{"id":2926,"date":"2013-12-17T15:50:31","date_gmt":"2013-12-17T14:50:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.freidenker.org\/?p=2926"},"modified":"2019-06-27T21:26:38","modified_gmt":"2019-06-27T19:26:38","slug":"der-unbekannte-weltkrieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=2926","title":{"rendered":"Der unbekannte Weltkrieg"},"content":{"rendered":"<p>Aus: <a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=790\">\u201eFREIDENKER\u201c Nr. 4-13<\/a>, Dezember 2013, S. 3-8, 72. Jahrgang<\/p>\n<p>von <em><strong>Klaus Hartmann<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Die \u00dcberschrift wird wom\u00f6glich Widerspruch herausfordern. Immerhin wei\u00df man doch so einiges: Dass \u201aSarajevo\u2019, das Attentat am 28. Juni 1914 auf Erzherzog Karl Ferdinand, Thronfolger von \u00d6sterreich-Ungarn, nur einen Vorwand f\u00fcr den Krieg darstellte. Dass Deutschland \u00d6sterreich zum Krieg gegen Serbien dr\u00e4ngte, f\u00fcr den \u00d6sterreich-Ungarn am 6. Juli 1914 den \u201eBlankoscheck\u201c, die Zusage der bedingungslosen Unterst\u00fctzung erhielt. Dass Deutschland die Hegemonie in Europa und den Gewinn von Kolonien in Afrika (besonders auf Kosten Frankreichs und Belgiens) anstrebte.<\/p>\n<p>Weitgehend bekannt ist auch: Die Zustimmung der Sozialdemokratie zu den Kriegskrediten, dass Kaiser Wilhelm \u201ekeine Parteien mehr\u201c kannte, die \u201eBurgfriedenspolitik\u201c der Gewerkschaften; nat\u00fcrlich der antimilitaristische Kampf Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs von der USPD zur \u201eGruppe Internationale\u201c, der \u201eSpartakusgruppe\u201c zur KPDGr\u00fcndung, vom Kieler Matrosenaufstand zur Novemberrevolution, der Bayerischen R\u00e4terepublik.<\/p>\n<blockquote><p><strong><em>Rosa Luxemburg:<br \/>\n<\/em><\/strong><em>Gesch\u00e4ndet, entehrt, im Blute watend, von Schmutz triefend \u2013 so steht die b\u00fcrgerliche Gesellschaft da, so ist sie. Nicht wenn sie, geleckt und sittsam, Kultur, Philosophie und Ethik, Ordnung, Frieden und Rechtsstaat mimt \u2013 als rei\u00dfende Bestie, als Hexensabbat der Anarchie, als Pesthauch f\u00fcr Kultur und Menschheit \u2013, so zeigt sie sich in ihrer wahren, nackten Gestalt. (Junius-Brosch\u00fcre, 1916)<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Mit diesen Stichworten ist der \u00fcberwiegende Blick auf den 1. Weltkrieg weitgehend skizziert: der Aspekt der Spaltung der Arbeiterbewegung in eine reformistische und eine revolution\u00e4re Richtung, der Krieg selbst als Vorgeschichte und Vorspiel zum Zweiten Weltkrieg, wo sich die aggressive Au\u00dfenpolitik des Nachz\u00fcglers der europ\u00e4ischen Kolonialm\u00e4chte mit dem Griff zur Weltmacht im \u201etotalen Krieg\u201c entlud.<\/p>\n<blockquote><p><strong><em>Kriegsschuld-Kontroverse<br \/>\n<\/em><\/strong><em>Im Rahmen der zu erwartenden massenmedialen Bearbeitung und B\u00fccherflut zum 100. Jahrestag des Weltkriegsbeginns wird auch unvermeidlich der Streit um die deutsche Kriegsschuld wiederaufleben. 1961 erschien das Buch \u201eGriff nach der Weltmacht\u201c des Hamburger Historikers Fritz Fischer, in dem er die Entscheidung zum Krieg in die Kontinuit\u00e4t der aggressiven Politik des deutschen Imperialismus stellte. Dies ruft bis heute Proteste der rechten Historikerzunft hervor, die eine Kontinuit\u00e4t zum Faschismus leugnen, und darauf bestehen, dass der 1. Weltkrieg \u201etragisch-schicksalhaft\u201c \u00fcber Deutschland kam, es in den Krieg \u201ehineinschlitterte\u201c, wo es doch \u201edefensiv\u201c den \u201eKrieg zu vermeiden versucht\u201c habe.<br \/>\nDem widerspricht vehement der Historiker Heinrich August Winkler:<br \/>\n\u201eDas Ziel, mit dem die deutschen Eliten in den Ersten Weltkrieg gezogen waren, hie\u00df Hegemonie in Europa und Aufstieg zur Weltmacht. Am Ende stand ein Friedensvertrag, den die Deutschen als schreiendes Unrecht empfanden, obwohl er das Reich bestehen lie\u00df und ihm die M\u00f6glichkeit einr\u00e4umte, wieder zur Gro\u00dfmacht zu werden. Eine selbstkritische Auseinandersetzung mit der deutschen Kriegsschuld fand nicht statt, obschon bereits im April 1919 eine interne Aktensammlung vorlag, die keinen Zweifel daran lie\u00df, dass die Reichsleitung im Juli 1914 alles getan hatte, die internationale Krise zu versch\u00e4rfen. In Abwehr der alliierten These, Deutschland und seine Verb\u00fcndeten tr\u00fcgen die alleinige Verantwortung f\u00fcr den Kriegsausbruch, entstand eine Kriegsunschuldlegende, die ebenso viel Unheil stiftete wie ihre Zwillingsschwester die Dolchsto\u00dflegende.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>So bedeutsam und unbestritten diese Aspekte sind, zum Verst\u00e4ndnis des 1. Weltkrieges und der Widerspr\u00fcche, die zu ihm f\u00fchrten, gen\u00fcgen sie nicht. Die begrenzte Sicht schien Vielen gen\u00fcgt zu haben, als in Europa zun\u00e4chst die Sowjetunion, dann ein sozialistisches Staatensystem existierte, die einen R\u00fcckfall in \u201aalte\u2019 Zeiten unm\u00f6glich erscheinen lie\u00dfen. Doch die Welt und das internationale Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis seit 1990 \u00e4hneln zumindest in einer Frage jenen vor dem 1. Weltkrieg: Der Imperialismus hat im Weltma\u00dfstab keinen ann\u00e4hernd ebenb\u00fcrtigen Widerpart, der ihn zu z\u00e4hmen in der Lage w\u00e4re.