die Beute aus der Niederlage des Sozialismus.<br \/>\nAuch Deutschland kn\u00fcpft an der \u201ealten Zeit\u201c an, und dieser Befund ist nicht aus Polemik geboren, sondern durch die Regierenden bezeugt, z. B. Bundeskanzler Kohl: \u201eDeutschland hat mit seiner Geschichte abgeschlossen, es kann sich k\u00fcnftig offen zu seiner Weltmachtrolle bekennen und sollte diese ausweiten.\u201c17<br \/>\nOder Au\u00dfenminister Kinkel: \u201e\u2026 Nach au\u00dfen gilt es etwas zu vollbringen, woran wir zweimal zuvor gescheitert sind: im Einklang mit unseren Nachbarn zu einer Rolle zu finden, die unseren W\u00fcnschen und unserem Potential entspricht. \u2026 Wir sind aufgrund unserer Mittellage, unserer Gr\u00f6\u00dfe und unseren traditionellen Beziehungen zu Mittel- und Osteuropa dazu pr\u00e4destiniert, den Hauptvorteil aus der R\u00fcckkehr dieser Staaten nach Europa zu ziehen.\u201c18<br \/>\nVerteidigungsminister Rupert Scholz konkretisierte: \u201eWir glauben, dass wir die wichtigsten Folgen des Zweiten Weltkriegs \u00fcberwunden und bew\u00e4ltigt h\u00e4tten. Aber in anderen Bereichen sind wir heute damit befasst, noch die Folgen des Ersten Weltkriegs zu bew\u00e4ltigen. Jugoslawien ist als eine Folge des Ersten Weltkriegs eine sehr k\u00fcnstliche, mit dem Selbstbestimmungsrecht nie vereinbar gewesene Konstruktion.\u201c19<br \/>\nAls \u201ek\u00fcnstliche\u201c, \u201ewidernat\u00fcrliche\u201c Staaten oder auch \u201eV\u00f6lkergef\u00e4ngnisse\u201c gelten jenen Reaktion\u00e4ren solche Staaten, die ihr Staatsangeh\u00f6rigkeitsrecht nicht nach deutschem Blutsrecht, sondern gem\u00e4\u00df dem Staatsb\u00fcrgerverst\u00e4ndnis der Franz\u00f6sischen Revolution organisieren.<br \/>\nUnd wie es den T\u00e4ter immer wieder zum Tatort zur\u00fcckzieht, lie\u00df man den Worten auch Taten folgen, zerst\u00f6rte Jugoslawien wie schon 1914 und 1941, und setzte dazu den Schlussstein mit der Teilnahme an der v\u00f6lkerrechtswidrigen NATO-Aggression 1999. Mit diesem ersten Angriffskrieg unter deutscher Beteiligung seit 1945 wurde das Tor aufgesto\u00dfen f\u00fcr die folgenden Kriege. Nicht nur Irak, Afghanistan und der Libanon wurden wieder Opfer der imperialistischen Wertegemeinschaft, die Kriegshetze gegen Iran, Syrien und Sudan wird seit Jahren versch\u00e4rft, Kriege gegen Somalia, Ruanda und den Kongo gef\u00fchrt, wie Cuba und Venezuela werden alle lateinamerikanischen Staaten milit\u00e4risch bedroht, die sich nicht der Diktatur der \u201eneuen Weltordner\u201c unterwerfen wollen. Die Kampagnen zu Tibet und Georgien zeigen, das Russland und China wegen desselben Delikts, sich nicht unterwerfen zu wollen, und als Konkurrenten auf dem Weltmarkt milit\u00e4risch eingekreist und politisch zur R\u00e4son gebracht werden sollen. Hierbei sind Deutschland und die USA mal in Konkurrenz, mal in mafi\u00f6ser Kumpanei aktiv. Ihre Agenda ist die Faschisierung der Au\u00dfenpolitik und die Zerst\u00f6rung des V\u00f6lkerrechts.<br \/>\nUnd wie im Lehrbuch wird die Aggressivit\u00e4t nach au\u00dfen durch die Repression nach innen flankiert \u2013 von Online-Durchsuchungen bis zum Bundeswehreinsatz im Innern.<br \/>\nGegen diesen zu beobachtenden R\u00fcckfall in die Barbarei hilft nur Sozialismus. F\u00fcr eine neue Revolution ist es also h\u00f6chste Zeit. Wir kommen ihr aber nicht n\u00e4her, wenn wir das nur plakatieren. Es bedarf der realen Heranf\u00fchrung des Massenbewusstseins an die \u201eSystemgrenze\u201c, an die Erkenntnis von der unvermeidlichen Notwendigkeit des Sozialismus. Dazu helfen nicht moralische Appelle und agitatorische Deklamationen. Es m\u00fcssen Lernprozesse organisiert werden, in denen die Menschen selbst diese Erfahrung machen k\u00f6nnen. Es ist eine strategische Aufgabe zu l\u00f6sen, in der die Dialektik von Reform und Revolution gem\u00e4\u00df den heutigen Bedingungen neu erarbeitet wird. Im Ringen um die L\u00f6sung dieser Aufgabe besteht auch die Chance zur Ann\u00e4herung und Zusammenarbeit von Linken, Sozialisten und Kommunisten in verschiedenen Parteien und Organisationen.