{"id":21921,"date":"2025-05-22T23:43:50","date_gmt":"2025-05-22T21:43:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=21921"},"modified":"2025-06-25T19:23:28","modified_gmt":"2025-06-25T17:23:28","slug":"juristische-ausloeschung-ohne-urteil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=21921","title":{"rendered":"Juristische Ausl\u00f6schung ohne Urteil"},"content":{"rendered":"<h4><strong>Zwischen Wahrheit und Willk\u00fcr \u2013 \u00fcber Alina Lipp, ihre Berichterstattung und die europ\u00e4ische Realit\u00e4t<\/strong><\/h4>\n<p><em>Ein Standpunkt von <strong>Sabiene Jahn.<\/strong><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Erstver\u00f6ffentlichung am 20.05.2025 auf <a href=\"https:\/\/apolut.net\/juristische-ausloschung-ohne-urteil-von-sabiene-jahn\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">apolut.net<\/a><\/span><\/p>\n<p>Der Beitrag ist auch als Audiopodcast verf\u00fcgbar<\/p>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-21921-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/apolut.net\/content\/media\/2025\/05\/apolut_20250520_SP_Dienstag.mp3?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/apolut.net\/content\/media\/2025\/05\/apolut_20250520_SP_Dienstag.mp3\">https:\/\/apolut.net\/content\/media\/2025\/05\/apolut_20250520_SP_Dienstag.mp3<\/a><\/audio>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Bereitgestellt von <a href=\"https:\/\/apolut.net\/juristische-ausloschung-ohne-urteil-von-sabiene-jahn\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">apolut.net<\/a><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\"><a href=\"https:\/\/apolut.net\/content\/media\/2025\/05\/apolut_20250520_SP_Dienstag.mp3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Download<\/a><\/span><\/p>\n<p>Am 20. Mai 2025 will die Europ\u00e4ische Union das 17. Sanktionspaket verabschieden. Es ist ein Vorgang von historischer Tragweite \u2013 nicht wegen seiner Gr\u00f6\u00dfe, sondern wegen seines Charakters. Denn diesmal betrifft es keine Staaten, keine Konzerne, keine Waffenlieferanten. Es betrifft eigene B\u00fcrger, Journalisten und Blogger. Menschen, die schreiben, was nicht gesagt werden soll \u2013 oder nicht mehr gesagt werden darf. Die Namen, die in einem geleakten Entwurf von Correktiv genannt wurden, lauten Thomas R\u00f6per und Alina Lipp. Beide berichten aus Russland. Beide haben sich Reichweiten erarbeitet, die aus dem Stand &#8211; au\u00dferhalb der Systempresse &#8211; kaum jemand zu erreichen vermag: Alinas Kanal \u201eNeues aus Russland\u201c z\u00e4hlt rund 200.000 Abonnenten Thomas R\u00f6pers Plattform Anti-Spiegel wird t\u00e4glich tausendfach aufgerufen, weil sie das tut, was deutsche Medien nicht mehr leisten: Originalquellen lesen, \u00fcbersetzen, kontextualisieren. Und genau das scheint das Problem zu sein. Denn wer heute eine starke Stimme hat \u2013 auf Telegram, YouTube, Webseiten \u2013 und das sagt, was im offiziellen Diskurs nicht vorgesehen ist, der wird nicht mehr widerlegt. Er wird aussortiert. Isoliert. Sanktioniert. Es geht nicht um Inhalte. Es geht um Kontrolle.<\/p>\n<p>Was diese Journalisten tun, ist unbequem \u2013 aber legitim. Sie publizieren Reden der russischen F\u00fchrung, Kommentare russischer Wirtschaftsexperten, Philosophien, Feldberichte. Nicht, um zu gefallen, sondern um zu erg\u00e4nzen. Um ein Bild zu zeigen, das mehr ist als ein westlicher Ausschnitt. Doch in einer EU, die l\u00e4ngst den Operationsplan Deutschland entworfen hat \u2013 zur zivil-milit\u00e4rischen Vorbereitung eines m\u00f6glichen Krieges gegen Russland \u2013, passt diese Vielstimmigkeit nicht mehr ins Konzept. Man will niemanden mehr, der Frieden denkt. Stattdessen erleben wir ein Klima, in dem K\u00fcnstler mit Auftrittsverboten belegt werden, Unternehmen Formulare unterschreiben m\u00fcssen, dass sie nicht mit russischen Firmen zusammenarbeiten \u2013 und nun auch Journalisten ins Visier geraten, die der Zensur nicht durch Selbstzensur zuvorkommen. Wenn diese Logik durchgeht, ist nicht nur das Sanktionsrecht entgleist.