{"id":21493,"date":"2025-04-16T00:44:36","date_gmt":"2025-04-15T22:44:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=21493"},"modified":"2025-05-19T14:19:29","modified_gmt":"2025-05-19T12:19:29","slug":"die-friedensbewegung-im-spannungsfeld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=21493","title":{"rendered":"Die Friedensbewegung im Spannungsfeld"},"content":{"rendered":"<h4><strong>Die Friedensbewegung in Deutschland im Spannungsfeld zwischen der alten, vom NATO-Westen dominierten Welt und der sich entwickelnden neuen multipolaren Weltordnung.\u00a0 <\/strong><\/h4>\n<p><em>Vortrag von <strong>Doris Pumphrey<\/strong>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Gehalten auf dem Kongress &#8222;Krieg und Frieden&#8220; der Neuen Gesellschaft f\u00fcr Psychologie, Berlin 10. bis 12. April 2025<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Friedensbewegung ist eine sog. Graswurzelbewegung, die die M\u00fchen durchlaufen muss eines Aufbaus und einer Mobilisierung von unten. Authentische, unabh\u00e4ngige Graswurzelbewegungen haben es heute viel schwerer als fr\u00fcher.<\/p>\n<p>Massen werden heute mobilisiert von professionell gef\u00fchrten, k\u00fcnstlich geschaffenen Graswurzelbewegungen, mit ihren unz\u00e4hligen NGOs und Vereinen, die von Ministerien, der EU, Stiftungen, Finanzkonzernen, Soros, USAID etc. subventioniert werden. Mit viel professioneller PR und Medienrummel bedienen ihre Massenevents die staatlich gef\u00f6rderte Meinung und politische Agenda der herrschenden Elite.<\/p>\n<p>Der Protest der Friedensbewegung richtet sich gegen Regierungspolitik. Je deutlicher ihre Positionierung und je st\u00e4rker die Meinungsfreiheit eingeschr\u00e4nkt wurde, desto gr\u00f6\u00dfer ihre Missachtung oder Diffamierung durch Politik und Medien.<\/p>\n<p>In der Friedensbewegung agieren lokale und bundesweite Organisationen und Einzelpersonen mit z.T. sehr unterschiedlichen ideologischen und politischen Positionen, auf die ich aber in diesem Rahmen nicht eingehen kann. Hinzu kommt die sog. \u201eneue\u201c Friedensbewegung.<\/p>\n<p>Wenn ich von DER Friedensbewegung spreche, dann ist das eine notwendige Verallgemeinerung. Es geht hier vor allem um die, in der BRD gepr\u00e4gte \u201ealte\u201c Friedensbewegung, wie sie in ihrer Gesamtheit nach au\u00dfen und in ihrem geschichtlichen Zusammenhang erscheint.<\/p>\n<p><strong>* * *<\/strong><\/p>\n<p>Viele fragen, was ist aus der Friedensbewegung geworden, die im Kalten Krieg Anfang der 80er Jahre in der alten BRD Hunderttausende mobilisieren konnte im Kampf gegen die Stationierung der US-Atomraketen Pershing II und Cruise-Missiles.<\/p>\n<p>Geschichtliche Entwicklungen werden meist von ihrem Ende her betrachtet. Manche erinnern sich gerne an die bunten Massen im Bonner Hofgarten. Was r\u00fcckblickend oft vergessen wird: Die Gro\u00dfdemonstrationen waren das Ergebnis eines z.T. z\u00e4hen politischen Kampfes, in dem Kommunisten, Anti-Imperialisten, Gr\u00fcne, linke Sozialdemokraten, Gewerkschafter und Christen zusammenwirkten.<\/p>\n<p>F\u00e4lschlicherweise wird diese Massenbewegung als pazifistische Bewegung bezeichnet. Auch wenn Pazifisten immer Teil von Friedensbewegungen sind, die Friedensbewegung per se ist keine pazifistische Bewegung.<\/p>\n<p>Die NATO-Propaganda hatte die neuartigen US-Erstschlagwaffen als Antwort auf die sowjetischen SS-20 dargestellt. Nat\u00fcrlich gab es innerhalb der Friedensbewegung den Versuch, diese falsche Gleichsetzung durchzusetzen, unter dem Vorwand, nur auf der Grundlage der sog. \u00c4quidistanz die gew\u00fcnschte \u201eB\u00fcndnisbreite\u201c erreichen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>D<strong>er <\/strong>Bewegung, die um den Krefelder Appell so viel Momentum entwickelte, gelang es, ihre ganze Kraft auf den Widerstand gegen die neuen US-Atomraketen zu fokussieren. Die unterschiedlichen Kr\u00e4fte waren bereit ihre politischen und ideologischen Meinungsverschiedenheiten und Forderungen zur\u00fcckzustellen. Wer diese eine konkrete, gemeinsame und zentrale Forderung teilte, war willkommen. Gesinnungspr\u00fcfung und McCarthy-\u00e4hnliche Hexenjagd fand nicht statt. Die Friedensbewegung war <em>inklusiv<\/em> und <em>nicht exklusiv<\/em>.