{"id":2865,"date":"2015-09-17T03:18:02","date_gmt":"2015-09-17T01:18:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.freidenker.org\/?p=2865"},"modified":"2018-02-18T22:41:44","modified_gmt":"2018-02-18T21:41:44","slug":"griechische-mythen-und-ein-dilemma-das-keines-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=2865","title":{"rendered":"\u201eGriechische Mythen und ein Dilemma, das keines ist\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Aus: <a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=835\">\u201eFREIDENKER\u201c Nr. 3-15<\/a>, September 2015, S. 42-47, 74. Jahrgang<\/p>\n<p>Interview von <em><strong>Jens Wernicke<\/strong><\/em> mit <strong><em>Prinz Chaos II.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der K\u00fcnstler und Historiker Prinz Chaos II. war auf Griechenland-Reise. Ein Gespr\u00e4ch \u00fcber Tsipras, Syriza und die EU als \u201cV\u00f6lkerknast\u201d.<\/strong><\/p>\n<p>Vor einigen Tagen stimmte der Bundestag gegen die Stimmen der Linken f\u00fcr ein weiteres \u201cHilfsprogramm\u201d f\u00fcr Griechenland. Allerdings ist die Haltung einiger Bundestagslinker hierzu reichlich verwirrend. Denn sie h\u00e4tten, so sagen etwa Gregor Gysi und Katja Kipping, in Griechenland selbst schweren Herzens mit \u201cJa\u201d f\u00fcr ein Paket gestimmt, das sie voll und ganz ablehnen.\u00a0<a href=\"https:\/\/le-bohemien.net\/?s=jens+wernicke&amp;x=0&amp;y=0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jens Wernicke<\/a>\u00a0sprach mit dem Kabarettisten und Liedermacher\u00a0Prinz Chaos II., der sich in Griechenland selbst ein Bild gemacht hat und nun einigen Mythen in der deutschen Debatte entschieden widerspricht. So habe es beispielsweise sehr wohl einen Plan B gegeben, der Syriza aus dem Dilemma, dem sie schlie\u00dflich erlag, h\u00e4tte befreien k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>\u00a0<\/strong><strong><em>Prinz Chaos, Du bist vor einigen Tagen nach Athen aufgebrochen, um Dir jenseits der Berieselung durch die hiesigen Medien ein eigenes Bild der Situation zu machen. Wie ist die Lage vor Ort?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Als wir die Fl\u00fcge buchten, waren wir noch elektrisiert von den 61,5 Prozent Oxi beim Referendum. Wir erwarteten eine Stadt im Siegestaumel und eine Linke voller Selbstbewusstsein.<\/p>\n<p>Als wir in Athen ankamen, hatte Tsipras aber bereits kapituliert und das dritte Memorandum war beschlossen worden.<br \/>\nDementsprechend herrschte unter den Aktivisten Ratlosigkeit und blankes Entsetzen. Ganz Athen schien am Tag unserer Ankunft wie gel\u00e4hmt. Und in den Stra\u00dfencaf\u00e9s waren deutlich weniger Leute als sonst.<\/p>\n<p>Wir waren auch in der Syriza-Zentrale. Der Genosse, den wir interviewen wollten, war aber nicht bereit, vor laufender Kamera zu reden. Er war n\u00e4mlich f\u00fcr das B\u00fcro von Alexis Tsipras t\u00e4tig gewesen, hatte jedoch kurz vor unserem Termin seinen R\u00fccktritt erkl\u00e4rt, weil er den neuen Kurs total ablehnt.<\/p>\n<p>Danach sind wir zu einer Internationalen Konferenz an der Uni in Athen gefahren. Deren Titel \u201eDemocracy Rising\u201c klang geradezu zynisch im Lichte der neuesten Entwicklungen. Da kam es dann zu w\u00fctenden Debatten zwischen Bef\u00fcrwortern und Gegnern des neuen Kurses, wobei die Gegner hier deutlich \u00fcberwogen.<\/p>\n<p>Die Parlamentspr\u00e4sidentin Zoe Konstantopoulou sagte uns off the record, wie schockiert sie von Tsipras 180-Grad-Wendung sei. Sie hat auch im Parlament gegen den neuen Kurs gestimmt und eine knallharte Rede dagegen gehalten.<\/p>\n<p>Costas Lapavitsas von der Syriza-Linken warb f\u00fcr einen gut vorbereiteten Grexit. Er machte vor allem deutlich, dass dieses dritte Memorandum eine absolute Garantie f\u00fcr eine rasch zunehmende Verelendung und ein \u00f6konomisches Desaster darstellt.