{"id":24374,"date":"2026-02-10T23:50:12","date_gmt":"2026-02-10T22:50:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=24374"},"modified":"2026-03-18T03:10:25","modified_gmt":"2026-03-18T02:10:25","slug":"im-schatten-der-antennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=24374","title":{"rendered":"Im Schatten der Antennen"},"content":{"rendered":"<h4>Der \u201eBunker Wollenberg\u201c und die neue Frontlinie im Inneren des Rechtsstaats<\/h4>\n<p><strong>Tief im Wald von M\u00e4rkisch-Oderland steht ein Bauwerk aus Beton, Stahl und Funktechnik. Errichtet f\u00fcr den Atomkrieg \u2013 und heute unfreiwillig Teil eines politischen Konflikts, der mit dem Kalten Krieg mehr gemeinsam hat, als vielen lieb ist. Der \u201eBunker Wollenberg\u201c ist ein Museum. Ein Ort der Erinnerung. Ein Ort der Technikgeschichte. Doch seit Wochen wird er nicht mehr nur als historischer Ort gelesen. Er ist zur Projektionsfl\u00e4che geworden. F\u00fcr neue Feindbilder. F\u00fcr neue Sicherheitslogiken. F\u00fcr eine staatliche Praxis, die immer h\u00e4ufiger mit Verdacht beginnt \u2013 und mit Untersuchungshaft endet. An diesem Ort l\u00e4sst sich beobachten, wie schnell Geschichte wieder Gegenwart wird. Und zwar durch politische Deutung.<\/strong><\/p>\n<p><em>Ein Essay von <strong>Sabiene Jahn<\/strong><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Erstver\u00f6ffentlichung am 05.02.2026 auf <a href=\"https:\/\/globalbridge.ch\/im-schatten-der-antennen-der-bunker-wollenberg-und-die-neue-frontlinie-im-inneren-des-rechtsstaats\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">globalbridge.ch<\/a><\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"5429\" data-permalink=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?attachment_id=5429\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/video_icon_24x24.jpg?fit=24%2C24&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"24,24\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"video_icon_24x24\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/video_icon_24x24.jpg?fit=24%2C24&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/video_icon_24x24.jpg?fit=24%2C24&amp;ssl=1\" class=\"alignnone size-full wp-image-5429\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/video_icon_24x24.jpg?resize=24%2C24&amp;ssl=1\" alt=\"\" width=\"24\" height=\"24\" data-attachment-id=\"5429\" data-permalink=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?attachment_id=5429\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/video_icon_24x24.jpg?fit=24%2C24&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"24,24\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"video_icon_24x24\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/video_icon_24x24.jpg?fit=24%2C24&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/video_icon_24x24.jpg?fit=24%2C24&amp;ssl=1\" data-recalc-dims=\"1\" \/> <span style=\"font-size: 10pt;\">Der Beitrag kann auch bei YouTube angeh\u00f6rt werden: <a href=\"https:\/\/youtu.be\/mA0cLqorpeg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/youtu.be\/mA0cLqorpeg<\/a><\/span><\/p>\n<p>Der Wald bei Wollenberg wirkt unscheinbar. Kiefern, sandiger Boden, ein flacher H\u00f6henzug im \u00e4u\u00dfersten Osten Brandenburgs, im Landkreis M\u00e4rkisch-Oderland, wenige Kilometer westlich von Bad Freienwalde und keine siebzig Kilometer von der polnischen Grenze entfernt. Die Zufahrt f\u00fchrt \u00fcber schmale Landstra\u00dfen, vorbei an D\u00f6rfern, die still wirken und abseits jeder touristischen Route liegen. Kein Hinweisschild. Keine Landmarke, die Bedeutung ank\u00fcndigt. Nichts, was darauf vorbereitet, was hinter diesem Wald beginnt. Erst tief im Forst, auf dem Gebiet der Gemeinde H\u00f6henland, Ortsteil W\u00f6lsickendorf-Wollenberg, steht ein schlichtes Tor.\u00a0 Dahinter beginnt das Milit\u00e4rhistorische Sonderobjekt 301.<\/p>\n<p>Wer diesen Ort heute betritt, findet nicht Ausstellungsraum und Glasvitrine. Er betritt einen ehemaligen milit\u00e4rischen Sperrbezirk, errichtet in den fr\u00fchen achtziger Jahren als westlichster F\u00fchrungspunkt eines geheimen Nachrichtennetzes der Warschauer Vertragsstaaten. Ein Ort, der jahrzehntelang auf keiner zivilen Karte verzeichnet war. Erst ein einzelner Metallmast, aus dem Boden ragend wie ein technisches Relikt, verr\u00e4t, dass dieser Ort nie gew\u00f6hnlich war. Was hier verborgen liegt, ist eine komplette Architektur des Kalten Krieges \u2013 gebaut f\u00fcr den Moment, in dem Kommunikation weitergehen sollte, wenn alles andere zerst\u00f6rt w\u00e4re.<\/p>\n<p>Der Zugang f\u00fchrt durch ein Tor, das mehr verspricht als es zeigt. Dahinter beginnt ein System aus Beton, Druckt\u00fcren und G\u00e4ngen. Was hier entstand, war kein gew\u00f6hnlicher Funkposten. Es war Teil eines der ehrgeizigsten Kommunikationsprojekte des Kalten Krieges \u2013 des troposph\u00e4rischen Nachrichtenverbindungssystems \u201eBARS\u201c. Der Name des Systems war selbst Teil der milit\u00e4rischen Semantik. \u201eBARS\u201c ist\u00a0 das russische Wort f\u00fcr Schneeleopard. Ein Tier, das f\u00fcr lautlose Bewegung, gro\u00dfe Reichweite und Unsichtbarkeit steht. Der Codename sollte verschleiern und zugleich ein Versprechen transportieren,\u00a0 ein Netz, das nicht sichtbar ist und im Ernstfall dennoch funktioniert. Troposph\u00e4renfunk \u2013 f\u00fcr Laien ein sperriger Begriff \u2013 bezeichnet ein Verfahren, bei dem Funksignale an der unteren Atmosph\u00e4renschicht, der Troposph\u00e4re, gestreut werden. Die Signale werden in flachem Winkel in den Himmel gesendet, dort an feinen Luftschichtungen gebrochen und k\u00f6nnen so Entfernungen von mehreren hundert Kilometern \u00fcberbr\u00fccken \u2013 unabh\u00e4ngig von Kabeln, Leitungen oder Satelliten.<\/p>\n<p>Der milit\u00e4rische Vorteil lag auf der Hand. Selbst nach der Zerst\u00f6rung aller Bodeninfrastruktur, selbst nach einem atomaren Erstschlag, sollte dieses Netz weiter funktionieren. Es war als R\u00fcckgrat strategischer F\u00fchrung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) konzipiert \u2013 f\u00fcr den \u00e4u\u00dfersten Ausnahmezustand. \u201eBARS\u201c spannte ein geschlossenes Netz quer durch den Warschauer Pakt, von der DDR \u00fcber Polen, die Tschechoslowakei und Ungarn bis in die Sowjetunion, weiter nach Rum\u00e4nien und Bulgarien. In festen Abst\u00e4nden lagen Relaisstationen, die die Signale aufnahmen, verst\u00e4rkten und weiterleiteten. Jede Station war Teil einer Achse, jede Achse Teil eines redundanten Gesamtsystems. Der Ausfall einzelner Punkte sollte das Netz nicht lahmlegen.<\/p>\n<p>Wollenberg trug die Kennung \u201e301\u201c \u2013 der westlichste F\u00fchrungspunkt dieses Systems, unmittelbar an der Nahtstelle zum NATO-Gebiet. Von hier aus liefen die Verbindungen nach Osten. Dass dieses Netz jahrzehntelang nahezu vollst\u00e4ndig geheim blieb, erkl\u00e4rt den enormen baulichen Aufwand. Die sichtbaren Antennen sollten t\u00e4uschen, die oberirdischen Geb\u00e4ude zivile Nutzung suggerieren. Die eigentliche Schaltzentrale lag tief unter der Erde \u2013 abgeschottet, gesch\u00fctzt, vorbereitet auf einen Krieg, der nie eintreten durfte.