<\/p>\n<blockquote><p><strong><em>Zustimmung zu den Kriegskrediten:<br \/>\n<\/em><\/strong><em>&#8222;Wir lassen in der Stunde der Gefahr das eigene Vaterland nicht im Stich. Wir f\u00fchlen uns dabei im Einklang mit der Internationale, die das Recht jedes Volkes auf nationale Selbst\u00e4ndigkeit und Selbstverteidigung jederzeit anerkannt hat, wie wir auch in \u00dcbereinstimmung mit ihr jeden Eroberungskrieg verurteilen &#8230; Wir hoffen, dass die grausame Schule der Kriegsleiden in neuen Millionen den Abscheu vor dem Kriege wecken und sie f\u00fcr das Ideal des Sozialismus und des V\u00f6lkerfriedens gewinnen wird. (\u2026) (Davon) geleitet, bewilligen wir die geforderten Kriegskredite.&#8220;<br \/>\n<\/em>Aus der Rede von Hugo Haase, SPD-Parteivorsitzender, am 4. August 1914 im Reichstag<\/p><\/blockquote>\n<h5><strong>Revolution und Kriege<\/strong><\/h5>\n<p>Wenn man den Weg zum Ersten Weltkrieg verstehen will, muss man die Zeit kennen, in der er vorbereitet wurde. Diese Zeit ist, auch bei Linken, merkw\u00fcrdig unbekannt. Hier gilt es, zuerst mit der Vorstellung Schluss zu machen, dass der Krieg 1914 eine lange Friedenszeit in Europa beendet habe, die zumindest seit 1871 angedauert habe. Tats\u00e4chlich haben in den Jahrzehnten vor 1914 Dutzende Kriege stattgefunden: Entgegen einer verbreiteten eurozentristische Sicht m\u00fcssen zudem die Kriege um Kolonien und in Abh\u00e4ngigkeit gebrachte L\u00e4nder besichtigt werden.<\/p>\n<p>Welchen Zeitraum soll man in den Blick nehmen? Hier geht es nicht um eine mehr oder weniger beliebige Auswahl, nicht um eine Abfolge von Ereignissen. Wenn wir Geschichte als Geschichte von Klassenk\u00e4mpfen entziffern, steht damit ein \u201aOrdnungsprinzip\u2018 zur Verf\u00fcgung, das den Geschichtsablauf nicht als willk\u00fcrliche Abfolge von Ereignissen, Pers\u00f6nlichkeiten, Zuf\u00e4llen erscheinen l\u00e4sst, sondern die Triebkr\u00e4fte offenlegt, das Geheimnisvolle und Schicksalhafte austreibt, und Geschichte als Ergebnis handelnder Akteure begreifbar macht.<\/p>\n<p>Deshalb der Vorschlag, die Zeit ab der Franz\u00f6sischen Revolution in den Blick zu nehmen. Denn mit ihr \u00e4nderte sich das internationale Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis endg\u00fcltig zugunsten des B\u00fcrgertums. Die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert markiert endg\u00fcltig die Abl\u00f6sung des Feudalismus durch die kapitalistische Gesellschaftsordnung \u2013 nach England nun in Frankreich. Doch die Au\u00dfenwirkung der Franz\u00f6sische Revolution war enorm: einerseits die Vorbildwirkung und Ermutigung f\u00fcr Freiheitsbewegungen anderer L\u00e4nder, andererseits der milit\u00e4risch gest\u00fctzte Versuch des Revolutionsexports.<\/p>\n<p>Unter den europ\u00e4ischen Herrschaftsh\u00e4usern verbreitete die Revolution Angst und Schrecken. Preu\u00dfen und Habsburg, bisher erbitterte Feinde im Streit um die Annexion polnischer Gebiete, entschlossen sich angesichts des \u201agr\u00f6\u00dferen Feindes\u2019 zur gemeinsamen Intervention gegen das revolution\u00e4re Frankreich, um dem franz\u00f6sischen K\u00f6nig zu Hilfe zu kommen. Russlands Zarin Katharina II. ermunterte beide M\u00e4chte \u2013 einerseits aus eigenem Klasseninteresse, andererseits, um sich unbehelligt von ihnen einen Teil Polens zu greifen. England bildete eine eigene gro\u00dfe konterrevolution\u00e4re Kriegskoalition mit den Niederlanden, Spanien, Portugal, Sardinien und Neapel, um die Beherrschung der Meere f\u00fcr die englische Bourgeoisie zu sichern.<\/p>\n<p>Die urspr\u00fcnglichen Verteidigungskriege Frankreichs verwandelten sich unter Napoleon in Eroberungskriege, aus der Unterst\u00fctzung der antifeudalen Bewegung in den Nachbarl\u00e4ndern wurden Feldz\u00fcge im Interesse der franz\u00f6sischen Gro\u00dfbourgeoisie. Der Friede von Tilsit zwischen Frankreich und Russland 1807 markierte den H\u00f6hepunkt der Macht Napoleons und die Niederlage Preu\u00dfens. \u201eDer Tilsiter Friede war die gr\u00f6\u00dfte Erniedrigung Deutschlands, gleichzeitig aber eine Wendung zu einem gewaltigen nationalen Aufschwung.\u201c (Lenin)<\/p>\n<p>Die entscheidende Wende der Napoleonischen Kriege markiert die Niederlage Frankreichs im Feldzug gegen Russland 1812. In den \u201eDeutschen Befreiungskriegen\u201c 1813\/14 folgte die Kriegsentscheidung in der V\u00f6lkerschlacht bei Leipzig 16.-19.10.1813.<\/p>\n<p>Die Zwiesp\u00e4ltigkeit der Ereignisse kennzeichnete Friedrich Engels: \u201eDass wir uns \u00fcber den Verlust der nationalen Heiligt\u00fcmer besannen \u2026, da\u00df wir einen Augenblick als Quelle der Staatsmacht, als souver\u00e4nes Volk auftraten, das war der h\u00f6chste Gewinn jener Jahre \u2026\u201c. Aber: \u201eVon s\u00e4mtlichen Siegerm\u00e4chten wurde der Sturz Napoleons als der Untergang der Franz\u00f6sischen Revolution und als Triumph der Legitimit\u00e4t betrachtet.