<\/p>\n<h5>Treue zu dem, was stimmig ist<\/h5>\n<p>Wenn Entscheidungen fallen, dann geschieht das oft nicht \u00f6ffentlich, nicht laut, nicht aus Pose. Es sind leise, verdichtete Momente, in denen etwas in einem selbst un\u00fcberh\u00f6rbar wird. Man kann das Intuition nennen oder schlicht: innere Notwendigkeit. Ich habe solche Momente erlebt. Und ich erkenne sie bei anderen wieder \u2013 etwa bei meiner Kollegin und Freundin Alina Lipp. Unsere Geschichten verlaufen nicht parallel, aber sie ber\u00fchren sich in einem entscheidenden Punkt: Wir haben uns nie mit dem abgefunden, was sich als alternativlos ausgab. Und wir wussten, dass man f\u00fcr eine solche Haltung manchmal den Preis zahlt \u2013 nicht sp\u00e4ter, sondern sofort. Ich war 18 Jahre alt, als ich mich entschied, ein Volontariat in einem der angesehensten DDR-Medienh\u00e4user zu beenden. Nicht, weil ich scheiterte. Sondern, weil man von mir verlangte, mich zu entscheiden: f\u00fcr den Journalismus oder f\u00fcr die Musik. Ich sollte meine k\u00fcnstlerische T\u00e4tigkeit \u2013 die Bandauftritte, das Zusammenspiel mit Musikern der Dessauer Philharmonie \u2013 aufgeben, um \u201evoll bei der Sache\u201c zu sein. Die Entscheidung kam nicht aus mir, sie wurde mir abverlangt. Von einer Funktion\u00e4rin mit grauvioletter Haarpracht, die meinte, \u00fcber meine Leistungsf\u00e4higkeit besser Bescheid zu wissen als ich selbst. Doch ich wusste: Wenn ich mich hier beuge, beuge ich mich nicht nur vor einer Anweisung \u2013 ich verliere etwas, das mich selbst ausmacht. Also sprach ich. Vor versammelter Chefredaktion. Ich sagte nicht trotzig, sondern mit ruhiger Klarheit: Ich gehe. Ich wollte nicht, dass sie \u00fcber mich reden, ich wollte, dass sie mich h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Es war eine Entscheidung gegen das Funktionieren und f\u00fcr das Eigene &#8211; f\u00fcr Ganzheit, die mich ausmachte. Und ich bereue sie nicht. Denn ich blieb auf meinem Weg. Ich schrieb. Ich musizierte. Ich baute mir ein Leben, das beide Welten miteinander verband \u2013 nicht ohne Br\u00fcche, aber in Treue zu dem, was in mir stimmig war.<\/p>\n<h5>Mit einem Land sprechen<\/h5>\n<p>Jahrzehnte sp\u00e4ter lernte ich Alina kennen \u2013 auf einem Wochenende des Vereins Druschba, der die deutsch-russische Freundschaft pflegt. F\u00fcr mich als ehemalige DDR-B\u00fcrgerin war das keine exotische Idee. Die Beziehung zur Sowjetunion war Teil unseres fr\u00fcheren Alltags. Wir f\u00fchrten Brieffreundschaften mit russischen Sch\u00fclern, lernten ihre Sprache, sangen ihre Lieder. Gewiss, manches war ritualisiert \u2013 FDJ-Hemden, staatlich inszenierte Festivals. Aber der Grundgedanke war echt: Nie wieder Krieg. Nie wieder Faschismus. Nie wieder Hass auf die, mit denen uns Befreiung verband. Alina war bei diesem Treffen unauff\u00e4llig, aufmerksam. Kein lautes Statement, kein Bed\u00fcrfnis nach Wirkung. Offen, fragend, zugewandt. Einige Zeit sp\u00e4ter schrieb sie mir: ob ich mir vorstellen k\u00f6nne, mit ihr einen YouTube-Kanal (DruschbaFM) aufzubauen. \u00dcber Russland. \u00dcber Allt\u00e4gliches. \u00dcber das, was Deutsche nicht mehr sehen oder verstehen. Ich sagte ja \u2013 nicht, weil ich einen Plan hatte, sondern weil ich ihren Impuls sp\u00fcrte: das Bed\u00fcrfnis, nicht \u00fcber, sondern mit einem Land zu sprechen.<\/p>\n<p>Dann ging sie auf die Krim, besuchte ihren Vater \u2013 und blieb. Nicht aus Kalk\u00fcl, sondern weil sie in dieser Umgebung begann, neu zu denken, zu beobachten, zu sprechen. Nach einem Studium, einer Beziehung, die sie zur\u00fccklie\u00df und einer inneren Unruhe, die sie ernst nahm, ging sie den Schritt zu sich selbst. Sie war offen. Wir hielten Kontakt. Alina wollte keine Reporterin sein. Der Anfang war unauff\u00e4llig. Kein Donnerschlag, keine gro\u00dfe Ank\u00fcndigung. Sie startete ihren Telegram-Kanal am 5. November 2021 \u2013 mit einem Beitrag, der eher nach einem Reiseblog klang. Der Titel ihrer begleitenden Internetseite lautete: <em>\u201eGl\u00fccklich auf der Krim\u201c<\/em>. Dort lebte ihr Vater seit einigen Jahren, hatte sich von Deutschland verabschiedet. Alina sprach \u00fcber Sprachschulen, das Leben auf der Halbinsel, sie filmte Alltagsszenen, Marktbesuche, Spazierg\u00e4nge, erz\u00e4hlte zugewandt und neugierig.<\/p>\n<p>Aus der Idee eines Kulturkanals wurde mehr. Viel mehr. Denn Alina fuhr weiter \u2013 in den Donbass. Sie war keine ausgebildete Kriegsreporterin. Sie hatte kein Team im R\u00fccken. Aber sie hatte ihren eigenen Ma\u00dfstab. Sie wollte h\u00f6ren, was Menschen erlebten, die sonst niemand befragte. Alina blieb &#8211; tagelang ohne Strom, ohne Heizung. Sah schwer verwundete oder verst\u00fcmmelte Menschen, Tote. Und mit der Kamera in der Hand, die nicht als Waffe diente, sondern als Fenster.