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>Was bedeutet das, \u201ezunehmende Verelendung\u201c? Hast Du ein, zwei Beispiele f\u00fcr unsere Leser parat, was man sich darunter konkret vorzustellen hat?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Wir haben das Krankenhaus Elpis besucht, was auf Deutsch \u201eHoffnung\u201c bedeutet. Dieses Krankenhaus hat vor f\u00fcnf Jahren begonnen, alle Patienten anzunehmen, auch die Unversicherten, Obdachlosen, Fl\u00fcchtlinge. Und auch v\u00f6llig abgebrannte deutsche Rucksacktouris.<\/p>\n<p>Was wir in der Notaufnahme gesehen haben, war schon krass. Die Pflegekr\u00e4fte tun, was sie k\u00f6nnen. Aber Du siehst vielen Patienten die bittere Armut und die Unterern\u00e4hrung deutlich an. 3,5 Millionen von 11 Millionen Griechen haben auch gar keine Krankenversicherung mehr. Ober\u00e4rzte bekommen teilweise nur 3,50 Euro Stundenlohn. In einer \u00c4rztezeitung haben wir von F\u00e4llen gelesen, in denen M\u00fcttern ihre Babies erst herausgegeben wurden, nachdem sie die Rechnung f\u00fcr die Entbindung beglichen hatten.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>Und das alles kam \u2026 durch die sogenannten \u201eRettungsma\u00dfnahmen\u201c der Troika in den letzten Jahren soweit? Was lief da schief?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Ich habe ein Interview mit Leonidas Vatikiotis gef\u00fchrt. Er ist \u00d6konomieprofessor an der Uni Zypern und Journalist. Er war auch Mitglied der \u201eWahrheitskommission \u00fcber die griechischen Staatsschulden\u201c. Diese Kommission hatte Zoe Konstantopoulou ins Leben gerufen. Sie wurde unter anderem geleitet von Eric Toussaint, der die Entschuldung Argentiniens, Osttimor und Ecuadors bereits erfolgreich begleitet hat und auch f\u00fcr die Afrikanische Union t\u00e4tig gewesen ist.<\/p>\n<p>Diese Kommission hat sich die griechischen Schulden sehr genau angesehen. 80 Prozent davon sind Schulden bei der Troika. Ein hoher Prozentsatz der zugrundeliegenden Vertr\u00e4ge verst\u00f6\u00dft aber gegen griechisches oder internationales Recht. Es sind also illegale Schulden, deren R\u00fcckzahlung man mit guten juristischen Gr\u00fcnden ablehnen kann.<\/p>\n<p>Die Spur der Korruption in Griechenland, die immer wieder angeprangert wird, f\u00fchrt au\u00dferdem zu Siemens und zu Krauss-Maffei-Wegmann.<\/p>\n<p>Insofern ist es eine reine Klassenfrage. Die griechischen Oligarchen haben im Verein mit deutschen Konzernen, mit Banken und der EU-B\u00fcrokratie den Staat ausgepl\u00fcndert und das Volk ins Elend gest\u00fcrzt. Und die Korruption, die hier ablief, war Teil eines konzertierten Angriffs, den Yanis Varoufakis vollkommen zurecht \u201e\u00f6konomischen Terrorismus\u201c nennt.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>\u00a0<\/strong><em><strong>Nun lesen wir aber ja \u00fcberall, die Regierung Tsipras h\u00e4tte gar nicht anders gekonnt, die Kritiker h\u00e4tten selbst nicht anders zu handeln vermocht und sollten schweigen daher\u2026<\/strong><\/em><\/p>\n<p>TINA, TINA, TINA: There is no alternative! Dieses Mantra wird nicht dadurch richtiger, dass es jetzt auch von Linken gesungen wird. Es werden auch allerhand Stories aufgetischt, die dem Land der antiken Mythen zwar sozusagen alle Ehren machen, die aber ganz einfach keine Grundlage in der Realit\u00e4t haben. Etwa diese Idee, es h\u00e4tte keinerlei Plan B gegeben. Das ist falsch.