{"id":22621,"date":"2025-08-21T22:51:59","date_gmt":"2025-08-21T20:51:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=22621"},"modified":"2025-09-16T03:06:42","modified_gmt":"2025-09-16T01:06:42","slug":"armut-und-wie-man-sie-verschwinden-laesst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=22621","title":{"rendered":"Armut \u2013 und wie man sie verschwinden l\u00e4sst"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ja, hier geht es wieder einmal um Statistik. Aber jede Auseinandersetzung um Statistik ist auch eine um die Gesellschaft, darum, wie ihr Zustand wirklich ist, in welche Richtung sie sich entwickelt und, nicht zuletzt, was zu tun n\u00f6tig w\u00e4re. <\/strong><\/p>\n<p><em>Von <strong>Dagmar Henn<\/strong><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Erstver\u00f6ffentlichung am 17.08.2025 auf <a href=\"https:\/\/freedert.online\/meinung\/253280-armut-und-wie-man-sie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">RT DE<\/a><\/span><\/p>\n<p>Es ist selten, dass sich deutsche Medien \u00fcberhaupt mit Armut und der Armutsquote befassen. Aktuell ist es ein\u00a0<a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Forscher-kritisieren-klein-gerechnete-Armutsquote-article25964929.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Schreiben<\/a>\u00a0von 30 Armutsforschern an das Statistische Bundesamt, das das Thema ausnahmsweise in die Schlagzeilen bef\u00f6rdert hat. Sie werfen der Beh\u00f6rde vor, eine Berechnungsmethode gel\u00f6scht zu haben.<\/p>\n<p>Nun ist das so eine Sache mit der Berechnung von Armutsquoten. Zu wissen, wie viele Menschen in einer Gesellschaft arm sind, ist eine der wichtigsten Informationen \u00fcber den gesellschaftlichen Zustand: Wenn die Armutsquote sinkt, dann hat die Politik etwas richtig gemacht und die Lebensverh\u00e4ltnisse der Menschen verbessert. Allerdings interessiert dieses Kriterium in Deutschland schon seit vielen Jahren nicht mehr, und selbst wenn die Armutsquote steigt, r\u00fchrt es die Politik wenig.<\/p>\n<p>Jeder Mensch wei\u00df, was Armut ist, aber sie zu messen, eine Zahl zu gewinnen, die diesen sozialen Zustand berechenbar macht, ist dennoch nicht einfach. Die Armutsquoten, um die hier gestritten wird, sind nur einer der m\u00f6glichen Wege, und vor allem deshalb beliebt, weil sie gewisserma\u00dfen als Beifang zur gew\u00f6hnlichen Bev\u00f6lkerungsstatistik mit abfallen. Beide Berechnungsmethoden, die alte, MZ-Kern, und die EU-weit einheitliche, MZ-SILC, beruhen auf Daten des Mikrozensus, also der j\u00e4hrlichen Erfassung statistischer Daten der deutschen Bev\u00f6lkerung durch eine Umfrage, die etwa 1 Prozent der Bev\u00f6lkerung erfasst.<\/p>\n<p>Der Wert statistischer Daten h\u00e4ngt immer entscheidend von der Gr\u00f6\u00dfe der Probe ab. Meinungsumfragen arbeiten meistens mit Zahlen um die 1.000 Befragten; das ist ein Bereich, in dem man sich auch Fehler von zwei, drei Prozent leisten kann. Der Zensus ist die Grundlage f\u00fcr eine Menge von Planungen, von Kindertagesst\u00e4tten bis Autobahnen, f\u00fcr Steuersch\u00e4tzungen und Finanzfl\u00fcsse zwischen Bund, L\u00e4ndern und Gemeinden; also darf die Abweichung nicht gro\u00df sein.<\/p>\n<p>Daher gibt es alle zehn Jahre einen Zensus, der die gesamte Einwohnerschaft erfasst und die Fehler, die sich selbst bei einer gro\u00dfen Stichprobe einschleichen k\u00f6nnen, wieder korrigiert. Der letzte Zensus in Deutschland war 2022. Danach stellten viele Gemeinden verbl\u00fcfft fest, dass sie kleiner oder gr\u00f6\u00dfer waren, als sie zuvor angenommen hatten, und einige davon f\u00fchren gerade Prozesse um Mittel, die ihnen durch die niedrigere Bev\u00f6lkerung entgehen.