<\/p>\n<h5>Im Krieg angekommen<\/h5>\n<p>Sie wollte nicht \u201eBeruf: Russland-Expertin\u201c. Sie wollte etwas Echtes. Und sie suchte es nicht im System, sondern bei den Menschen. Sie war nicht naiv \u2013 im Gegenteil. Ihre Sprache war n\u00fcchtern, aber ihr Blick war offen, ohne Zynismus. Sie suchte, wie so viele in ihrer Generation, nach etwas Sinnvollem. Nicht auf dem Papier. Sondern im gelebten Alltag. Dass sie in den Donbass reisen w\u00fcrde, hatte ich schon geahnt. Und ich verstand es. Wenn man einmal gesp\u00fcrt hat, was Wahrheit sein kann \u2013 konkret, leibhaftig, ungefiltert \u2013, dann gibt man sich nicht mehr mit Floskeln zufrieden.<\/p>\n<p>Es begann schleichend. Zuerst mit Aufnahmen von einem zerst\u00f6rten Kindergarten, keine Soundkulisse, kein Logo, kein Schnitt. Nur Stimme, nur Bild, N\u00e4he. Alina war angekommen. Nicht im Beruf, sondern im Geschehen. Sie filmte, was da war. Und sie kommentierte nicht viel. Ihre Sprache war knapp, fast sachlich, manchmal trocken \u2013 wie eine Notiz aus einem Tagebuch, das sich selbst nicht erkl\u00e4ren will. F\u00fcr mich war das mehr als eine Reportage. Es war ein Moment, in dem man sp\u00fcrt, dass jemand nicht f\u00fcr Klicks oder Schlagzeilen arbeitet, sondern aus einem inneren Auftrag heraus. Nicht politisch, nicht ideologisch, sondern menschlich.<\/p>\n<p>Wir schrieben uns in dieser Zeit nicht regelm\u00e4\u00dfig. Ich wusste, dass Alina keine t\u00e4gliche Begleitung wollte. Aber wir hielten Kontakt. Ich fragte vorsichtig: <em>\u201eWie h\u00e4ltst du das aus?\u201c<\/em> Und sie schrieb einmal zur\u00fcck: <em>\u201eMan lernt, nicht alles emotional zu verarbeiten. Man sortiert. Aber man vergisst es nicht. Erst in den Pausen, wenn ich f\u00fcr einige Tage nach Hause zur\u00fcckkehre, sp\u00fcre ich die Belastung, psychische Anspannung, die Unwirklichkeit im Kopf, die real, ernst und blutig ist. Und wenn man sieht, dass niemand da ist au\u00dfer einem selbst \u2013 dann macht man weiter. \u201c <\/em>Ich habe oft \u00fcber diese Worte nachgedacht. Sie klingen nicht k\u00e4mpferisch. Aber sie tragen etwas, das viele in sich sp\u00fcren, aber nicht aussprechen: Verantwortung, die nicht abgefragt wurde. Die man nicht wollte \u2013 und doch \u00fcbernimmt, weil sonst niemand da ist.<\/p>\n<h5>Information allein reicht nicht<\/h5>\n<p>Die Abonnentenzahl war zun\u00e4chst \u00fcberschaubar: etwa 2.000 Menschen folgten ihr. Doch schon hier war sp\u00fcrbar, was sie trug: eine Mischung aus pers\u00f6nlicher N\u00e4he, entideologisiertem Blick und journalistischer Disziplin im besten Sinne \u2013 keine fertige Haltung, aber ein offenes Sensorium.\u00a0 Ende Oktober 2021 reiste sie erstmals nach Donezk. Auch das war kein Ereignis mit Pressefoto. Sie war einfach da. Filmte Stra\u00dfenz\u00fcge, sprach mit Menschen, dokumentierte, wie Corona den Alltag pr\u00e4gte, zeigte Restaurants. Als Zuschauerin. Als Fragende. In einem kurzen Clip sagte sie: <em>\u201eIch werde laufend gefragt, ob man in Donezk Sch\u00fcsse von der Front h\u00f6rt. Manchmal h\u00f6rt man was im Zentrum, aber nicht jeden Tag. Das erste Mal f\u00fcr mich war am 27., als die ukrainische Armee mit einer Drohne mit Sprengsatz versucht hat, das Donezker \u00d6llager zu sprengen. Gl\u00fccklicherweise ist der Sprengsatz erst beim Entsch\u00e4rfen detoniert \u2013 ein Gro\u00dfteil der Stadt w\u00e4re ausgel\u00f6scht worden!\u201c<\/em><\/p>\n<p>Die Detonation war deutlich zu h\u00f6ren. Kein symbolisches Ger\u00e4usch, kein \u00fcberzeichneter Bericht. Es war einfach da. Sp\u00fcrbar. Greifbar. Und damit auch: ersch\u00fctternd. Alina verlinkte zu diesem Ereignis einen Artikel von Thomas R\u00f6per, erschienen am 1. November 2021 auf Anti-Spiegel, in dem der Angriff minuti\u00f6s geschildert wurde. Die Beschreibung des Drohneneinsatzes, der durch ukrainische Milit\u00e4rs gegen zivile Infrastruktur gef\u00fchrt wurde, war in westlichen Medien kaum ein Thema. Alina wusste das \u2013 und sie wusste, dass ihre Leser und Zuschauer auf genau solche Quellen angewiesen waren. Es war nicht ihr Ziel, zu missionieren. Aber sie verstand, dass die Information allein nicht reicht \u2013 sie muss auch zug\u00e4nglich sein.<\/p>\n<h5>Nicht Kommentatorin, sondern Mittlerin<\/h5>\n<p>In dieser fr\u00fchen Phase ist vieles an ihr noch tastend, fast dokumentarisch vorsichtig. Sie fragt. Sie beobachtet. Sie wundert sich. In einem Clip beschreibt sie, wie Bewohner aus frontnahen Grauzonen Kritik an russischer Einflussnahme \u00e4u\u00dfern \u2013 ein Detail, das westlichen Medien oft fehlt, weil es nicht ins Freund-Feind-Muster passt. Alina zeigt die Graut\u00f6ne \u2013 selbst, wenn sie ihrer eigenen Beobachtung widersprechen. Ihre Mutter, so erz\u00e4hlte sie mir, r\u00e4t ihr eindringlich davon ab, weiter in den Donbass zu reisen. Doch Alina folgt einem inneren Impuls. Vielleicht ist es jugendliche Unerschrockenheit, vielleicht auch das, was man nicht mehr loswird, wenn man einmal begonnen hat, hinter die Kulissen zu schauen. Es hat nichts mit Abenteuerlust zu tun. Es ist eher ein tiefer, ernster Zug: der Wunsch, zu verstehen. Und der Wille, sichtbar zu machen, was sonst verschwiegen wird.