<br \/>\n<em>Klaus Hartmann ist Bundesvorsitzender des DFV<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Anmerkungen:<\/strong><br \/>\n1 Walter und Anna Lindemann, Die proletarische Freidenker-Bewegung, Gotha 1926<br \/>\n2 Berliner Erkl\u00e4rung des Deutschen Freidenker-Verbandes, S. 9<br \/>\n3 Berliner Erkl\u00e4rung des Deutschen Freidenker-Verbandes, S. 12<br \/>\n4 Berliner Erkl\u00e4rung des Deutschen Freidenker-Verbandes, S. 4 f.<br \/>\n5 Sebastian Haffner: Die verratene Revolution \u2013 Deutschland 1918\/1919<br \/>\n6 Gernot Bandur: Adolph Hoffmann. Feuriger proletarischer Vulkan. Berlin 2000 und Gernot Bandur: Der \u201eZehn-Gebote-Hoffmann\u201c, \u201aFreidenker\u2018 1-2008<br \/>\n7 Nach einem von der SPD herausgegebenen stenographischen Protokoll, zitiert nach: \u201eIllustrierte Geschichte der deutschen Revolution\u201c, 1929, Internationaler Arbeiterverlag Berlin, Nachdruck 1970, Verlag Neue Kritik, S.233<br \/>\n8 Paul Merker, \u201eDeutschland \u2013 Sein oder Nichtsein\u201c, 1944, Nachdruck Frankfurt 1973, S. 45<br \/>\n9 Klaus Hartmann, Freidenker gegen Faschismus und Krieg \u2013 das Verm\u00e4chtnis von Max Sievers verteidigen!, Rede am 17. Januar 2004 in Berlin, \u201aFreidenker\u2018-Sonderheft 3-2004<br \/>\n10 Max Sievers, Unser Kampf gegen das Dritte Reich, Stockholm 1939<br \/>\n11 Rosa Luxemburg, \u201eMassenstreik, Partei und Gewerkschaften\u201c, 1906, Gesammelte Werke, Band 2, S. 153<br \/>\n12 Rosa Luxemburg, \u201eDer Anfang\u201c, \u201eDie Rote Fahne\u201c Nr. 3 vom 18. November 1918, Gesammelte Werke, Band 4, S. 397\/398<br \/>\n13 Karl Liebknecht, Rede w\u00e4hrend einer Massendemonstration vor dem preu\u00dfischen Abgeordnetenhaus, 16.12.1918, \u201eDie Rote Fahne\u201c Nr. 32, Berlin, 17.12.1918, Gesammelte Reden und Schriften, Band IX, S. 646<br \/>\n14 Clara Zetkin, F\u00fcr Rosa Luxemburg, in: Die Aktion Nr. 6\/7, Hrg. Franz Pfemfert, Berlin 1919<br \/>\n15 Der Arbeiter-Rat, Bd. I, Nachdruck Vaduz 1984, zit. N. Gernot Bandur, Freidenker und Sozialist Max Sievers, in \u201aFreidenker\u2018-Spezial, 3-2004<br \/>\n16 ebenda<br \/>\n17 Regierungserkl\u00e4rung im Deutschen Bundestag am 30. Januar 1991<br \/>\n18 Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. M\u00e4rz 1993<br \/>\n19 Rupert Scholz, Bundesverteidigungsminister 1988\/89, im September 1991 auf dem \u201eF\u00fcrstenfeldbrucker Symposium f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte aus Bundeswehr und Wirtschaft\u201c, veranstaltet von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverb\u00e4nde und der Bundeswehr, zit. nach Die Welt, 12.12.1991<\/p>\n<hr \/>\n<p>Bild: https:\/\/pixabay.com\/de\/users\/Comfreak-51581 \/ Jonny Lindner<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Beitrag aus FREIDENKER 4-08: Rede von Klaus Hartmann anl\u00e4sslich einer Veranstaltung zum 90. Jahrestag der Novemberrevolution am 15.11.2008 in Berlin<\/strong><br \/>\nIm Gefolge der Novemberrevolution nahm die Freidenkerbewegung in Deutschland einen starken Aufschwung, sie organisierte rund eine dreiviertel Million Mitglieder. Die Lektion des 1. imperialistischen Weltkrieg, dass es bei diesem V\u00f6lkermord ausschlie\u00dflich um Profitinteressen ging, hat auch die Freidenkerverb\u00e4nde politisiert, die nun nicht mehr in der Religion, sondern in der Klassengesellschaft das entscheidende \u00dcbel sahen. Sie k\u00e4mpften f\u00fcr die v\u00f6llige geistige Befreiung der Arbeiterklasse, sahen aber als deren Voraussetzung ihre \u00f6konomische Befreiung.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":372,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","advanced_seo_description":"","jetpack_seo_html_title":"","jetpack_seo_noindex":false,"jetpack_post_was_ever_published":false,"footnotes":""},"categories":[12,1162],"tags":[959,138],"class_list":["post-370","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-demokratie-medien-aufklaerung","category-geschichte","tag-novemberrevolution-1918","tag-revolution"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Faust.jpg?fit=800%2C445&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9stpK-5Y","jetpack-related-posts":[{"id":520,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=520","url_meta":{"origin":370,"position":0},"title":"FREIDENKER 4-08 &#8211; 90 Jahre Novemberrevolution &#8211; Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht","author":"Webmaster","date":"16. 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