{"id":2940,"date":"2013-09-17T01:26:23","date_gmt":"2013-09-16T23:26:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.freidenker.org\/?p=2940"},"modified":"2017-12-30T19:28:37","modified_gmt":"2017-12-30T18:28:37","slug":"politischer-islam-als-ideologie-gegensaetzlicher-machtinteressen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=2940","title":{"rendered":"Politischer Islam als Ideologie gegens\u00e4tzlicher Machtinteressen"},"content":{"rendered":"<p>Aus: <a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=783\">\u201eFREIDENKER\u201c Nr. 3-13<\/a>, September 2013, S. 19-28, 72. Jahrgang<\/p>\n<p>von <strong>Klaus von Raussendorff<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In einem Augenblick, da die Aggression gegen Syrien zu eskalieren droht, kann ein R\u00fcckblick helfen zu verstehen, welche Rolle in diesem Konflikt die unterschiedlichen Varianten des politischen Islam bisher gespielt haben und als Ideologie machtpolitischer Interessen weiter spielen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Politischer Islam ist ein Begriff, der von den Sozialisten in der Region im Allgemeinen vermieden wird. Aus Sicht der Werkt\u00e4tigen ist das Entscheidende, ob politische Kr\u00e4fte mit fortschrittlicher oder reaktion\u00e4rer Tendenz wirksam werden. Hierzulande aber erscheint es derzeit geboten, zu unterscheiden, welche Spielarten des politischen Islam in ihren Zielen mit reaktion\u00e4ren und welche mit fortschrittlichen Kr\u00e4ften \u00fcbereinstimmen. Denn in Deutschland tummeln sich in der Front der imperialistischen Einmischung in Syrien neuerdings auch \u201eAnti-Imperialisten\u201c, die ihr Herz f\u00fcr die Moslembr\u00fcder entdeckt haben, w\u00e4hrend im Chor des rassistischen Anti-Islamismus weiterhin die Stimmen von \u201eReligionskritikern\u201c ert\u00f6nen, die <em>den<\/em> Islam in Bausch und Bogen f\u00fcr fortschrittsunf\u00e4hig erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Worin sich die einzelnen Spielarten des Islam in Dogmatik, Rechtslehre und Ritus unterscheiden, ist aus Sicht der materialistisch-dialektischen Religionskritik von untergeordneter Bedeutung. Aber welche gesellschaftliche Realit\u00e4t sich jeweils in bestimmten Glaubensformen spiegelt, ist eine zentrale religionskritische Fragestellung. So ist es z.B. \u00e4u\u00dferst bemerkenswert, dass der Konflikt zwischen reaktion\u00e4ren und fortschrittlichen Kr\u00e4ften in der Welt des Islam, auch auf theologischer Ebene zu einer scharfen Auseinandersetzung gef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p>An sich herrscht im Islam die Tendenz vor, Einheit und Br\u00fcderlichkeit aller Muslime zu betonen. Die Uma, die muslimische Weltgemeinschaft, ist im Islam ein fester Begriff und hoher Wert. Vorherrschend ist das Bem\u00fchen um Ausgleich. Umso bemerkenswerter ist es, dass eine Konferenz von Islam-Gelehrten mehrerer L\u00e4nder zum ersten Mal eine scharf verurteilende Position gegen die salafistisch-wahabistischen \u201eTakfiri\u201c formuliert hat. Takfiri sind Muslime, die \u201eTakfir\u201c praktizieren, d.h. andere Muslime sowie Andersgl\u00e4ubige zu \u201eUngl\u00e4ubigen\u201c (\u201eKafir\u201c) erkl\u00e4ren und diese verfolgen und t\u00f6ten. Diese aggressive Praxis ist nun erstmals von einem repr\u00e4sentativen Kreis von Islam-Gelehrten als \u201eunislamisch und menschheitsfeindlich\u201c verurteilt worden, wie weiter unten noch ausgef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p>Es versteht sich von selbst, dass darin auch eine ideologische Kampfansage an jene Regierungen der Region enthalten ist, die das W\u00fcten der \u201eTakfiri\u201c in Irak, Syrien, Libanon etc. politisch instrumentalisieren.<\/p>\n<p>Der politische Islam kann ganz allgemein als Instrumentalisierung religi\u00f6ser Glaubensinhalte und Gef\u00fchle f\u00fcr politische Ziele definiert werden. Wie weit die Strategie Erfolg hat oder scheitert, ist nicht theologisch zu erkl\u00e4ren; denn als Form des gesellschaftlichen Bewusstseins steht der politische Islam in Wechselwirkung mit der realen Entwicklung der Gesellschaft. Zum Verst\u00e4ndnis der Rolle, die der politische Islam in der aktuellen Krise um den Syrien-Konflikt spielt, soll die nachstehende R\u00fcckschau auf j\u00fcngste Schl\u00fcsselereignissen in den einzelnen L\u00e4ndern beitragen.<\/p>\n<h5><strong>T\u00fcrkei: Erwachen aus ottomanischen Tr\u00e4umen<\/strong><\/h5>\n<p>Ab Ende Mai 2013 gehen in vielen t\u00fcrkischen St\u00e4dten mehrere Millionen Menschen auf die Stra\u00dfe. \u201eDiese anschwellende Reaktion hat einen anti-imperialistischen, pro-s\u00e4kularen Charakter. Sie ist eng verbunden mit der Opposition des Volkes gegen die kriegstreiberische Politik der Regierung im Syrien-Konflikt und die schleichende Islamisierung des \u00f6ffentlichen Lebens. In dieser Beziehung unterscheidet sie sich von anderen Aufst\u00e4nden im Mittleren Osten.\u201c So die erste Einsch\u00e4tzung der T\u00fcrkischen Kommunistischen Partei.<\/p>\n<p>Das Aufbegehren in der T\u00fcrkei sei kein \u201eT\u00fcrkischer Fr\u00fchling\u201c sondern eine \u201eEruption der Volkswut, die sich in 11 Jahren AKP-Regierung angestaut hat. Darin unterscheidet sich diese von anderen Erhebungen im Mittleren Osten.