<\/p>\n<p>Es gab sogar vier Kommissionen, die eine selbstbestimmte Exit-Strategie entwickelten. Erstens die besagte Wahrheitskommission des griechischen Parlaments, international hochkar\u00e4tig besetzt. Dazu gab es ein geheimes F\u00fcnfer-Komitee im Finanzministerium von Varoufakis. Drittens hat der linke Syriza-Fl\u00fcgel um den Wirtschaftsprofessor Costas Lapavitsas, der seit drei\u00dfig Jahren \u00fcber Geld forscht, einen F\u00fcnf-Punkte-Plan entwickelt, wie man einen Grexit durchf\u00fchren k\u00f6nnte. Und schlie\u00dflich gibt es noch die Delphi-Initiative, wo alternative Geldtheoretiker wie David Graeber, Michael Hudson und der Weltbankdissident Peter K\u00f6nig zusammenkamen.<\/p>\n<p>Die Akteure dieser vier Gruppen, die allesamt an einem Exitplan gearbeitet haben, kennen sich zum Teil untereinander, haben Kontakt. H\u00e4tte man diese Vorarbeiten und Planungsst\u00e4be zusammengef\u00fchrt, h\u00e4tte man sehr schnell einen detaillierten und hochwertigen Plan B entwickeln k\u00f6nnen und auch exzellentes Personal f\u00fcr dessen Durchf\u00fchrung gehabt.<br \/>\nDummerweise hatten alle vier Kommissionen eine wesentliche Gemeinsamkeit\u2026<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>Die da w\u00e4re?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Alexis Tsipras hat sich nie f\u00fcr ihre Arbeit interessiert.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>\u00a0<\/strong><em><strong>Was h\u00e4ttest Du denn \u201eam Ende\u201c an seiner Stelle getan? Nicht unterschrieben, sondern \u2026 was?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Lassen wir uns einmal auf folgendes Gedankenspiel ein: Am Tag nach dem Referendum stellt sich Tsipras hin und erkl\u00e4rt den Leuten: \u201ePasst auf, ich fahre jetzt nach Br\u00fcssel. Und ich werde alles tun, um Euer Oxi dort durchzusetzen. Aber das wird nicht einfach werden. Wenn ich zur\u00fcckkomme, lege ich Euch dann die Ergebnisse vor und \u2013 falls diese Ergebnisse dem Referendum widersprechen \u2013 einen Alternativplan.\u201c<\/p>\n<p>Wenn das Volk dann abgestimmt h\u00e4tte, \u00fcber ein neues Austerit\u00e4tsprogramm oder f\u00fcr einen gut vorbereiteten Grexit \u2013 was w\u00e4re da wohl herausgekommen?<\/p>\n<p>H\u00e4tte Tsipras sich dann erneut an das Volk gewandt und gesagt: \u201eIhr m\u00fcsst wissen, dass die n\u00e4chsten Monate oder auch ein, zwei Jahren unendlich schwierig werden, aber wir bauen jetzt unseren Binnenmarkt wieder auf und nehmen unser Schicksal in die eigenen H\u00e4nde!\u201c \u2013 was denkst Du, w\u00e4re da passiert? Ich denke, wir h\u00e4tten eine Explosion massenhafter Selbstorganisation erlebt.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>\u00a0<\/strong><em><strong>Wom\u00f6glich aber auch nicht\u2026 Nach einer Umfrage wollen immerhin 70 Prozent der Griechen unbedingt im Euro bleiben.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Ich bitte Dich! Diese \u00fcberall zitierte Umfrage ist reine Propaganda. Auf so einer Grundlage kann man nicht ernsthaft diskutieren. Dass diese \u201eUmfrage\u201c dann \u00fcberall als ein echtes Argument daherkommt, zeigt lediglich den Zustand der deutschen Debatte.<\/p>\n<p>Fakt ist: Die Griechen haben Sparma\u00dfnahmen, die weitaus weniger schlimm waren als das jetzige Memorandum, mit 61,5 Prozent abgelehnt. Und sie taten das im vollen Wissen, dass bereits dieses Nein einen Grexit bedeuten k\u00f6nnte. Denn das hatte ihnen Sch\u00e4uble ja bereits detailliert erkl\u00e4rt und die griechischen Mainstreammedien haben das vor dem Referendum zu einer riesigen Drohkulisse aufgebaut. Die Leute haben trotzdem mit Oxi gestimmt.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>Warum hat das Oxi der Bev\u00f6lkerung, das Du erw\u00e4hnst, Syriza denn nicht davon abgehalten, das n\u00e4chste Memorandum zu unterschreiben? Wie erkl\u00e4rst Du das?