{"id":24703,"date":"2026-03-24T18:01:58","date_gmt":"2026-03-24T17:01:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=24703"},"modified":"2026-04-24T02:19:27","modified_gmt":"2026-04-24T00:19:27","slug":"die-schwierigen-deutsch-chinesischen-beziehungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=24703","title":{"rendered":"Die schwierigen deutsch-chinesischen Beziehungen"},"content":{"rendered":"<h4><strong>Nach dem Besuch des deutschen Bundeskanzlers in Beijing<\/strong><\/h4>\n<p><em>von <strong>Wolfram Elsner<\/strong><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Aus:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=24644\">\u201eFREIDENKER\u201c Nr. 1-26<\/a>, M\u00e4rz 2026, S. 33-37, 85. Jahrgang<\/span><\/p>\n<h5><strong>Westliche Besuchswelle in Beijing<\/strong><\/h5>\n<p>Er war einer der letzten Vertreter eines gr\u00f6\u00dferen westlichen Landes, die Beijing zwischen 2025 und 2026 besuchten. Und er brauchte ein gutes Jahr nach Bildung seiner Regierung, um diesen Besuch durchzuf\u00fchren. Nun endlich besuchte auch der deutsche Bundeskanzler Merz China.<\/p>\n<p>Kanadas Premier Carney hatte im Januar den Standard gesetzt: Mehrere Tage au\u00dferordentlich erfolgreichen Verhandelns in Beijing mit relativer Offenheit und offenbar einem Plan f\u00fcr Win-Win. Und er fuhr wieder nach Hause mit einem gro\u00dfen Paket f\u00fcr Austausch und Kooperation, mit Handels- und Investitionsabkommen und sogar Ver\u00adeinbarungen f\u00fcr Kulturaustausch und Mensch-zu-Mensch Begegnungen. Mit er\u00adheblichen Gewinnen f\u00fcr beide L\u00e4nder. So k\u00f6nnte es gehen. Italiens Meloni war sogar schon 2024 da, Frankreichs Macron im De\u00adzember 2025 und Gro\u00dfbritanniens Starmer folgte Carney auf dem Fu\u00dfe. Alle verhan\u00addelten beachtliche \u201ePakete\u201c.<\/p>\n<h5><strong>Massive geopolitische Motive<\/strong><\/h5>\n<p>Und sie alle waren und sind motiviert durch die neuen geo\u00f6konomischen und geopoliti\u00adschen Bedingungen, die sich f\u00fcr die west\u00adlichen L\u00e4nder verschlechtert haben, sowohl durch den globalen Wandel zu Multipolarit\u00e4t als auch im Verh\u00e4ltnis zu den USA. Das Verh\u00e4ltnis zu China musste also neu justiert werden.<\/p>\n<p>Auch Deutschlands Verh\u00e4ltnis zu China musste angepasst werden. In Berlin lie\u00df man sich allerdings Zeit, und gab stattdessen erstmal den gro\u00dfen China-Kritiker in den letzten Monaten und Wochen, mit Vor\u00adw\u00fcrfen, Forderungen und feindlichem statt kooperativem Denken. Und das, obwohl Deutschland, der \u201ekranke Mann\u201c der EU (und der OECD), mehr Grund hatte, hier konstruktiv zu wirken als manch andere.<\/p>\n<p>Deutschland hat an internationaler Wett\u00adbewerbsf\u00e4higkeit verloren und ist im Sozial\u00adprodukt per Kaufkraft von Platz drei auf Platz f\u00fcnf abgerutscht (nun hinter Indien und Russland). Das Wachstum der letzten Jahre war im Durchschnitt praktisch null und inl\u00e4ndische Investitionen gehen zugunsten von Auslandsinvestitionen zur\u00fcck.