{"id":2816,"date":"2017-12-16T16:51:27","date_gmt":"2017-12-16T15:51:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.freidenker.org\/?p=2816"},"modified":"2019-06-27T21:11:24","modified_gmt":"2019-06-27T19:11:24","slug":"ueber-fernwirkungen-der-oktoberrevolution","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=2816","title":{"rendered":"\u00dcber Fernwirkungen der Oktoberrevolution"},"content":{"rendered":"<p>Aus: <a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=1094\">\u201eFREIDENKER\u201c Nr. 4-17<\/a>, Dezember 2017, S. 28-32, 76. Jahrgang<\/p>\n<p>von <em><strong>Andreas Wehr<br \/>\n<\/strong><\/em><\/p>\n<pre>Rede auf der Wissenschaftlichen Konferenz \"100 Jahre Oktoberrevolution - 100 Jahre Dekret \u00fcber den Frieden\" des Deutschen Freidenker-Verbandes am 30.09.2017 in Berlin<\/pre>\n<p>Ich m\u00f6chte mit einer Frage beginnen: Brauchen wir in unserer theoretischen Diskussion einen Neuanfang?<\/p>\n<p>Meine Antwort darauf lautet: Nat\u00fcrlich brauchen wir den! Denn viele der bis 1989 bestehenden Gewissheiten sind zerstoben. Unz\u00e4hlige Annahmen haben sich als falsch erwiesen. Darunter auch so manch ehernes Gesetz, das sich mit dem Begriff der \u201eAllgemeinen Krise\u201c verbindet. Ich denke da an die folgende Aussage:<\/p>\n<p>\u201cDer Imperialismus ist au\u00dferstande, seine verlorene historische Initiative wiederzuerlangen, das Rad der Geschichte zur\u00fcckzudrehen. Die Hauptrichtung der Entwicklung der Menschheit wird vom sozialistischen Weltsystem, von der internationalen Arbeiterklasse, von allen revolution\u00e4ren Kr\u00e4ften bestimmt.\u201c (Beschluss der Internationalen Beratung der kommunistischen und Arbeiterparteien in Moskau 1969)<\/p>\n<p>Das gilt heute nat\u00fcrlich nicht mehr, wenn es denn \u00fcberhaupt jemals galt.<\/p>\n<p>Aber Neuanfang darf nicht so verstanden werden, die Geschichte des Sozialismus entwerten zu wollen, indem man an einem imagin\u00e4ren \u201eNullpunkt\u201c ganz neu beginnen will. Solche Versuche hat es nach gro\u00dfen Niederlagen der Arbeiterbewegung immer wieder gegeben. Nicht wenige suchen in der reinen Wertformanalyse des Kapitals den \u201eStein des Weisen\u201c. Nat\u00fcrlich ist es nicht falsch, sich die drei B\u00e4nde des Kapitals erneut vorzunehmen, die Theorien \u00fcber den Mehrwert und die Grundrisse dazu. All das kann nat\u00fcrlich nicht schaden.<\/p>\n<p>Doch den ber\u00fchmten \u201eStein des Weisen\u201c wird man hier nicht finden! Man wird ihn \u00fcberhaupt nicht finden. Denn es gibt nicht die Fehlinterpretation des Marxismus, die alles danach Geschehene vorherbestimmte. Es gibt nicht den einen oder anderen Gedanken bei Marx, Engels oder Lenin der missachtet oder auch nur \u00fcbersehen wurde, so dass danach alles weitere unweigerlich falsch laufen musste.<\/p>\n<p>Nein, fast 70 Jahre Sowjetunion und gut 40 Jahre Volksdemokratien in Europa haben Fakten geschaffen. Entstanden ist in dieser Zeit ein riesiger soziologischer und \u00f6konomischer Erfahrungsschatz, den wir zur Kenntnis nehmen m\u00fcssen. Er geh\u00f6rt aufgearbeitet. Und es ist eine Tatsache: Hinter die gemachten Erfahrungen kann niemand mehr zur\u00fcckgehen!<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen vielmehr begreifen, dass das Widerspr\u00fcchliche in den sozialistischen Gesellschaften, beginnend mit der Oktoberrevolution, selbst zu einer geschichtlichen Tatsache geworden ist. Die marxistische Theorie wurde zwar als Anleitung benutzt. Sie hatte sich zu bew\u00e4hren. Sie hatte ihren Praxistest zu bestehen. Und \u2013 und darauf kommt es mir hier besonders an \u2013 sie konnte dabei aber selbst nicht unver\u00e4ndert bleiben. Die marxistische Theorie wurde konkret, indem sie immer wieder neu interpretiert, indem sie fortlaufend erg\u00e4nzt wurde. Dabei trat viel Neues hinzu, Unvorhergesehenes, \u00dcberraschendes. Anderes wurde verworfen, als untauglich erkannt. W\u00fcrde man dies leugnen, w\u00fcrde man zugleich den dialektischen Geschichtsverlauf leugnen.