<\/p>\n<p>Eines d\u00fcrfen wir nicht vergessen: Die Bipolarit\u00e4t \u2013 Imperialismus gegen Sozialismus \u2013 bestimmte die geopolitischen Auseinandersetzungen. In der Friedensbewegung war das Bewusstsein \u00fcber die politischen und milit\u00e4rischen Fronten pr\u00e4gend. NATO und Warschauer Vertrag standen sich gegen\u00fcber \u2013 und die BRD einer DDR, die von antifaschistischen Widerstandk\u00e4mpfern aufgebaut worden war. In der DDR waren Frieden, Antifaschismus und anti-imperialistische Solidarit\u00e4t politische Grundlage und Aufgabe.<\/p>\n<p>Der Staatsapparat der BRD hingegen war nicht nur durch hochrangige Beteiligung von Nazis und SS-Veteranen aufgebaut worden. Sie spielten eine wichtige Rolle in der Wirtschaft, Politik und Justiz. Nat\u00fcrlich auch in der Bundeswehr \u2013 ganz im Interesse der NATO, die gegen die Sowjetunion gegr\u00fcndet worden war.<\/p>\n<p>Im Bundestag der alten BRD sa\u00dfen \u00fcber viele Jahre ehemalige NDSAP-Mitglieder. Den \u201e<em>Nachkriegskonsens: Keine Zusammenarbeit mit extremen Rechten\u201c<\/em>, den Olaf Scholz heute herbeifantasiert, hat es nie gegeben.<\/p>\n<p>In der BRD wurde der Nazi-Faschismus systematisch reduziert auf den V\u00f6lkermord an Juden. Der Raub- und Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion wurde nie aufgearbeitet. Das wirkt sich in der Politik der Bundesregierung gegen\u00fcber Israel und Russland bis heute aus. Deutsche Staatsraison bedeutet volle Unterst\u00fctzung des israelischen V\u00f6lkermords an Pal\u00e4stinensern. Die geopolitische Hauptsto\u00dfrichtung deutscher Au\u00dfen- und Kriegspolitik ist heute wieder gegen Russland.<\/p>\n<h5>Von der bipolaren zur unipolaren Welt des \u201e<em>Menschenrechts<\/em>\u201c-Imperialismus<\/h5>\n<p>Als der BRD durch Gorbatschow die DDR auf einem Silbertablett \u00fcberreicht wurde, feierte der tiefsitzende bundesdeutsche Revanchismus seinen langersehnten Sieg. Die BRD konnte sich nun an der DDR r\u00e4chen, die sie seit 1949 mit allen Mitteln bek\u00e4mpft hatte.<\/p>\n<p>Die mediale L\u00fcgen- und Hetzkampagne gegen alles was DDR war, diente auch dazu, den Deutschen langfristig jeden Gedanken einer sozialistischen Alternative auszutreiben. Die PDS-F\u00fchrung trug dazu bei mit ihren w\u00fcrdelosen Entschuldigungen f\u00fcr und Distanzierungen von der DDR \u2013 statt die Auseinandersetzung mit der Geschichte und dem Charakter der alten BRD zu suchen.<\/p>\n<p>Viele in der Friedensbewegung der BRD hatten ihre Hoffnung auf die PDS gesetzt. Doch ihre F\u00fchrung verabschiedete sich immer deutlicher vom Antiimperialismus und Antimilitarismus \u2013 beides zentrale Erkennungsmerkmale linker Politik. Schlie\u00dfich versprach Gregor Gysi dem US-Botschafter, er werde in seiner Partei die Forderung nach einem NATO-Austritt Deutschlands verhindern und mit der illusion\u00e4ren Forderung nach einer Aufl\u00f6sung der NATO ersetzen.<\/p>\n<p>Der Verlust der Sowjetunion \u2013 des Gegenpols zum US-Imperialismus \u2013 und des Friedensstaates DDR f\u00fchrte zu einer allgemeinen Schw\u00e4chung der politischen Linken in Deutschland \u2013 mit entsprechender Auswirkung auf die Friedensbewegung. Linke Koordinaten kamen durcheinander. Das begann mit der Begriffsverwirrung von \u201elinks\u201c und \u201erechts\u201c, Begriffe, die heute oft in ihr Gegenteil verkehrt werden.<\/p>\n<h5>Der Krieg gegen Jugoslawien<\/h5>\n<p>Im neuen Gro\u00dfdeutschland konnte der alte BRD-Revanchismus, mit seiner v\u00f6lkischen Ideologie, die au\u00dfenpolitischen Fesseln abwerfen, die ihm die Nachkriegsordnung auferlegt hatte. Er zielte sofort auf die Zerschlagung Jugoslawiens, begleitet von einer hysterischen anti-serbischen Hetze und D\u00e4monisierung von Pr\u00e4sident Milosevic.<\/p>\n<p>Das wirkte sich auf die Friedensbewegung aus: Sie schwieg \u2013 bis auf wenige Ausnahmen. Und ihre gro\u00dfe Mehrheit schwieg, als unter der SPD-Gr\u00fcnen Regierung 1999 Au\u00dfenminister Josef Fischer die Bombardierung Jugoslawiens mit seinem \u201eNie wieder Auschwitz!\u201c als antifaschistischen Akt deklarierte.