\u201c Die T\u00fcrkei sei \u201cdas wohl dynamischste Experiment mit dem politischem Islam, \u201d meint die Brookings Institution im April 2012. Daraus erg\u00e4ben sich \u201ezukunftweisende Lehren f\u00fcr die arabische Welt\u201c, hofft der US-amerikanische Think Tank. Doch \u201edas neue Model\u201c wird durch massive innert\u00fcrkische Proteste im Juni 2013 in Frage gestellt. Kurz darauf erleidet das Erdo\u011fan-Regime au\u00dfenpolitisch einen weiteren R\u00fcckschlag. \u201eDer Coup in \u00c4gypten ersch\u00fcttert die islamischen Partner der Moslembruderschaft in der T\u00fcrkei\u201c, titelt The Christian Science Monitor (v. 10. Juli 2013)<\/p>\n<p>Mit dem ph\u00e4nomenalen Aufstieg der Muslimbruderschaften in \u00c4gypten, Tunesien, Jordanien und Syrien sieht sich das NATO-Land T\u00fcrkei schon als F\u00fchrer eines kommenden neue osmanischen Reiches; die USA, F\u00fchrungsmacht des NATO-B\u00fcndnisses, setzt auf die Moslembr\u00fcdern. \u201eDie spezielle Verst\u00e4ndigung zwischen den Moslembr\u00fcdern und den USA \u00fcber den Arabischen Fr\u00fchling mit dem Ergebnis, dass die Moslembr\u00fcder auf der 2011 ausgel\u00f6sten Welle der arabischen Umbr\u00fcche an die Macht geritten sind, geht auf Pr\u00e4sident Obama\u2019s Rede vom 4. Juni 2009 mit dem Titel \u201aEin Neuanfang\u2019 zur\u00fcck, welche die besch\u00e4digten Beziehungen der USA mit der muslimischen Welt wieder einrenken sollte.\u201c So der Soziologe Mahdi Darius Nazemroaya (Russia Today v. 9. Juli 2013)<\/p>\n<p>Daraus ergibt sich f\u00fcr das Erdo\u011fan-Regime die Gelegenheit, das regionale Vorherrschaftsstreben der imperialistischen Kr\u00e4fte der T\u00fcrkei in die ideologische H\u00fclle einer transnationalen Form des politischen Islam zu kleiden. Doch die aberwitzigen osmanischen Tr\u00e4ume haben innen- und au\u00dfenpolitisch eine empfindliche Schlappe erlitten. Nichts geht f\u00fcr Erdo\u011fan mehr so wie fr\u00fcher.<\/p>\n<h5><strong>Syrien: Nationaler Widerstand gegen islamistische S\u00f6ldnerbanden<\/strong><\/h5>\n<p>Am 5. Juni 2013 werden die gegen die vom Westen unabh\u00e4ngige Regierung Syriens k\u00e4mpfenden S\u00f6ldnerbanden in einer Blitzoffensive der syrischen Armee aus der Stadt Kussair vertrieben. Die Einnahme des wichtigen Knotenpunkts wird international als eine milit\u00e4rische Wende gewertet. Der Sieg ist Ergebnis einer Reorganisation der inneren Landesverteidigung, die schon fr\u00fcher in verschiedenen Teilen des Landes zu Erfolgen gef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p>Entscheidend ist Assads R\u00fcckhalt in der Bev\u00f6lkerung. \u201eVon der NATO gesammelte Daten ergeben, dass die Unterst\u00fctzung der syrischen Bev\u00f6lkerung f\u00fcr die Regierung von Baschar al-Assad in der letzten Zeit stark zugenommen hat, \u201c meldet &#8222;WorldTribune&#8220;<em>( v. 31. Mai 2013)<\/em>. \u201eLaut einer repr\u00e4sentativen Untersuchung, die ausgerechnet im Auftrag von Katar, einem der gr\u00f6\u00dften Gegner des Assad-Regimes, durchgef\u00fchrt wurde, steht die Mehrheit der syrischen Bev\u00f6lkerung hinter Bashar al-Assad,\u201c so der Hinweis des Leiters des Zentrums f\u00fcr Forschung zur arabischen Welt an der Uni Mainz im <em>\u201eZ\u00fcricher \u201eTages Anzeiger\u201c (v. 29. Feb. 2013)<\/em>.<\/p>\n<p>Und Professor G\u00fcnter Meyer erinnert daran, wie diese seit langem erkennbare Tatsache von westlichen Medien geflissentlich weginterpretiert worden ist: \u201eAls im letzten Jahr bei einer Kundgebung in Damaskus mehr als eine Million Menschen ihre Fahnen f\u00fcr das Regime schwenkten, wurde behauptet, dass dies vor allem bezahlte und dienstverpflichtete Jubler seien.\u201c<\/p>\n<p>Bashar al-Assad nimmt in seinem Interview in der FAZ <em>(v. 17. Juni 2013)<\/em> auch zur Rolle der Religion Stellung. Der syrische Pr\u00e4sident kritisiert, \u201edass in manchen Gesellschaften der Region Verschiebungen in Richtung Extremismus stattfinden und ein Entfernen von der M\u00e4\u00dfigung, insbesondere in Angelegenheiten der Religion. Es stellt sich die Frage, ob es uns gelingt, diese Gesellschaften neu zu positionieren, so wie sie in der Geschichte gewesen waren.\u201c<\/p>\n<p>Assad nennt Ross und Reiter: die Nusra-Front, die st\u00e4rkste in Syrien milit\u00e4risch operierende Gruppierung, und ihre Hinterm\u00e4nner in der Golfregion. Diese Gruppe, so Assad, \u201eist ein Zweig von Al Qaida. Sie vertritt dieselbe Ideologie. Zu finden ist sie in Syrien, im Irak, im Libanon und in Jordanien. Die Finanzierung erfolgt haupts\u00e4chlich durch anonyme Personen und Organisationen mit derselben Ideologie. Sie verf\u00fcgen \u00fcber Unsummen an Geld und Waffen. Die Spenden flie\u00dfen direkt an die Nusra-Front; es ist schwierig, Herkunft und Abnehmer dieser Ressourcen aufzusp\u00fcren. Die Nusra-Front zielt auf die Errichtung eines islamischen Staats und st\u00fctzt sich haupts\u00e4chlich auf die wahhabitische Konfession.\u201c<\/p>\n<p>In Syrien kommt f\u00fcr Assad die Existenz religi\u00f6ser Parteien \u00fcberhaupt nicht infrage: \u201eF\u00fcr uns ist die Religion die Aufforderung zum pers\u00f6nlichen Glauben, kein Instrument, um Politik zu machen. F\u00fcr uns in Syrien bedeutet S\u00e4kularismus die Freiheit der Religionen: Christen, Muslime und Juden, mit allen ihren vielf\u00e4ltigen Konfessionen. Der S\u00e4kularismus ist notwendig f\u00fcr die Einheit der Gesellschaft und f\u00fcr das Gef\u00fchl von Staatsb\u00fcrgerschaft. Dazu gibt es keine Alternative.\u201c Damit ist nicht gesagt, dass in Syrien die Religion \u00fcberhaupt keine Rolle in der Politik spielt. Syrische Patrioten demonstrieren zuhause und im Ausland mit der Losung \u201eAllah, Syrien, Bashar \u2013 sonst nichts\u201c.<\/p>\n<p>Das religi\u00f6se Establishment der Moscheen in Syrien steht \u00fcberwiegend auf der Seite der Regierung. Regierungstreue Imame sind von Oppositionellen ermordet worden. Der traditionelle sunnitische Islam repr\u00e4sentiert ideologisch in Syrien die \u00fcberwiegend sunnitische Wirtschaftselite. Diese unterst\u00fctzt die Regierung. Ein auf Assads Sturz folgender Raubzug der Golf-Magnaten und westlicher Konzerne w\u00fcrde die nationalen Klasseninteressen erheblich sch\u00e4digen.<\/p>\n<h5><strong>Katar: Zur\u00fcckstecken vor den von Washington favorisierten Saudis<\/strong><\/h5>\n<p>Am 24. Juni \u00fcbergibt der 61j\u00e4hrige Emir von Katar, Scheich Hamad Bin Chalifa al-Thani, die Herrschaft \u00fcber das Emirat an seinen 33 Jahre alten Sohn, Kronprinz Scheich Tamim. Der Generationswechsel auf dem Thron des absolutistischen Emirats hat einen wichtigen geostrategischen Aspekt.