<\/p>\n<p>Und diese 1917 begonnene geschichtliche Etappe ist auch heute noch nicht zu Ende! Die Sowjetunion und auch die DDR gibt es zwar nicht mehr. Aber es gibt weiterhin L\u00e4nder, deren f\u00fchrende Kr\u00e4fte sich weiterhin auf den Roten Oktober berufen. Es gibt L\u00e4nder, die sich als sozialistische Staaten verstehen. So China, Kuba, Vietnam und einige weitere Staaten, ich denke da an Lateinamerika. Das hei\u00dft: Der Schatz an sozialistischen Erfahrungen w\u00e4chst auch heute noch weiter an.<\/p>\n<p>Aber das ist noch nicht alles: Auch jene L\u00e4nder, die sich vom sozialistischen Weg abgewandt haben, bleiben in vielen Aspekten von ihrer Vergangenheit bestimmt. Das gilt sowohl f\u00fcr das heutige Russland, f\u00fcr die \u00fcbrigen Nachfolgestaaten der Sowjetunion als auch f\u00fcr die europ\u00e4ischen, ehemals sozialistischen L\u00e4nder. Auch die DDR ist nicht aus den K\u00f6pfen verschwunden. Das gesellschaftliche Bewusstsein der Einwohner der f\u00fcnfeinhalb neuen Bundesl\u00e4nder ist weiterhin ein anderes als das in der alten Bundesrepublik. Und es sieht ganz so aus, dass diese Besonderheit auch in der n\u00e4chsten Generation erhalten bleibt.<\/p>\n<p>All das geh\u00f6rt zu den \u201eFernwirkungen der Oktoberrevolution\u201c, zu den Echowellen, die weiterhin von ihr ausgehen, und die sich heute sogar wieder verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>Wie haben wir vor diesem Hintergrund die heutige Weltlage zu beurteilen?<\/p>\n<p>Diese Fernwirkungen sind auch in den internationalen Beziehungen zu sp\u00fcren. Es ist eine Tatsache, dass es nach dem Ende des europ\u00e4ischen Sozialismus nicht zu einer vollst\u00e4ndigen Beherrschung der Welt durch den US-gef\u00fchrten Imperialismus gekommen ist. Und das ist vor allem das Verdienst Russlands und Chinas, einem fr\u00fcheren bzw. einem weiterhin am Sozialismus festhaltenden Land.<\/p>\n<p>Man muss schon sehr kurzsichtig sein, wenn man nicht zu erkennen vermag, dass sich diese beiden L\u00e4nder st\u00e4ndig und mit einigem Erfolg f\u00fcr eine Demokratisierung der internationalen Beziehungen einsetzen und f\u00fcr eine multipolare Weltordnung streiten.<\/p>\n<p>Russland und China wandten sich gegen alle imperialistischen Abenteuer der Neuzeit. Ich frage hier: Wer ist denn f\u00fcr die Kriege, f\u00fcr Not und Flucht in der Welt verantwortlich? Wer hat den Irak gleich zweimal angegriffen, wer Libyen \u00fcberfallen und wer f\u00fchrt heute Krieg gegen den Jemen? Wer destabilisiert seit Jahren Syrien und interveniert ungeniert milit\u00e4risch gleich in mehreren Staaten Afrikas. Und wer droht heute Nordkorea offen mit Krieg? Diese Liste lie\u00dfe sich verl\u00e4ngern. In jedem dieser Konflikte sind es die westlichen NATO-Staaten, zusammen mit ihren jeweiligen Verb\u00fcndeten, die die Verantwortung tragen. Und ihnen stehen vor allem Russland und China entgegen.<\/p>\n<p>Es war daher einfach nur dumm, dass nahezu die gesamte Linke &#8211; ob nun sozialistisch oder kommunistisch &#8211; aus Anlass der Proteste gegen die G20 in Hamburg nicht nur gegen Trump und Erdogan sondern auch gegen Putin und Xi Jinping demonstrierte! Damit wurden T\u00e4ter und Opfer gleichgesetzt! Das war ein Tiefpunkt linker Analysef\u00e4higkeit! Ich bin dem fr\u00fcheren Botschafter der DDR in China, Rolf Berthold, daher dankbar, dass er die chinesische Staatsf\u00fchrung gegen diese Angriffe der G20-Demonstranten verteidigt hat!