<\/p>\n<p>Der Mikrozensus, der in den Jahren zwischen den Volksz\u00e4hlungen stattfindet, umfasst ein Prozent oder etwa 810.000 Personen. Haushalte, die f\u00fcr die Teilnahme am Mikrozensus ausgelost werden, werden bis zu viermal innerhalb des jeweiligen Jahres befragt.<\/p>\n<p>Aus diesen Daten, die mit einem umfangreichen Fragebogen\u00a0<a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Themen\/Gesellschaft-Umwelt\/Bevoelkerung\/Haushalte-Familien\/Methoden\/Erlaeuterungen\/1-was-wird-erfragt.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ermittelt<\/a>\u00a0werden, werden die statistischen Zahlen errechnet. Viele davon sind online abrufbar, sodass man einzelne Berechnungen sogar nachvollziehen oder eigene erfinden kann. Wenn zwei unterschiedliche Berechnungen auf der Grundlage derselben Daten zu einem anderen Ergebnis kommen, dann kann das nur an der Berechnungsmethode liegen.<\/p>\n<p>Der Vorwurf der Forscher lautet nun, die Armutsquote, die sich auf der Grundlage von MZ-SILC ergebe, betrage f\u00fcr das Jahr 2023 &#8222;nur&#8220; noch 15,5 Prozent, w\u00e4hrend die zuvor \u00fcbliche Methode MZ-Kern auf 16,6 Prozent komme. Das Statistische Bundesamt verteidigt sich damit, Transfereink\u00fcnfte wie Kindergeld oder Wohngeld w\u00fcrden besser erfasst, und au\u00dferdem sei das eben die EU-weit einheitliche Berechnungsmethode. Die Forscher meinen, die Beh\u00f6rde rechne die Armut gezielt klein.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig von der Frage, wer mit dieser Argumentation recht hat, steht eines auf jeden Fall fest: Die Vergleichbarkeit der Zahlen hat darunter gelitten. Immerhin wird die einst von der OSZE eingef\u00fchrte Festlegung von Armut bei 60 Prozent des Medianeinkommens in Deutschland seit Anfang der 2000er-Jahre verwendet; also sind die aktuellen Zahlen bei MZ-Kern immerhin mit einem Vierteljahrhundert vergleichbar. Die Zahlen nach MZ-SILC werden in Deutschland erst seit 2020 abgefragt.<\/p>\n<p>Und nat\u00fcrlich haben die Forscher mit der Annahme recht, dass eine Regierung beziehungsweise ihre Statistikbeh\u00f6rde versucht sein k\u00f6nnte, eine steigende Armut auf die einfachste Methode zu beseitigen\u00a0\u2013 durch Wegrechnen. Selbst wenn es lange her ist, dass ein Anstieg der Armutsquote in Deutschland noch f\u00fcr irgendjemanden ein Skandal war. Allerdings \u2013 selbst die Berechnung nach der alten Methode f\u00fchrt eher zu einer massiven Untersch\u00e4tzung der Armut.<\/p>\n<p>Warum? Weil das Medianeinkommen in Deutschland schon lange real nicht gestiegen ist, die Kaufkraft, die dieses Medianeinkommen darstellt, also von Jahr zu Jahr abgenommen hat. W\u00e4hrend die Schwelle f\u00fcr Armut nach wie vor bei 60 Prozent dieses Einkommens liegt, setzt sich dieser Prozentsatz, wie das Medianeinkommen selbst, aber in immer weniger G\u00fctern und Leistungen um.<\/p>\n<p>Vor wenigen Tagen gab es eine andere Schlagzeile, die in diesem Zusammenhang aufhorchen lassen m\u00fcsste. Die stammte von einer Liquidit\u00e4tsstudie einer Bank und\u00a0<a href=\"https:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/video68958c12ca45f43c12f16eda\/studie-fast-jeder-zweite-deutsche-hat-weniger-als-2000-euro-ruecklagen-fuer-notfaelle.