<\/p>\n<p>Der Vergleich f\u00fchrt unweigerlich in die Gegenwart. Auch heutige milit\u00e4rische Infrastruktur nutzt gezielt physikalische und geographische Besonderheiten, um globale Operationen zu erm\u00f6glichen. Ein prominentes Beispiel ist die US-Airbase Ramstein in Rheinland-Pfalz, die eine Schl\u00fcsselrolle im amerikanischen Drohnenkrieg spielt. Der Grund, weshalb Ramstein diese Funktion einnimmt, liegt in der Physik. Funksignale zwischen Drohnen im Nahen Osten und Steuerzentren in den USA k\u00f6nnen die Erdkr\u00fcmmung nicht direkt \u00fcberwinden. Satelliten allein reichen f\u00fcr die notwendige Echtzeitsteuerung nicht aus. Es braucht einen erdgebundenen Relaispunkt, der Signale b\u00fcndelt und nahezu verz\u00f6gerungsfrei weiterleitet. Ramstein liegt exakt in jener geographischen Zone, in der diese Verbindung technisch stabil m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Auch hier also die Nutzung von Mathematik, Funkphysik, Erdkr\u00fcmmung und Atmosph\u00e4renschichten f\u00fcr milit\u00e4rische Zwecke. Der Unterschied zu Wollenberg ist jedoch grundlegend. \u201eBARS\u201c war als defensive Infrastruktur konzipiert \u2013 zur Sicherung von Befehlsketten im \u00e4u\u00dfersten Notfall. Ramstein hingegen ist Teil einer operativen T\u00f6tungsarchitektur. \u00dcber die Relaisstation werden Zielkoordinaten, Bilddaten und Steuersignale \u00fcbertragen, die es erm\u00f6glichen, Menschen tausende Kilometer entfernt gezielt zu t\u00f6ten \u2013 ohne Gerichtsverfahren. Die gleiche Wissenschaft dient in Ramstein der Exekution auf Distanz.<\/p>\n<p>Gerade an dieser Stelle ist eine n\u00fcchterne Einordnung notwendig. Denn weder die technische Realit\u00e4t der Anlage in Wollenberg noch die Person ihres heutigen Betreibers und des Vereins, die sich um das einzigartige Museum in Deutschland k\u00fcmmern, rechtfertigen jene Verdachtsmuster, die sich in der aktuellen politischen Atmosph\u00e4re rasch verselbst\u00e4ndigen.<\/p>\n<p>Falko Hartmann ist kein Milit\u00e4rplaner, kein Nachrichtendienstler, kein politischer Akteur. Er ist gelernter Freileitungsmonteur, ein Techniker mit ausgepr\u00e4gtem Sinn f\u00fcr Infrastruktur, Ordnung und Funktion. Menschen aus seinem Umfeld beschreiben ihn als jemanden, der gern allein arbeitet, konzentriert, zur\u00fcckgezogen \u2013 aus Neigung. Seine berufliche Qualifikation und sein praktischer Blick auf Technik erkl\u00e4ren eher, warum ihn ein solches Objekt fesseln kann, als dass sie irgendeinen konspirativen Schatten werfen w\u00fcrden. Hier geht es um den Erhalt und die Erkl\u00e4rbarkeit einer untergegangenen Infrastruktur, die einst zum Zweck der Abschreckung gebaut wurde \u2013 und die als Mahnung erhalten bleiben soll. Dass Hartmann auf dem Gel\u00e4nde des ehemaligen Sonderobjekts lebt, hatte einen wichtigen Grund. Das Areal umfasst rund zehn Hektar und war \u00fcber Jahre Ziel von Vandalismus und unbefugtem Betreten. Es musste dauerhaft beaufsichtigt werden.<\/p>\n<p>Auch technisch entzieht sich der Ort jeder Fantasie von Reaktivierung. Das troposph\u00e4rische System \u201eBARS\u201c existierte ausschlie\u00dflich als multinationaler Verbund. Der Betrieb endete sp\u00e4testens 1990. Ohne Gegenstellen, ohne Frequenzzuweisungen, ohne operative F\u00fchrung ist eine Wiederinbetriebnahme ausgeschlossen. Erhalten sind bauliche Strukturen \u2013 nicht das System. Zur milit\u00e4rischen Verschleierung geh\u00f6rte auch eine ausgefeilte Tarnarchitektur. Die Anlage in Wollenberg war offiziell als milit\u00e4rische Flugwetterstation deklariert, intern trug sie den taktischen Tarnnamen \u201eTUSHURKA\u201c. Gemeinsam mit den baugleichen Stationen 302 bei Bad S\u00fclze und 303 bei K\u00f6nigsbr\u00fcck machte sie das strategische Troposph\u00e4ren-Nachrichtensystem komplett. Die eingesetzte Funktechnik vom Typ R-417 \u201eBAGET-S\u201c war f\u00fcr mehrere Richtungen ausgelegt und erm\u00f6glichte \u00fcber Dutzende Kan\u00e4le die Kopplung mit anderen Knotenpunkten des Netzes. Heute steht die Anlage unter Denkmalschutz. Der Verein hat sie in jahrelanger Arbeit restauriert, technische Abl\u00e4ufe nachvollziehbar rekonstruiert und Fahrzeuge sowie Funktechnik wieder funktionsf\u00e4hig gemacht. Ein aktives Amateurfunk-Relais (DB0WOL) ist Teil der heutigen Nutzung. Die Pr\u00e4sentation zielt auf Verst\u00e4ndlichkeit. Besucher sollen erleben k\u00f6nnen, wie dieses System funktionierte \u2013 als reale Infrastruktur eines vergangenen Sicherheitsdenkens.<\/p>\n<p>Dass dennoch Argwohn entsteht, verweist weniger auf den Ort als auf den Zustand der Debatte. In Zeiten erneuerter Bedrohungsnarrative w\u00e4chst der Drang, technische Relikte in neue Feindbilder einzubauen. Der Argwohn ersetzt die Pr\u00fcfung, die Projektion die Analyse. Der britische \u00d6konom Robert Skidelsky beschreibt diesen Mechanismus als \u201eMilitary Keynesianism\u201c. Den Versuch, \u00f6konomische Stagnation und industrielle Schw\u00e4che durch permanente Aufr\u00fcstung zu kompensieren. Wo Wachstum fehlt, wird Sicherheit zur Ersatz\u00f6konomie. Wo Finanzierung schwer vermittelbar ist, liefert Hysterie das Argument. In einem solchen Klima wird nicht mehr zuerst gefragt, was konkret nachweisbar ist, jedoch was politisch \u201eins Bild\u201c passt \u2013 und wie schnell ein Fall als Symbol verwertbar wird.<\/p>\n<p>Der Weg in den Bauch des Bauwerks ist lang. Hundertf\u00fcnfzig Meter schmaler Gang, dicke Betonw\u00e4nde, schwere Stahlt\u00fcren. Oben Nachrichtentechnik, unten Infrastruktur f\u00fcr\u2019s \u00dcberleben &#8211; neben Generatoren, Filteranlagen und \u00dcberdrucksystemen, Schlafr\u00e4ume, Strategier\u00e4ume, B\u00fcros oder Filmsaal. Ein autarkes Biotop f\u00fcr f\u00fcnfzehn bis zwanzig Menschen. Im Dispatcherraum wird der Zweck greifbar. Hier liefen Leitungen zusammen, hier wurde geschaltet, \u00fcberwacht und weitergeleitet. G\u00e4ste sehen Technik, Karten, Bedienpl\u00e4tze. Die Vereinsmitglieder erkl\u00e4ren diese Technik als Mahnung. F\u00fchrungen, Projekttage, Veranstaltungen, auch f\u00fcr Schulklassen, sollen Geschichte begreifbar machen, und nicht verherrlichen. Gerade das \u201eErlebbar-Machen\u201c ist hier Didaktik. Es soll zeigen, wie tief Staaten bereit sind, in Beton, Funk und Befehlsketten zu investieren, wenn sie sich in einem permanenten Bedrohungsdenken einrichten und, wie wenig Platz in diesen Planungen f\u00fcr die Zivilbev\u00f6lkerung bleibt.<\/p>\n<p>Der Bunker ist kein nostalgisches Relikt. Er ist ein Archiv einer untergehenden Epoche. Und genau das macht ihn heute wieder relevant. Der atomare Schlagabtausch ist Geschichte. Geblieben ist die Logik der Feindbilder. Auch der Verein \u201eFriedensbr\u00fccke \u2013 Kriegsopferhilfe\u201c nutzte wegen der r\u00e4umlichen N\u00e4he seiner Mitglieder die R\u00e4umlichkeiten vor einigen Jahren zeitweise f\u00fcr Versammlungen. Falko Hartmann war neben dem Vereinsvorsitz im Museums auch im Hilfsverein Vorstandsmitglied. Der Bunker selbst war jedoch weder Umschlagplatz noch Lagerort f\u00fcr Hilfsg\u00fcter. Diese organisatorische Trennung ist aus Sicht des Vereins in Wollenberg klar und bewusst gezogen worden. F\u00fcr Au\u00dfenstehende ist diese Unterscheidung ma\u00dfgebend, weil sie den Ort von einer naheliegenden, aber falschen Dramaturgie entkoppelt. Der Bunker ist Kulisse in einem aktuellen Konflikt, aber nicht dessen logistisches Herz.<\/p>\n<p>Am 21. Januar 2026 kulminierte die Entwicklung allein in den Amtsstuben. In Berlin und Brandenburg lie\u00df der Generalbundesanwalt zwei Personen festnehmen. Im Zentrum der Vorw\u00fcrfe, der Verein \u201eFriedensbr\u00fccke\u201c. Der Vorwurf lautet Unterst\u00fctzung einer ausl\u00e4ndischen terroristischen Vereinigung. Der Verein bestreitet dies und verweist zu dem auf fehlende Akteneinsicht.