<\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht, ob es Ihnen und Euch auch so geht? H\u00f6re ich Wladimir Putin \u00fcber internationale Fragen sprechen, so muss ich mich immer wieder erst selbst daran erinnern, dass hier nicht der Generalsekret\u00e4r der KPdSU sondern der Pr\u00e4sident der Russischen F\u00f6deration spricht. Und analysiert der russische Au\u00dfenminister Sergei Lawrow die Weltlage, so kann ich mir nicht vorstellen, dass ein sowjetischer Au\u00dfenminister \u2013 g\u00e4be es ihn noch \u2013 es heute viel anders machen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte hier nicht missverstanden werden: Diese \u00c4hnlichkeit zwischen Sowjetunion und Russland bezieht sich auf die Au\u00dfenpolitik. Die russische \u00d6konomie wird ja leider von raffgierigen Oligarchen bestimmt. Und die russisch-orthodoxe Kirche vergiftet mit ihrer reaktion\u00e4ren Ideologie gro\u00dfe Teile des gesellschaftlichen Lebens dort. Und doch sollte man auch hier genau hinsehen: Das heutige Russland unter Putin unterscheidet sich erheblich von dem unter Jelzin. Es ist Putin gelungen, den Ausverkauf des Landes zu stoppen und die Staatlichkeit wieder aufzurichten. Sehr zum \u00c4rger der imperialistischen Kreise! Die US-amerikanischen Berater gehen schon lange nicht mehr im Kreml ein und aus.<\/p>\n<p>Im Westen spricht man wieder offen von einer R\u00fcckkehr des Kalten Krieges. Doch ist er wirklich zur\u00fcckgekehrt? Oder ist es nicht vielmehr so, dass er niemals verschwunden ist? Hier haben wir es also nicht nur mit einer \u201eFernwirkung\u201c, sondern vielmehr mit einem seit 1917 andauernden \u2013 unterbrochen nur von kurzen Phasen der Entspannung\u2013 Kalten Krieg zu tun. Und immer ging und geht es darum, L\u00e4nder, die aus der imperialistischen \u201eOrdnung\u201c auszubrechen wagen, in diese \u201eOrdnung\u201c zur\u00fcck zu zwingen.<\/p>\n<p>Wir sind also noch immer mitten drin im \u201eRingen f\u00fcr Frieden statt Konfrontation mit Russland\u201c. In bin daher den Veranstaltern dankbar, dass sie im Titel der heutigen Konferenz die Formulierung \u201e100 Jahre Dekret f\u00fcr den Frieden\u201c gleichberechtigt mit \u201e100 Jahre Oktoberrevolution\u201c aufgenommen haben! Denn darum geht es jetzt genauso wie vor 100 Jahren: Um den Kampf f\u00fcr den Frieden! Ganz konkret heute in Korea, in Syrien und im Jemen.<\/p>\n<p>Diese erstaunliche \u00c4hnlichkeit der Situation von heute mit der Lage vor 30, 50 oder 100 Jahren verr\u00e4t uns manches \u00fcber die Oktoberrevolution.<\/p>\n<p>So dr\u00e4ngt sich die Frage auf: Was war eigentlich der \u201eRote Oktober\u201c? War es ein Sieg der Arbeiterklasse? Daran bestanden von Beginn an Zweifel, denn in Lenins Revolutionstheorie standen die Bauern bzw. die einfachen vom Land stammenden Soldaten im Mittelpunkt. Rosa Luxemburgs Kritik an der Verteilung des Bodens an die Bauern war in der Sache richtig, historisch aber falsch, denn Lenin wusste zu gut, dass er nur im B\u00fcndnis mit ihnen erfolgreich sein konnte.<\/p>\n<p>Zu fragen ist weiter: War der Rote Oktober der Auftakt f\u00fcr die Weltrevolution? Diese Hoffnung war sp\u00e4testens 1922 mit der Niederlage der Revolution im Westen nicht mehr aufrecht zu halten. Die Beschw\u00f6rung der Weltrevolution blieb dennoch lange im theoretischen Arsenal der Bolschewiki. Dies war aber nicht ihre beste Tradition. Und Ihr Anwalt hei\u00dft bis heute Leo Trotzki.<\/p>\n<p>Der italienische Philosoph und Historiker Domenico Losurdo hat uns einen Hinweis gegeben, wie wir die Oktoberrevolution zu bewerten haben. Ich m\u00f6chte dazu aus seinem Buch <em>Stalin \u2013 Geschichte und Kritik einer schwarzen Legende<\/em> zitieren. \u00dcber den Vorabend der Revolution hei\u00dft es da: \u201eDie Entente versuchte, das Land mit allen Mitteln zu zwingen, weiter zu k\u00e4mpfen und sich auszubluten, und zielte gewisserma\u00dfen \u2013 hier zitiert Losurdo Stalin &#8211; auf die \u1ffeVerwandlung Russlands in eine Kolonie Englands, Amerikas und Frankreichs\u1ffe ab; schlimmer noch, sie f\u00fchrte sich in Russland auf, als w\u00e4re sie \u1ffein Zentralafrika.