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Syriza hat dem Memorandum gar nicht zugestimmt. Syriza wurde gar nicht gefragt und das Zentralkomitee der Syriza hat sich mit einer Mehrheit von 109 aus 201 Mitgliedern auch klar gegen Tsipras neuen Kurs ausgesprochen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>Wieso, denkst Du, hat Tsipras die Partei dann ignoriert?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Er war subjektiv sicherlich \u00fcberzeugt, gar keine andere Wahl zu haben. Tsipras hat nie daran geglaubt, dass ein wirklicher Systembruch m\u00f6glich sei und ist auch nicht bereit dazu. Das hat ihn am Ende maximal erpressbar gemacht, weil die Gegenseite das nat\u00fcrlich wusste. Sch\u00e4uble hat folglich die Drohung mit einem forcierten Grexit kunstvoll aufgebaut und gleichzeitig die griechische Wirtschaft stranguliert.<\/p>\n<p>Die Grundfrage ist nur: Wo verortet man die Quelle seiner Macht? Und vor welcher Klasse f\u00fcrchtet man sich am meisten?<\/p>\n<p>Die F\u00fchrung um Tsipras ist regelrecht in Panik verfallen angesichts der elektrisierten Massenstimmung nach dem Oxi. Varoufakis erz\u00e4hlt, wie er am Abend des Referendums in den Maximo kam, in den Pr\u00e4sidentenpalast. Ganz Athen, ganz Griechenland lag sich jubelnd in den Armen, tanzte, sang und platzte vor Kampfgeist und Selbstbewusstsein \u2013 aber rund um Tsipras herrschte eisige Stimmung als Varoufakis mit seinem \u201eWow, this is great!\u201c zur T\u00fcr hereinkam. Dieses Ergebnis war weder erwartet noch gew\u00fcnscht worden.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen war Varoufakis dann nicht mehr Finanzminister. Stattdessen bestellte Tsipras die Chefs der alten, abgehalfterten Austerit\u00e4tsparteien zu sich, um vorzubereiten, wie er mit diesen, aber gegen den eigenen linken Fl\u00fcgel, einen Deal mit der EU durchziehen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Es gab also eine Alternative und es gab eine goldene Gelegenheit, diese Option zu w\u00e4hlen. Aber es h\u00e4tte f\u00fcr diese alternative Strategie einer mutigen und entschlossenen F\u00fchrung bedurft, die an das eigene Volk glaubt, die vor der Konfrontation mit dem Kapital nicht am entscheidenden Punkt zur\u00fcckzuckt und die auf die Selbstaktivit\u00e4t der Menschen setzt.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>\u00a0<\/strong><em><strong>Du sagtest vorhin, da w\u00fcrden nun viele Mythen gesponnen. Inwiefern denn das?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Nun, das betrifft erstens, wie schon gesagt, diese Behauptung, es habe keinen Plan B gegeben, nur weil Tsipras nichts davon wissen wollte. Dann diese ganzen Horrorszenarios, was bei einem Grexit passieren w\u00fcrde. Diese apokalyptischen Prophezeiungen wurden vor dem Referendum von der Oligarchenpresse in Griechenland verzapft. Und jetzt hat Tsipras\u2018 PR-Abteilung diese Textbausteine \u00fcbernommen und halb Europa plappert es nach. Dabei sind das reine Spekulationen, \u00f6konomische Horrorstories ohne jede empirische Grundlage.<\/p>\n<p>Im Gegenteil gibt es gute Gr\u00fcnde anzunehmen, dass Griechenland bei einem selbstbestimmten Grexit und einer R\u00fcckeroberung des eigenen Binnenmarkts besser dast\u00fcnde als mit dieser absehbaren Katastrophe des dritten Memorandums.<br \/>\nDazu h\u00e4tte man in einem ersten Schritt die Banken verstaatlichen m\u00fcssen, um die Kontrolle \u00fcber den Kapitalverkehr zu sichern. Nachdem der Staat bei den wichtigsten Banken ohnehin starke Anteile oder sogar die Mehrheit h\u00e4lt und angesichts der griechischen Rechtslage w\u00e4re das sogar durch einen einfachen Parlamentsbeschluss m\u00f6glich gewesen und ist es immer noch.