<\/p>\n<p>Die Beteiligung am v\u00f6lkerrechtswidrigen Angriffskrieg der NATO gegen Jugoslawien war der T\u00fcr\u00f6ffner f\u00fcr deutsche Kriegseins\u00e4tze. Die Zerst\u00f6rung des blockfreien Landes war auch der erste Einsatz der NATO au\u00dferhalb des eigenen B\u00fcndnisgebiets und diente als Rechtfertigung f\u00fcr ihre weitere Existenz.<\/p>\n<p>Von nun an verteidigte die \u201e<em>Westliche Wertegemeinschaft<\/em>\u201c mit \u201e<em>humanit\u00e4ren Interventionen\u201c<\/em> die \u201e<em>Menschenrechte\u201c<\/em> weltweit. Daf\u00fcr schrieb sie sich die <em>\u201eregelbasierte internationale Ordnung\u201c<\/em> auf die Fahne, die <a href=\"https:\/\/www.swp-berlin.org\/publikation\/die-ordnung-der-welt\">Volker Perthes<\/a>, vormals Leiter der regierungsfinanzierten Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) im Klartext definierte: <em>\u201eEine Allianz williger Staaten muss internationale Regeln ersinnen, ohne den Verdacht zu erwecken, dass es dabei um westliche Dominanz geht.\u201c <\/em><\/p>\n<h5>\u00a0\u201eKrieg gegen den Terror\u201c und Regime-Change<\/h5>\n<p>Nach dem Anschlag in den USA vom 11. September 2001, sicherten sich die, mit Israel eng verbundenen US-Neokonservativen, entscheidenden Einfluss auf die US-Au\u00dfenpolitik. Der sog. <em>\u201eKrieg gegen den Terror<\/em>\u201c diente ihnen als Vorwand f\u00fcr den Krieg gegen Afghanistan. Sog. \u201e<em>Humanit\u00e4re Interventionen<\/em>\u201c dienten den Regime-Change Operationen u.a. gegen Irak, Libyen und Syrien zur \u201eNeuordnung des Mittleren Osten\u201c.<\/p>\n<p>Um st\u00f6renden Protest an der westlichen \u201eHeimatfront\u201c zu verhindern, wurde das immer gleiche <a href=\"https:\/\/www.sopos.org\/aufsaetze\/4f771b8626d0c\/1.phtml.html\">Propaganda-Drehbuch<\/a> durchgespielt:<\/p>\n<p>US-Geheimdienste nutzten soziale Unzufriedenheit in den sog. Schurkenstaaten, sch\u00fcrten latente Konflikte, unterst\u00fctzten materiell \u2013 auch mit Waffen \u2013 oppositionelle Kr\u00e4fte, um Proteste zu Aufst\u00e4nden auszuweiten und staatliche Repressionen zu provozieren. In gro\u00df angelegten Medienkampagnen und mit Hilfe von NGOs wurden die Staatsoberh\u00e4upter d\u00e4monisiert. Zum <em>\u201eSchutz der Zivilgesellschaft\u201c<\/em> wurden die L\u00e4nder mit Sanktionen geknebelt und schlie\u00dflich mit Gewalt terrorisiert.<\/p>\n<p>Vom Westen finanzierte und instruierte NGOs wurden ein wichtiger Teil der hybriden Kriegsf\u00fchrung, auch in den sog. Farbrevolutionen an der Peripherie Russlands. Die derzeitigen Enth\u00fcllungen \u00fcber die Aktivit\u00e4ten von USAID best\u00e4tigen, was vorher gerne als \u201eVerschw\u00f6rungstheorie\u201c abgetan wurde.<\/p>\n<p>Die Friedensbewegung muss die imperialistischen Regime-Change Operationen in ihren geopolitischen Zusammenh\u00e4ngen sehen und sich davor h\u00fcten, eigene, zumal eurozentristische Vorstelllungen auf andere L\u00e4nder zu projizieren<u>.<\/u> Nicht wir, sondern die Menschen in den angegriffenen L\u00e4ndern erleiden schlie\u00dflich die Konsequenzen.<\/p>\n<p>Von der eigenen Regierung muss gefordert werden: Keine direkte oder indirekte Beteiligung und Unterlassung aller Aktivit\u00e4ten, die die Lage in den angegriffenen L\u00e4ndern weiter anheizen.<\/p>\n<p>Durch die Schw\u00e4chung der anti-imperialistischen Kr\u00e4fte nach 1990 war der ideologische Einfluss des <em>\u201eMenschenrechts\u201c-<\/em>Imperialismus besonders fatal auch in der Friedensbewegung. Beeinflusst vom Propaganda-Drehbuch, distanzierten sich Akteure der Friedensbewegung in Aufrufen und Reden immer wieder aufs Neue vom jeweils d\u00e4monisierten Feind, um \u201eglaubw\u00fcrdig\u201c zu sein. Diese Distanzierungsrituale schw\u00e4chten die Friedensbewegung.<\/p>\n<h5>Kriegswaffe \u201eSanktionen\u201c<\/h5>\n<p>Erinnern wir uns: Als eine <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=omnskeu-puE\">CBS-Journalistin<\/a> 1996 die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Madeleine Albright fragte, ob der Tod von mehr als einer halbe Million Kinder, als Folge der Sanktionen gegen Irak den Preis wert sei, antwortete sie &#8222;ja das ist den Preis wert&#8220;.