<\/p>\n<p>Sie ist keine ausgebildete Journalistin. Aber sie ist durch ihr abgeschlossenes Studium ge\u00fcbt im Umgang mit Quellen, bezieht Informationen aus Telegram-Kan\u00e4len lokaler Reporter, pr\u00fcft Stra\u00dfennamen in Videos, analysiert die geografischen Lagen. Oft werden ihre Beitr\u00e4ge erg\u00e4nzt durch Fundst\u00fccke anderer \u2013 und genau darin liegt ihre St\u00e4rke: Sie aggregiert, filtert, \u00fcbersetzt, wo andere abschalten. Sie versteht sich nicht als Kommentatorin, sondern als Mittlerin. Und: als Beobachterin einer Realit\u00e4t, die f\u00fcr viele in Europa unsichtbar bleibt. Denn als Europ\u00e4er ist man in diesem Konflikt auf Dritte angewiesen \u2013 auf diejenigen, die vor Ort filmen, die mit Menschen sprechen, die nicht gefiltert sind durch PR-Agenturen oder Ministerien. Ohne Alinas \u00dcbersetzungen, ohne ihre Bereitschaft, diese Materialflut aufzubereiten, w\u00e4re der Blick auf den Donbass noch einseitiger. Sie selbst schreibt, dass sie nicht jede dieser Stimmen vollst\u00e4ndig beurteilen kann. Aber sie benennt sie. Und macht transparent, worauf sie sich st\u00fctzt.<\/p>\n<p>In einer Zeit, in der westliche Medien fast ausschlie\u00dflich aus Kiew oder Lwiw berichten, ist dieser Perspektivwechsel mehr als ein journalistischer Dienst: Er ist ein Akt der demokratischen Notwehr. Dass ihr daf\u00fcr der Vorwurf der Propaganda gemacht wird, ist zynisch \u2013 denn ihre Leser und Zuschauer wissen l\u00e4ngst, was sie an ihr haben: kein Dogma, sondern Zugang. Und das war erst ihr erstes Jahr.<\/p>\n<h5>Der Pressefreiheit verpflichtet<\/h5>\n<p>Sie tr\u00e4gt damals noch keinen Helm mit \u201ePresse\u201c-Aufschrift, sie bewegt sich nicht im Schutz westlicher Journalistenpools, sie tritt auch noch nicht im Fernsehen auf. Aber was sie tut, f\u00fcllt eine L\u00fccke, die im Europa des Jahres 2025 schmerzhaft gro\u00df geworden ist: Sie dokumentiert, was sonst niemand zeigt. Ihr Kanal \u201eNeues aus Russland\u201c ist in vielerlei Hinsicht mehr als ein pers\u00f6nliches Videotagebuch. Er ist ein digitaler Sammelpunkt f\u00fcr Informationen, Augenzeugenberichte, Frontmeldungen, \u00dcbersetzungen und Analysen \u2013 nicht nur aus ihrer eigenen Kamera, sondern aus einem Netzwerk unabh\u00e4ngiger Reporter, vor allem aus dem russischsprachigen Raum. Was auf westlicher Seite oft als \u201enicht verifizierbar\u201c ausgeblendet wird, beginnt bei ihr mit dem Gegenteil: Verifizierung durch Sorgfalt.<\/p>\n<p>Sie scannt Telegram-Kan\u00e4le, achtet auf Sprache, Akzente, Zeitstempel. Es ist ein m\u00fchsames, stilles Gesch\u00e4ft \u2013 und es bleibt in der \u00f6ffentlichen Bewertung oft unsichtbar, weil man lieber von \u201ePutins Propaganda\u201c spricht als sich mit den Inhalten auseinanderzusetzen. Dabei ist genau das ihre Leistung: Sie hat aus einem scheinbar un\u00fcberschaubaren Strom an Kriegsberichten eine zug\u00e4ngliche, journalistisch strukturierte Gegen\u00f6ffentlichkeit geschaffen. In deutscher Sprache. F\u00fcr ein Publikum, das wissen will, was au\u00dferhalb der ZDF-Brennpunkte und ARD-Ticker passiert. Ihr Vorgehen folgt dabei keinem redaktionellen Masterplan, sondern einer inneren Verpflichtung. Sie selbst nennt es \u201elogisches Erg\u00e4nzen\u201c. Sie will zeigen, was nicht berichtet wird \u2013 ohne zu behaupten, dass es die ganze Wahrheit sei. Aber: es ist eine Wahrheit. Und sie verdient es, gesehen zu werden.<\/p>\n<p>Alina arbeitet mehrsprachig, schnell, mit sicherem Gesp\u00fcr f\u00fcr Relevanz. Sie stellt keine Behauptungen auf, sondern stellt Inhalte bereit. Viele ihrer Beitr\u00e4ge enthalten Hinweise auf andere Kan\u00e4le, die sie empfiehlt \u2013 mit dem Satz: \u201eSucht euch selbst eure Perspektiven.\u201c Das ist kein R\u00fcckzug aus Verantwortung. Es ist die Einladung zum m\u00fcndigen Umgang mit Information. Die Rolle, die sie damit einnimmt, ist neu \u2013 und deshalb f\u00fcr viele in Politik und Medien irritierend: Sie ist weder klassische Journalistin noch Aktivistin, weder Korrespondentin noch Kommentatorin. Sie ist eine unabh\u00e4ngige Beobachterin, die ihre eigenen Erfahrungen mit strukturierten Informationen verkn\u00fcpft \u2013 und damit f\u00fcr viele Menschen im deutschsprachigen Raum zur wichtigsten Quelle geworden ist, wenn es um den Donbass geht.