<\/p>\n<h5><strong>Von der Leyens St\u00f6rfeuer<\/strong><\/h5>\n<p>VdL steuerte die EU noch einmal verst\u00e4rkt in Richtungen, die den typischen vdL-China\u00adbashing-Stempel tragen; zeitgleich mit dem Merz-Besuch haute sie weitere Pfl\u00f6cke der Entkopplung ein: chinesische Unterneh\u00admen weiter aus EU-weiten IT-Investitionen zu verbannen (w\u00e4hrend Siemens u.a. west\u00adliche Unternehmen in China tief in den Ausbau der IT-Netze involviert sind), chinesische Forschung weiter aus der EU-Forschungs\u00adlandschaft hinauszudr\u00e4ngen sowie eine er\u00adneute Kampagne zu lancieren \u00fcber die \u201eSpionage\u201c durch chinesische E-Autos und E-Busse (wie sie technisch m\u00f6glich sein soll, fragen sogar staatstreue Medien).<\/p>\n<p>Weitere Schutzz\u00f6lle sollen hochgefahren werden, und chinesische Investitionen der EU, und in Deutschland, werden weiterhin nach dem vdL-Habeck \u201eScreening\u201c-Verfah\u00adren verboten.<\/p>\n<p>Auch hatte man in letzter Zeit noch eine Reihe von Freihandelsabkommen forciert (Mercosur, Indien, Australien u.a.). Es w\u00e4re allerdings ein Missverst\u00e4ndnis der tats\u00e4ch\u00adlichen Strukturen der internationalen Pro\u00adduktivit\u00e4tsverh\u00e4ltnisse und Wertsch\u00f6pfungs\u00adketten, wollte man dies nutzen f\u00fcr ein Power-Play in Beijing. W\u00e4hrend man gleichzeitig etwa US-Au\u00dfenminister Rubio f\u00fcr seine neo-hegemoniale Rede in M\u00fcnchen stehende Ovationen spendet und hier offenbar wieder gerne teilhaben und den Anschluss an ein NeoCon-Washington zur\u00fcckerlangen m\u00f6ch\u00adte.<\/p>\n<p>So \u201eeingerahmt\u201c h\u00e4tte der Merz Besuch schnell ein \u201eleerer\u201c Besuch werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h5><strong>Merz schafft Wende in letzter Minute<\/strong><\/h5>\n<p>In Deutschland war dementsprechend vor der Reise nicht viel zu h\u00f6ren von einer Debatte \u00fcber eine positive China-Strategie. Die deutsche politische Szene, einschlie\u00dflich Merz selbst, schien ja bis vor kurzem mental noch in der Welt des \u201eEntkoppelns\u201c gefangen zu sein, der Ablehnung eines wirklichen Engagements mit China. Immerhin wurde Merz von der gr\u00f6\u00dften Delegation von Unternehmensvertretern jemals (30!) be\u00adgleitet. Die zumindest d\u00fcrften gewusst haben, um was es ihnen geht, und d\u00fcrften ihm sp\u00e4testens im Flieger nach Beijing noch eine Orientierung gegeben haben.<\/p>\n<p>Nun begegnete man sich in Beijing also pl\u00f6tzlich auf Samtpf\u00f6tchen. Merz schien Kreide gefressen zu haben, und die chine\u00adsische Charme-Offensive schien zu wirken.<\/p>\n<p>Keine Probleme \u00f6ffentlich thematisieren, das Positive, die Chancen und Potentiale der Kooperation, die Zukunft in den Vordergrund stellen, diese Taktik beider Seiten hat gewirkt. Und sogar einige reale Ergebnisse gebracht.<\/p>\n<p>Man darf Merz pers\u00f6nlich abnehmen, dass er \u00fcberrascht und beeindruckt war von dem, was er in China zu sehen bekam. Immerhin war in den kurzen eineinhalb Tagen \u2013 von Berlin aus erstmal bewusst knapp angesetzt und in Beijing wenige Tage vor den wichtigen \u201eZwei Sitzungen\u201c auch durchaus so knapp gew\u00fcnscht \u2013 noch Zeit f\u00fcr Firmenbesuche. Die Robotert\u00e4nze bei <em>unitree<\/em> haben ihn sichtlich beeindruckt. Merz hat aber auch schlicht das erfahren, was jeder \u201eWessie\u201c, der China zum ersten Mal besucht, erf\u00e4hrt: Hi-Tech, eine neue Art von St\u00e4dten, eine beeindruckende Lebensumwelt und ein \u00fcberw\u00e4ltigendes soziales Klima im zwischenmenschlichen Umgang. Merz wurde geradezu \u00fcberschw\u00e4nglich und sprach sogar von guten pers\u00f6nlichen Beziehungen zu Premier Li und Pr\u00e4sident Xi.