\u201c (Friedrich Engels)<\/p>\n<p>Die Siegerm\u00e4chte tagten auf dem Wiener Kongress September 1814 &#8211; Juni 1815 und schlossen ein B\u00fcndnis der feudalabsolutistischen Gro\u00dfm\u00e4chte \u2013 die Verst\u00e4ndigung der herrschenden Klassen auf Kosten der Patrioten und der V\u00f6lker.<\/p>\n<p>Sie wird symbolisiert durch die 1815 gegr\u00fcndete \u201eHeilige Allianz\u201c unter F\u00fchrung Zar Alexander I., Kaiser Franz I, K\u00f6nig Friedrich Wilhelm III. \u2013 mit Unterst\u00fctzung des Bankhauses Rothschild und der Finanzeliten der Londoner City. Sie bekannten sich zum Gottesgnadentum der Herrscher und bezeichneten die christliche Religion als Fundament der herrschenden politischen Ordnung.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend in Frankreich wie in England Zentralstaaten existierten, also die nationale Frage gel\u00f6st war, bestand in Deutschland die Zersplitterung in Kleinstaaten. Damit fehlte ein einheitlichen Wirtschaftsraum und Markt, und die somit fehlende \u00f6konomische Basis erschwerte L\u00f6sung der nationalen Frage.<\/p>\n<h5><strong>Nationale Frage in Deutschland<\/strong><\/h5>\n<p>Der sich zuspitzende Widerspruch zwischen dem Charakter der Produktivkr\u00e4fte und den Produktionsverh\u00e4ltnissen f\u00fchrte dazu, dass die Jahre von 1815 bis 1848 gepr\u00e4gt waren vom Kampf f\u00fcr die nationalstaatliche Einheit Deutschlands \u2013 verbunden mit dem Kampf, die den kapitalistischen Produktionsverh\u00e4ltnissen entsprechenden politischen Institutionen zu errichten.<\/p>\n<p>Die Julirevolution 1830 in Frankreich gab in vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern den Ansto\u00df f\u00fcr neue Massenproteste und Erhebungen. In vielen national zersplitterten oder unter Fremdherrschaft stehenden L\u00e4ndern Bewegungen: Das junge Italien, Das junge Deutschland, Das Junge Polen und Das Junge Bosnien.<\/p>\n<p>So geh\u00f6rte ganz Norditalien zum \u00f6sterreichischen Staat, diverse Vizek\u00f6nige waren der Wiener Regierung direkt unterstellt. Hier entwickelte sich eine revolution\u00e4re nationale Bewegung (Risorgimento), die die Heilige Allianz auf den Plan rief. Metternich schickte seinen milit\u00e4rischen Oberbefehlshaber Radetzky, doch eine milit\u00e4rische Unterdr\u00fcckung war angesichts der St\u00e4rke der Bewegung aussichtslos. Nach mehreren Erhebungen wurde die Fremdherrschaft in den Unabh\u00e4ngigkeitskriegen 1861 unter F\u00fchrung von Giuseppe Garibaldi abgesch\u00fcttelt, die Unabh\u00e4ngigkeit 1870 mit der milit\u00e4rischen Einnahme des Kirchenstaates und dessen Hauptstadt Rom vollendet.<\/p>\n<p>In Deutschland hingegen erm\u00f6glichte der Verrat der Bourgeoisie an der Revolution 1848\/49 den Sieg der militaristischen, feudalen Konterrevolution \u00fcber die revolution\u00e4re Volksbewegung.<\/p>\n<p>So konnte \u201eDeutschland\u201c erst nach dem Deutsch-Franz\u00f6sischen Krieg 1870 bis 1871 gegr\u00fcndet werden. Im Deutschen Krieg 1866 zwischen Preu\u00dfen, das Holstein annektierte, und dem von \u00d6sterreich gef\u00fchrten Deutschen Bund siegte Preu\u00dfen und schuf den Norddeutschen Bund. Die s\u00fcddeutschen Staaten Baden, Bayern, Hessen-Darmstadt und W\u00fcrttemberg, zuvor mit \u00d6sterreich verb\u00fcndet, schlossen ein geheimes \u201eSchutz- und Trutzb\u00fcndnis\u201c mit dem Norddeutschen Bund. Auf dieser Grundlage beteiligten sie sich am Feldzug gegen Frankreich, der das Fundament zur Reichsgr\u00fcndung legte.<\/p>\n<p>Sie fand symbolhaft in Frankreich, am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal des Schlosses von Versailles statt \u2013 im Blut der ermordeten Kommunarden von Paris watend. Sie erfolgte durch Proklamation des F\u00fcrsten von Bismarck, unter Anrufung von Gott, ohne Beschluss eines Parlaments, ohne Verfassung.<\/p>\n<blockquote><p><strong><em>Wladimir I. Lenin:<br \/>\n<\/em><\/strong><em>&#8222;F\u00fcr den Imperialismus ist gerade das Bestreben charakteristisch, nicht nur agrarische Gebiete, sondern sogar h\u00f6chst entwickelte Industriegebiete zu annektieren (Deutschlands Gel\u00fcste auf Belgien, Frankreichs auf Lothringen), denn erstens zwingt die abgeschlossene Aufteilung der Erde, bei einer Neuaufteilung die Hand nach jedem beliebigen Land auszustrecken, und zweitens ist f\u00fcr den Imperialismus wesentlich der Wettkampf einiger Gro\u00dfm\u00e4chte in ihrem Streben nach Hegemonie, d.h. nach der Eroberung von L\u00e4ndern, nicht so sehr direkt f\u00fcr sich als vielmehr zur Schw\u00e4chung des Gegners und Untergrabung seiner Hegemonie (f\u00fcr Deutschland ist Belgien von besonderer Wichtigkeit als St\u00fctzpunkt gegen England; f\u00fcr England Bagdad als St\u00fctzpunkt gegen Deutschland usw.).