\u1ffe Im Gegensatz dazu f\u00f6rderte die durchzuf\u00fchrende Revolution nicht nur die Emanzipation der Volksklassen, sondern machte die Bahn frei f\u00fcr die wirkliche Befreiung Russlands.\u201c<\/p>\n<p>Das hei\u00dft nichts anderes: Die Oktoberrevolution war auch und vor allem eine nationale Revolution! Denn ohne sie w\u00e4re das Land unter der Last des m\u00f6rderischen Weltkriegs zusammengebrochen, w\u00e4re es zum Spielball der imperialistischen M\u00e4chte des Westens geworden.<\/p>\n<p>Das hier \u00fcber Russland Gesagte gilt erst Recht f\u00fcr China! Nur die chinesische Revolution konnte das Riesenreich retten!<\/p>\n<p>Ich zitiere noch einmal Domenico Losurdo. Jetzt \u00fcber China aus seinem Buch <em>Flucht aus der Geschichte? Die russische und die chinesische Revolution heute<\/em>: \u201eDer Marxismus-Leninismus ist die nach langer Suche endlich gefundene Wahrheit der ideologischen Waffe, die in der Lage ist, den Sieg der nationalen Revolution in China zu gew\u00e4hrleisten und das Land dahin zu bringen, die halbfeudalen und halbkolonialen Verh\u00e4ltnisse zu \u00fcberwinden. Diese Suche hatte schon mit den Opiumkriegen begonnen, noch vor der Entstehung des Marxismus-Leninismus, ja noch vor dem Marxismus \u00fcberhaupt: 1840 war Marx noch ein junger Student. Es ist nicht der Marxismus, der die Revolution in China hervorruft, sondern der hundertj\u00e4hrige Widerstand des chinesischen Volkes, das nach m\u00fchsamer Suche sein volles Selbstbewusstsein in der Ideologie findet, die die Revolution zum Sieg f\u00fchrt.\u201c<\/p>\n<p>Nicht anders sind auch die Revolutionen in Korea, Vietnam und Kuba zu verstehen. \u201eVaterland oder Tod\u201c lautet bekanntlich die Parole der kubanischen Revolution\u00e4re. Und die sozialistischen Kr\u00e4fte in Venezuela wollen heute das Werk von Simon Bolivar, des Befreiers Lateinamerikas vom Anfang des 19. Jahrhunderts, vollenden.<\/p>\n<p>Mao Tsetung hat die Erfahrungen der chinesischen Revolution wie folgt verallgemeinert: \u201eDie universalen Wahrheiten des Marxismus m\u00fcssen durch die konkreten Bedingungen der verschiedenen L\u00e4nder vervollst\u00e4ndigt werden, und es gibt eine Einheit zwischen Internationalismus und Patriotismus.\u201c<\/p>\n<p>Wer daher heute von links die Politik der chinesischen KP kritisiert, da sie angeblich \u201enur\u201c den Aufstieg der eigenen Nation und nicht die Verwirklichung des Sozialismus in den Mittelpunkt stelle, zeigt nur, dass er von der chinesischen Revolution nichts verstanden hat. Wer so argumentiert, vergisst den engen Zusammenhang zwischen nationaler und sozialer Revolution.<\/p>\n<p>Nun wird dem heutigen China von verschiedener Seite vorgeworfen, gar kein sozialistisches Land mehr zu sein. Als Beweise werden die Existenz eines gro\u00dfen privaten Wirtschaftssektors und die Entstehung einer Schicht von neuen Reichen, ja sogar Superreichen vorgeworfen. Dabei wird allerdings \u00fcbersehen, dass diese Beg\u00fcterten zwar ihren Reichtum oft protzig zur Schau stellen, aber kaum \u00fcber gesellschaftlichen Einfluss verf\u00fcgen. Um China als kapitalistisch oder gar als imperialistisch bewerten zu k\u00f6nnen, m\u00fcsste es aber von einer Bourgeoisie gef\u00fchrt werden. Das ist nicht der Fall!<\/p>\n<p>Richtig ist, dass in diesem Riesenreich seit Jahrzehnten mit verschiedenen Formen sozialistischer Marktwirtschaft experimentiert wird. Wer aber bereits darin einen Beweis f\u00fcr den kapitalistischen Charakter des Landes sieht, sollte dringend seine eigene Vorstellung von Sozialismus \u00fcberpr\u00fcfen. Man kann ihn n\u00e4mlich schon lange nicht mehr mit Vollvergesellschaftung und strikter Planung gleichsetzen. In diesem Zusammenhang m\u00f6chte ich auf die ausgezeichnete Brosch\u00fcre <em>Die chinesische Mauer oder wie kapitalistisch ist die Volksrepublik China?