<\/p>\n<p>Diese Position ist gef\u00e4hrlich \u2013 nicht wegen der Inhalte. Sondern, weil sie wirkt. Was wirkt, wird bek\u00e4mpft. Was Reichweite erzielt, soll diskreditiert werden. Und wer eine alternative Perspektive er\u00f6ffnet, wird zum St\u00f6rfaktor in einem zunehmend zentralisierten Informationssystem. Die EU, die sich der Pressefreiheit verpflichtet f\u00fchlt, spricht von \u201erussischer Einflussnahme\u201c. Doch was Alina tut, ist genau das Gegenteil: Sie erm\u00f6glicht einen Blick auf das, was Russland und was ein bislang zu ungenau unerw\u00e4hnter Teil der Ukraine ist, jenseits von Feindbild und Filter. Sie zwingt niemanden zur Zustimmung. Aber sie verweigert sich der Einseitigkeit. Und allein das ist schon Grund genug, sanktioniert zu werden \u2013 wenn man in der falschen Zeit lebt. Ihr Kanal w\u00e4chst \u2013 trotz der Repressionen. Oder gerade deshalb. Denn viele Menschen merken: Sie will nichts verkaufen. Sie will zeigen. Und das, in einer Welt der politischen L\u00fcgen, ist viel.<\/p>\n<h5>Entscheidung f\u00fcr Wahrhaftigkeit<\/h5>\n<p>Ich kann nicht sagen, dass ich es geplant hatte. Genauso wenig wie Alina. Es war kein Rechercheauftrag, keine publizistische Mission. Es war ein Impuls \u2013 tief, deutlich, schwer zu begr\u00fcnden. Im Fr\u00fchjahr 2018\u00a0 reiste ich in den Donbass. Ich wollte sehen, h\u00f6ren, begreifen, ob das, was mir Freunde aus Moskau schilderten, der Realit\u00e4t entsprach. Ich konnte es mir schlichtweg nicht vorstellen. Und ich wollte mich nicht l\u00e4nger darauf verlassen m\u00fcssen, dass andere f\u00fcr mich die Bilder aussuchen. Die Entscheidung war nicht leicht. Und sie lie\u00df sich auch nicht vollst\u00e4ndig erkl\u00e4ren. Aber sie war notwendig. Ich erinnere mich an die ersten Stunden: an die Stille zwischen den Einschl\u00e4gen, an die Geschichten der Menschen, an ein Gef\u00fchl in den Kleidern, das bleibt. Es ist nicht das Grauen an sich, das einen ver\u00e4ndert. Es ist der Moment, in dem man merkt, dass die eigene Wahrnehmung nicht mehr durch einen Bildschirm vermittelt wird. Sondern durch den eigenen K\u00f6rper.<\/p>\n<p>Ich habe nicht vor Ort gedreht. Ich habe zugeh\u00f6rt, Informationen gesammelt. Ich habe geschrieben \u2013 sp\u00e4ter. Und ich habe begriffen, was Alina so selten ausspricht: Dass man in einer solchen Umgebung nicht automatisch mutig ist. Aber dass man bleibt, weil man nicht gehen kann. Noch nicht. Wer einmal dort war, wo die sogenannte internationale Gemeinschaft nur indirekt pr\u00e4sent ist \u2013 in Form von Waffenlieferungen, Unterst\u00fctzungsprogrammen, Trainingsmissionen \u2013, der sp\u00fcrt die Leere hinter den gro\u00dfen Worten. Und man begreift, dass Wahrheit nicht aus Gleichgewicht entsteht, sondern aus N\u00e4he.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df, dass Alina diese N\u00e4he gesp\u00fcrt hat. Vielleicht war sie anfangs leichtf\u00fc\u00dfiger unterwegs als ich, vielleicht unbedarfter. Vielleicht auch weniger vorsichtig. Aber sie blieb. Und sie verstand. Nicht auf einmal. Sondern mit jedem weiteren Tag. Wenn ich ihre Videos sehe, erkenne ich etwas, das nicht erkl\u00e4rbar ist, aber echt: eine Disziplin im Aushalten, eine Sachlichkeit im Schmerz, eine Art, nicht zu zerbrechen \u2013 obwohl man l\u00e4ngst \u00fcberlastet ist. Was ich aus meiner Reise mitnahm, war nicht nur Wissen. Es war ein anderes Verh\u00e4ltnis zur Sprache. Ich begann zu verstehen, dass W\u00f6rter wie \u201eKonflikt\u201c, \u201eRegion\u201c, \u201eEskalation\u201c f\u00fcr das, was ich sah, zu sauber waren. Dass sich Wahrheit oft im Dreck abspielt. Und dass sie dort einen Wert hat, den kein Newsdesk in Hamburg oder Br\u00fcssel bestimmen kann. Deshalb verstehe ich Alina. Und deshalb begreife ich auch, warum sie blieb. Es war keine Entscheidung gegen Europa. Es war eine Entscheidung f\u00fcr Wahrhaftigkeit.<\/p>\n<p>Wenn man das einmal gesp\u00fcrt hat, dann schreibt man anders. Man lebt anders. Und man l\u00e4sst sich nicht mehr so leicht davon \u00fcberzeugen, dass das Unerz\u00e4hlbare nicht existiert, nur weil es in den Nachrichten nicht vorkommt.