&#8220; <\/em>(1916)<\/p><\/blockquote>\n<p>Das so \u201evon oben\u201c, mit &#8222;Blut und Eisen&#8220; gegr\u00fcndete Deutsche Kaiserreich legte als neue Gro\u00dfmacht einen ungest\u00fcmen Expansionsdrang an den Tag, der sp\u00e4tere Reichskanzler Bernhard von B\u00fclow verk\u00fcndete, &#8222;wir wollen niemand in den Schatten stellen, aber wir verlangen auch unseren Platz an der Sonne&#8220;. Dieser Maxime folgend betrieb Deutschland auch vor 1914 eine aggressive Au\u00dfenpolitik.<\/p>\n<p>Zur Niederwerfung des Aufstands der chinesischen \u201eBewegung der Verb\u00e4nde f\u00fcr Gerechtigkeit und Harmonie\u201c, im Westen \u201eBoxeraufstand\u201c genannt, entsandte Deutschland ein gemeinsames Expeditionskorps mit seine europ\u00e4ischen Rivalen nebst Japan und den USA.<\/p>\n<blockquote><p><strong><em>Kaiser Wilhelm II:<br \/>\n<\/em><\/strong><em>\u201eBew\u00e4hrt die alte preu\u00dfische T\u00fcchtigkeit, zeigt euch als Christen im freudigen Ertragen von Leiden, m\u00f6gen Ehre und Ruhm euren Fahnen und Waffen folgen, gebt an Manneszucht und Disziplin aller Welt ein Beispiel [\u2026] Kommt ihr vor den Feind, so wird er geschlagen. Pardon wird nicht gegeben, Gefangene nicht gemacht. Wer euch in die H\u00e4nde f\u00e4llt, sei in eurer Hand. Wie vor tausend Jahren die Hunnen unter ihrem K\u00f6nig Etzel sich einen Namen gemacht, der sie noch jetzt in der \u00dcberlieferung gewaltig erscheinen l\u00e4\u00dft, so m\u00f6ge der Name Deutschlands in China in einer solchen Weise bekannt werden, da\u00df niemals wieder ein Chinese es wagt, etwa einen Deutschen auch nur scheel anzusehen!\u201c<br \/>\n<\/em>\u201eHunnenrede\u201c am 27. Juli 1900 bei der Verabschiedung der deutschen Truppen zum Kolonialkrieg gegen China<\/p><\/blockquote>\n<p>Das gegen den Aufstand der Herero und Nama in Deutsch-S\u00fcdwestafrika (Namibia) entsandte deutsche Expeditionskorps ver\u00fcbte den ersten V\u00f6lkermord im 20. Jahrhundert. Bis zu 95.000 Menschen wurden zum Verhungern in die W\u00fcste getrieben oder starben in Konzentrationslagern. Generalstabschef von Schlieffen: \u201eDer entbrannte Rassenkampf ist nur durch die Vernichtung einer Partei abzuschlie\u00dfen.\u201c<\/p>\n<p>Im Wettlauf um afrikanische Kolonien entsandte Kaiser Wilhelm II w\u00e4hrend der 2. Marokkokrise 1911 das Kanonenboot Panther, um von Frankreich an der Beute beteiligt zu werden, bekannt als &#8222;Panthersprung&#8220; nach Agadir.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Friedrich Engels:<br \/>\n<\/strong><em>Und endlich ist kein andrer Krieg f\u00fcr Preu\u00dfen-Deutschland mehr m\u00f6glich als ein Weltkrieg, und zwar ein Weltkrieg von einer bisher nie geahnten Ausdehnung und Heftigkeit. Acht bis zehn Millionen Soldaten werden sich untereinander abw\u00fcrgen und dabei ganz Europa so kahlfressen, wie noch nie ein Heuschreckenschwarm. Die Verw\u00fcstungen des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Kriegs zusammengedr\u00e4ngt in drei bis vier Jahre und \u00fcber den ganzen Kontinent verbreitet; Hungersnot, Seuchen, allgemeine, durch akute Not hervorgerufene Verwilderung der Heere wie der Volksmassen; rettungslose Verwirrung unsres k\u00fcnstlichen Getriebs in Handel, Industrie und Kredit, endend im allgemeinen Bankerott; Zusammenbruch der alten Staaten und ihrer traditionellen Staatsweisheit, derart, da\u00df die Kronen zu Dutzenden \u00fcber das Stra\u00dfenpflaster rollen und niemand sich findet, der sie aufhebt; absolute Unm\u00f6glichkeit, vorherzusehn, wie das alles enden und wer als Sieger aus dem Kampf hervorgehen wird; nur ein Resultat absolut sicher: die allgemeine Ersch\u00f6pfung und die Herstellung der Bedingungen des schlie\u00dflichen Siegs der Arbeiterklasse. &#8211; Das ist die Aussicht, wenn das auf die Spitze getriebene System der gegenseitigen \u00dcberbietung in Kriegsr\u00fcstungen endlich seine unvermeidlichen Fr\u00fcchte tr\u00e4gt. Das ist es, meine Herren F\u00fcrsten und Staatsm\u00e4nner, wohin Sie in Ihrer Weisheit das alte Europa gebracht haben. <\/em>15. Dezember 1887<\/p><\/blockquote>\n<h5><strong>Brennpunkt Balkan<\/strong><\/h5>\n<p>Die Auseinandersetzung um die Beherrschung des Balkan, zun\u00e4chst zwischen \u00d6sterreich und der T\u00fcrkei, danach zwischen beiden mit Russland und den von Russland unterst\u00fctzten Balkanl\u00e4ndern, entwickelte sich im gesamten 19. Jahrhundert zu einer bestimmenden Konfliktlinie, in der die Konstellationen f\u00fcr den 1. Weltkrieg vorgepr\u00e4gt wurden. Die franz\u00f6sische Revolution hatte die unterdr\u00fcckten V\u00f6lker auf dem Balkan zu Aufst\u00e4nden gegen habsburgische und t\u00fcrkische Besatzung ermuntert. \u00d6sterreich, bis Ende des 18. Jahrhunderts mit Russland verb\u00fcndet, hatte acht Kriege mit der T\u00fcrkei um gr\u00f6\u00dferen Einfluss auf dem Balkan gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Im T\u00fcrkisch-\u00d6sterreichischen Krieg 1791 wurde das Osmanische Reich besiegt. Erschreckt durch die Revolution der Franzosen und die zunehmenden Aufst\u00e4nde im eigenen Hinterhof schloss Habsburg 1792 Frieden mit der T\u00fcrkei und konzentrierte sich auf die Unterdr\u00fcckung der Freiheitsbestrebungen auf dem Balkan.