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>\u00a0<\/strong><em><strong>Das hei\u00dft in Summe, die Regierung Tsipras hatte also \u2013 zumindest eine lange Zeit \u00fcber \u2013 durchaus andere Optionen als klein beizugeben, hat sie aber schlicht nicht vorbereitet, stark gemacht, ausgebaut und genutzt? Tat sie das absichtlich oder wie sch\u00e4tzt Du das ein?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Versteh mich nicht falsch. Alexis Tsipras ist durch und durch ein Gew\u00e4chs der radikalen Linken. Er ist im roten Stadtteil Exarchia aufgewachsen. Er war als Jugendlicher bei der Kommunistischen Jugendorganisation. Er hat in Genua 2001 im Tr\u00e4nengasnebel gestanden. Und er hat ein Leben lang daran gearbeitet, die Linke in Griechenland aufzubauen. Insofern ist er auch kein Feind, sondern eher vergleichbar mit einem Freund, der unter den Angriffen des Feindes blutend zusammengebrochen ist. Oder vielleicht mit einem, der unter der Folter gestanden und die Namen seiner Freunde preisgegeben hat.<\/p>\n<p>Der Bericht von Varoufakis \u00fcber die Zust\u00e4nde in der Eurogruppe ist ja sehr aufschlussreich. Wir sollten das wirklich an uns heranlassen, mit welcher diktatorischen Struktur wir es da zu tun haben. Das ist Mafiastyle und es gibt kaum etwas, was ich ausschlie\u00dfen w\u00fcrde, auch nicht pers\u00f6nliche Drohungen gegen Tsipras.<\/p>\n<p>Er hat also sozusagen vor lauter Verzweiflung Selbstmord begangen, denn sein politisches Schicksal ist besiegelt, sobald ihn die Oligarchen der EU und Griechenlands nicht mehr ben\u00f6tigen. Dummerweise ist der Preis f\u00fcr Millionen Griechen am Ende noch wesentlich h\u00f6her.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>\u00a0<\/strong><em><strong>Was geschieht denn nun gerade in Griechenland, nachdem eine \u201eradikal linke Regierung\u201c sich freiwillig einem Sozialabbau nie geahnten Ausma\u00dfes gef\u00fcgt und untergeordnet hat? Meinst Du, Tsipras und Co. werden nun auch noch dem letzten, der noch einen hat, den G\u00fcrtel wegnehmen, den er gar nicht mehr enger schnallen kann, und dann wom\u00f6glich mit Polizei oder Milit\u00e4r gegen Erwerbst\u00e4tige und Arme vorgehen? Was bef\u00fcrchtest Du?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Ein Aktivist aus Bangladesch, den wir in Athen getroffen haben, hat uns erz\u00e4hlt, wie die streikenden Textilarbeiter dort, aber auch die starken Arbeiterbewegungen in Indien und China mit gl\u00fchenden Herzen nach Griechenland schauen. In Bangladesch wissen die Leute n\u00e4mlich schon, wie ein Land aussieht, wenn die Finanzterroristen fertig sind damit. Und Griechenland droht jetzt genau das.<\/p>\n<p>Am Tag nach unserer Abreise wurde die Mehrwertsteuer auf einen Schlag um 10 Prozent erh\u00f6ht. W\u00e4hrend wir sprechen, wird in Athen ein 900-Seiten-Papier durchs Parlament gejagt, das K\u00fcrzungen in allen erdenklichen Bereichen beinhaltet. Die Troika fordert von Tsipras au\u00dferdem massive Eingriffe ins Streikrecht.<\/p>\n<p>Dass auf diesen \u00f6konomischen und gesellschaftlichen Terrorma\u00dfnahmen nie dagewesener Ausma\u00dfe nun der Stempel \u201eSyriza\u201c klebt, ist eine Katastrophe f\u00fcr die griechische wie internationale Linke. Denn was da beschlossen wird, widerspricht allem, wof\u00fcr Syriza gegr\u00fcndet und aufgebaut wurde, allem, wof\u00fcr das Volk Syriza gew\u00e4hlt hat. Diese Beschl\u00fcsse treten das Parteiprogramm von Thessaloniki und das Ergebnis des Referendums in den Dreck.