<\/p>\n<p>F\u00fcr Leser, die die Vorgeschichte nicht kennen, ist eine methodische Trennung entscheidend. Was ist gesichert, was ist Vorwurf, und was ist die Struktur, die solche F\u00e4lle \u00fcberhaupt plausibel macht? Gesichert ist, dass gegen Vereinsumfelder ermittelt wird, dass es Durchsuchungen gab und dass die Vorw\u00fcrfe \u00fcber \u00a7 129b StGB f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit im parallelen Komplex \u00fcber Agentent\u00e4tigkeit gerahmt werden, der dem Verein nicht zugeordnet werden kann. Strittig ist nicht, dass der Verein Hilfstransporte organisierte, strittig ist die rechtliche und politische Deutung dessen, was insgesamt an Hilfsg\u00fctern geliefert wurde und wem es objektiv zugutekam. Genau an dieser Schnittstelle beginnt jene Verschiebung, die in geopolitisierten Zeiten immer h\u00e4ufiger zu beobachten ist. Handlungen werden nicht mehr prim\u00e4r nach ihrem konkreten Inhalt bewertet. Stattdessen nach ihrer Einordnung in ein Bedrohungs- und Loyalit\u00e4tsnarrativ.<\/p>\n<p>Diese Verschiebung funktioniert wie eine Kaskade. Wer Gebiete, Strukturen oder Akteure als sanktioniert oder terroristisch einstuft, ver\u00e4ndert in einem Schritt den rechtlichen Status von Handlungen. Aus \u201eHilfe\u201c wird \u201eRessourcenzufluss\u201c, aus \u201eTransport\u201c wird \u201eUnterst\u00fctzung\u201c, aus \u201eKontakt\u201c wird \u201eNetzwerk\u201c. Der Effekt ist sozialer Natur. Es entsteht ein Raum, in dem die Unschuldsvermutung faktisch erodiert, weil die Deutung der Handlung bereits vor ihrer Beweisf\u00fchrung festgelegt wird. F\u00fcr Betroffene bedeutet das eine Umkehr der Last. Nicht der Staat muss zuerst den Tatkern \u00fcberzeugend darlegen, die Zivilgesellschaft muss im Vorfeld beweisen, dass ihr Handeln nicht \u201efalsch gelesen\u201c werden kann. Das ist geradezu skurril.<\/p>\n<p>Falko Hartmann sitzt seit nunmehr 14 Tagen in Untersuchungshaft. Nach Angaben aus dem Vereinsumfeld ist unklar, wo genau. Er ist bislang nicht nach Hause zur\u00fcckgekehrt. Dass sich selbst solche Basisinformationen in Luft aufl\u00f6sen \u2013 wo ist jemand, wie geht es ihm, wer erreicht ihn \u2013 ist in Verfahren dieser Art mehr als ein Randdetail. Es zeigt, wie schnell ein Mensch aus der normalen \u00d6ffentlichkeit herausgel\u00f6st wird, noch bevor die Kernfrage beantwortet ist, die in einem Rechtsstaat am Anfang stehen m\u00fcsste: Was ist beweisbar?<\/p>\n<p>Auch der Versuch, in den letzten Tagen \u00fcber anwaltliche Kan\u00e4le Klarheit zu gewinnen, lief ins Leere. Eine von der Autorin angefragte Karlsruher Kanzlei antwortete auf die Frage nach einer m\u00f6glichen Verteidigung mit einem formellen Hinweis auf die anwaltliche Schweigepflicht. Man k\u00f6nne weder best\u00e4tigen noch dementieren, ob ein Mandatsverh\u00e4ltnis bestehe \u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob als Wahl- oder Pflichtverteidigung. Die Auskunft ist juristisch korrekt. Zugleich unterstreicht sie die faktische Abschottung, in der sich die Angelegenheit bewegt. Selbst grundlegende Informationen \u00fcber die Verteidigungssituation bleiben der \u00d6ffentlichkeit und selbst nahestehenden Dritten vorerst entzogen.<\/p>\n<p>Ein \u00e4hnliches Bild ergab sich im Kontakt mit dem Landeskriminalamt Brandenburg. Auch dort wurde auf Zust\u00e4ndigkeitsfragen an die Bundesanwaltschaft verwiesen. Formal ist dieses Vorgehen nachvollziehbar. Faktisch aber bedeutet es Zeitverlust \u2013 in einer Phase, in der Angeh\u00f6rige, Freunde oder Unterst\u00fctzer kaum M\u00f6glichkeiten haben, \u00fcberhaupt Kontakt aufzunehmen oder Hilfe zu organisieren. Gerade in den ersten Tagen nach einer Festnahme ist diese Zeit entscheidend. Diese Praxis best\u00e4tigte sich auch in einer schriftlichen Antwort der Bundesanwaltschaft Karlsruhe an die Autorin, in der unter Verweis auf Pers\u00f6nlichkeitsrechte, laufende Ermittlungen und die Strafprozessordnung nahezu jede weitergehende Auskunft verweigert wurde.<\/p>\n<p>Und dabei geht es um ganz praktische Fragen wie, wer stellt sicher, dass seine Interessen fr\u00fchzeitig und unabh\u00e4ngig gewahrt werden? Nach Angaben aus dem Umfeld von Falko Hartmann wurde offenbar am Tag seiner Festnahme zun\u00e4chst ein Anwalt aus der Situation heraus kontaktiert, weil der eigentlich vorgesehene Rechtsbeistand nicht erreichbar war. Erst sp\u00e4ter stellte sich heraus, dass es sich dabei um einen fr\u00fcheren Mitarbeiter der Bundesanwaltschaft handeln k\u00f6nne. Ob und in welchem Umfang daraus ein Mandat entstand, ist \u00f6ffentlich nicht bekannt. In einem politisch hoch aufgeladenen Verfahren wirft eine solche Konstellation jedoch zwangsl\u00e4ufig Fragen nach Unabh\u00e4ngigkeit und Vertrauensverh\u00e4ltnis auf.<\/p>\n<p>Dass Falko Hartmann heute in Untersuchungshaft sitzt, trifft den Verein unvorbereitet. \u201eWir finden das alles so absurd\u201c, sagt Michael Sch\u00f6neck, der Kassenwart des Vereins \u201eBunker Wollenberg\u201c. \u201eUnd wir haben keinen Ansprechpartner.\u201c Vor allem habe es offenbar aber Falko v\u00f6llig \u00fcberraschend getroffen,\u201c meint Sch\u00f6neck. \u201eDass man zu so drastischen Mitteln greift \u2013 damit hat er einfach nicht gerechnet.\u201c Es ist die juristische Dimension und das unerwartete Gef\u00fchl, unter Generalverdacht zu stehen. Hartmann habe jahrzehntelang auf dem Gel\u00e4nde gewohnt. Aus praktischer Notwendigkeit. Das Areal m\u00fcsse bewacht werden. In den Anfangsjahren habe es immer wieder illegale Zutrittsversuche gegeben \u2013 Menschen aus der Szene, die keine Achtung vor Privatbesitz h\u00e4tten. Heute sei es ruhiger. \u201eEine Frau zu finden ist hier schwierig\u201c, sagt Sch\u00f6neck und lacht kurz. \u201eDas h\u00e4lt kaum jemand lange aus.\u201c Dann wird er wieder ernst. \u201eFalko hat nichts B\u00f6ses getan.\u201c<\/p>\n<p>Im Gespr\u00e4ch wird deutlich, dass f\u00fcr Michael Sch\u00f6neck und viele aus dem Umfeld eine andere politische Pr\u00e4gung wirkt als in westdeutschen Debatten oft angenommen. Die Freund-Feind-Logik zwischen Ost und West erscheint ihm k\u00fcnstlich. \u201eWenn man wirtschaftlich eng zusammenarbeitet, ist die Kriegsgefahr geringer\u201c, sagt er. So habe man das in der DDR verstanden \u2013 unabh\u00e4ngig von ideologischen Spannungen. Die Russen als Feinde zu empfinden, falle vielen Ostdeutschen bis heute schwer. Auch weil die Geschichte komplexer sei, als heutige Narrative nahelegen. Nach der \u201eWendelung\u201c, wie Sch\u00f6neck es nennt, sei vieles umgedreht worden. Alte Gewissheiten verschwanden, neue Deutungen traten an ihre Stelle. Falko Hartmann war im Donbass als Helfer in einer Zeit lange vor der heutigen juristischen Einstufung. Damals sei humanit\u00e4re Hilfe kein politisches Statement gewesen. Es war Selbstverst\u00e4ndlichkeit, wie es f\u00fcr das Deutsche Rote Kreuz oder die United Nations (UN) gilt. Die gegenw\u00e4rtige Hysterie nehme man in Wollenberg wahr, lasse sie aber kaum an sich heran. \u201eUnser Umfeld kennt uns\u201c, sagt Sch\u00f6neck. \u201eDie wissen, was wir f\u00fcr Menschen sind.\u201c Es seien \u00fcberwiegend unpolitische, technikaffine Leute, deren Interesse der Funktion und der Geschichte gelte \u2013 nicht geopolitischen Parolen. Hier in Wollenberg gehe es weiter. F\u00fchrungen, Instandhaltung, Vereinsarbeit. Unabh\u00e4ngig davon, was \u201eirgendwo tief im Westen\u201c diskutiert werde.