<\/p>\n<h5>In Kriegsregionen g\u00e4ngige Praxis<\/h5>\n<p>Wenn man wissen will, wie Medien in einem politischen Klima funktionieren, das keine echten Gegenstimmen mehr duldet, dann lohnt sich der Blick auf das \u00f6ffentlich-rechtliche Magazin Monitor. Nicht, weil es besonders l\u00fcgt \u2013 sondern weil es beispielhaft zeigt, wie journalistische Grundwerte in vorauseilender Loyalit\u00e4t zum System untergehen. Am 21. April 2022 ver\u00f6ffentlichte Monitor einen Beitrag, in dem Alina Lipp als \u201ePutins Sprachrohr\u201c bezeichnet wurde. Diese Formulierung war nicht nur unredlich. Sie war entmenschlichend. Es war der Versuch, ihre Stimme zu diskreditieren, indem man sie nicht widerlegt, sondern etikettiert. Damit begann eine Spirale, in der es nicht mehr um ihre Arbeit ging \u2013 sondern nur noch darum, sie zum Sicherheitsrisiko zu erkl\u00e4ren. Was dabei unterging: Alina hatte nie verschwiegen, dass sie mit Informationen auch russischer Blogger arbeitet. Dass sie sich Informationen aus Frontgebieten beschafft, die westliche Medien nicht mehr betreten. Dass sie ihre Kan\u00e4le offenlegt, ihre Quellen benennt, ihre Perspektiven markiert. Was sie nicht tat: Propaganda betreiben. Sie stellte sich selbst nicht \u00fcber andere. Sie erkl\u00e4rte sich. Und sie lud ein, weiterzudenken. Aber gerade das ist heute verd\u00e4chtig.<\/p>\n<p>Was Monitor verschwieg: Dass Alina nicht mit Geheimdiensten arbeitete, sondern mit Kameraleuten, \u00dcbersetzern, lokalen Helfern, die l\u00e4ngst bekannt waren. Dass sie \u2013 anders als viele westliche Journalisten \u2013 vor Ort war, Interviews f\u00fchrte, Bilder zeigte, die sich verifizieren lassen. Dass sie ihre Kan\u00e4le nie hinter einer Paywall versteckte, sondern allen frei zug\u00e4nglich machte. Dass sie als Einzelperson agierte, und sich ein informelles Netzwerk von unabh\u00e4ngigen Reportern zunutze machte \u2013 aus Russland, Chile, USA, Deutschland, Frankreich, Spanien.<\/p>\n<p>Ihr Zugang zu Frontregionen erfolgte unter klaren Bedingungen: nur mit Genehmigung, unter Begleitung, ohne Eingriff. Russische Soldaten begleiten Journalisten nicht zum Schutz ihrer Ideologie, sondern zur Sicherung physischer Integrit\u00e4t. Das ist in Kriegsregionen g\u00e4ngige Praxis \u2013 auch bei westlichen Truppen. Aber im Falle Alina wurde genau dieser Umstand als Beleg f\u00fcr ihre angebliche N\u00e4he zum Kreml umgedeutet. Der Vergleich zum chilenischen Journalisten Gonzalo Lira, der vom ukrainischen Geheimdienst entf\u00fchrt wurde, wochenlang verschwand und sp\u00e4ter get\u00f6tet wurde, zeigt das Ma\u00df der Heuchelei. W\u00e4hrend westliche Medien \u00fcber Alinas \u201eN\u00e4he zu Russland\u201c diskutierten, schwieg man weitgehend zu den Risiken f\u00fcr ausl\u00e4ndische Reporter auf ukrainischem Gebiet \u2013 oder erkl\u00e4rte sie zu \u201eEinzelf\u00e4llen\u201c.<\/p>\n<p>Die Redaktion von Monitor h\u00e4tte recherchieren k\u00f6nnen. Sie h\u00e4tte sehen k\u00f6nnen, dass Alina regelm\u00e4\u00dfig Videomaterial auswertete, das aus erster Hand stammt \u2013 und nicht aus russischen Staatsmedien. Dass sie Interviews dokumentierte, in denen Zivilisten \u00fcber ihr Leben berichteten. \u00dcber Verst\u00fcmmelungen, Evakuierungen, fehlende Medikamente, zerst\u00f6rte Schulen, willk\u00fcrliche Erschie\u00dfungen. Dass sie zuh\u00f6rte, wenn ukrainische Soldaten \u2013 in Gefangenschaft oder freiwilliger Aufgabe \u2013 von Befehlen sprachen, die Exekutionen vorsahen bei Fahnenflucht. Dass sie \u00fcber Krankenwagen berichtete, die von Asow-K\u00e4mpfern beschlagnahmt wurden, w\u00e4hrend Zivilisten auf der Stra\u00dfe verbluteten. Dass sie die Stimmen alter Frauen einfing, die weinten, weil sie ihre toten M\u00e4nner nicht begraben konnten. All das ist dokumentiert, all das ist \u00f6ffentlich, all das wurde ignoriert. Man wollte nicht wissen, was sie sah. Man wollte nur sicherstellen, dass es nicht geglaubt wird. Und das ist der Punkt, an dem Journalismus stirbt.<\/p>\n<h5>Der Bruch mit Europa<\/h5>\n<p>Die Nachricht kam nicht aus Br\u00fcssel. Sie kam nicht aus einer offiziellen Mitteilung der EU-Kommission, nicht \u00fcber eine Agenturmeldung, nicht \u00fcber diplomatische Kan\u00e4le. Sie kam aus einem Artikel des Faktenchecker-Kollektivs Correctiv. Am 16. Mai 2025 wurde dort gemeldet, dass im Entwurf zum 17. EU-Sanktionspaket erstmals auch zwei in Russland lebende Journalisten namentlich genannt seien: Thomas R\u00f6per und Alina Lipp. Keine offiziellen Vorw\u00fcrfe. Keine Anklage. Keine Anh\u00f6rung. Nur: das Etikett, \u201epropagandistisch russische Narrative\u201c zu unterst\u00fctzen. Und damit \u2013 offenbar \u2013 Grund genug, sie wirtschaftlich zu isolieren.<\/p>\n<p>Ich las es \u2013 und sp\u00fcrte etwas, das ich nur schwer beschreiben kann. Es war keine \u00dcberraschung. Es war Entsetzen. Nicht weil ich nicht wusste, dass solche Entwicklungen m\u00f6glich sind. Sondern, weil sie jetzt geschehen k\u00f6nnten, ganz offen. Ohne rechtliches Verfahren. Und unter dem Vorwand, den Rechtsstaat zu sch\u00fctzen. Ich erinnerte mich an die Stimme Alinas, wie sie neben einem zerbombten Kindergarten sagte:<\/p>\n<p>\u201eDas hier ist kein Narrativ. Das ist ein Ort.