<\/p>\n<p>Es wird deshalb zweifellos Umgruppierungsprozesse geben in Griechenland. Wie die aussehen, kann momentan niemand sagen. Eine Spaltung von Syriza w\u00e4re tragisch. Aber man darf die Einheit der Partei auch nicht zum g\u00f6ttlichen Gesetz erheben. Ich denke, innerhalb von Syriza kann sich nur eine Seite durchsetzen, die Kluft ist zu gro\u00df. Und die andere wird dann gehen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Tsipras selbst geht in diesem Fraktionskampf \u00fcbrigens mit maximaler H\u00e4rte vor \u2013 und in Koordination mit der Oligarchenpresse, die Tsipras neuerdings feiert und die die Syriza-Linke w\u00fcst diffamiert. Dass Tsipras bereit ist, die Polizei oder auch die Kampftruppen DELTA, die Syriza eigentlich aufl\u00f6sen wollte, gegen die Gegner der neuen Austerit\u00e4t einzusetzen, hat er bereits am Abend der Abstimmung \u00fcber das Memorandum bewiesen. Denn da hat er genau das bereits getan.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>\u00a0<\/strong><em><strong>Und welche Optionen hat Deiner Meinung nach denn nun das griechische Volk?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>In Griechenland wurde in den letzten Jahren unglaublich gek\u00e4mpft. \u00dcber 30 Generalstreiks, die Bewegung der Platzbesetzungen und so weiter. Da hat sich eine F\u00fchrung an der Basis entwickelt, Leute, die genau wissen, wie man einen Streik, eine Demo, eine Besetzung organisiert. Und bei der gigantischen Jugendarbeitslosigkeit gibt es auch viele Jugendliche, die sehr viel Zeit haben, zu lesen und sich und andere zu organisieren.<\/p>\n<p>Aber es gibt auch das Elend, den kr\u00e4ftezehrenden Kampf ums t\u00e4gliche Dasein und ein riesiges Drogenproblem. Ich denke, die Handlanger der Finanzterroristen fluten das Land mit Absicht mit Unmengen an Drogen, um den Willen der Bev\u00f6lkerung zu brechen. Das ist ein Klassiker und das kennen wir schon aus dem Kampf gegen die schwarze B\u00fcrgerrechtsbewegung in den USA, aus S\u00fcdafrika und anderen L\u00e4ndern. Das ist jedenfalls das Ziel: die st\u00e4rkste Linke und die st\u00e4rkste Arbeiter- und Jugendbewegung in Europa gnadenlos zu brechen.<\/p>\n<p>Es ist wie der Kampf Thatchers gegen die Bergarbeitergewerkschaft National Union of Mineworkers in den 80er Jahren. Wenn Griechenland gefallen, ausgepl\u00fcndert und demoralisiert ist, geht es dem n\u00e4chsten Land an den Kragen. Man muss dieses Muster klar erkennen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>Und was genau w\u00fcrdest Du im Moment den Leuten in Griechenland empfehlen, die nicht mehr bereit sind, noch mehr Elend zu ertragen?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Ich empfehle von hier aus den Griechen erst einmal gar nichts. Ich versuche, die Situation zu analysieren und alles was ich bisher erz\u00e4hlt habe, also vor allem die Kritik an Tsipras, wird von vielen Griechen mit sehr viel gr\u00f6\u00dferer H\u00e4rte formuliert, als ich das hier getan habe.<\/p>\n<p>Ansonsten m\u00fcssen wir uns fragen, was wir selber zu tun haben in dieser Lage. Griechenland ist im Moment das entscheidende Schlachtfeld im weltweiten Krieg um Gerechtigkeit und Demokratie.<\/p>\n<p>Das kann speziell f\u00fcr uns hier in Deutschland nur bedeuten, dass wir den griechischen Kampf zu unserem eigenen machen m\u00fcssen. Dass wir Solidarit\u00e4t organisieren m\u00fcssen. Echte, praktische Solidarit\u00e4t und nicht nur irgendwelche Likes auf Facebook.<\/p>\n<p>KenFM beispielsweise hat bereits 100.000 Euro f\u00fcr medizinische Nothilfe gesammelt. Und ich versuche, Solid und den SDS zu \u00fcberzeugen, dass sie Geld sammeln, um 100 Megaphone f\u00fcr sozialistische Jugendorganisationen zu kaufen, um damit die Stimme der rebellischen griechischen Jugend ganz praktisch zu verst\u00e4rken. Ich rede auch mit K\u00fcnstlern, dass wir f\u00fcr nach Griechenland fahren, um dort f\u00fcr die Leute auf der Stra\u00dfe zu spielen. Aber wir sollten auch noch mehr griechische K\u00fcnstler und Aktivisten nach Deutschland holen. Denn das Niveau der Debatte dort kannst Du mit dem ewigen Mobbing in Deutschland nicht vergleichen. Wir k\u00f6nnen unendlich viel von den griechischen Aktivisten lernen.