<\/p>\n<p>Erstaunlicherweise begleiteten auch die deutschen Mainstreammedien die Wende des Kanzlers und berichten freundlich. Und lassen auch wieder beteiligte Konzernbosse zu Wort kommen, die u.a. klarmachen, das Entkopplung f\u00fcr sie nicht infrage kommt. Merz kn\u00fcpfe wieder an Merkel an, wurde gesagt. Baerbock-Scholz-Wadephul-P\u00f6belei\u00aden sind erstmal vergessen. (Die Gr\u00fcnen hatten ja in bekannter Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung noch versucht, Merz f\u00fcr seine Reise aufzuhetzen.) Auch eine Medienwende innerhalb von weni\u00adgen Tagen. Vielleicht genie\u00dfen manche dort auch erstmal ein bisschen Entspannung. Lange anhalten wird das sicher nicht.<\/p>\n<p>In China wurde immerhin, zu Recht, eine R\u00fcckkehr zu Pragmatismus und Rationalit\u00e4t der deutschen Politik konstatiert.<\/p>\n<h5><strong>Substantielle Ergebnisse<\/strong><\/h5>\n<p>Der konstruktive Inhalt folgte tats\u00e4chlich der freundlichen Form: Die \u201eumfassende strategi\u00adsche Partnerschaft\u201c soll \u201ein einem offenen Dialog\u201c \u201eauf Augenh\u00f6he\u201c vertieft werden. China bestellt 120 Airbus A320 Flieger, die \u00fcbrigens in den erst im letzten Oktober ausgeweiteten Produktionsst\u00e4tten in Tianjin mit erheblichen chinesischen Zulieferanteilen hergestellt werden (Achtung Spionage- und Absturzgefahr!). Es \u00f6ffnet sich zudem nun f\u00fcr deutsche \u00dcberkapazit\u00e4ten in Sachen Schwei\u00adne- und H\u00fchnerfleisch. Der deutsche Land\u00adwirtschaftsminister wird bald nach Beijing reisen und, wie Merz angek\u00fcndigt hat, wie\u00adtere MinisterInnen ebenfalls. Merz bekr\u00e4ftigte die Ein-China-Politik, der sog. Transforma\u00adtions- und Klimadialog wird wieder auf\u00adgenommen, und vor allem die regelm\u00e4\u00dfigen Regierungskonsultationen, die 2023 einge\u00adstellt worden waren. Die erste Konsultation soll schon Ende dieses Jahrs stattfinden.<\/p>\n<p>Vor allem an diesem Fakt kommt man nicht mehr vorbei, das ist strategisch relevant, und diese Form wird hoffentlich den Inhalt der k\u00fcnftigen deutsch-chinesischen Beziehungen positiv beeinflussen.<\/p>\n<h5><strong>Strukturelle Probleme weiterhin unbearbeitet<\/strong><\/h5>\n<p>Aber die wesentlichen strukturellen Probleme wurden beim Merz-Besuch, wenn auch vorsichtig angesprochen, so doch nicht be\u00adhandelt. Und die deutschen, EU- und westlichen Politik- und Medien-Narrative bleiben weiter an der Oberfl\u00e4che, und falsch: \u201e\u00dcberkapazit\u00e4ten\u201c, \u201eStaatssubventionen\u201c, \u201ePreisdumping\u201c usw. Worum es bei solchen Narrativen wirklich geht, haben wir an anderen Stellen fr\u00fcher schon analysiert.<\/p>\n<p>Deutschland krankt. An vielem. Der jahr\u00adzehntelange Vorteil f\u00fcr Deutschlands Industrie- und Exportmaschine seit dem Zweiten Weltkrieg, die eurasische Koope\u00adration und die billigen und verl\u00e4sslichen Energielieferungen Russlands (im Austausch gegen industrielle Exporte Deutschlands in den unendlichen russischen Markt), wurden im Zuge der Scholz\u2018schen Zeitenwende ge\u00adzielt geopolitisch zerst\u00f6rt. Energieintensive Produktionen sind in Deutschland heute angesichts der enorm erh\u00f6hten Energiepreise praktisch nicht mehr m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Viele Bereiche, von Produktivit\u00e4tsentwick\u00adlung bis Bildung, sind international zu\u00adr\u00fcckgefallen.