<\/p>\n<p>Die Aufstellung jihadistischer Banden in Syrien ist gro\u00dfenteils eine von Katar organisierte Operation. \u201eDie Kandidaten werden von \u201ahumanit\u00e4ren\u2019 Organisationen rekrutiert, die von Katar finanziert sind, \u201c berichtet \u201eJeune Afrique\u201c (v. 12. April 2013 ). Das Blatt bezieht sich auf Ahmed Mana\u00ef, den Pr\u00e4sidenten des Tunesischen Instituts f\u00fcr Internationale Beziehungen (Itri), der auch Mitglied der arabischen Beobachterkommission in Syrien ist. Er verf\u00fcgt \u00fcber Informationen, dass im Dezember 2011 in Tunis ein strategisches Treffen stattgefunden hat, das von Mustapha Abdeljalil gef\u00f6rdert wird, der seinerzeit im \u201ebefreiten\u201c Libyen die Nummer Eins der Jihadisten ist. An dem Treffen nehmen h\u00f6chste Repr\u00e4sentanten der Moslembr\u00fcder verschiedener L\u00e4ndern teil: Rached Ghannouchi, Chef der in Tunesien regierenden islamistischen Partei Ennahdha; Borhane Ghalioune, die Nummer zwei der Moslembr\u00fcder in Syrien; Abdelhakim Belhaj, ein ehemaliger Afghanistan-K\u00e4mpfer und Gr\u00fcnder der Libyschen Nationalpartei (PNL). Katar wird bei dem Treffen neben dem Au\u00dfenminister vertreten durch den von Doha aus wirkenden geistlichen F\u00fchrer der Moslembr\u00fcder, Yusuf Abdallah al-Qaradawi, einen geb\u00fcrtigen \u00c4gypter mit katarischer Staatsb\u00fcrgerschaft, der von der katarischen Hauptstadt Doha aus als Fernsehprediger weltweit ein Millionen-Publikum erreicht.<\/p>\n<p>Und \u201eJeune Afrique\u201c weiter: \u201eDurch die Vereinbarung zwischen Abdeljalil (dem libyschen Jihadistenf\u00fchrer) und Ghalioune (der Nummer Zwei der syrischen Moslembr\u00fcder) kommen die Teilnehmer des Treffens vom Dezember 2011 \u00fcberein, die syrischen Jihadisten zu bewaffnen und ihnen tunesische und lybische Verst\u00e4rkungen zu schicken\u201c.<\/p>\n<p>Die von Pr\u00e4sident Obama am 13. Juni 2013 verk\u00fcndete Entscheidung, die syrischen \u201eRebellen\u201c zu bewaffnen, ist eine propagandistische Reaktion auf die Niederlage der Terrorbanden und beweist nun auch offiziell die Tatsache, dass CIA und andere westliche Dienste schon l\u00e4ngst dabei sind, den Einsatz der Terrorbanden zu organisieren. Der Emir von Katar, der die Expansionsinteressen seines superreichen Emirats im B\u00fcndnis mit den Moslembr\u00fcdern verfolgt und als Protektor der Jihadisten in Syrien im Vordergrund steht, wird nach Meinung von Beobachtern in der Region von den USA gedr\u00e4ngt worden, zugunsten seines Sohnes abzudanken.<\/p>\n<p>Gleichzeitig kehrt der K\u00f6nig von Saudi Arabien unvorhergesehen aus dem Urlaub zur\u00fcck, um, wie der Mittelost-Experte Zayd Alisa analysiert <em>(Global Research v. 1. Aug. 2013)<\/em> \u201eseine neue Rolle als unumstrittener F\u00fchrer der arabischen Welt einzunehmen gem\u00e4\u00df dem Verdikt der USA: Saudi Arabien, nicht Katar muss die arabische Welt f\u00fchren.\u201c<\/p>\n<p>Aber inzwischen m\u00fcssen auch in westlichen Medien die barbarischen Gr\u00e4ueltaten der syrischen Aufst\u00e4ndischen, die damit noch prahlen, zur Kenntnis genommen werden.<\/p>\n<h5><strong>\u00c4gypten: Scheitern der Moslembruderschaft<\/strong><\/h5>\n<p>Am 30. Juni 2013, nur ein Jahr, nachdem die \u00e4gyptischen Moslembr\u00fcder auf der Welle der Massenproteste mit Mursi als Pr\u00e4sident nach umstrittenen Wahlen die Macht ergriffen haben, gehen die \u00c4gypter wieder auf die Stra\u00dfe. Es sind 33 Millionen, praktisch die ganze erwachsene, aktive Bev\u00f6lkerung, sch\u00e4tzt der aus \u00c4gypten stammende Sozialforscher Samir Amin <em>(Interview mit Alg\u00e9rie Patriotique v. 18. Aug. 2013)<\/em><\/p>\n<p>Der bekannte Kritiker des Neokolonialismus betont, dass bis dahin 26 Millionen Menschen eine von der jugendlichen Revolutionsbewegung Tamarod organisierte Petition unterschrieben haben, in der der R\u00fccktritt von Mursi gefordert wird. Armeechef Abdel Fattah al-Sisi verk\u00fcndet am 3. Juli die Absetzung Mursis und \u00fcbertr\u00e4gt die vorl\u00e4ufige Pr\u00e4sidentschaft dem dazu verfassungsgem\u00e4\u00df legitimierten Amtstr\u00e4ger, dem Pr\u00e4sidenten des Verfassungsrat, Adli Mansour, einem konservativen, als ehrenhaft und demokratisch bekannten Richter. Dies entspricht der \u00fcberw\u00e4ltigenden Willensbekundung des Volkes.<\/p>\n<p>Die kommunistische Partei \u00c4gyptens spricht von einem \u201eTriumph der Revolution unseres gro\u00dfen \u00e4gyptischen Volkes.\u201c Der von westlichen Medien verbreiteten Behauptung, das Land sei gespalten, es drohe die Gefahr eines B\u00fcrgerkrieges, wird von Samir Amin widersprochen. Jedermann in \u00c4gypten wisse, dass es etwa 500 bis 600.000 Moslembr\u00fcder gebe, darunter einige Zehntausende bewaffnet. \u201eDiese sind es, die Unruhen ausl\u00f6sen k\u00f6nnen, aber keinen B\u00fcrgerkrieg\u201c, so Samir Amin. Gefahr drohe von Jihadistischen Gruppen, die einerseits aus Libyen eindringen, andererseits im Sinai operieren, wo die \u00e4gyptische Armee durch die so genannten Friedensvertr\u00e4ge mit Israel gehindert ist, in ausreichendem Umfang milit\u00e4risch pr\u00e4sent zu sein.