<\/p>\n<p>Solidarit\u00e4t bedeutet aber auch, der Griechenlandhetze der deutschen Medien etwas entgegenzusetzen und die Angriffe der Bundesregierung auf Griechenland w\u00fctend zu bek\u00e4mpfen. Wir sind es den Griechen schuldig, dass wir hier nicht bei einer lendenlahmen Pseudosolidarit\u00e4t stehen bleiben. Ich finde, dass die LINKE das im Bundestag sehr ordentlich macht zur Zeit. Das ist gut und wichtig. Aber auch die LINKE sitzt in der strategischen Falle, wenn wir uns nicht endlich von den Illusionen verabschieden, die viele immer noch \u00fcber den Charakter der Europ\u00e4ischen Union haben.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>\u00a0<\/strong><em><strong>\u2026das meint?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Dass wir die Konsequenzen ziehen m\u00fcssen aus dem, was wir jetzt \u00fcber die EU erkannt haben. Schau, wo war denn eigentlich das Europaparlament in dieser ganzen griechischen Trag\u00f6die? Das wird alles innerhalb einer sogenannten \u201eEurogruppe\u201c abgewickelt, die keiner gew\u00e4hlt hat und die es offiziell gar nicht gibt! Aber das Parlament hat w\u00e4hrenddessen immerhin in einer Nacht- und Nebelaktion f\u00fcr TTIP gestimmt. Und das nennen Sie dann \u201esoziales Europa\u201c oder gar \u201eDemokratie\u201c.<\/p>\n<p>Ich jedenfalls werde bei der n\u00e4chsten Wahl zum Europaparlament zum ersten Mal in meinem Leben ung\u00fcltig w\u00e4hlen. Und w\u00e4re ich Engl\u00e4nder, w\u00fcrde ich beim kommenden Referendum auf jeden Fall gegen die EU-Mitgliedschaft stimmen, so wie das auch Tariq Ali, Owen Jones und andere jetzt fordern. Denn diese EU, das ist ein V\u00f6lkerknast. Und der Euro ist die \u00f6konomische Peitsche, mit der man uns in die Zellen treibt.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>Noch ein letztes Wort?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Ja. Als mich ein junger Aktivist in Griechenland mit hoffnungsfrohen Augen \u00fcber unsere K\u00e4mpfe in Deutschland ausfragen wollte, musste ich heulen vor Scham. Denn die Wahrheit ist, dass die deutsche Linke mehrheitlich \u00fcberhaupt nicht mehr k\u00e4mpft. Schon gar nicht f\u00fcr Griechenland, wobei ich damit nat\u00fcrlich nicht jeden und alles meine. Aber ein relevanter Teil von uns verliert sich in absurden, praxisfernen Scheindebatten, etwa dar\u00fcber, ob man f\u00fcr Tsipras das Wort \u201eVerr\u00e4ter\u201c sagen darf oder nicht, so als ob das irgendwie eine Bedeutung h\u00e4tte. Das ist unfassbar kindisch und unernsthaft.<\/p>\n<p>Aber ich bemerke, dass sich eine gewisse Bewegung abzeichnet. Viele merken allm\u00e4hlich, dass wir uns von einer labernden, zynischen Pseudolinken verabschieden m\u00fcssen, wenn wir auf einen gr\u00fcnen Zweig kommen wollen. Deshalb sollten die, die an Ver\u00e4nderung von unten und an die Selbstorganisation der Menschen glauben, sich zusammentun und gemeinsam nach vorne gehen. Aktivisten beweisen sich in ihrer Praxis. Und Griechenland braucht dringend handfeste, praktische Solidarit\u00e4t. Und die deutsche Regierung braucht handfesten, aktiven Widerstand. Auch dringend.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>Ich bedanke mich f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Florian Ernst Kirner alias <a href=\"http:\/\/www.prinzchaos.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Prinz Chaos II.<\/a> arbeitet als Kabarettist, Liedermacher und <a href=\"https:\/\/prinzchaos.wordpress.