<\/p>\n<p>Hier sei angemerkt, dass der Begriff \u201eSanktionen\u201c der Verschleierung dient: Denn nichts und niemand gibt einem Staat oder einem Staatenb\u00fcndnis wie der EU das Recht, selbstherrlich Strafma\u00dfnahmen zu verh\u00e4ngen. Dazu ist allein der UN-Sicherheitsrat legitimiert. In UN-Dokumenten werden sie daher als \u201eunilaterale Zwangsma\u00dfnahmen\u201c bezeichnet.<\/p>\n<p>Sanktionen sind ein v\u00f6lkerrechtswidriges Instrument des Krieges. Gro\u00dfe Teile der Friedensbewegung haben nie oder kaum gegen die Sanktionspolitik protestiert. Wir sehen das auch heute mit den Sanktionen der USA und EU gegen Russland, die von Teilen der gesellschaftlichen Linken und der Friedensbewegung sogar unterst\u00fctzt werden.<\/p>\n<h5>Die NATO r\u00fcckt vor Richtung Russland<\/h5>\n<p>Zum Abzug der alliierten Streitkr\u00e4fte aus Berlin 1994 hatten die USA und die Stadt Berlin eine gemeinsame Parade aller Alliierten abgelehnt. Sie wollten damit die sowjetischen, bzw. russischen Truppen dem\u00fctigen.<br \/>\nDer bekannte DDR-Schriftsteller Volker Braun notierte dazu: <em>\u201eDie gesonderte Verabschiedung der russischen Streitkr\u00e4fte war eine stille Kriegserkl\u00e4rung an Russland. Die Westalliierten, die im 2. Weltkrieg z\u00f6gernd die zweite Front er\u00f6ffnet hatten, sind im 3. auf deutscher Seite.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Es dauerte nicht lange und die NATO begann, samt Aufbau milit\u00e4risch-technischer Infrastruktur, Richtung Russland vorzudringen \u2013 entgegen der Abmachungen.<br \/>\nRusslands diesbez\u00fcglicher Vorwurf wurde durch den <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article236986765\/Nato-Osterweiterung-Archivfund-bestaetigt-Sicht-der-Russen.html\">Fund eines Vermerks<\/a> im britischen Nationalarchiv best\u00e4tigt. Demnach hatte Bonns Vertreter J\u00fcrgen Chrobog erkl\u00e4rt:<br \/>\n<em>\u201eWir haben in den Zwei-plus-Vier-Verhandlungen deutlich gemacht, dass wir die NATO nicht \u00fcber die Elbe hinaus ausdehnen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Das eigentliche Ziel der NATO-Osterweiterung war die Ukraine. Ohne die Ukraine k\u00f6nne Russland keine Gro\u00dfmacht mehr werden, schrieb der bekannte US-Stratege Brzezi\u0144ski 1997. In den NATO-L\u00e4ndern war man sich des Risikos einer NATO-Ausdehnung in die Ukraine bewusst \u2013 und damit der Verletzung der legitimen Sicherheitsinteressen Russlands. Das belegen inzwischen zahllose Aussagen westlicher Diplomaten, Milit\u00e4rs und Experten.<\/p>\n<p>Der ungarische Ex-Diplomat, <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=127195\">Dr. Gy\u00f6rgy Varga<\/a>, machte vor kurzem auf einen weiteren wichtigen Aspekt aufmerksam, der hierzulande kaum Beachtung fand: Bei ihrem Gipfel in Bukarest 2008 hatte die NATO mit ihrer Ank\u00fcndigung einer Mitgliedschaft der Ukraine die nationale Souver\u00e4nit\u00e4t der Ukraine verletzt. Diese hatte sich n\u00e4mlich seit ihrer Unabh\u00e4ngigkeit in ihren grundlegenden Dokumenten als \u201est\u00e4ndig neutrales und blockfreies\u201c Land definiert. Als solches war sie auch von Russland anerkannt worden.<\/p>\n<h5><strong>Der Krieg gegen Russland<\/strong><\/h5>\n<p>Leider ist es aus Zeitgr\u00fcnden im Rahmen dieses Vortrags nicht m\u00f6glich, die mit genauen Fakten belegte, bewusst organisierte westliche Eskalation des Konflikts darzustellen, die zum Einschreiten der russischen Armee f\u00fchren musste und die bis heute von Politik und Medien systematisch ignoriert wird. Die Einzelheiten sind alle nachzulesen in zahllosen Berichten westlicher Insider, z.B. von Jeffrey Sachs, Jacques Baud, Gy\u00f6rgy Varga, etc.<\/p>\n<p>Auch in der Friedensbewegung hatten viele anf\u00e4nglich die Vorgeschichte ausgeblendet oder kleingeredet. Im Eiltempo hatten sie Russland abgeurteilt unter Auslassung wichtiger Bestimmungen des V\u00f6lkerrechts, die diesem Einschreiten zugrunde liegen.<\/p>\n<p>Bereits 2014, nach dem Beitritt der Krim zur Russischen F\u00f6deration hatte das Ignorieren der Geschichte und die selektive Auslegung des V\u00f6lkerrechts zum st\u00e4ndigen Distanzierungsritual von der sog. <em>\u201ev\u00f6lkerrechtswidrigen Annexion der Krim\u201c<\/em> gef\u00fchrt.<br \/>\nDass mit diesem Beitritt der Plan aus Sewastopol einen US\/NATO-St\u00fctzpunkt gegen Russland zu machen, vereitelt wurde \u2013 womit eine h\u00f6chst friedensgef\u00e4hrdende Situation entstanden w\u00e4re \u2013 spielte f\u00fcr den Gro\u00dfteil der Friedensbewegung keine Rolle.