<\/p>\n<p>Samir Amin ist \u00fcberzeugt, dass Meldungen zutreffen, wonach zwischen den Moslembr\u00fcdern und den USA ein Geheimabkommen geschlossen wurde. \u201eDas Projekt von Mursi war, 40 % des Sina\u00ef zu Schleuderpreisen nicht an das Volk von Gaza sondern an dortige superreiche Pal\u00e4stinenser zu verkaufen, die von dorther Arbeiter hereingebracht h\u00e4tten. Das war ein israelischer Plan, um ihr Vorhaben der Vertreibung der Pal\u00e4stinenser nach dem Sina\u00ef, zun\u00e4chst aus Gaza, zu erleichtern, und um das, was vom arabisch bev\u00f6lkerten Pal\u00e4stina noch \u00fcbrig ist, noch st\u00e4rker und einfacher kolonisieren zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Dar\u00fcber sei die Armee mit Mursi und den US-Amerikanern in Konflikt geraten und habe eingegriffen. Andere Meldungen sprechen von im M\u00e4rz laut gewordenen Bef\u00fcrchtungen, dass \u00c4gypten die Kontrolle \u00fcber den Suezkanal verlieren k\u00f6nne, da das mit den Moslembr\u00fcdern verbundene Katar erhebliche Investitionen in der Logistikbranche um den Kanal get\u00e4tigt hat. Der Suezkanal sei die rote Linie, die nicht \u00fcberschritten d\u00fcrfe, verlautet vom Chef der Suezkanal-Kommission.<\/p>\n<p>Die Moslembr\u00fcder verf\u00fcgen, wie die meisten Beobachter hervorheben, wegen ihrer sozialen und karikativen Netzwerke einen beachtlichen R\u00fcckhalt in der Bev\u00f6lkerung. Wegen ihrer fr\u00fcher erlittenen Unterdr\u00fcckung und ihrer lautstarken Kritik an Israel ist ihnen eine anti-imperialistische, anti-zionistische Tendenz zu Unrecht unterstellt worden. Tats\u00e4chlich haben sie die neoliberale Wirtschaftspolitik fortgesetzt mit noch schlimmeren Folgen als unter Mubarak. Schlie\u00dflich haben sie ihre Regierungsunf\u00e4higkeit bewiesen. Samir Amin betont, dass die gro\u00dfe Masse der \u00c4gypter gl\u00e4ubige Muslime sind, ebenso wie Kopten. Aber jetzt h\u00f6re man in den Stra\u00dfen von Kairo: \u00abIhna mouch ayzin islam el baqala\u00bb, \u00abWir lehnen den Islam des Kr\u00e4merladens (d.h. der Gesch\u00e4ftemacher) ab\u00bb.<\/p>\n<p>Das neue \u00e4gyptische Regime m\u00fcsse sich, ob es wolle oder nicht, mit den demokratischen, linken und nasseristischen Eliten verb\u00fcnden und politische, wirtschaftliche und soziale Zugest\u00e4ndnisse machen, wird in \u201eAl-Akhbar\u201c <em>(v. 20. Aug. 2013)<\/em> hervorgehoben. Nach Meinung des fortschrittlichen jordanische Kommentators Nahed Hattar zahle sich aus, dass die kulturellen Eliten \u00c4gyptens seit den 80er Jahren ein relativ gro\u00dfes Ma\u00df an Freiheiten genossen und Einfluss ausge\u00fcbt h\u00e4tte. Er meint: \u201eDiese Eliten sind zu einer m\u00e4chtigen Gruppe gegen das Projekt der Moslembr\u00fcder geworden und haben dem \u00e4gyptischen Aufstand Legitimit\u00e4t verliehen in der Auseinandersetzung mit den Kr\u00e4ften des politischen Islam und ihrem Projekt, das gegen Staat, Kultur, Entwicklung und Freiheiten gerichtet ist.\u201c Seine Prognose lautet: \u201eDie \u00e4gyptisch-amerikanischen Beziehungen werden sich infolge eines Machtzuwachses der nationalen Bewegung voraussichtlich r\u00fcckl\u00e4ufig entwickeln oder zumindest stagnieren, und eher zum Einfrieren als zu einer Verst\u00e4rkung der Beziehungen mit Israel f\u00fchren.\u201c<\/p>\n<h5><strong>Libanon: Hezbollah als Kraft der nationalen Einheit und Selbstbehauptung<\/strong><\/h5>\n<p>Am 3. Juli, dem Tag des Absetzung Mursis, endet in Beirut die eingangs schon erw\u00e4hnte zweit\u00e4gige Konferenz von Islam-Gelehrten aus 32 L\u00e4ndern. Die Abschlusserkl\u00e4rung stellt fest:<\/p>\n<p>\u201eDie Verbrechen, die von Takfiris in \u00c4gypten, Syrien, Iraq und Pakistan gegen friedliche Zivilisten begangen werden, sind eine Befleckung und ein Verbrechen gegen die Menschheit\u201c. \u201eTakfir sei \u201eein gef\u00e4hrlicher, teuflischer Irrweg, der die Interessen der Nation bedroht und mit dem Islam nichts zu tun hat.\u201c<\/p>\n<p>Fatwas, die Blutvergie\u00dfen unter Muslimen erlauben, h\u00e4tten nichts mit der Scharia zu tun. Eindringlich fordert die Konferenz von den arabischen L\u00e4ndern den Stopp der Ausr\u00fcstung der \u201eTakfiri\u201c in Syrien mit Waffen und Geld sowie die Beendigung der systematischen Zerst\u00f6rung Syriens.<\/p>\n<p>Die Konferenz diskutiert Themen wie: \u201eTakfir\u201c in der Geschichte, \u201eTakfir\u201c und die Leiden der muslimischen Welt, Notwendigkeit der Festigung der islamische Einheit trotz Vielfalt der islamischen Denkschulen und Sekten, Ursachen des \u201eTakfir\u201c, Auswirkungen des \u201eTakfir\u201c auf die Einheit der Weltgemeinschaft der Muslime, die Medien und \u201eTakfir\u201c.<\/p>\n<p>Der syrische Gro\u00dfmufti Ahmad Bader-Eddin Hassoun, ein Vertreter des regierungstreuen Islam-Establishment, verweist auf Pl\u00e4ne der USA und Katars zur Schaffung eines Komitees aus Saudi Arabien, \u00c4gypten und den Golfstaaten, um Muslime in Russland, Iran und den Nachbarstaaten aufzuwiegeln und Chaos zu verbreiten. Den Gegner Syriens sei bewusst, dass die syrische Armee hinter den Siegen des Widerstands gegen Israel in Gaza und S\u00fcdlibanon gestanden habe. Daher werde sie angegriffen.<\/p>\n<p>Die libanesische Hezbollah ist auf der Konferenz durch Scheich Naim Qassem vertreten. Der stellvertretenden Generalsekret\u00e4r der \u201ePartei Allahs\u201c stellt die rhetorische Frage, wer diese \u201eTakfiri\u201c eigentlich erm\u00e4chtigt habe, \u00fcber andere zu richten, und dar\u00fcber zu entscheiden, wer in die \u201eH\u00f6lle\u201c und wer ins \u201eParadies\u201c kommt. Wer habe ihnen ein Mandat f\u00fcr die L\u00e4nder gegeben, in denen sie Zerst\u00f6rung anrichten.<\/p>\n<p>Eigentlich macht die Konferenz genau das, was die Bundesregierung st\u00e4ndig von Muslimen fordert: Sie distanziert sich vom \u201eislamischen Terrorismus\u201c. Doch nicht die terroristischen Salafisten, sondern Hezbollah, der Hauptorganisator der Konferenz, wird am 22. Juli 2013 von der Europ\u00e4ischen Union auf die ber\u00fcchtigte EU-Liste \u201eterroristischer Organisationen\u201c gesetzt. Beobachter sehen darin eine Reaktion darauf, dass Hezbollah-Einheiten bei der Vertreibung der Terroristen aus Kussair unter schweren Verlusten gek\u00e4mpft haben.