<\/p>\n<p>Es bleibt also viel zu tun, auch nach diesem Besuch. Aber zu strategischer Entwicklungs\u00adplanung und Industriepolitik ist der neo\u00adliberale finanzialisierte Kapitalismus seit Jahrzehnten nicht mehr in der Lage. Er kann nur noch b\u00fcrokratisch handeln: Schutzz\u00f6lle, Investitionsverbote f\u00fcr chinesische Unter\u00adnehmen usw. Da n\u00fctzt auch das Beschw\u00f6ren von \u201eAugenh\u00f6he\u201c mit Beijing nichts. Diese Augenh\u00f6he ist real, real\u00f6konomisch und entwicklungsstrategisch nicht (mehr) vorhan\u00adden.<\/p>\n<h5><strong>\u201eDe-Risking\u201c der deutschen Industrie: Abstimmung mit den F\u00fc\u00dfen<\/strong><\/h5>\n<p>Deutsche Unternehmen, bis hinunter zu mittelst\u00e4ndischen Unternehmen, inklusive der vielzitierten deutschen \u201eHidden Cham\u00adpions\u201c, die es ja immer noch gibt, haben dagegen einen Plan, einen f\u00fcrs eigene \u00dcber\u00adleben. Sie investieren nun mehr im Ausland als zu Hause, und investieren Rekordbetr\u00e4ge namentlich in China. Entgegen den medialen und politischen Forderungen nach \u201eDe-Coupling\u201c und \u201eFriendshoring\u201c. Insoweit ist Deutschland ein gespaltenes Land, gespalten zwischen einer Unternehmens\u00f6konomie einerseits und den Medien, Politikern und meisten politischen Parteien andererseits.<\/p>\n<p>Die Unternehmen sagen: T-I-N-A, \u201ethere is no alternative\u201c (Thatcher)! Wenn wir nicht unsere eigene internationale Wettbewerbs\u00adf\u00e4higkeit verlieren wollen, m\u00fcssen wir in China pr\u00e4sent sein, und zwar nicht nur mit Produktion, sondern vor allem mit Forschung und Entwicklung (F&amp;E). So bauen sie neben zahlreichen Produktionsst\u00e4tten auch zahl\u00adreiche F&amp;E-Zentren auf. Und sie streben nach strategischen Kooperationen mit chinesischen Unternehmen.<\/p>\n<p>Somit produzieren sie aber nun nicht mehr nur \u201ein China f\u00fcr China\u201c, sondern \u201eaus China f\u00fcr die Welt\u201c. Sie sind von dort nun Wettbewerber ihrer eigenen heimischen Produktionsst\u00e4tten geworden, und das auch nicht mehr nur auf Drittm\u00e4rkten, sondern zunehmend auch im Heimatmarkt. Ein Gutteil der deutschen Importe aus China sind Exporte deutscher Unternehmen (oder Joint Ventures) aus China nach Deutschland. Und deutsche Unternehmen verdienen in China gut, mit mehreren Milliarden \u00dcberschuss nach T\u00e4tigung von Ersatz- und Nettoinvesti\u00adtionen. Solche Netto\u00fcbersch\u00fcsse werden meist nach Hause transferiert und helfen durchaus auch, hier die Staatskassen zu f\u00fcllen.<\/p>\n<p>China ist ein \u201eKraftraum\u201c f\u00fcr die deutsche Industrie und ihre technologische Ent\u00adwicklung geworden. Sie profitiert in China von den vollst\u00e4ndigen Wertsch\u00f6pfungsketten (WSK), den reichhaltigen regionalen Clustern, der \u00fcppigen Zuliefererszene mit ihren zahlreichen \u201eUnicorns\u201c, von der hohen Qualifikation der Arbeitskr\u00e4fte, den schnellen und effizienten Informationsfl\u00fcssen, einer effizienten Bankenfinanzierung, der g\u00fcnsti\u00adgen und verl\u00e4sslichen Energieversorgung, den effizienten und kostenlosen Infrastrukturen und den effektiven und leicht zug\u00e4nglichen privaten und \u00f6ffentlichen Dienstleistungen.