<\/p>\n<p>Mit dem ersten Serbischen Aufstand 1804 bis 1813 begann die national- und sozialrevolution\u00e4re Erhebung, die durch Russland unterst\u00fctzt wurde. Nach dem 8. Russisch- T\u00fcrkischen Krieg eroberte die T\u00fcrkei 1813 Serbien zur\u00fcck, wurde aber vom zweiten Serbischen Aufstand 1815\u20131817 zur\u00fcckgeschlagen. Mit der Autonomie 1817 und der offizielle Anerkennung als souver\u00e4nes F\u00fcrstentum durch die T\u00fcrkei wurde die Serbische Revolution erfolgreich abgeschlossen. Der 1878 tagende Berliner Kongress erkannte \u2013 mangels anderer internationaler Institutionen v\u00f6lkerrechtsverbindlich \u2013 die Souver\u00e4nit\u00e4t Serbiens und Montenegros international an.<\/p>\n<p>Ermuntert vom serbischen Beispiel begann 1821 die Griechische Revolution, die milit\u00e4rische Wende zugunsten der griechischen Unabh\u00e4ngigkeit trat allerdings erst durch den 9. Russisch-T\u00fcrkischen Krieg 1828-1830 ein.<\/p>\n<p>1849 begann in Ungarn der Unabh\u00e4ngigkeitsaufstand gegen \u00d6sterreich unter F\u00fchrung von Lajos Kossuth, der im selben Jahr von der \u00f6sterreichischen Armee mit Unterst\u00fctzung kroatischer und russischer Truppen niedergeschlagen wurde.<\/p>\n<p>Im 10. T\u00fcrkisch-Russischen Krieg1853 bis 1856 scheiterte der Versuch Russlands, die orthodoxen slawischen Glaubensbr\u00fcder von der osmanischen Herrschaft zu befreien und das eigene Gebiet zu Lasten des zerfallenden Osmanischen Reiches zu vergr\u00f6\u00dfern. Frankreich, England und die T\u00fcrkei schlossen die Tripleallianz, die im Krimkrieg Sewastopol eroberte. (Siehe Karl Marx, \u201eDie Kriegserkl\u00e4rung\u2013 Zur Geschichte der orientalischenFrage\u201c, in\u201eNew-York Daily Tribune\u201c vom 15. April 1854)<\/p>\n<p>Im \u201eDritten Pariser Frieden\u201c wurde formuliert, jeden Akt und jedes Ereignis, das die Integrit\u00e4t des Osmanischen Reiches in Frage stellt, als Frage europ\u00e4ischen Interesses zu sehen. Das Ergebnis schw\u00e4chte Russland und begr\u00fcndete Frankreichs neue F\u00fchrungsrolle in Europa.<\/p>\n<p>Doch nach t\u00fcrkischen Repressionen gegen Serben und Bulgaren begann 1877 der Serbisch-Osmanische Krieg, der nach serbischer Niederlage als 11. T\u00fcrkisch-Russischer Krieg weitergef\u00fchrt wurde, mit dem russischen Sieg 1878 endete. In Bulgarien wird dieser Krieg als Befreiungskrieg, in Rum\u00e4nien als Unabh\u00e4ngigkeitskrieg bezeichnet.<\/p>\n<h5><strong>In den Weltkrieg<\/strong><\/h5>\n<p>Besonders \u00d6sterreich-Ungarn und England sahen ihre Position auf dem Balkan durch Russland bedroht, sodass der Berliner Kongress 1878 unter Bismarck vermittelte: Neben Serbien und Montenegro wurde auch Rum\u00e4nien als unabh\u00e4ngig anerkannt, Bulgarien wurde stark verkleinert, erhielt einen Sonderstatus, blieb aber der T\u00fcrkei tributpflichtig, sein S\u00fcdteil kam unter t\u00fcrkische Zivilverwaltung; \u00d6sterreich-Ungarn durfte als Ordnungsmacht Bosnien- Herzegowina besetzen, England wurde Zypern geschenkt.<\/p>\n<p>Die Festlegungen hielten bis 1885, als sich die \u201abeiden Bulgarien\u2018 vereinigten. \u00d6sterreich-Ungarn gen\u00fcgte 1908 die Besatzung Bosnien-Herzegowinas nicht mehr, und annektierte es \u2013 v\u00f6lkerrechtswidrig. Im Italienisch-T\u00fcrkischen Krieg 1911-1912 entriss Italien dem Osmanischen Reich die libyschen Provinzen.<\/p>\n<p>Serbien, Montenegro, Bulgarien und Griechenland schlossen ein B\u00fcndnis gegen die T\u00fcrkei und begannen 1912 den Ersten Balkankrieg. Die T\u00fcrkei kapitulierte im Mai 1913, aber da die Sieger sich nicht einigen konnten, griff Bulgarien im Juni Serbien und Griechenland an, erlitt aber in diesem Zweiten Balkankrieg eine herbe Niederlage.<\/p>\n<p>In dieser Situation fand am 28. Juni 1914 der legend\u00e4re \u201eBesuch\u201c des \u00f6sterreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand in Sarajevo statt. Der 28 Juni ist der Veitstag, der an die Schlacht Serbiens gegen die Osmanen auf dem Amselfeld erinnert, und deren 525. Jahrestag 1914 gefeiert wurde. Es war kein \u201eStaatsbesuch\u201c, sondern die Reise in ein besetztes und seit 1908 \u00d6sterreich-Ungarn einverleibtes Land, und er reiste in der offiziellen Funktion als Truppeninspekteur.<\/p>\n<p>Seit Jahrzehnten k\u00e4mpfte die Organisation Mlada Bosna (Junges Bosnien) gegen die osmanische und habsburgische Unterjochung des Balkan, und ihr Mitglied, der 19-j\u00e4hrige Gymnasiast Gavrilo Princip f\u00fchrte das mit einigen Freunden gut vorbereitete Attentat aus. Es handelt sich nach heutigem Internationalen Recht nicht um Terror oder Mord, sondern um eine legitime Widerstandsaktion gegen eine v\u00f6lkerrechtswidrige Annexionsmacht.