<\/p>\n<p>Mit der Inhaftierung von Falko Hartmann ist der Fall jedoch nicht abgeschlossen. Er ist Teil einer gr\u00f6\u00dferen Konstellation, die erst in den Tagen nach den Festnahmen sichtbar wurde. Am 22. Januar 2026 teilte die Bundesanwaltschaft mit, dass neben Hartmann auch der russische Staatsangeh\u00f6rige Suren Feliksovich Avdjan in Untersuchungshaft genommen worden sei. Sie arbeiteten beide Hand in Hand, wie das im Verein einer kleinen Hilfsorganisation notwendig und \u00fcblich ist. Beide werden der Unterst\u00fctzung der als \u201eterroristisch\u201c eingestuften Volksrepubliken Donezk und Lugansk beschuldigt. In der offiziellen Darstellung der Bundesanwaltschaft hei\u00dft es, sie h\u00e4tten seit 2016 in herausgehobenen Positionen innerhalb eines Vereins agiert, Hilfsg\u00fcter, Medizinprodukte und angeblich auch Drohnen in den Donbass organisiert sowie finanzielle Mittel aus Deutschland weitergeleitet. Der Verein widerspricht dieser Darstellung ausdr\u00fccklich. Die Lieferung von Drohnen oder Drohnentechnik habe zu keinem Zeitpunkt stattgefunden. Entsprechende Vorw\u00fcrfe seien unzutreffend. Die Hilfstransporte h\u00e4tten ausschlie\u00dflich aus humanit\u00e4ren G\u00fctern wie Lebensmitteln, Kleidung, Kinderspielzeug oder medizinischem Material bestanden und seien dokumentiert worden. Die genannten Geldbetr\u00e4ge entspr\u00e4chen den bekannten Finanzfl\u00fcssen. Der Vorwurf der Drohnenlieferungen werde als haltlos zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n<p>Damit erh\u00e4lt das Verfahren eine zus\u00e4tzliche Dimension. Es richtet sich gegen ein transnationales humanit\u00e4res Netzwerk (Verein Friedensbr\u00fccke-Kriegsopferhilfe e.V.), das nun strafrechtlich als sicherheitsrelevant interpretiert wird. Die Ermittlungen betreffen damit zugleich einen russischen Staatsb\u00fcrger mit Aufenthaltsrecht in Deutschland, und ber\u00fchren unmittelbar konsularische, v\u00f6lkerrechtliche und diplomatische Ebenen. Was aber, wenn sich die politische und v\u00f6lkerrechtliche Bewertung dieser Gebiete k\u00fcnftig ver\u00e4ndert? Wenn internationale Vereinbarungen neue Zust\u00e4ndigkeitsregelungen schaffen? W\u00fcrden heutige Vorw\u00fcrfe dann ihre Grundlage verlieren? Und was bedeutet das f\u00fcr Menschen, die in einer \u00dcbergangsphase kriminalisiert werden, w\u00e4hrend die Ordnung selbst noch im Fluss ist?<\/p>\n<p>In diese Phase internationaler Vermittlung und politischer \u00dcbergangsregelungen f\u00e4llt auch die konkrete Arbeit des Vereins vor Ort. Nach Angaben aus dem Umfeld der Beteiligten bestand sie in den Jahren ab 2015\/ 2016 vor allem aus klassischer humanit\u00e4rer Unterst\u00fctzung, der Versorgung von Zivilisten in besonders kritisch betroffenen Regionen mit Lebensmitteln, Trinkwasser, Babynahrung, Kleidung und medizinischem Material. Hinzu kamen organisatorische Hilfen bei Evakuierungen von Familien aus dem unmittelbaren Krisengebiet, insbesondere von M\u00fcttern mit kleinen Kindern, in provisorische Erholungs- und Schutzlager am Asowschen Meer. Dort wurden zeitweise sogenannte Pionierlager genutzt, um Kindern zumindest vor\u00fcbergehend Sicherheit und Stabilit\u00e4t zu erm\u00f6glichen. Ein Schwerpunkt lag auch auf psychosozialer Unterst\u00fctzung. In Gorlowka, Donezk und sp\u00e4ter auch in Deutschland organisierte der Verein Malwettbewerbe und Ausstellungen mit Zeichnungen von Kindern aus den Kriegsgebieten. Die Bilder dokumentierten Alltag, Angst und Verlust, und dienten zugleich als Versuch, traumatische Erfahrungen zu verarbeiten. Die Ausstellungen wurden \u00f6ffentlich gezeigt und waren Teil einer bewusst zivilen Erinnerungsarbeit.<\/p>\n<p>Falko Hartmann war an diesen Projekten beteiligt, wo immer organisatorische oder logistische Hilfe ben\u00f6tigt wurde. Seine T\u00e4tigkeit bewegte sich dabei im Rahmen jener humanit\u00e4ren Praxis, die in internationalen Konflikten seit Jahrzehnten \u00fcblich ist. Hilfe f\u00fcr Nichtkombattanten \u2013 also f\u00fcr Menschen, die nicht k\u00e4mpfen, keine Waffen tragen und nicht Teil milit\u00e4rischer Einheiten sind. F\u00fcr Zivilisten, f\u00fcr Familien, f\u00fcr Kinder, f\u00fcr Alte und Kranke, unabh\u00e4ngig von politischen Loyalit\u00e4ten. Dass diese Arbeit heute strafrechtlich neu interpretiert wird, verweist auf ein strukturelles Defizit der \u00f6ffentlichen Debatte. Weder die inhaltlichen Regelungen der Minsker Vereinbarungen noch die humanit\u00e4ren Bed\u00fcrfnisse der betroffenen Regionen wurden in westlichen Leitmedien \u00fcber Jahre hinweg differenziert vermittelt. Der Konflikt wurde weitgehend in geopolitischen Kategorien erz\u00e4hlt. Dabei ist der zeitliche und rechtliche Kontext f\u00fcr die Jahre ab 2016 von zentraler Bedeutung. Nach den Statusreferenden vom 11. Mai 2014, in denen in Donezk und Luhansk \u00fcber weitgehende Selbstbestimmung abgestimmt wurde, folgten 2014 und 2015 internationale Vermittlungsprozesse. Diese m\u00fcndeten in die Minsker Vereinbarungen. Die Minsker Abkommen von 2014 und 2015 sahen ausdr\u00fccklich einen besonderen Status f\u00fcr Teile der Regionen Donezk und Luhansk innerhalb der Ukraine vor. Vorgesehen waren Formen regionaler Selbstverwaltung, eigene sprachliche und kulturelle Rechte sowie eine Sonderverwaltung. In der internationalen Dokumentation \u2013 unter anderem durch OSZE und UN \u2013 ist in diesem Zusammenhang von einem \u201especial status\u201c f\u00fcr diese Gebiete die Rede.<\/p>\n<p>Dieser Sonderstatus bedeutete keine formelle Abspaltung und keine Eingliederung in einen anderen Staat. Er war als verfassungsrechtlicher Rahmen innerhalb der Ukraine konzipiert. F\u00fcr die Jahre ab 2015 und 2016 war diese Regelung der ma\u00dfgebliche v\u00f6lkerrechtliche Bezugspunkt. Der entscheidende Punkt ist der Terminus. W\u00e4hrend in politischen Debatten h\u00e4ufig von \u201eSezession\u201c, \u201eAnnexion\u201c oder \u201eAbspaltung\u201c gesprochen wurde \u2013 Begriffe, die vor allem in westlichen Medien mit der Krim, mit \u201eSeparatismus\u201c und \u201eUnabh\u00e4ngigkeit\u201c verkn\u00fcpft wurden \u2013, zielten die Minsker Texte f\u00fcr die Donbassgebiete auf Selbstverwaltung und Sonderrechte innerhalb der Ukraine. Dass in \u00f6ffentlichen Texten unterschiedliche Begriffe verwendet wurden, erkl\u00e4rt sich dann aus gegenl\u00e4ufigen geopolitischen Bewertungen. Diese Einordnungen wurden in der \u00f6ffentlichen Darstellung oft vermischt. Juristisch und chronologisch sind sie jedoch klar zu trennen: Die Ausrufung der Volksrepubliken erfolgte 2014. Die Minsker Regelungen mit Sonderstatus folgten 2015. Die behauptete Eingliederung in die Russische F\u00f6deration markiert erst im Jahr 2022 eine sp\u00e4tere, davon getrennte Z\u00e4sur, dem ein \u00f6ffentliches Freundschafts- und Beistandsabkommen mit der Russischen F\u00f6deration folgte und von russischer Seite bei den Vereinten Nationen angezeigt wurde.<\/p>\n<p>F\u00fcr Hilfsorganisationen, die ab 2016 in der Region t\u00e4tig waren, stellte sich die Situation daher eben nicht als Unterst\u00fctzung eines abgespaltenen Staatsgebildes dar, sondern als humanit\u00e4re Arbeit in einem Gebiet, dessen Status Gegenstand internationaler Vereinbarungen und diplomatischer Prozesse war. In einem solchen Kontext war Hilfe f\u00fcr die Zivilbev\u00f6lkerung nicht politische Parteinahme, sondern entsprach dem Selbstverst\u00e4ndnis internationaler humanit\u00e4rer Arbeit, unabh\u00e4ngig von territorialen Streitfragen.