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Blogger<\/a>. Er ist seit seiner fr\u00fchen Jugend politisch aktiv, vor allem in den Bereichen Antifaschismus, Friedensbewegung und internationale Solidarit\u00e4t. 2013 verfasste er mit Konstantin Wecker den \u201c<a href=\"http:\/\/www.randomhouse.de\/Aufruf_zur_Revolte_Eine_Polemik_von_Konstantin_Wecker_und_Prinz_Chaos_II\/aid48077.rhd\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Aufruf zur Revolte<\/a>\u201c. Er lebt in S\u00fcdth\u00fcringen, wo er auf Schloss Weitersroda ein Kultur- und Gemeinschaftsprojekt entwickelt.<\/em><\/p>\n<p><em>Der Text wurde auf der Internetseite <a href=\"http:\/\/le-bohemien.net\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/le-bohemien.net<\/a> ver\u00f6ffentlicht. Das Gespr\u00e4ch f\u00fchrte Jens Wernicke, Mainz, Referent des Verbandsvorstandes des Deutschen Freidenker-Verbandes (<a href=\"http:\/\/www.jenswernicke.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.jenswernicke.de\/<\/a>).<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<h5>Download<\/h5>\n<p>Der Artikel kann auch als PDF-Dokument angesehen und heruntergeladen werden:<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1076\" data-permalink=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?attachment_id=1076\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"32,32\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"pdf_icon\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" class=\"alignnone size-full wp-image-1076\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?resize=32%2C32&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"32\" height=\"32\" \/>\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/freidenker-15-03-prinz-chaos-ii.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Prinz Chaos II.:\u00a0\u201eGriechische Mythen und ein Dilemma, das keines ist\u201c<\/a> (Auszug aus FREIDENKER 3-15, ca. 360 KB)<\/p>\n<hr \/>\n<p>Foto: Prinz Chaos II. als Stra\u00dfenmusiker auf dem Rudolstadt-Festival 2017<br \/>\nQuelle: https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Prinz_Chaos_II_Rudolstadt_05.jpg \/ User: Schorle<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Interview von Jens Wernicke mit Prinz Chaos II.. Aus: FREIDENKER 3-15<\/strong><br \/>\nVor einigen Tagen stimmte der Bundestag gegen die Stimmen der Linken f\u00fcr ein weiteres \u201cHilfsprogramm\u201d f\u00fcr Griechenland. Allerdings ist die Haltung einiger Bundestagslinker hierzu reichlich verwirrend. Denn sie h\u00e4tten, so sagen etwa Gregor Gysi und Katja Kipping, in Griechenland selbst schweren Herzens mit \u201cJa\u201d f\u00fcr ein Paket gestimmt, das sie voll und ganz ablehnen. Jens Wernicke sprach mit dem Kabarettisten und Liedermacher Prinz Chaos II., der sich in Griechenland selbst ein Bild gemacht hat und nun einigen Mythen in der deutschen Debatte entschieden widerspricht. So habe es beispielsweise sehr wohl einen Plan B gegeben, der Syriza aus dem Dilemma, dem sie schlie\u00dflich erlag, h\u00e4tte befreien k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":2869,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","advanced_seo_description":"","jetpack_seo_html_title":"","jetpack_seo_noindex":false,"jetpack_post_was_ever_published":false,"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[182,181,622,1018,631,630],"class_list":["post-2865","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-arbeit-soziales","tag-eu","tag-euro","tag-griechenland","tag-sparmassnahmen","tag-syriza","tag-tsipras"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Prinz_Chaos_II_Rudolstadt_800x445.jpg?fit=800%2C445&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9stpK-Kd","jetpack-related-posts":[{"id":2840,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=2840","url_meta":{"origin":2865,"position":0},"title":"Der kurze griechische Fr\u00fchling","author":"Webredaktion","date":"17. 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