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">besagte<\/a>, dass jeder zweite Deutsche Reserven von weniger als 2.000 Euro hat; jeder F\u00fcnfte weniger als 500 Euro und sechs Prozent haben gar nichts. Das sind Zahlen, die f\u00fcr eine andere\u00a0<a href=\"https:\/\/www.google.com\/url?sa=t&amp;source=web&amp;rct=j&amp;opi=89978449&amp;url=https:\/\/www.degruyterbrill.com\/document\/doi\/10.1515\/zfsoz-2000-0404\/pdf%3Fsrsltid%3DAfmBOopFFmkv2SXkTIvANw-8G7qjBGemOc_PzywFTV7a4N4udL2OAZBQ&amp;ved=2ahUKEwj-7bTHpoqPAxWf3AIHHfU8IckQFnoECBkQAQ&amp;usg=AOvVaw0X_yMSNKAkG8mG7r8Dh7pV\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Methode<\/a>\u00a0zur Armutsmessung durchaus relevant w\u00e4ren: die Deprivationsmethode. Sie ist weniger beliebt, weil sie aufwendiger ist, denn es geht darum, in vielen Bereichen konkreten Mangel abzufragen: K\u00f6nnen Sie sich einen Urlaub leisten? K\u00f6nnen Sie ein kaputtes Haushaltsger\u00e4t ersetzen? K\u00f6nnen Sie Zahnersatz finanzieren? Neue Kleidung?<\/p>\n<p>Der Kern des Problems: Die Erfassung von Armut \u00fcber einen Prozentsatz vom Medianeinkommen macht Sinn, solange dieses Medianeinkommen f\u00fcr einen steigenden Wohlstand steht, weil Armut immer auch einen relativen Aspekt besitzt. In einer Gesellschaft, in der niemand in den Urlaub f\u00e4hrt, verursacht es kein Leid, selbst nicht in den Urlaub fahren zu k\u00f6nnen; wenn alle in den Urlaub fahren, man selbst aber nicht, ist das eine v\u00f6llig andere Frage, weil daraus pl\u00f6tzlich eine gesellschaftliche Ausschlie\u00dfung wird (diesen Punkt meint der in der Sozialforschung \u00fcbliche Begriff &#8222;Teilhabe&#8220;). Armut verschwindet nicht durch ein Ansteigen des durchschnittlichen Wohlstands, sondern nur durch Verringerung der Ungleichheit bei dessen Verteilung.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu dem Zeitpunkt, als die Armutsmessung durch Median eingef\u00fchrt wurde, sind inzwischen aber nicht nur in Deutschland, sondern in der gesamten EU die Medianeinkommen zur\u00fcckgegangen, zumindest real, also um die Inflation korrigiert. Das ver\u00e4ndert die Aussagef\u00e4higkeit einer so berechneten Armutsquote gewaltig, denn neben der relativen Armut gibt es auch eine absolute Armut, den Punkt, an dem das Geld nicht gen\u00fcgt, um Miete, Nahrung und Kleidung zu finanzieren. Je weiter das Medianeinkommen sinkt, desto weiter n\u00e4hert sich die Schwelle von 60 Prozent, die eigentlich auf relative Armut ausgerichtet ist, einem Zustand absoluter Armut, in dem die verf\u00fcgbaren Mittel so gering sind, dass es die Existenz gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>Es gibt \u00fcbrigens noch ein Zahlenverh\u00e4ltnis, das man bei der Betrachtung von Armut und Reichtum immer mit im Blick haben sollte: das Verh\u00e4ltnis zwischen dem Durchschnitts- und dem Medianeinkommen. In der Slowakei und in Tschechien ist der Abstand zwischen diesen beiden Werten deutlich niedriger als in Deutschland. Hier betrug das Brutto-Durchschnittseinkommen 2024 55.608 Euro, das Medianeinkommen aber nur 43.000 Euro, etwa 77 Prozent davon. Die H\u00e4lfte aller Besch\u00e4ftigten verdiente also weniger als besagte 43.000 Euro. W\u00fcrde man eine Armutsquote anhand des Durchschnitts berechnen, der immerhin den Pro-Kopf-Anteil am gesellschaftlichen Wohlstand benennt, l\u00e4ge die Armutsquote in Deutschland deutlich h\u00f6her. Was zugleich zeigt, dass, absurderweise, bei zunehmender Ungleichheit die Armut eher untersch\u00e4tzt wird.<\/p>\n<p>Die Messung des Medianeinkommens selbst ber\u00fccksichtigt auch nur einen Teil der regelm\u00e4\u00dfigen Belastungen. Grundlage ist das Nettoeinkommen, was bedeutet, dass die Lohn- oder Einkommensteuer und die Sozialversicherung bereits abgezogen sind. Aber das verf\u00fcgbare Einkommen ver\u00e4ndert sich auch durch die Miete; was daf\u00fcr gezahlt wird, steht f\u00fcr Nahrung und Kleidung nicht mehr zur Verf\u00fcgung. Gleiches gilt f\u00fcr die Energiekosten, egal, ob Strom oder Heizung.