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Verein wird deshalb die r\u00fcckwirkende Neubewertung der deutschen Beh\u00f6rden ausdr\u00fccklich bestritten. Die Vereinsvorsitzende Liane Kilinc verweist darauf, dass die Arbeit der \u201eFriedensbr\u00fccke\u201c in den Jahren ab 2016 wiederholt und umfassend gepr\u00fcft worden sei, insbesondere durch die Finanzbeh\u00f6rden. \u201eIn den Jahren 2016 bis 2018 sind s\u00e4mtliche Belege noch in Papierform vorgelegt worden, sp\u00e4ter digitalisiert.\u201c Die Gemeinn\u00fctzigkeit sei mehrfach best\u00e4tigt und bis 2025 verl\u00e4ngert worden. Beanstandungen habe es nicht gegeben. Alle Geldfl\u00fcsse und Hilfstransporte seien dokumentiert worden. \u201eAlles war sauber\u201c, sagt Kilinc r\u00fcckblickend. \u201eUnd pl\u00f6tzlich soll r\u00fcckwirkend alles kriminell gewesen sein?\u201c Vorw\u00fcrfe, wonach diese Arbeit Teil einer \u201ekriminellen Vereinigung\u201c gewesen sei, erscheinen vor diesem Hintergrund erkl\u00e4rungsbed\u00fcrftig. Sie betreffen T\u00e4tigkeiten, die jahrelang offen, dokumentiert und beh\u00f6rdlich \u00fcberpr\u00fcft wurden \u2013 in einer Phase, in der der politische Status der Region selbst noch Gegenstand internationaler Vereinbarungen war.<\/p>\n<p>Diese Eskalation blieb international nicht unbeachtet. Die Sprecherin des russischen Au\u00dfenministeriums, Maria Sacharowa, griff den Fall wenige Tage sp\u00e4ter in ihrer w\u00f6chentlichen Pressekonferenz auf. Sie sprach von einer inakzeptablen und rechtlich nicht haltbaren Interpretation humanit\u00e4rer Hilfe als Terrorunterst\u00fctzung. Russland habe offiziell um Aufkl\u00e4rung gebeten und konsularischen Zugang eingefordert. Die Verfolgung russischer Staatsb\u00fcrger in Deutschland, so Sacharowa, habe inzwischen systematischen Charakter und diene der Einsch\u00fcchterung sowie der D\u00e4monisierung Russlands in der deutschen \u00d6ffentlichkeit. Ihre rhetorische Frage \u2013 \u201eWas ist mit den Menschenrechten?\u201c \u2013 markiert den Punkt, an dem aus einem nationalen Ermittlungsverfahren ein diplomatischer Konflikt wird. Es zeigt auch, wie stark der Fall \u00fcber seine juristische Ebene hinaus aufgeladen ist. Was als Ermittlungsverfahren begann, ist l\u00e4ngst Teil einer internationalen Deutungsschlacht geworden, in der Recht, Moral und Geopolitik unaufl\u00f6slich ineinandergreifen.<\/p>\n<p>Parallel dazu existiert eine zweite, weit weniger sichtbare Ebene &#8211; die der pers\u00f6nlichen Biographien und der individuellen Br\u00fcche. Im November 2025, wenige Wochen vor der Festnahme, ver\u00f6ffentlichte Falko Hartmann auf Facebook einen ausf\u00fchrlichen pers\u00f6nlichen R\u00fcckblick. Darin beschreibt er ein Leben, das aus seiner Sicht zunehmend von staatlicher Kontrolle, Durchsuchungen, Kontensperrungen und beruflichen Einschr\u00e4nkungen gepr\u00e4gt war. Er schildert Reisen in den Donbass, seine Mitarbeit bei der \u201eFriedensbr\u00fccke\u201c, sein Selbstverst\u00e4ndnis als Helfer in einem humanit\u00e4ren Konflikt, und seine wachsende \u00dcberzeugung, dass humanit\u00e4res Engagement in Deutschland zunehmend kriminalisiert werde.<\/p>\n<p>Besonders eindr\u00fccklich ist dabei der Ton. Hartmann schreibt nicht als Aktivist. Er dr\u00fcckt sich aus als jemand, der sich in einem administrativen und sicherheitsrechtlichen Geflecht zunehmend ohnm\u00e4chtig f\u00fchlt. Er berichtet von Hausdurchsuchungen, der Beschlagnahmung pers\u00f6nlicher Kommunikationstechnik, von K\u00fcndigungen, Kontosperrungen und dem Verlust sozialer Sicherheiten. Am Ende steht der Eindruck einer schleichenden Entwertung der eigenen Lebensleistung. Dieser Text auf seinem Account ist ein Dokument subjektiver Erfahrung \u2013 und als solches ein wichtiges Korrektiv zu einer Berichterstattung im reichweitenstarken Medienstrudel, die Betroffene nun als \u201eBeschuldigte\u201c wahrnehmen.<\/p>\n<p>Eine \u00e4hnliche Perspektive findet sich im Beitrag eines Dresdner Aktivisten. Georg H\u00e4upl \u00e4u\u00dfert sich im Januar 2026 \u00f6ffentlich zu diesen Ermittlungen. H\u00e4upl beschreibt darin seine eigenen Erfahrungen mit polizeilichen Durchsuchungen, Ermittlungsverfahren und Verdachtszuschreibungen im Zusammenhang mit Donbass-Hilfsarbeit. Er verweist auf fr\u00fchere St\u00e4dtepartnerschaften, private Kontakte und Friedensinitiativen zwischen Ost und West, die heute politisch kaum noch vorstellbar seien. Sein Kommentar ist gepr\u00e4gt von Entt\u00e4uschung, aber auch von dem Versuch, an einer Idee von Verst\u00e4ndigung festzuhalten, die jenseits milit\u00e4rischer Blocklogik existiert. Beide Stimmen, Hartmanns R\u00fcckblick und H\u00e4upls Stellungnahme, verweisen auf ein Milieu, das lange als Teil zivilgesellschaftlicher Friedensarbeit galt und nun zunehmend in den Bereich sicherheitsbeh\u00f6rdlicher Beobachtung ger\u00e4t. Und sie markieren einen \u00dcbergang, von politisch geduldeter humanit\u00e4rer Grenzg\u00e4ngerei zu strafrechtlich relevanter Loyalit\u00e4tsabweichung.<\/p>\n<p>Diese n\u00fcchterne Perspektive teilt auch Michael Sch\u00f6neck, Mitglied des Vereinsvorstands in Wollenberg, er ist von Beruf Mathematiker. Seit mehr als zwanzig Jahren k\u00fcmmert er sich um die Finanzen des Vereins. Heute ist er vierundsiebzig. Der R\u00fccken mache nicht mehr alles mit wie fr\u00fcher, sagt er. Aber aufh\u00f6ren komme f\u00fcr ihn nicht in Frage. Zu viel Arbeit, zu viel Verantwortung, zu viel Geschichte h\u00e4nge an diesem Ort. Sch\u00f6neck hat sich in der DDR mit numerischer Mathematik besch\u00e4ftigt. Er arbeitete an Programmsystemen zur Berechnung w\u00e4rmetechnischer St\u00f6rf\u00e4lle in Kernreaktoren \u2013 unter anderem in Rheinsberg, sah sich auch Stendal und Greifswald an. \u201eDas war die sch\u00f6nste Zeit meines Lebens\u201c, sagt er r\u00fcckblickend. Es ging um komplexe Modelle, um Verantwortung, um pr\u00e4zise Systeme, in denen Fehler reale Folgen gehabt h\u00e4tten. Diese berufliche Pr\u00e4gung erkl\u00e4rt viel von seiner heutigen Haltung. Die Skepsis gegen\u00fcber Alarmismus, die Distanz zu politischen Schlagworten, die Konzentration auf Funktionalit\u00e4t und Realit\u00e4t. Der Verein selbst sei nie ein Massenprojekt gewesen. In Wollenberg habe es von Anfang an nur einen kleinen, stabilen Kern gegeben \u2013 heute rund vierzehn Mitglieder, von denen viele seit Jahrzehnten dabei sind. Die gro\u00dfen Zahlen, von sechzig oder siebzig Personen, kenne er aus anderen Bunker- und Technikprojekten. Dort habe es anfangs oft eine Euphorie gegeben, die schnell verflogen sei. \u00dcbrig geblieben seien am Ende meist nur wenige, die die eigentliche Arbeit trugen.