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich haben die libanesischen K\u00e4mpfer vor allem die libanesische (!) Bev\u00f6lkerung im Grenzgebiet zwischen Libanon und Syrien gegen \u00dcbergriffe verteidigt. Nur Vereinzelt hat Hezbollah auch in anderen Teilen Syriens eingegriffen, vor allem, um islamische Heiligt\u00fcmern vor der Zerst\u00f6rungswut der fanatischen Takfiri zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich richtet sich die Ma\u00dfnahme der EU gegen den Libanon insgesamt und schafft gro\u00dfe Rechtsunsicherheit. Der milit\u00e4rische Arm der Partei, auf den sich die EU-Ma\u00dfnahme angeblich beschr\u00e4nken soll, ist von den Mitgliedern der Partei \u00fcberhaupt nicht zu trennen.<\/p>\n<p>Die Partei ist aus dem Volkswiderstand gegen die milit\u00e4rischen \u00dcbergriffe Israels hervorgegangen. Sie hat Israel im Mai 2000 aus S\u00fcdlibanon vertrieben und im Sommer 2006 zur Einstellung der Aggression gezwungen. Die \u201eWaffen des Widerstands\u201c, wie der milit\u00e4rische Arm der Hezbollah im Libanon genannt wird, sind, wie sich in der Verteidigung gegen Israel immer wieder zeigt, mit der regul\u00e4ren Armee des Landes aufs Engste koordiniert. Hezbollah ist im libanesischen Parlament mit zehn von 128 Abgeordneten vertreten und geh\u00f6rt der \u00dcbergangsregierung an.<\/p>\n<p>Obgleich als Partei vor allem in den schiitischen Unterschichten verwurzelt und vom schiitisch-islamischen Glauben zutiefst gepr\u00e4gt, ist Hezbollah in allen Fragen der praktischen Politik eine in erster Linie libanesisch-patriotische, arabisch-nationalistische Partei. Sie setzt sich f\u00fcr die \u00dcberwindung des Konfessionalismus, das Erb\u00fcbel der Kolonialzeit, und f\u00fcr eine Parlamentsreform auf der Grundlage des reinen Mehrheitswahlrechts ein. Die patriotischen christlich-maronitischen Kr\u00e4fte des Libanon unter F\u00fchrung von Michel Aoun unterhalten mit Hezbollah seit Jahren ein relativ stabiles B\u00fcndnis gegen die USA-h\u00f6rigen, von Saudi Arabien unterst\u00fctzten Kr\u00e4fte der Reaktion. Sozialisten und Kommunisten des Libanon stehen zu Hezbollah kritisch, weil diese keine anti-kapitalistische Partei ist, haben aber immer wieder f\u00fcr gemeinsame Ziele des anti-imperialistischen Kampfes, auch milit\u00e4risch, mit ihr zusammengearbeitet.<\/p>\n<h5><strong>Saudi-Arabien: Islamismus und Terrorismus im Dienst dynastischer Geopolitik<\/strong><\/h5>\n<p>F\u00fcr Saudi Arabien sind die Modernit\u00e4t und S\u00e4kularit\u00e4t Syriens eine Herausforderung. Gleiches gilt f\u00fcr den gesamtarabischen Nationalismus der Hezbollah unter ihrem charismatischen F\u00fchrer Scheich Hassan Nasrallah. Mehr noch allerdings sind die \u00e4gyptischen Moslembr\u00fcder \u201eeine existentielle Bedrohung der absoluten Macht des saudischen K\u00f6nigs\u201c, betont der in London ans\u00e4ssige Mittelost-Experte Zayd Alisa <em>(America\u2019s Foreign Policy Pivots in the Middle East: Qatar, Saudi Arabia and Wahhabi Salafism , Global Research, August 01, 2013)<\/em>.<\/p>\n<p>Die Moslembr\u00fcder berufen sich auf Wahlen als Quelle ihrer Legitimit\u00e4t. Dagegen ist f\u00fcr den Wahabismus, die offizielle Glaubensrichtung in Saudi Arabien, Opposition gegen den islamischen Herrscher absolut verboten. Islamische Legitimit\u00e4t ist f\u00fcr die Herrscherdynastie \u00fcberlebenswichtig. Die Saudis investieren gewaltige Mittel in das wahabistische Establishment und die weltweite Verbreitung des Salafismus, vorz\u00fcglich der wahabistischer Spielart.<\/p>\n<p>Der Sturz der Moslembr\u00fcder in \u00c4gypten, f\u00fcr Katar ein empfindlicher au\u00dfenpolitischer R\u00fcckschlag, er\u00f6ffnet den Saudis neue M\u00f6glichkeiten. Die neue \u00e4gyptischen Regierung erh\u00e4lt unverz\u00fcglich von Saudi Arabien, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten eine Hilfszusage von 12 Mrd. $.<\/p>\n<p>Beunruhigend ist f\u00fcr Riad, dass die USA versuchen, die Moslembr\u00fcder als politischen Faktor im Spiel zu halten. K\u00f6nig Abdullah l\u00e4sst am 16. August \u00fcber das saudische Fernsehen verk\u00fcnden: \u201eAlle, die sich in die inneren Angelegenheiten \u00c4gyptens einmischen, sollen wissen, dass sie selbst das Feuer des Aufruhrs anfachen und den Terrorismus f\u00f6rdern, zu dessen Bek\u00e4mpfung sie aufrufen.\u201c<\/p>\n<p>Wenn sich der saudische K\u00f6nig mit Milliarden Erd\u00f6l-Dollars in islamischen L\u00e4ndern einmischt, nimmt er sich dieses Recht gerne auch als der \u201eH\u00fcter der heiligen St\u00e4tten\u201c von Mekka und Medina. Er verk\u00f6rpert den Panislamismus, die reaktion\u00e4re transnationale Spielart des Islam, der den geostrategischen Interessen der Saudis am meisten entspricht. Und wenn K\u00f6nig Abdullah vor \u201eTerrorismus\u201c warnt, so zeigt er damit nur, dass Doppelz\u00fcngigkeit wie f\u00fcr NATO-Politiker auch f\u00fcr Saudis kein Problem ist.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich ist Saudi Arabien Dreh- und Angelpunkt der Rekrutierung, Ideologisierung und Finanzierung der in Syrien w\u00fctenden islamistischen S\u00f6ldnerbanden. Der saudische Geheimdienst hat, so Zayd Alisa in dem zitierten Artikel, seinen gro\u00dfen Einfluss auf sunnitische Stammesf\u00fchrer im Westen des Irak und auf saudi-arabische K\u00e4mpfer der Al Qaida im Irak (AQI) genutzt, um diese Terrororganisation davon zu \u00fcberzeugen, \u201edass ihr Hauptschlachtfeld Syrien und das oberste Ziel die Absetzung von Bashar Al Assad sein sollten, weil sein Sturz das R\u00fcckrat der schiitischen irakischen Regierung brechen und zwangsl\u00e4ufig den Zugriff des Iran auf den Irak lockern w\u00fcrde.\u201c<\/p>\n<p>Saudi Arabien habe, so Zayd Alisa weiter, die entscheidende Rolle bei der Schaffung eines neuen Zweigs von Al Qaida in Syrien unter dem neuen Etikett Jabhat Al Nusra (JN) gespielt. Saudi Arabien und Katar h\u00e4tten die Gelegenheit genutzt, um unter dem Vorwand, die Demokratie in Syrien zu f\u00f6rdern, AQI und JN zu st\u00e4rken, und um Irak und Syrien zu destabilisieren. \u201eSo begann AQI, im Juli 2011 Abu Mohammed Al Jolani zu entsenden, um JN zu formieren, w\u00e4hrend Aymen Al Zawahri, der oberste F\u00fchrer von Al Qaida, im Februar 2012 alle seine K\u00e4mpfer anwies, sich in Syrien einzufinden.