<\/em> von Hans G\u00fcnter Szalkiewicz verweisen. Der Freidenker konnte sie noch kurz vor seinem Tod vollenden.<\/p>\n<p>Beim Blick auf den Roten Oktober als auch auf die chinesische Revolution m\u00fcssen wir uns davon freimachen, in ihnen den ganz gro\u00dfen Sprung zu einer neuen Menschheit sehen zu wollen! Wir m\u00fcssen endlich all diese eschatologischen und mystischen Vorstellungen ablegen, die lange Zeit mit ihnen verkn\u00fcpft wurden. Die V\u00f6lker Russlands 1917 und Chinas 1949 haben mit ihren Revolutionen Antworten auf existenzielle Fragen ihrer Nationen gegeben. Nicht mehr aber auch nicht weniger! Es w\u00e4re ein gro\u00dfes Missverst\u00e4ndnis, verlangte man von ihnen, stellvertretend f\u00fcr die Menschheit deren gro\u00dfe Tr\u00e4ume von einer endlich gerechten Welt zu erf\u00fcllen. Und schon gar nichts schulden sie etwas einer westlichen Linken, die ihre eigenen Revolutionen nicht zustande gebracht hat!<\/p>\n<p>Erst mit einem solch n\u00fcchternen Blick auf die gro\u00dfen Revolutionen k\u00f6nnen wir heute ihre positiven \u201eFernwirkungen\u201c erkennen. Heute helfen sie uns, den Kampf um die Bewahrung des Friedens zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Andreas Wehr ist Leiter des Marx-Engels-Zentrums Berlin sowie Mitglied des Deutschen Freidenker-Verbandes und seines Beirats<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<h5>Download<\/h5>\n<p>Der Artikel kann auch als PDF-Dokument angesehen und heruntergeladen werden:<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1076\" data-permalink=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?attachment_id=1076\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"32,32\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"pdf_icon\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" class=\"alignnone size-full wp-image-1076\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?resize=32%2C32&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"32\" height=\"32\" \/> <a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Freidenker_2017-04_Wehr-FernwirkungenDerOktoberrevolution.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Andreas Wehr:\u00a0\u00dcber Fernwirkungen der Oktoberrevolution<\/a> (Auszug aus FREIDENKER 4-17, ca. 450 KB)<\/p>\n<hr \/>\n<p>Bild oben: TheDigitalArtist<br \/>\nQuelle: https:\/\/pixabay.com\/de\/sowjetunion-nation-udssr-flagge-2704166\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Beitrag von Andreas Wehr aus: FREIDENKER 4-17<\/strong><br \/>\nWir m\u00fcssen begreifen, dass das Widerspr\u00fcchliche in den sozialistischen Gesellschaften, beginnend mit der Oktoberrevolution, selbst zu einer geschichtlichen Tatsache geworden ist. 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W\u00fcrde man dies leugnen, w\u00fcrde man zugleich den dialektischen Geschichtsverlauf leugnen.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":2821,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","advanced_seo_description":"","jetpack_seo_html_title":"","jetpack_seo_noindex":false,"jetpack_post_was_ever_published":false,"footnotes":""},"categories":[1162,16],"tags":[413,491,392,135,138,222,430,193],"class_list":["post-2816","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geschichte","category-weltanschauung-philosophie","tag-china","tag-geschichte","tag-kuba","tag-oktoberrevolution","tag-revolution","tag-russland","tag-sowjetunion","tag-vietnam"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/soviet-union-2704166_800x445.jpg?fit=800%2C445&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9stpK-Jq","jetpack-related-posts":[{"id":1206,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=1206","url_meta":{"origin":2816,"position":0},"title":"Freidenker-Brief 3-2017: 100 Jahre Oktoberrevolution","author":"Webredaktion","date":"30. 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