<\/p>\n<p>In Wollenberg sei dieser harte Kern von Anfang an da gewesen. Was heute wie ein geschlossenes Museum wirke, sei das Ergebnis jahrelanger Aufbauarbeit. Als der Verein begann, war vieles besch\u00e4digt, zerst\u00f6rt oder unbrauchbar. In den ersten zwanzig Jahren nach der Wende seien zahlreiche ehemalige Milit\u00e4ranlagen oder Bunker der Staatssicherheit ungesichert gewesen. Manche seien von Neugierigen aufgebrochen worden, nur um Fotos zu machen. T\u00fcren seien offengelassen worden, Technik sei liegen geblieben. Danach seien Vandalen gekommen. Viele Objekte seien so unwiederbringlich verloren gegangen. Auch in Wollenberg sei anfangs vieles zerlegt und besch\u00e4digt gewesen \u2013 kaum etwas habe sich im urspr\u00fcnglichen Zustand befunden. Der Verein habe St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck Material aus anderen stillgelegten Anlagen zusammengetragen. Aus Bunkern, die aufgegeben wurden. Aus Best\u00e4nden, die niemand mehr wollte. Man habe gerettet, was noch zu retten war. \u201eWir haben uns das alles in Kleinarbeit wieder aufgebaut\u201c, sagt Sch\u00f6neck. Ohne finanzielle F\u00f6rderung, mit viel Eigenarbeit, Improvisation und Geduld. Manche Bauteile seien jahrelang gesucht worden. Andere habe man selbst repariert. Das Museum sei geplant entstanden, es ist ein\u00a0 Hobbyprojekt und gewachsen.<\/p>\n<p>Zum Gel\u00e4nde geh\u00f6rt heute auch ein gro\u00dfer Fuhrpark historischer Milit\u00e4rfahrzeuge. Er ist deutlich umfangreicher, als es auf den ersten Blick erscheint. Ein Teil der Fahrzeuge befindet sich im Vereins- oder Privatbesitz der Mitglieder, andere stehen als Dauerleihgaben zur Verf\u00fcgung, unter anderem aus der Wehrtechnischen Sammlung der Bundeswehr sowie aus Best\u00e4nden aus einem Ort in Th\u00fcringen. Dazu geh\u00f6ren unter anderem mehrere Kamaz-Lkw, SIL-Fahrzeuge, ein GAZ-66, ein Robur und weitere Modelle. Auch ein Wolga sei dabei, Traktoren, Goulaschkanone und H\u00e4nger. Sch\u00f6neck kennt die Herkunft und den Status jedes einzelnen Fahrzeugs. Wichtig sei vor allem, das meiste funktioniere noch.<\/p>\n<p>Die Fahrzeuge w\u00fcrden regelm\u00e4\u00dfig gewartet, gepflegt und technisch \u00fcberpr\u00fcft. Ersatzteile m\u00fcssten nur selten beschafft werden, weil die Substanz noch erstaunlich gut sei. Wer sich um ein Fahrzeug k\u00fcmmere, tue das in der Regel aus eigener Motivation \u2013 oft auch auf eigene Kosten. Viele betrachteten es als pers\u00f6nliche Aufgabe, \u201eihr\u201c Fahrzeug originalgetreu zu erhalten. Reparaturen, Lackierungen, technische \u00dcberholungen w\u00fcrden meist in Eigenarbeit durchgef\u00fchrt. Manche Fahrzeuge seien mehrfach komplett \u00fcberholt worden.<\/p>\n<p>Heute k\u00e4men andere Besucher als fr\u00fcher. Fr\u00fcher seien vor allem M\u00e4nner mit milit\u00e4rischem Hintergrund gekommen. Inzwischen k\u00e4men zunehmend Familien, Schulklassen, junge Leute aus Brandenburg und Berlin. Viele seien technisch interessiert, gut vorbereitet durch die Internetseite. Auch junge Frauen geh\u00f6rten inzwischen selbstverst\u00e4ndlich dazu, betont Sch\u00f6neck. Viele k\u00e4men mit konkreten Erwartungen \u2013 und gingen beeindruckt. An Tagen der offenen T\u00fcr k\u00e4men manche Vereinsmitglieder in historischen NVA-Uniformen, um den technischen und historischen Kontext anschaulicher zu machen. F\u00fcr Sch\u00f6neck und Hartmann selbst sei das nie ein Bed\u00fcrfnis gewesen. Sie hielten Distanz zu jeder Form von Rollenspiel. \u201eWir sind und bleiben Zivilisten\u201c, sagt Sch\u00f6neck. \u201eWir haben nur ein etwas absonderliches Hobby.\u201c Es gehe um Technik, Geschichte und deren Erhalt. Der Bunker unterscheide sich von anderen Anlagen vor allem dadurch, dass hier das meiste noch funktioniere. Ganz real. Aggregate, L\u00fcftung, Stromversorgung oder Schalttechnik.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang dr\u00e4ngt sich f\u00fcr den einen oder anderen eine Frage auf, die in der \u00f6ffentlichen Debatte kaum gestellt wird. Wollen wir k\u00fcnftig jeden Technikverein, jeden Oldtimer-Fanclub, jedes Milit\u00e4rmuseum nach politischen Loyalit\u00e4ten durchleuchten? In ganz Westeuropa werden historische Milit\u00e4rfahrzeuge ausgestellt und gepflegt, ohne dass jemand darin ein Sicherheitsproblem sieht.<\/p>\n<p>Amerikanische Willys-MB-Jeeps aus dem Zweiten Weltkrieg, GMC-Lastwagen von General Motors, Dodge T223-WC 62 aus dem Vietnamkrieg, klassische US-Armee-Fahrzeuge aus den vierziger Jahren, fr\u00fche Unimog-Modelle von Mercedes \u2013 sie stehen auf Veteranentreffen, in Museen, auf Oldtimer-Messen. Sie gelten als Zeitzeugen, als technische Ikonen, als Teil industrieller Geschichte. Niemand k\u00e4me auf die Idee, Besitzern solcher Fahrzeuge revanchistische Motive zu unterstellen. Niemand fragt, ob ein Jeep von 1942 politische Gesinnung transportiert. Niemand vermutet in einem restaurierten GMC-Transporter eine versteckte Loyalit\u00e4t zur US-Kriegspolitik.<\/p>\n<p>In Wollenberg jedoch gen\u00fcgt bereits der Anblick sowjetischer oder ostdeutscher Technik, um Irritation auszul\u00f6sen?\u00a0 Kamaz, SIL, GAZ-66 \u2013 Fahrzeuge, die in ihrer Zeit ebenso Arbeitsmittel wie Milit\u00e4rger\u00e4t waren \u2013 werden pl\u00f6tzlich nicht mehr als historische Objekte gelesen, aber als politische Chiffren. Hier zeigt sich eine doppelte Standardsituation. Westliche Milit\u00e4rtechnik darf nostalgisch betrachtet werden. \u00d6stliche Technik wird verd\u00e4chtig. Das ist kein rationales Sicherheitsdenken. Es ist ein kultureller Reflex. Ein Zusammenzucken, das weniger mit realen Gefahren zu tun hat als mit sedimentierten Feindbildern. Technik wird als Projektionsfl\u00e4che politischer Angst. Dabei eint die Menschen in Wollenberg mit vergleichbaren Vereinen im Westen vor allem eines &#8211; sie sind Freaks und Bastler. Menschen, die sich f\u00fcr Mechanik, Material oder Geschichte interessieren, nicht f\u00fcr geopolitische Machtspiele.<\/p>\n<p>Die regelm\u00e4\u00dfig wiederkehrende Debatte in Deutschland \u00fcber angeblich fehlende Schutzbunker h\u00e4lt Michael Sch\u00f6neck f\u00fcr realit\u00e4tsfern. Schon in der DDR habe man gewusst, dass fl\u00e4chendeckender Schutz unm\u00f6glich sei. \u201eWie wollen Sie Millionen Menschen unterbringen?\u201c, fragt er. Die wenigen vorhandenen Schutzr\u00e4ume h\u00e4tten immer nur einer kleinen Gruppe gedient. \u201eWenn es hier wirklich knallt, verdampft Mitteleuropa\u201c, sagt er n\u00fcchtern. \u201eDann gibt es keinen Schutz. Und irgendwann muss man raus, weil nichts mehr da ist.\u201c Die Vorstellung, Bunker k\u00f6nnten Sicherheit garantieren, sei Illusion. Fr\u00fcher habe er bei F\u00fchrungen gesagt: \u201eWenn die Kacke wirklich am Dampfen ist, nehme ich mir einen Campingstuhl und setze mich auf den Semmelberg. Dann gucke ich mir den Blitz an.\u201c Das ist kein Zynismus. Es ist die Haltung eines Menschen, der sich jahrzehntelang mit Technik und Sicherheit besch\u00e4ftigt hat \u2013 und deren Grenzen kennt.<\/p>\n<p>Hinzu tritt ein weiterer Aspekt, der bislang kaum \u00f6ffentlich thematisiert wird. Nach Angaben aus dem Vereinsumfeld wurde die Wohnung von Falko Hartmann im Zuge der Ermittlungen durchsucht. Ein Gemeindevertreter war anwesend. Die Beamten verhielten sich offenbar korrekt, so die Darstellung aus dem Umfeld. Es wurden keine verd\u00e4chtigen Gegenst\u00e4nde gefunden und auch nichts beschlagnahmt, was als belastend h\u00e4tte gelten k\u00f6nnen. Auch dies ist Teil der Realit\u00e4t des Verfahrens. Massive Eingriffe bei gleichzeitig bislang nicht \u00f6ffentlich belegten materiellen Beweisen. Damit versch\u00e4rft sich die zentrale rechtsstaatliche Frage erneut. Untersuchungshaft ist im deutschen Recht als ultima ratio konzipiert \u2013 zur Sicherung des Verfahrens, nicht als vorweggenommene Sanktion. Sie setzt dringenden Tatverdacht und besondere Haftgr\u00fcnde voraus. Je l\u00e4nger jedoch konkrete Belege ausbleiben, desto st\u00e4rker verschiebt sich das Verh\u00e4ltnis zwischen Verdacht und Freiheitsentzug.