\u201c<\/p>\n<p>Der Chef des saudischen Geheimdienstes ist Prinz Bandar. \u00dcberraschend begibt er sich nach Moskau und trifft am 31. Juli mit Pr\u00e4sident Wladimir Putin zusammen. Dabei soll er, wie Russia Today <em>(v. 8. Aug. 2013)<\/em> unter Berufung auf arabische und europ\u00e4ische Diplomaten berichtet, den Vorschlag f\u00fcr einen Vertrag zwischen Saudi Arabien und Russland \u00fcber russische Waffenlieferungen f\u00fcr 12 Mio $ gemacht haben. Ferner habe er den Schutz russischer Erdgasinteressen im Mittleren Osten zugesagt. Im Gegenzug solle Russland den syrischen Pr\u00e4sidenten Assad fallen lassen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Beobachter in der Region d\u00fcrfte die saudische Zusage, russische Interessen zu sch\u00fctzen, dahingehend zu verstehen sein, Russland von islamistischem Terrorismus, z.B. w\u00e4hrend der Olympischen Spiele in Sotschi unbehelligt zu lassen. Putin lehnt h\u00f6flich ab. Aus der Sicht einer fortschrittlichen libanesischen Zeitung hat Prinz Banda in Moskau wie der \u201cPrinz der Mujahedin\u201d verhandelt <em>(\u201eal-Akhbar\u201c v. 6. Aug. 2013)<\/em>. Aber steckt er auch hinter dem von Obama als Angriffsvorwand benutzen Giftgaseinsatz, wie Befragte vor Ort glauben? <em>(Mint Press News v. 29. Aug. 2013)<\/em><\/p>\n<p>Die saudische Unterst\u00fctzung f\u00fcr das \u00e4gyptische Milit\u00e4r ist kein Beweis f\u00fcr dessen angeblich unver\u00e4nderliche Vasallentreue zu Washington. \u201eF\u00fcr die Saudis ist \u00e4gyptische Stabilit\u00e4t n\u00f6tig, wenn Kairo mit Israel Frieden halten und zu einer unfreundlichen Haltung gegen Iran getrieben werden soll,\u201c erkl\u00e4rt Nahed Hattar in dem bereits zitierten Artikel die saudischen Motive.<\/p>\n<p>Zumindest wollten die Saudis, die insgeheim mit Israel zusammenarbeiten, verhindern, dass es zwischen \u00c4gypten, dem gr\u00f6\u00dften sunnitischen Land, und Iran, dem gr\u00f6\u00dften schiitischen Land, zu einer Verst\u00e4ndigung kommt. \u201eDas w\u00fcrde den Fehlschlag des ganzen saudi-arabischen Golf-Projektes bedeuten. Andererseits ist der Sturz der syrischen Regierung eine zwingende Notwendigkeit f\u00fcr Saudi Arabien, solange Syrien an der Frontstellung gegen Israel und an Beziehungen zum Widerstand, d. h. zu Teheran und Heszbollah festh\u00e4lt.\u201c<\/p>\n<h5><strong>Iran: Moderner Staat im Geiste eines politischen Islam schiitischer Tradition<\/strong><\/h5>\n<p>Zum Sturz von Mursi am 3. Juli 2013 kommt aus Teheran erst nach tagelang widerspr\u00fcchlichen \u00c4u\u00dferungen ein kl\u00e4rendes Wort, wie der erfahrene Nahost-Korrespondent Ali Hashem <em>(al-Monitor v. 14. Juli 2013)<\/em> darlegt. Endlich, am 11. Juli telefoniert der iranische Au\u00dfenminister Ali Akbar Salehi mit seinem \u00e4gyptischen Kollegen Mohamed Kamel und betont die iranische Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Entscheidung des \u00e4gyptischen Volkes. Er lobt die \u00e4gyptische Armee.<\/p>\n<p>Die Moslembr\u00fcder haben nicht die zun\u00e4chst erwartete positive Wende in den Beziehungen zu Teheran gebracht. Der \u00e4gyptische Pr\u00e4sident Mursi habe bei seinem Besuch im September 2012, wie sich ein ungenannter iranischer Diplomat erinnert, den Eindruck gemacht, \u201eer sei Sadat auf Besuch in Israel\u201d. Die Visite von Pr\u00e4sident Mahmoud Ahmadinejad in Kairo im Februar 2013, so der Diplomat weiter, \u201egab uns ein klares Zeichen, dass die alte Muslimbruderschaft sich ge\u00e4ndert hat, und nicht nur diese, sondern auch einige unserer engen Verb\u00fcndeten, die mit ihr verbunden sind.\u201c Gemeint ist die Hamas, deren F\u00fchrer Khaled Maschal im Februar 2012 sein Hauptquartier von Damaskus nach Doha verlegt hat.<\/p>\n<p>\u201cWir respektieren die Muslimbruderschaft als Gruppe, Ideologie, Geschichte und Kampf, aber nicht die gegenw\u00e4rtige F\u00fchrung,\u201c so der iranische Diplomat abschlie\u00dfend. Der Artikel verweist darauf, dass dies, wie der in Washington lebende Historiker Kamal Khalaf al-Tawil bemerkt, die zweite Spaltung zwischen islamischer Revolution im Iran und der Moslembruderschaft ist.<\/p>\n<p>Als Khomeini 1979 an die Macht kam, h\u00e4tten die Muslimbr\u00fcder ihm angeboten, \u201eihn als den Imam aller Muslime, der Schiiten und Sunniten zu verk\u00fcnden, wenn er dazu beitragen w\u00fcrde, den damaligen syrischen Staatspr\u00e4sidenten Hafez Assad zu st\u00fcrzen.&#8220; Damals habe Khomeini, so Tawil, der Delegation der Muslimbr\u00fcder erkl\u00e4rt, insofern Assad den Staat Israel als Feind betrachte, werde der Iran ihnen nur anbieten, sie an einem runden Tisch mit ihm zusammenzubringen. Darauf sei die Delegation der Muslimbr\u00fcder abgereist, die Beziehungen seien eingefroren seien.<\/p>\n<p>Die Erwartungen, die Teheran in der Ansprache von Ayatollah Sayyed Ali Khamenei vom 4. Februar 2011 urspr\u00fcnglich mit den Protesten in Tunesien und \u00c4gypten verbindet, erf\u00fcllen sich nicht. Irans oberster religi\u00f6ser F\u00fchrer wendet sich auf Arabisch an die Protestbewegung, betont die Bedeutung der iranischen Revolution von 1979 und appelliert an die \u00e4gyptische Armee, die Protestbewegung gegen Mubarak zu unterst\u00fctzen. Am 8. September 2011 h\u00e4lt er vor Mitgliedern der Expertenversammlung, des iranischen Gremiums, das f\u00fcr das Ernennen und Absetzen des religi\u00f6sen Staatsoberhauptes verantwortlich ist, eine Grundsatzrede <em>(Ausz\u00fcge in deutscher \u00dcbersetzung auf der Webseite IRAN ANDERS v. 27. Feb. 2012)<\/em>.