<\/p>\n<p>Aber deutsche Unternehmensf\u00fchrer, die immer \u201edas gro\u00dfe Sorgen\u201c hatten, sind heute deutlich weniger in deutschen Medien vertreten, soweit es ihr Engagement in China betrifft. Sie haben kaum noch Gelegenheit, ihre Gr\u00fcnde zu erl\u00e4utern. Sie wurden oft genug daf\u00fcr \u201egebasht\u201c. Sie scheinen dazu in Deutschland inzwischen zu schweigen und ihre Strategie eher still zu verfolgen.<\/p>\n<p>So stimmen deutsche Unternehmen also mit den F\u00fcssen ab. Sie sorgen daf\u00fcr, dass sie unabh\u00e4ngig sind von m\u00f6glichen Sanktionen der USA und\/oder der EU, durch vollst\u00e4n\u00addige WSK in China. Die deutschen \u201eFirst-Tier\u201c-System-Zulieferer gehen mit und investieren ebenfalls in Produktion und F&amp;E. \u201eSecond-Tier\u201c-Zulieferer d\u00fcrfen mitkommen, anderenfalls werden die WSK mit chine\u00adsischen Zulieferern komplettiert. Eine autarke deutsche Unternehmens\u00f6konomie in China. Ein De-Coupling der eigenen Art, wie man sie sich in westlichen politischen Kreisen nicht vorgestellt hatte.<\/p>\n<h5><strong>Handelsungleichgewicht und gescheitertes \u201eFriendshoring\u201c<\/strong><\/h5>\n<p>Kein Wunder also auch, dass deutsche Exporte nach China leiden; sie werden durch Produktion in China ersetzt. Und dass die Importe aus China steigen, da sie auch Exporte deutscher Joint Ventures in China beinhalten. Ein strukturelles Problem, das nur durch strategische Kooperation gel\u00f6st werden k\u00f6nnte. Von einer F\u00e4higkeit oder Bereitschaft, solche Probleme zu sehen und zu l\u00f6sen, ist weder in Br\u00fcssel noch in Berlin bisher etwas zu bemerken.<\/p>\n<p>Zwischenzeitlich hat sich Deutschland aus Anlass des Ukraine-Konflikts ja auf eine Umstellung auf Kriegswirtschaft festgelegt. Berlin hat die geopolitischen Priorit\u00e4ten gesetzt und ist mental damit besetzt. In\u00addustriepolitik ist fast nur noch R\u00fcstungs\u00adpolitik. Bleibt da noch Raum f\u00fcr eine konstruktive, kooperative China-Strategie?<\/p>\n<p>Und auch wenn die politischen Parteien des Westens ihre Firmen zum \u201eFriendshoring\u201c und zur Verlagerung von Produktion nach, sagen wir, Indien oder Vietnam zwingen, die Produktivit\u00e4tsverh\u00e4ltnisse lassen sich nicht einfach per politischem Wunschdenken umbiegen. Wenn Indien oder Vietnam mehr Produktion von China \u00fcbernehmen, sehen wir sofort an den Statistiken, dass deren Importe von Zulieferteilen aus China pro\u00adportional steigen.<\/p>\n<h5><strong>Deutschland Partner der Neuen Seidenstra\u00dfen?<\/strong><\/h5>\n<p>Die Probleme sind strukturell, gravierend, und L\u00f6sungen nicht in Sicht. Da kann schnell wieder Frust aufkommen und die Charme-Reserve des Merz-Besuchs schnell wieder aufgebraucht sein. Strukturelle L\u00f6sungen aber sind potenziell unendlich vorhanden.