<\/p>\n<p>Am Morgen des 24. Februar 2022, als die russische Intervention begann, sollte offenbar ganz schnell der Ton vorgegeben werden f\u00fcr die Reaktion der Friedensbewegung. Bereits um 08:25 wurde \u00fcber den offiziellen E-Mailverteiler des Bundesausschuss Friedensratschlag eine Erkl\u00e4rung verteilt. Darin verurteilten Reiner Braun und Willy van Ooyen die \u201e<em>milit\u00e4rische Aggression Russlands<\/em>\u201c, die auch durch die <em>\u201eMitschuld des Westen\u201c (\u2026)\u00a0 keinesfalls gerechtfertigt\u201c<\/em> sei. Und sie erkl\u00e4rten \u201ee<em>s gibt keine milit\u00e4rische, sondern nur eine politische L\u00f6sung auf der Basis der Prinzipien der gemeinsamen Sicherheit\u201c.<\/em><\/p>\n<p>Diesen beiden prominenten Akteuren der Friedensbewegung war sehr wohl bekannt, dass Russland genau diese L\u00f6sung den USA und der NATO im Dezember 2021 mit konkreten Vorschl\u00e4gen f\u00fcr <a href=\"https:\/\/anti-spiegel.ru\/2021\/russland-veroeffentlicht-vertragstexte-fuer-abkommen-ueber-sicherheitsgarantien-mit-den-usa-und-der-nato\/?doing_wp_cron=1647901663.5741100311279296875000\">Vertr\u00e4ge \u00fcber gegenseitige Sicherheitsgarantien<\/a> angeboten und dann im Februar 2022 vergeblich wiederholt hatte.<\/p>\n<p>Ein von Politik und Medien organisierter anti-Putin Tsunami \u00fcberrollte das Land. In einer Sondersitzung des Bundestages wurde der damalige ukrainische Botschafter Andrij Melnyk, bekennender Verehrer des Nazi- und SS-Kollaborateurs und Massenm\u00f6rders Stepan Bandera, als Ehrengast empfangen. Alle Fraktionen erhoben sich (einschlie\u00dflich der Linken aber nur wenige Abgeordnete der AfD) und begr\u00fc\u00dften ihn mit langanhaltendem Applaus.<\/p>\n<p>Blau-Gelb beflaggt feierte Deutschland seine moralische Hybris. Die bedingungslose Unterst\u00fctzung der Ukraine wurde oberste Priorit\u00e4t deutscher Politik \u2013 einer Ukraine, die per Gesetz die russische Sprache aus dem \u00f6ffentlichen Leben verbannte, allem Russischem den Kampf ansagte, alle oppositionellen Parteien, regierungskritische Zeitungen und die Russisch-Orthodoxe Kirche verbot, Dissidenten verfolgt, foltert und ermordet, Nazi- und SS-Kollaborateure als Helden verehrt und faschistische Bataillone in ihre Armee integrierte.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/resource\/blob\/992814\/2037608\/883b3ea4c4c65852c8a8da991559c7e4\/2022-05-08-bk-ansprache-8-mai-pdf-data.pdf?download=1\">Bundeskanzler Scholz<\/a> kennt in seinem Geschichtsrevisionismus keine Roten Linien. Er erkl\u00e4rte die Unterst\u00fctzung dieser Ukraine als \u201eVerm\u00e4chtnis des 8. Mai\u201c.<\/p>\n<p>Auf einer Schleimspur hatte die Bundesregierung Washington unverbr\u00fcchliche Treue geschworen. Der Gr\u00fcne Vizekanzler Habeck hatte seinem Herrn und Meister in Washington versprochen, dass Deutschland eine \u201edienende F\u00fchrungsrolle\u201c im Kampf gegen Russland spielen werde.<\/p>\n<p>Als Scho\u00dfh\u00fcndchen Bidens und Blinkens hatten die Politikerinnen und Politiker Putin jahrelang hysterisch angekl\u00e4fft. Sie hatten Diplomatie durch Sanktionen und Eskalation ersetzt. Drei Jahre hatten sie damit verbracht, alle Br\u00fccken nach Moskau einzurei\u00dfen.<\/p>\n<p>Putin wolle keinen Frieden, wir m\u00fcssen ihn milit\u00e4risch an den Verhandlungstisch zwingen, war das Mantra, das der Bev\u00f6lkerung tagein, tagaus heruntergebetet wurde.<\/p>\n<p>Und dann kam Donald Trump und brachte durch ein Telefonat mit Putin das Kartenhaus aus anti-russischen L\u00fcgen zum Einsturz. Das kennen deutsche Politiker nicht mehr, einen Dialog, offenbar gepr\u00e4gt von gegenseitigem Respekt. Mit ihren britischen und EU-Kollegen gerieten diese russophoben Fanatiker vollends in Panik. <strong>Pl\u00f6tzlich droht der Frieden! <\/strong><\/p>\n<h5>Die Friedensbewegung grenzt sich ein<\/h5>\n<p>Die \u201ealte\u201c Friedensbewegung hatte schon 2014 eine Brandmauer \u201egegen rechts\u201c errichtet, gegen die Montagsmahnwachen f\u00fcr den Frieden. Die Brandmauer wurde immer h\u00f6her, als die Bewegung gegen die anti-demokratischen Corona-Ma\u00dfnahmen den Kampf f\u00fcr den Frieden aufgenommen hatte. Durch die Diffamierungen, die diese Bewegung erfahren hatte, hatten sie ein widerst\u00e4ndigeres Potential entwickelt, das vielen in der \u201ealten\u201c Friedensbewegung schon l\u00e4ngst abhandengekommen war.