<\/p>\n<p>Der Vergleich mit anderen prominenten F\u00e4llen, etwa dem Verfahren gegen IT-Experten und Organisator der gr\u00f6\u00dften Friedenskundgebungen in Berlin gegen die Coronama\u00dfnahmen, Michael Ballweg (Querdenken Stuttgart), dr\u00e4ngt sich auf. Auch dort erwiesen sich zentrale Vorw\u00fcrfe nach monatelanger Untersuchungshaft als nicht tragf\u00e4hig. Die Haft wirkte im R\u00fcckblick weniger wie eine Ma\u00dfnahme der Gefahrenabwehr als wie ein Instrument maximaler Druckaus\u00fcbung. Vor diesem Hintergrund gewinnt der Fall Hartmann und Avdjan eine strukturelle Bedeutung. Er steht exemplarisch f\u00fcr eine Entwicklung, in der Sicherheitsrecht, Au\u00dfenpolitik und Strafverfolgung zunehmend ineinander greifen. Humanit\u00e4re Akteure geraten dabei in eine Zone erh\u00f6hter Unsicherheit. Sie bewegen sich in R\u00e4umen, deren rechtlicher Status politisch volatil ist. Was gestern noch als Hilfe galt, kann morgen als Unterst\u00fctzung gelten. Es geht letztlich um die Frage, wie viel Unsch\u00e4rfe ein Rechtsstaat sich leisten darf, wenn geopolitische Loyalit\u00e4t zur politischen Leitkategorie wird. Je st\u00e4rker Konflikte moralisch absolut gesetzt werden, desto gr\u00f6\u00dfer wird die Versuchung, rechtliche Grauzonen zu instrumentalisieren. Und desto h\u00f6her ist die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen zwischen diese Frontlinien geraten, die sich selbst nie als politische Akteure verstanden haben. Sie waren Helfer und Organisatoren.<\/p>\n<p>Wenn Untersuchungshaft, \u00f6ffentliche Rahmung und administrative Nebenfolgen faktisch bereits Sanktion sind, bevor der Tatnachweis gef\u00fchrt ist, entsteht genau jene Tragik, die in F\u00e4llen wie dem von Falko Hartmann im Raum steht: Dass ein Mensch gesellschaftlich und existenziell getroffen wird, w\u00e4hrend die Kernfrage \u2013 was ist beweisbar? \u2013 noch offen ist.<\/p>\n<p>Der \u201eBunker Wollenberg\u201c steht an einer neuen Frontlinie. Nicht mehr zwischen NATO und Warschauer Pakt. Er steht zwischen Humanit\u00e4t und Staatsschutz, zwischen Erinnerungspolitik und Gegenwartsmacht. Die Ironie ist bitter und ich wiederhole den Kern. Was bleibt, ist eine offene Frage. Solange dies offen ist, bleibt auch die Legitimit\u00e4t der Haft offen. Wer den Rechtsstaat ernst nimmt, muss nicht Partei ergreifen, um diese Frage zu stellen. Es reicht, auf den Kern zu bestehen: Tatnachweis vor Deutungshoheit. Der \u201eBunker Wollenberg\u201c ist ein Museum. Aber er ist mehr. Er ist ein Ort, an dem sich zeigt, wie wir mit Geschichte umgehen. Wie wir Humanit\u00e4t verstehen. Und wie belastbar der Rechtsstaat bleibt, wenn Geopolitik beginnt, seine Ma\u00dfst\u00e4be zu setzen.<\/p>\n<h5>Epilog<\/h5>\n<p>Wann werden Falko Hartmann und Suren Avdjan also entlassen? Auf entsprechende Anfragen teilte die Bundesanwaltschaft der Autorin bislang keinen Zeitrahmen mit. Auch dazu, wann \u00fcber eine Haftpr\u00fcfung entschieden wird, liegen keine \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Informationen vor.<\/p>\n<p>Nach Angaben des Deutschen Richterbundes lagen die unerledigten Straf- und Ermittlungsverfahren in Brandenburg Mitte 2025 bei rund 42.000 F\u00e4llen. Bundesweit belief sich der Bestand auf fast eine Million. Personalmangel bei Staatsanwaltschaften und Gerichten gilt seit Jahren als zentrales strukturelles Problem. Zwar sieht die Strafprozessordnung enge Grenzen f\u00fcr Untersuchungshaft vor. In komplexen Staatsschutzverfahren werden diese jedoch regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberschritten. Verfahren ziehen sich \u00fcber Monate, teils \u00fcber Jahre. F\u00fcr die Betroffenen bedeutet das: Freiheitsentzug ohne rechtskr\u00e4ftiges Urteil. Der Rechtsstaat misst sich nicht an seinen Verdachtsmomenten. Er misst sich an seiner F\u00e4higkeit, Beweise zu liefern. Solange das niemand erbringt, bleibt die Freiheit offen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Sabiene Jahn, Tr\u00e4gerin des K\u00f6lner Karlspreises f\u00fcr Engagierte Literatur und Publizistik, ist Mitglied des Deutschen Freidenker-Verbandes, LV Rheinland-Pfalz \/ Saarland<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Quellen und Anmerkungen<\/strong> (nicht im Text numerisch enthalten):<\/p>\n<p>1.) Milit\u00e4rhistorisches Museum \u201eBunker Wollenberg\u201c(Webseite): http:\/\/www.bunker-wollenberg.eu\/<\/p>\n<p>2.) Pressemitteilung Bundesanwaltschaft: <a href=\"https:\/\/www.generalbundesanwalt.de\/DE\/Presse\/Aktuelle_Pressemitteilungen\/Aktuelle_Pressemitteilungen_node.html\">https:\/\/www.generalbundesanwalt.de\/DE\/Presse\/Aktuelle_Pressemitteilungen\/Aktuelle_Pressemitteilungen_node.html<\/a><\/p>\n<p>3.) <a href=\"https:\/\/www.securitycouncilreport.org\/atf\/cf\/%257B65BFCF9B-6D27-4E9C-8CD3-CF6E4FF96FF9%257D\/s_res_2202.pdf\">https:\/\/www.securitycouncilreport.org\/atf\/cf\/{65BFCF9B-6D27-4E9C-8CD3-CF6E4FF96FF9}\/s_res_2202.pdf<\/a>; UN-Dokument Nr. 2202\/ u.a. Minsker Vertr\u00e4ge 2014\/ 2015, Siehe Ziffer 4: Aufnahme eines Dialogs \u00fcber die Modalit\u00e4ten lokaler Wahlen im Einklang mit dem ukrainischen Recht und dem Gesetz der Ukraine \u201e\u00dcber die vorl\u00e4ufige Ordnung der lokalen Selbstverwaltung in bestimmten Gebieten der Regionen Donezk und Luhansk\u201c sowie \u00fcber die k\u00fcnftige Ordnung dieser Gebiete auf Grundlage dieses Gesetzes. Anmerkung: Diese Ma\u00dfnahmen umfassen gem\u00e4\u00df dem Gesetz \u00fcber die besondere Ordnung der lokalen Selbstverwaltung in bestimmten Gebieten der Regionen Donezk und Luhansk unter anderem: Den Schutz vor Strafverfolgung, Bestrafung und Diskriminierung von Personen im Zusammenhang mit den Ereignissen in diesen Gebieten; das Recht auf sprachliche Selbstbestimmung; die Beteiligung der Organe der lokalen Selbstverwaltung an der Ernennung von Leitungen staatlicher Stellen; staatliche Unterst\u00fctzung f\u00fcr die soziale und wirtschaftliche Entwicklung dieser Gebiete; die F\u00f6rderung grenz\u00fcberschreitender Zusammenarbeit.<\/p>\n<p>4.) Grundgesetz f\u00fcr die Bundesrepublik Deutschland Art 1: <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/gg\/art_1.html\">https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/gg\/art_1.html<\/a><\/p>\n<p>5.) Grundgesetz f\u00fcr die Bundesrepublik Deutschland Art 2: <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/gg\/art_2.html\">https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/gg\/art_2.html<\/a><\/p>\n<p>6.) Europ\u00e4ische Menschenrechtskonvention (EMRK): <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/MRK\/6.html\">https:\/\/dejure.org\/gesetze\/MRK\/6.html<\/a>; https:\/\/www.echr.coe.int\/documents\/d\/echr\/convention_eng<\/p>\n<p>7.) UN-Antifolter-Konvention (Convention against Torture, CAT): <a href=\"https:\/\/www.ohchr.org\/sites\/default\/files\/Documents\/ProfessionalInterest\/cat.pdf\">https:\/\/www.ohchr.org\/sites\/default\/files\/Documents\/ProfessionalInterest\/cat.pdf<\/a><\/p>\n<p>8.) Einzelhaft allgemein \/ Menschenrechte\/ UN Standard Minimum Rules for the Treatment of Prisoners (Nelson Mandela Rules): <a href=\"https:\/\/www.unodc.org\/documents\/justice-and-prison-reform\/Nelson_Mandela_Rules-German.pdf\">https:\/\/www.unodc.org\/documents\/justice-and-prison-reform\/Nelson_Mandela_Rules-German.pdf<\/a><\/p>\n<p>9.) Europarat \u2013 CPT (Anti-Folter-Ausschuss)\/ Council of Europe \u2013 CPT: Solitary confinement should be minimised: <a