\u201c Und ich fragte mich \u2013 als Journalistin, als B\u00fcrgerin, als Freundin: Was genau wird hier eigentlich sanktioniert? Die Anwesenheit? Die Kamera? Der Blick?<\/p>\n<p>Die EU sanktioniert nun offenbar nicht mehr nur Staaten oder Unternehmen, sondern erstmals eigene B\u00fcrger \u2013 ohne dass diese je rechtskr\u00e4ftig verurteilt wurden. Ich fragte mich: Was bedeutet das f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis von Recht, von \u00d6ffentlichkeit, von Verantwortung? Ich fragte mich: Wann wurde es akzeptabel, Verm\u00f6gen einzufrieren, weil jemand etwas berichtet hat? Wieso reichen politische Zuschreibungen heute aus, um jemandem die wirtschaftliche Existenzgrundlage zu entziehen? Was unterscheidet die EU dann noch von jenen Systemen, die sie offiziell kritisiert? Und wo sind eigentlich die Redaktionen, die sich fragen m\u00fcssten: Wer kommt als N\u00e4chster?<\/p>\n<p>Ich habe \u00fcber Jahre hinweg erlebt, wie Meinungsvielfalt sich verengt. Ich habe gesehen, wie Menschen mit differenzierter Haltung in Schubladen gesteckt wurden \u2013 erst als \u201eRusslandversteher\u201c, dann als \u201ePutin-Propagandisten\u201c, bald vielleicht als \u201eGef\u00e4hrder der \u00f6ffentlichen Ordnung\u201c. Aber was hier geschieht, ist eine neue Qualit\u00e4t. Es ist eine juristische Ausl\u00f6schung ohne Urteil. Eine moralische Hinrichtung durch Formblatt. Ich glaube nicht, dass Alina \u00fcberrascht war. Ich glaube, sie sp\u00fcrte es schon lange \u2013 wie viele, die nicht mehr mitlaufen, sondern hinschauen. Aber ich wei\u00df, dass diese Entscheidung kein Einzelfall bleiben wird, wenn sie unwidersprochen bleibt. Es ist ein Pr\u00e4zedenzfall. Und einer, der uns alle betrifft. Denn wenn Journalismus dann endet, wenn er nicht mehr in das offizielle Bild passt, dann ist nicht Alina die Radikale. Dann ist das System radikal geworden.<\/p>\n<h5>Die stille Kraft, nicht mitzugehen<\/h5>\n<p>Wenn ich heute zur\u00fcckblicke, auf meine Entscheidung damals, mein Volontariat zu beenden, weil ich mich nicht zerteilen lassen wollte \u2013, dann erkenne ich darin etwas, das mich bis heute begleitet: eine leise Form von Gewissheit. Ein inneres Wissen, das sich meldet, bevor man es vollst\u00e4ndig in Worte fassen kann. Ich nenne es Intuition, aber nicht im Sinne von Spontaneit\u00e4t oder Laune. Sondern als Ausdruck einer tiefen Verbindung zwischen Erleben, Erkennen und Handeln. Dieses Wissen speist sich aus Erfahrung \u2013 und es ist oft schneller, klarer und sicherer als jede \u00e4u\u00dfere Empfehlung. Es war immer da. Heute wei\u00df ich: Diese Art von Orientierung ist nichts, das man sich \u201eaneignet\u201c. Sie w\u00e4chst in einem. Sie entsteht dort, wo Lebensweg und Selbstverantwortung aufeinandertreffen. Und sie verlangt nicht, immer alles zu wissen. Sie verlangt nur, ehrlich genug zu sein, dem nachzugehen, was sich nicht ignorieren l\u00e4sst. Auch Alina hat auf diese Weise gehandelt. Ich bin davon \u00fcberzeugt, dass sie nicht aus Kalk\u00fcl in den Donbass ging. Sondern, weil sie sp\u00fcrte: Hier fehlt etwas. Und ich kann nicht so tun, als s\u00e4he ich es nicht. Diese Form von Entscheidung l\u00e4sst sich nicht herbeireden. Sie w\u00e4chst. Sie bleibt. Sie tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Als Journalistin heute halte ich mich nicht f\u00fcr \u201eobjektiv\u201c im alten Sinne. Aber ich bin aufrichtig. Ich lege offen, wie ich denke, wie ich zu Schl\u00fcssen komme. Und ich h\u00f6re hin, wenn andere anders sehen. Doch was ich nicht akzeptieren kann, ist der Versuch, Wahrheit zu normieren \u2013 ob durch Macht, Moral oder Dekret. In einer Zeit, in der der Begriff \u201ePressefreiheit\u201c zur politischen Variable wird, ist es nicht Pathos, wenn ich sage: Ich bleibe bei meiner Haltung. Es ist schlicht das, was ich kann \u2013 und will. Nicht, weil ich immer recht habe. Sondern, weil ich gelernt habe, mir selbst zu trauen, wenn das Au\u00dfen nicht mehr tr\u00e4gt.