<\/p>\n<p>Wollte man an den wachsenden M\u00e4rkten der Welt teilhaben, sollte man sich als Nation in den Kraftraum der Welt begeben und eine deutsche Mitgliedschaft in der Belt-and-Road Initiative mit ihren mehr als 150 Partner\u00adl\u00e4ndern anstreben. Aber von so etwas sind wir wohl noch einige (Licht-)Jahre entfernt. Da m\u00fcssten erst neue Politikergenerationen heranwachsen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Prof. Dr. Wolfram Elsner lehrte an der Fakult\u00e4t f\u00fcr Wirtschaftswissenschaft <a href=\"mailto:welsner@uni-bremen.de\">der<\/a> Universit\u00e4t Bremen<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<h5>Download<\/h5>\n<p>Der Artikel kann auch als illustriertes PDF-Dokument angesehen und heruntergeladen werden:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1076\" data-permalink=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?attachment_id=1076\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"32,32\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"pdf_icon\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" class=\"alignnone size-full wp-image-1076\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?resize=32%2C32&amp;ssl=1\" alt=\"\" width=\"32\" height=\"32\" data-attachment-id=\"1076\" data-permalink=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?attachment_id=1076\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"32,32\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"pdf_icon\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" data-recalc-dims=\"1\" \/> <a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Freidenker_2026-01_Elsner_DieSchwierigenDeutschChinesischenBeziehungen.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wolfram Elsner: <strong>Die schwierigen deutsch-chinesischen Beziehungen<\/strong><\/a>\u00a0 (Auszug aus <a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=24644\">FREIDENKER 1-26<\/a>, ca. 462 KB)<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Bild oben: Frachtschiff im Hafen von Qingdao in der ostchinesischen Provinz Shandong. (Foto: Xinhua)<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">davor das Titelbild des <a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=24644\">FREIDENKER 1-26<\/a>\u00a0<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Beitrag von Wolfram Elsner<\/b> aus:\u00a0\u201eFREIDENKER\u201c Nr. 1-26<br \/>\nEr war einer der letzten Vertreter eines gr\u00f6\u00dferen westlichen Landes, die Beijing zwischen 2025 und 2026 besuchten. Und er brauchte ein gutes Jahr nach Bildung seiner Regierung, um diesen Besuch durchzuf\u00fchren. Nun endlich besuchte auch der deutsche Bundeskanzler Merz China. Kanadas Premier Carney hatte im Januar den Standard gesetzt: Mehrere Tage au\u00dferordentlich erfolgreichen Verhandelns in Beijing mit relativer Offenheit und offenbar einem Plan f\u00fcr Win-Win. Und er fuhr wieder nach Hause mit einem gro\u00dfen Paket f\u00fcr Austausch und Kooperation, mit Handels- und Investitionsabkommen und sogar Ver\u00adeinbarungen f\u00fcr Kulturaustausch und Mensch-zu-Mensch Begegnungen. Mit er\u00adheblichen Gewinnen f\u00fcr beide L\u00e4nder. 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M\u00e4rz 2020","format":false,"excerpt":"Beitrag von german-foreign-policy.com Als bislang einziges Land Europas nimmt Deutschland ein chinesisches Hilfsangebot im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie nicht an. Wie Chinas Pr\u00e4sident Xi Jinping mitteilt, habe er Bundeskanzlerin Angela Merkel mitgeteilt, die Volksrepublik sei bereit, \"im Rahmen unserer F\u00e4higkeiten Hilfe zu leisten\", sollte es \"Bedarf\" geben. 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