href=\"https:\/\/www.coe.int\/en\/web\/cpt\/-\/council-of-europe-anti-torture-committee-solitary-confinement-in-prisons-should-be-minimised\">https:\/\/www.coe.int\/en\/web\/cpt\/-\/council-of-europe-anti-torture-committee-solitary-confinement-in-prisons-should-be-minimised<\/a><\/p>\n<p>10.) UN-Sonderberichterstatter \u2013 Einzelhaft als sch\u00e4dlich\/ UN General Assembly: Report of the Special Rapporteur on torture (A\/66\/268): <a href=\"https:\/\/docs.un.org\/en\/A\/66\/268\">https:\/\/docs.un.org\/en\/A\/66\/268<\/a><\/p>\n<p>11.) \u00a7 43a BRAO \u2013 Unabh\u00e4ngigkeit, Verbote bei Interessenkonflikten (\u00a7 43a Abs. 4 regelt die Vertretung trotz widerstreitender Interessen) <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/brao\/__43a.html\">https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/brao\/__43a.html<\/a><\/p>\n<p>12.) \u00a7 45 BRAO \u2013 T\u00e4tigkeitsverbot bei fr\u00fcherer Befassung: Erlaubt es einem Anwalt nicht, in derselben Angelegenheit t\u00e4tig zu sein, in der er zuvor staatlich befasst war. <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/brao\/__45.html\">https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/brao\/__45.html<\/a><\/p>\n<p>13.) Pflichtverteidigung und Verteidigungsrechte (StPO-Kontext): \u00a7 137 StPO \u2013 Wahlverteidiger \/ Pflichtverteidigung <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/stpo\/__137.html\">https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/stpo\/__137.html<\/a>; \u00a7 142 StPO \u2013 Pflichtverteidiger bei U-Haft <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/stpo\/__142.html\">https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/stpo\/__142.html<\/a> Diese Paragraphen sichern die Verteidigungsfreiheit und damit auch den Anspruch auf effektive Verteidigung.<\/p>\n<p>14.) Deutscher Richterbund \u2013 Warnung vor politischem Missbrauch der Strafverfolgung: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article256022926\/Miersch-soll-neuer-SPD-Fraktionsvorsitzender-werden-Liveticker.html\">https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article256022926\/Miersch-soll-neuer-SPD-Fraktionsvorsitzender-werden-Liveticker.html<\/a><\/p>\n<p>15.) \u201e\u00dcberkriminalisierung\u201c und die Kritik an Strafrecht als politischem Werkzeug (3. Dezember 2025): <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s11572-025-09771-w\">https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s11572-025-09771-w<\/a><\/p>\n<p>16.) Kritik an politischer Politisierung von Strafverfolgung: <a href=\"https:\/\/scholar.law.colorado.edu\/faculty-articles\/1627\/\">https:\/\/scholar.law.colorado.edu\/faculty-articles\/1627\/<\/a> (2023)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">\u00a9 Sabiene Jahn<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Wir danken der Autorin f\u00fcr das Recht zur Ver\u00f6ffentlichung des Beitrages<\/span><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/da79ecfc1eda4ab98259a7e49667df44\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Bild oben: <span class=\"mw-mmv-title\">Arbeitsplatz des Diensthabenden f\u00fcr eine Troposph\u00e4renfunkrichtung im Bunker Wollenberg. Aufnahme vom 07.01.2006<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Foto: Bernhard Gr\u00f6hl, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/2.5\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">CC BY 2.5<\/a><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Quelle: <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=1330918\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=1330918<\/a><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Der \u201eBunker Wollenberg\u201c und die neue Frontlinie im Inneren des Rechtsstaats<\/b><br \/>\n<b>Ein Essay von Sabiene Jahn<\/b><br \/>\nTief im Wald von M\u00e4rkisch-Oderland steht ein Bauwerk aus Beton, Stahl und Funktechnik. Errichtet f\u00fcr den Atomkrieg \u2013 und heute unfreiwillig Teil eines politischen Konflikts, der mit dem Kalten Krieg mehr gemeinsam hat, als vielen lieb ist. Der \u201eBunker Wollenberg\u201c ist ein Museum. Ein Ort der Erinnerung. Ein Ort der Technikgeschichte. Doch seit Wochen wird er nicht mehr nur als historischer Ort gelesen. Er ist zur Projektionsfl\u00e4che geworden. F\u00fcr neue Feindbilder. F\u00fcr neue Sicherheitslogiken. F\u00fcr eine staatliche Praxis, die immer h\u00e4ufiger mit Verdacht beginnt \u2013 und mit Untersuchungshaft endet. An diesem Ort l\u00e4sst sich beobachten, wie schnell Geschichte wieder Gegenwart wird. Und zwar durch politische Deutung.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":24377,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","advanced_seo_description":"","jetpack_seo_html_title":"","jetpack_seo_noindex":false,"jetpack_post_was_ever_published":false,"footnotes":""},"categories":[12,1162],"tags":[2451,1458,3040,3039,454,1605,1121,635,2641,1977,1165,466,2217,2890,3021,1068,1846,3041,1556,445,2381,639,2899,3042,1826],"class_list":["post-24374","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-demokratie-medien-aufklaerung","category-geschichte","tag-ausstellung","tag-bedrohung","tag-befehlskette","tag-bunker","tag-ddr","tag-denkmal","tag-donbass","tag-feindbild","tag-friedensbruecke","tag-hilfslieferungen","tag-kalter-krieg","tag-kommunikation","tag-museum","tag-narrativ","tag-ost-west","tag-ramstein","tag-rechtsstaat","tag-schweigepflicht","tag-sicherheitspolitik","tag-technik","tag-terroristische-vereinigung","tag-ukraine-konflikt","tag-untersuchungshaft","tag-verein","tag-warschauer-vertrag"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Bunker_Wollenberg-4_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9stpK-6l8","jetpack-related-posts":[{"id":12534,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=12534","url_meta":{"origin":24374,"position":0},"title":"Ein paar Worte zu Butscha","author":"Webredaktion","date":"4. 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Denn viele andere m\u00f6gen allerlei Dinge \u00fcber die Taurus-Marschflugk\u00f6rper glauben und aus diesen Gr\u00fcnden irgendwelches Zeug erz\u00e4hlen; aber Kiesewetter war nicht immer\u2026","rel":"","context":"In &quot;Demokratie \u2013 Medien \u2013 Aufkl\u00e4rung&quot;","block_context":{"text":"Demokratie \u2013 Medien \u2013 Aufkl\u00e4rung","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?cat=12"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Roderich_Kiesewetter_-_17._Jahreskonferenz_der_Kyjiwer_Gespraeche_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=350%2C200","width":350,"height":200,"srcset":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Roderich_Kiesewetter_-_17._Jahreskonferenz_der_Kyjiwer_Gespraeche_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=350%2C200 1x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Roderich_Kiesewetter_-_17._Jahreskonferenz_der_Kyjiwer_Gespraeche_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=525%2C300 1.5x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Roderich_Kiesewetter_-_17._Jahreskonferenz_der_Kyjiwer_Gespraeche_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=700%2C400 2x"},"classes":[]},{"id":22616,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=22616","url_meta":{"origin":24374,"position":5},"title":"Mein Kampf \u2013 oh pardon, \u201aMein Krieg\u2018","author":"Webredaktion","date":"19. 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