<\/p>\n<h5>F\u00fcr die, die nicht schweigen konnten<\/h5>\n<p>Alina,<\/p>\n<p>dieser Text ist nicht nur \u00fcber Dich geschrieben \u2013 er ist wegen Dir entstanden. Und f\u00fcr viele andere, die nie gefragt wurden, ob sie still bleiben wollen, auch schon zu Corona-Zeiten. Ich habe in meinem Leben erlebt, wie Systeme versuchen, Menschen zu vereinnahmen \u2013 \u00fcber Lob, \u00fcber Angst, \u00fcber funktionale Belohnung. Und ich habe erlebt, wie man sich diesen Systemen entziehen kann. Nicht durch Wut. Nicht durch Widerstand als Inszenierung. Sondern durch Klarheit. Du hast nie viel Aufhebens gemacht um das, was Du tust. Und gerade deshalb verdient es, dass man es benennt: Du warst dort, wo es gef\u00e4hrlich war. Du hast gefragt, wo andere fl\u00fcchteten. Du hast gesehen \u2013 ohne zu verzerren. Und Du hast nicht aufgeh\u00f6rt, obwohl es einfacher gewesen w\u00e4re. Das ist kein Heldentum. Es ist Integrit\u00e4t.<\/p>\n<p>Vielleicht wirst Du heute auf eine Liste gesetzt. Vielleicht auch nicht. Vielleicht wird die Entscheidung noch verschoben. Vielleicht bleibt nur das Damoklesschwert, das alles l\u00e4hmt. Aber was auch geschieht \u2013 es \u00e4ndert nichts an der Tatsache, dass Du als Mensch und Journalistin gewirkt hast, lange bevor man \u00fcber Dich zu urteilen begann. Was EU daraus macht, liegt nicht in unserer Hand. Was wir daraus machen \u2013 schon.<\/p>\n<p>Denn auch wenn dieser Text gel\u00f6scht, gesperrt oder \u00fcberlesen wird: Er ist geschrieben. Und er bleibt.<\/p>\n<p>*<\/p>\n<p>Hier die Links zu der zweiteiligen Dokumention von Alina Lipp \u00fcber den Krieg im Donass:<\/p>\n<p>Donbass: Auf der Suche nach der Wahrheit \u2013 Teil 1: <a href=\"https:\/\/tube.public.apolut.net\/w\/oR5sU84JGXBbbbfTDZNYMK?ref=apolut.net\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/tube.public.apolut.net\/w\/oR5sU84JGXBbbbfTDZNYMK<\/a><br \/>\nDonbass: Auf der Suche nach der Wahrheit \u2013 Teil 2: <a href=\"https:\/\/tube.public.apolut.net\/w\/tXDy9kcRuELKM1Jc7cThe3?ref=apolut.net\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/tube.public.apolut.net\/w\/tXDy9kcRuELKM1Jc7cThe3<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Sabiene Jahn,\u00a0 Tr\u00e4gerin des K\u00f6lner Karlspreises f\u00fcr Engagierte Literatur und Publizistik, ist Mitglied des Deutschen Freidenker-Verbandes, LV Rheinland-Pfalz \/ Saarland<\/em><\/p>\n<h5 id=\"quellen-und-anmerkungen\">Quellen und Anmerkungen:<\/h5>\n<p><a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/155532\/6035888?ref=apolut.net\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/155532\/6035888<\/a>)<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Bild oben: Alina Lipp filmt im Kriegsgebiet im Donbass, Anfang 2022<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Foto: \u00a9 Alina Lipp<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Zwischen Wahrheit und Willk\u00fcr \u2013 \u00fcber Alina Lipp, ihre Berichterstattung und die europ\u00e4ische Realit\u00e4t<\/b><br \/>\n<b>Standpunkt von Sabiene Jahn<\/b><br \/>\nAm 20. Mai 2025 will die Europ\u00e4ische Union das 17. Sanktionspaket verabschieden. Es ist ein Vorgang von historischer Tragweite \u2013 nicht wegen seiner Gr\u00f6\u00dfe, sondern wegen seines Charakters. Denn diesmal betrifft es keine Staaten, keine Konzerne, keine Waffenlieferanten. Es betrifft eigene B\u00fcrger, Journalisten und Blogger. Menschen, die schreiben, was nicht gesagt werden soll \u2013 oder nicht mehr gesagt werden darf. Die Namen, die in einem geleakten Entwurf von Correktiv genannt wurden, lauten Thomas R\u00f6per und Alina Lipp. Beide berichten aus Russland. Beide haben sich Reichweiten erarbeitet, die aus dem Stand &#8211; au\u00dferhalb der Systempresse &#8211; kaum jemand zu erreichen vermag &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":21925,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","advanced_seo_description":"","jetpack_seo_html_title":"","jetpack_seo_noindex":false,"jetpack_post_was_ever_published":false,"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[692,2623,2077,454,1121,335,2624,188,2276,1484,121,1615,596,223,842,222,719],"class_list":["post-21921","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-demokratie-medien-aufklaerung","tag-antideutsche","tag-auftrittsverbot","tag-correctiv","tag-ddr","tag-donbass","tag-frieden","tag-information","tag-krieg","tag-kriegsvorbereitung","tag-krim","tag-medien","tag-objektivitaet","tag-pressefreiheit","tag-putin","tag-recht","tag-russland","tag-sanktionen"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/lipp_09_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9stpK-5Hz","jetpack-related-posts":[{"id":15167,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=15167","url_meta":{"origin":21921,"position":0},"title":"&#8222;Faktenfinder&#8220; der Tagesschau: Diffamierungskampagne gegen Alina Lipp geht weiter","author":"Webredaktion","date":"5. 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