<\/p>\n<p>Dies gilt insbesondere f\u00fcr die Ostdeutschen, die die sog. Deutsche Einheit vor allem als westdeutsche Hybris, als permanente Diffamierung ihrer eigenen Lebensleistung und der Errungenschaften der DDR erfahren.<\/p>\n<p>Allgemein weniger anf\u00e4llig f\u00fcr die NATO-Propaganda, wurde von ihnen der Zusammenhang zwischen den steigenden Energiepreisen, ihrer wachsenden Armut und antirussischen Sanktionen schnell erkannt und benannt.<\/p>\n<p>Was der deutsche Faschismus in der Sowjetunion angerichtet hatte, spielt zudem f\u00fcr die Ostdeutschen aufgrund ihres Geschichtsbewusstseins eine unvergleichlich h\u00f6here Rolle als f\u00fcr die Westdeutschen. \u201eFreundschaft mit Russland\u201c empfinden auch heute noch sehr viele Ostdeutsche, w\u00e4hrend viele in der westlich dominierten \u201ealten\u201c Friedensbewegung diesen Begriff kaum \u00fcber ihre Lippen bringen.<\/p>\n<p>Die herrschende Kriegsallianz konnte eine Aktionseinheit von \u201ealter\u201c und \u201eneuer\u201c Friedensbewegung nicht zulassen. Mit aktiver Sch\u00fctzenhilfe von Parteien, Medien und diversen Organisationen, die sich selbst als \u201eantifaschistisch\u201c bezeichnen, wurde die \u201eneue\u201c Friedensbewegung als \u201erechts-offen\u201c diffamiert.<\/p>\n<p>Doch was ist \u201erechts-offen\u201c, wenn Menschen f\u00fcr Diplomatie, Frieden und Verst\u00e4ndigung mit Russland demonstrieren \u2013 auch wenn sie mit der AfD sympathisieren. Sind die Forderungen rechts? Den Organisatoren der Friedensaktionen k\u00e4me doch nicht in den Sinn, Demonstranten auszuschlie\u00dfen, die \u201eDiplomatie statt Waffen\u201c fordern, auch wenn sie W\u00e4hler oder Mitglieder der Gr\u00fcnen und SPD sind, den hauptverantwortlichen Waffenlieferanten und Kriegshetzern.<\/p>\n<p>Oder w\u00e4re z.B. ein Streik von abh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigten f\u00fcr gemeinsame Forderungen vorstellbar, w\u00fcrden alle Streikwilligen erst nach ihrem Wahlverhalten \u00fcberpr\u00fcft?<\/p>\n<p>Die \u201ealte\u201c Friedensbewegung aber grenzte sich in ihrer ohnehin schwachen Mobilisierung auch noch mit Brandmauern ein.<\/p>\n<p>Inzwischen gibt es auf lokaler und regionaler Ebene erfolgreiche Bem\u00fchungen die Gesinnungs-Brandmauer einzurei\u00dfen und sich nicht von den sog. \u201eAntifas\u201c einsch\u00fcchtern zu lassen.<\/p>\n<h5>Die Friedensbewegung muss raus aus der Defensive<\/h5>\n<p>Die Osterweiterung der NATO mit Truppenstationierungen und Milit\u00e4rman\u00f6vern, waren immer ein zentrales Thema des Protestes der Friedensbewegung. Als Russland nach vergeblichen Bem\u00fchungen den Ukraine Konflikt friedlich zu l\u00f6sen, der NATO am<br \/>\n24. Februar 2022 deutlich machte <em>\u201ebis hierher und nicht weiter\u201c,<\/em> versagte die Friedensbewegung. Eine ernsthafte Antwort auf die Frage, welch andere Option Russland denn gehabt h\u00e4tte, blieb bis heute aus.<\/p>\n<p>Die Friedensbewegung hat sich von Anfang an selbst in die Defensive gebracht.<br \/>\nMit der \u00dcbernahme des NATO-Mantras vom <em>\u201ev\u00f6lkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieg\u201c<\/em> wollte sie <em>\u201eglaubw\u00fcrdig\u201c<\/em> und nicht <em>\u201eangreifbar\u201c<\/em> sein. Damit hat sie, laut <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86030\">Albrecht M\u00fcller<\/a>, dem Herausgeber der NachDenkSeiten, nur dazu beigetragen <em>\u201eVorurteile und Aggressionen gegen Russland\u201c<\/em> zu verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>Warum hat die Friedensbewegung, die sich auf den Antifaschismus beruft, nicht in jedem Aufruf und auf jeder Kundgebung dagegen protestiert, dass Deutschland politisch, finanziell und milit\u00e4risch ein Nazi-verherrlichendes Regime in Kiew unterst\u00fctzt. Damit h\u00e4tte sie die Regierung in Erkl\u00e4rungsnot bringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Warum hat sie nicht die Offensive ergriffen und immer wieder darauf verwiesen, dass die Bundesregierung durch ihre Sabotage von Minsk II am Krieg mitschuldig ist und die NATO im April 2022 die Istanbul-Vereinbarung zur sofortigen Beendigung der Kampfhandlungen verhindert hat.