<\/p>\n<p>Die Idee der religi\u00f6sen Demokratie im Iran sei, so Khamenei, geeignet, auch den revolution\u00e4ren arabischen L\u00e4ndern zu helfen. Aber: \u201eWir bestehen nicht darauf, dass sie unsere Prinzipien in der islamischen Rechtswissenschaft (Fiqh) annehmen oder dass wir diese ihnen anbieten oder aufdr\u00e4ngen. Religi\u00f6se Demokratie kann verschiedene Formen annehmen. Wir m\u00fcssen ihnen aber die Grundlagen der religi\u00f6sen Demokratie verdeutlichen und darlegen und diese ihnen wie ein Geschenk zur Verf\u00fcgung zu stellen.\u201c<\/p>\n<p>Die islamische Rechtswissenschaft, das politische \u201eFiqh\u201c, gehe in der schiitisch-islamischen Lehre weit zur\u00fcck. Aber erst Ayatollah Khomeini habe eine Staatsordnung auf der Grundlage des politischen Fiqh geschaffen. Khomeini habe die Idee der religi\u00f6sen Demokratie entwickelt. Er habe das Konzept des religi\u00f6sen Staatspr\u00e4sidenten, das Wilayat al-Faqih (\u00fcbersetzt etwa: Patronat des islamischen Rechtsgelehrten) formuliert. In der ersten islamischen Verfassung ist die Autorit\u00e4t des Wilayat al-Faqih nicht als \u201eabsolut\u201c (mutlaq) bestimmt.<\/p>\n<p>Erst 1989 f\u00fcgt Khomeini diesen Punkt hinzu. Seitdem ist die politische Autorit\u00e4t des Wilayat al-Faqihs mit der des Propheten und der zw\u00f6lf schiitischen Imame gleichgesetzt. Das bedeutet, dass das \u00f6ffentliche Interesse, das das Wilayat al-Faqih wahrzunehmen hat, die h\u00f6chste Priorit\u00e4t hat. Es gilt sogar h\u00f6her als religi\u00f6se Pflichten wie das Gebet, das Fasten oder die Pilgerfahrt nach Mekka.<\/p>\n<p>Diese scheint eine religi\u00f6se Autokratie zu begr\u00fcnden. In der Realit\u00e4t sorgt sie eher f\u00fcr ein F\u00fchrungssystem, das aus einer Gesamtstruktur von Institutionen und Entscheidungstr\u00e4gern besteht. An der Spitze steht der oberste islamische Rechtsgelehrte (Rahbari). Aber, so Ayatollah Khamenei: \u201eGem\u00e4\u00df \u201aWilayat al-Faqih mutlaq\u2019 tut ein gerechter Faqih nicht was auch immer er will (\u2026), was ihm gerade in den Sinn kommt. Nein, vielmehr ist es so, dass es eine Art Flexibilit\u00e4t in den H\u00e4nden des Schl\u00fcsselentscheidungstr\u00e4gers des Staates (\u2026) gibt, die es ihm erm\u00f6glicht, den Pfad da zu korrigieren und Verbesserungen da durchzuf\u00fchren, wo sie notwendig sind.\u201c<\/p>\n<p>Die Verfassung der Islamischen Republik bestimmt in Artikel 110 als Pflicht und Befugnis des Walye Faqih, d.h. der Person, die das Amt des Wilayat al-Faqih aus\u00fcbt, das \u201eFestlegen der allgemeinen politischen Richtlinien der Islamischen Republik Iran nach Beratung mit der \u201aVersammlung zur Erkennung der Zweckm\u00e4\u00dfigkeit der islamischen Staatsordnung\u2019 (besser bekannt als Schlichtungsrat)\u201c Diese Institution wiederum steht in interaktivem Austausch mit den anderen Entscheidungstr\u00e4gern in Staat und Gesellschaft. Damit ist ein Prozess der Entscheidungsfindung vorgeschrieben, der als iranische Variante der \u201eChecks and Balances\u201c, angesehen werden kann, eines Prinzips der b\u00fcrgerlichen Demokratie, das auch der USA-Verfassung zugrunde liegt.<\/p>\n<p>Khamenei betont die Flexibilit\u00e4t, die dieses System erlaubt, aber er warnt vor der Gefahr, \u201edass wir glauben, dass diese Flexibilit\u00e4t unter ausl\u00e4ndischem Druck beeinflusst werden muss und Ver\u00e4nderungen sich in Richtung westlicher Standards bewegen m\u00fcssen. (\u2026) das Nachgeben aufgrund von Druck bedeutet nicht Flexibilit\u00e4t. Das w\u00e4re Abweichung, nicht Flexibilit\u00e4t.\u201c In diesem Sinne fordert Khamenei mehr freie Fiqh-Debatten an den Theologischen-Fakult\u00e4ten, z.B. \u00fcber Probleme des im Iran entwickelten islamischen Bankwesens. Und er schl\u00e4gt vor, dass in der fortgeschrittensten Phase des theologischen Studiums Seminare gehalten werden, in denen \u201eHerrschaftsthemen\u201c behandelt werden.<\/p>\n<h5><strong>Fazit<\/strong><\/h5>\n<p>Der politische Islam kann, abstrakt betrachtet, als Instrumentalisierung religi\u00f6ser Glaubensinhalte und Gef\u00fchle f\u00fcr politische Ziele definiert werden. Wie weit allerdings diese Instrumentalisierung politisch erfolgreich ist oder scheitert, ist nicht rein ideologisch zu erkl\u00e4ren. Wie jede Form des gesellschaftlichen Bewusstseins ist auch der politische Islam eine Widerspiegelung der realen Vorg\u00e4nge in der Gesellschaft. In der gegenw\u00e4rtigen Aggression gegen Syrien zeigt sich sehr anschaulich, wie der politische Islam nicht nur unterschiedliche sondern sogar versch\u00e4rft gegens\u00e4tzliche Formen annimmt. Politische Erscheinungsweisen des Islam existieren einerseits als Bekr\u00e4ftigung eines nationalen Selbstbehauptungswillens gegen imperialistische Einmischung, z.B. in Syrien, Libanon, und Iran, andererseits als transnationales Vehikel pro-imperialistischer Regionalinteressen, z.B. der Regierungen der T\u00fcrkei, Katars und Saudi Arabiens. Und nicht zuletzt agieren salafistisch-wahabistische Terrorbanden im Interesse imperialistischer Kr\u00e4fte westlicher Staaten.<\/p>\n<p><em>Klaus von Raussendorff, Bonn, ist Vorsitzender des Freidenker-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen und Generalsekret\u00e4r der Weltunion der Freidenker<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<h5>Download<\/h5>\n<p>Der Artikel kann auch als PDF-Dokument angesehen und heruntergeladen werden:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1076\" data-permalink=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?attachment_id=1076\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"32,32\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"pdf_icon\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" class=\"alignnone size-full wp-image-1076\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?resize=32%2C32\" alt=\"\" width=\"32\" height=\"32\" data-attachment-id=\"1076\" data-permalink=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?attachment_id=1076\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32\" data-orig-size=\"32,32\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"pdf_icon_32\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32\" \/>\u00a0\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/freidenker-13-03-vraussendorff.