<\/p>\n<p>Es braucht kein besonderes Genie, um festzustellen, dass seit der Einf\u00fchrung der Berechnungsmethode gerade diese Ausgaben deutlich st\u00e4rker gestiegen sind als die Realeinkommen. \u00dcber die Inflation der Nahrungsmittelpreise in den letzten Jahren muss man da noch gar nicht reden. Daraus erschlie\u00dft sich schnell, dass eine Person, die heute von den besagten 60 Prozent des Medianeinkommens lebt, deutlich schlechter lebt als eine Person, die im Jahr 2000 von 60 Prozent des Medianeinkommens lebte, selbst wenn die fallenden Preise elektronischer Produkte das etwas kompensieren.<\/p>\n<p>Das Gleiche gilt \u00fcbrigens f\u00fcr die Armut in Regionen mit vergleichsweise hohen Einkommen. Da dort vielfach nicht nur die Miete, sondern auch andere G\u00fcter des t\u00e4glichen Bedarfs teurer sind, t\u00e4uscht eine Armutsschwelle, die auf einem bundeseinheitlichen Wert beruht, \u00fcber wirklichen Mangel hinweg; ganz zu schweigen von der Frage der Mieten. Bei einer Betrachtung auf Grundlage des frei verf\u00fcgbaren Einkommens oder auf Grundlage des Deprivationsansatzes k\u00e4me man auf ganz \u00fcberraschende Armut mitten im Wohlstand.<\/p>\n<p>Ende dieses Jahres wird eine statistische Auswertung erscheinen, die andere interessante Informationen liefert: die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS). Das ist jene Stichprobe, die eigentlich urspr\u00fcnglich die Grundlage f\u00fcr die Berechnung von Hartz IV liefern sollte, aber deren Zahlen immer ver\u00e4ndert wurden.<\/p>\n<p>Warum? Weil darin unter anderem festgestellt wurde, dass bereits 2003 die unteren 15 Prozent der Haushalte ihren Bedarf nur decken konnten, weil sie von irgendwoher, vermutlich von Verwandtschaft, zus\u00e4tzliches Geld erhielten; es also einen vergleichsweise gro\u00dfen Teil der Bev\u00f6lkerung gibt, der selbst bei einfacher Bed\u00fcrfnisdeckung im dauerhaften Defizit lebt. Um diese Tatsache musste irgendwie herumgerechnet werden, und man tat das, indem alle m\u00f6glichen Bed\u00fcrfnisse kleingerechnet wurden, Fortbewegung und Kultur beispielsweise. Es wird aufschlussreich sein, was die EVS 2023 ergibt, die Ende dieses Jahres ver\u00f6ffentlicht werden wird; auch daraus lassen sich Informationen gewinnen, wie es wirklich um die Armut im vermeintlich so reichen Deutschland steht.<\/p>\n<p>Bei genauerer Betrachtung f\u00fchrt also selbst die alte Methode MZ-Kern mit den errechneten 16,6 Prozent zu einer Untersch\u00e4tzung der Armut. Man wird sicher mehr als jeden sechsten Deutschen als arm bezeichnen k\u00f6nnen. Wie gut also, dass im normalen Alltag niemand hinsieht. Sonst k\u00f6nnte man noch auf den Gedanken kommen, die deutsche Politik mache ihre Sache schlecht.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Dagmar Henn ist Mitglied des Deutschen Freidenker-Verbandes<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Bild oben: <span class=\"mw-mmv-title\">Bettler in Deutschland, Unterf\u00fchrung an der S-Bahnstation Unna<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Foto: smial, Lizenz: FAL (<a href=\"https:\/\/artlibre.org\/licence\/lal\/de1-3\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Free Art License 1.3<\/a>)<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Quelle: <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=6779368\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=6779368<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Beitrag von Dagmar Henn<\/b><br \/>\nEs ist selten, dass sich deutsche Medien \u00fcberhaupt mit Armut und der Armutsquote befassen. 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