<\/p>\n<p>Mit \u00e4quidistanten Forderungen wie \u201e<em>Waffen nieder\u201c<\/em> und \u201e<em>Verhandeln\u201c<\/em> hat die Friedensbewegung vermieden klarzustellen, dass nicht Putin, sondern Selenskij und seine NATO-Auftraggeber beides konsequent verweigerten.<\/p>\n<p>Verantwortlichkeiten klar zu benennen und Forderungen entsprechend zu adressieren ist Teil der Aufkl\u00e4rung, die die Friedensbewegung leisten muss.<\/p>\n<p>Die Mehrheit der Friedensbewegung schwieg zur russophoben Stimmungsmache, die von Politik und Medien systematisch betrieben wurde. Sie hat drei Jahre lang vermieden, den dringend notwendigen Widerstand gegen die zunehmende Volksverhetzung aufzubauen \u2013 aus Angst \u201eB\u00fcndnispartner\u201c zu verprellen.<\/p>\n<p>Was sind Bekenntnisse zur deutschen Verantwortung vor der Geschichte, wenn sich die Friedensbewegung nicht offensiv gegen die v\u00f6llig enthemmte Anti-Russland-Propaganda der deutschen Regierung stellt, die jede anti-soziale und anti-demokratische Ma\u00dfnahme mit \u201ePutin\u201c rechtfertigt.<\/p>\n<p>Die \u201e<em>Vernichtung der Lebenskraft Russlands\u201c,<\/em> wie Hitler es formuliert hatte, war nicht gelungen. Die deutsche Au\u00dfenministerin wollte \u201eRussland ruinieren\u201c. Und der deutsche Kanzler gelobte: \u201eEs muss unser Ziel bleiben, dass Russland diesen Krieg nicht gewinnt.\u201c<\/p>\n<p>Doch die Realit\u00e4t ist hartn\u00e4ckig, Fakten am Ende immer st\u00e4rker als Fakes. EU und Bundesregierung hatten den Krieg in der Ukraine als ihren eigenen Krieg gegen Russland propagiert. Drei Jahre lang hatten sie die <em>\u201eSchw\u00e4che\u201c<\/em> Putins beschworen und t\u00e4glich den Sieg Kiews verk\u00fcndet. Die Niederlage Kiews wird zur eigenen Niederlage.<\/p>\n<p>Nun stehen sie vor ihrer gescheiterten Politik. Das k\u00f6nnen sie nicht eingestehen. Mit allen Mitteln versuchen sie einen m\u00f6glichen Friedensprozess zu torpedieren.<\/p>\n<p>Die Bundesregierungen haben das eigene Land an den Rand des wirtschaftlichen Ruins gebracht \u2013 mit ihrem \u201eGreen Deal\u201c, den Corona-Ma\u00dfnahmen, den Sanktionen gegen Russland und der Alimentierung des Ukraine-Krieges. Frieden und politische Entspannung w\u00fcrde der Bev\u00f6lkerung das ganze Desaster der Regierungspolitik deutlich machen.<\/p>\n<p>Was eignet sich in diesem Deutschland besser zur Ablenkung von der eigenen Schuld als \u201ePutin\u201c? Also muss Putin nach der \u201eEroberung der Ukraine\u201c nach Westen weitermarschieren, denn Deutschland hat beschlossen bis sp\u00e4testens 2030 \u201ekriegst\u00fcchtig\u201c zu werden mit Kriegskrediten in Billionenh\u00f6he, beispielloser Aufr\u00fcstung und Militarisierung der Gesellschaft.<\/p>\n<p>Die immer extremere Einengung der Meinungsfreiheit in den letzten Jahren hat die Bev\u00f6lkerung eingesch\u00fcchtert. Die Angst vor der angeblichen \u201e<em>russischen Bedrohung\u201c<\/em> soll sie vollends gef\u00fcgig machen, um die drohende wirtschaftliche und soziale Katastrophe widerstandslos hinzunehmen. Dem muss die Friedensbewegung entgegenwirken.<\/p>\n<p>Wie war der Westen doch \u00fcberzeugt, sein Sieg im Kalten Krieg sei das Ende der Geschichte und die NATO die Garantie seiner globalen Vorherrschaft. Und dann kam Putin, bot dem siegestrunkenen \u201ekollektiven Westen\u201c die Stirn und zerschmetterte dessen Allmachtsanspruch.<\/p>\n<p>Der 24. Februar 2022 markiert das Ende der unipolaren Welt. Das Eingreifen Russlands wirkte geopolitisch wie ein Katalysator und hat die Dynamik der internationalen Entwicklung, Richtung einer multipolaren, demokratischen Weltordnung, auf der Basis der \u201esouver\u00e4nen Gleichheit\u201c aller Nationen beschleunigt. Es hat bereits L\u00e4ndern im globalen S\u00fcden, insbesondere in Afrika, neuen Aufrieb gegeben in ihrem Kampf gegen den Neokolonialismus.<\/p>\n<p>Die Friedensbewegung muss sich klar werden, wer in den internationalen Konflikten und in dieser geopolitischen Entwicklung welche Interessen verfolgt. Sie muss sich entscheiden wo sie steht.