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Klaus von Raussendorff:\u00a0Politischer Islam als Ideologie gegens\u00e4tzlicher Machtinteressen<\/a> (Auszug aus FREIDENKER 3-13, ca. 240 KB)<\/p>\n<hr \/>\n<p>Bild: pixabay.com \/ User: afdhalhaaris<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Beitrag von Klaus von Raussendorff aus: FREIDENKER 3-13<\/strong><br \/>\nPolitischer Islam ist ein Begriff, der von den Sozialisten in der Region im Allgemeinen vermieden wird. Aus Sicht der Werkt\u00e4tigen ist das Entscheidende, ob politische Kr\u00e4fte mit fortschrittlicher oder reaktion\u00e4rer Tendenz wirksam werden. Hierzulande aber erscheint es derzeit geboten, zu unterscheiden, welche Spielarten des politischen Islam in ihren Zielen mit reaktion\u00e4ren und welche mit fortschrittlichen Kr\u00e4ften \u00fcbereinstimmen. Denn in Deutschland tummeln sich in der Front der imperialistischen Einmischung in Syrien neuerdings auch \u201eAnti-Imperialisten\u201c, die ihr Herz f\u00fcr die Moslembr\u00fcder entdeckt haben, w\u00e4hrend im Chor des rassistischen Anti-Islamismus weiterhin die Stimmen von \u201eReligionskritikern\u201c ert\u00f6nen, die den Islam in Bausch und Bogen f\u00fcr fortschrittsunf\u00e4hig erkl\u00e4ren.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":2941,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","advanced_seo_description":"","jetpack_seo_html_title":"","jetpack_seo_noindex":false,"jetpack_post_was_ever_published":false,"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[657,470,660,350,656,658,654,659,336,655],"class_list":["post-2940","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-religions-kirchenkritik","tag-aegypten","tag-ideologie","tag-iran","tag-islam","tag-katar","tag-libanon","tag-politischer-islam","tag-saudi-arabien","tag-syrien","tag-tuerkei"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/masjid-nabawi-2404478_800x445.jpg?fit=800%2C445&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9stpK-Lq","jetpack-related-posts":[{"id":783,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=783","url_meta":{"origin":2940,"position":0},"title":"FREIDENKER 3-13 &#8211; Islam &#8211; Islamismus &#8211; Politischer Islam zwischen Imperialismus und Antiimperialismus","author":"Webmaster","date":"16. 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Dezember 2015","format":false,"excerpt":"Beitrag von Klaus von Raussendorff: Als n\u00fctzlicher Feind des Westens tritt der so genannte Islamische Staat nicht nur milit\u00e4risch vor Ort in Erscheinung. Seine Gr\u00e4ueltaten halten auch die so genannte \u201eIslam-Debatte\u201c im Westen im Gange. Deren soziale Funktion besteht im Wesentlichen weniger darin, Kenntnis und Verst\u00e4ndnis zu f\u00f6rdern, als vielmehr\u2026","rel":"","context":"In &quot;Frieden - Antifaschismus - Solidarit\u00e4t&quot;","block_context":{"text":"Frieden - Antifaschismus - Solidarit\u00e4t","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?cat=13"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Ko_02.jpg?fit=800%2C445&ssl=1&resize=350%2C200","width":350,"height":200,"srcset":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Ko_02.jpg?fit=800%2C445&ssl=1&resize=350%2C200 1x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Ko_02.jpg?fit=800%2C445&ssl=1&resize=525%2C300 1.5x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Ko_02.jpg?fit=800%2C445&ssl=1&resize=700%2C400 2x"},"classes":[]},{"id":5542,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=5542","url_meta":{"origin":2940,"position":2},"title":"D\u00fcrfen wir weiter zu den Sanktionen gegen Syrien schweigen?","author":"Webredaktion","date":"6. November 2018","format":false,"excerpt":"Beitrag von Bernd Duschner Tiefe Entt\u00e4uschung spricht aus dem Brief, den mir vor wenigen Tagen die in Syrien lebende \u00c4rztin Lilly Martin Sahiounie geschrieben hat. In ihren Augen tragen wir als EU-B\u00fcrger mit unserer Gleichg\u00fcltigkeit gegen\u00fcber den Folgen der Sanktionen erhebliche Mitschuld an der Not, dem Elend, den Zerst\u00f6rungen und\u2026","rel":"","context":"In &quot;Frieden - Antifaschismus - Solidarit\u00e4t&quot;","block_context":{"text":"Frieden - Antifaschismus - Solidarit\u00e4t","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?cat=13"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/sanktionen_syrien_800x445.jpg?fit=800%2C445&ssl=1&resize=350%2C200","width":350,"height":200,"srcset":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/sanktionen_syrien_800x445.jpg?fit=800%2C445&ssl=1&resize=350%2C200 1x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/sanktionen_syrien_800x445.jpg?fit=800%2C445&ssl=1&resize=525%2C300 1.5x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/sanktionen_syrien_800x445.jpg?fit=800%2C445&ssl=1&resize=700%2C400 2x"},"classes":[]},{"id":2937,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=2937","url_meta":{"origin":2940,"position":3},"title":"Religionskritik unter Islamophobie-Verdacht?","author":"Webredaktion","date":"17. September 2013","format":false,"excerpt":"Beitrag von Klaus Hartmann aus: FREIDENKER 3-13 Die Frage soll lauten, ob es erlaubt ist, den Islam zu kritisieren. Oder ob Freidenker sich aus \u201aantiimperialistischen Gr\u00fcnden\u2019 scheuen, dies zu tun. Von mancher Seite wird dem Freidenkerverband vorgehalten, seine Aufgabe der Religionskritik zu vernachl\u00e4ssigen und einem Kulturrelativismus zu huldigen. 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