<\/p>\n<p>Erst vier Wochen nach dem Attentat und nach dem Blankoscheck aus Berlin entschloss sich \u00d6sterreich-Ungarn am 23. Juli 1914 zu dem erpresserischen Ultimatum an Serbien. Dies akzeptierte bis auf einen Punkt: dass \u00f6sterreichische Staatsorgane auf serbischem Territorium selbst die Ermittlungen f\u00fchren. Offenkundig war diese unannehmbare Forderung von vornherein darauf berechnet, dass \u00d6sterreich den Krieg ausl\u00f6sen kann. Es diente damit als Vorbild f\u00fcr das Ultimatum von Rambouillet 85 Jahre sp\u00e4ter, mit dem die NATO-Aggression gegen Jugoslawien ausgel\u00f6st wurde.<\/p>\n<p>Der Weltkrieg begann mit der Kriegserkl\u00e4rung \u00d6sterreich-Ungarns gegen\u00fcber Serbien am 28. Juli 1914, an seiner Seite Deutschland, die T\u00fcrkei, Bulgarien (und der Vatikan). An der Seite Serbiens standen Frankreich, England, Russland, Montenegro und Griechenland. Der von der T\u00fcrkei 1915\/16 ver\u00fcbte V\u00f6lkermord an den Armeniern wurde von den Verb\u00fcndeten gedeckt. \u201eSerbien muss sterbien!\u201c war nicht nur ein Schlachtruf: Unter allen Kriegsteilnehmern hatte Serbien die gr\u00f6\u00dfte Zahl von Toten zu verzeichnen &#8211; 1,2 Mio., d.h. 53 Prozent der m\u00e4nnlichen Bev\u00f6lkerung zwischen 18 und 55 Jahren.<\/p>\n<p><strong>*<\/strong><\/p>\n<p>Verlauf und Ergebnisse des Krieges sind besser bekannt als seine Vorgeschichte. Die Kenntnis der Vorgeschichte bewahrt vor der Fehleinsch\u00e4tzung, dass der Weltkrieg pl\u00f6tzlich, unvorbereitet und schicksalhaft \u201eausbricht\u201c. Dies ist gerade angesichts der heute akuten Kriegsgefahr eine notwendige Erkenntnis. Und es ist Anlass, die heute wieder verbreitete antislawische Propaganda und die Aktionen zur Schw\u00e4chung und milit\u00e4rischen Einkreisung Russlands (und Chinas) ernst zu nehmen und sich dagegen zur Wehr zu setzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<h5>Download<\/h5>\n<p>Der Artikel kann auch als PDF-Dokument angesehen und heruntergeladen werden:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1076\" data-permalink=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?attachment_id=1076\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"32,32\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"pdf_icon\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" class=\"alignnone size-full wp-image-1076\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?resize=32%2C32\" alt=\"\" width=\"32\" height=\"32\" data-attachment-id=\"1076\" data-permalink=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?attachment_id=1076\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32\" data-orig-size=\"32,32\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"pdf_icon_32\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32\" \/>\u00a0\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/freidenker-13-04-hartmann.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Klaus Hartmann:\u00a0Der unbekannte Weltkrieg<\/a> (Auszug aus FREIDENKER 4-13, ca. 280 KB)<\/p>\n<hr \/>\n<p>Bild: Truppen verlassen den Hauptbahnhof F\u00fcrth (Bayern) 07. \/ 08. August 1914 (Deutsche Postkarte)<br \/>\nQuelle: https:\/\/commons.wikimedia.org (Public Domain)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Beitrag von Klaus Hartmann aus: FREIDENKER 4-13<\/strong><br \/>\nWenn man den Weg zum Ersten Weltkrieg verstehen will, muss man die Zeit kennen, in der er vorbereitet wurde. Diese Zeit ist, auch bei Linken, merkw\u00fcrdig unbekannt. Hier gilt es, zuerst mit der Vorstellung Schluss zu machen, dass der Krieg 1914 eine lange Friedenszeit in Europa beendet habe, die zumindest seit 1871 angedauert habe. Tats\u00e4chlich haben in den Jahrzehnten vor 1914 Dutzende Kriege stattgefunden: Entgegen einer verbreiteten eurozentristische Sicht m\u00fcssen zudem die Kriege um Kolonien und in Abh\u00e4ngigkeit gebrachte L\u00e4nder besichtigt werden.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":2927,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","advanced_seo_description":"","jetpack_seo_html_title":"","jetpack_seo_noindex":false,"jetpack_post_was_ever_published":false,"footnotes":""},"categories":[13,1162],"tags":[473,452,188,646,643,138],"class_list":["post-2926","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-frieden-antifaschismus-solidaritaet","category-geschichte","tag-1-weltkrieg","tag-deutschland","tag-krieg","tag-kriegskredite","tag-nationale-frage","tag-revolution"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/August_1914_Fuerther_Hbf_800x445.jpg?fit=800%2C445&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9stpK-Lc","jetpack-related-posts":[{"id":20258,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=20258","url_meta":{"origin":2926,"position":0},"title":"Europas Weg in den Ersten Weltkrieg","author":"Webredaktion","date":"10. November 2024","format":false,"excerpt":"Historischer \u00dcberblick von\u00a0Wolfgang Sch\u00fcrer Die 22 Staaten in Europa 1914: 6 Staaten waren Gro\u00dfm\u00e4chte: Das Vereinigtes K\u00f6nigreich (mit dem Empire), Deutschland (mit Kolonien), Russland (Vielv\u00f6lkerstaat), Frankreich (mit Kolonien), \u00d6sterreich-Ungarn (Vielv\u00f6lkerstaat), Italien (mit Kolonien). Die T\u00fcrkei (damals das Osmanische Reich, ein Vielv\u00f6lkerstaat) und Spanien waren ehemalige Gro\u00dfm\u00e4chte. Die Niederlande, Belgien und\u2026","rel":"","context":"In &quot;Geschichte&quot;","block_context":{"text":"Geschichte","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?cat=1162"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Der_Weltkrieg__Zigarettenalbum_6_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=350%2C200","width":350,"height":200,"srcset":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Der_Weltkrieg__Zigarettenalbum_6_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=350%2C200 1x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Der_Weltkrieg__Zigarettenalbum_6_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=525%2C300 1.5x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Der_Weltkrieg__Zigarettenalbum_6_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=700%2C400 2x"},"classes":[]},{"id":20507,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=20507","url_meta":{"origin":2926,"position":1},"title":"Der Versailler Vertrag","author":"Webredaktion","date":"10. Dezember 2024","format":false,"excerpt":"Historischer \u00dcberblick von\u00a0Wolfgang Sch\u00fcrer Die Pariser Friedenskonferenz: 18. Januar 1919 bis 21. Januar 1920; 32 Staaten handelten die Friedensvertr\u00e4ge mit den 5 besiegten Mittelm\u00e4chten aus: 3 europ\u00e4ische (Vereinigtes K\u00f6nigreich, Frankreich, Italien) und 2 au\u00dfereurop\u00e4ische Gro\u00dfm\u00e4chte (Vereinigte Staaten, Japan); 7 sonstige europ\u00e4ische Staaten (Polen, Tschechoslowakei, JugoslawienA, Rum\u00e4nien, Griechenland, Belgien, Portugal); 5\u2026","rel":"","context":"In &quot;Geschichte&quot;","block_context":{"text":"Geschichte","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?cat=1162"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Bundesarchiv_Bild_183-R01213_Versailles_deutsche_Verhandlungdelegation_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=350%2C200","width":350,"height":200,"srcset":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Bundesarchiv_Bild_183-R01213_Versailles_deutsche_Verhandlungdelegation_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=350%2C200 1x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Bundesarchiv_Bild_183-R01213_Versailles_deutsche_Verhandlungdelegation_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=525%2C300 1.5x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Bundesarchiv_Bild_183-R01213_Versailles_deutsche_Verhandlungdelegation_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=700%2C400 2x"},"classes":[]},{"id":19716,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=19716","url_meta":{"origin":2926,"position":2},"title":"Die langen Schatten des Ersten Weltkriegs (3)","author":"Webredaktion","date":"14. August 2024","format":false,"excerpt":"Teil 3: Diplomatische Winkelz\u00fcge pflastern den Weg in den Krieg Kommentar von\u00a0Wolfgang Effenberger Nach den l\u00e4rmend-ungest\u00fcmen russisch-franz\u00f6sischen Feiern in Petersburg beschleunigte sich die Fahrt in den Abgrund. Am 23. Juli 1914, dem Tag der Abreise des franz\u00f6sischen Staats-pr\u00e4sidenten Poincar\u00e9 und seines Ministerpr\u00e4sidenten Viviani aus Petersburg, \u00fcbergab um 18:00 Uhr der\u2026","rel":"","context":"In &quot;Geschichte&quot;","block_context":{"text":"Geschichte","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?cat=1162"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bombardement_allemand_sur_Reims_01_800x450_t3.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=350%2C200","width":350,"height":200,"srcset":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bombardement_allemand_sur_Reims_01_800x450_t3.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=350%2C200 1x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bombardement_allemand_sur_Reims_01_800x450_t3.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=525%2C300 1.5x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bombardement_allemand_sur_Reims_01_800x450_t3.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=700%2C400 2x"},"classes":[]},{"id":20650,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=20650","url_meta":{"origin":2926,"position":3},"title":"Der Friedensvertrag von Brest-Litowsk, 3. M\u00e4rz 1918","author":"Webredaktion","date":"14. Januar 2025","format":false,"excerpt":"Historischer \u00dcberblick von\u00a0Wolfgang Sch\u00fcrer Die Ostfront verlief von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer. Die Mittelm\u00e4chte hatten einige Teile des damaligen Russlands (Kongress-Polen, heutiges Litauen, S\u00fcden des heutigen Lettland) und den gr\u00f6\u00dferen Teil des damaligen Rum\u00e4niens besetzt. Russland hatte den \u00e4u\u00dfersten Nordosten des damaligen \u00d6sterreich-Ungarns besetzt. \u00a0[...] Am 07. November\u2026","rel":"","context":"In &quot;Geschichte&quot;","block_context":{"text":"Geschichte","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?cat=1162"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Lev_Kamenev_arrives_at_Brest-Litovsk_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=350%2C200","width":350,"height":200,"srcset":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Lev_Kamenev_arrives_at_Brest-Litovsk_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=350%2C200 1x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Lev_Kamenev_arrives_at_Brest-Litovsk_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=525%2C300 1.5x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Lev_Kamenev_arrives_at_Brest-Litovsk_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=700%2C400 2x"},"classes":[]},{"id":19803,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=19803","url_meta":{"origin":2926,"position":4},"title":"Die langen Schatten des Ersten Weltkriegs (4)","author":"Webredaktion","date":"7. September 2024","format":false,"excerpt":"Teil 4: Das Abendland marschiert in den Abgrund Kommentar von\u00a0Wolfgang Effenberger Mit der Ermordung des \u00f6sterreichischen Erzherzogs Franz Ferdinand am 28. Juni 1914 in Sarajewo begann der Countdown zum Ersten Weltkrieg. Kaum jemand fragte sich, welche Kr\u00e4fte die minderj\u00e4hrigen Attent\u00e4ter f\u00fcr diesen Terroranschlag instrumentalisiert und welche Motive hinter diesem Anschlag\u2026","rel":"","context":"In &quot;Geschichte&quot;","block_context":{"text":"Geschichte","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?cat=1162"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Bombardement_allemand_sur_Reims_01_800x450_t4.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=350%2C200","width":350,"height":200,"srcset":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Bombardement_allemand_sur_Reims_01_800x450_t4.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=350%2C200 1x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Bombardement_allemand_sur_Reims_01_800x450_t4.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=525%2C300 1.5x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Bombardement_allemand_sur_Reims_01_800x450_t4.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=700%2C400 2x"},"classes":[]},{"id":20850,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=20850","url_meta":{"origin":2926,"position":5},"title":"Die milit\u00e4rische Intervention der Alliierten gegen Sowjetrussland 1918-1922","author":"Webredaktion","date":"31. Januar 2025","format":false,"excerpt":"Historischer \u00dcberblick von\u00a0Wolfgang Sch\u00fcrer Am 07. November 1917 (am 25. Oktober 1917 nach dem Julianischen Kalender) erfolgte die sozialistische Revolution in Russland. Am 05. Dezember 1917 schloss Sowjetrussland einen provisorischen, 10 Tage sp\u00e4ter einen unbefristeten Waffenstillstand mit den 4 Mittelm\u00e4chten (Deutschland, \u00d6sterreich-Ungarn, T\u00fcrkei, Bulgarien). Am 03. M\u00e4rz 1918 unterzeichnete Sowjetrussland\u2026","rel":"","context":"In &quot;Geschichte&quot;","block_context":{"text":"Geschichte","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?cat=1162"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Wolfhounds_on_parade_in_Vladavostock_August_1918_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=350%2C200","width":350,"height":200,"srcset":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Wolfhounds_on_parade_in_Vladavostock_August_1918_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=350%2C200 1x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Wolfhounds_on_parade_in_Vladavostock_August_1918_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=525%2C300 1.5x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Wolfhounds_on_parade_in_Vladavostock_August_1918_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=700%2C400 2x"},"classes":[]}],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freidenker.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2926","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freidenker.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freidenker.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freidenker.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freidenker.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2926"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.freidenker.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2926\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freidenker.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2927"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freidenker.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2926"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freidenker.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2926"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freidenker.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2926"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}