<\/p>\n<p>Im Mai j\u00e4hrt sich zum 80sten Mal der Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus durch die Rote Armee. Das deutsche Au\u00dfenministerium empfiehlt, russische und belarussische Diplomaten von offiziellen Veranstaltungen auszuschlie\u00dfen \u2013 wenn n\u00f6tig sie vor die T\u00fcr zu setzen. Man wolle vermeiden, dass diese Diplomaten mit ihrer \u201ePropaganda, Desinformation und geschichtsrevisionistischer Verf\u00e4lschung\u201c das Gedenken der Deutschen \u201einstrumentalisieren\u201c.<\/p>\n<p>Jegliches Schuld- und Schamgef\u00fchl \u00fcber die eigene deutsche Geschichte wurde abgelegt. Der Angriffskrieg Nazideutschlands, der 27 Millionen Tote und verbrannte Erde in der Sowjetunion hinterlie\u00df, soll endg\u00fcltig aus dem Ged\u00e4chtnis der Deutschen getilgt werden. Mit anti-russischer Hysterie, die Goebbelsches Ausma\u00df schon l\u00e4ngst \u00fcbertroffen hat, soll die deutsche Bev\u00f6lkerung erneut in den Krieg gegen Russland gehetzt werden.<\/p>\n<p>Die Friedensbewegung muss endlich den Mut haben, die anti-russische Aggressionspolitik als zentrales Problem zu benennen und zu bek\u00e4mpfen. Und sie muss der Bev\u00f6lkerung klarmachen:<br \/>\nDeutschlands Feind ist nicht Russland, sondern Geschichtsf\u00e4lschung, Verantwortungslosigkeit, Gr\u00f6\u00dfenwahn und der v\u00f6llige Realit\u00e4tsverlust seiner Regierung und des politisch-medialen Establishments.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Doris Pumphrey ist langj\u00e4hrige Aktive in der Friedensbewegung, u.a. in der Friedenskoordination Berlin.<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Bild oben: Ostermarsch 2018 in Berlin-Moabit<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Foto: Bernd.Brincken, CC BY-SA 4.0<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Quelle: <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=67880803\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=67880803<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Vortrag von Doris Pumphrey<\/b>, Gehalten auf dem <b>Kongress &#8222;Krieg und Frieden&#8220;<\/b> der Neuen Gesellschaft f\u00fcr Psychologie, Berlin 10. bis 12. April 2025<br \/>\nDie Friedensbewegung ist eine sog. Graswurzelbewegung, die die M\u00fchen durchlaufen muss eines Aufbaus und einer Mobilisierung von unten. Authentische, unabh\u00e4ngige Graswurzelbewegungen haben es heute viel schwerer als fr\u00fcher. Massen werden heute mobilisiert von professionell gef\u00fchrten, k\u00fcnstlich geschaffenen Graswurzelbewegungen, mit ihren unz\u00e4hligen NGOs und Vereinen, die von Ministerien, der EU, Stiftungen, Finanzkonzernen, Soros, USAID etc. subventioniert werden. Mit viel professioneller PR und Medienrummel bedienen ihre Massenevents die staatlich gef\u00f6rderte Meinung und politische Agenda der herrschenden Elite. Der Protest der Friedensbewegung richtet sich gegen Regierungspolitik. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":21494,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","advanced_seo_description":"","jetpack_seo_html_title":"","jetpack_seo_noindex":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[13],"tags":[2586,454,2585,335,43,2584,2293,56,269,1994,2587,1734,1990,812,1227,1154,222,430,2588,675],"class_list":["post-21493","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-frieden-antifaschismus-solidaritaet","tag-bipolaritaet","tag-ddr","tag-erstschlag","tag-frieden","tag-friedensbewegung","tag-graswurzelbewegung","tag-mittelstreckenraketen","tag-nato","tag-nato-ueberfall-auf-jugoslawien","tag-neonazismus","tag-nsdap","tag-pazifismus","tag-pershing-ii","tag-protest","tag-rechtsextremismus","tag-regime-change","tag-russland","tag-sowjetunion","tag-sozialistische-alternative","tag-terroranschlaege"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Ostermarsch_Berlin_20180331_133450b_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9stpK-5AF","jetpack-related-posts":[{"id":3020,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=3020","url_meta":{"origin":21493,"position":0},"title":"Passend zur Kriegszeit: Breitseiten gegen die Friedensbewegung","author":"Webredaktion","date":"15. 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